In dieser Predigt taucht Rabea Kramp tief in das elfte Kapitel des Buches Daniel ein und beleuchtet dessen komplexere zweite Hälfte. Sie erklärt die historischen und prophetischen Bezüge, von den römischen Kaisern bis hin zu den symbolischen Bedeutungen von Königen und Mächten. Der Vortrag betont die Wichtigkeit des tiefen Bibelstudiums und wie es uns näher zu Gott bringen kann, auch wenn nicht alle Fragen sofort beantwortet werden.
Gott auf (m)einer Seite: Daniel 11:21-11:40
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: DanielPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Wir lesen heute die zweite Hälfte von Daniel 11. Das ist meiner Meinung nach die schwierigere Hälfte, denn in der ersten Hälfte können wir die Geschichte ein bisschen besser zuordnen, welcher König dort gemeint war. In der zweiten Hälfte von Kapitel 11 ist das durchaus ein bisschen schwieriger.
[1:03] Und bevor wir hineingehen in dieses herausfordernde Kapitel, lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir danken, dass du dein Wort so geschrieben hast, dass es uns anregt zum Studieren, dass es uns herausfordert und dass es verlangt, dass wir tiefer graben. Wenn alles nur an der Oberfläche liegen würde, dann würden wir vielleicht auch oberflächlicher lesen. Aber so müssen wir tief forschen, um das zu verstehen, was du hier hast aufschreiben lassen. Herr, lass uns auch heute etwas besser dieses sehr schwierige Kapitel verstehen und in uns den Wunsch wach werden lassen, dass wir uns wieder mehr damit beschäftigen. Amen.
[1:47] Wir beginnen in Vers 21. Wir waren ja durch die ganzen Könige von Persien gewandert, durch die tollemächtigen Könige und haben immer über den König des Südens und des Nordens gesprochen. Und in Vers 21 sind wir hier nun im römischen Reich und wir kommen zu Tiberius. An seiner Stelle wird ein Verachteter aufkommen, nämlich Tiberius, dem die königliche Würde nicht zugedacht war. Aber er wird unversehens kommen und sich durch Schmeicheleien des Königtums bemächtigen. Und die Streitkräfte, die wie eine Flut daherfahren, werden vor ihm weggeschwemmt und zerbrochen werden. Dazu ein Fürst des Bundes. Selbst wenn man Daniel 11 vielleicht erst anfängt zu studieren und sich gar nicht gut auskennt mit der Geschichte, merkt man doch, wenn man an dieser Stelle ist, dass hier etwas Bekanntes aufkommt: der Fürst des Bundes. Das ist Jesus. Dieser Vers 22 spricht von der Kreuzigung, von Daniel 9, Vers 25, und dem Bund, der in Daniel 9 natürlich auch zur Sprache kommt.
[3:06] Denn nachdem er sich mit ihm verbündet hat, wird er Betrug verüben und hinaufziehen und mit nur wenig Volk Macht gewinnen. Hier verlassen sie uns dann schon wieder die eindeutigen Deutungen. Ab Vers 23 ist es wirklich sehr unklar, welche Könige hier gemeint sein könnten oder welche Mächte. Ihr könnt natürlich verschiedene Ausarbeitungen darüber lesen, sowohl welche, die schon sehr alt sind, als auch ganz neue. Und ich empfehle euch auch, so viele Auslegungen wie möglich durchzuprüfen und zu überlegen: Kann das zutreffen? Was spricht dafür, was spricht dagegen? Nicht sofort eine lesen und sagen: "Das ist jetzt dir und ich glaube", sondern abwägen. Und selbst wenn man fünf, sechs verschiedene Ausarbeitungen gelesen hat, kann man danach immer noch vor dem Kapitel stehen und sagen: "Eigentlich finde ich, dass keine dieser Ausarbeitungen zutrifft." Also es ist durchaus legitim zu sagen: "Ich weiß hier immer noch nicht, was passiert."
[4:04] Aber was wir sagen können ist, dass wir ab Vers 22 hier eine Wende haben. Nicht nur, dass hier die Kreuzigung so ein Turning Point bringt, sie zeigt auch an, dass das Volk Israel nun geistlich gedeutet wird. Warum? Wir hatten ja in Daniel 9 festgestellt, dass durch den Ablauf der 490 Jahre auch die Gnadenzeit für das Volk Israel abgelaufen ist, mit dieser letzten Woche, nachdem dann Stephanus gesteinigt wurde. Und somit war das Volk Israel nicht mehr das Volk Gottes, was nun den Heilsplan erfüllen sollte, sondern alle Gläubigen auf der ganzen Welt waren nun das geistliche Israel. Und damit würden wir mit dieser Prämisse im Hinterkopf nun das weitere Kapitel lesen, dann hilft uns das sehr.
[5:07] Mitten im Frieden wird er in die fruchtbarsten Gegenden eindringen und tun, was weder seine Väter noch seine Vorväter getan haben. Beute, Raub und Reichtum wird er unter sie verschleudern und gegen die Festungen wird er Pläne schmieden, und dies wird eine Zeit lang dauern. Also das ist immer noch alles der Nordkönig. Dann wird er seine Kraft und seinen Mut gegen den König des Südens aufbieten, und mit großer Heeresmacht. Der König des Südens aber wird sich gleichfalls mit großer und sehr starker Heeresmacht zum Krieg rüsten, aber doch nicht standhalten, denn man wird Anschläge gegen ihn planen, die seine Tafel kostet, Essen werden seine Untergang herbeiführen. Und sein Heer wird sich zerstreuen und viele Erschlagene werden fallen.
[5:50] Wenn wir mit der Prämisse arbeiten, dass das Volk Israel ab Vers 22 geistlich gedeutet ist, dann müssen wir auch den König des Nordens und den König des Südens geistlich deuten. Das heißt, es ist nicht mehr irgendein buchstäblicher König des Nordens und ein buchstäblicher König des Südens, der Tolme oder so, sondern Süd und Nord werden geistlich gedeutet. Das heißt, wir werden später, das werdet ihr sehen, werden wir beim Nordkönig beim Papsttum landen und beim Südkönig ist ursprünglich Ägypten gewesen. Ägypten steht in der Bibel auch für die Sünde. Und das hat sich natürlich auch in der Geschichte herauskristallisiert als der Atheismus, der hier ja rebelliert gegen Gott, der für die Sünde steht. Die beiden Könige, also Nord und Süd, aber haben Böses im Sinn. Sie sitzen am gleichen Tisch und reden Lügen, aber es wird nicht gelingen, denn das Ende kommt erst zur bestimmten Zeit.
[6:52] Und diese Wendung, das Ende kommt zu bestimmten Zeit, das werden wir jetzt noch öfter haben. Achtet darauf. Und er wird mit großem Reichtum im Land in Reichtum in sein Land zurückkehren und er wird das, was er sich gegen den heiligen Bund vorgenommen hat, ausführen und wieder in sein Land zurückkehren. Also hier kommt wieder so dieser Bund ins Spiel, den wir schon mal hatten in Vers 22. Und es wird hier gegen den heiligen Bund, also gegen das geistliche Volk Israel, vorgegangen. Und der heilige Bund, der meint natürlich den neuen Bund.
[7:31] Zu bestimmten Zeit wieder diese bestimmte Formulierung. Wird er wieder gegen den Süden ziehen, aber es wird das zweite Mal nicht mehr gehen wie das vorherige Mal, sondern es werden ihn kritische Schiffe angreifen, so dass er, der Nordkönig, entmutigt umkehrt, um seinen Zorn an dem heiligen Bund auszulassen. Das wird er auch tun. Und bei seiner Rückkehr sich diejenigen merken, welche den heiligen Bund verlassen. Also irgendwie hat das hier die ganze Zeit zu tun mit dem Volk Gottes, mit dem neuen Bund, der im Volk Gottes geglaubt wird.
[8:07] 31. Es werden auch von seinen Truppen zurückbleiben und das Heiligtum, die Zuflucht, entweihen und das Beständige abschaffen und den "Geheilt der Verwüstung" aufstellen. Hier landen wir wieder so ein bisschen auf sicherem Terrain und können sagen, hier sind wir dann vielleicht im Papsttum angekommen, bzw. bei der Abschaffung des täglichen. Das "Tägliche" ist ein Begriff, der in Daniel auch öfter vorkommt. Und das Ganze muss 508 geschehen sein. Wir haben ganz klassische Erklärungen im Adventismus, was 508 passiert ist. Es gibt jeden doch auch neuere Erkenntnisse dazu, die sich lohnen, mal gehört zu werden und zu studieren. Denn dieser, dieser ganze geschichtliche und historische Kontext von 508, der ist eigentlich noch nicht richtig tiefgründig so wasserfest erforscht, dass wir sagen können: "Das und das ist 508 passiert." Und deswegen ist es so ein wichtiges Datum in unserer Prophetie. Aber wie gesagt, bestimmt gibt es bei Joelmedia in Zukunft mal dazu eine interessante Predigt.
[9:24] Und er wird die, welche gegen den Bund freveln, also immer noch diesen Bund, durch Schmeicheleien zum Abfall verleiten. Die Leute aber, die ihren Gott kennen, werden fest bleiben und handeln. Also hier gibt es Gläubige, die sich durch nichts abbringen lassen von diesem Bund, von ihrem Glauben. Und da können wir vielleicht die Waldenser oder die Albigenser vermuten, die ja im Mittelalter tatsächlich als die Gläubigen da standen, die allem Widerstand getrotzt haben und an Gott festgehalten haben und an der reinen Lehre. Und die Verständigen werden die vielen unterweisen. Sie werden aber eine Zeit lang dem Schwert, im Feuer, der Gefangenschaft und der Plünderung unterliegen. Und genau das kennen wir ja aus dem Mittelalter, dass dort viel Verfolgung stattgefunden hat. Die Bibel wurde verboten, die Waldenser wurden umgebracht, wurden verfolgt. Und das war während dieser 1260 Jahre.
[10:19] Und im Unterliegen werden sie ein wenig Hilfe haben. Und es werden sich viele heuchlerisch an sie hängen. Hilfe könnten wir vielleicht vermuten in der Reformation, die vielen Reformatoren, vielleicht auch die Pilger, die in die USA gegangen sind. Das sind so die Lichtblicke am Ende dieses Tunnels, dieser dunklen Mittelalterzeit. Und auch von den Verständigen werden etliche unterliegen, damit unter ihnen eine Läuterung geschehe, eine Sichtung und Reinigung bis zur Zeit des Endes. Denn es wird bis zur bestimmten Zeit diesen Vers 35 solltet ihr euch merken, denn wir werden den in Kapitel 12 noch einmal in ähnlicher Formulierung besprechen.
[11:07] Und der König wird tun, was ihm beliebt, und wird sich erheben und groß tun gegen jeglichen Gott. Und er weht gegen den Gott der Götter unerhörte Worte ausstoßen. Und es wird ihm gelingen, bis der Zorn vorüber ist, denn was beschlossen ist, wird ausgeführt werden. Wenn wir diesen Vers lesen, dann kommt euch vielleicht auch etwas in den Sinn, dass ähnlich beschrieben wurde schon im Buch Daniel, nämlich das kleine Horn, das ein großes Maul hat und unerhörte Dinge redete. Und hier haben wir auch jemanden, der große Worte ausstößt und gegen Gott wetter.
[11:39] Wetter. Er wird sich auch nicht um den Gott seiner Väter kümmern, noch um die Sehnsucht der Frauen, überhaupt um gar keinen Gott, sondern gegen alle wird er groß tun. Und wenn wir zum Beispiel den zweiten Thessalonicherbrief, ich habe zwei Vers 4 schauen, dann finden wir dort den Mann der Sünde. Und diese Formulierungen sind durchaus ähnlich. Stattdessen wird er den Gott der Festungen verehren. Diesen Gott, den seine Väter nicht kannten, wird er verehren mit Gold und Silber, mit Edelsteinen und Kleinodien. Ja, auch das Papsttum hat natürlich viel Götzendienst in sich, hat auch viel Reichtum, der schon mal im Vatikanischen Museum war. Weiß, wie reich der Vatikan eigentlich ist. Und auch das, was dort ausgestellt ist, ist nur ein Bruchteil dessen, was sie besitzen.
[12:26] Und er wird gegen die starken Festungen Vorgehen mit einem fremden Gott. Wer diesen anerkennt, dem wird er große Ehre erweisen und er wird ihnen Gewalt geben über viele und zu Belohnung Ländereien und dass sie verteilen. Ja, Papst und waren natürlich auch reich an Ländereien. Sie haben auch viel besessen und sind dadurch auch sehr reich geworden.
[12:53] Zur Zeit des Endes aber wird der König des Südens mit ihm zusammenstoßen. Nun, das ist hier das erste Mal, dass wir diese Formulierung in Daniel 11 haben: "Zur Zeit des Endes". Und wir werden diese Formulierung im Rest von Daniel noch zweimal haben. Und wir müssen darauf achten, denn diese Formulierung, ja, um die dreht sich eigentlich der Rest des Buches. Und die Zeit des Endes, das ist da, wo die 1260 Tage enden, nämlich 1798. Und da wird der König des Nordens mit dem König des Südens zusammenstoßen. Das Papsttum, der König des Nordens, wird zusammenstoßen mit dem König des Südens, dem Atheismus, der hier in Form von Frankreich auftritt. Denn der Papst wurde ja verwundet durch die Gefangennahme durch General Berthier. Da wird dann der König des Nordens mit Wagenreitern und von vielen Schiffen auf ihn losstürmen und in die Länder eindringen und sie überschwemmen und überfluten. Er wird auch in das herrliche Land kommen.
[13:57] Bzw. hier muss ich aufhören, denn wir werden morgen erst den Rest des Kapitels lesen, der ja sehr diskutabel ist, weil noch in der Zukunft liegend. Und wir werden dann jetzt 12 lesen, ein sehr spannendes Kapitel. Und ich möchte euch ermutigen, dass ihr euch Daniel 11 mal vornimmt zu Hause. Und es wird eine ganze Zeit brauchen und vielleicht werdet ihr Vers für Vers studieren müssen und viel Nachschlagewerke benötigen. Aber tut das mal, und es wird euch näher zu Daniel und näher zu Gott bringen und euch viel Freude bescheren, wenn ihr ja die Bibel so richtig tief studieren dürft. Erwartet nicht unbedingt eine verlässliche Antwort auf alles, aber es bringt viel Freude, die Bibel zu studieren und zu erforschen. Dazu möchte ich euch ermutigen.
[14:53] Lass uns beten. Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir danken auch für so schwere Kapitel wie dieses, dass sie uns immer wieder dazu anregen, tiefer zu graben und Schätze zu heben. Das ist dein Wunsch, dass wir das tun. Dafür danke ich dir. Amen. [Musik]
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