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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt von Rabea Kramp geht es um die Berufung des Propheten Hesekiel und den Auftrag, den Gott ihm gibt. Hesekiel erhält die Aufgabe, dem widerspenstigen Volk Israel Gottes Botschaft zu überbringen, auch wenn sie nicht hören wollen. Die Predigt beleuchtet die Herausforderungen und die göttliche Vorbereitung, die Hesekiel erfährt, um diese schwierige Mission zu erfüllen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:30] Hallo liebe Freunde, willkommen zu Gott auf einer Seite. Wir werden heute zusammen die Kapitel 2 und 3 des Buches Hesekiel lesen. Wir werden sehen, welchen Auftrag ihr von Gott bekommt und wie Gott ihn dafür ausrüsten möchte. Bevor wir hineingehen, lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, du gibst vielen Menschen einen Auftrag in ihrem Leben. Du hast es in der Vergangenheit bei den Propheten getan, du tust es aber auch heute in der Gegenwart ganz persönlich bei uns. Vielleicht nicht so einen großen Auftrag wie Hesekiel hatte, aber jeder von uns hat einen Auftrag, zu anderen Menschen zu gehen und ihnen vom Evangelium zu erzählen. Und dafür möchte ich dir danken. Amen.

[1:20] Wir beginnen in Vers 4 von Kapitel 2. Und diese Kinder haben ein trotziges Angesicht. Gemeint ist das einfach, dass das im Exil ist und dann verstockt das Herz. Zu ihnen sende ich dich, und ihnen sollst du sagen: „So spricht Gott, der Herr.“ Sie aber, ob sie nun darauf hören oder es bleiben lassen, denn sie sind ein widerspenstiges Haus. Sie sollen doch wissen, dass ein Prophet in ihrer Mitte gewesen ist. Dieser Begriff „widerspenstiges Haus“ taucht hier im Buch Hesekiel tatsächlich öfter auf. Man kann sich so ein bisschen Gedanken machen, woher das kommt oder warum Gott gerade diesen Begriff wählt. Ein Haus ist eigentlich ein Haus, eine Familie. Und dieses Volk ist ja weggeführt worden in die Verbannung und ist nun so ein bisschen auch alleine und allein gelassen. Und Gott möchte sie ja zusammenhalten, er möchte sie eigentlich zusammenführen, damit sie auch im Exil die Botschaften hören, die für sie vorbereitet hat. Denn es ist nicht so, dass Gott sie in die Verbannung geschickt hat und gesagt hat: „70 Jahre könnt ihr da bleiben und tun und lassen und dahinvegetieren.“ Nein, Gott möchte mit ihnen diesen 70 Jahren arbeiten, mit seinem Haus.

[2:41] Du aber, Menschensohn, und damit es wieder Hesekiel gemeint: Fürchte dich nicht vor ihnen und fürchte dich auch nicht vor ihren Worten, wenn sie auch wie Disteln und Dornen gegen dich sind und du mit Skorpionen wohnst. Fürchte dich nicht vor ihren Worten und erschrick nicht vor ihrem Angesicht, denn sie sind ein widerspenstiges Haus. Das gibt schon einen Einblick darein, wie sich hier die Arbeit unter dem Volk im Exil gestalten wird. Nämlich nicht sehr einfach. Er soll sich nicht abhängig machen von den Reaktionen, die ihm entgegenschlagen werden, sondern er soll die Botschaft Gottes predigen, egal ob sie sich darüber freuen oder nicht. Und du sollst meine Worte zu ihnen reden, ob sie nun darauf hören oder es bleiben lassen, denn sie sind widerspenstig. Du aber, Menschensohn, höre auf das, was ich zu dir rede. Sei nicht widerspenstig wie das widerspenstige Haus. Tu deinen Mund auf und iss, was ich dir gebe.

[3:47] Da schaute ich und siehe, eine Hand kam zu mir ausgestreckt und sie hielt eine Buchrolle. Nun kommt da diese Buchrolle, die Gott hier Hesekiel gibt und er soll sie essen. Und er breitete sie vor mir aus. Sie war aber auf der Vorderseite und auf der Rückseite beschrieben und es waren Klagen, Klagen, Seufzer und Wehe-Rufe darauf geschrieben. Also eine traurige Buchrolle, die Hesekiel essen soll. Und er sprach zu mir: „Wir sind jetzt in Kapitel 3. Menschensohn, ist, was du hier vorfindest, diese Rolle, und geh hin, rede zum Haus Israel.“ Da tat ich meinen Mund auf und er gab mir jene Rolle zu essen. Und er sprach zu mir: „Menschensohn, speise deinen Bauch und fülle deine Leib mit dieser Rolle, die ich dir gebe.“ Da aß ich, und es war in meinem Mund so süß wie Honig.

[4:46] Das sprach zu mir: „Menschensohn, geh hin zum Haus Israel und rede zu ihnen mit meinen Worten.“ Als gute Bibelleser wisst ihr, dass diese Stelle ein Pendant in der Bibel hat. In Offenbarung 10 ist es Johannes, der auch eine Buchrolle bekommt, die er essen soll, die erst süß wie Honig ist in seinem Mund und dann aber bitter im Bauch. Und wir haben schon in Kapitel 1 festgestellt, dass Hesekiel und Johannes ganz viele Ähnlichkeiten haben und die Offenbarung des Buches Hesekiel ebenso. Und so finden wir hier auch das Essen einer Buchrolle, genauso wie in Offenbarung 10. Und diese Buchrolle und das Essen dieser Buchrolle hat dann zur Folge, dass Hesekiel die Worte Gottes zum Volk reden soll.

[5:39] Denn du wirst nicht zu einem Volk mit unverständlicher Sprache und schwerer Zunge gesandt, sondern zum Haus Israel. Nicht zu vielen Nationen, die eine unverständliche Sprache und schwere Zunge haben, deren Worte du nicht verstehen könntest. Wahrlich, wenn ich dich zu solchen Leuten senden würde, so würden sie auf dich hören. Aber das Haus Israel wird nicht auf dich hören, wollen sie wollen ja auch nicht auf mich hören. Denn das ganze Haus Israel hat eine harte Stirn und ein verstocktes Herz.

[6:12] Ja, das ist eine sehr ernüchternde Botschaft, die Gott hier für Hesekiel hat. Sagt: „Das Volk wird dich nicht hören wollen, denn sie wollen ja auch nicht auf mich hören. Ich könnte dich eher zu den Heiden schicken, die deine Sprache gar nicht verstehen, aber sie könntest du überzeugen und sie würden gläubig werden.“ Das ist ja keine schöne Aussicht, die hier Hesekiel bekommt. Und Gott versucht ihn hier zu stärken und darauf vorzubereiten, dass das keine einfache Sache werden wird.

[6:41] Ja, es heißt weiter: „Doch siehe, ich habe dein Angesicht so hart gemacht wie ihr Angesicht und deine Stirn so hart wie ihre Stirn.“ So Gott stärkt Hesekiel und sagt: „Ich werde dich bestehen lassen, auch wenn sie dir ins Angesicht trotzen und die Botschaft nicht hören wollen. Wirst du trotzdem weitermachen wie Diamant und härter als Fels mache ich deine Stirn. Fürchte sie nicht und erschrick nicht vor ihrem Angesicht, denn sie sind ein widerspenstiges Haus.“

[7:13] Und er spricht zu mir: „Menschensohn, alle meine Worte, die ich zu dir rede, sollst du in dein Herz aufnehmen und mit deinen Ohren hören. Und du sollst hingehen zu den weggeführten, zu den Kindern deines Volkes, und sollst zu ihnen reden und zu ihnen sagen: ‚So spricht Gott, der Herr‘, ob sie nun darauf hören oder es bleiben lassen.“

[7:36] Da hob mich der Geist empor, und ich hörte hinter mir eine Stimme, ein gewaltiges Getöse: „Gepriesen sei die Herrlichkeit des Herrn von seiner Wohnstätte her!“ Ich hörte auch das Rauschen der Flügel der lebendigen Wesen, die aneinander stießen, und das Geräusch der Räder neben ihnen und den Schall des gewaltigen Getöses. Wir haben hier die Klammer zu Kapitel 1 und wir merken, dass hier Hesekiel so lange in dieser Vision war und nun sich dieses Gebilde, dieser Thron, wieder erhebt.

[8:16] Ja, Hesekiel soll die Botschaft predigen, man könnte sagen, zur Zeit und zur Unzeit, egal ob jemand darauf hören will oder nicht. Gott sagt: „Du musst sie predigen.“ Und wir werden morgen sehen, warum und warum Gott es unbedingt will. Was auch auffällig ist, dass hier die Heiligtumssprache so hervorkommt: die Herrlichkeit des Herrn, die Wohnstätte. Und wir werden noch ein bisschen mehr Vokabular aus dem Heiligtum sehen. Und das hat natürlich auch damit zu tun, dass Hesekiel eigentlich ein Priester ist.

[8:55] „Der hob mich der Geist empor und nahm mich hinweg, und ich fuhr dahin erbittert oder betrübt in der Glut meines Geistes, und die Hand des Herrn lag fest auf mir. Und ich kam zu den weggeführten nach Tel Aviv, zu denen, die am Fluss Kebar wohnen.“ Das ist schon der Fluss, in dem Hesekiel in Kapitel 1 ist. Und da sie dort saßen, setzte ich mich auch dorthin und war sieben Tage lang in den Sätzen, fassungslos unter ihnen. Und das erinnert so ein bisschen dann Hiob und seine Freunde, die auch sieben Tage saßen und gar nicht wussten, was sie sagen sollen, vor Entsetzen, wie schlecht es Hiob ging. Und auch Hesekiel ist geschockt, entsetzt und betrübt von dem Auftrag, dem Gott ihm gegeben hat, zu dem Volk zu gehen, das ihn gar nicht hören will, und eine Botschaft Gottes zu predigen.

[9:50] Und es geschah nach sieben Tagen, da ging das Wort des Herrn an mich folgendermaßen: „Menschensohn, ich habe dich zum Wächter gesetzt für das Haus Israel. Wenn du aus meinem Mund ein Wort gehört hast, so sollst du sie in meinem Auftrag warnen.“ Und das ist der Auftrag, den Gott hat: die Warnungsbotschaft an das Volk zu bringen. Hesekiel ist so ein bisschen hier paralysiert, so ein bisschen gelähmt. Er kann gar nicht losgehen, weil er so überwältigt und geschockt ist von dem, was Gott von ihm möchte. Aber Gott sagt: „Hesekiel, du musst jetzt aufstehen, du musst jetzt gehen, nicht länger warten. Das Volk braucht dich, es braucht die warnende Botschaft.“ Und Gott muss so ein bisschen seinen Propheten hier aufscheuchen und ihn ein bisschen mobilisieren, damit er ja anfängt zu gehen. Und was Gott noch für ihn vorbereitet hat, das werden wir morgen in der Andacht sehen. Lasst uns gemeinsam beten.

[10:50] Lieber Vater im Himmel, wir sind manchmal geschockt von dem, was du von uns möchtest, überwältigt von dem, was unsere Arbeit erwartet. Aber wir dürfen nicht ins Schlaf versinken. Wir sollen gehen, wir sollen aufstehen. Du möchtest uns auf unsere Füße stellen, Herr. Amen.


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