In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ analysiert Rabea Kramp Hesekiel 23:14-23:36. Sie beleuchtet das Gleichnis von Oholiba und Oholama, das die Untreue des Volkes Gottes gegenüber Gott und die daraus resultierenden Konsequenzen darstellt. Die Botschaft betont Gottes Gerechtigkeit, aber auch seine unerschütterliche Gnade, selbst im Angesicht von Gericht.
Gott auf (m)einer Seite: Hesekiel 23:14-23:36
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HesekielPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Wir lesen heute zusammen die Seite 877 und wir sind immer noch in Kapitel 23, ein langes Kapitel im Buch Hesekiel. Und wir werden das spannende Gleichnis von Oholiba weiterlesen und verstehen. Und bevor wir das tun, lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, hast du Dank für dein Wort und auch, dass du es uns aufschließt. Und der Heilige Geist ist der Schlüssel zu deinem Wort, und wir danken dir, dass du ihn uns gibst, um dein Wort zu verstehen. Amen.
[1:08] Wir beginnen in Vers 14. Und die trieb ihre Hurerei noch weiter und sie sah an die Wand gezeichnete Männer, Bildnisse von Chaldäern, mit roter Farbe gemalt, die um ihre Lenden einen Gurt und auf ihren Häuptern herabhängende Kopfbinden hatten, ganz wie hervorragende Krieger anzusehen, nach Art der Söhne Babels, deren Geburtsland Chaldäa ist. Da entbrannte sie heftig für sie, als ihre Augen diese sahen und sandte Boten zu ihnen ins Land der Chaldäer.
[1:41] Sie haben Götzendienst betrieben, sie haben gehört mit Ägypten und mit den Assyrern. Und nun kommt ein dritter Player ins Spiel, nämlich die Chaldäer, die Babylonier. Da kamen die Söhne Babels zu ihr zum Liebeslager und verunreinigten sie mit ihrer Hurerei. Und als sie sich an ihnen verunreinigt hatte, da wandte sich ihre Seele von ihnen ab. Und als sie ihre Hurerei enthüllte und ihre Blöße aufdeckte, da wandte sich meine Seele von ihr ab, wie sich meine Seele von ihrer Schwester abgewandt hatte.
[2:18] Und hier bekommen wir nochmal gesagt, dass das Nordreich vor dem Südreich abgefallen war und in Ungnade gefallen war und ja, gestürzt worden ist. Und später aber auch das Südreich, das, wie wir gestern gelesen haben, es noch schlimmer getrieben hat als das Nordreich. Aber sie trieb ihre Hurerei je länger, je mehr. Sie gedachte wieder an die Tage ihrer Jugend, als sie im Land Ägypten gehortet hatte. Und da haben wir den Hinweis darauf, dass Juda sich Hilfe geholt hat bei den Ägyptern, um gegen die Babylonier dann später zu kämpfen. Und sie haben ja die Ägypter schon gekannt aus der Zeit noch vor Mose, als sie dort in der Sklaverei waren. Und so richtig sind sie nie von den Ägyptern losgekommen.
[3:09] Und sie entbrannte für ihre Liebhaber, deren Fleisch wie Eselsfleisch und deren Erguss wie der Erguss von Hengsten war. So sehntest du dich nach den Schandtaten deiner Jugend, als man in Ägypten deine Brüste betastete, um deines jungfräulichen Busens willen. Also sie hat, oder das Volk Gottes hat die Hurerei überhaupt nicht eingesehen. Sie haben, ja, sie haben sich danach gesehnt, heißt es hier. Sie haben überhaupt nicht verstanden, dass es Gott wehtut, wenn sie untreu sind.
[3:41] Darum, oh Oholiba, so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will deine Liebhaber, von denen sich deine Seele abgewandt hat, gegen dich erwecken und sie ringsumher über dich kommen lassen, die Söhne Babels und alle Chaldäer, Peka und Chor und Kora, samt allen Söhnen Assuriens, anmutige junge Männer, lauter Statthalter und Befehlshaber, hervorragende Kämpfer und berühmte Männer, alle auf Pferden reitend.
[4:08] Und Gott macht das immer so, nicht nur damals, auch heute. Wenn wir wieder besseren Rates von Gott das Böse suchen, das Schlechte suchen, dann gibt er uns irgendwann unseren Willen, um zu sagen: Okay, du wolltest das, dann bekommst du das auch. Aber mit den Folgen musst du dann auch leben. Und so war es mit dem Volk Gottes. Diese werden über dich kommen, gerüstet mit Streitwagen und Rädern und mit einer Schar von Völkern. Sie werden sich mit großen und kleinen Schilden und Helmen rings um dich her lagern.
[4:45] Und ich will ihnen das Gericht übergeben und sie werden dich nach ihren Rechten richten. Sie werden nicht nach dem Gericht Gottes gerichtet, nicht nach den Gesetzen, sondern nach den Gesetzen der Heiden. Und dass die um einiges ja schlimmer waren als das, was im Volk Gottes für Gesetze geherrscht haben, das könnt ihr euch leicht vorstellen. Ich will dich, meinen Eifer fühlen lassen, und sie sollen grausam mit dir umgehen. Sie werden dir Nase und Ohren abschneiden und was von dir übrig bleibt, wird durch das Schwert fallen. Sie werden deine Söhne und Töchter wegführen und was von dir übrig bleibt, wird im Feuer zerfetzt werden.
[5:27] Und wenn es heißt, dass die Nase und Ohren abgeschnitten haben, dann ist das keinesfalls symbolisch, denn die Chaldäer und die Babylonier haben solche grausamen Taten wirklich getan. Sie haben die Leute verstümmelt und wenn sie das überlebt haben, dann haben die Leute den Rest ihres Lebens so furchtbar verstümmelt leben müssen. Sie werden dir deine Kleider ausziehen und deine köstlichen Kleinodien wegnehmen. Und das ist noch passiert, sie haben ja auch die Schätze mitgenommen nach Babylon.
[5:54] So will ich dann Schande ein Ende machen und deine Reihe, die noch aus dem Land Ägypten stammt, so dass du deine Augen nicht mehr ihnen zuwendest und künftig nicht mehr an Ägypten denkst. Und Gott hat gesagt: Hier, ich werde dich ganz das schmecken lassen, was du dir gewünscht hast. Die Suppe, die du dir gewünscht hast, die musst du auslöffeln bis zum Schluss, weil, und das haben wir gerade gelesen, damit du eines Tages nicht mehr dich diesen Götzen zuwendest.
[6:25] Und wir erfahren auch immer wieder, dass diese, diese, ja, diese Hang, den Götzen nachzueifern und sich ihnen anzuhängen, immer noch aus der Zeit aus Ägypten stammt. Denn so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will dich in die Hand derer geben, die du hast, ja, in die Hand derer, von denen deine Seele sich abgewandt hat. Und diese werden dich ihren Hass fühlen lassen und alles, was du erworben hast, wegnehmen und dich bloß und nackt sitzen lassen.
[6:54] Und so wird deine hurerische Blöße aufgedeckt werden, deine Schandtaten und deine Hurerei. Das wird dir begegnen um deiner Hurerei willen, die du mit den Heiden getrieben hast, weil du dich mit ihren Götzen verunreinigt hast. Auf dem Weg deiner Schwester wirst du, bist du gewandelt. Darum will ich dir auch ihren Becher, ihren Becher in die Hand geben.
[7:17] Also das, was Oholiba, das Nordreich erlebt hat, das wird genauso, lieber, das Südreich erfahren. So spricht Gott der HERR: Den Becher deiner Schwester sollst du trinken, der tief und weit ist. Und du sollst zu hohen und Sport werden, denn er fasst viel. Also dieser Becher ist groß und das ist natürlich auch ein Bild, was es ganz stark angeht, wo Jesus gebetet hat: Wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch mir vorüber. Aber Oholiba, als dieser Kelch nicht vorübergegangen, sondern sie mussten ihn bis zum Grund austrinken, um ja, Gott zu erkennen. So wie es in Hesekiel ganz oft heißt: Du wirst voll Trunkenheit und Jammer werden, denn der Becher deiner Schwester Samaria ist ein Becher des Schauderns und Entsetzens. Und du musst ihn austrinken und ausschlürfen und auch noch seine Scherben ablecken und deine Brüste zerreißen.
[8:13] Denn ich habe es gesagt, spricht Gott, der HERR. Darum so spricht Gott der HERR: Weil du mich vergessen und mir den Rücken zugekehrt hast, so sollst du auch deine Schandtaten und deine Hurerei tragen. Ferner sprach der Herr zu mir: Menschensohn, willst du nicht Oholiba und Oholiba richten und ihnen ihre Gräuel vorhalten?
[8:36] Und wiederum fragt Gott den Hesekiel: Möchtest du nicht richten? Und das fragt er nur, weil diese Sünden so offensichtlich sind, dass eigentlich jeder Oholiba oder Oholiba richten könnte, denn die Sünden liegen so offen, dass ja, wir verstehen können, warum Gott mit ihnen so gehandelt hat. Und trotzdem müssen wir sagen, dass in dem ganzen Gericht, das ihn wiederfährt, immer noch eine Prise Gnade ist. Und so ist Gott, dass er das Gericht nicht so vollständig vollstreckt, dass das ganze Volk umkommt. Nein, er lässt einen Überrest und er lässt Menschen entkommen, die zwar ins Exil kommen, aber dennoch überleben.
[9:24] Lass uns beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass deine Gerichte auch immer voller Gnade sind. Und dass wir wissen dürfen, dass du jeden einzelnen im Gericht anschaust und ihm sein Schicksal dein schickt, sein Schicksal dir vor Augen ist. Und dass kein Mensch durch Sieb geht und mag sein Glaube noch so klein wie ein Senfkorn sein. Herr, danke, dass du allmächtig, allwissend und gütig und gnädig bist. Amen.
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