In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ spricht Christopher Kramp über Apostelgeschichte 22:15-23:8. Er beleuchtet Paulus‘ Verteidigungsrede vor der jüdischen Menge und seine anschließende Vernehmung durch die römischen Behörden. Dabei wird deutlich, wie Paulus trotz widriger Umstände seine göttliche Berufung verteidigt und wie Gott auch in scheinbar ausweglosen Situationen seine Pläne verwirklicht.
Gott auf (m)einer Seite: Apostelgeschichte 22:15-23:8
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: ApostelgeschichtePodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit Seite 1166. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du ein Gott bist, den man wirklich persönlich erfahren kann, dass man Erlebnisse mit dir haben darf, dass du wirklich in seinem Leben eingreifst. Und wir möchten dich bitten, dass du uns auch heute an diesem Tag eine frische Erfahrung schenkst mit dir, dass wir merken, wie du unser Leben führst, dass wir sehen, wie du zu uns sprichst und wie du uns Kraft schenkst, von der wir wissen dürfen, dass sie wirklich von dir kommt. Wir möchten dich jetzt bitten, dass dein Wort seine Kraft unserem Herzen entfaltet, dass wenn wir es lesen, dass du zu uns sprichst und wir verstehen dürfen, was du sagen möchtest. Dafür danken wir dir. Wir haben dich lieb und danken dir im Namen Jesu. Amen.
[1:29] Wir sind in der Apostelgeschichte Kapitel 22. In Jerusalem ist, weil Paulus dort im Tempel gegenwärtig ist und einige Menschen gegen ihn hetzen. Ein gigantischer Aufruhr entstand. Römische Soldaten haben ihn dann gefangen genommen und müssen ihn vor dem Mob regelrecht schützen. Aber Paulus, als er auf den Stufen steht, bittet um Erlaubnis, sich auf Hebräisch verteidigen zu können, und das wird ihm gewährt. Und die Volksmenge gehört ihm zu. Und Paulus erzählt seine persönliche Geschichte, seine Herkunft, seine Bekehrungsgeschichte, als er auf dem Weg nach Damaskus, wo er Christen verfolgen wollte, Jesus begegnet ist. Und erzählt die Geschichte, wie er dann blind geworden ist durch die Erscheinung vor Damaskus und wie ihm dann Ananias die Hände aufgelegt hat und ihn wiedersehen gemacht hat und ihm dann gesagt hat, was Gott für ihn vorgesehen hat, dass Gott ihn nämlich vorher bestimmt hat, seinen Willen zu erkennen.
[2:40] Und wir lesen weiter in Kapitel 22, Vers 15. Immer noch Ananias, der hier spricht, in dem als zitiert von Paulus in seiner Lebensbeschreibung: "Denn du sollst bei allen Menschen ein Zeuge für ihn sein, von dem, was du gesehen und gehört hast." Ananias hat also dem Paulus gesagt: "Du sollst deine Erfahrung weitergeben. Gott schenkt uns Erfahrungen nicht nur, damit wir selbst gestärkt werden. Er schenkt uns Erfahrungen, damit wir dadurch auch anderen zum Licht werden." Und nun: "Was zögerst du? Steh auf und lass dich taufen und lass deine Sünden abwaschen, indem du den Namen des Herrn anrufst." Das ist ein Teil, das in dieser Form in der Apostelgeschichte 9 noch nicht ganz raus kam, dass der Ananias wirklich deinen Taufaufruf gemacht hat, ihm gesagt hat: "Entscheide dich für Jesus, entscheide dich für die Taufe, lass deine Sünden dir vergeben und erfahre die Vergebung Gottes."
[3:43] "Es geschah mir aber, als ich nach Jerusalem zurückgekehrt war und im Tempel betete, dass ich in eine Verzückung geriet, dass also eine Vision gehabt, dass ich vom Heiligen Geist in besonderer Weise erfüllt worden bin und ihn sah, der zu mir sprach: 'Eine, und geh schnell aus Jerusalem fort, denn sie werden dein Zeugnis über mich nicht annehmen.'" Erklärt jetzt, warum er nicht in Jerusalem geblieben ist. Er wäre ja gern in Jerusalem Missionar für Jesus gewesen. Er kannte ja die Pharisäer, kannte die Schriftgelehrten, er kannte ihre Argumente, er kannte sie ja größtenteils persönlich. Aber er sagt, dass er nicht nur die eine Erscheinung auf dem Weg nach Damaskus von Jesus gehabt hat, sondern dass ihm Jesus erneut erschienen ist und ihm gesagt hat, dass er nicht in Jerusalem dienen sollte, nicht dort sein Zeugnis geben sollte.
[4:30] "Und ich sprach: 'Herr, sie wissen selbst, dass ich die, welche an dich glaubten, ins Gefängnis werfen, in den Synagogen schlagen. Dies und das auch ich dabei stand, als das Blut deines Zeugen Stephanus vergossen wurde, und in seiner Hinrichtung und seine Hinrichtung zustimmte, die Kleider derer verwahrte, die ihn töteten.'" Hier haben wir wieder ein interessantes Beispiel von diesem Phänomen, dass, wenn der Apostelgeschichte öfter angetroffen haben, dass Gott etwas sagt und Menschen, so ja auch Ananias, dann erst einmal Gegenargumente haben und denken, dass sie es irgendwie, also vielleicht unbewusst denken, dass sie es besser wissen als Gott.
[5:06] Saulus/Paulus argumentiert mit Gott und sagt: "Ich, hier wäre doch ein ausgezeichnetes Missionsfeld." Und vielleicht haben wir manchmal den Eindruck, dass eine bestimmte gegen dann, bestimmte Order, eine bestimmte Methode wie die Faust aufs Auge passt, dass wir das unbedingt machen sollten, dass wir geradezu prädestiniert dafür sind. Und nach menschlichen Ermessen war der Saulus ja prädestiniert, ein Missionar in Jerusalem zu sein. Aber Gott hatte andere Pläne. All diese Punkte, die hier aufzählt, dass er ja die Leute persönlich kannte, dass sein Zeugnis dadurch vielleicht besondere Kraft haben könnte, waren nicht von Relevanz, weil Gott einen anderen Plan hatte. Er wollte gerade ihn, den so überzeugten, ehemaligen Eiferer für das Gesetz der Juden, den wollte er zum Heidenmissionar machen.
[5:58] "Oder sprach zu mir: 'Geh hin, denn ich will dich in die Ferne zu den Heiden senden.'" Sie hörten ihm aber bis zu diesem Wort und dann erhoben sie ihre Stimme und sprachen: "Hinweg mit einem solchen von der Erde, denn es darf nicht sein, dass er am Leben bleibt!" Die Idee, dass Gott selbst einen Missionar zu den Heiden sendet und denen dort das Evangelium verkünden lässt, war offensichtlich zu viel, als dass der Mob dort ertragen konnte. Die Idee, dass die Botschaft von Gott und seiner Gerechtigkeit auch den Heiden zugute kommen sollte, war für sie eine Katastrophe. Dabei war es eigentlich das, was Gott von Anbeginn an mit dem Volk Israel vorhatte. Es war das, was er ihnen als Auftrag im Alten Testament immer und immer wieder gegeben hatte.
[6:46] Als sie aber schrien und die Kleider von sich warfen und Staub in die Luft schleuderten, dies der Befehlshaber ihnen die Kaserne führen und befahl ihn und der Geißel Hieben zu verhören, um zu erfahren, aus welchem Grund sie derart über ihn schrien. Als man ihn aber mit dem Riemen festband, sprach Paulus zu dem Hauptmann, der dabei stand: "Ist es euch erlaubt, einen Römer zu geißeln und dazu noch ohne Urteil?" Paulus war sehr gebildet. Er war nicht nur ein ausgezeichneter Bibelausleger und Kenner und Prediger, er kannte sich auch ein wenig aus in der griechischen Literatur, wie wir in Apostelgeschichte 17 gesehen haben. Und er wusste auch um die rechtlichen Bestimmungen, erkannte das römische Recht. Er war ja selbst ein römischer Bürger und er wusste, dass man einen römischen Bürger nicht ohne weiteres quälen und foltern konnte. Er wusste, dass man einen römischen Bürger nicht ohne Urteil so geißeln durfte.
[7:46] Als der Hauptmann das hörte, ging er hin und meldete es dem Befehlshaber und sprach: "Hab acht, was du tun willst, denn dieser Mensch ist ein Römer." Da kam der Befehlshaber herzu und sprach zu ihm: "Sage mir, bist du ein Römer?" Er antwortete: "Ja." Und der Befehlshaber erwiderte: "Ich habe dieses Bürgerrecht für eine große Summe erworben." Paulus aber sprach: "Ich dagegen bin sogar darin geboren." Er war also Jude und gleichzeitig nach der mit einem gleichzeitig Römer von Geburt an. Und das wurde ihm hier in gewisser Weise auch sehr zum Vorteil, so dass er nicht gefoltert werden durfte. Sogleich ließen die, welche ihn gewaltsam verhören wollten, von ihm ab. Und auch der Befehlshaber fürchtete sich, nachdem erfahren hatte, dass er ein Römer war und weil er ihn hatte fesseln lassen.
[8:32] Da er aber mit Gewissheit erfahren wollte, weshalb er von den Juden angeklagt wurde, ließ er ihn am folgenden Tag die Fesseln abnehmen und befahl den obersten Priestern samt ihrem ganzen Hohen Rat zu kommen. Und er führte Paulus hinab und stellte ihn vor sie da. Sah Paulus den Hohen Rat eindringlich an und sprach: "Ihr Männer und Brüder, ich habe mein Leben mit allem guten Gewissen vor Gott geführt bis zu diesem Tag." Aber der Hohepriester Ananias befahl den Umstehenden, ihn auf den Mund zu schlagen.
[9:06] "Dadurch da sprach Paulus: 'Gott wird dich schlagen, du getünchte Wand!' Mit anderen Worten, du bist ein Heuchler. Du sitzt da, um mich zu richten nach dem Gesetz und befiehlst, nicht zu schlagen gegen das Gesetz." Sage ich auch eine ganz interessante Situation hier, dass die Römer sich davor scheuen, den Paulus zu schlagen, weil sie das römische Gesetz befolgen wollen, während der Hohepriester keine Skrupel hat, ohne Verurteilung diesen Paulus zu schlagen und bricht dabei die Prinzipien des Alten Testaments.
[9:46] Die Umstehenden aber sprachen: "Schmähst du den Hohenpriester Gottes?" Darauf sprach Paulus: "Ich wusste nicht, ihr Brüder, dass er Hohepriester ist. Denn es steht geschrieben: 'Über einen Obersten deines Volkes sollst du nichts Böses reden.'" Das ist also auch eine sehr interessante Sache. Paulus anerkennt, dass selbst wenn dieser Mann etwas Böses gesagt hat, er als Hohepriester eine besondere Achtung verdient hat aufgrund seines Amtes.
[10:12] Da aber Paulus wusste, dass der eine Teil aus Sadduzäern, der andere aus Pharisäern bestand, rief er in die Ratsversammlung hinein: "Ihr Männer und Brüder, ich bin ein Pharisäer und der Sohn eines Pharisäers. Wegen der Hoffnung auf die Auferstehung der Toten werde ich gerichtet." Er wusste ja, dass die Pharisäer sehr an die Auferstehung der Toten glaubten, was die Sadduzäer sehr ablehnten. Als er aber die sagte, entstand ein Streit zwischen den Pharisäern und den Sadduzäern und die Versammlung spaltete sich. Die Sadduzäer sagen nämlich, es gebe keine Auferstehung, auch weder Engel noch Geist. Die Pharisäer aber bekennen sich zu beiden.
[10:49] Lieber Vater im Himmel, wir haben gesehen, wie schrecklich der Gedanke für viele Menschen in Jerusalem war, dass das Evangelium zu den Heiden gehen sollte. Herr, gib, dass das niemals ein schlimmer Gedanke für uns ist, sondern dass wir uns freuen darüber, wenn Menschen, die dich bisher noch nicht kennengelernt haben, von dir erfahren. Hilf uns selbst zu solchen Menschen zu werden, die das Evangelium in alle Ferne tragen, wo immer Menschen bereit sind zuzuhören. Und danke, dass du uns auserwählt hast, mit dir zusammen zu kooperieren oder dein Evangelium in alle Welt zu tragen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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