In dieser Predigt von Christopher Kramp geht es um die Auslegung von Matthäus 5:19-41, insbesondere um die Bergpredigt Jesu. Es wird beleuchtet, wie Jesus die Zehn Gebote nicht nur auf äußerliches Verhalten, sondern auch auf innere Haltungen und Motive erweitert. Die Predigt betont die Bedeutung von Friedfertigkeit, Ehrlichkeit und einem tiefgreifenden Verständnis von Gottes Gesetz.
Gott auf (m)einer Seite: Matthäus 5:19-5:41
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: MatthäusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit Seite 996. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr, dass Jesus uns auf dieser Erde gezeigt hat, wie du bist. Dass er uns gezeigt hat, was dein Plan für unser Leben ist und wie wir das ewige Leben bei dir und mit dir erreichen können. Wir danken dir, dass du möchtest, dass wir glücklich sind, echtes Glück erleben. Und wir möchten dich bitten, dass du heute durch dein Wort zu uns sprichst, dass wir in der Bergpredigt die Gedanken, die wir für den heutigen Tag benötigen, erkennen können, dass wir dich erkennen können, dass dein Heiliger Geist all diese Dinge in unser Herz schreibt. Das bitten wir im Namen Jesu, der diese Predigt gehalten hat. Amen.
[1:29] Wir sind in Matthäus Kapitel 5. Jesus hält die Bergpredigt, er gibt seine Regierungserklärung und zeigt in den ersten Versen, wie ein Mensch wahres Glück erreichen kann, wie er das ewige Leben erreichen kann, wie er echte Erlösung erreichen kann und auch bewahren kann in ihm. Er zeigt, dass wir berufen sind, diese gute Botschaft als Salz und Licht der Erde überall hin auszustrahlen. Und weil es Pharisäer gab, die meinten, Jesus würde die Zehn Gebote abschaffen wollen, zeigt Jesus, dass er weder die Zehn Gebote noch das gesamte Alte Testament abschaffen wollte, sondern mit seiner Lehre und mit seinem Leben in jeder Hinsicht erfüllt hat.
[2:24] Wir lesen weiter in Vers 19: „Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel. Wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel.“ In Gottes Königreich ist unsere Beziehung zum Gesetz eine ganz entscheidende, ganz entscheidender Faktor. Denn im Reich Gottes, das ist dort, wo der Thron Gottes ist, zählt das Gesetz Gottes. Alles, es ist das Fundament seiner Regierung, es beschreibt seinen Charakter. Das Gesetz Gottes selbst kann uns nicht retten und das Gesetz Gottes beschreibt einen Charakter, einen Charakter Gottes, der dann aus eigener Entscheidung sich entschlossen hat für dich und für mich, den ultimativen Preis zu bezahlen.
[3:19] Wenn ich sage euch, wenn eure Gerechtigkeit nicht weit übertrifft die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen. Das muss für viele ein Schock gewesen sein, wenn alle dachten, die Schriftgelehrten, die doch die Zehn Gebote und all die anderen Gesetze so gut kannten, waren die heiligsten Menschen auf der Erde. Das hatte man gedacht. Aber Jesus zeigt, dass es nicht darum geht, einfach nur Dinge zu kennen und zu predigen, sondern sie tatsächlich im Alltag durch Gottes Kraft, durch den Heiligen Geist auszuleben.
[3:51] Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt: „Du sollst nicht töten.“ Das ist das sechste Gebot. Wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein. In Israel galt dann, wenn jemand das sechste Gebot bricht, wenn jemand tötet, dann wurde er vor ein Gericht gestellt. Ich aber sage euch: Jeder, der seinen Bruder ohne Ursache zürnt, mit dem Gericht verfallen sein. Wer bei seinem Bruder sagt: „Raka!“, das ist ein aramäischer Ausdruck, der eine Verachtung ausdrückt, der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: „Du Narr!“, der wird im höllischen Feuer verfallen sein.
[4:27] Jesus zeigt, das sechste Gebot geht viel weiter als nur, dass man einen anderen Menschen nicht das Leben nehmen soll. Mord fängt schon sehr viel früher an, in unserer Einstellung, in unseren Emotionen, in den Worten, die wir über andere, die wir anderen sagen. Und Jesus zeigt, vor Gott ist ein Mensch, der anderen ohne Ursache zürnt, so wird wird von Gott so angesehen, wie Menschen einen Mörder sind.
[4:59] Aber damit nicht genug. Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe. Das sechste Gebot erfordert nicht nur von uns, dass wir selbst nicht anderen nicht schlecht von ihnen denken oder schlecht über sie reden oder schlechtes ihnen sagen, sondern sogar, dass wenn wir wissen, dass unser Bruder etwas Schlechtes über uns denkt, dass wir da nicht sagen: „Na ja, ist mir doch egal, ist doch seine Sache“, sondern dass wir aktiv versuchen, den Frieden wiederherzustellen.
[5:35] Während du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit der Widersacher hat dich nicht etwa dem Richter ausliefert und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergibt und du uns Gefängnis geworfen hast. Mit anderen Worten, wahrlich, ich sage dir, du wirst von dort nicht herauskommen, bist du den letzten Groschen bezahlt hast. Wir sollen, das sagt ja die sieben Preise, wir sollen tatsächlich Friedensstifter sein, so weit es an uns ist. Wir sollen die Wahrheit nicht kommentieren, da soll immer zu weit stehen, aber wir sollen, wären wir zu weit stehen, alles versuchen, was in unserer Kraft steht, für den Frieden zu wirken und Missverständnisse auszuräumen.
[6:11] Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: „Du sollst nicht ehebrechen.“ Das ist das siebte Gebot. Jesus nimmt dir das sechste und siebte Gebot exemplarisch. Wir könnten das, was er hier über das 6. und 7. Gebot sagt, auf alle anderen Gebote auch übertragen, den Prinzip nach. Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
[6:36] Jesus zeigt, die Zehn Gebote beschreiben nicht nur äußerliches Verhalten. Gottes Gesetz geht sehr viel tiefer, als beschreibt einen Charakter, ein Wesen. Es beschreibt die Einstellung der Treue an sich, die sich sowohl in Gedanken als auch in Worten als auch in Taten äußert. Und das ist etwas, was man nur mit den Augen, ja, mit geistlichen Augen, mit einem geistlichen Verständnis verstehen kann.
[7:06] Wenn dir aber dein rechtes Auge einen Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir. Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn deine rechte Hand für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab und wirf sie von dir. Das ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
[7:31] Gottes Geboten zu folgen, und zwar nicht nur äußerlich als zur Schaustellung vor anderen Menschen, sondern wirklich im Herzen. Und ich denke, wenn wir diesen Maßstab hier sehen, den Jesus auf die Zehn Gebote legt und zeigt, was die, was er als der Gesetzgeber, der auf dem Sinai diese zehn Gebote selbst gegeben hat, wirklich damit gemeint hat, dann stellen wir fest, wir alle haben in unserem Leben auf die ein oder andere Weise vielfach diese Gebote übertreten.
[8:02] Und Jesus zeigt dir, wenn wir wirklich aus Liebe zu ihm und aus Glauben diese Gebote dann halten möchten, dann wird das einen Kampf erfordern. Es wird erfordern, Dinge wegzutun, von denen wir meinen, dass wir uns nicht von ihnen trennen können, bildlich ausgedrückt durch dieses Abschneiden von Hand und Auge. Es ist besser, etwas zu leiden, als am Ende verloren zu gehen.
[8:32] Und deswegen ist es wichtig, dass wir in Bezug auf diese Dinge sein, dass die Begierden, die gegen das siebte Gebot streiten, die zornigen Emotionen, die gegen das sechste Gebot streiten, und was auch immer deine Rolle spielt, als das Stolz, der gegen das zehnte Gebot streitet, dass wir mit Gottes Hilfe den Kampf auf uns nehmen. Den Gott selbst durch seinen Heiligen Geist unserem Leben bewirken möchte, den Kampf gegen die Sünde, das Überwinder sein können, dass wir auch bereit sind, dass Gott Dinge wegschneiden kann in unserem Leben, damit wir diesen Kampf gewinnen können.
[9:08] Übrigens zeigt dieser Abstand hier auch, dass das Höllenfeuer, das einmal nach den tausend Jahren fallen wird, auf Menschen fallen wird, die einen Körper haben. Das ist eine ganz interessante Sache hier. Es ist doch gesagt: „Wer sich von seiner Frau scheidet, der gebe ihr einen Scheidebrief.“ Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, dass sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht ihr.“ Jesus wird später Matthäus 19 noch genauer darauf eingehen.
[9:38] Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: „Du sollst nicht falsch schwören, du sollst aber dem Herrn deine Schwüre halten.“ Ich aber sage euch: Ihr sollt überhaupt nicht schwören, weder bei dem Himmel, denn das ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören, denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.
[10:04] Es sei aber eure Rede: „Ja, ja“, „Nein, nein“. Was darüber ist, das ist vom Bösen. Wir sollen wirklich die Wahrheit sagen. Nun, wenn wir vor Gericht geladen werden und bei Gott schwören sollen, die Wahrheit zu sagen, dann dürfen wir natürlich die Wahrheit sagen und wir können als Christen auch tatsächlich mit voller Überzeugung, wenn wir die Wahrheit sagen, auch Gott zu unserem ja, anrufen und sagen, das vor Gott, wie die Wahrheit sagen.
[10:36] Hier geht es darum, dass die Pharisäer ein System erfunden hatten, bei dem man dann sozusagen bei bestimmten Dingen auch schwören kann und nur, wenn man bei ganz bestimmten Dingen schwört, zählt das etwas, und bei anderen Dingen nicht. Sie hatten so die Idee, dass man bei dem Tempel schwört oder bei dem Altar schwört, dann ist es etwas anderes, als wenn man bei dem Gold des Altars schwört oder so. Das heißt, sie hatten dann so Ausflüchte, gesagt: „Ja, ich habe nur dabei geschworen, aber nicht dabei.“ Und deswegen erzählt das nicht wirklich.
[11:08] Die Idee war sozusagen, dass man etwas bekräftigen kann, etwas beschwören kann und dann hinterher einen Ausweg hat, sagen: „Ja, das zählt aber nicht, weil das war ja nur dabei, schon nicht dabei.“ Und Jesus sagt: „All das ist vom Bösen.“ Dann stört gar nichts, wenn ihr Ja gesagt habt, dann soll das ja auch Ja sein. Wenn ihr Nein gesagt habt, soll das Nein auch Nein sein. Ihr könnt nicht Ja sagen und danach sagen: „Ich habe ja nur bei dem Altar geschworen, aber nicht bei dem Gold des Altars.“ Deswegen ist mein Ja jetzt ein Nein. So etwas ist Betrug und widerspricht dem Wesen Gottes.
[11:42] Und deswegen heißt dies nicht, dass wir niemals schwören dürfen, sondern wir sollen dieses diese Art und Weise der des Betrugs, der falschen Vortäuschung meiden. Wir sollen immer zur Wahrheit stehen und sei Ja soll unter allen Umständen ein Ja und unser Nein unter allen Umständen ein Nein sein.
[11:59] Ihr habt gehört, dass gesagt ist: „Auge um Auge und Zahn um Zahn.“ Das ist ein Prinzip, das in den Mose-Büchern deutlich beschrieben wird, ein Prinzip, das wir auch in anderen altorientalischen Gesetzessammlungen, zum Beispiel im Kodex, explizit auch finden. Dort besonders ihr.
[12:20] Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen, sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, so biete ihm auch die andere. Und dem, der mit dir vor Gericht gehen und deinen Hemd nehmen will, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile weit zu gehen, so geh mit ihm zwei.
[12:42] Hier zeigt Jesus, dass das Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ nicht abgeschafft ist. Es war von Anfang an nie dazu gedacht, selbst Justiz zu üben. Das war immer ein Prinzip, das einem Richter im Zivil- oder im Strafrecht dann das Strafmaß objektiv erklären sollte.
[13:00] Schon im Alten Testament wird deutlich gesagt, dass ein Mensch, dem Unheil widerfährt, nicht die Sache selbst in die Hand nehmen sollte. Er sollte nicht selbst Rache üben. Gott sagt: „Die Rache ist mein.“ Es gab natürlich Kriminalfälle, es gab natürlich Richter, und die mussten objektiv dann entscheiden und dann sollte deutlich gemacht werden, dass ein Täter dann eine Strafe bekommen sollte, die seiner Tat auch entspricht und nicht eine übermäßig harte Strafe, noch nicht eine übermäßig milde Strafe.
[13:28] Jesus zitiert in Kapitel 39 im Prinzip auch das Alte Testament. Er findet hier nichts Neues, sondern das kommt aus Klagelieder 3. Das könnt ihr dort selbst nachlesen. Es besagt, dass es das Prinzip besagt, dass wenn mir persönlich jemand etwas Schlimmes tut, dann kann ich die andere Wange hinhalten, nicht weil ich möchte, dass das Böse sieht, sondern weil ich weiß, und das wird in Klagelieder 3 ganz deutlich, könnt ihr die Verse dort selbst lesen, dass Gott für mich kämpfen wird, dass Gottes Gnade nicht zu Ende ist und dass wir auf ihn harren dürfen. Und deswegen unsere andere Wange geben können, weil wir wissen, Gott wird für uns eintreten und das Böse wird nicht ziehen.
[14:05] Übrigens zeigen diese Verse auch sehr deutlich, dass wenn wir auch Opfer werden, ungerechtfertigte Handlungen des Staates, von Obrigkeiten, dann ist es unser Privileg als echte Christen, dem Folge zu leisten, solange wir nicht gegen Gottes Wort stehen und gegen Gottes Wort handeln.
[14:33] Müssen unsere eigenen Überzeugungen oder unsere eigenen Wünsche spielen eine untergeordnete Rolle. Wenn römische Soldaten einen Menschen zwangen, eine Meile mit ihm zu gehen, dann sollte er nicht für seine Freiheit kämpfen und gegen diese boshafte Anmaßung protestieren und rebellieren. Er sollte zweimal gehen und damit auf eine geistliche Art und Weise zeigen, dass es etwas Besseres gibt als Zwang.
[15:03] Und ich glaube, wir alle müssen unserem Leben lernen, dieses Prinzip in die Praxis umzusetzen. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du zu uns sprichst. Danke, dass dein Wort klar und deutlich uns zeigt, dass es bei den zehn Geboten, dass du im Alten Testament, bei allem, was die Bibel sagt, nicht einfach nur um Worte geht, die wir äußerlich und mechanisch einhalten sollen, sondern um einen Charakter, um ein Wesen, um Prinzipien, die deinem Prinzip entsprechen. Danke, dass Jesus uns gezeigt hat, wie wir im Alltag so leben können, dass dein Charakter sichtbar wird durch die Bergpredigt. Gibt, dass wir auf diese Worte hören und sie durch deine Kraft umsetzen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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