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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt werden die Klagelieder 1,22 bis 2,12 beleuchtet. Rabea Kramp beschreibt eindringlich die Zerstörung Jerusalems und die damit verbundenen Leiden des Volkes Gottes. Sie thematisiert Gottes Zorn, die Folgen der Sünde und die tiefe Verzweiflung der Menschen in dieser schweren Zeit. Die Predigt lädt dazu ein, über die eigene Beziehung zu Gott und die Bedeutung von Reue und Umkehr nachzudenken.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Nur Freunde, willkommen zu Gott auf einer Seite. Wir lesen heute zusammen die Klagelieder, Kapitel 1, Vers 22 bis Kapitel 2, Vers 12. Und bevor wir das gemeinsam lesen und hören werden, lasst uns beten. Lieber Herr Jesus, ich möchte dich bitten, dass du uns heute mit deinem Heiligen Geist begleitest und führst durch dein Wort, dass er traurig ist an dieser Stelle, die wir heute lesen werden. Und ja, diese Betrübtheit und dieses traurig sein über die eigene Sünde und deren Folgen, Herr, lass uns auch das zu eigen werden, dass wir auch immer wieder an den Punkt kommen, dass wir über die Sünde nachdenken und traurig werden, wenn wir ja, über uns selber und unsere Unzulänglichkeit nachdenken. Aber wir wissen dürfen, dass du alle Sünden bereit bist zu tragen und sie uns abzunehmen, damit wir gerettet werden können. Amen.

[1:30] Wir haben noch einen Vers übrig von Kapitel 1, nämlich Vers 22, und damit beginnen wir. „Lass alle ihre Bosheit vor dein Angesicht kommen und handle du an ihnen, wie du an mir gehandelt hast, wegen all meiner Übertretungen, denn meine Sünden sind zahlreich und mein Herz ist krank.“ Ja, so geht es dem Volk Gottes, dass sich wünscht, dass nicht nur Gott ihnen vergibt und sie wiederherstellt. Es wünscht sich auch, dass Babylon das gleiche Unheil und das Schicksal erlebt, was sie selber erlebt haben, aufgrund ihrer Sünden. Denn sie sehen ja, dass die Babylonier auch keinen einzigen Deut besser sind. Sie sind Götzendiener, sie sind Heiden, und sie wünschen ihnen genau dasselbe Gericht. Und ihre mehr hat er genau dieses Gericht auch schon angekündigt.

[2:23] Zum Ende seines Buches, Kapitel 2, beginnt wieder mit dem gleichen Wort: „Ach, wie hat doch der Herr in seinem Zorn die Tochter Zion in wolkendunkel gehüllt! Er hat die Zierde Israels vom Himmel zur Erde geschleudert und an den Schemel seiner Füße nicht gedacht am Tag seines Zorns.“ Der Schemel seiner Füße, das ist Jerusalem, das ist sogar der Tempel, das Heiligtum. Und Gott hat ja vom Himmel zur Erde geschleudert und hat trotz der großen Schönheit und des Stolzes der Stadt Jerusalem die Stadt nicht verschont. Er wollte es gerne verschonen. Er hat bis zum Schluss hat Jeremia an die Herzen versucht zu wirken und der Heilige Geist, aber sie haben nicht gewollt. Und Gott ließ es nun so geschehen.

[3:18] „Der Herr hat vertilgt und nicht verschont alle Wohnungen Jakobs; in seinem Grimm hat er niedergerissen die Festungen der Tochter Juda zu Boden geworfen und entweiht. Hatte ihr Königreich samt ihren Fürsten in seinem grimmigen Zorn schlug er ab jedes Horn von Israel.“ Das Horn steht hier, wie auch oft in der Bibel, für die Kraft, für die Macht eines Königreiches. Es meint nicht ein buchstäbliches Horn, sondern es steht für die Kraft. Er zog seine rechte Hand zurück vor dem Feind und hat Jakob in Brand gesteckt, wie ein flammendes Feuer, das alles ringsum verzehrt. Entspannte seinen Bogen wie ein Feind, er stellte sich mit seiner Rechten wie ein Widersacher hin und machte alles nieder, was lieblich anzusehen war. Ins Zelt der Tochter Zion goss er seinen Grimm aus wie Feuer.

[4:19] Also, wir bekommen immer wieder dieses Bild vermittelt, dass der Zorn Gottes ausgeschüttet wird. Und es ist ein Bild, was wir in der Bibel immer wieder finden, auch in der Offenbarung, wenn es um die sieben letzten Plagen geht. Dort gibt es Zornesschalen, die auch ausgeschüttet werden, woraufhin dann die Welt mit den Plagen heimgesucht wird. Und hier haben wir auch die Idee, dass jetzt Zorn sich angesammelt hat in einem Becher, in einem Kelch, und nun niedergegossen wird.

[4:50] Der Herr ist wie ein Feind geworden. Er hat Israel vertilgt, alle seine Paläste vernichtet. Er hat seine Festungen zerstört und hatte Tochter Juda viel Stolzen und Wehklage bereitet.

[5:10] Das Volk bezeichnet Gott hier als Feind. Sie sagen: „Gott ist wie ein Feind für uns geworden. Er steht überhaupt nicht mehr auf unserer Seite.“ Und das ist natürlich eine interessante Aussage. Das ist ihr Empfinden. Sie empfinden Gott als Feind, weil er sie nicht mehr verteidigt, weil keine Gnade scheinbar mehr im Gericht steckt, und weil sie keine Antwort von ihm erhalten, wenn sie ihn anrufen. Und das liegt daran, dass sie den Geduldsfaden, den Gott immer wieder aufrechterhalten hat, nicht ergriffen haben, sondern erst als es zu spät war, haben sie umkehren wollen oder waren traurig einfach über die Folge der Sünde.

[5:52] Und oft geht es uns auch so, dass wir die Sünde nicht aufgeben wollen, aber wenn dann die Folgen der Sünde eintreten, dann sind wir traurig, manchmal mehr über die Folgen als über die Sünde selber. Und die Reue über die Sünde, die schenkt nur Gott, die können wir nicht aus uns selbst heraus hervorbringen.

[6:14] Er hat seine Hütte verwüstet wie einen Garten. Und es erinnert mich daran, dass Gott sagt: „Die Hütte Gottes bei den Menschen, die möchte er wieder aufschlagen.“ Auf Offenbarung 21, Vers 3. Und hier hat er die Hütte, ja, seine Wohnung, das Heiligtum in Jerusalem verwüstet oder verwüsten lassen. Den Ort seiner Festversammlungen hatte zerstört. Der Herr hat in Zion die Festtage und Sabbat in Vergessenheit gebracht und König und Priester verworfen in seinem grimmigen Zorn.

[6:45] Also, die ganze Elite, die staatliche Elite und die geistliche Elite ist verworfen worden. Der Herr hat seinen Altar verabscheut, sein Heiligtum verworfen. Er hat der Hand des Feindes preisgegeben die Mauern ihrer Paläste. Sie haben hinaus des Herrn Lärm erschallen lassen wie an einem Festtag.

[7:06] Ich finde diese Formulierung in diesem Vers ja treffend und eine gute Formulierung, denn in Vers 5 haben wir gelesen, dass das Volk denkt, Gott sei ihm zum Feind geworden. Gott schüttet seinen Zorn Wein über sie aus. Aber es ist eigentlich Gottes Zurückziehen von Gottes Gnade, von Gottes Schutz. Und hier die Formulierung: „Er hat der Hand des Feindes preisgegeben sein Volk.“ Das ist genau das, was Gott tut, wenn wir ihn verlassen. Dann zieht er sich zurück und gibt uns den Preis, was wir die ganze Zeit wollten, nämlich die Sünde oder das Schlechte. Und so ist es hier auch mit dem Volk gewesen.

[7:47] Die Babylonier haben ja im Tempel sich total daneben benommen. Das können wir auch aus diesem Vers entnehmen. Sie haben im Haus des Herrn Lärm erschallen lassen wie an einem Festtag. Also, sie haben den Tempel dahingehend auch entweiht. Der Herr hatte sich vorgenommen, die Mauern der Tochter Zion zu zerstören. Entspannte die Messschnur aus. Er zog seine Hand nicht zurück, bis er sie vertilgt hatte. Bollwerk und Mauer versetzt, deren Trauer kläglich liegen sie miteinander da.

[8:19] Die Messschnur auszuspannen ist auch eine oft gebrauchte Formulierung in der Bibel und steht für das Gericht. Wir finden diese Formulierung auch in anderen prophetischen Büchern wieder. Ihre Tore sind in den Erdboden versunken, ihre Riegel hat er zerstört und zerbrochen. Ihr König und ihre Fürsten sind unter den Heiden, also sind nach Babylon abtransportiert worden. Es ist kein Gesetz mehr da. Auch bekommen ihre Propheten keine Offenbarung mehr vom Herrn.

[8:51] Das ist eine ganz interessante Formulierung. Und wenn wir darüber nachdenken, müssen wir doch konstatieren, dass es einen Daniel gab, der im Exil Prophezeiung bekam, einen Hesekiel, ja, und Jeremia selber hat ja auch noch ein bisschen geweissagt. Aber was heißt es nun, dass die Propheten keine Offenbarung mehr bekamen? Das spielt von Jerusalem, es meint Jerusalem im Besonderen, denn auch dort gab es viele Propheten, leider auch viele falsche Propheten, die keine Prophezeiung mehr und keine Visionen von Gott erhalten haben. Das heißt, es war gang und gäbe, dass mehr Menschen Kanäle sozusagen für Gottes Wort waren, die dann auch dem Volk mitgeteilt haben, was Gottes Wille ist. Und dieser Kanal, der hat, der war verstopft, der war hat aufgehört.

[9:50] Die Ältesten der Tochter Zion, sie sitzen schweigend auf der Erde. Sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut und sich mit Sacktuch umgürtet. Die Jungfrauen von Jerusalem, sie senken ihr Haupt zur Erde. Das ist ein Bild für die Demütigung, für die Reue. Wenn jemand im Staub sitzt, jemand in Asche, Staub auf seinen Haupt streut, dann ist es ein Bild für die Reue.

[10:10] „Meine Augen sind ausgeweint, mein Inneres kocht, mein Herz schmilzt in mir wegen des Zusammenbruchs der Tochter meines Volkes, weil Kind und Säugling verschmachten auf der Straße der Stadt.“ Es war eine ganz, ganz schlimme Zeit, diese Belagerung. Und hier haben wir noch mal so eine kleine, einen kleinen Einblick da rein, wie die Menschen da empfunden haben. Sie hatten keine Tränen mehr für das, was dort vor ihren Augen geschah. Ihr Herz ist zerschmolzen. Sie haben den Zusammenbruch erlebt. Sie haben gesehen, wie kleine Säuglinge auf der Straße verhungern, vor Durst. Es muss ein unglaublich schreckliches Bild abgegeben haben.

[10:54] Sie fragten ihre Mütter, Wurstbrot und Wein, als sie wie tödlich verwundete dahin schmachteten auf den Straßen der Stadt, als sie den Geist aufgaben im Schoß ihrer Mütter. Man kann sich, glaube ich, kein Begriff machen von dem Leid, das ist dort in den Straßen Jerusalems gab, während dieser Monate der Belagerung. Und man muss sich auch deutlich machen, dass die Menschen, die das überlebt haben und dann nach Babylon abtransportiert wurden, um ins Exil gebracht zu werden, dass das gebrochene Menschen waren. Vor allem die der dritten Wegführung, die aus Jerusalem weggebracht wurden. Das waren Menschen, die haben ein Trauma, dass sie vielleicht ihr Leben lang nicht mehr ablegen konnten. Sie waren fertig mit dem Leben. Sie haben Schlimmes erlebt, sie haben Menschen verloren und sie haben schlimme Dinge vor Augen gehabt und im Kopf mit sich getragen, ja, die sie ein Leben lang verfolgt haben.

[11:55] Sicherlich, und das war eine Generation, die Gott nicht gehorchen wollte und Ersatz zu spät war, gemerkt hat, dass es besser gewesen wäre. Lasst uns zu Gott beten, dass wir rechtzeitig auf sein Wort hören und dass er unsere ins Herz schenkt.

[12:14] Lieber Vater im Himmel, wir haben heute dieses unglaublich traurige Kapitel gelesen, mit Versen, die so erschütternd sind, dass wir uns das kaum ausmalen können. Aber auch heute passieren solche Dinge auf unserer Welt, dass Kinder verschmachten im Arm ihrer Mutter, weil Krieg herrscht, weil Hunger herrscht. Herr, wir möchten dich bitten, dass diese Welt weiter in der hat und dass du der Sünde ein Ende machst und dass dann wir in deinem wunderbaren Himmelreich leben dürfen in Frieden und in Harmonie und ohne Sünde. Ja, das wünschen wir uns von ganzem Herzen. Amen.


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