In dieser Predigt über Titus 2:1-3:9 beleuchtet Christopher Kramp die Anweisungen des Paulus an Titus für ein gottgefälliges Leben in der Gemeinde. Es geht um gesunde Lehre und die spezifische Rolle und das Verhalten von Männern und Frauen unterschiedlichen Alters. Der Sprecher betont die transformative Kraft der Gnade Gottes, die uns zu guten Werken befähigt und uns auf die Wiederkunft Jesu vorbereitet, während er gleichzeitig zur Unterordnung unter die Obrigkeit und zur Vermeidung unnützer Streitfragen aufruft.
Gott auf (m)einer Seite: Titus 2:1-3:9
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: TitusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] [Musik] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir wissen dürfen, dass du nicht lügen kannst, dass dein Wort immer Bestand hat, dass man sich darauf verlassen kann, auch wenn die Himmel zusammenfallen und zusammenbrechen. Dein Wort steht für ewig fest, und wir wollen deine Zusagen, deine Versprechungen, deine Verheißungen in unserem Leben annehmen, darauf bauen und in unserem Herzen sie bewahren. Herr, bitte sprich du auch heute durch dein Wort zu uns. Hab Dank dafür und erfülle du uns mit deinem Heiligen Geist im Namen Jesu. Amen.
[1:17] Wir beginnen heute mit Titus Kapitel 2. In Kapitel 1 hat Paulus den Titus noch einmal darüber in Kenntnis gesetzt, was die entscheidenden Kriterien sind, nach denen er auf Kreta Gemeindeälteste, Gemeindeleiter für die einzelnen Ortsgemeinden aussuchen sollte. Und er warnt ihn ausdrücklich vor den Irrlehrern, die es auch dort auf Kreta gibt, die mit ihren falschen Theorien Menschen, ganze Familien, vom Glauben wegziehen und in den Abgrund stürzen.
[1:56] Wir lesen weiter in Titus Kapitel 2 und dort Vers 1: "Du aber rede, was der gesunden Lehre entspricht, dass die alten Männer nüchtern sein sollen, ehrbar, besonnen, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld." Titus soll die gesunde Lehre vortragen. Er soll in dem, was er predigt, dem Wort Gottes folgen. Die alten Männer sollen nüchtern, ehrbar, besonnen sein, gesund im Glauben. Es geht darum, in der gesunden Lehre, dass die verschiedenen Geschwister in der Gemeinde auch tatsächlich ein Leben leben, das dem Evangelium entspricht.
[2:39] Dass sich die alten Frauen gleicherweise so verhalten sollen, wie es Heiligen geziemt, dass sie nicht verleumderisch sein sollen, nicht vielem Weingenuss ergeben, sondern solche, die das Gute lehren, damit sie die jungen Frauen dazu anleiten, ihre Männer und ihre Kinder zu lieben, besonnen zu sein, keusch, häuslich, gütig und sich ihren Männern unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert wird. Wir sehen hier, dass das Wort Gottes für die verschiedenen Geschlechter, Mann und Frau, auch für die unterschiedlichen Altersgruppen verschiedene, ganz spezifische, besondere Anweisungen hat. Und wir sehen ja auch, wie in der Gemeinde man miteinander zusammenarbeiten soll. Wir sehen, wie zum Beispiel die älteren Frauen die Aufgabe haben, die jüngeren Frauen anzuleiten, ihnen zu helfen, Stütze zu sein im Glaubensleben – etwas, das wir heutzutage oft sträflich vernachlässigen.
[3:34] Gleicherweise ermahne die jungen Männer, dass sie besonnen sein sollen. "In allem mache dich selbst zu einem Vorbild guter Werke. In der Lehre erweise Unverfälschtheit, würdigen Ernst, Unverderbtheit, gesunde, untadelige Rede, damit der Gegner beschämt wird, weil er nichts Schlechtes über euch sagen kann." Titus selbst sollte nicht nur den Männern und Frauen der Gemeinden, nicht nur den Alten und den Jungen entsprechende Ratschläge geben und sie ermahnen und ihnen sagen und lehren, wie sie dem Evangelium entsprechend leben sollten. Er sollte selbst ein Vorbild sein. Er sollte das, was er predigte, durch sein eigenes Leben ausdrücken, damit niemand etwas Schlechtes über die Gemeinde sagen könnte. Er sollte mit Unverfälschtheit lehren. Er sollte ernst sein beim Lehren, sollte nicht mit lustigen Witzen versuchen, die Zuhörer zu unterhalten, sondern er sollte die Wahrheit unverfälscht darbringen.
[4:47] "Die Knechte ermahne, dass sie sich ihren eigenen Herren unterordnen, in allem gern gefällig sind, nicht widersprechen, nichts entwenden, sondern alle gute Treue beweisen, damit sie der Lehre Gottes, unseres Retters, in jeder Hinsicht Ehre machen." Ein Thema, das wir schon öfter gefunden haben beim Paulus, das hier noch von einer anderen Seite aus beleuchtet wird. Wenn Knechte ihren Herren treu dienen und nicht versuchen, unter der Hand Dinge für ihren eigenen Nutzen zu stehlen, wenn sie nicht rebellieren, dann werfen sie ein gutes Licht auf die Lehre des Evangeliums, auf die Lehre Gottes. Wenn wir in bestimmten Lebenssituationen durch bestimmte Umstände aufgefordert sind, uns unterzuordnen, soweit es dem Wort Gottes entspricht und soweit es mit dem Wort Gottes vereinbar ist, dann wollen wir das auch ohne Murren tun, ohne Rebellion, damit das Evangelium, das wir bekennen, auch als solches erkannt wird.
[5:54] "Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen." Gottes Gnade, die sich in Jesus zeigt, kann jedem Menschen ewiges Heil schenken. "Sie nimmt uns in Zucht", das heißt, sie erzieht uns, sie nimmt uns in die Erziehung sozusagen, "damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit." Wenn wir die Gnade Gottes, die für alle Menschen heilsbringend erschienen ist, in unserem persönlichen Leben annehmen, dann fangen wir an, in die Schule zu gehen. Wir gehen in die Schule Gottes, und Gott möchte uns Schritt für Schritt beibringen, wie wir in der jetzigen Weltzeit mit all ihrer moralischen Finsternis, mit all den Sünden, die diese Welt so beherrschen, wie wir in dieser Weltzeit als Gläubige besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben können, wie wir Sünde ablegen, Sünde überwinden und die weltlichen Begierden tatsächlich durch den Glauben verleugnen.
[7:04] "Indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus." Die große Hoffnung, die wir haben, ist die Wiederkunft Jesu. Darauf hoffen wir, danach sehnen wir uns. Und möge Gott uns täglich schenken, dass das eine glücklich machende Hoffnung ist, dass Jesus dieser sündenkranken Welt, wie wir sie kennen, ein Ende machen wird, dass Leid und Schmerz und Tod aufhören werden, dass Sünde nicht mehr existieren wird. Die Erscheinung, die Wiederkunft Jesu, die glückselige Hoffnung, die uns im Alltag antreibt, Jesus treu zu bleiben.
[7:47] "Der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen." Jesus war bereit, am Kreuz für mich und für dich zu sterben, damit wir von aller Sünde erlöst werden – nicht von mancher Sünde, sondern von aller Sünde, von aller Gesetzlosigkeit erlöst. "Und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun." Das besondere Eigentum, das kennen wir aus 2. Mose 19, wo Gott zu den Israeliten gesagt hat, die er aus Ägypten erlöst hat durch das Blut des Lammes, das an die Türpfosten gestrichen worden ist. Er hatte zu ihnen gesagt, dass er zwar die gesamte Welt gemacht hat und alle Völker ihm gehören, weil er sie alle geschaffen hat, dass die Israeliten ein besonderes Eigentum sein sollten, weil sie die Erlösung in Anspruch genommen haben, weil sie ihn zurücklieben könnten dadurch. Und deswegen bekamen sie die Zehn Gebote als Ausdruck des Bundes, den Gott mit ihnen schließen wollte. Die sollten seine Tugenden, sein Wesen der Welt zeigen durch Wort und durch Tat, indem sie die Gebote durch Gottes Gnade halten sollten. So sollen wir durch gute Werke zeigen, wie Gott wirklich ist. Er, der uns von aller Sünde erlöst hat, hat uns gereinigt, damit wir seine Werke tun, die er vorbereitet hat, damit wir in ihnen wandeln, wie es Epheser 2, Vers 10 so wunderbar ausdrückt.
[9:24] "Dieses sollst du lehren und mit allem Nachdruck ermahnen und zurechtweisen. Niemand soll dich geringachten." Titus hatte einen klaren Auftrag: Er sollte das Evangelium predigen, er sollte die Wiederkunft predigen, er sollte predigen, dass das Evangelium uns von aller Sünde reinigt und dass es uns fähig macht, die Werke zu tun, die Gott vorbereitet hat. Er sollte predigen, wie wir in der Schule Gottes lernen können, in dieser Weltzeit gerecht zu leben durch Gottes Gnade. Und auch das ist unser Auftrag, das ist auch heute noch unser Auftrag, das ist heute noch die Botschaft, die die Welt hören muss, wie viel mehr jetzt, wo Jesus Christus tatsächlich sehr bald wiederkommen wird. Ist nicht diese Botschaft von Titus 2, Vers 11 bis 14, eine gegenwärtige Botschaft für uns heute? Dann wollen wir das, was hier steht, mit Nachdruck lehren und auch Menschen diesbezüglich zurechtweisen im Geist Jesu.
[10:27] "Die dagegen sprechen, erinnere sie, dass sie sich den Regierenden und Obrigkeiten unterordnen und gehorsam sein, zu jedem guten Werk bereit." Titus sollte nicht nur das Evangelium predigen, so wie wir es in Titus 2, Vers 11 bis 14, haben. Es war auch seine Aufgabe – und ich glaube, das hat an Aktualität nichts eingebüßt – er sollte auch die Geschwister erinnern, dass sie sich den Obrigkeiten, den Regierenden, unterordnen sollten. Das schreibt Paulus, so wie auch im Römerbrief, wo in Römer 13 dasselbe steht, zur Zeit der Regierung des Kaisers Nero. Das schreibt er hier allerdings zu einer Zeit, als er bereits selbst direkte, persönliche, leidvolle Erfahrung mit dem herrschenden Nero gehabt hat. Er hat seine Meinung aber seit dem Römerbrief nicht geändert. Er hat nicht gesagt: "Na ja, aber bei ganz besonders schlimmen Regierenden wie bei dem Nero, da gilt das da nicht." Nein, Paulus sagt: "Erinnere sie!"
[11:38] Natürlich hat Paulus nicht damit gemeint, dass der Staat uns zu Dingen zwingen darf, die gegen Gottes Gesetz sind. Das ist selbstverständlich klar. Die Bibel macht das an vielen Stellen deutlich. In der Apostelgeschichte heißt es, dass wir Gott mehr gehorchen müssen als den Menschen. Die drei Freunde von Daniel haben sich geweigert, das Gebot des Königs zu befolgen, das sie zum Götzendienst geführt hätte. Aber sie sind dem König gefolgt, als er sie aus dem brennenden Ofen gerufen hat. Wann immer eine Regierung etwas von uns verlangt, was wir mit der Bibel in der Hand tun können, dann sollen wir dem auch gehorchen, ob die Regierung gut oder schlecht ist. Das ist dabei irrelevant, denn eine wirklich moralisch gute Regierung wird es in dieser Welt eigentlich auch wirklich gar nicht geben können bei so viel Sünde und so viel Sündern in dieser Welt.
[12:32] "Dass sie niemand verlästern, nicht streitsüchtig sind, sondern gütig, indem sie allen Menschen gegenüber alle Sanftmut erweisen." Wir sollen nicht Streit suchen, wir sollen nicht andere Menschen über andere Menschen schlecht reden. Wir sollen sanftmütig sein, wir sollen gütig sein, und egal, was die Menschen denken, egal, wie sie sind, egal, wie sie uns behandeln, ihnen gegenüber Sanftmut erweisen.
[12:58] "Denn auch wir waren einst unverständig, ungehorsam, gingen in die Irre, dienten mannigfachen Lüsten und Vergnügungen, lebten in Bosheit und Neid, verhasst und einander hassend." Paulus sagt, wir selbst sind ja so gewesen wie die Menschen jetzt, und deswegen haben wir kein Recht, sie zu verurteilen, sie geringschätzig zu betrachten, denn auch wir mussten erst erlöst werden.
[13:22] "Als aber die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien..." Was für ein schöner Vers! Gott liebt Menschen, er liebt die Welt. So hat er die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gegeben hat. "Als aber die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien, da hat er uns nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten (denn wir haben ja keine getan), sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit errettet durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, den er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesus Christus, unseren Retter, damit wir durch seine Gnade gerechtfertigt, der Hoffnung gemäß Erben des ewigen Lebens würden." Wir haben eine Hoffnung auf den Himmel und auf die Neue Erde, deswegen, weil Gott Gnade mit uns gehabt hat, weil er barmherzig mit uns gewesen ist. Und weil wir das erlebt haben, wollen wir auch denen, die anderer Meinung sind als wir, denen, die uns vielleicht sogar verfolgen, und sei es der Staat, wollen wir ihnen mit Sanftmut und Ehrerbietung, mit Besonnenheit begegnen und sie niemals verlästern.
[14:44] "Glaubwürdig ist das Wort, und ich will, dass du dies mit allem Nachdruck bekräftigst, damit die, welche an Gott gläubig wurden, darauf bedacht sind, eifrig gute Werke zu tun." Das ist das, was wir in Kapitel 2, Vers 14, schon gesehen haben, dass Gott ein Volk für sich selbst zum besonderen Eigentum gereinigt hat, das eifrig ist, gute Werke zu tun. Und diese guten Werke, die sind jetzt hier zwischen diesen Versen in Kapitel 3 deutlich beschrieben. Und dazu gehört auch, dem Staat sich unterzuordnen, soweit das mit der Bibel vereinbar ist. Dazu gehört eben, niemanden zu verlästern. Dazu gehört, mit Sanftmut anderen Menschen zu begegnen. Das sollte Titus predigen, und wer das predigt, der predigt das Wort Gottes.
[15:43] Aber in Vers 8 steht noch: "Dies ist gut und nützlich für die Menschen." Deswegen möchte Gott, dass das gepredigt wird, weil es gut für uns ist, weil es nützlich ist, weil es uns hilft, den Weg des Lebens zu erkennen und auf ihm zu bleiben. Und deswegen muss die klare, einfache, biblische Botschaft gepredigt werden, so wie sie hier steht, auch wenn sie uns manchmal nicht passt, weil wir vielleicht ein Problem damit haben, weil wir anderer Meinung sind. Aber deswegen darf der Prediger seine Botschaft nicht verändern. Der Titus sollte genau das predigen, was hier steht, und wir sollen dasselbe tun.
[16:19] "Die törichten Streitfragen aber und Geschlechtsregister sowie Zwistigkeiten und Auseinandersetzungen über das Gesetz meide, denn sie sind unnütz und nichtig." Es gibt viele Streitfragen, viele Theorien auch heute, wo Menschen sich über Nebensächlichkeiten in die Haare kriegen, darüber sich zerspalten, wo niemand dadurch im Glauben wächst, niemand näher zu Jesus kommt, niemand in seiner Erfahrung mit Gott gestärkt wird. Wenn wir sehen, dass solche Dinge in unsere Gemeinden kommen, dann wollen wir das heraushalten. Wir wollen nur die Dinge bedenken und durchdenken und durchsprechen, die wirklich uns im Glauben stärken und nützlich sind für uns.
[17:00] Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns Menschen lieb hast, und danke, dass durch Jesus Christus deine Menschenliebe und deine Freundlichkeit sichtbar geworden ist für jeden von uns, dass deine Gnade, die heilbringend ist für uns alle, erschienen ist, sodass wir lernen können, in dir die Gesetzlosigkeit zu überwinden, dass wir durch dich gereinigt worden sind, damit wir eifrig gute Werke tun. Herr, wir freuen uns auf die Wiederkunft und möchten dich bitten, dass du uns darauf vorbereitest, indem wir das tun, was vor dir wohlgefällig ist und was gut und nützlich ist für uns. Und schenk uns den Mut, zu deiner biblischen Botschaft zu stehen, egal ob es populär oder unpopulär ist. Das bitten wir im Namen Jesu.
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