In dieser Predigt taucht Christopher Kramp tief in Johannes Kapitel 17 ein, wo Jesus sein großes Gebet für seine Nachfolger spricht. Er beleuchtet Jesu Anliegen für die Einheit der Gemeinde, die Heiligung durch Gottes Wort und die Bedeutung der göttlichen Liebe, die durch die Gläubigen in die Welt strahlen soll. Die Predigt ermutigt dazu, Jesu Gebet als Vorbild für das eigene Leben zu nehmen und die geistliche Einheit aktiv zu suchen.
Gott auf (m)einer Seite: Johannes 17:5-18:8
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: JohannesPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Heute Seite 1127. Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns nicht überforderst, dass du uns nicht überlässt mit Dingen, die wir gar nicht verstehen können, sondern dass du uns Schritt für Schritt die Wahrheit offenbarst, so wie wir sie fassen können, so wie sie unserem Leben umgesetzt werden kann. Und dass dein Heiliger Geist uns immer weiter führt, Schritt für Schritt, in alle Wahrheit. Auch heute wollen wir an deine Hand einen weiteren Schritt machen, dich noch ein bisschen besser kennenlernen. Wir sind so dankbar für all das Gute, was du uns schon gezeigt hast. Wir sind so dankbar, dass wir jeden Tag aus deinem Wort leben können. Ja, wir sind eigentlich viel zu undankbar, oft und danken gar nicht genug für all den Segen, den du uns jeden Tag schenkst, für all das, was der Heilige Geist in unserem Leben schon bewirkt hat, weil die schönen Dinge, die wir erkennen konnten. Und jetzt möchten wir dich bitten, weil du ja versprochen hast, dass wenn wir dich bitten um Dinge, die in deinem Willen sind, dass du sie uns gerne gibst, dass du jetzt zu uns sprichst durch dein Wort. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:51] Wir sind in Johannes Kapitel 17. Jesus redet sehr ausführlich in diesem letzten, großen Gespräch mit seinen Jüngern und erklärt ihnen, was der Heilige Geist für sie tun wird, der kommen wird als anderer Beistand, wenn Jesus in den Himmel aufgefahren hat. Er erklärt ihnen auch, was Jesus tun wird, dass sie in seinem Namen den Vater bitten dürfen und dass der Vater gerne ihnen all das geben wird, was sie im Namen Jesu bitten werden. Jesus bereitet damit seine Jünger darauf vor, dass sie verstehen, dass er als Hohepriester im himmlischen Heiligtum für sie dienen wird. Und um ihnen seinen Eindruck zu geben, wie er dort für sie bitten wird, betet Jesus jetzt hier in Johannes 17 sozusagen exemplarisch ein Gebet, das er dann immer wieder als Hohepriester in der ein oder anderen Form, also den Prinzip nach, den Gedanken nach, immer wieder beten wird. Und auch für dich, lieber Freund, liebe Freundin, auch für mich betet er.
[3:04] Wir lesen weiter in Vers 5. Nachdem Jesus in den ersten Versen davon gesprochen hat, dass das ewige Leben darin besteht, Gott zu erkennen, den Vater und den Sohn, und es um die Verherrlichung geht, die Jesus sich wünscht. Vers 5: "Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbar gemacht, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt." Jesus sagt: "Ich habe deinen Namen offenbar gemacht, ich habe erklärt, wie du bist, ich habe deine Persönlichkeit, deine Identität, dein Wesen ihnen gezeigt. Nun erkennen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und haben wahrhaft erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin und glauben, dass du mich gesandt hast." Was zeichnet die wahren Gläubigen aus? Das zeichnet sie aus, dass sie wissen, dass Jesus wirklich von Gott gesandt ist. Dass alles, was wir im Leben von Jesus sehen können, von Gott dem Vater kommt.
[4:14] "Ich bitte für sie, nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, weil sie dein sind." Jesus bittet für die Gläubigen. "Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein, und ich bin in ihnen verherrlicht." Wenn wir uns Jesus beugen, dann gehören wir auch Gott. Jesus bittet für uns, weil wir an ihn glauben und wir glauben ja nicht an ihn, weil wir uns dafür qualifiziert hätten, sondern weil er uns berufen hat und weil wir diejenigen sind, die auf diesen Ruf gefolgt sind, weil wir es angenommen haben aus freien Stücken.
[5:00] "Und ich bin nicht mehr in der Welt. Diese aber sind in der Welt." Und hier sieht man ganz deutlich, dass das ein Gebet ist, dass Jesus, während er hier auf der Erde betet, eigentlich sozusagen den Jüngern zeigen möchte, wie er dann im Himmel für sie beten wird. "Ich bin nicht mehr in der Welt, diese aber sind in der Welt, und ich komme zu dir, heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, gleich wie wir."
[5:24] Jesus bittet um die Einheit der Gemeinde. "Als ich bei ihnen in der Welt war, bewahrte ich sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast. Habe ich behütet, und keiner von ihnen ist verloren gegangen, als nur der Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt würde." Und da handelt es sich zweifelsohne um Judas. Der Begriff "Sohn des Verderbens" wird noch einmal von Paulus verwendet im zweiten Thessalonicherbrief, wo er von dem Abfall spricht, der in der Christenheit passieren wird. Und der dort, das werden wir uns in der zweiten Thessalonicher anschauen, auf jene antichristliche Macht verweist, dich und deine sieben und deine acht beschrieben wird, und dann noch in Offenbarung auf Offenbarung 13, die den Anschein erweckt, eine christliche Kirche zu sein, aber in Wirklichkeit gegen Gottes Gesetz rebelliert.
[6:26] "Nun aber komme ich zu dir und rede dies in der Welt, damit sie meine Freude völlig in sich haben." Und hier sehen wir wieder, dass Jesus dieses Gebet eben doch auf der Erde noch betet, damit seine Jünger die Freude haben zu wissen, wie sie eins sind, also wie Jesus für sie bitten wird. Und dass sie sich erinnern können, wenn sie dann alleine sind, wenn Jesus nicht mehr bei ihnen ist, dass genau diese Worte, die sie damals gehört haben, hier in Johannes 17, jetzt im Himmel für sie spricht.
[7:03] "Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hasst sie, denn sie sind nicht von der Welt, gleich wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst von dem Bösen." Jesus hat nicht versprochen, dass wir keine Schwierigkeiten erleiden werden, keine Verfolgung, keine Angriffe. Er hat nur versprochen, dass wir bewahrt werden, dass Gott uns erhalten wird, dass er uns stärken wird, dass er uns trösten wird, auch in der größten Verfolgung. "Sie sind nicht von der Welt, gleich wie auch ich nicht von der Welt bin."
[7:37] "Heilige sie in deiner Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit." Jesus hat uns das Wort Gottes erklärt, als uns gegeben. Er selbst ist das Wort Gottes, das sagt Johannes 1, ganz deutlich. Und Jesus sagt hier, dass wir im Wort Gottes geheiligt werden. Es gibt keine echte Heiligung, die das Wort Gottes ignoriert oder beiseite liegt oder für unwichtig erachtet oder am Wort Gottes herum kritisiert. Wenn wir echte, völlige Heiligung erleben wollen, müssen wir das Wort Gottes als eben das annehmen, was es ist: das Wort Gottes, das uns heiligt.
[8:13] "Gleich wie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt." Und hier wird deutlich, wie sehr alles zusammenhängt. Jesus wurde gesandt von dem Vater, und das Evangelium in die Welt zu bringen. Und Jesus sendet jetzt die Jünger, um dieses in die Welt gebrachte Evangelium sozusagen in alle Enden der Welt zu bringen und es zu verbreiten bis ans Ende der Welt.
[8:38] "Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt sein in Wahrheit." Jesus möchte, dass wir geheiligt werden. Später sagte Paulus, dass ohne Heiligung wir Gott nicht sehen können. Aber Jesus fordert nicht nur von uns Heiligung. Nein, er heiligt sich für uns, damit durch die Verbindung mit ihm auch wir geheiligt werden können. Und zwar Wahrheit durch sein Wort.
[9:13] "Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden." Lieber Freund, liebe Freundin, diese Jünger, diese elf, und dann kam der Zwölfte dazu, sind in die Welt gegangen. Sie haben Menschen gewonnen, und die sind wieder andere geworden. Und so ist euch eine ununterbrochene Kette an Zeugnis, das Evangelium auch zu dir und zu mir gekommen. Und so gilt das Gebet von Jesus buchstäblich für dich und für mich. Lieber Freund, liebe Freundin, er bittet so, wie er für Johannes und Andreas und Jakobus und Simon Petrus gebeten hat und von Matthäus, so und dann ist es so, bittet er auch für dich und für mich.
[9:57] "Auf dass sie alle eins sein, gleich wie du, Vater, in mir und ich in dir, auf dass auch sie in uns eins sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast." Jesus' großes Gebetsanliegen ist eine Einheit in der Gemeinde. Und zwar keine politische Einheit, keine Kompromisse, sondern die Einheit, die geistliche Einheit zwischen Vater und Jesus selbst besteht. Das ist der Maßstab der Einheit in der Gemeinde, und das wünscht sich Jesus für seine Gemeinde. Dafür betet er seit fast 2000 Jahren.
[10:31] "Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins sein, gleich wie wir eins sind." Damit wir eins sind, brauchen wir die Herrlichkeit, die Jesus gezeichnet hat: die Gnade und die Wahrheit. "Ich und ihnen, und du in mir, damit sie zu vollendeter Einheit gelangen und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleich wie du mich liebst." Es ist die echte Einheit, die der Welt zeigen wird, dass hier wirklich Gott am Wirken ist. Es ist nicht die Korrektheit der theologischen Position, es ist nicht der Aktionismus in der Mission. Es ist die echte, ungeheuchelte und wirkliche Einheit, bei der einer den anderen höher achtet als sich selbst. Die beweist, dass Gott seine Gemeinde liebt. Wollen wir nicht der Welt mehr von der Liebe Gottes zeigen? Wollen wir nicht mehr persönlich dazu beitragen, indem wir selbst von dieser Liebe Gottes mehr in unser Leben lassen und dann ganz aktiv die echte geistliche Einheit suchen mit unseren Geschwistern und nicht immer nur aufregend über die Probleme, die es gibt, nicht immer nur die Fehler anderer sehen, nicht immer nur die Gräben vergrößern, sondern nicht nach Kompromissen, aber nach echter geistlicher Einheit streben. Wollen wir, wie Jesus es zur Priorität in seinem Gebetsleben gemacht hat, hier es zu unserem Gebetsleben machen und seine Priorität im Gebetsleben machen, dass für die echte geistliche Einheit der Gemeinde gebetet wird?
[12:19] "Vater, ich will, dass wo ich bin, auch die bei mir sein, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt." Jesus hat ein Gebetsanliegen, wir alle haben oft Gebetsanliegen, und wir beten verschiedene Dinge. Aber Jesus hat ein Gebetsanliegen, das unglaublich ist, unglaublich toll, denn er bittet, dass du und ich immer bei ihm sein dürfen. Ist das auch dein Gebetsanliegen, dass du immer Jesus sein kannst? Ist dein Gebetsanliegen, dass heute schon durch den Heiligen Geist Jesus im Herzen wohnen darf? Jesus hat ein Gebetsanliegen, und sein Gebetsanliegen ist: "Ich wünsche mir so sehr, dass du und ich, lieber Freund, liebe Freundin, dass wir einmal physisch, wo stehe ich körperlich, bei Jesus sind, in der neuen Erde, vorher schon im Himmel, wenn er wieder gekommen ist." Das wünscht sich Jesus, und er betet seit 2000 Jahren darum, dass er uns alle, die wir glauben, bald zu sich nehmen kann.
[13:24] "Gerechter Vater, die Welt erkennt dich nicht. Ich aber kenne dich, und diese erkennen, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen verkündet, und ich werde ihn verkünden, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen." Durch Jesus verbinden sich die gläubigen Menschen mit Gott. Was für ein unglaublich schönes Bild, das übersteigt eigentlich allen Verstand. Es lohnt sich immer tiefer noch hinein zu tauchen. Es lohnt sich darüber nachzudenken, was immer wieder zu lesen, was hier steht, was Jesus sich wünscht und dass Jesus bereit ist zu tun und was Jesus in unserem Leben, unseren Gemeinden bewirken kann.
[14:03] Als Jesus dies gesprochen hatte, ging er mit seinen Jüngern hinaus über den Bach Kidron. Dort war ein Garten, in den Jesus und seine Jünger eintraten. Was hier passiert, das wissen wir aus Matthäus, Markus und Lukas. Das wird hier nicht wiederholt, aber wir lesen weiter: "Aber auch du, der ihn verriet, kannte den Ort, denn Jesus versammelte es sich oft und mit seinen Jüngern." Nachdem nun Judas die Truppe und von den obersten Priestern und Pharisäern Diener bekommen hatte, kam er dorthin mit Fackeln und Lampen und mit Waffen. Jesus, nun, der alles wusste, was über ihn kommen sollte, ging hinaus und sprach zu ihnen: "Wen sucht ihr?" Sie antworteten ihm: "Jesus, den Nazarener." Jesus spricht zu ihnen: "Ich bin's." Und hier klingt natürlich so ein bisschen wieder von zu Ohren auch dieses "Ich bin", die Offenbarung seiner Göttlichkeit. "Es stand aber auch Judas bei ihnen, der ihn verriet. Also nun zu ihnen sprach: 'Ich bin's', wichen sie alle zurück und fielen zu Boden." Hier sehen wir, wie offensichtlich hier wieder Göttlichkeit durch ihn hindurch geleuchtet hat und sie alle zum Boden fallen, um deutlich zu machen: Jesus wird nicht gefangen genommen, weil er sich nicht wehren konnte. Er wird nicht gefangen genommen, weil er zu schwach ist, weil der Satan zu stark ist. Er wird gefangen genommen, weil Jesus aus völlig freien Stücken das über sich ergehen lässt.
[15:34] "Und fragten sie wiederum: 'Wen sucht ihr?' Sie übersprachen: 'Jesus, den Nazarener.'" Jesus antwortete: "Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr nun mich sucht, so lasst diese gehen." Noch in der größten Krise ist es Jesus' Anliegen, dass es seinen Jüngern gut geht, dass sie nicht mitgefangen genommen werden. Er möchte, dass sie ihn gut gehen und setzt sich hier für sie ein. Lass uns gemeinsam beten.
[16:03] Lieber Vater im Himmel, es ist eigentlich unfassbar, was Jesus alles für uns betet. Wenn wir ganz ehrlich sind, machen wir uns viel zu selten Gedanken darüber, dass Jesus beständig für uns so betet. Wir sind in Johannes 17, steht oder dass uns das öfter eine Erinnerung wäre. Sie öfter darüber nachdenken würden, dass wären wir durch den Alltag gehen, Jesus beständig um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist für uns bittet, damit wir echte Liebe und Einheit haben, damit wir eine Einheit haben, die der Welt offenbart, dass du uns geliebt hast und dass wir durch das Wort Gottes, das Wahrheit ist, nicht nur Wahrheit enthält, sondern Wahrheit ist, geheiligt werden.
[16:54] Herr, wir möchten durch unser Leben heute eine Gebetserfahrung, eine Gebetserhörung für Jesus sein, dass sein Gebet für unser Leben erhört wird, denn du wirst das nicht tun gegen unseren Willen, aber wir wollen dir erlauben, dass du das tun kannst in unserem Herzen. Amen.
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