In dieser Predigt von Rabea Kramp geht es um die prophetischen Botschaften aus Hesekiel 11 und 12. Es wird beleuchtet, wie Gott trotz des Ungehorsams seines Volkes Hoffnung schenkt und wie die Herrlichkeit Gottes den Tempel verlässt, aber auch die Verheißung eines neuen Herzens gegeben wird. Hesekiel führt zudem eine eindrückliche Zeichenhandlung durch, um die bevorstehende Verbannung Israels zu symbolisieren.
Gott auf (m)einer Seite: Hesekiel 11:12-12:8
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HesekielPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf einer Seite. Wir lesen heute zusammen Hesekiel 11 und beginnen Kapitel 12. Davor beten wir wie immer gemeinsam. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danken für dein Wort, das so klar, so detailliert und so genau ist, und dass wir sehen können, dass die Prophezeiungen, die du gegeben hast, genauso eingetroffen sind. Und es bestärkt uns in dem Glauben an dein Wort, weil wir wissen dürfen, dass das, was du vorher sagtest, auch eintrifft. Dafür danke ich dir. Amen.
[1:05] Wir beginnen in Kapitel 11, Vers 12: „Ihr sollt erkennen, dass ich der HERR bin, in dessen Satzung ihr nicht gewandelt seid und dessen Rechtsbestimmung ihr nicht gehalten habt, sondern nach den Bräuchen der Heidenvölker, die um euch her sind, habt ihr gehandelt.“ Also, sie haben ja Ungehorsam gehabt, sie haben so die Bräuche der Heiden angenommen und Götzendienst betrieben.
[1:32] Und es geschah, während ich weiß, sagte der Stabilja, der Sohn Benajas, und ich fiel nieder auf mein Angesicht und schrie mit lauter Stimme und sprach: „Ach, Herr, Herr, willst du den Überrest ganz Israels gänzlich aufreiben?“ Wir erinnern uns, wir haben gestern von Pilatia gelesen, der ja einer der Obersten des Volkes war und auch einer der obersten Verführer, die das Volk zum Götzendienst verleitet haben und Lügen verbreitet hat. Und dieser Pilatia stirbt jetzt, während Hesekiel hier betet. Und Hesekiel ist nicht schadenfroh über es, er ist erst traurig. Und das ist ja diese besondere Einstellung, die die Männer und Frauen Gottes haben, wenn sie Sünde sehen, dass sie nicht darüber triumphieren, dass die Gottlosen umkommen, sondern traurig sind, so wie Gott auch traurig ist. Er freut sich nicht über das Leid.
[2:25] Daher ging das Wort des HERRN an mich folgendermaßen: „Menschensohn, deine Brüder, ja, deine Brüder, deine Verwandten und das ganze Haus Israel, sie alle sind es, von denen die Einwohner Jerusalems sagen: ‚Sie sind fern vom HERRN‘. Uns aber ist dieses Land zum Besitztum gegeben.“ Darum sollst du zu ihnen sagen: „So spricht Gott, der HERR: Ich habe sie wohl in die Ferne unter die Heidenvölker gebracht und in die Länder zerstreut, aber ich bin ihnen doch für eine kurze Zeit zum Heiligtum geworden in den Ländern, in die sie gekommen sind.“
[3:04] Dieser Vers 16 ist ja wie so ein Schlüsselvers. Ist ganz besonders Gott verlässt hier. Wir haben ja gelesen, Gott verlässt das Heiligtum und er sagt, ich bin quasi den Exilanten für kurze Zeit ein Heiligtum geworden. Warum sagt er das? Die Israeliten, die in Jerusalem geblieben sind, denken, die Exilanten, die sind jetzt ohne Gott, die sind jetzt verloren. Aber Gott macht deutlich, dass die, die zurückgeblieben sind, sie sind ohne Gottes Gegenwart, weil er mit seiner Herrlichkeit den Tempel verlässt und nicht mehr unter ihnen wohnt. Er zieht sich quasi zurück. Der Heilige Geist zieht sich zurück, und sie sind eigentlich jetzt die, die am dran sind, die von Gott verlassen sind. Das, was sie immer gesagt haben, das ist jetzt tatsächlich eingetroffen, dass Gott sie verlassen hat.
[4:00] Darum spricht: „So spricht Gott, der HERR: Ich will euch aus den Völkern sammeln und euch aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, wieder zusammenbringen und euch das Land Israel wiedergeben. Und sie werden dahin kommen und alle seine Scheusale und seine Gräuel daraus entfernen. Ich will ihnen ein einiges Herz geben, ja, ich will ihnen einen neuen Geist in euer Inneres legen und ich will das steinerne Herz aus ihrem Leib nehmen und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Satzungen wandeln und meine Rechtsordnungen bewahren und sie tun. Und sie sollen mein Volk sein, und ich werde Gott sein.“
[4:37] Und hier blitzt mitten in diese dunkle Prophezeiung von Zerstörung und Gott verlässt sie, blitzt hier diese Hoffnung, diese Botschaft, dass Gott eines Tages ihre Herzen wieder einen wird und sie wiederherstellen wird. Und wir wissen das ja, dieser Gedanke, den wir hier in Vers 29 haben, sich noch mehr entfaltet in der Mitte und am Ende von Buch Hesekiel, Kapitel 36 vor allem. Und die Bedingung aber, dass dieses einige Herz wieder entsteht, ist, dass sie dahin kommen, in Vers 18, die Scheusale und die Gräuel aus ihrem Leben und ihren Herzen zu entfernen. Quasi den Götzendienst aufzugeben.
[5:23] Denen aber, deren Herz ihren Gräueln und Häusern nachwandelt, will ich ihren Wandel auf ihren Kopf vergelten, spricht Gott, der HERR. Danach hoben die Cherubim ihre Flügel empor und die Räder gingen vereint mit ihnen, und die Herrlichkeit des Gottes Israels war oben über ihnen.
[5:43] Also nun geht die Herrlichkeit Gottes aus dem Tempel, aus Jerusalem fort, und die Herrlichkeit des HERRN stieg auf mitten aus der Stadt und blieb stehen auf dem Berg, der östlich von der Stadt liegt. Nun, welcher Berg war das? Das war der Ölberg. Und es ist unglaublich symbolisch, dass die Herrlichkeit Gottes aus Jerusalem flieht auf den Ölberg geht. Denn wir wissen, Jesus ist dort hingegangen, im Garten Gethsemane, außer Jerusalem hinaus, hat dort die Sünden der Welt getragen, weil er dort nicht mehr angenommen war in Jerusalem. Und Gott war ja auch nicht mehr erwünscht, und deswegen ist er gegangen auf den Ölberg. Auch David flieht vor seinem Sohn Absalom, als der große Putsch war, und geht auf den Ölberg und weint dort. Und auch Jesus weint in Gethsemane.
[6:37] Das heißt, weiter: „Mich aber nahm der Geist und führte mich im Gesicht im Geist Gottes wieder nach Chaldäa zu den Weggeführten. Und die Erscheinung, die ich gesehen hatte, hob sich von mir hinweg. Und ich redete zu den Weggeführten alle Worte des HERRN, die er mich hatte schauen lassen.“ Also, Hesekiel ist nun rausgekommen aus dieser Vision und berichtet den Menschen, den Ältesten, bei denen er sitzt seit Kapitel 8. Das ist ja immer noch dieser Bogen von Kapitel 8, der gespannt ist. Berichtet er nun von dem, was er gesehen hat.
[7:10] Kapitel 12. Und das Wort des HERRN ging an mich folgendermaßen: „Menschensohn, du wohnst inmitten eines widerspenstigen Hauses, das Augen hat zum Sehen und doch nicht sieht, Ohren zum Hören und doch nicht hört, denn sie sind ein widerspenstiges Haus. Darum, nur Menschensohn, bereite dir die Sachen zum Vorziehen und zieh bei Tag vor ihren Augen fort. Feurigen Augen sollst du von deinem Wohnort an einen anderen Ort ziehen. Vielleicht werden sie es bemerken, denn sie sind ein widerspenstiges Haus.“
[7:39] Wir haben schon mal im Buch Hesekiel gelesen, dass das Volk auf Worte nicht mehr hört und deswegen hier seht ihr zeichenhandlungen tut. Und es ist unglaublich, wie viel alleine diesen ersten 12 Kapiteln Hesekiel an zeichenhandlungen tut. Wenn man das mal aufschreiben würde, sind es einige. Und er bzw. Gott tut das, um sie irgendwie zu erreichen, irgendwie aufzuwecken, weil hören wollen sie nicht. Und dann können sie wenigstens noch sehen. Und Hesekiel soll hier ausziehen aus seinem Haus als ein Symbol dafür, dass auch das Volk Israel ausziehen wird und nach Babylon verschleppt werden wird.
[8:22] „Du sollst deine Sachen bei Tag vor euren Augen heraus tragen, wie Sachen gepackt zum Auswandern. Du aber sollst am Abend vor ihren Augen vorziehen, wie man auszieht, wenn man auswandern will. Du sollst vor ihren Augen die Wand durchbrechen und deine Sachen durch sie hinaus tragen. Du sollst sie vor ihren Augen auf die Schulter nehmen und sie in der Finsternis hinaus tragen. Verhülle aber dein Angesicht, damit du das Land nicht siehst, denn ich habe dich zu einem Wahrzeichen gemacht für das Haus Israel.“
[8:53] Und dieses Verheilen der Augen ist ein Symbol dafür, dass das Volk Israel nicht sieht, wohin es kommt. Es kommt in ein fremdes. Da machte ich es so, wie mir befohlen war. Meine Sachen brachte ich gepackt, wie zum Auswandern, bei Tag hinaus und am Abend durchbrach ich mit der Hand die Wand. Als es aber finster wurde, nahm ich sie auf meine Schulter und trug sie vor ihren Augen hinaus.
[9:20] Am aber Morgen früh erging das Wort des HERRN an mich folgendermaßen: „Und was Gott ihm dann noch gesagt hat, das werden wir morgen sehen.“ Hesekiel macht hier eine ganz wichtige Zeichenhandlung und bedeutet den Exilanten nicht nur, ihr werdet hier landen, sondern es werden noch einige Nachkommen bei der dritten Wegführung. Und wir wissen nicht, was genau die Menschen damals empfunden haben, wie sie darauf reagiert haben, aber sicher ist, dass diese 70 Jahre Exil ihr Ziel erreicht haben, dass die Menschen sich wieder ja, gereinigt haben, wieder zu Gott bekehrt haben, nicht alle, aber einige zurückgekehrt sind nach Jerusalem, um es wieder aufzubauen.
[10:08] Lass uns beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass du in so dunkle Kapitel, in so dunkle Zeiten und Prophezeiungen auch immer Hoffnungsschimmer hineingewebt hast, so wie wir heute gelesen haben, dass du ein einiges Herz und ein einiges Volk schaffen wirst. Und das hast du auch getan, und du wirst das noch einmal tun am Ende der Welt. Und dafür danken wir dir. Amen.
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