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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Rabea Kramp die düsteren Verse aus Klagelieder 4:6-4:20. Sie vergleicht die Sünden Jerusalems mit denen Sodoms und beschreibt die grausamen Folgen der Belagerung und des Hungers. Die Predigt thematisiert die geistliche Untreue und die Morde an Propheten als Ursachen des Gerichts und betont die Wichtigkeit, sich auf Gott statt auf Menschen zu verlassen.


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Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:30] Hallo liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Wir lesen heute zusammen die Klagelieder, das vierte Kapitel, fast beenden und ja, noch ein paar sehr einschneidende Verse lesen und auch interessante Dinge herausfinden. Und bevor wir starten, lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, für uns heute durch dein Wort und gib, dass wir ja, von dieser Traurigkeit, dieser Ernsthaftigkeit vom Buch Klagelieder etwas in unseren Alltag mit hineinnehmen, damit auch wir über unsere Sünden traurig sind. Denn nur dann, wenn wir Reue haben, dann werden wir beim Fuß des Kreuzes um Vergebung bitten. Amen.

[1:21] Wir beginnen in Klagelieder 4, Vers 6. Denn die stolze Tochter meines Volkes, sie ist größer geworden als die Sünde Sodoms, das in einem Augenblick umgekehrt wurde, ohne dass Menschenhände sich dabei abmühen. Es ist nicht das erste Mal, dass Jeremia den Untergang Jerusalems vergleicht mit dem Untergang Sodoms in Bezug darauf, dass die Sünden gleich schlimm gewesen sind. Aber hier heißt es auch, dass dieser Tod in Sodom gnädiger gewesen ist, denn es auf einmal gewesen in dem Feuer vom Himmel fiel und dann waren die Menschen tot. Bei einer Belagerung, indem man ausgehungert wird in einer Stadt, ist es ein viel qualvolleres zu Ende gehen.

[2:12] Und die, die übrig geblieben sind und tatsächlich diese schrecklichen Monate überlebt haben, sind dann noch umgebracht worden oder verschleppt worden. Ihre Geweihten waren glänzender als Schnee. Und in meiner Bibel steht als Anmerkung, dass die Geweihten hier Naziräer sind. Die Naziräer waren die Menschen, die Gott ganz besonders geweiht waren. Weiß als Milch ist ihr Leib, verrührter als Korallen ihre Gestalt wie ein Saphir. Man hat vielleicht manchmal so von den Naziräern eine Idee von so verlotterten Menschen, weil sie die Haare nicht schneiden durften. Aber es waren tatsächlich schöne Menschen, die ja sehr gepflegt waren. Und es liegt eigentlich auch nahe, dass Gott sich Geweihte aussondert, aussucht, die ihm besonders eben würdig sind, indem sie besonders viel Schönheit auch widerspiegeln.

[3:11] Jetzt aber sind sie schwärzer als Ruß, diese Geweihten. Man erkennt sie nicht auf den Straßen. Ihre Haut klebt an ihrem Gebein, sie sind so dürr wie Holz, die das Schwert der Scharfrichter schlug. Glücklicher als die, der Hunger tötete, welche vom Hunger durchbohrt dahin schmachteten aus Mangel an Früchten des Feldes. Hier haben wir noch mal diesen Gedanken, den wir in Vers 6 schon hatten, dass ein schneller Tod dem langen Hungertod vorzuziehen ist.

[3:43] Die Hände barmherziger Frauen haben ihre eigenen Kinder gekocht. Und man kann gar nicht sagen, wie erschütternd dieser Vers ist, dass Frauen ihre eigenen Babys gekocht haben, um nicht zu verhungern. So viel ja, abschauen kann man sich fast gar nicht vorstellen, dass in einem Menschen aufkommen kann. Sie dienten ihnen zur Nahrung beim Zusammenbruch der Tochter meines Volkes.

[4:11] Der Herr ließ seinen Zorn ausbrechen, ausbrennen, er schüttete seinen grimmigen Zorn aus und er zündete in Zion Feuer an, das seine Grundfesten verzehrt hat. Die Könige der Erde hätten es nicht geglaubt, noch irgendein Bewohner des Erdkreises, dass der Feind, der sie belagerte, je einziehen würde durch die Tore Jerusalems. Tatsächlich haben die Einwohner von Jerusalem nie geglaubt, dass die Babylonier jemals durch die dicken Stadtmauern hindurchdringen und durch die Tore einziehen werden. Aber genau das ist passiert.

[4:51] Doch es geschah wegen der Sünden ihrer Propheten, wegen der Schuld ihrer Priester, die in ihrer Mitte vergossen haben das Blut der Gerechten. Und hier haben wir diese Begründung, die Jeremia uns sehr liefert. Es sind die geistlichen Sünden und die Morde an den wahren Propheten, von denen wir ja auch berichtet haben im Buch Jeremia und Jesaja. Sie wanken auf den Straßen wie Blinde. Sie waren so mit Blut bespritzt, dass niemand ihre Kleider anrühren mochte. Also sind wirklich der Abschaum der Gesellschaft geworden. Man rief ihnen zu: "Fort mit euch, ihr seid unrein! Weg, weg, kommt uns nicht so nah!" Ja, sie mussten fliehen und umherirren.

[5:36] Und den Heiden sprach man: "Bleibt nicht länger hier." Hier also die Einwohner von Juda und Jerusalem waren Verstoßene. Niemand wollte mit ihnen zu tun haben, weil sie so heruntergekommen waren. Das Angesicht des Herrn hat sie zerstreut, er will sie nicht mehr anblicken. Man nahm auf Priester keine Rücksicht mehr und hatte kein Erbarmen mit den Alten.

[6:02] Auch da noch schmachteten unsere Augen nach Hilfe, vergeblich. Auf unserer Warte hielten wir aus, Ausschau nach einem Volk, das doch nicht half. Und hier ist Ägypten. Gemeinden Juda hat immer wieder auf Ägypten gezählt als Verbündeten gegen Babylon. Aber sie haben Ausschau nach ihm gehalten, aber sie haben ihn nicht geholfen.

[6:28] Man stellte uns nach auf Schritt und Tritt, so dass wir nicht mehr auf unseren Straßen umhergehen konnten. Unser Ende war nahe, unsere Tage abgelaufen. Ja, unser Ende war gekommen. Und das haben sie im Nachhinein erst angesehen. Sie haben in dem Moment, wo Jeremia geweissagt hat, wo ja das Unheil noch abzuwenden gewesen wäre, haben sie dieses nicht so gesehen, wie dann später im Exil.

[6:56] Unsere Verfolger waren schneller als die Adler des Himmels. Und wir wissen, dass Babylon als Löwe mit Adlerflügeln in der Bibel dargestellt wird. Über die Berge jagten sie uns nach und in der Wüste lauerten sie auf uns. Unser Lebens- oder der Gesalbte des Herrn wurde in ihren Gruben gefangen. Er, von dem wir sagten: "Wir werden in seinem Schatten unter den Heiden leben." Und damit ist König Zedekia gemeint, der ja als König gesalbt wurde und der dann gelandet ist in den Kerkern Babylons.

[7:32] Und auf ihn hatten sie ihre Hoffnung gesetzt. Damit sie die Kia war ein sehr feiger König und sehr zauderhaft, sehr zögerlich. Und er hat ja die Wut des Volkes mehr gefürchtet als den Zorn Gottes, was letztendlich dazu geführt hat, dass er dort im Gefängnis in Babylon gelandet ist.

[7:55] Also wir können sehen von dieser Seite, das ist ja nicht ratsam, sich auf Menschen zu verlassen, sondern rechtzeitig auf Gott zu hören. Und ja, dass die Sünde, die geistliche Sünde, die geistliche Untreue am Ende Schuld dafür war, oder dass das der Auslöser war, oder dass das, was Gott in die Waagschale gelegt hat, als es darum ging, das Volk zu bestrafen. Und diese Sünde der geistlichen Untreue wuchs so schwer, dass Gott nicht anders konnte, als dieses Gericht über sein Volk zu schicken, damit sie im Exil geheilt würden von dem Götzendienst, was ja tatsächlich auch passiert ist.

[8:40] Lasst uns Gott anbeten. Lieber Vater im Himmel, deine Gerichte sind gerecht. Und wenn wir die Klagelieder lesen, dann sehen wir, dass Reue geschehen ist, dass Einsicht geschehen ist aufgrund dieser Gerichte. Herr, und du hättest es gewünscht, dass sie nicht notgetan hätten. Aber wir können sehen, dass sie notwendig waren, dass erst danach Menschen zur Einsicht gekommen sind.

[9:13] Und wir möchten dich bitten, dass wir in unserem Leben rechtzeitig erkennen mögen, dass du ja uns unsere Sünden vergeben möchtest, damit wir nicht länger damit rumlaufen, sie nicht länger mit uns herumschleppen, sondern sie bei dir abgeben, damit wir aufrecht und gerecht und rein leben können. Amen.


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