In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ geht Christopher Kramp auf Matthäus 22:22-23:6 ein. Er beleuchtet die Fragen, die Jesus von den Pharisäern und Sadduzäern gestellt wurden, und wie Jesus diese mit Weisheit und göttlicher Einsicht beantwortete. Der Fokus liegt auf der Bedeutung der Liebe zu Gott und dem Nächsten als Grundlage des Gesetzes und auf der Kritik an religiöser Heuchelei.
Gott auf (m)einer Seite: Matthäus 22:22-23:6
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: MatthäusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo liebe Freunde, willkommen zu Gott auf einer Seite. Heute mit Seite 1021. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen für das Vorrecht, das Evangelium kennen zu dürfen, dich kennen dürfen, deinen Charakter, dein Wesen und all das, was dich ausmacht. Und lieber Vater, wir möchten, dass es nicht nur Wissen bleibt und Wissen ist, sondern dass unser Leben dadurch tatsächlich verändert wird. Wir wünschen uns, dass die Prinzipien dieses Evangeliums, dass wir lesen, sich in unserem Leben als Frucht zeigen. Deswegen wollen wir heute unsere Herzen und Sinne öffnen, dass dein Heiliger Geist zu uns sprechen kann, in uns wirken kann und uns in das Bild von Jesus verwandeln kann. Das bitten wir in seinem Namen. Amen.
[1:36] Wir sind in Matthäus Kapitel 22. Die Jünger der Pharisäer und die Herodianer haben Jesus eine Frage gestellt, um ihn zu fangen. Voller Bosheit wollten sie ihn zu einer Aussage verleiten, die sie dann politisch gegen ihn hätten verwenden können. Aber Jesus antwortet Geist erfüllt und genial und sagt: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist." In Vers 22 lesen wir weiter: "Als sie das hörten, verwunderten sie sich und sie ließen ab von ihm und gingen davon."
[2:15] An jedem Tag traten es gebe keine Auferstehung und sie fragten ihn. Sie sind in den Evangelien nicht ganz so stark vertreten wie die Pharisäer waren, eher weltlich gesinnt. Sie haben sich an den Griechen und den Römern kulturell orientiert. Sie hatten ihre Zweifel bei manchen biblischen Stellen. Sie waren eher, in Anführungsstrichen, die Liberalen. Sie haben nicht alles für wörtlich genommen, was in der Bibel stand, und haben einiges gar nicht geglaubt, wie z.B. dass es eine Auferstehung geben kann. Sie waren philosophisch gebildet, während die Pharisäer, die in Anführungsstrichen konservativen waren, die festhielten an dem Wort Gottes, aber dazu oder was sie meinten, ähm, festhalten zu sein, indem sie noch viele extra menschliche, extra Regeln aufgestellt hatten und damit das Leben der Menschen sehr schwer machen, uns selbst gerecht versuchten, Gott irgendwie zu beeindrucken durch ihre Bibelkenntnis und ihre geistliche Leistung.
[3:24] Wie gesagt, waren also die, die eher auch an bestimmten Dingen zweifelten, die interessanterweise zur Zeit von Jesus die Leitung in größten, die meisten Leitungspositionen gehabt haben. Sie kommen dann vor allem in der Apostelgeschichte auch ganz besonders zum Tragen, als diejenigen, die dann den Aposteln Widerstand leisten. Hier kommen also C und sie fragten ihn, Vers 24: "Meister, Mose hat gesagt: Wenn jemand ohne Kinder stirbt, so soll sein Bruder dessen Frau zur ihr nehmen und seinem Bruder Nachkomme wecken. Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb, und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seiner Frau seine Frau seinem Bruder. Gleicherweise auch der andere und der dritte bis zum siebten. Zuletzt, nach allen starb auch die Frau. Wem von den sieben wird sie nun in der Auferstehung als Frau gehören? Denn alle haben sie zur Frau gehabt."
[4:23] Offensichtlich sehen wir, wie die Sadduzäer ihre eigene, ihren eigenen Unglauben jetzt hier in diese Frage reinpacken, und Jesus deutlich zu machen, dass sie der Meinung sind, dass manche Dinge in der Bibel eben nicht so geglaubt werden können. Bin jetzt etwas, was wir auch heute leider immer wieder auch finden, leider auch hier und dort im Volk Gottes.
[4:49] Aber Jesus antwortete und sprach zu ihnen: "Ihr irrt, weil ihr weder die Schriften noch die Kraft Gottes kennt." Die Kraft Gottes, übrigens, ist nach Römer 1 Vers 16 das Evangelium. Und Jesus sagt ganz deutlich: "Ihr kennt die Bibel nicht, ansonsten würdet ihr nicht so eine konstruierte Frage stellen. Denn in der Auferstehung heiraten sie nicht noch, werden sie verheiratet, sondern sind wie die Engel Gottes im Himmel. Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist? Er spricht: Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs." Gott ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen.
[5:30] Jesus hatte genau gewusst, was ihr eigentliches theologisches Problem ist, und er beantwortet nicht nur ihre spitzfindige Frage, sondern er geht tiefer und zeigt, wo ihr eigentliches ähm viel Verständnis ist und dass sie klaren Bibelversen nicht glauben.
[5:50] Gott ist ein Gott der Lebendigen. Und ja, jetzt, wo wir hier sprechen, noch damals, als Jesus sprach, waren Abraham, Jakob und Isaak tot. Aber diese drei sind im Glauben gestorben und sie werden wieder leben, sie werden auferstehen bei der Wiederkunft Jesu und sie werden ewig mit Gott leben. Denn er ist der Gott Abrahams, Isaaks und der Gott Jakobs. Und er möchte auch dein Gott sein. Und du darfst und ich darf, wir dürfen seine Kinder sein. Und selbst wenn wir auf dieser Welt hier sterben sollten vor der Wiederkunft, ist er unser Gott. Und deswegen, weil Gott ewig ist, werden auch wir zu ewigem Leben auferstehen dürfen, um dann bei ihm zu sein bis in alle Ewigkeit.
[6:32] Gott hatte damals, ist das nicht ein bemerkenswerter Gedanke? Gott hatte damals den Mose seine Identität ausgedrückt mit: "Ich bin der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs." Er hatte also sein, woran man ihn erkennen konnte, an seiner Beziehung zu diesem Menschen. Deutlich macht, das sollte nicht nur Nostalgie sein, der Gott, der früher mal bei Abram war, der Gott, der früher mal bei Isa war oder Jakob. Nein, auch wenn diese jetzt tot sind, hat Gott sich doch mit diesen Menschen, weil sie an ihn geglaubt haben, verbunden. Und er wird für alle Ewigkeit der Gott Abrahams, Jakobs und Isaak sein. Und deswegen wird er sie auch auferwecken, damit er in alle Ewigkeit dieser Gott von ihnen, oder damit in alle Ewigkeit dieser Name dann buchstäblich der Realität entspricht. Und genauso soll es auch sein mit uns. Und so wird Gott auch mein Gott sein und dein Gott sein, wenn wir uns mit ihm verbinden.
[7:40] Und als die Menge, die es hörte, erstaunte sie über seine Lehre, so wie damals bei der Bergpredigt, als deutlich wurde, dass Jesus ganz anders predigte als die Schriftgelehrten, die immer gerne spitzfindige Fragen stellten und dann einen habe ich hier zitiert, den Rabbi dort zitierten und gegeneinander ausspielten. Jesus predigte das Wort Gottes so, wie es stand, mit Überzeugung, erfüllt vom Heiligen Geist. Und wir dürfen in seinen Fußstapfen dasselbe tun.
[8:11] Als und die Pharisäer hörten, dass er den Sadduzäern den Mund gestopft hatte, versammelten sie sich. Erst hatten wir die Frage nach der Steuer, dann die Frage nach der Auferstehung. Es kommt eine dritte Frage, so wie es drei Gleichnisse hintereinander gab, die den Pharisäern und den Schriftgelehrten gezeigt haben, wie prekär und gefährlich der Zustand ist. Gibt es jetzt drei Fragen, die diese Gruppen Jesus stellen, um sich zu rechtfertigen und ihn in die Enge zu treiben. Und einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, stellt ihm eine Frage, um ihn zu versuchen und sprach: "Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz?"
[8:47] Und Jesus sprach zu ihm: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit einem ganzen Herzen und mit einer ganzen Seele und mit einem ganzen Denken." Das ist das erste und größte Gebot. Das, was Gott sich am meisten von uns wünscht, ist nicht, dass wir eine Leistung erbringen, dass wir einfach Aufgaben erledigen, die er uns gegeben hat, sondern sein größter und entscheidender Wunsch ist, dass wir ihn, der die Liebe ist, dass wir uns zurücklieben. Und zwar nicht nur, weil das gerade hilfreich wäre oder weil wir dadurch etwas erreichen, sondern dass wir ihn lieben, weil er so ist, wie er ist. Und dass wir ihn selbst dann lieben würden, wenn wir nichts dafür bekommen würden, einfach nur, weil er ist, weil das so ist, wie er ist.
[9:40] In unserem ganzen Denken, das, was Gott sich wünscht, das ist sein allergrößter Wunsch. Das ist, was er von ganzem Herzen, wonach er sich sehnt.
[9:56] Und das zweite ist ihm vergleichbar: "Du sollst deine Nächsten lieben wie dich selbst." An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten. Die ersten vier Gebote der Zehn Gebote beschreiben, wie wir Gott lieben sollen und können. Die letzten sechs Gebote beschreiben, wie wir unseren Mitmenschen lieben, wie das sichtbar wird und wie diese Prinzipien sich konkret im Alltag zeigen. Aber an diesen beiden Geboten hängen nicht nur die Zehn Gebote, sondern das gesamte Alte Testament, sagt Jesus. Wenn ihr diese beiden Prinzipien verinnerlicht habt und auslebt, dann werdet ihr feststellen, dass das gesamte Alte Testament in all seinen Geschichten, Prophezeiungen, Liedern, Gesetzestexten, diese beiden Prinzipien aus allen möglichen Perspektiven beleuchtet und illustriert.
[10:53] Also die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus und sprach: "Was denkt ihr von dem Christus, wessen Sohn ist er?" Dreimal wurde Jesus eine Frage gestellt, dreimal antwortet er auf eine brillante und Geist erfüllte Art und Weise und stopft damit seinen Anklägern, die ihn versuchen wollen, den Mund. Und nun dreht er den Spieß sozusagen um und er stellt eine Frage den Pharisäern: "Was denkt ihr von dem Christus, das heißt von dem Messias? Wessen Sohn ist er?" Sie aber sagten zu ihm: "Davids." Denn das war allgemein bekannt, der Messias würde ein Sohn Davids sein.
[11:29] Er, also Jesus, spricht zu ihm: "Wieso nennt ihn denn David im Geist Herr, in dem er spricht: 'Der HERR hat zu meinem Herrn gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße'?" Wenn also David ihn Herr nennt, wie kann er dann sein Sohn sein?
[11:52] Wie kann der Messias Davids Sohn sein, wenn schon David diesen Messias als seinen Herrn kannte? Und das ist natürlich eine unfassbar spannende Frage, denn sie wirft den Blick auf das Geheimnis der Natur Jesu, der gleichzeitig Mensch war, nämlich der Sohn Davids aus der Abstammungslinie Davids, als auch Gott. Und deswegen schon zu Lebzeiten Davids als seine Herr lebendig. Deswegen sagte die Bibel, dass Jesus die Wurzel und der Spross Davids ist. Die Wurzel, mit anderen Worten, er ist der Schöpfer von David, aber er ist auch der Nachkomme von David. Er ist Gott und Mensch.
[12:40] Und Jesus wollte, dass die Schriftgelehrten darüber nachdenken, zu verstehen, der Messias, der biblisch vorhergesagt ist, ist nicht einfach irgendein menschlicher General, der Römer vertreibt, sondern der Messias, der vorhergesagt ist, ist Gott mit uns.
[13:01] Und damit ein geistlicher König, vor dem sie völlig offenbar sind mit allem, was sie getan und gesagt haben und denken. Und niemand konnte ihm ein Wort erwidern.
[13:11] Und niemand traute sich von jedem Tag an, niemand mehr ihn zu fragen. Dreimal hatten sie ihn gefragt. Hier Jesus antwortet und stellt eine Frage, und sie haben keine Antwort und fragen ihn auch nicht mehr.
[13:26] Da redete Jesus zu der Volksmenge und zu seinen Jüngern und sprach: "Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf Mose Stuhl gesetzt." Mit anderen Worten, sie legen Mose aus. Alles, und was sie euch sagen, dass sie halten sollt, das haltet und tut. Aber nach ihren Werken tut nicht, denn sie sagen es wohl, tun es aber nicht. Sie sind zwar Meister der Theorie, aber sie haben das Wesen des Evangeliums nicht verstanden. Ihr Leben zeugt gegen sie. Binden nämlich schwere und kaum erträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern. Sie aber wollen sie nicht mit einem Finger anrühren. Wir denen, die immer nur andere kritisieren und nicht sich selbst, kritisieren, die immer nur andere reformieren wollen, aber nicht sich selbst. Die immer nur anderen Lasten auflegen, aber nicht sich selbst. Die immer wissen, was andere tun müssten, aber nie wissen, was Gott von ihnen persönlich verlangt. Alle ihre Werke tun sie aber, um von den Leuten gesehen zu werden. Sie machen nämlich ihre Gebetsriemen breit und die Säume an ihren Gewändern groß. Und sie lieben den obersten Platz bei den Mahlzeiten und die ersten Sitze in den Synagogen. Ihr gesamte religiöse Erfahrung war vom Ich geprägt. Genau das, was Jesus versucht hat, zuvor in den Kapiteln vor seinen Jüngern auszutreiben, ihn zu zeigen, dass das Reich Gottes genau andersherum ist, dass es um Dienst geht und nicht um Selbsterhöhung.
[14:50] Das ist also möglich, die Bibel auswendig zu kennen und trotzdem das ganze Wesen des Evangeliums falsch verstanden zu haben. Und deswegen müssen wir Gott bitten, dass wir verstehen, wer Jesus wirklich ist, damit unser Leben und unser Bekenntnis übereinstimmen.
[15:10] Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass wir in unserem Leben nicht der Täuschung erliegen, der so viele damals erlegen sind, die dachten, dass, weil sie viel wissen, sie gerettet sind und ihr Leben doch gezeigt hat, dass sie das Evangelium gar nicht verstanden haben. Herr, bewahre uns davor, dass wir unseren Glauben nur deswegen praktizieren, weil wir von anderen Menschen als heilig angesehen werden wollen, sondern gib, dass wir verstehen, dass es eins und allein darauf ankommt, dass du in uns siehst, was der Heilige Geist bewirkt hat, dass wir dir gefallen wollen. Danke, dass du das in uns bewirkst. In Jesu Namen beten wir. Amen.
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