In dieser Predigt über Joel 1:20-2:20 spricht Christopher Kramp über die Bedeutung des Tages des Herrn und die Notwendigkeit echter Umkehr. Er beleuchtet die zerstörerische Kraft eines Heuschreckenschwarms als Symbol für Gottes Gericht und die Verzweiflung, die daraus resultiert. Gleichzeitig betont er Gottes barmherzige Natur und die Kraft eines von Herzen kommenden Gebets, das eine vollständige Veränderung bewirken kann.
Gott auf (m)einer Seite: Joel 1:20-2:20
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: JoelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:33] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit Seite 940. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir immer zu dir kommen können. Danke, dass wir direkt mit dir reden dürfen und dass du unsere Gebete hörst, ganz egal, wie die Umstände in unserem Leben sind. Wir möchten dich bitten, dass du jetzt uns dein Wort erklärst, dass du uns Kraft schenkst, es richtig zu verstehen und in unserem Leben anzuwenden. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:13] Wir sind in Joel Kapitel 1. Joel beschreibt eine furchtbare Erntekatastrophe, ausgelöst durch einen vierfachen Heuschreckenschwarm. Alles, was den Israeliten übrig blieb, war, zu Gott zu beten. Wir lesen weiterhin Vers 20: "Auch die Tiere des Feldes lechzen nach dir, weil die Wasserbecken vertrocknet sind und das Feuer die Auen der Steppe verzehrt." Die Katastrophe war so groß, dass nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere darunter litten.
[1:55] "Stoßt in die Posaune in Zion und blast Lärm auf meinem heiligen Berg, dass alle Bewohner des Landes erzittern, denn der Tag des Herrn kommt, ja, er ist nah." Wir haben gesehen, die Botschaft im Buch Joel ist endzeitlich. Das Volk soll gewarnt werden: Der Tag des Herrn kommt. Das sofort gibt einen lauten, durchdringenden Ruf. Alle sollen wissen, dass das Ende kommt.
[2:31] Ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels. Wie Morgenrot breitet sich über die Berge aus sein großes, mächtiges Volk, wie es seinesgleichen von Ewigkeiten nicht gegeben hat und auch in künftigen Zeiten und Generationen nicht mehr geben wird. Es ist etwas Einzigartiges, etwas Außergewöhnliches. Fressendes Feuer geht vor ihm her und hinter ihm eine lodernde Flamme.
[3:04] Das Land vor ihm wie der Garten Eden, das Paradies Gottes gewesen. Hinter ihm ist es eine öde Wüste und man kann ihm nicht entfliehen. Der Tag des Herrn in der Endzeit ist für Sünder das Schrecklichste, was man sich überhaupt nur vorstellen kann.
[3:34] Wie Rosse sehen sie aus und wie Reiter rennen sie wie rasselnde Streitwagen. Kommen sie über die Höhen der Berge her, wie eine Feuerflamme, die prasselnd das Stroh verzehrt, gleich einem mächtigen Heer, das zum Kampf gerüstet ist. Vor ihm zittern die Völker, alle Angesichter verfärben sich. Wie Helden laufen sie wie Kriegsheere, steigen sie die Mauer, jeder geht auf seinem Weg und keiner kreuzt den Pfad des anderen. Keiner drängt den anderen, jeder geht seine eigene Bahn.
[4:10] Zwischen den Wurfgeschossen stürzen sie hindurch und lassen sich nicht aufhalten. Sie dringen in die Stadt ein, rennen auf die Mauer, erklimmen die Häuser, steigen wie Diebe zum Fenster hinein. Sehr präzise wird hier das Wesen eines Heuschreckenschwarmes beschrieben.
[4:30] Und es ist nicht abwegig, wie immer wieder Ausleger auch vermutet haben, dass hinter dieser Beschreibung auch eine Beschreibung der assyrischen Armee sich verbirgt, die unter Sanherib, dem assyrischen König, Sinnache, wir haben im Zusammenhang zum Beispiel mit Jesaja 36 und 37 von ihm gehört, im um 700, im Jahre 701 Jerusalem und das Reich Juda schwer verwüstet haben und die Assyrer, also die Hose im angegriffen haben und das Land Juda schwer verwüstet haben. Es gibt eine ganze Reihe von Parallelen zwischen dieser Geschichte und den Beschreibungen im Buch Joel, auch wenn es keine direkte Verlinkung dieser beiden gibt.
[5:23] Vor ihnen erbebt die Erde, der Himmel erzittert, Sonne und Mond verfinstern sich und die Sterne verlieren ihren Schein. Immer wieder wird in endzeitlichen Kontexten in der Bibel auch von Zeichen am Himmel gesprochen, zum Beispiel in Offenbarung 6, auch im Zusammenhang mit dem sechsten Siegel, oder auch in Matthäus 24 könnt ihr entsprechenden Stellen selbst finden.
[5:50] Und der Herr lässt seine Stimme hören vor seinem Kriegsgefolge, denn sehr groß ist sein Heerlager und gewaltig sind die sein Wort vollstrecken. Ja, groß ist der Tag des Herrn und sehr schrecklich, wer kann ihn ertragen? Der Tag des Herrn wird hier beschrieben als etwas, als ein Kriegszug, der quasi von Gott selbst angeführt wird.
[6:12] Ein Tag, der nichts ertragen ist, seine rhetorische Frage, so scheint es. Wer kann ihn ertragen? Wir werden sehen, dass es im Buch Joel noch eine andere Perspektive auf den Tag des Herrn gibt, und die hat damit zu tun, was jetzt in den nächsten Versen geschieht, denn auf diese vermeintliche rhetorische Frage gibt es doch eine Antwort, so wie es eine Antwort in Offenbarung 7 auf die Frage "Wer kann bestehen?" am Ende von Offenbarung gibt es hier eine Antwort.
[6:43] Doch auch jetzt noch spricht der Herr: "Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen." Gott selbst ist es, der die Israeliten zur Umkehr ruft. Er möchte nicht, dass sie verloren gehen. Er möchte nicht, dass trotz dieser Katastrophe, die schon passiert ist oder dann passieren wird, je nachdem, wie man dieses Buch zeitlich einordnen möchte, er möchte nicht, dass das Volk aller Hoffnung verliert.
[7:11] "Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und kehrt um zu dem Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und von großer Gnade und des Übels reut ihn." Gott möchte, dass wir echte Buße erleben, dass wir nicht nur äußerlich eine Show abziehen, also nicht nur äußerlich uns entschuldigen, sondern dass wir wirklich in unserem Herzen getroffen sind angesichts der Sünde, die wir getan haben, dass wir wirklich von Herzen zu Gott uns bekehren.
[7:42] Ist nicht Zeit, lieber Freund, liebe Freundin, dass wir uns erneut vor Gott demütigen, unsere Herzen, das heißt, unsere Gedanken, Empfindungen vor Gott zerreißen? Denn Gott ist immer noch derselbe wie damals. Er hat immer noch denselben wunderschönen Charakter der Gnade und der Barmherzigkeit. Er ist immer noch so, wie er auch in 2. Mose Kapitel 34, Kapitel 33 und 34 beschrieben worden ist, als Mose erleben durfte, dass nach der schweren Sünde des Goldenen Kalbes Gott dem Volk vergeben hat.
[8:22] Der weiß, ob er sich wieder abkehrt und es ihn nicht reut und ob er nicht einen Segen zurücklassen wird. Speisopfer und Trankopfer für den Herrn, euren Gott.
[8:33] "Stoßt in das Horn in Zion, heiligt ein Fasten, beruft eine allgemeine Versammlung." Wir haben diesen Gedanken schon in Kapitel 1 gesehen: Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde, bringt die Ältesten dabei, versammelt die Kinder und die Säuglinge. Der Bräutigam gehe aus seiner Kammer und die Braut aus ihren Gemächern. Dies soll absolut oberste Priorität sein.
[8:58] Die Hochzeitsnacht, ja, sogar die Zeit nach der Hochzeit, das erste Jahr war so hoch gewohnt, so eine hohe Priorität, dass jemand, der frisch verheiratet war, nicht einmal in den Krieg ziehen musste. Er war von der vom Kriegsdienst befreit.
[9:16] Mit diesem Vers macht Gott deutlich: Dieses Anliegen der Erweckung, Reformation, dieses Anliegen der echten Herzensbuße ist wichtiger, als wenn ein Feind das Land militärisch angreift. Es muss die absolute Priorität in unserem Leben haben, persönlich, in unseren Familien und auch als ganze Gemeinde.
[9:47] Die Priester, die Diener des Herrn, sollen zwischen der Halle und dem Altar weinen und sagen: "Herr, habe Mitleid mit deinem Volk und gib dein Erbteil nicht der Beschimpfung preis, dass die Heidenvölker über sie spotten."
[10:07] "Warum soll man unter den Völkern sagen: Wo ist nun euer Gott?" Das Buch Joel ist an dieser Stelle genau im Zentrum angelangt. Es gibt 36 Verse vor diesem Vers und 36 Verse nach diesem Vers. Dieser Vers ist der zentrale Vers. Er ist buchstäblich der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Buches. Nach diesem Buch treten wir in eine andere Welt.
[10:41] Bis zu diesem Vers ist das Buch Joel ein Buch der Trauer, der Trübsal, der Dunkelheit, der enttäuschten Hoffnung, der zerstörten Ernte. Alles ist kaputt, alle Hoffnung ist aus. Aber der Ruf geht aus: Lasst uns beten.
[10:54] Lasst uns umkehren, lasst unsere Herzen zerreißen. Und es gibt ein einziges Gebet, nämlich das hier in Vers 17, dass die Priester zwischen Halle und Altar weinen. Übrigens genau an dem Ort, an dem in Hesekiel 8 leider Menschen die Sonne anbeten, eine ganz interessante Kontrast.
[11:15] Hier ein kurzes Gebet: "Herr, habe Mitleid mit deinem Volk, gib dein Erbteil nicht der Beschimpfung preis, dass die Heidenvölker über sie spotten. Warum soll man unter den Völkern sagen: Wo ist nun euer Gott?"
[11:28] Diese von Herzen kommende Bitte: "Herr, hilf uns!" wird beantwortet. Als Petrus auf dem Wasser ging und sank, hat er gebetet: "Herr, hilf mir!" Und dieses Kurzgebet wurde beantwortet. Es sind nicht die langen, nicht so gut formulierten, sondern die von Herzen kommenden Gebete, die Gott immer beantwortet.
[11:52] Und sofort ändert sich das Bild. Dann gerät der Herr in Eifer für sein Land und hat Mitleid mit seinem Volk. Und der Herr wird antworten und zu seinem Volk sprechen: "Siehe, ich sende euch Korn, Most und Öl, dass wir davon satt werden sollt, und ich will euch nicht mehr der Beschimpfung preisgeben unter den Heidenvölkern."
[12:15] Wenn wir beten von ganzem Herzen, dann wendet sich das Blatt nicht nur um 10 oder 20 Grad, sondern 180 Grad. Es ist plötzlich eine andere Welt. "Sondern ich will den von Norden kommenden von euch entfernen und ihn verstoßen in dürres und wüstes Land, seine Vorhut ins östliche Meer und seine Nachhut ins westliche Meer, und sein Gestank soll aufsteigen und sein Verwesungsgeruch sich erheben, denn er hat groß getan."
[12:44] Lasst uns Gott danke sagen, dass jedes aufrichtige Gebet eine völlige Veränderung in unseren Herzen und in unserem Leben bewirkt, weil Gott Mitleid mit uns hat. Und für unsere lasst uns ihm danken.
[13:04] Lieber Vater im Himmel, danke, dass jedes von Herzen kommende Gebet dein Mitleid erregt. Ja, viel mehr, es ist dein Mitleid, das uns hier überhaupt dazu bringt zu beten, dass an unserem Herzen wirkt, uns einlädt zu dir zu kommen. Wir haben gesehen, dass auch hier im Buch Joel die Einladung davon dir kommt: "Zerreißt eure Herzen, Herr."
[13:27] Wir möchten unsere Gedanken, unsere Gesinnung, unsere Pläne und Motive und Gefühle, alles das auf den Altar legen und ich um Vergebung bitten, dass wir so oft ohne dich gelebt haben. Und möchten dich von Herzen bitten, dass du uns heilst, persönlich, als Familien, als Gemeinde, damit die Welt sieht, dass wir deine Kinder sind. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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