In dieser Predigt von Christopher Kramp geht es um die ersten Verse des Matthäus-Evangeliums, die das Geschlechtsregister Jesu Christi vorstellen. Es wird beleuchtet, wie dieses Register nicht nur eine Auflistung von Namen ist, sondern bereits das Evangelium in sich trägt, indem es die Erfüllung alttestamentlicher Verheißungen aufzeigt und die verändernde Kraft Gottes in den Leben der erwähnten Personen hervorhebt. Die Predigt betont auch die Bedeutung von Josef als rechtlichem Vater Jesu und Gottes Fähigkeit, auch in schwierigen Umständen Gutes zu wirken.
Gott auf (m)einer Seite: Matthäus 1:1-1:20
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: MatthäusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Heute mit Seiten 991. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du in deinem Wort jeden Tag zu uns sprichst. Ganz egal, ob es uns gut oder schlecht geht, ganz egal, ob die Sonne scheint oder dunkle Wolken in unserem Herzen aufgezogen sind. Dein Wort ist immer von Stärke, du bist immer für uns da und du sprichst immer durch dein Wort, durch deinen Heiligen Geist zu uns.
[1:10] Wir wollen heute damit beginnen, das Neue Testament zu betrachten. Wir möchten dich bitten, dass wir die Schätze, die du hineingelegt hast – es ist ja ein einziger Schatz –, dass wir Augen dafür bekommen, Ohren dafür, dass wir deine Stimme hören, dass wir sehen, wie im Neuen Testament die Gedanken und Ideen des Alten Testaments weitergeführt werden, wie noch mehr Licht auf die Wahrheit geworfen wird, die uns zeigt, wie wir mit dir leben können, erlöst werden können und im Alltag erleben können, dass du uns reich beschenken möchtest. Danke, Herr, dass wir wissen dürfen, dass du das Beste für uns möchtest. Wir möchten dich bitten, dass tatsächlich die Worte, die wir lesen werden, eine gute Nachricht, ein Evangelium für uns heute sind. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[2:05] Wir beginnen heute mit dem Evangelium nach Matthäus. Matthäus war einer der zwölf Apostel von Jesus. Er hat ihn persönlich erlebt, ist mit ihm gezogen, hat seine Predigten gehört. Matthäus war ursprünglich ein Zöllner, jemand, der dafür verantwortlich war, den jüdischen Mitbürgern Geld abzunehmen, das dann an die Römer weitergeleitet worden ist, wobei er sich sicherlich auch immer wieder selbst bereichert hat. Jesus hat ihm vergeben, Jesus hat ihn verändert und Jesus hat ihn berufen. Vermutlich hat Matthäus aufgrund seines Berufes auch gute Fähigkeiten als Schreiber gehabt. Und man hat den Eindruck, dass das Matthäus-Evangelium sowas wie eine erste offizielle Variante des Lebens Jesu, seine Beschreibung des Lebens Jesu gewesen ist. Dass wir werden sehen, es gibt ja noch andere Evangelien mit anderen Schwerpunkten und mit ja, mit anderen Perspektiven noch, oder werden wir dann in der passenden Zeit dazu kommen.
[3:13] Wir wollen heute mit Matthäus 1 beginnen und dort in Vers 1: "Geschlechtsregister Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams." Matthäus schreibt das, wenn wir immer wieder sehen, sein Evangelium ganz bewusst auch für die judäischen, für die hebräischen Menschen, für die, die das Alte Testament gut kennen, und führt ganz viele gedankliche Traditionen, gedankliche Ideen aus dem Alten Testament ganz offensichtlich weiter. Er muss vieles nicht erklären, und für ein alttestamentlich denkenden Menschen sind Geschlechtsregister enorm wichtig. Wir werden noch sehen, gerade Matthäus sich immer wieder auf das Alte Testament beruft und so ist das erste, was er zeigen möchte, dass Jesus tatsächlich genau die Erfüllung dessen ist, was das Alte Testament vorhergesagt hat, was Jesus selbst im Alten Testament vorhergesagt hat. Der Messias sollte der Same Abrahams sein, in dem Samen Abram sollten ja alle Völker gesegnet werden. Wissen, erste Mose steht, und der Messias sollte der Sohn Davids sein, der auf dessen Thron sitzen würde auf Ewigkeit, wie es ähm in zweite Samuel 7 dem David verheißen worden ist, sondern immer wieder und immer wieder in den Propheten aufgegriffen worden ist. Und das Evangelium von Matthäus beginnt mit dieser ganz deutlichen Aussage: Jesus ist der Sohn Abrahams, ist der Same Abrahams und Jesus ist der Sohn Davids, der König.
[4:51] Abraham zeugte Isaak, Isaak zeugte Jakob, Jakob sollte den Juda und seine Brüder. Juda zeugte den Perez und den Serach mit der Tamar. Perez zeugte den Heschron, Heschron sollte den Aram. Aram zeugte den Aminadab. Aminadab sollte den Nachschon. Nachschon zeugte den Salmon. Salmon zeugte den Boas mit der Rahab. Boas zeugte mit der Ruth den Obed. Obed zeugte den Isai. Isai zeugte den David. Das ist ganz interessant zu sehen, dass sie eine ganze einige Frauen erwähnt werden, die alle ja eine besondere Geschichte auch im Alten Testament gehabt haben. Tamar, die Kanaaniterin, die sich als verkleidet, um einen Sohn bekommen zu können, weil ihr Schwiegervater Juda sie so schlecht behandelt hat und nach dem Tod ihres Ehemannes nicht dafür gesorgt hat, dass für sie gesorgt wird, indem eine sogenannte Ehe eingegangen worden wäre. Dann haben wir die Rahab, die als in Jericho gearbeitet hatte, aber die Kundschafter aufgenommen hat und dann als einzige mit ihrer Familie bei der Zerstörung Jerichos überlebt hat und gerettet worden ist. Wir haben die Ruth, die als Moabiterin eigentlich gar nicht zum Volk Gottes dazu gehören durfte, die aber sich freiwillig entschieden hat, dass Israels Gott auch ihr Gott sein soll.
[6:22] Gesehen, dass dies nicht einfach nur ein langweiliger Stammbaum ist, sondern in Wirklichkeit ganz beeindruckende, bewegende Geschichten von der verändernden Kraft des Evangeliums hier bereits eingebaut sind und uns zeigen sollen, dass die ganze Geschichte des Alten Testaments bereits auf diesen kommenden Erlöser hinweist. Die meisten der hier erwähnten Personen, zu dem Alten Testament uns durch Geschichten näher vertraut. Wir lesen weiter: "Ihr seid zeugte den König David." Der König Davids zeugte den Salomon mit der Frau des Urias. Und auch hier wird auf eine Geschichte angespielt, die sehr tragisch gewesen ist. Wir sehen, dass im Stammbaum von Jesus – und wir werden das dann auch noch deutlicher in Lukas 3 sehen, wo auch ein Stammbaum von Jesus dargestellt wird –, dass wir etliche Personen dabei sind, deren Charakter oder deren Taten auch in vielerlei Hinsicht zu wünschen übrig ließen, die schwere Sünden begangen haben. Und Jesus wird hier in einen Stammbaum gestellt mit Vorfahren, die letztendlich in vielen Dingen auch Gott nicht immer gehorcht haben. Und das zeigt uns etwas über unseren Erlöser, der sich tatsächlich mit uns identifiziert. Aber dazu werden wir dann noch mehr sagen, wenn wir zu Lukas gekommen sind.
[8:01] Salomo zeugte Rehabiam, er zeugte Aser. Aser zeugte Jotam, zeugte Ahas. Ahas sollte Hiskia, Hiskia zeugte Manasse. Manasse erzeugte Amon. Amon zeugte Josia. Josia sollte den Jojachin und dessen Brüder zur Zeit der Wegführung nach Babylon. Es sind dies die Nachfahren Davids, die Könige in Juda. Und unter ihnen waren eine gute Woche, etliche böse Könige, was ja letztendlich zu dem babylonischen Exil geführt hat. Nach der Wegführung nach Babylon zeugte Jojachin den Serubbabel, den wir aus Haggai und Sacharja kennen. Serubbabel sollte den Abiud. Abiud sollte den Eljakim. Eljakim sollte den Asor. Asor sollte den Zadok. Zadok sollte den Achim. Achim sollte den Eliud. Eliud sagte den Eleasar. Eleasar sollte den Mattan. Mattan sollte den Jakob. Diese Personen sind uns biblisch nicht bekannt. Sie sind größtenteils in der Zeit der Zwischen-Testamente, wo wir 400 Jahre lang keine schriftliche Offenbarung des Wortes Gottes haben, in dieser Zeit lebten natürlich auch Menschen und haben diese, diese diesen ja, diesen Familienstammbaum weitergeführt.
[9:19] Und dann heißt es hier: "Jakob zeugte den Josef, den Mann der Maria, von welcher Jesus geboren ist, der Christus genannt wird." Interessanterweise geht dieser Stammbaum eben nicht bis Jesus, sondern nur bis Josef. Denn wir wissen und wenn es gleich lernen noch einmal, dass Jesus nicht der biologische Sohn von Josef gewesen ist. In gewisser Weise ist sie also auch eine ganz interessante Pointe in diesem Stammbaum. Er wird aufgezählt in allen Details und am Ende stellt man fest, dass es keine direkte Verbindung zwischen Josef und Jesus gegeben hat. Trotzdem ist zu müssen ein Teil dieser diese Stammhaus auch tatsächlich genetisch Vorfahren von Jesus, allerdings nicht über Josef, sondern über Maria. Und das werden wir dann eben im Zusammenhang mit Lukas 3 sehen. Wir können das auch schon selbst einmal studieren, wenn ihr euch das anschauen wollt und dort sehen wir, dass dann eine andere Linie nach David weitergeführt wird, nicht über die Könige, sondern über eine andere Linie, die dann letztlich zu Jesus auch wirklich geführt hat. Das heißt aber, alle diejenigen, die bis David, die hier erwähnt werden, sie noch tatsächlich seine genetischen Vorfahren gewesen sind.
[10:33] So sind es nun von Abraham bis zu David insgesamt 14 Generationen und von David bis zur Wegführung nach Babylon 14 Generationen und von der Wegführung nach Babylon bis zu Christus 14 Generationen. "Die Geburt Christi aber geschah auf diese Weise, als nämlich seine Mutter Maria mit Josef verlobt war, noch ehe sie zusammengekommen war." Er ließ es sich, dass sie vom Heiligen Geist schwanger geworden war. Ein Wunder, das wir menschlich nicht erklären können, das wir im Glauben annehmen dürfen, dass Gott Mensch geworden ist und dass der Heilige Geist hier ein biologisch und erklärliches Wunder getan hat, das dazu geführt hat, dass unser Schöpfer auch unser Bruder werden konnte.
[11:21] Aber Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie doch nicht der öffentlichen Schande preisgeben wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen. Matthäus berichtet die gesamte Frühgeschichte Jesu aus der Perspektive des Josef, des Mannes. Wir werden sehen, dass Lukas die selben Geschichten aus der Perspektive der Maria berichtet und deswegen dann eine gute Ergänzung gibt. Wenn man also wirklich verstehen will, was alles passiert ist in jeder Zeit, dann ist es gut, dann einmal Matthäus und Lukas, die beide anders als Markus und Johannes auch die die Geburt und Kindheit Jesu beleuchten, diese beiden dann zusammen zu nehmen, Moment, vollständiges Bild zu erhalten.
[12:06] Josef war ein gerechter Mann und doch hatte er auch so viel Liebe, oder gerade deswegen hat er so viel Liebe zu Maria, dass er sie nicht öffentlich bloßstellen wollte. Er hatte zu dem Zeitpunkt noch nicht verstanden, dass das, was in ihr gezeugt worden, auf vom Heiligen Geist gezeugt worden ist. Denn sonst hätte der Engel es ihm nicht erklären müssen. Und wir können nicht genau wissen, was alles in seinem Kopf gewesen ist, aber vermutlich sind das sicherlich auch Gefühle von Eifersucht, von Enttäuschung, von vielleicht auch von Wut gewesen, der festgestellt, dass seine Frau oder seine zukünftige Frau, besser gesagt Maria, schwanger gewesen ist, ohne dass er irgendwie sie auch nur berührt hätte. Und doch wollte er sie nicht öffentlich an den Pranger stellen. Er wollte auch, wenn er vielleicht zu dem Zeitpunkt davon ausgegangen ist, dass sie einen schweren Fehler gemacht hat, er wollte nicht, dass sie zusätzlich leidet. Und das zeigt etwas über seinen Charakter.
[13:00] Und auch wenn er kein biologischer Vater von Jesus gewesen ist, zeigt das, warum auch Gott ihn besonders als einen juristischen Vater, als einen Adoptivvater für Jesus auswählen konnte. Während er aber dies im Sinn hatte, siehe da, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum, der sprach: "Josef, Sohn Davids, scheue dich nicht, Maria, deine Frau zu dir zu nehmen, denn was in ihr gezeugt ist, das ist vom Heiligen Geist."
[13:27] Gott hat Maria verteidigt, wo menschliche Überlegungen, menschliches Denken nur Sünde und Fehlverhalten sehen konnte, hat Gott gezeigt, wie die Sachen wirklich sind. Und das zeigt, dass wenn wir unser ganzes Leben in seiner Hand geben, dann kann er nicht nur unsere Sünden vergeben und uns reinigen, sondern auch dort, wo wir vielleicht nicht einmal selbst ein Fehler gemacht haben, wo andere vermuten, das werden Fehler gemacht haben, kann er die Sache führen und Leiden und uns verteidigen, so dass unser Ruf nicht leiden muss. Lass uns gemeinsam beten.
[14:00] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen für das Evangelium, das Evangelium von Jesus Christus, dass wir sehen können, dass selbst in einem Stammbaum, einem Geschlechtsregister, viel Evangelium steckt. Du hast Tamar erlöst, und du hast Rahab erlöst, und du hast Ruth erlöst, und du hast David vergeben, auch nach all dem, was passiert ist mit Sieba und dem Urija. Und so werden wir schon zu Beginn des Evangeliums daran erinnert, was du durch all die Jahrhunderte und Jahrtausende vor dem Leben Jesus auf dieser Erde getan hast, durch Jesus, der schon damals dich repräsentiert hat. Und dafür danken wir, dass wir mit Hoffnung und Zuversicht zu deinem Wort kommen können, weil Jesus geboren ist, um uns zu retten. Und dafür danken wir im Namen Jesu. Amen.
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