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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Rabea Kramp die Verse Hesekiel 18:16-19:6. Sie erklärt, dass Gott jeden Menschen nach seinen eigenen Taten richtet und die Gerechtigkeit oder Sünde der Eltern nicht auf die Kinder übertragen wird. Die Predigt thematisiert auch die Bedeutung von Umkehr und Neuanfang und interpretiert die bildhafte Sprache des Klagelieds über die Könige Israels als Warnung und Aufruf zur Besinnung.


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Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Gelesen heute zusammen Hesekiel 18, Seite 870. Und wir sind in Kapitel 18. Und wenn ihr euch erinnert, gestern haben wir gelesen von der Gerechtigkeit, die sich nicht übertragen lässt, und auch von der Ungerechtigkeit, die sich nicht übertragen lässt. Und wir werden heute weitersehen, wie Gott hier seine Argumentation führt. Und wir werden auch Kapitel 19 beginnen, was auch wieder mit einer Gleichnisrede zu tun hat, wie schon Kapitel 17. Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass dein Wort so reich ist, so ja, uns alles mitgibt, was wir fürs Leben brauchen, uns unterrichtet, uns tröstet, ein Wegweiser ist. Und wir bitten dich, dass dein Wort heute dieses für uns wird, für jeden das, was er heute braucht. Amen.

[1:22] Wir beginnen in Kapitel 18, Vers 16. Und wir sind bei dem Enkel gestern am Ende gewesen. Bei dem geht es jetzt weiter: "Niemand bedrückt, niemand findet nicht Raub begeht, sondern dem Hungrigen sein Brot gibt und den Entblößten bekleidet, seine Hand nicht an den Armen legt, wieder Wucher noch Zins nimmt, meine Rechtsbestimmung befolgt und in meinen Satzungen wandelt, der soll nicht sterben. Und der Missetat seines Vaters willen, sondern er soll gewiss leben." Also, ich fasse noch mal zusammen: Wir hatten im Kapitel 14 einen Gerechten, der einen Sohn gekriegt hat, der war böse. Und dieser böse kriegt wiederum einen Sohn, der gerecht lebt. Und Gott argumentiert hier, dass die Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit des Vaters nicht auf den Sohn oder den Enkel übertragen wird, sondern jeder für sich selber lebt und sein Leben entweder gerecht oder ungerecht gestaltet und dementsprechend auch beurteilt wird.

[2:25] "Sein Vater aber, der Gewalt hat verübt, seinen Bruder beraubt und getan hat, was nicht gut ist, und er seinem Volk siehe, der soll sterben wegen seiner Missetat." Ja, aber sagt, warum soll der Sohn die Missetat des Vaters nicht mittragen? Weil der Sohn Recht und Gerechtigkeit geübt hat. Er hat alle meine Satzungen bewahrt und befolgt. Er soll gewisslich leben. Die Seele, welche sündigt, die soll sterben. Der Sohn soll nicht die Missetat des Vaters mittragen und der Vater soll nicht die Missetat des Sohnes mittragen. Auf dem Gerechten sei seine Gerechtigkeit und auf dem Gottlosen sei seine Gottlosigkeit.

[3:05] Und dieses Kapitel ist ein gutes Beispiel dafür, dass Erbsünde kein biblisches Konzept ist. Und wenn ihr jemals eine Diskussion zu diesem Thema haben solltet, dann müsst ihr euch erinnern, dass Hesekiel Kapitel 18 euch die Argumente dafür liefert und die biblische Grundlage, dass es Erbsünde nicht gibt.

[3:26] Vers 21: "Wenn aber der Gottlose umkehrt von allen seinen Sünden, die er begangen hat, und alle meine Satzungen bewahrt und Recht und Gerechtigkeit übt, so soll er gewisslich leben. Er soll nicht sterben. An alle seine Übertretungen, die er begangen hat, soll nicht mehr gedacht werden. Er soll leben um seiner Gerechtigkeit willen, die er getan hat."

[3:48] "Oder habe ich etwa Gefallen am Tod des Gottlosen?", spricht Gott der HERR, "und nicht viel mehr daran, dass er sich von seinem Weg bekehrt und lebt?" Und diese sind sehr wichtige Verse und auch sehr bekannte Verse im Buch Hesekiel, denn Gott liebt nicht den Tod des Ungerechten. Er freut sich nicht daran, er hat keine Schadenfreude, sondern er möchte, dass jeder lebt.

[4:10] Wenn dagegen der Gerechte sich von seiner Gerechtigkeit abkehrt und Unrecht tut und nach allen Gräueln handelt, die der Gottlose verübt hat, sollte er leben? Nein, sondern es sollen alle seine Gerechtigkeit, die er getan hat, nicht gedacht werden. Wegen seiner Treulosigkeit, die er begangen hat, und wegen seiner Sünde, die er getan hat, soll er sterben.

[4:33] Dennoch sagt ihr: "Der Weg des Herrn ist nicht richtig." So hört doch, ihr vom Haus Israel: "Mein Weg sollte nicht richtig sein und sind nicht viel mehr eure Wege unrichtig?" Wenn der Gerechte sich von seiner Gerechtigkeit abkehrt und Unrecht tut, so soll er sterben. Deswegen um seiner Missetat willen, die er begangen hat, muss er sterben.

[4:54] Und hier haben wir noch mal einen neuen Aspekt. Gott sagt, wenn jemand gerecht war, aber den guten Weg verlässt und ungerecht wird, dann wird er am Ende danach gerichtet, dass er ungerecht war. Wenn aber der Gottlose sich abwendet von seiner Gottlosigkeit, die er begangen hat, und Recht und Gerechtigkeit übt, so wird er seine Seele am Leben erhalten. Also, hier ist der umgekehrte Weg. Jemand, der in Sünde gelebt hat, dann gerecht wird, wird nach dem Gericht gerichtet, was er getan hat an Gerechtigkeit, was er zuletzt getan hat, weil er es eingesehen hat und umgekehrt ist von allen seinen Übertretungen, die er verübt hat, soll er gewiss leben und nicht sterben.

[5:35] Aber das Haus Israel spricht: "Der Weg des Herrn ist nicht richtig. Sollten meine Wege nicht richtig sein?" Haus Israel, sind nicht viel mehr eure Wege unrichtig? Also, Gott argumentiert richtig mit seinem Volk und sagt: "Warum seht ihr nicht, dass das gute Wege sind? Warum denkt ihr, eure Wege sind richtig?"

[5:53] "Darum will ich jeden von euch nach seinen Wegen richten, ihr vom Haus Israel", spricht Gott der HERR. "Kehrt um und wendet euch ab von allen euren Übertretungen, so wird euch die Missetat nicht zum Fall gereichen. Werft alle eure Treulosigkeiten, die ihr verübt habt, von euch ab und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Denn warum wollt ihr sterben, ihr vom Haus Israel?"

[6:15] Denn ich habe keinen Gefallen am Tod dessen, der sterben muss", spricht Gott der HERR. "So kehrt um und ihr sollt leben." Und ihr bekräftigt Gott noch mal das, was er in diesem Kapitel ausgeführt und gesagt hat. Er mag nicht den Tod des Gottlosen. Am liebsten würde er, dass jeder sich bekehrt. Aber leider tut das nicht jeder Mensch.

[6:39] Und man merkt hier in Vers 31 so richtig, wie Gottes Herz schwer ist, und wir wir eigentlich weinen, wenn er sagt: "Wer auch eure Treulosigkeiten weg und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist." Und Gott sagt darum: "Wollt ihr sterben? Wollt ihr denn wirklich sterben? Ich serviere euch das Leben auf dem Silbertablett und ihr lehnt es ab." Und Gott ist wirklich verzweifelt. Ja, man hört ihn regelrecht weinen.

[7:09] Kapitel 19. Und hier kommt das erste Klagelied im Buch Hesekiel, nicht das letzte, aber das erste. "Du aber, stell mir ein Klagelied an über den Fürsten Israels und sprich: Was ist deine Mutter? Eine Löwin, und der Löwen lagerte sie mitten unter den jungen Löwen. Zog sie ihre Jungen auf. Und mit den Löwen ist hier das Königtum gemeint, und die Löwen beschützen es, die die Jungen. Und sie zog eins von ihren Jungen auf, das wurde ein junger Löwe, der lernte Beute reißen. Er fraß Menschen." Das heißt, Löwen sind ja eigentlich gefährliche Tiere. Damals haben die noch frei gelebt in Israel, heute ist das ja nicht mehr so. Und diese Löwen waren gefürchtet, aber die Leute wussten noch ein bisschen mit denen umzugehen, war nur noch bewaffnet.

[7:56] Und diese Löwen stehen nun für die Könige da. Hörten die Heiden von ihm und er wurde in ihre Grube gefangen und sie führten ihn an Nasenring in das Land Ägypten. Die Babylonier haben tatsächlich die Heiden, nicht Babylonier, Ägypter haben sie gefangen genommen und sie wurden ja gekidnappt und weggeführt. Und die Heiden haben die Löwen bekämpft, weil sie haben auch gesehen, dass die Könige von Israel gefährlich werden könnten und haben sie selber sehr gefährlich eingestuft und haben sie bekämpft.

[8:34] Als sie aber sah, dass sie vergeblich harrte, dass ihre Hoffnung verloren war, dann nahm sie ein anderes von ihren Jungen und er zog es zu einem jungen Löwen, also ein anderer König. Und der ging einher unter den Löwen und wurde ein junger Löwe, der lernte Beute reißen. Er fraß Menschen. Also wieder, wir haben zwei Löwen, die hier gefährlich werden, die beiden Menschen fressen.

[8:55] Und mit dem einen, und vielleicht habt ihr das auch als Anmerkung in eurer Bibel, ist eine sehr sinnvolle Anmerkung, die hier steht: Mit dem ersten Löwen ist der König Jojachin gemeint, der von dem Pharao und Echo nach Ägypten geführt wurde. Und mit dem zweiten, den Vers 6, mit dem zweiten Löwen ist Zedekia gemeint, der vom König von Babylon nach Babylon gebracht wurde. Und beide waren gefährliche Löwen, denn sie haben viel Blut vergossen im Volk.

[9:21] Und wie das Gleichnis weitergeht und wie es hier mit den Löwen zu Ende geht, das werden wir morgen sehen. Und wir beten jetzt noch zusammen gemeinsam. Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir danken, dass du jeden einzelnen Menschen nach seiner Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit beurteilst und dass du dir wirklich unser Leben ganz genau anschaust und dass du jeden Beweggrund, der in unserem Herzen ist, der vielleicht nie ausgesprochen wurde, kennst, jede Motivation und jeden Gedanken, der nicht zum Wort wurde. Du kennst alles, du kennst jede Kammer unseres Herzens. Und dafür möchten wir dir danken, denn wer könnte ein gerechterer Richter sein als du? Und bei dir sind wir gut aufgehoben, denn deine Gerichte sind gut und gerecht. Amen.


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