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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt über Hesekiel 3:18-4:9 erklärt Rabea Kramp die tiefgreifende Bedeutung der prophetischen Handlungen Hesekiels. Sie beleuchtet die Verantwortung des Propheten, das Volk zu warnen, und die symbolische Darstellung der Zerstörung Jerusalems durch Zeichenhandlungen wie das Bauen von Belagerungsmodellen und das Liegen auf der Seite. Die Predigt thematisiert auch das Jahr-Tag-Prinzip in der biblischen Prophetie und die Notwendigkeit starker Zeichen, um das Volk aufzurütteln und zum Nachdenken anzuregen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Wir lesen heute zusammen Hesekiel Kapitel 3 weiter und werden Kapitel 4 beginnen. Und wir werden sehen, warum Hesekiel zum Volk gehen muss. Und wir werden sehen, dass Hesekiel eine Prophezeiung über Jerusalem, über die Zerstörung Jerusalems bekommt, das ja zu diesem Zeitpunkt noch intakt ist und das im Exil sogar ja gezeigt bekommt, was fern in der Heimat passieren wird, um auch das Volk im Exil davon zu unterrichten. Bevor wir einsteigen im Wort Gottes, lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, du offenbarst alles deinem Propheten, damit wir nicht im Dunkeln tappen, damit wir nicht sagen können: Herr, wir haben das nicht gewusst. Du unterrichtest dein Volk von dem, was du vorhast, und das tust du auch durch Hesekiel. Lass uns das verstehen und auch für unseren ganz persönlichen Alltag immer wieder uns bewusst machen. Amen.

[1:34] Wir starten in Kapitel 3 ab Vers 18. Wenn ich zu dem Gottlosen sage: Du musst gewisslich sterben, und du warnst ihn nicht und sagst es ihm nicht, um den Gottlosen von seinem bösen Weg zu warnen und ihn am Leben zu erhalten, so wird der Gottlose um seiner Missetat willen sterben, aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern. Also Gott sagt ganz klar hier: Hesekiel, wenn du nicht gehst, wenn du nicht den Auftrag und die Offenbarung und die Vision verkündest, die sich dir sagen, dann wirst du dich schuldig machen, weil du das Volk nicht gewarnt hast. Und es geht genauso weiter: Warnst du aber den Gottlosen, und er kehrt doch nicht von seinen um, von seiner Gottlosigkeit und von seinem gottlosen Weg, so wird er um seiner Missetat willen sterben. Du aber hast deine Seele gerettet.

[2:23] Wenn aber mein Gerechter sich von seiner Gerechtigkeit abkehrt und Unrecht tut und ich lege einen Anstoß vor ihn hin, so wird er sterben. Wenn du ihn nicht warnst, wird er um seiner Sünde willen sterben, und dann seine Gerechtigkeit, die er getan hat, wird nicht gedacht werden. Aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern. Wenn du aber den Gerechten gewarnt hast, dass der Gerechte nicht sündigen soll, und der dann nicht sündigt, so wird er gewisslich am Leben bleiben, weil er sich hat warnen lassen, und du hast deine Seele gerettet.

[3:00] Und die Hand des Herrn kam dort über mich, und er sprach zu mir: Mach dich auf, geh in die Tallbene hinaus, dort will ich mit dir reden. Als ich mich nun aufgemacht hatte und in Italien war, siehe, da stand dort die Herrlichkeit des Herrn, gleich der Herrlichkeit, die ich beim Fluss Kebar gesehen hatte, und ich fiel auf mein Angesicht. Also wir kriegen wieder so eine kleine Klammer, einen kleinen Bezug zu Kapitel 1, wo er auch am Fluss Kebar war und auch die Herrlichkeit gesehen hat. Und der Geist kam in mich und stellte mich auf meine Füße, und er redete mit mir und sprach zu mir: Geh hin und schließe dich in dein Haus ein.

[3:41] Ins Kapitel 2, Vers 2, ist genau dasselbe passiert. Der Geist kam in Hesekiel, stellte ihn auf seine Füße, und dann sollte er gehen. Und du, Menschensohn, siehe, man wird dir Stricke anlegen und dich damit binden, so dass du dich mitten unters Volk hinausgehen wirst, dass du nicht mitten unter sie wirst hinausgehen können. Ja, diese Zeichenhandlung, von denen wir noch viele, viele sehen werden im Buch Hesekiel, die werden so richtig das Wirken von Hesekiel prägen. Er soll immer das darstellen, was das Volk betrifft, und hier sind es die Stricke, die dem Volk angelegt sind, weil es ja im Exil, in der Verbannung ist.

[4:24] Und ich will deine Zunge an deinem Gaumen kleben lassen, so dass du verstummst und sie nicht mehr zurechtweisen kannst, denn sie sind ein widerspenstiges Volk. Ganz interessant ist, wie das ja, wie Gott das hier macht. Er sagt, ich werde dir quasi den Mund verschließen, du wirst stumm sein. Aber wenn ich zu dir reden werde, so will ich deinen Mund auftun, dass du zu ihnen sagen sollst: So spricht Gott, der Herr. Wer hören will, der höre. Wer es aber unterlassen will, der unterlasse es, denn sie sind ein widerspenstiges Haus. Also Gott wird Hesekiels Mund nur dann öffnen, wenn er Offenbarungen für das Volk predigen soll.

[5:12] Und dieser Satz: Wer hören will, der höre, der innen und uns natürlich auch wiederum an Offenbarung, wo es heißt: Wer ein Ohr hat zu hören, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.

[5:23] Wir beginnen Kapitel 4. Und du, Menschensohn, nimm dir einen Ziegelstein, also wie deine Zeichenhandlung, lege ihn vor dich und zeichne darauf die Stadt Jerusalem und veranstalte Belagerung gegen sie und baue Belagerungstürme gegen sie und schütte einen Wall gegen sie auf und stelle Kriegslager gegen sie auf und Sturmböcke rings um sie her. Also Hesekiel sollte richtig so eine kleine Belagerungsszenerie bauen und basteln.

[5:54] Und du, nimm dir eine eiserne Pfanne und stelle sie wie eine eiserne Mauer zwischen dich und die Stadt und richte dein Angesicht gegen sie, dass sie in Belagerungszustand komme, und du sollst sie belagern. Das soll ein Zeichen sein für das Haus Israel. Die Belagerung Jerusalems lag ja zu diesem Zeitpunkt noch in der Zukunft. Und hier seht ihr, sollte dem Volk im Exil sagen, was passieren wird.

[6:23] Du aber, lege dich auf deine linke Seite, und das bedeutet Norden, Nordseite. Und lege die Missetat des Hauses Israel darauf. Für die Zahl der Tage, die du darauf liegst, sollst du ihre Schuld tragen. Ich habe dir die Jahre ihrer Schuld in ebenso viele Tage verwandelt, nämlich 390 Tage. So lange sollst du die Schuld des Hauses Israel tragen.

[6:52] Also ganz interessant diese Zeichenhandlung. Hesekiel soll sich 390 Tage, also über ein Jahr lang, auf seine linke Seite legen, um die Schuld des Nordreiches zu versinnbildlichen. Nun, Hesekiel konnte sicherlich auch aufstehen, um die Notdurft zu verrichten, zu essen oder sonst was zu tun, aber das Volk sollte sehen, dass er 390 Tage auf der Seite liegt, auf der linken Seite.

[7:23] Wenn du aber diese Tage vollendet hast, so lege dich das zweite Mal auf die rechte Seite, und das bedeutet Südreich, und trage die Schuld des Hauses Juda 40 Tage lang. Je einen Tag will ich dir für ein Jahr auferlegen.

[7:41] Ich möchte zuerst festhalten, dass wir aus diesem Kapitel das Tag-Jahr-Prinzip ableiten, was wir ja auch im Buch Daniel anwenden, dass eine Prophezeiung, die in Jahren ausgedrückt wird oder in Tagen ausgedrückt wird, auf Jahre umgedeutet wird.

[7:57] Und ja, diese Textstelle in Hesekiel 4 ist sozusagen eine von zwei Textstellen, die wir dafür heranführen, dass Jahre Tage oder umgekehrt Tage Jahre bedeuten können. Und dass Gott selber dieses Jahr-Tag-Prinzip anwendet.

[8:20] Und dann möchte ich aber auch dazu sagen, dass die 390 Jahre und die 40 Jahre nicht ja unklar sind in ihrer Bedeutung. Denn das Nordreich für sich bestand gar keine 390 Jahre, sondern nur gut 200 Jahre. Und so ist ein bisschen schwer zu verstehen, was Gott hier eigentlich mit diesen Jahren ausdrücken will. Und ich habe bisher noch niemanden getroffen, der das erklären kann, was diese 390 und diese 40 Jahre bedeuten und ob das zusammenhängende Zeitperioden sind oder addierte Zeitperioden oder wie diese Jahre zu verstehen sind. Und da kann man sicherlich noch vieles, vieles herausfinden und tief studieren. Und wenn ihr euch da mal schlau machen wollt und mal das studieren sollt, dann möchte ich euch hier ermutigen, weil das ist eine ungeklärte Textstelle hier im Buch Hesekiel.

[9:17] Weiter heißt es: So richte nun dein Angesicht und entblöße deinen Arm auf die Belagerung Jerusalems und weissage gegen sie. Und siehe, ich will dir Stricke anlegen, also die Stricke aus Kapitel 3, dass du dich nicht von einer Seite auf die andere umwenden kannst, bis du die Tage deiner Belagerung vollendet hast. Also Gott war ganz streng und sagt, du musst erst 390 Tage auf der Seite liegen, dann 40 auf der anderen.

[9:43] Nimm du dir auch Weizen und Gerste, Bohnen und Linsen, Hirse und Datteln und tue sie in ein einziges Geschirr und bereite dir Brot daraus. So lange du auf der Seite liegen musst, 390 Tage lang sollst du davon essen. Also er sollte dieses Brot sich backen und davon leben über ein Jahr lang.

[10:08] Eine interessante Aufgabe, die Gott hier Hesekiel gibt, und eine interessante Zeichenhandlung, die der Prophet hier sehen machen soll. Und es ist eine etwas krasse Zeichenhandlung, die Hesekiel hier vollführen muss. Und sicherlich wählt Gott hier so ein starkes Bild, so eine starke Handlung, weil das Volk nicht auf ihn hört. Und Gott wählt hier vielleicht auch dieses Zeichen, diese Zeichenhandlung, deswegen, um sein Volk aufzurütteln, dass dann vielleicht so ein bisschen ins Nachdenken kommt und sagt: Was macht Hesekiel eigentlich? Da liegt er über ein Jahr lang einfach auf der Seite rum. Was hat das zu bedeuten? Und dann sollte Gott vielleicht so ein bisschen, dass sie doch nachdenklich werden und darauf hören, was Hesekiel und Gott zu ihnen zu sagen hat.

[10:59] Und manchmal brauchen wir in unserem Leben auch starke Zeichen, damit wir wachgerüttelt werden, um auf Gott zu hören. Lass uns beten. Lieber Vater im Himmel, danke dir für deine Prophezeiungen und auch dafür, dass du starke Zeichen sendest, damit wir aufwachen, damit wir auf dein Wort hören und ja, aufgerüttelt werden, so wie das Volk damals im Exil. Gibt, dass wir wache Christen sind, die ja auf deine Bibel hören und durch das Bibelwort aufgerüttelt werden. In deinem Namen möchte ich das bitten. Amen.


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