In dieser Predigt beleuchtet Christopher Kramp die Ereignisse in Apostelgeschichte 10 und 11, wo die Tür für die Heidenmission geöffnet wird. Er erklärt, wie Petrus durch göttliche Führung und Visionen seine Vorurteile überwindet und erkennt, dass Gott alle Menschen annimmt. Die Predigt zeigt, wie das Evangelium Grenzen überwindet und wie die Gemeinde mit Widerständen umgeht, wenn Gott neue Wege eröffnet.
Gott auf (m)einer Seite: Apostelgeschichte 10:43-11:20
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: ApostelgeschichtePodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Heute mit Seite 1149. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du unser Lehrer bist und danke, dass du uns durch den Heiligen Geist in alle Wahrheit führst, dass du uns auch korrigierst und uns lieb gewordene Traditionen als das zeigst, was sie sind: oftmals Blockaden auf dem Weg der Mission. Ich möchte dich bitten, dass du auch zu uns mit deinem Heiligen Geist so sprichst, bitte, wie du zu Petrus gesprochen hast, damit wir Traditionen aufgeben, um noch klarer und weitreichender dein Wort so zu predigen, wie du es von Anfang an gedacht hast. Wir wollen heute deine Schüler sein und dir nachfolgen. Im Namen Jesu. Amen.
[1:40] Wir sind in der Apostelgeschichte, Kapitel 10. Petrus ist, nachdem er von Gott durch Visionen und das Wirken des Heiligen Geistes speziell vorbereitet worden ist, tatsächlich zu Cornelius gegangen, der alle seine Bekannten und Verwandten und Freunde dort versammelt hatte in seinem Haus in Cäsarea, um das Wort Gottes zu hören. Und als Petrus dort ist und die Wissbegierigkeit dieser Heiden erfährt, versteht er plötzlich, dass tatsächlich die Heiden genauso Kinder Gottes werden können wie die Juden. Oder er predigt ihnen das Evangelium von Jesus, wie er gesalbt worden ist von dem Heiligen Geist, wie er gewirkt hat, sein Leben dir getötet worden ist und auferstanden ist, wovon er und die anderen Apostel Zeugnis ablegen, und dass Jesus der Richter der Welt sein wird. Wir lesen in Vers 43 von diesem: "Legen alle Propheten Zeugnis ab, dass jeder, der ihn glaubt, durch seinen Namen Vergebung der Sünden empfängt."
[2:48] Petrus zeigt also, dass das, was er glaubt, passiert nicht nur auf seiner eigenen Erfahrung, sondern wird gedeckt durch die Schriften des Alten Testaments. Wir sehen, Petrus hat immer wieder gepredigt, hat immer wieder Bezug genommen auf das prophetische Wort des Alten Testaments. Ist seit Pfingsten in all den Predigten, sehen wir das, dass die Apostel auf der Grundlage der Bibel gepredigt haben. Stefanos, die Vergebung der Sünden ist eine biblische Idee, die schon im Alten Testament ganz deutlich ausgesprochen wird.
[3:19] Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten, um damit deutlich zu machen, dass sie in demselben Maße Kinder Gottes sind, wie auch die Apostel und die Juden-Christen in Jerusalem und anderswo. Der Heilige Geist der Verheißung fällt auf jeden, der ein Erbe bekommen wird. Später sagt Paulus in der Epistel, dass der, der vom Heiligen Geist erfüllt ist, hat einen Anteil bekommen, ein Unterpfand, eine erste Anzahlung sozusagen auf das Erbe, das er einmal in der Ewigkeit bekommen wird. Die ausgesonderte Heiligen Geistes bedeutet, dass Gott selbst bestätigt: Dies sind meine Kinder und sie werden genauso mit Erben sein, was später Paulus an die Galater schreibt.
[4:11] Und alle Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich vor Staunen, dass die Gabe des Heiligen Geistes auch über die Heiden ausgegossen wurde. Das war für die meisten Juden-Christen eine absolute Sensation. Das konnte sich fast gar nicht vorstellen, denn sie hörten sie in Sprachen reden und Gott hochpreisen. Das, was zu Pfingsten geschehen war, das erlebten jetzt auch diese Heiden.
[4:35] Da griff Petrus das Wort: "Kann auch jemand diesen das Wasser verwehren, dass sie nicht getauft werden sollten, die den Heiligen Geist empfangen haben, gleich wie wir?" Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen des Herrn. Da baden sie ihn etliche Tage zu bleiben. Das Evangelium durchbricht die Schranken, die jahrhundertelang aufgebaut worden waren. Die Mauern, die das jüdische Volk von anderen Nationen getrennt hatten. Gott hat zwar immer gesagt, dass sein Volk dich herausheben sollte, das sollte immer ein Segen sein und sich nicht absondern. Aber die Absonderung hatte dazu geführt, dass selbst die Nachfolger Jesu nicht wirklich glaubten, dass die Heiden auf gleicher Stufe mit ihnen stehen könnten. Das Evangelium hat aber diese Mauer durchtrennt und der Weg war jetzt offen für die Mission auch unter den Heiden, aber nicht ohne Widerstände.
[5:29] Und die Apostel und die Brüder, die in Judäa waren, hörten, dass auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hatten. Und als Petrus nach Cäsarea dann hinaufkam, machten die aus der Beschneidung Vorwürfe und sprachen: "Zu unbeschnittenen Männern bist du hineingegangen und hast mit ihnen gegessen!" Hier sehen wir, wie tief dieses Vorurteil verwurzelt gewesen ist. Wenn Gottes Geist in der Gemeinde wirkt, wenn er Reformation bringt, wenn er den Horizont erweitert, dann geht es in der Regel nicht ohne Konflikte. Menschen, die die alten Traditionen behalten wollen und die nicht dem Wirken des Heiligen Geistes genügend Raum geben und entsprechend Widerstand leisten.
[6:10] Da begann Petrus und erzählte ihnen alles der Reihe nach und sprach: "Ich war in der Stadt Joppe und betete. Da sah ich in einer Verzückung ein Gesicht: ein Gefäß kam herab wie ein großes Leinentuch, das vier Enden vom Himmel herabgelassen wurde und es kam bis zu mir. Als ich nun hineinblickte und es betrachtete, sah ich die vierfüßigen Tiere der Erde und die Raubtiere und die kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels. Und ich hörte eine Stimme, die zu mir sprach: 'Steh auf, Petrus, schlachte und iss!' Ich aber sprach: 'Keineswegs, Herr, denn nie ist etwas Gemeines oder Unreines in meinen Mund gekommen.' Aber eine Stimme vom Himmel antwortete mir zum zweiten Mal: 'Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein.' Dies geschah aber dreimal und alles wurde wieder in den Himmel hinaufgezogen."
[6:56] Und siehe, in dem Augenblick standen vor dem Haus, in dem ich war, drei Männer, die von mir gesandt worden waren. Und der Geist sprach zu mir: "Ich solle ohne Bedenken mit ihnen ziehen." Es kamen aber auch diese sechs Brüder mit mir und wir gingen in das Haus des Mannes hinein. Er berichtete uns, wie er den Engel in seinem Haus stehen sah, der zu ihm sagte: "Sende Männer nach Joppe und lass sie Simon mit dem Beinamen Petrus holen. Der wird Worte zu dir reden, durch die du gerettet werden wirst, du und dein ganzes Haus."
[7:28] Was von interessante Formulierung: "Mit Worten retten reden". Du gerettet hast. Ist uns bewusst, dass wenn wir Menschen das Evangelium predigen, wenn wir ihnen Bibelstunden geben, wenn wir mit ihnen über den Glauben sprechen, dass wir Worte reden, durch die die Menschen gerettet werden, nicht weil es unsere Worte sind, sondern weil wir über Jesus reden, weil der Heilige Geist durch uns sprechen kann, weil die Menschen das Wort des Lebens dadurch kennenlernen.
[7:55] Als ich aber zu reden anfing, fiel der Heilige Geist auf sie, gleich wie auch uns am Anfang, also zu Pfingsten. Da dachte ich an das Wort des Herrn: "Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden." Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe verdient hat, wie auch uns, nachdem sie an den Herrn Jesus Christus gläubig geworden sind, wer war ich denn, dass ich Gott hätte wehren können?" Er sagt mit anderen Worten: "Es war ja nicht meine Sache, nicht ich habe diese vermeintliche Veränderung vorgenommen. Die keine Veränderung war, sondern nur eine Wiederherstellung dessen, was Gott von Anfang an wollte."
[8:27] Es gibt einen großen Unterschied, ob Menschen versuchen, Gottes Werk zu verändern durch menschliche Ideen und durch menschliche Einfälle und durch Veränderungen, die vom Wort Gottes abweichen, oder ob Gott in sein Werk eingreift und dazu zwar Menschen benutzt, die aber er führt und er ganz deutlich das Ganze in der Hand hat, um nämlich das Werk Gottes wieder zu dem zu bringen, was es ursprünglich geplant, wie es ursprünglich geplant war. Wir brauchen von Gott geführte Reformation. Wir brauchen keine menschengemachten Veränderungen. Wir brauchen Gottes Eingreifen im Denken der ganzen Gemeinde.
[9:12] Und wenn wir das sehen, wenn wir sehen, dass Gott eingreift, dann wollen wir uns ihm nicht entgegenstellen, sondern mit ihm zusammenarbeiten. Als sie aber das hörten, beruhigten sie sich und priesen Gott und sprachen: "So hat denn Gott auch den Heiden die Buße zum Leben gegeben."
[9:26] Hier sehen wir das Interessante. Wir sehen, wie es Widerstand gab, aber wie dieser Widerstand überwunden werden konnte. Es hat sich hier, und es ist sehr interessant, nicht zwei Lager gespalten, die jetzt nicht ab sofort unversöhnlich gegenüberstanden, wie wir das leider manchmal so oft in der Kirchengeschichte gesehen haben oder manchmal auch vielleicht in unseren Gemeinden. Sondern es war möglich, die Zweifel auszuräumen. Die Menschen, die hier gezweifelt haben, die sich beschwert haben, die aufgebracht waren, haben sich belehren lassen. Sie waren offen für das Wirken des Heiligen Geistes, was sie brauchten, weil eine genaue Erklärung. Und das ist auch ein Geheimnis in der Gemeindearbeit. Manchmal muss man die Dinge einfach noch einmal ganz genau erklären. Und Menschen, die aufrichtig sind, die sich vielleicht zu früh aufgeregt haben, die zu sehr negativ gedacht haben, die können dadurch gewonnen werden, indem man Stück für Stück präzise und ruhig und besonnen erklärt, wie Gott geführt hat und wie Gott gelenkt hat. Statt uns zu streiten, sollten wir auf Gottes Führung achten und anderen auch in der Gemeinde erzählen, wie Gott geführt hat und wie das mit seinem Wort übereinstimmt.
[10:39] Die nun, welche sich zerstreut hatten seit der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhoben hatte, zogen bis nach Phönizien und Zypern und Antiochia und redeten das Wort zu niemand als nur zu Juden. Hier sehen wir also, dass jetzt erst mit Petrus überhaupt diese Idee anfängt zu keimen. Zu fordern all den Jahren zuvor waren all die Juden, die zerstreut worden sind durch die Verfolgung, immer nur zu anderen Juden gegangen und hatten den Juden von Jesus erzählt.
[11:07] Unter ihnen gab es aber einige Männer aus Zypern und Kyrene, die als sie nach Antiochia kamen, zu den griechisch sprechenden redeten und ihnen das Evangelium von dem Herrn Jesus verkündigten. Und hier sehen wir, die Gott seine Hand im Spiel hat, oder unabhängig von Petrus und dem, was er in Cäsarea erlebt hat, gibt es jetzt eine zweite Phase, an der Gott die Heidenmission beginnt. Unabhängig von Petrus, unabhängig von dem, was er erlebt hat, gibt es einige Jünger, deren Namen wir nicht einmal kennen, die aber aus eigenem Antrieb, geführt vom Heiligen Geist, ohne Zweifel jetzt ebenfalls beginnen, den Heiden das Evangelium zu predigen und zwar in Antiochia, einer der größten und wichtigsten Städte im westlichen Syrien am Mittelmeer gelegen, eine der größten Städte des römischen Reiches, eines der einflussreichsten Zentren und ein ganz großartiger Ort. Das war das Evangelium, ja, die Schwelle zu den Heiden auch überschreiten.
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