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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


Christopher Kramp beleuchtet in dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ die Schlussverse des 1. Korintherbriefs. Er erklärt Paulus‘ Anweisungen zur systematischen Sammlung für Jerusalem und seine Reisepläne, die er stets unter Gottes Vorbehalt stellte. Zudem werden Paulus‘ Ermahnungen zu standhaftem Glauben, Liebe und der Wertschätzung von Mitarbeitern wie Timotheus und Apollos behandelt, bevor der Brief mit dem aramäischen Ruf „Maranatha“ und einem herzlichen Liebesgruß endet.


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Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite" heute mit 1. Korinther 16. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass dein Wort zu uns spricht, dass es uns tröstet und stärkt, aber auch ermahnt. Wir möchten dich bitten, dass du uns heute zeigst, wo in unserem Leben Sünde ist und wo wir Buße tun müssen, bereuen müssen, wo wir nüchtern werden müssen, sodass wir dich erkennen, wie du wirklich bist, dein Wort, deine Wahrheit, um sie dann auch richtig weitergeben zu können. Herr, erfülle uns heute mit deinem Heiligen Geist. Hab Dank, dass du uns in Liebe korrigierst und dass wir von dir lernen dürfen. Wir wollen zu deinen Füßen sitzen und bitten dich, dass du jetzt durch dein Wort zu uns sprichst. Im Namen Jesu, Amen.

[1:25] Wir sind in 1. Korinther 16. Paulus spricht gegen Ende dieses langen Briefes, dieses ersten Briefes an die Korinther, auch über die Sammlungen und sagt ihnen, dass er bereits diesbezüglich etwas für die Gemeinden in Galatien, also im Zentralkleinasien, angeordnet hat, was jetzt auch für die Korinther in Griechenland gelten soll. Wir lesen weiter in Vers 2: "An jedem ersten Wochentag, also an jedem Sonntag, lege jeder unter euch etwas beiseite und sammle, je nachdem er Gedeihen hat, damit nicht erst dann die Sammlung durchgeführt werden muss, wenn ich komme."

[2:02] Also Paulus redet hier zu einem systematischen Ansammeln von Almosen, von Spendengeldern, sodass, wenn er dann nach Korinth kommt, nicht erst plötzlich schnell irgendwo Geld herbeigeschafft werden muss, sondern er empfiehlt ein systematisches Spendenleben für die Geschwister. Und ein wichtiger, ein praktischer Ratschlag dabei ist, jeden Sonntag sich jetzt etwas Geld beiseite zu legen. Paulus hat damit unter gar keinen Umständen gewollt, dass er so verstanden wird, dass jetzt der Ruhetag des Sabbats auf den Sonntag gelegt wird. Hier geht es nicht um den Gottesdienst, hier geht es nicht um eine Kollekte während einer Gottesdienstfeier. Hier geht es einfach darum, dass man zu Hause systematisch am Anfang der Woche, bevor man alles andere ausgibt, erst einmal etwas Geld für die Mission, für die Diakonie, für den Gemeindeaufbau und die Linderung von Not zurückhält, um dann, wenn dann die Sammlung durchgeführt wird, man eine entsprechend signifikante, ja, eine signifikante Summe auch spenden kann.

[3:15] "Wenn ich aber angekommen bin, will ich die, welche ihr als geeignet erachtet, mit Briefen absenden, damit sie eure Liebesgabe nach Jerusalem überbringen." Das Ganze soll also unter der Supervision von Paulus geschehen und mit geeigneten Überbringern, die auch treu sind, damit das Geld nicht veruntreut wird. "Wenn es aber nötig ist, dass auch ich hinreise, sollen sie mit mir reisen."

[3:39] "Ich werde aber zu euch kommen, wenn ich Mazedonien durchzogen habe, denn durch Mazedonien werde ich ziehen." Paulus kündigt erneut, wie auch schon im Römerbrief, Reisepläne an. Er möchte über den Norden Griechenlands, also über Makedonien, zu ihnen kommen. Die Korinther sind ja weiter im Süden von Griechenland. "Bei euch aber werde ich vielleicht verweilen oder auch überwintern, damit ihr mich geleitet, wohin ich reise." Dieses Geleite bedeutet, dass er hofft, dass die Gemeinde in Korinth ihn auch ausstattet, ihm Unterstützung gibt für die dann anstehenden weiteren Missionsreisen. "Denn ich will euch jetzt nicht nur im Vorbeigehen sehen, sondern ich hoffe, einige Zeit bei euch zu bleiben, wenn der Herr es zulässt."

[4:18] Paulus konnte nicht an allen Orten lange bleiben, aber er hat sich bestimmte Orte herausgesucht, wo er eine längere Zeit gewirkt hat, um dort wirklich das Werk persönlich auch zu überwachen, wie es wächst, wie es Wurzeln schlägt. Wir wissen aus der Apostelgeschichte, dass er zum Beispiel auch eine längere Zeit in Ephesus gewesen ist, fast drei Jahre, um dort die Gemeinde wirklich gründlich auch auszubilden und die Verbreitung des Evangeliums zu sehen. So einen Plan hat er auch hier für die Gemeinde in Korinth. Er war ja schon, als er das erste Mal in Korinth gewesen ist, über ein Jahr dort gewesen.

[4:57] Interessant ist allerdings, dass Paulus hier wiederum ganz deutlich macht, dass er Pläne hat, die er sich zurechtgelegt hat, die er wahrscheinlich auch für sehr sinnvoll erachtet hat, aber er wusste, letztendlich kann Gott einen ganz anderen Plan haben, auf den er nicht gekommen ist. Und so ist es immer notwendig, dass auch wir unsere Pläne, die wir legen, auch heute für den Tag, dass wir sie in Gottes Hand legen. Es ist nicht verkehrt, wenn wir uns Gedanken machen. Wir sollen nicht in den Tag hineinleben, wir sollen uns Pläne machen, aber immer nur so weit, dass wir bereit sind zu sagen: "Der Herr möge es führen." Paulus hat erlebt, in der Apostelgeschichte haben wir das deutlich gelesen, dass Gott mehrmals Pläne, die er gehabt hat, durchkreuzt hat, weil Gott einen anderen Plan hatte. Er hatte sie nicht nach Asia gelassen, nicht nach Bithynien gelassen, damit sie nach Makedonien gehen. Der Heilige Geist hatte ihm mehrmals bestimmte Pläne verwehrt, und so kann es auch sein, dass Gott uns bestimmte Pläne, die wir für sinnvoll erachten, verwehrt, weil er einen besseren Plan für uns hat.

[5:53] "Ich werde aber bis Pfingsten in Ephesus bleiben, denn eine Tür hat sich mir aufgetan, weit und vielversprechend, und es gibt viele Widersacher." Paulus hat in Ephesus sehr viel Großes bewirkt, und er hat diese Gelegenheit dort erkannt. Er sagt, eine Tür hat sich aufgetan, und sie ist vielversprechend. Und interessanterweise hat es gerade dort auch viel Widerstand gegeben. Wir lesen ja in der Apostelgeschichte zum Beispiel auch von diesem großen Aufruhr, den es dann auch dort gegeben hat. Paulus war also interessanterweise der Meinung, dass viel Widerstand gegen das Evangelium nicht automatisch bedeutet, dass sich hier eine Tür schließt, sondern es kann durchaus sein, dass sich gerade eine Tür öffnet, obwohl es auch viel Widerstand gibt. Möge Gott uns geistliche Erkenntnis schenken, damit wir sehen, wo er die Türen öffnet in unserem Leben und wo er sie schließt.

[6:51] "Wenn aber Timotheus kommt, so seht zu, dass er ohne Furcht bei euch sein kann, denn er arbeitet im Werk des Herrn wie ich auch." Paulus empfiehlt seinen jungen Mitarbeiter, den er ja mit ausgebildet hat. "Darum soll ihn niemand gering schätzen." Timotheus ist noch jung, und Paulus weiß, dass vielleicht einige auf ihn herabblicken werden, aber das will er verhindern. Egal wie alt wir sind, wenn Gott uns mit Aufgaben im Werk Gottes beauftragt hat, sollte jedes Gemeindeglied auch einem jungen Gemeindeleiter, einem jungen Missionar, mit Ehrerbietung und Achtung entgegentreten. "Geleitet ihn vielmehr in Frieden, damit er zu mir kommt, denn ich erwarte ihn mit den Brüdern." Timotheus war also offensichtlich alleine unterwegs, jedenfalls ohne Paulus, und war auf dem Weg zu Paulus. Und Paulus bittet die Gemeinde in Korinth, den Timotheus entsprechend zu unterstützen und auszurüsten, dass er den Weg bis zu Paulus, vermutlich nach Ephesus, hier dann ja zurücklegen kann.

[7:50] "Was aber den Bruder Apollos betrifft, so habe ich ihm viel zugeredet, mit den Brüdern zu euch zu kommen, doch er war durchaus nicht bereit, jetzt zu kommen. Er wird aber kommen, wenn er die rechte Gelegenheit findet." Hier sehen wir auch, dass Paulus kein Diktator war, der einfach nur die Missionare wie Schachfiguren auf dem Brett hin und her geschoben hat, wie Marionetten benutzt hat, sondern dass auch jeder Einzelne seine eigene Verantwortung hatte, seine eigene Entscheidungsfreiheit hatte. Und Paulus zwar entsprechende Wünsche geäußert hat, aber auch es respektiert und akzeptiert hat, wenn Mitarbeiter etwas anderes sich überlegt haben oder den Eindruck hatten, dass Gott sie anders führt. Und das ist auch ein wichtiger Punkt, den wir für unsere Zeit mit uns nehmen dürfen in Gedanken, dass niemand alle Mitarbeiter im Werk Gottes kontrollieren kann und sie einfach nur ja, nach eigenem Willen schieben kann, wie er möchte.

[8:51] "Wacht, steht fest im Glauben, seid mannhaft, seid stark." Diese Aufforderung gilt auch für uns. Auch wir müssen wachsam sein, wir müssen im Glauben stark sein und fest stehen. "Lasst alles bei euch in Liebe geschehen." Und das ist auch ein wichtiger Punkt: Wir sollen auf der einen Seite stark und fest im Glauben sein und gleichzeitig alles, was wir tun, muss von der Liebe erfüllt sein, die aus dem Herzen Gottes kommt und die in unser Herz kommt durch den Heiligen Geist. Wenn wir etwas tun im Werk Gottes, in der Gemeinde, und es ist nicht aus Liebe, dann hat es keinen Sinn. Das hat Paulus in diesem Brief in Kapitel 13 ganz deutlich gemacht, und deswegen erinnert er die Korinther hier noch einmal, dass egal, was sie tun, es darf niemals ohne Liebe geschehen.

[9:41] "Ich ermahne euch aber, ihr Brüder: Ihr wisst, dass das Haus des Stephanas der Erstling von Achaja ist und dass sie sich dem Dienst an den Heiligen gewidmet haben." Also, mit anderen Worten, Stephanas und sein Haus, das sind die, die ersten, die dort im Süden Griechenlands gewonnen worden sind für das Evangelium. "Ordnet auch ihr euch solchen unter und jedem, der mitwirkt und arbeitet." Hier sehen wir, dass es wichtig ist, dass wir auch innerhalb der Gemeinde uns unterordnen denen, die mehr Erfahrung haben im Evangelium als wir, denen, die besondere Aufgaben haben und Verantwortung tragen. Paulus hat in seinen Briefen immer und immer wieder über die Unterordnung gesprochen. Das ist ein Thema, das heute relativ unpopulär ist, aber es kommt immer wieder vor: in der Ehe, in der Frage zwischen den Herren und den Sklaven, Eltern und Kindern, und auch innerhalb der Gemeinde. Paulus' Hauptthema ist natürlich, dass wir uns alle einander unterordnen sollen, aber wir sehen hier auch ganz praktische Anwendung: In der Gemeinde sollen wir uns auch denen unterordnen, die Erfahrung und Verantwortung haben.

[10:45] "Ich freue mich aber über die Ankunft des Stephanas und Fortunatus und Achaikus, denn diese haben mir ersetzt, dass ich euch entbehren muss, denn sie haben meinen und euren Geist erquickt. Darum erkennt solche an." Menschen, die geistlich auf die Gemeinden positiv einwirken, Menschen, die Geschwister stärken und geistlich erfrischen, die sind es wert, auch entsprechend geehrt zu werden und anerkannt zu werden.

[11:13] "Es grüßen euch die Gemeinden in der Provinz Asia. Es grüßen euch vielmals im Herrn Aquila und Priskilla samt der Gemeinde in ihrem Haus." Paulus hatte Aquila und Priskilla ja bei seinem ersten Missionsaufenthalt in Korinth kennengelernt, wo sie damals aus Rom gekommen waren, als Kaiser Claudius damals die Juden aus Rom vertrieben hatte wegen der Streitigkeiten zwischen Christen und Juden, worüber wir auch durch den Geschichtsschreiber Sueton unterrichtet werden. Und diese Aquila und Priskilla, die waren mit ihm nach Ephesus gekommen, waren dort sogar von ihm zurückgelassen worden für eine Zeit, haben dort ein großes Werk auch getan, indem sie auch den Apollos, der dann nach Ephesus kam, unterrichtet haben noch weiter. Und entsprechend haben natürlich Aquila und Priskilla, weil sie über ein Jahr mit Paulus zusammen in Korinth gewirkt haben, auch gute Verbindung nach Korinth gehabt und lassen die Geschwister hier grüßen.

[12:11] "Es grüßen euch alle Brüder. Grüßt euch untereinander mit einem heiligen Kuss." "Das ist mein, des Paulus, handschriftlicher Gruß." Das zeigt uns erneut, wie wir das schon beim Römerbrief gesehen haben, wo wir feststellen konnten, dass ein Terzius den Brief eigentlich niedergeschrieben hat, dass auch hier jemand anders den Brief geschrieben hat, während Paulus ihn diktiert hat und nur hier diese letzte Zeile oder eine der letzten Zeilen tatsächlich mit eigener Hand geschrieben hat. Alles deutet darauf hin, dass Paulus ein Augenleiden gehabt hat, dass es ihm ermöglicht hat, nur mit großen Buchstaben zu schreiben, und es ihn verhindert hat, die Briefe als Ganze selbst zu formulieren.

[12:56] "Wenn jemand den Herrn Jesus Christus nicht lieb hat, der sei verflucht." Das große, große Ziel des Glaubens, auch in der Gemeinde, überall, wo wir sind, ist, dass wir Jesus Christus lieb haben. "Maranatha!" Das ist Aramäisch und zeigt, dass auch Paulus natürlich Aramäisch gesprochen hat, so wie Jesus auch. Und es bedeutet: "Unser Herr kommt!" Das "Mara" ist "der Herr" und "natha" ist "komm", also "unser Herr komm!". Das ist diese Aufforderung, der Imperativ "Komm!". Also, es kann übersetzt werden: "Unser Herr kommt" oder "Unser Herr, komm, komm, oh Herr!". Und das zeigt, dass die Hoffnung auf die Wiederkunft ein ganz zentrales Element im Dienst von Paulus gewesen ist und im Glauben dieser frühen Christen.

[13:52] "Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit euch! Meine Liebe ist mit euch allen in Christus Jesus. Amen." Interessanterweise fügt Paulus am Ende noch diesen Schluss zu und sagt: "Ich habe euch wirklich lieb, auch wenn ich euch in manchen Dingen tadeln musste, auch wenn ich einige Sachen korrigieren musste. Ich habe euch von Herzen lieb." Möge Gott uns diese Einstellung schenken, dass wir Jesus lieben und unsere Geschwister lieben, auch wenn noch nicht alles so läuft, wie es eigentlich sein sollte.

[14:19] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, ja, auch wir möchten sagen: "Maranatha!" Wir möchten sagen: "Unser Herr, komm, komm bald und erlöse uns von dieser Welt!" Wir danken dir von ganzem Herzen, dass wir die Hoffnung der Wiederkunft haben, die Hoffnung auf ein ewiges Leben, dass wir schon hier in dieser Welt untereinander und vor allem auch mit dir echte, tiefe Liebe erleben dürfen. Bitte segne uns und gib, dass wir als Gemeinden zusammenwachsen und nicht auseinandergerissen werden. Das bitten wir alles im Namen Jesu. Amen.


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