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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt zu Galater 4:19-5:17 warnt Christopher Kramp die Galater eindringlich vor Irrlehrern, die sie zurück in die Werksgerechtigkeit des Gesetzes führen wollen. Er betont, dass Erlösung und Bleiben in Christus allein durch Gnade und Glauben geschehen, nicht durch menschliche Anstrengung oder Rituale wie die Beschneidung. Paulus‘ emotionale Argumentation verdeutlicht die Gefahr, die Freiheit in Christus zu verlieren und stattdessen der Knechtschaft des Fleisches zu verfallen. Die wahre Freiheit zeigt sich im Glauben, der durch Liebe wirksam wird und im Wandel im Geist.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:30] [Musik] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite, heute mit Galater 4, Vers 19 bis 5, Vers 17. Lasst uns gemeinsam beten.

[0:39] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir deine Kinder sein dürfen. Was ist das für ein großes Vorrecht, das wir so selten eigentlich wirklich vor Augen führen, dass wir zu dir Vater sagen dürfen und dass du uns mit einer Liebe liebst, die all das übersteigt, was wir jemals bei Eltern haben erleben können. Lieber Vater, wir wollen uns zu deinen Füßen setzen, wir wollen verstehen, was du uns heute zu sagen hast. Wir wollen unser ganzes Leben in deine Hand legen. Jesus ist für uns gestorben und du freust dich, dass du uns dadurch vergeben kannst. Herr, das ist wie ein Licht, das in das dunkle Herz hineinscheint, dass wir durch deine Gnade, durch deine Liebe, durch die Kraft deines Evangeliums wiederhergestellt werden können als deine Kinder. Und Herr, dafür möchten wir dir von ganzem Herzen Danke sagen und wir möchten dich bitten, dass wenn wir jetzt dein Wort lesen, dass du es uns erklärst. Du hast es ja gegeben, dass wir es so verstehen, wie du es gemeint hast und wie es in unserem Leben all die Kraft entfalten kann, die es hat. Sprich du zu uns und hab Dank, dass Jesus für uns jetzt eintritt. Amen.

[2:17] Wir sind in Galater Kapitel 4. Paulus warnt die Galater und macht ihnen deutlich, dass das, was sie jetzt erleben, aufgrund des Einflusses jüdischer Irrlehrer, die versuchen, ihnen einzureden, dass sie wie Juden leben sollten, um gerettet werden zu können, dass das im Grunde genommen jetzt in dem Zustand, wo sie sind, nachdem sie das Evangelium ja schon gehört hatten, eigentlich nichts weiter ist als ein Rückfall in die Zeiten, in denen sie noch als Götzendiener mit Werksgerechtigkeit versucht haben, sich das Heil zu verdienen. Und Paulus erinnert sie an die schöne Zeit, die sie zusammen hatten, als sie ihm das Evangelium zum ersten Mal präsentiert hatte, als sie voller Begeisterung das angenommen hatten. Und er fragt sie jetzt, ob sie ihn jetzt als Feind sehen, weil er sie korrigiert und ihnen deutlich macht, dass sie nicht im Fleisch vollenden können, was Gott im Geist in ihnen angefangen hat. Man kann durch eigene Kraft weder zu Gott kommen, noch kann man durch eigene Werke bei Gott bleiben. Es ist Gnade, um zu ihm zu kommen, Gnade, um Kind Gottes zu werden, es ist Gnade, um Kind Gottes zu bleiben.

[3:30] Wir lesen weiter in Galater 4, Vers 19: „Meine Kinder“ – und wörtlich steht hier eigentlich „Kindlein“ – „also Paulus möchte auch durch seine Wortwahl etwas wiedergeben von der Liebe, die Gott der Vater für sie hat. Meine Kinder, um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt.“ Er sagt: „Ich leide unfassbare Schmerzen.“ Wir wissen, dass Geburtsschmerzen so ziemlich die schlimmsten Schmerzen sind, die ein Mensch überhaupt aushalten kann. Und wir wissen, dass die Geburtsschmerzen von Gott besonders als Folge der Sünde hervorgehoben worden sind in 1. Mose 3 aus genau einem ganz bestimmten Grund, weil um deutlich zu machen, nicht einfach um den Menschen einfach nur zu bestrafen, sondern um deutlich zu machen, dass es Gott selbst und Jesus selbst unvorstellbare Schmerzen gekostet hat, um dich zu erretten und mich zu erretten. Für Jesus war es die größte Qual seines Lebens, vom Vater getrennt zu sein: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Wir sehen in Gethsemane, Verzeihung, sehen wir diese unvorstellbare Qual. Es waren echte Schmerzen. Und so sind die Geburtsschmerzen der Frau und der Arbeitsschweiß des Mannes schwache Illustration dessen, was Gott für uns erlitten hat. Und jeder, der als Missionar für Menschen wirkt, der bekommt einen kleinen Abglanz dessen in seinem eigenen Erleben, in seinen eigenen Gedanken, seinen eigenen Gefühlen, weil er auch mit den Menschen mitfiebert, weil er sich Sorgen macht, weil er hofft, dass sie nicht verloren gehen, weil er sozusagen auch quasi wie Geburtsschmerzen für sie empfindet.

[5:32] Für Paulus waren es seine Kinder im Glauben, die er dort in Galatien gehabt hat. Und er sagt: „Ich habe noch einmal Geburtsschmerzen.“ Es waren Geburtsschmerzen, als ich euch zu Christus geführt habe, aber jetzt habe ich Geburtsschmerzen, damit wirklich auch der christliche Glaube in euch gestärkt und vertieft wird und dass die falschen Irrlehren wieder in den Weg kommen. Es reicht nicht nur aus, Menschen zu Jesus zu führen, sondern wir müssen noch darum kämpfen, dass sie bei Jesus bleiben und wirklich in Jesus gewurzelt und gegründet werden, bis sie selbstständig auch in Christus stehen. „Wie gerne wollte ich jetzt bei euch sein und in anderem Ton zu euch reden, denn ich weiß nicht, woran ich mit euch bin.“ Und wir hören richtig die emotionale Verzweiflung. Paulus hofft, dass es besser ist, als er denkt, aber er muss sie auch warnen und zwar mit aller Deutlichkeit. „Sagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, hört ihr das Gesetz nicht?“ Und das ist ein ganz typischer Punkt von Paulus, der deutlich macht diesen Irrlehrern, die immer behaupten, man bräuchte nicht unbedingt Jesus, man braucht auf jeden Fall die Beschneidung, man müsste nicht unbedingt Glauben an Jesus haben, man müsste aber unbedingt unter dem Gesetz leben. Er sagt: „Hört doch zu, was das Alte Testament sagt!“

[6:45] Wir haben das im Römerbrief gesehen, wo Paulus deutlich macht, dass der Glaube das Gesetz nicht aufhebt, sondern im Gegenteil, das Gesetz bestätigt, weil das Gesetz ja von Abraham spricht und dem Glauben und dem Evangelium. Und er führt viele weitere Beispiele an. Auch hier zitiert er jetzt aus oder verweist er jetzt auf das Alte Testament: „Es steht doch geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd, den anderen von der Freien, also einen Sohn von Hagar, einen von Sara. Der von Hagar, das war der Ismael. Der von Sara, das war natürlich Isaak. Der von der Magd war gemäß dem Fleisch geboren, der von der Freien aber Kraft der Verheißung.“ Es waren zwar beides Söhne Abrahams, aber einer war geboren einfach nur, weil man aus eigener Kraft, mit eigenen Gedanken, mit eigenen Mitteln versucht hat, Gottes Willen zu erfüllen, indem man nämlich dann eine Sünde begangen hat. Saras Idee war es ja, dass der Abraham nach geltendem babylonischen Recht seine Magd zur Zweitfrau nimmt und sozusagen ihr Kind dann adoptiert werden könnte. Das war so ein bisschen die Idee wahrscheinlich. Aber der Punkt war, all das war ohne Gottes Geist. Es war fleischlich, es war menschlich, es war der Versuch, mit menschlichen Mitteln etwas zu erfüllen, was Gott gesagt hatte, dass es nämlich ein Kind geben sollte. Isaak dagegen wurde geboren, als es Menschen unmöglich erschien, um ganz deutlich zu machen, es war keine menschliche Leistung, es war nicht menschliche Strategie, es war keine fleischliche Tat, es war aufgrund von Gottes Kraft und Verheißung. Und trotzdem musste dabei Abraham etwas tun, er musste natürlich mit seiner Frau Sara schlafen, aber es war eben nicht mehr Kraft seiner Leistung, es war Gottes Kraft und sein Wunder. Und Abraham und Sara haben da mitgewirkt, mitgearbeitet und so die Verheißung in Anspruch genommen.

[8:49] Das hat einen bildlichen Sinn. Paulus sagt, das hat eine typologische Bedeutung: „Dies sind nämlich die zwei Bündnisse. Das eine vom Berg Sinai, das zur Knechtschaft gebärt, das ist Hagar.“ Die zwei Bündnisse, das sind der alte und der neue Bund. Wir dürfen dabei niemals vergessen, was deutlich wird, auch wenn man sich die Bündnisse genau studiert, wenn man Jeremia 31, Vers 31 liest und natürlich auch Hebräer 8, Vers 10, dass der neue Bund der eigentliche Bund, das ewige, rettende Evangelium und der schon älter ist als der alte Bund. Der neue Bund ist der, durch den unsere Sünden vergeben werden, durch den wir einen direkten Zugang zu Gott haben und bei dem das Gesetz der zehn Gebote in unser Herz geschrieben wird. Im Kontrast dazu ist der alte Bund der Bund, wo die Zehn Gebote äußerlich nur auf Steintafeln stehen, wo es einen menschlichen Vermittler gibt und wo die Sündenvergebung nur durch Opfer vorgeschattet wird. Aber auch im Alten Testament konnte nur Vergebung durch den neuen Bund geschehen, nur durch Christus konnte Menschen vergeben werden, die das im Glauben annehmen konnten. Und das müssen wir im Hinterkopf haben, wenn wir das jetzt lesen. Der das Bündnis vom Berg Sinai meint sozusagen jetzt das schriftliche, das den alten Bund, wo Menschen sozusagen die Gebote, die wahren Gebote haben außerhalb von sich und versuchen jetzt aus eigener Kraft diese Gebote zu halten, weil sie ja gesagt haben, dass sie nicht mehr hören wollten, als Gott sprach, sondern ein menschlicher Mittler sollte zwischen ihnen stehen. Und das sagt er, das ist wie die Hagar. Das ist, wenn man aus eigenem Fleisch versucht, Gebote zu halten, Regeln einzuhalten. Und das führt nur zu Knechtschaft, denn wenn man versucht, aus eigener Kraft ohne Jesus, ohne Glauben, Regeln einzuhalten, wird man immer scheitern. Man ist unter dem Fluch, weil man es aus eigener Kraft gar nicht kann. „Denn Hagar bedeutet den Berg Sinai in Arabien und entspricht dem jetzigen Jerusalem und es ist in Knechtschaft samt seinen Kindern.“

[10:47] Und dann sagt Paulus, genau das ist das, was die Juden, die Christus abgelehnt haben, jetzt zu seiner Zeit erleben. Sie versuchen, Regeln einzuhalten und haben den abgelehnt, durch den es möglich wäre. Sie wollen aus eigener Kraft sich vor Gott etwas erarbeiten und haben dadurch den Glauben abgelehnt, der allein sie vor Gott gerecht machen könnte. „Das obere Jerusalem aber ist frei und dieses ist die Mutter von uns allen.“ Es gibt das irdische Jerusalem, das jetzt durch die Ablehnung von Jesus in der Knechtschaft ist, sagt Paulus, geistlich gesehen. Aber das himmlische Jerusalem, dort, wo Jesus jetzt als Hohepriester dient, dort ist die Freiheit und alle, die durch den Glauben an Jesus erlöst werden, die haben ihr Himmelrecht dort, ihr Bürgerrecht dort im Himmel, wie Philipper 3 dann sagen wird. „Denn es steht geschrieben: Freue dich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst! Brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht in Wehen liegst! Denn die Vereinsamte hat mehr Kinder als die, welche den Mann hat.“ Und das ist interessanterweise aus Jesaja 54 genommen, wo in Jesaja 53 – und das ist ja, die Kapiteleinteilung ist ja viel später gewesen – das ist eine direkte Weiterführung dessen, was in Jesaja 53 steht, wo der Tod, wo das Leiden und der stellvertretende Sterben von Jesus Christus prophetisch vorhergesagt werden.

[12:08] „Wir aber, Brüder, sind nach der Weise des Isaak Kinder der Verheißung, weil wir nämlich auf den Glauben basieren, bauen, weil wir nämlich glauben, dass Gott in uns etwas tut, was wir alleine nicht tun können. Doch gleich wie damals der gemäß dem Fleisch Geborene den gemäß dem Geist Geborenen verfolgte, so auch jetzt.“ So wie es damals einen Streit gab zwischen Ismael und Isaak, so gab es jetzt auch Kontroversen und Unruhen und Verfolgung. Diejenigen, die versucht hatten, den Buchstaben des Gesetzes zu halten aus eigener Kraft, um sich vor Gott etwas zu verdienen, wurden unwillig über die, die darauf bestanden, dass es allein durch den Glauben an den Gekreuzigten und Auferstandenen Jesus ist und die durch diesen Glauben alleine Gottes Gerechtigkeit bekommen haben. Und diese Christen wurden verfolgt von eben jenen jüdischen Menschen, die Jesus abgelehnt haben. Genau diese Verfolgung finden wir in der Apostelgeschichte immer und immer wieder, wo Juden dann den Paulus und anderen Gläubigen nachsetzen, nachstellen.

[13:20] „Was aber sagt die Schrift? Treibe die Magd hinaus und ihren Sohn! Denn der Sohn der Magd soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir also, Brüder, nicht Kinder der Magd, sondern der Freien.“ Paulus spricht das jetzt nicht noch mal explizit aus, aber sein Punkt ist ganz deutlich. Er sagt, diejenigen, die ohne Christus allein durch eigene Kraft versuchen, gerecht zu werden, die werden nicht erben. Es ist nicht mal so, dass wir sozusagen beide auf der gleichen Stufe stehen. Sie behaupten zwar, dass sie höher sind, aber in Wirklichkeit gehen sie verloren. Sie werden nicht erben, sie werden nicht das ewige Leben haben können ohne Christus. Und so sagt er, sind wir typologisch gesehen die Söhne der Sara, wir gehören typologisch gesehen zu Isaak.

[14:07] „So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat.“ Übrigens war ja Hagar eine Magd, eine geknechtete, während Sara eine freie war. Das hat also Paulus auch ganz mit Bedacht ausgewählt. Er sagt: „Bleibt in der Freiheit! Lasst euch nicht einreden, dass ihr euch selbst erretten könnt und jetzt Dinge tun müsst, sodass ihr euch selbst wieder in die Knechtschaft begebt.“ „Steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen. Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge nochmals jedem Menschen, der sich beschneiden lässt, dass er verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu halten.“ Er sagt mit anderen Worten: „Wenn du glaubst, dass du, indem du dich beschneiden lässt, mehr bei Gott Anerkennung bekommst, dann musst du das gesamte Gesetz halten und dann bist du verflucht, weil das wirst du gar nicht können. Dann nützt uns Christus nichts. Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt. Ihr seid aus der Gnade gefallen.“ Er macht ganz deutlich, das ist ein gefährlicher Weg, wenn wir versuchen, durch unsere eigenen Werke uns vor Gott zu halten, durch unsere eigenen Werke vor Gott uns zu qualifizieren, dann gehen wir verloren.

[15:30] „Wir aber erwarten im Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit. Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist.“ Und hier wird deutlich, dieser Glaube, von dem Paulus spricht, ist nicht nur ein theoretisches Dafürhalten, sondern einer, der wirklich mit Christus, wo der Mensch mit Christus gekreuzigt ist, mit ihm verbunden ist und wo die Liebe Gottes durch den Heiligen Geist in unser Herz kommt, wie Römer 5, Vers 5 sagt, sodass unser Leben tatsächlich ein Zeugnis ist für das Evangelium. Das Evangelium wirkt, es hat Werke aus dem Glauben und nicht, um sich zu qualifizieren. „Ihr lieft gut. Wer hat euch aufgehalten, dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht? Die Überredung kommt nicht von dem, der euch berufen hat. Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig.“ Auch das ein wichtiges Prinzip. Offensichtlich haben die Galater etwas getan in ihrer Mitte, was dazu geführt hat, dass sie alle mehr oder weniger sich jetzt vom Evangelium entfernt haben. „Ich traue euch zu in dem Herrn, dass ihr nicht anders gesinnt sein werdet. Wer euch aber verwirrt, der wird das Urteil tragen, wer auch sei.“ Und hier wird wiederum deutlich, wie Paulus mit Zuversicht spricht. Er hofft, er traut ihnen zu, dass sie eigentlich das Richtige wissen, dass sie nur verwirrt sind, dass sie noch nicht völlig sich gegen Christus entschieden haben. Er sagt: „Derjenige, der euch verwirrt, der wird sein Urteil bekommen.“

[17:00] „Ich aber, ihr Brüder, wenn ich noch die Beschneidung verkündigte, warum würde ich dann noch verfolgt? Dann hätte das Ärgernis des Kreuzes aufgehört.“ Und hier sehen wir, was das eigentliche Problem ist. Diese Irrlehrer sagten – und das werden wir noch sehen in Kapitel 6 – dass es nicht wichtig ist, an das Kreuz zu glauben. Hauptsache, man ist beschnitten. Es ging also nicht darum, eine Beschneidung aus vielleicht hygienischen Gründen vorzunehmen oder so. Es ging darum zu sagen, dass man unbedingt beschnitten sein muss, um gerettet zu werden, während das Kreuz keine Bedeutung hätte. Und das war so falsch, dass Paulus dem mit aller Wucht sich entgegenstellen musste. „Oh, dass sie auch abgeschnitten würden, die euch verwirren!“ Man sieht, wie Paulus ärgerlich ist über Menschen, die Irrlehren verbreiten und damit Menschen von Christus wegführen.

[17:51] „Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder. Nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe.“ Und hier wird ganz deutlich, die Freiheit in Christus bedeutet nicht, fleischlich zu leben. Es bedeutet nicht, jetzt in Sünde zu leben, auch nicht, dass Sünde geheißen wird, sondern die Freiheit befiehlt uns, in Liebe einander zu dienen. Deswegen ist der Glaube in der Liebe wirksam. „Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, indem du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Mit anderen Worten, wer seinen Nächsten liebt wie sich selbst, der ist in Harmonie mit all dem, was die Bibel sagt. „Wenn ihr aber einander beißt und fresst, so habt acht, dass ihr nicht voneinander aufgezehrt werdet.“ Offensichtlich war diese Liebe untereinander bei den Galatern noch nicht so vorhanden, wie sie hätte sein sollen.

[18:42] „Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.“ Das ist genau der Punkt von Römer 8. Aus eigener Kraft werden wir dies Fleisch nicht besiegen können, wir werden immer wieder sündigen und fallen. Aber im Geist gibt es keine Verdammnis mehr, denn der Geist tötet die Taten des Fleisches und durch den Geist sind wir Söhne Gottes und Kinder Gottes und Töchter Gottes. „Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch, und diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt.“ Das ist die Erfahrung von Römer 7. Solange wir also dem Fleisch Raum geben – und Paulus sagt, wenn man durch eigene Werke versucht, erlöst zu werden, gibt man dem Fleisch Raum – und deswegen ist es so, dass jemand, der versucht, aus eigenen Werken erlöst zu werden, immer wieder fällt, weil er dem Fleisch Raum gibt und deswegen das Fleisch uns zur Sünde verführt. Deswegen ist die einzige Hoffnung, dass das Fleisch mit Christus getötet ist, dass wir im Glauben an Jesus festhalten und glauben, dass wir mit ihm gekreuzigt sind.

[19:52] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, Herr, wir wünschen uns so sehr, dass in unserem Leben heute nicht der alte Bund regiert, wo wir aus eigener Kraft versuchen, gute Regeln zu halten, wo wir darauf vertrauen, was andere Menschen uns über dich sagen und wo wir hoffen, irgendwann vielleicht einmal Erlösung zu bekommen oder die Erlösung nur theoretisch verstanden haben, sondern wir wünschen uns heute, im neuen Bund zu leben. Wir wünschen uns, dass wir die Erfahrung machen und wissen dürfen von ganzem Herzen, dass du unsere Sünde vergeben hast, weil Jesus für sie gestorben ist und sie abgegolten ist. Wir wünschen uns, dass wir erfahren, dass wir direkt zu dir sprechen können und von keinem Menschen abhängig sind, um zu erfahren, was du für uns möchtest. Und wir wünschen uns, dass dein gutes Gesetz in unser Herz geschrieben wird, dass wir danach handeln aus Liebe zu dir und zu anderen Menschen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[21:19] [Musik]


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