In dieser Predigt über Römer 15-16 spricht Christopher Kramp über Paulus‘ Pläne für seine Missionsreise und die Unterstützung der Jerusalemer Gemeinde durch die Heidenchristen. Er beleuchtet die Bedeutung von Gemeinschaft, die Rolle von Frauen in der frühen Kirche und die Wichtigkeit, sich von Irrlehren fernzuhalten. Abschließend wird die Macht des Evangeliums betont, den Satan zu besiegen und ein gesegnetes Leben zu führen.
Gott auf (m)einer Seite: Römer 15:26-16:22
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: RömerPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit Seite 1192. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass alles, was zuvor geschrieben worden ist, was im alten und dem neuen Testament aufbewahrt worden ist, dass das auch für uns geschrieben ist, dass auch wir Trost und Hoffnung, Ermahnung und Belehrung durch dein Wort heute an diesem Tag haben können. Herr, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du durch dein Wort auch heute zu uns sprichst und dass wir dankbar sind, dass diese Schätze über all die Jahrhunderte und Jahrtausende bewahrt geblieben sind und dass wir in ihnen dein Wort erblicken dürfen, dass zu uns heute spricht. Herr, hab Dank dafür und erfülle uns zum Verständnis deines Wortes mit deinem Heiligen Geist. Im Namen Jesu. Amen.
[1:32] Wir sind in Römer Kapitel 15. Paulus kündigt an, dass er nach Rom kommen möchte, obwohl das seit vielen Jahren bisher nicht geklappt hatte. Es war schon lange sein Wunsch gewesen, aber nun plant er eine Missionsreise nach Spanien und will auf dem Weg einen Zwischenstopp in Rom machen, um dort die Gemeinde zu unterstützen, um sie zu festigen im Glauben. Zuvor muss er allerdings nach Jerusalem, und das war zumindest der Plan, von dem wir aus der Apostelgeschichte wissen, dass er dann, also das alles ganz anders kam, dass er dort in Jerusalem ja gefangen gesetzt worden ist. Aber er spricht jetzt hier von dieser geplanten Reise nach Jerusalem für die Gemeinde dort.
[2:13] Und wir lesen weiter in Vers 26: „Es hat nämlich Mazedonien und Achaja gefallen.“ Das sind die beiden römischen Provinzen in Griechenland. Mazedonien, also Nordgriechenland, vor allem das, was das historische Makedonien gewesen ist. Achaja dann Südgriechenland. Eine Sammlung für die Armen unter den in Jerusalem zu veranstalten. Die griechischen Christen haben also Geld zusammengebracht für die Gläubigen in Judäa. Es hat ihnen gefallen und sie sind es ihnen auch schuldig. Denn wenn die Heiden an ihren geistlichen Gütern Anteil erhalten haben, so sind sie auch verpflichtet, jenen in den leiblichen zu dienen. Paulus sagt mit anderen Worten: Die Heiden dürfen jetzt alle an den Segnungen, an den Bündnissen des Volkes Israel Anteil haben, so wie das ja in Römer 9, 10 und 11 beschrieben ist. Und so ist es also nur selbstverständlich, dass auch die Heidenchristen die Gemeinde in Judäa, besonders auch finanziell unterstützt.
[3:09] „Sobald ich nun das ausgerichtet und ihnen diese Frucht gesichert habe, will ich über euch weiterreisen nach Spanien.“ Wie gesagt, das war sein Plan. Es kam alles ganz anders. Das zeigt uns auch, dass wenn ein Paulus Pläne macht, die sich nicht erfüllt haben, dass wir uns nicht wundern sollten, wenn nicht alle unsere Lebenspläne sich so erfüllen, wie wir das gedacht haben. Ich weiß aber, dass wenn ich zu euch komme, ich mit der Segensfülle des Evangeliums von Christus kommen werde. Dieser Brief hat das ganz deutlich gemacht. Dieser Brief zeigt die Fülle des Segens des Evangeliums, das Jesus Christus für uns bereithält.
[3:48] „Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, um unseres Herrn Jesus Christus und der Liebe des Geistes willen, dass ihr mit mir zusammen kämpft in den Gebeten für mich zu Gott.“ Interessanter Gedanke hier, dass der Heilige Geist selbst, die Liebe des Heiligen Geistes, Gott der Vater ist Liebe. Jesus liebt uns über alle Maßen, aber auch der Heilige Geist liebt uns. Und auch das ein interessanter, oft vielleicht gar nicht so bemerkter Hinweis auf die Persönlichkeit des Heiligen Geistes. Und er bittet sie, dass sie gemeinsam in den Gebeten mit ihm kämpfen für Paulus und seinen Dienst, dass ich bewahrt werde vor den Ungläubigen in Judäa – das sind also die aus der Beschneidung, die die Juden, die Christus nicht angenommen haben – und dass mein Dienst für Jerusalem den Heiligen angenehm sei, damit ich mit Freuden zu euch komme durch Gottes Willen und mich zusammen mit euch erquicke. Der Gott des Friedens sei mit euch allen. Amen.
[4:51] Ich empfehle euch aber unsere Schwester Phöbe, die eine Dienerin der Gemeinde in Kenchrea ist, damit ihr sie aufnehmt im Herrn, wie es sich für Heilige geziemt, und ihr in allen Dingen beisteht, in denen sie euch braucht. Denn auch sie ist vielen ein Beistand gewesen, auch mir selbst.
[5:08] Das letzte Kapitel des Römerbriefes ist auch sehr wertvoll, weil es eine ganze Reihe von Namen und persönlichen Bekanntschaften des Paulus uns deutlich macht, die uns einen Einblick vermitteln, das Netzwerk der frühen Gemeinde und wie die Weltmission damals in diesen ersten Jahrzehnten organisiert war, wie international man vernetzt war.
[5:29] „Grüßt Priszilla und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus, die für mein Leben ihren eigenen Hals hingehalten haben, denen nicht allein ich Dank verbinde, sondern auch alle Gemeinden der Heiden.“ Die haben wir schon kennengelernt in Apostelgeschichte 18, als Paulus sie in Korinth getroffen hat. Sie waren ja im Zuge der Ausweisung aller Juden durch Kaiser Claudius aus Rom nach Korinth gekommen und dann hatten sie dort als diejenigen, die auch den Zeltmacherberuf wie Paulus hatten, gemeinsam mit ihm zusammen gewohnt, hatten sich ausgetauscht und Paulus hat sie dann in Ephesus zurückgelassen, wo sie dann den Apollos weiter unterrichtet haben, sodass der ein noch größerer Segen für die Gemeinden in Kleinasien und Griechenland werden konnte. Das ist sicherlich ein der Punkte, die er hier besonders auch im Hinterkopf hat.
[6:17] „Grüßt auch die Gemeinde in ihrem Haus.“ Hier sehen wir also, dass sich Gemeinden auch in Häusern getroffen haben und offensichtlich vielleicht das hier darauf hindeutet, dass es auch schon mehrere Gemeinden in Rom gegeben hat.
[6:34] „Grüßt meinen geliebten Epenetus, der ein Erstling von Achaja für Christus ist.“ Also einer der allerersten Stunde in Griechenland für das Christentum gewonnen werden konnte. „Grüßt Maria, die viel für uns gearbeitet hat. Grüßt Andronikus und Junias, meine Verwandten und Mitgefangenen, die unter den Aposteln angesehen und vor mir in Christus gewesen sind.“ Also schon sehr, sehr früh zum Glauben gekommen sind.
[7:00] Paulus ist ja dann kurz nach der Steinigung des Stephanus zum Glauben gekommen. „Grüßt meinen im Herrn geliebten Amplias, grüßt Urbanus und sein Mitarbeiter in Christus und meinen geliebten Stachus, grüßt Apelles, den in Christus Bewährten, grüßt die vom Haus des Aristobulus.“ Ist ganz interessant, dass wir hier griechische und römische Namen finden und das zeigt doch ein bisschen auch die Zusammensetzung der Gemeinden dort in Rom.
[7:35] „Grüßt Herodion, meinen Verwandten, grüßt die vom Haus des Nereus, die im Herrn sind. Grüßt Tryphäna und Tryphosa, die im Herrn arbeiten. Grüßt die geliebte Persis, die viel gearbeitet hat im Herrn.“ Hier sehen wir, welche Bedeutung auch gläubige Frauen in der Gemeinde gehabt haben, die auch in der Arbeit für den Herrn, im Werk Gottes, eine aktive Rolle gespielt haben.
[7:57] „Grüßt Rufus, den Auserwählten im Herrn, und seine Mutter, die auch mir eine Mutter ist.“ Man merkt richtig, wie Paulus ganz bewusst, oder ganz, ganz, ganz besondere Verbindung auch zu einzelnen Personen gehabt hat, die ihm besonders wert und teuer gewesen sind.
[8:13] „Grüßt Asynkritus, Phlegon, Hermes, Patrobas, Hermes und die Brüder bei ihnen. Grüßt Philologus und Julia, Nereus und seine Schwester, auch Olympas und alle Heiligen bei ihnen.“ Grüßteinander mit einem heiligen Kuss. Es grüßen euch die dem Christus. Dieser heilige Kuss ist wohl etwas gewesen, was es heute noch in einigen Kulturen gibt, wo man sich zum Gottesdienst mit einem Kuss auf die Wange begrüßt.
[8:38] „Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, gebt acht auf die, welche Trennungen und Ärgernisse bewirken im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie.“ Paulus hat sehr ausführlich die Lehre des Evangeliums ihnen systematisch beschrieben und jeder, der gegen diesen Römerbrief lehrt, würde Spaltung und Trennung bewirkt gegen das Evangelium. Diese Menschen sollten ganz klar erkannt und gemieden werden. Ist also ein ganz direkter Aufruf auch auf die Reinhaltung der Lehre in der Gemeinde zu achten, denn solche dienen nicht unserem Herrn Jesus Christus, sondern ihrem eigenen Bauch und durch wohlklingende Reden und schöne Worte verführen sie die Herzen der Arg-losen. Hier sehen wir, wie diese Irrlehrer vorgegangen sind, dass sie mit guter Rhetorik und mit schönen Worten Menschen verführt haben, die nichts Böses geahnt haben.
[9:38] „Denn euer Gehorsam ist überall bekannt geworden.“ Auch hier ein Motiv, das wir schon ganz am Anfang in Römer 1 gelesen haben. „Darum freue ich mich euren Wegen, möchte aber, dass ihr weise seid zum Guten und unvermischt bleibt mit dem Bösen.“ Paulus sagt mit anderen Worten: Ich weiß, dass ihr einen guten Stand habt, ich weiß, dass ihr gefestigt seid im Evangelium, und ich wünsche mir, dass es so bleibt. Deswegen achte darauf, dass die Irrlehrer keinen Fuß in eure Gemeinde, keinen Fuß hinein bekommen in eure Gemeinde, dass ihr darauf achtet, dass Irrlehren von der Gemeinde wirklich aktiv ferngehalten werden. Das ist etwas, was auch heute noch wichtig ist, dass wir Irrlehrern keinen Raum geben in der Gemeinde, so dass sie dann Menschen verführen und vom Evangelium abbringen.
[10:25] „Der Gott des Friedens aber“ – eine Formulierung, die wir schon aus Kapitel 15, Vers 33 kennen – „wird in kurzem den Satan unter euren Füßen zermalmen.“ Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch. Amen. Und das nimmt ein Bild auf, das wir kennen aus 1. Mose Kapitel 3, Vers 15, wo das Evangelium beschrieben wird als die Handlung des Samens der Frau des Messias, der dem Satan den Kopf zertreten wird. Und das ist passiert, als Jesus am Kreuz von Golgatha den Sieg über Sünde, Tod und Teufel errungen hat, als er gestorben ist und dann am dritten Tag wieder auferstanden ist.
[11:05] Und was Paulus hier deutlich macht: Dieser endgültige Sieg ist ein Sieg, der sich auch in unserem Leben praktisch zeigen soll. Jesus hat nicht nur am Kreuz von Golgatha dem Satan den Kopf zertreten, sondern er zermalmt ihn auch unter unseren Füßen. Es sind nicht unsere Füße, die das aus eigener Kraft tun. Es ist Gott, der in unserem Leben den Satan besiegen möchte, aber so konkret, dass es unter unseren Füßen ist, in meinem konkreten Leben, in deinem konkreten Leben, im Alltag möchte Gott zeigen, dass durch die Kraft des Evangeliums, durch die Gnade Jesu, durch die Erfüllung mit dem Heiligen Geist, tatsächlich die Taten des Fleisches getötet werden können, dass tatsächlich der Satan verliert.
[11:51] „Es grüßen euch Timotheus, mein Mitarbeiter, und Lucius und Jason und Sosipater, meine Verwandten.“ Das sind also diejenigen, die jetzt mit Paulus zusammen sind und ihren Gruß anhängen lassen. „Ich, Tertius, der ich den Brief niedergeschrieben habe, grüße euch im Herrn.“ Und hier haben wir einen Einblick in etwas sehr Faszinierendes, dass nämlich Paulus diesen Römerbrief gar nicht selbst geschrieben hat, sondern diktiert hat und ein anderer, nämlich Tertius, der den Brief tatsächlich buchstäblich dann aufgeschrieben hat. Und das zeigt uns ein bisschen auch, wie Paulus gearbeitet hat und wir, wie verschiedene Menschen mitbeteiligt gewesen sind. Das heißt, das, was wir hier lesen, ist erstmalig aufgeschrieben worden, nicht von Paulus, sondern von Tertius, der die Worte von Paulus nach dessen Diktat aufgeschrieben hat.
[12:42] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, auch wir wünschen uns so sehr, dass in unserem Leben durch die Kraft des Heiligen Geistes der Satan unter unseren Füßen zermalmt wird, zertreten wird durch dein Evangelium. Herr, wir möchten dich bitten, dass wir in den Dingen des heutigen Tages, des morgigen Tages, in den Dingen, die im Alltag auf uns einströmen, dass wir erleben, dass du als der Gott des Friedens Sieger bist im großen Kampf zwischen Licht und Finsternis und dass wir aus deiner Kraft Sieger sein dürfen. Dafür danken wir dir im Namen Jesu. Amen.
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