In dieser Predigt taucht Rabea Kramp tief in die prophetischen Visionen des Buches Daniel ein, insbesondere in die Kapitel 10 bis 11. Sie beleuchtet die symbolische Sprache und die komplexen Kämpfe, die hinter den Kulissen der Weltgeschichte stattfinden. Der Fokus liegt auf der Bedeutung des Volkes Gottes und wie sich biblische Prophezeiungen auf seine Geschichte und Zukunft beziehen. Die Ausführungen geben Einblicke in die göttliche Lenkung der Ereignisse und die Hoffnung auf die Erfüllung zukünftiger Verheißungen.
Gott auf (m)einer Seite: Daniel 10:4-11:2
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: DanielPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Wir lesen heute zusammen die Seite 926 und wir werden Kapitel 10 beenden und ein ganz bisschen noch Kapitel 11 beginnen. Wir werden von einem ganz interessanten Kampf lesen, der hier herrscht, und versuchen, diesen Kampf besser zu verstehen. Bevor wir das tun, lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, hinter dem Vorhang, hinter dem wir blicken können, herrscht ein richtig großer Kampf. Und jeden Tag bewahrst du uns, dass unsere Herzen bei dir bleiben. Auch unser Herz ist umkämpft in diesem großen Kampf, und ich möchte danken, dass du dich jeden Tag für uns einsetzt und uns täglich zu dir ziehst, so wie es in Johannes 6,44 heißt. Dafür können wir dir gar nicht genug danken.
[1:28] Wir beginnen in Kapitel 10 ab Vers 4. Und wir erinnern uns, wir sind im dritten Jahr des Königs Kyros, aber am 24. Tag des ersten Monats befand ich mich am Ufer des großen Stromes, das ist der Hiddekel. Und ich hob meine Augen auf und schaute einen Mann in Leinwand gekleidet, und die Lenden mit Gold umgürtet. Der Hiddekel ist der Tigris, der ja dort in Zweistromland liegt. Und der Mann, den er hier sieht, ist natürlich Jesus, der mit Gold und Purpur umgürtet ist. Und das ist die gleiche Beschreibung, wie wir sie auch in Hesekiel, in der Offenbarung und zwischen Johannes und Daniel gibt es ja ganz viele Parallelen. Sie beide waren alte Propheten, die von ihrem Volk oder von ihrer Heimat verstoßen waren und ganz ähnliche Prophezeiungen bekommen haben. Das heißt weiter: „Und sein Leib war wie ein Topas, und sein Angesicht strahlte wie Blitz, und seine Augen wie Feuerfackeln. Seine Arme aber und seine Füße sahen aus wie leuchtendes Erz, und der Klang seiner Worte war wie das Tosen einer Volksmenge.“ Und ich, Daniel, sah die Erscheinung. Allein die Männer aber, die bei mir waren, sahen die Erscheinung nicht, doch befiel sie ein zu großer Schrecken, dass sie flohen und sich verbargen. Und ich blieb allein zurück und sah diese große Erscheinung. Es blieb aber keine Kraft in mir, und mein Aussehen wurde sehr schlecht, und ich behielt keine Kraft. Und ich hörte den Klang seiner Worte. Als ich aber den Klang seiner Worte hörte, sank ich ohnmächtig auf mein Angesicht zur Erde nieder. Man merkt, wie diese Erscheinung, wie Jesus, der ihn begegnet, ihn so entkräftet, dass er hier zu Boden sinkt. Mit Gabriel konnte er noch recht normal reden, aber Jesus, der ihm hier erscheint, das ist schon viel zu viel für Daniel.
[3:44] Es gibt ja viele, viele Parallelen zu Daniel 8, vielleicht ist euch das aufgefallen, die hier genannt sind, und auch ganz viele Erklärungen, die ähnlich sind wie in Daniel 8, und das werden wir auch noch weiter sehen. „Und siehe, eine Hand rührte mich an.“ Gabriel ist das hier, der auch in Kapitel 8 kam, so dass ich mich zitternd auf meine Knie und Hände stützen konnte. Und er sprach zu mir: „Daniel, du vielgeliebter Mann, auch etwas, was wir schon gehört haben: Achte auf die Worte, die ich jetzt zu dir rede, und nimm deine Stellung ein, denn jetzt bin ich zu dir gesandt.“ Als er dieses Wort zu mir redete, stand ich zitternd auf. Da sprach er zu mir: „Fürchte dich nicht, Daniel, denn von dem ersten Tag an, da du dein Herz darauf gerichtet hast, zu verstehen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte erhört worden, und ich bin gekommen um deiner Worte willen.“ Wie schon in Kapitel 9, geht es auch hier in Kapitel 10 um das Gebet. Das Gebet ist sozusagen hier das Zentrum, und Gabriel sagt: „Ich bin gekommen wegen dem Gebet, deswegen hat Gott mich geschickt.“
[4:56] Und es heißt weiter: „Aber der Fürst des Königreichs Persien hat mir 21 Tage lang widerstanden.“ Erinnert euch, gestern haben wir gesehen, dass Daniel drei Wochen lang getrauert hat, und das sind genau diese 21 Tage, von denen Gabriel hier spricht. „Und siehe, Michael, einer der vornehmsten Fürsten, ist mir zu Hilfe gekommen, so dass ich dort bei den Königen von Persien entbehrlich war.“ Wir müssen ein bisschen erklären, warum überhaupt diese 21 Tage hier so traurige Tage waren für Daniel und warum Gabriel hier sagt: „Ich habe mit dem König von Persien hier 21 Tage lang gestritten, quasi, ich habe ihn widerstanden.“ Erinnert euch, im ersten Jahr des Kyros, da hat Kyros die Juden zurückgeschickt nach Jerusalem und nach Israel, hat gesagt, sie können nach Hause gehen, ihr seid keine Gefangenen mehr hier in Babylon. Im zweiten Jahr von Kyrus haben sie angefangen, den Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen. Und im dritten Jahr von Kyrus, das lesen wir alles im Buch Esra, da kamen die Samariter und wollten mitbauen, aber die Juden haben ihnen verwehrt mitzubauen, weil sie gesagt haben: „Nein, ihr könnt nicht bei unserem Tempel mitbauen, das geht überhaupt nicht, weil ihr eben nicht nur an unseren Gott glaubt.“ Und da wurden die Samariter so richtig böse und dann haben sie die Juden angeschwärzt bei Kyrus. Und Kyrus hatte dann so den Eindruck, ja, die Juden, die sind total aufmüpfig und die gehorchen eigentlich gar nicht und die machen, was sie wollen, weil die Samariter sie so schlecht dargestellt haben. Und deswegen betet Daniel, weil er das mitkriegt, dass hier die Juden in Verruf kommen bei Kyrus, und deswegen ist er so traurig. Und gleichzeitig, mit diesen drei Wochen des Gebets und der Traurigkeit von Daniel, kämpft Gabriel mit Kyrus, also kämpfen um sein Herz, ja, versucht ihn zu überzeugen, dass diese Samariter hier lügen und dass die Wahrheit eine andere ist.
[7:04] Und das müssen wir im Hinterkopf haben, wenn wir hier von diesem Kampf lesen, der dann im Hintergrund tobt. „So bin ich nun gekommen, um dir Einblick darüber zu geben, was deinem Volk am Ende der Tage begegnen wird, denn das Gesicht bezieht sich wiederum auf fernliegende Tage.“ Das wichtigste Wort in diesem Vers ist das Wort „Volk“, denn von jetzt ab geht es hier um das Volk in Daniel 10. Danach, da er nun mit diesen Worten zu mir redete, schlug ich meine Augen zur Erde nieder und ließe. Also er hört zu. Ich möchte aber mit euch durchgehen, durch ein paar Punkte, bevor wir uns hier dieser Prophezeiung über das Volk zuwenden. Das Volk Gottes hat ja einiges verloren. Es hat ihr Königreich verloren, es hat ihren König verloren, es hat den Tempel verloren, es hat dadurch auch den Opferdienst und die ganzen Opfer reden, und es hat auch seine Einheit als Volk verloren, weil es ja verstreut worden ist in alle Lande. Und alle diese Dinge sollten laut biblischer Prophezeiung wieder zurückgegeben werden. Also sie wollten wieder ein Königreich bekommen, wieder ein König, wieder ein Tempel, wieder ein Opferdienst und auch wieder als Volk installiert werden. Und wenn wir nun das Buch Daniel anschauen, dann können wir sehen, wie in Kapitel 2 Gott zeigt: Ihr werdet einen König bekommen, nicht so einen, wie ihr euch vielleicht gedacht habt, sondern einen, der für immer regiert, nämlich Jesus. Ihr werdet ein, beziehungsweise werdet das Königreich wieder bekommen. In Daniel 2 das Königreich, was ewig besteht. Und in Daniel 7 geht es um den König, der gekrönt wird im Untersuchungsgericht. Erinnert euch, dass das Jesus zum Vater kommt und dass er dort im Gericht würde und Amt bekommt und als König wieder ein, und als König eingesetzt wird. Und in Daniel 8 lesen wir vom himmlischen Heiligtum, was wieder gesalbt werden soll und was sie wieder zurückbekommen, den Tempel. In Daniel 9 lesen wir vom Opfer, von dem Opfer Jesu am Kreuz, der ein für allemal den Opferdienst beendet. Und Daniel 10 bis 12, das ist eigentlich ein ganz großer Abschnitt, da geht es um das Volk Gottes, und das müssen wir jetzt im Hinterkopf haben, vor allem auch für morgen und übermorgen. Wir werden Kapitel 11 und 12 lesen, das ist hier um das Volk Gottes geht, und es gibt ganz viele Antworten in Kapitel 12 auf diese Frage: Wer ist das Volk? Denn dort heißt es: „Wer die, wer aus hat 1335 Tage bzw. Jahre und so lange wartet, der wird belohnt werden.“ Und diese 1335 Jahre, die legen nahe, dass es hier um die Adventsbewegung geht, die bis 1843, 44 ausharrt, die werden das Königreich erben. Also dieser Hintergrund ist ganz wichtig, um den Schluss vom Buch Daniel zu verstehen.
[10:21] Lesen wir weiter für 16 und 4: „Da rührte einer, der den Menschenkindern gleich war, meine Lippen an, und ich öffnete meinen Mund und redete und sprach zu dem, der vor mir stand: Mein Herz wegen dieser Erscheinung haben mich Wehen überfallen, und ich habe keine Kraft behalten. Und wie könnte ein Knecht dieses meines Herrn mit diesen meinem Herrn reden? Und nun ist keine Kraft mehr in mir, und der Atem ist mir ausgegangen.“ Das ist eine ganz typische Antwort oder Reaktion auf eine Vision, die ein Mensch hat, dass er aufhört zu atmen. Es gab einige Propheten der Bibel und auch noch danach, bei denen man sehen konnte, wenn sie Prophezeiungen hatten, dann haben sie nicht geatmet. Gott hat sie am Leben erhalten, aber sie brauchten nicht atmen. So ging es Daniel auch. „Da rührte mich der, der einer Menschen gleich war, nochmals an und stärkte mich.“ Und er sprach: „Fürchte dich nicht, du vielgeliebter Mann.“ Hier zum dritten Mal diese Anrede: „Friede sei mit dir, sei stark, ja, sei stark.“ Und als er so mit mir redete, wurde ich gestärkt. Und ich sprach: „Mein Herr, rede, denn du hast mich gestärkt.“ Und er sprach: „Weißt du, warum ich zu dir gekommen bin? Nun will ich wieder hingehen und mit dem Fürsten von Persien kämpfen. Sobald ich aber ausziehe, siehe, so kommt der Fürst von Griechenland. Doch will ich dir verkünden, was in dem Buch der Wahrheit aufgezeichnet ist, und kein einziger steht mir mutig bei gegen jene als nur euer Fürst Michael.“ Also Gabriel und Michael. Michael steht er für Jesus kämpfen hier im großen Kampf hinter den Kulissen und ja, lenken sozusagen die Weltgeschichte. Dieses Buch der Wahrheit, das ist ein Buch, was im Himmel gibt, ein Buch im Himmel, worin steht, was die Wahrheit ist und was geschehen wird. Ganz interessant, denn wir wissen ja aus der Bibel, dass es mehrere Bücher im Himmel geben wird: ein Buch des Lebens, ein Buch der Taten, auch ein Buch der Wahrheit und noch einige andere.
[12:24] Wir beginnen Kapitel 11. „Auch ich stand im ersten Jahr Darius des Meders, bei um ihn zu stärken und ihm zu helfen.“ Also hier spricht immer noch Gabriel, und Gabriel sagt: „Daniel, ich habe nicht nur dich gestärkt, ich habe auch Darius, den Meder, gestärkt.“
[12:47] „Und nun will ich dir die Wahrheit verkünden. Siehe, es werden noch drei Könige in Persien aufstehen, und der vierte wird größerem Reichtum erwerben als alle anderen. Und wenn er sich in seinem Reichtum stark fühlt, wird er alles gegen das griechische Reich aufbieten.“ Und dieser Vers ist sehr reichhaltig, und wir versuchen ihn noch heute am Ende dieser Andacht zu erklären. Es werden noch drei Könige in Persien aufstehen, denn es folgten nach Darius noch Kambyses, dann kam Belsazar, und dann kam Darius der Erste. Und der vierte König, von dem hier die Rede ist, das ist natürlich der größte König gewesen, das war Xerxes, der auch die Königin Esther geheiratet hat. Der hat regiert von 486 bis 465 vor Christus. Das ist das Ende dieser großen persischen Macht. Und wir werden morgen sehen, wie es weitergeht. Und wir müssen immer im Hinterkopf behalten, so wie heute gesagt haben, dass es hier um das Volk Gottes geht. Das, was immer wir in Daniel 11 lesen, müssen wir im Fokus haben: Wie geht es dem Volk Gottes? Und wir haben in Kapitel 9 gesehen, dass die Zeit, die Gnadenzeit über das buchstäbliche Volk Gottes, das Volk Israel, abgelaufen ist mit den 490 Jahren, denn sie haben nicht den Messias angenommen. Und deswegen wird das Volk Gottes, und das ist hier vor allem in Daniel 11, gehen wird auch das geistliche Volk Gottes, vor allem da nachher im späteren Verlauf des Kapitels. Und das im Hintergrund lässt uns ein bisschen besser dieses sehr schwierige Kapitel verstehen, dass wir morgen vorhaben. Ihr könnt es vielleicht im Vorhinein schon mal lesen und euch ein bisschen vorbereiten.
[14:51] Lass uns beten. Lieber Herr Jesus, habe Dank für diese Kapitel. Habe Dank, dass wir die Prophezeiung verstehen dürfen, und dass durch die letzten Jahrzehnte, vielleicht 200 Jahre, auch die Erkenntnisse über diese Kapitel immer wieder gewachsen ist. Herr, gibt, dass wir diese Erkenntnis hier in den Wind schlagen, sondern dass wir daran festhalten, was unsere Vorväter erkannt haben, und dass wir verstehen, welche Prophezeiungen sich noch wie erfüllen werden in der Zukunft, denn darum wird es auch gehen, dass wir sie richtig deuten. Und du wirst uns zur richtigen Zeit das richtige Verständnis dazu geben. Darauf können wir uns verlassen. Amen.
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