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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt geht Christopher Kramp auf Matthäus 18:9-33 ein und beleuchtet die Bedeutung von Vergebung im christlichen Glauben. Er erklärt, wie wichtig es ist, anderen zu vergeben, so wie Gott uns vergibt, und veranschaulicht dies anhand von Gleichnissen aus der Bibel. Die Botschaft betont die unermessliche Gnade Gottes und die Notwendigkeit, diese weiterzugeben.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Heute mit Seite 10, 15. Lasst uns gemeinsam beten. Wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns heute echten Glauben schenkst. Jesus bietet uns diesen Glauben an in der Gemeinde. Wir brauchen echten Glauben, damit wir von ganzem Herzen uns einsetzen können für das Evangelium. Wir möchten aus deinem Wort leben und ich bitte, dass du uns heute dein Wort erklärst, dass wir es richtig verstehen können und es anwenden können für unseren Alltag. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

Wir sind in Matthäus Kapitel 18. Als die Jünger gefragt haben, wer der Größte im Reich Gottes ist, macht Jesus deutlich, dass allein die Idee, sich selbst zu erhöhen, vom Reich Gottes komplett ausschließt. Und dass derjenige, der größte im Reich Gottes ist, der sich am meisten erniedrigt, der umkehrt wie ein Kind, und der der Glauben hat wie ein Kind. Und dann warnt Jesus sehr eindringlich und sehr deutlich davor, andere zur Sünde zu verführen, insbesondere kleine Kinder. Oder wiederholt diesen Gedanken aus der Bergpredigt: Das ist besser ist aber etwas zu verzichten, mit der symbolischen Sprache, das ist besser als etwas sich abzuschneiden, als eine Sünde festzuhalten.

Und wir lesen weiter in Vers 9: "Und wenn dein Auge für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir. Es ist besser für dich, dass du einäugig in das Leben eingehst, als dass du zwei Augen hast und in das höllische Feuer geworfen wirst." Seht zu, dass ihr keinen dieser Kleinen verachtet. Ich sage euch, ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.

Dieser Vers scheint auszudrücken, dass die stärksten, die größten, die wichtigsten Engel sind, die besonders nah am Thron Gottes stehen, die beauftragt sind, kleine Kinder zu bewachen. Unsere Vorstellung, wer wichtig und unwichtig ist im Leben, wer besonders viel vielleicht oder besonders großen Schutz braucht, sind vielleicht falsch oder nicht immer ganz richtig. Es sind die größten Engel, die mächtigsten, die kleine Kinder beaufsichtigen. Und vielleicht hilft uns das ein bisschen zu verstehen, was Gott sich wünscht, was wir in unserem Leben tun sollen.

Denn wir sagen ja: Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Keiner von diesen Engeln beschwert sich und sagt: Ich hätte noch mehr Potenzial. Ich würde gerne etwas ansprechen. Nein, für sie ist die größte Freude, ein kleines Kind zu bewachen, zu schützen. Würde Gott uns geben von diesem Geist, den die Engel haben, auch kleine Aufgaben mit aller Liebe und Sorgfalt und Treue auszuführen. Und was gibt es eigentlich Schöneres, als für hilflose, unschuldige Menschen da zu sein und ihnen zu helfen? So kleine Kinder zum Beispiel.

Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, um das Verlorene zu retten. Und das wird jetzt illustriert mit einem Gleichnis. Was meint ihr? Wenn der Mensch 100 Schafe hat und es verirrt sich eines von ihnen, lässt er nicht die 99 auf den Bergen, geht hin und sucht das Verirrte. Und wenn es geschieht, dass er es findet, wahrlich, ich sage euch, er freut sich darüber mehr als über die 99, die nicht verirrt waren. So ist es auch nicht der Wille eures Vaters im Himmel, dass eines dieser Kleinen verloren geht. Gott möchte nicht, dass irgendjemand verloren geht. Jesus hat die 99 ungefallenen Welten verlassen, um diese eine gefallene, kleine Welt zurückzuholen.

Wir müssen jeden, der es möchte. Es gibt keine größere Aufgabe, die wir haben können, keinen größeren Posten im Reich Gottes, als Menschen zu helfen, gerettet zu werden. Dass die höchste seines Kindes, seines schwachen Menschen, die am Boden liegen, wenn wir ihnen helfen, das Licht, das Leben zu sehen, wenn wir ihnen helfen, zu Jesus zu finden, wenn wir ihre Hand in die Hand ihres Erlösers legen und sagen: Bleibe bei ihm. Dann haben wir die höchste Position erreicht, die man überhaupt haben kann, die wertvollste Aufgabe, die man ausführen kann.

Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so geh hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er aber nicht so, nimm noch einen und oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruht. Hört er aber auf diese nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. Jesus macht dir deutlich, wie mit Sünde in der Gemeinde umgegangen werden soll. Wie es unser Anliegen sein sollte, zunächst im kleinsten, im direkten persönlichen Gespräch, Missverständnisse, Probleme, ja, Schuld aus dem Weg zu räumen, indem wir uns aussprechen, vergeben. Dann im kleinen Kreis, bis es an die Gemeinde kommt. Und selbst dann soll er zwar wie ein Heide und Zöllner sein, das heißt, sogar nicht mehr zum Volk Gottes, aber wir sollen ihn dann so behandeln, wie Jesus Heiden und Zöllner behandelt hat.

Wahrlich, ich sage euch, was sie auf Erden binden, das wird im Himmel gebunden sein. Und was sie auf Erden lösen, zu dem wird im Himmel gelöst sein. Das sind hier die Verse, die wir schon in Kapitel 16 gesehen haben, als Jesus zugesprochen hat, als sie von Jesus zu Petrus gesprochen worden sind. Es wird deutlich, dass Petrus keine höhere Rolle hatte, kein höheres Amt als die anderen Jünger. Sie alle haben diese Aufgabe hier, dafür zu sorgen, dass in der Gemeinde auch die Prinzipien des Reiches Gottes umgesetzt werden. Und ähm, dass wenn Menschen offen gegen Gottes Evangelium sündigen und sich nicht korrigieren lassen, dass es ihr Vorrecht ist und ihre Verantwortung ist, auch Menschen wieder aus dem Volk Gottes zu entfernen.

Weiter sage ich euch: Wenn zwei von euch auf Erden übereinkommen über irgendeine Sache, für die sie bitten wollen, so soll sie ihnen zuteilwerden von meinem Vater im Himmel. Gott wünscht sich, dass wir zusammenarbeiten, dass wir zusammen beten, dass wir zusammen studieren. Das machen wir leider viel zu wenig. Wir müssen als Gemeinde zusammenkommen, weil da liegt eine Kraft drin verborgen, die noch größer ist, als wenn wir einfach nur alleine beten, alleine studieren und alleine arbeiten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.

Es ist doch die Gemeinschaft, dass ich Gott in besonderer Weise offenbare. Wenn es niemand gibt, dann offenbart sich Gott auch uns ganz alleine. Aber wenn es zwei oder drei gibt und die jeder Einzelne für sich sind und niemand mit dem anderen zusammenarbeiten will, dann kann Gott sich nicht offenbaren. Gott offenbart sich in der Gemeinschaft, in dem aufrichtigen Bestreben, zusammen zu arbeiten, so weit es mit der Wahrheit vereinbar ist. Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinen Bruder vergeben, der gegen mich sündigt? Bis sieben Mal? Die Pharisäer lehren, das ist dreimal notwendig. Und Petrus hat ohne Zweifel vermutlich gedacht, dass er, nehmen wir jetzt diese heilige Zahl der Sieben und die Zahl der Vollendung, dass er wirklich zeigt, wie sehr das Evangelium verstanden hat. Jesus antwortete ihm: Ich sage dir nicht bis sieben Mal, sondern bis 70 Mal 7 Mal.

Was ändert uns an die findet sich ja Prophezeiung aus Daniel 9. Gott war bereit im Volk immer wieder zu vergeben, immer wieder zu vergeben. Es gab aber den Zeitpunkt, als sie gegen den Heiligen Geist gesündigt haben, als irgendwann die Gnade Gottes sei nicht vorbei war, aber sie nicht mehr erreichen konnte. Es gibt ja Gnadenzeit, und solange das nicht erreicht ist, dürfen wir, sollen wir, müssen wir vergeben, so wie auch Gott vergibt.

Darum gleicht das Reich der Himmel einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war 10.000 Talente schuldig. Eine unvorstellbar große Summe. Zur Zeit der römischen Antike war der reichste Mann, von dem wir wissen, ein Mann namens Krassus, den wir in Verbindung mit Julius Cäsar und Pompeius aus dem ersten Triumvirat kennen. Er war wirklich seinem Namen, er war krass reich, und sein gesamter Besitz ist dann später gestorben ist, er gestorben in einem Feldzug gegen. Patient war mehr reich als militärisch begabt, wird auf über 7000 Talente geschätzt. Das war sozusagen der Elon Musk oder der Bill Gates, oder wer auch immer die reichen Leute heutzutage sind, der damaligen Zeit. 7000 Talente und ein paar mehr, keine 8000. Und diese spricht von 10.000. Mit anderen Worten, eine Summe, von der er wusste, dass es auf der ganzen Erde nicht einen einzigen Menschen gibt, der diese Summe zurückbezahlen könnte.

Natürlich unbezahlbar und wieder gut machbar. Also nicht wieder gut zu machen, weil er aber nicht bezahlen konnte, was kein Wunder, weil sie so unvorstellbar hoch ist. Wir fahren jetzt ein Herr ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und so zu bezahlen. Eine ganz typisches Verfahren, dass man in die Schuldknechtschaft verkauft, und zwar nicht nur ihn, sondern alles, was er hatte, weil die Summe so hoch war. Da warf sich der Knecht nieder und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen. Er bittet nicht einmal um Gnade, er bittet nur um Geduld, er bittet nur um Zeit. Er ahnt gar nicht, er versteht gar nicht, wie groß die Schuld ist.

Dieser Mann hat Erbarmen. Da erbarmte sich der Herr über diesen Knecht, gab ihn frei, oder diesem die Schuld, er gab ihm nicht deine Frist von zehn Jahren, er gab ihn frei. Er behandelte ihn noch besser, als dieser Mann sich jemals erträumt hatte. So oft haben wir eine Schuld in unserem Leben, die so groß ist, dass wir sie nie erfährt, immer jede Schuld haben, ist so groß, dass wir sie niemals zurückbezahlen könnten. Und doch denken wir oft, dass wenn wir nur Zeit haben, wenn wir nur genügend Gelegenheit von Gott bekommen. Wir bitten vielleicht im Aufzug und sagen: Ja, gib mir noch eine Gelegenheit, es zu beweisen. Nein, nein, nein, nein, nein, nein. Ich vergebe dir, ich lasse dir Schuld. Du bist frei, du kannst gehen, du musst nichts zurück bezahlen. Jesus vergibt uns frei alle unsere Schuld.

Also, mit dieser Knecht hinausgehen, fand er einen Mitknecht, der war ihm 100 Denare schuldig. Den ergriff er, würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du schuldig bist. 100 Denare sind kein Taschengeld. 100 Jahre sind in heutige Kaufkraft umgerechnet vielleicht sowas wie 8000 Euro oder so. Das ist kein Papier. Wenn dir jemand 8000 Euro schuldet in der Gemeinde, da kann man schon verstehen, warum es einem dann so langsam die Galle hochkommt. Aber eigentlich zeigt das nur, wie sehr wir auch auf das Evangelium gar nicht verstehen, wie viel uns vergeben worden ist. Und ja, manchmal haben Menschen gegen uns ziemlich gesündigt. Sie haben uns ziemlich beleidigt, sie haben uns schlecht behandelt. Aber was ist das im Vergleich zu dem, was wir Gott angetan haben? Was ist das im Vergleich zu dem, was wir vor Gott eigentlich schuldig waren?

Da warf sich ihm sein Mitknecht zu Füßen, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen. Genau dieselben Worte, die auch er gehabt hat, gesagt hat. Und in dem Fall wäre es sogar durchaus vorstellbar gewesen, diese 8000 Euro, diese 100 Jahre, im Laufe einer gewissen Zeit abzubezahlen. Das wäre sogar denkbar gewesen. Er aber wollte nicht. Er hatte gerade eine unverdiente und selbst unerwartete Gnade erlebt und jetzt will er nicht. Er will nicht einmal eine Frist gewähren, geschweige denn Gnade zeigen, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war.

Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt, kamen und berichteten ihrem Herrn den ganzen Vorfall. Da ließ sein Herr ihn kommen und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Die ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest. Solltest du denn nicht auch du dich über deinen Mitknecht erbarmen, wie ich mich über dich erbarmt habe? Hier wird ganz deutlich: Gott erwartet, dass wenn wir Gnade erlebt haben, wir auch Gnade weitergeben. Er erwartet, dass wir Menschen auch gerne vergeben. Wir müssen eine Bergpredigt deutlich gesehen, in der Vaterunser wird es deutlich angesprochen. Wenn wir einen unversöhnlichen Gast haben, wenn wir nicht bereit sind, unseren Menschen zu versöhnen, dann ist das ein untrügliches Zeichen, dass wir das Evangelium nicht verstanden haben. Und wir müssen uns zu den Füßen Jesu niederwerfen und sagen: Herr, zeig mir, was du für mich getan hast.

Lasst uns mehr auf Jesus schauen und das Evangelium im Licht des Kreuzes so verstehen, bis all unser Stolz dahin geschmolzen ist vor der Liebe Jesu. Lasst uns beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns mehr vergeben hast, als wir uns überhaupt vorstellen können, mehr als wir uns überhaupt gedanklich fassen können, wie groß unsere Schuld gewesen ist. Wir sagen so leicht: Hier ist am Kreuz von uns gestorben. Da verstehen eigentlich gar nicht wirklich, was das bedeutet. Herr, vergib uns, dass wir so schnell das annehmen, aber dann anderen Menschen nicht mit Vergebung begegnen. Herr, hilf uns zu verstehen, dass unsere mangelnde Vergebungsbereitschaft ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass wir das Evangelium noch nicht richtig begriffen haben. Lass uns unsere Augen auf Jesus gerichtet haben, dass wir ihn, sein Leiden und Sterben für uns, richtig verstehen. Das bitten wir in seinem Namen, der für uns eintritt. [Musik]


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