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In dieser ersten Folge der Serie „Der letzte Brief“ führt Christopher Kramp in den Zweiten Timotheusbrief ein, das Vermächtnis des Apostels Paulus. Er beleuchtet den historischen Kontext von Paulus‘ zweiter Gefangenschaft unter Kaiser Nero und seine tiefe emotionale Bindung zu Timotheus. Die Sendung betont Paulus‘ unerschütterliche Dankbarkeit und sein reines Gewissen, sowie die Bedeutung des ungeheuchelten Glaubens, der Timotheus von seiner Großmutter Lois und seiner Mutter Eunike mitgegeben wurde.


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Serie: Der letzte Brief

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Transkript

[0:06] Hallo und herzlich willkommen, liebe Zuschauer, schön, dass ihr heute Abend da seid. Wenn ihr heute darauf gerechnet habt und damit gerechnet habt, dass es heute den Erzählten gibt, dann ist das gut verständlich, weil normalerweise gibt es immer an dieser Stelle den Erzählten. Und es ist nun so, dass wir an einer Stelle angekommen sind in dem Studium über das Leben von Jesus, wo wir einen großen Abschnitt hinter uns gebracht haben und ein ganz neuer großer Abschnitt beginnt, der viele Wochen und Monate uns beschäftigen wird. Wir sind ja nur noch wenige Monate vor der Kreuzigung, aber wir haben ungefähr nach eineinhalb Jahren die Hälfte des Materials. Also, wir haben noch – wir werden noch viele Jahre weiter studieren. Das werden wir auch tun. Allerdings werden wir in etlichen Wochen sozusagen in der Lokalität umziehen und dann an neuem Ort starten. Und wir haben gedacht, es wäre dann besser, mit diesem neuen großen Block dann auch neu zu beginnen, sozusagen, und nicht so mittendrin äh zu dann hier also aufzuhören.

[1:11] Und deswegen wollen wir in diesen verbleibenden wenigen Wochen, wo wir hier aus Stuttgart-Wangen livestreamen werden, uns mit einem Brief beschäftigen, der eine besondere Bedeutung hat. In der Bibel gibt es mehrere Briefe. Die allermeisten sind von Paulus, und dieser auch. Es ist der letzte Brief, den Paulus geschrieben hat, sozusagen sein Vermächtnis. Und ihr wisst, Paulus spielt für die biblische Botschaft eine enorme Rolle. Und das sind die Dinge, die er kurz vor seinem Tod niedergeschrieben hat. Und ich glaube, jeder von uns kann eine ganze Menge davon profitieren, von dem, was Paulus so am Ende seines Lebens als das Wichtigste empfunden hat. Das wollen wir in den nächsten Wochen tun. Und dieser Brief, dieser Zweite Timotheusbrief, ist relativ kurz. Wir werden also da auch nicht lange für brauchen. Und wir werden jetzt auch nicht jeden Vers 35 Mal umdrehen und jedes Wort sezieren. Wir werden ein bisschen mehr den Gedankengang von Paulus versuchen zu verstehen und verstehen wollen, was das praktisch für uns bedeutet. Denn ihr werdet sehen, es gibt kaum einen Brief, der uns so praktisch auch auf die Endzeit vorbereitet, wie der Brief von einem Mann, der ganz viel mit Gott erlebt hat und der mitten in der Verfolgung im Gefängnis sitzt.

[2:28] Und damit Gott uns führt, dass wir sein Wort auch richtig verstehen, wollen wir gemeinsam niederknien und ihn um seine Führung bitten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir so sehr Danke sagen für all das, was wir von dir lernen dürfen Tag für Tag, dass du immer gerne unser Lehrer bist und uns keinen Vorwurf machst, wenn wir einfach etwas nicht wissen, sondern dass du mit viel Geduld uns auch immer wieder dieselben Dinge zeigst, damit sie sich einprägen. Herr, wir möchten dir danke sagen für so vieles, was wir lernen durften in den letzten Monaten und Jahren, als wir hier Dienstag für Dienstag dein Wort studiert haben. Und wenn wir jetzt in diesen letzten Wochen hier in Stuttgart-Wangen uns den Zweiten Timotheusbrief vornehmen, dann möchten wir dich bitten, dass du in besonderer Weise zu unseren Herzen sprichst, dass wir etwas mitnehmen, das wir für unser gesamtes Leben nicht vergessen werden, dass wir den Schatz, den du uns ins Herz legen möchtest, wirklich als einen Schatz empfinden und ihn entsprechend bewahren. Herr, sprich du zu uns. Das hast du versprochen, denn du hast gesagt, dass dein Wort nicht leer zurückkehrt, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Das alles bitten wir im Namen unseres kostbaren Erlösers und Retters und wiederkommenden Königs Jesus Christus. Amen.

[4:06] Schlag mit mir auf den Zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus. Vielleicht nehmen wir uns einfach eine Minute und versetzen uns in die Lage des Paulus im Jahre 66. Er war ja wenige Jahre zuvor als Gefangener nach Rom gekommen, hatte dort als Gefangener mehrere Briefe geschrieben: den Kolosserbrief, den Philipperbrief, den Philemonbrief, den Epheserbrief. Aber Paulus ist dann vor Nero angeklagt worden. Zweite Timotheus. Und Paulus ist überraschenderweise freigesprochen worden. Ich weiß nicht, ob ihr das so vor Augen habt. Paulus stand vor Nero, hat sich verteidigt und ist wieder freigelassen worden. Und er hat da noch eine Zeit lang gewirkt. Wir wissen gar nicht mehr so viel über sein Wirken. Die Apostelgeschichte sagt da nichts mehr, weil die schon bei der ersten Gefangennahme in Rom abbricht, ja. Die bricht dann ab. Und wir wissen aber, dass er dann freigesprochen worden ist, noch einmal unterwegs gewesen ist. Einige spekulieren, wo er dann gewesen sein könnte. Und dann ist er im Jahre 66 erneut festgenommen worden, ein zweites Mal. Ihr wisst vielleicht, da gab es auch den Brand von Rom, ja, in in zeitlicher Nähe. Der Nero wollte vermutlich einen Sündenbock, und die Christen sollten dieser Sündenbock sein. Und Paulus spielt eine ganz entscheidende Rolle dabei.

[5:31] Ellen White sagt uns Folgendes, um so ein bisschen, dass wir so ein bisschen so den Hintergrund bekommen: „Aus dem Gerichtssaal des Kaisers kehrte Paulus zurück zu seiner Zelle.“ Der stand gerade vor Nero, hat sich verteidigt, kehrt zurück und realisierte, dass er sich für sich nur eine kurze Verschnaufspause gewonnen hatte. Also, er war jetzt ein zweites Mal gefangen und stand gerade vor Nero, hat sich dort verteidigt. Er ist nicht umgebracht worden, aber er wusste, dass es dauert nicht mehr lange, ja. Er ging noch mal zurück, er ist noch mal zurückgeschickt worden in seine Zelle. „Er wusste, dass seine Feinde nicht ruhen würden, bis sie seinen Tod herbeigeführt hätten. Aber er wusste auch, dass die Wahrheit für eine Zeit triumphiert hatte. Dass er den gekreuzigten und auferstandenen Erlöser vor dieser riesigen Menge, die ihm zugehört hatte, predigen konnte, war in sich selbst ein Sieg. An diesem Tag war ein Werk begonnen worden, das wachsen würde und sich stärken würde und dass weder Nero noch alle anderen Feinde von Christus nicht verhindern oder zerstören könnten.“

[6:53] Dann sagt sie Folgendes: „Tag für Tag saß er in seiner finsteren Zelle und wusste, dass ein Wort oder ein Kopfnicken von Nero sein Leben geopfert werden könnte.“ Der saß da und wusste, wenn der Nero nur einmal schnipst, ist er tot. Er wusste nicht mehr, wie lange er hat. Er wusste nicht, wie viel Stunden, wie viel Minuten, wie viel Tage, wie viel Wochen. Und als das so war, dachte Paulus an Timotheus und er entschied sich, ihn zu sich senden zu lassen. „Dem Timotheus war die Fürsorge für die Gemeinde anvertraut worden, und er hatte – er war dort zurückgelassen worden, als Paulus seine letzte Reise nach Rom gemacht hatte. Paulus und Timotheus waren durch eine ungewöhnliche emotionale Verbindung miteinander verbunden. Die war tief und stark“, sagt sie. Und dann, ich überspringe ein paar Sachen, dann sagt sie: „Es ist kaum ein Wunder, dass in seiner Einsamkeit er, also Paulus, danach verlangt hat, ihn zu sehen.“ Das war so quasi fast sein bester Freund, kann man sagen.

[8:04] Und dann sagt sie noch – und dann gehen wir gleich in den Text: „Paulus wusste, dass sein Leben unsicher war, und er fürchtete, dass Timotheus zu spät ankommen würde. Er hat zu ihm gesandt, aber er wusste, das dauert Monate, bis der ankommt. Er hatte Angst gehabt, dass er ihn nicht mehr sehen könnte. Und er hatte so wichtigen Ratschlag und Instruktionen für den jungen Mann, dem ja solch große Verantwortung übergeben werden sollte. Und weil er ihn aufforderte, ohne Verzögerung zu kommen, so: „Komm schnell, komm, komm, komm!“ Ja, wusste er es: Wenn Nero morgen schnippst, macht, dann kann ich ihn nicht mehr sehen, ich kann es ihm nicht mehr sagen. Hat er dann sein sterbendes Zeugnis diktiert, das er vielleicht nicht mehr aussprechen konnte. Also, er wusste, vielleicht sehe ich ihn nicht mehr, vielleicht schaffe ich es nicht mehr, ihm das sagen zu können. Also hatte diesen Brief geschrieben. Das heißt, was wir jetzt lesen, das sind die Dinge, die Paulus so wichtig waren, dass, als er wusste, ich habe vielleicht nur noch Minuten zu leben oder Stunden oder Tage, das muss unbedingt noch gehört werden, das muss noch gesehen und verstanden werden.

[9:11] 2. Timotheus Kapitel 1, Vers 1 und 2. Mag jemand lesen, was dort steht? 2. Timotheus 1, Vers 1 und 2: „Paulus, Apostel Jesu Christi durch Gottes Willen, gemäß der Verheißung des Lebens in Christus Jesus, an Timotheus, mein geliebtes Kind: Gnade, Barmherzigkeit, Friede sei mit dir von Gott, dem Vater, und von Christus Jesus, unserem Herrn.“ Genau. Wenn ihr das lest, dann versetzt euch in die Lage, nicht wahr? Also, das nicht einfach nur lest. Es nicht einfach nur als ein – als als Wort auf einem Blatt Papier, sondern als einen Mann, der weiß, er ist des Todes, der jetzt in seiner Zelle sitzt und diktiert, diktiert und jemand, irgendein Schreiber, schreibt das auf, ja. Ist euch was aufgefallen in diesen ersten beiden Versen? Ich meine, es ist ja eigentlich nur eine Einleitung, oder? Er sagt, wer er ist, er sagt, an wen er schreibt. Aber trotzdem sind das schon ein paar kleine Details, die spannend sind, oder? Ist das aufgefallen?

[10:12] Ja, also gerade im Angesicht dessen, dass er dem Tod jetzt ins Auge blickt, schreibt er ja: „gemäß der Verheißung des ewigen Lebens in Christus Jesus.“ Also, er hat sich da schon drauf gestützt, dass er diesen Trost hat. Genau. Wenn man jetzt nicht wüsste, was dieser Brief eigentlich so als Hintergrund hat, würde man sagen: „Na ja, ewiges Leben ist halt, was die Christen so glauben.“ Aber hier ist ein todgeweihter Mann. Das Erste, was er schreibt: „Ich, Paulus, ich war Apostel Jesu Christi wegen gemäß der Verheißung des ewigen Lebens.“ Er schreibt seinen Brief, weil er weiß: Gott hat ewiges Leben ist auch wenn ich jetzt sterben sollte.

[10:50] Aufgefallen, wie nennt er den Timotheus? „Mein geliebtes Kind.“ Mein geliebtes Kind. War er wirklich sein Kind? Wisst ihr, was für den Timotheus, wo der herkam? Der hatte doch griechische Wurzeln, oder? Genau, halb-griechische Wurzeln. Genau. Also, hatte eine gläubige jüdische Mutter und einen ungläubigen griechischen Vater. Er war so ja, hat ein gemischtes Elternhaus. Wisst ihr, wo er den Timotheus kennengelernt hatte? Timotheus war ja nicht in Jerusalem gewesen oder in Antiochia, sondern wo hat er den Timotheus kennengelernt? Wisst ihr das aus der Apostelgeschichte? Er hat ihn auf der zweiten Missionsreise kennengelernt, also da Ikonium, Lystra war ja. Da wurde der Timotheus empfohlen als Jünger, Mitarbeiter. Und er war selbst jetzt noch – Ellen White sagt – jung. Und das war jetzt schon also 15 Jahre oder so so so später. Also, der muss am Anfang sehr jung gewesen sein, vielleicht fast ein Jugendlicher oder so. Und Paulus hat den mitgenommen und dann ausgebildet und und ihn mitzog, ihn quasi adoptiert, ja. Und er war dann – und Ellen White schreibt das auch am Ende: „War ihre Bindung so fest, wie als wäre er wirklich sein Vater.“ „Mein geliebtes Kind“, schreibt er auch im ersten Brief, da schreibt er auch: „Mein echtes Kind im Glauben.“ Genau. Das hat er nicht nur bei Timotheus gemacht, das steht bei Titus auch, ja. Er hat diese Mitarbeiter nicht einfach nur als Mitarbeiter gesehen. Er hatte echt eine freundschaftliche, in dem Fall halt väterliche Beziehung zu ihnen.

[12:10] Und dann diese ganz typische Gruß von Paulus immer, nicht wahr? „Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und von Christus Jesus, unserem Herrn.“ Übrigens auch hier noch mal, das auch ganz typisch Paulus: „Ich war am Anfang Apostel Jesu Christi durch Gottes Willen.“ Er wusste, das habe ich mir nicht selbst ausgesucht, ausgedacht. Habe ich – da habe ich mich nicht selbst für beworben. Das wollte Gott so, ja. So, und jetzt, das ist also sozusagen wie so der Briefkopf, ja, von wem an wen mit dem Gruß. Jetzt geht's los. Was ist das Erste, was er sagt in Vers 3? Wer mag mal lesen Vers 3 und 4? „Ich danke Gott, dem ich von den Vorfahren her mit reinem Gewissen diene, wenn ich unablässig an dich gedenke in meinen Gebeten Tag und Nacht. Und ich bin voll Verlangen, dich zu sehen, da ich mich an deine Tränen erinnere, damit ich mit Freuden erfüllt werde.“ Genau. Wisst ihr, wie Paulus normalerweise seine Briefe beginnt? Ich lese mal ein paar Beispiele vor. Ihr müsst nicht mit aufschlagen, könnt aber. Ein paar Beispiele: Römer 1, Vers 8, zuerst immer nach dem – nach dem nach der Briefeinleitung, ja. Römer 1, Vers 8: „Zuerst danke ich meinem Gott durch Jesus Christus um euer aller Willen.“ Erste Korinther Kapitel 1, Vers 4: „Ich danke meinem Gott allezeit euren Wegen durch die Gnade Gottes.“ Zweite Korinther Kapitel 1, Vers 3: „Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.“ Springen, vielleicht gehen wir zu gleich Philipper Kapitel 1, Vers 3: „Ich danke meinem Gott, so oft ich an euch gedenke.“ Kolosser 1, Vers 3: „Wir danken dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.“ Erste Thessalonicher: „Wir danken Gott allezeit für euch alle.“ Wie hat das seine Briefe angefangen? Immer Dank. Er hat immer mit Dank angefangen. Es gibt ganz wenige Ausnahmen, beim Galaterbrief, da war er so voller – war so aufgeregt, dass er gleich losgeschossen hat mit dem, was aber das war seine Angewohnheit. Er hat immer zuerst gedankt. Und diese Angewohnheit, immer zuerst zu danken, war so tief, dass, als er im Gefängnis sitzt und nicht mehr weiß, wie lange er zu leben hat, schreibt er als Erstes, gelesen Vers 3: „Ich danke Gott.“

[14:19] Das ist interessant. Also, das war jetzt keine so heldenhafte: „So, jetzt bin ich im Gefängnis, jetzt muss ich mal danken.“ Das war seine Lebenseinstellung. Er hat immer gedankt, zuerst, bevor irgendwas anderes besprochen hat. Und das zeigt mir, dass, wenn wir eine Einstellung des Dankes haben in den verschiedenen Situationen des Lebens – ja, die Briefe waren ja, hatten ja verschiedene Hintergründe – dann werden wir die Einstellung des Dankens auch behalten, wenn wir in schwerster Not sind: „Ich danke Gott.“ Und dann sagt er: „Dem ich von den Vorfahren her mit reinem Gewissen diene.“ Mal was kennt ihr noch eine Stelle, wo Paulus etwas von reinem Gewissen spricht? Das ist etwas, das kommt beim Paulus ab und zu mal vor, das mit dem Gewissen. Er sagt: „Ich, ich diene Gott und habe ein reines Gewissen dabei.“ Wenn nicht, dann ist nicht so schlimm. Dann schauen wir mal in Apostelgeschichte 24. Das kommt in der Apostelgeschichte mehrmals vor, das spricht der Paulus von dem reinen Gewissen. Apostelgeschichte 24 und dort Vers 16. Wer mag das mal lesen? „Daher übe ich mich darin, allezeit ein unverletztes Gewissen zu haben gegenüber Gott und den Menschen.“ Genau.

[15:47] Worten: Er hat immer ein reines Gewissen, zumindestens hat er es versucht. Er hat es immer versucht oder er hat sich daran geübt. Das war ihm wichtig vor Gott und vor den Menschen. Das war ihm ein Anliegen. Er hat versucht, so zu leben, dass er – das ist eigentlich eine gute Lebensregel, ja – so zu leben, dass ich weder vor Gott noch vor Menschen ein schlechtes Gewissen haben muss. Und weil er das immer so gemacht, er sagt das – er sagt ja nicht, das ist jetzt mal so eine Einbildung oder so, so eine Idee. Er sagt, das ist „übe ich“, das mache ich halt ständig so. Kann er am Ende seines Lebens sagen: „Ich diene Gott mit reinem Gewissen.“ Und das finde ich sehr schön, ja. Wenn man am Ende seines Lebens sagen kann: „Ich habe ein reines Gewissen.“ Hat Paulus Fehler gemacht? Ja. Hat er sich geirrt? Hat er mal schwer gesündigt im Laufe seines Lebens? Aber er kannte Gott so gut und hat so die Vergebung Jesu angenommen, hat so aus der Gnade gelebt, dass er sagen konnte: „Ich diene Gott mit reinem Gewissen.“ Am Ende seines Lebens.

[16:50] Äh, hat er wie oft an Timotheus gedacht und wie oft für ihn gebetet? „Unablässig Tag und Nacht.“ Ja, das ist auch etwas, was Paulus immer wieder sagt: Er betet. Er war offensichtlich ein Mann des Dankens, er war ein Mann des Gebets und hat ständig an Timotheus gedacht. Schaut mal Vers 4 an. Wenn ihr Vers 4 noch mal anschaut, ähm, was ist das für eine Art von Sprache, die er da verwendet? Was drückt er denn damit aus in Vers 4? „Ich bin voll Verlangen, dich zu sehen, da ich mich an deine Tränen erinnere, damit ich mit Freude erfüllt werde.“ Was sind das so für Worte? Was sind das so für Formulierungen? Verlangen, Tränen. Sehr gefühlvoll, das ist Emotion, oder? Das ist nicht der Paulus, der sagt: „Okay, hier sind jetzt die biblischen Verse, die jetzt diese Lehre von der Rechtfertigung beweisen oder so.“ Da sieht man, der Paulus hat eine echte emotionale Bindung zu dem Timotheus. Das finde ich sehr wertvoll und auch wichtig, weil das zeigt uns auch, wie sehr Gott das schätzt, wenn Menschen auch sich emotional nah sind und und und und Verlangen haben, einander zu sehen. „An deine Tränen und deine – damit ich mit Freude erfüllt werde.“ Jetzt lesen wir weiter Vers 5. Und zwar lesen wir Vers 5.

[18:08] „Dabei halte ich die Erinnerung an deinem ungeheuchelten Glauben fest, der zuvor in deiner Großmutter Lois und deiner Mutter Eunike gewohnt hat. Ich bin überzeugt, auch in dir.“ Genau. Er sagt, dabei, worauf bezieht sich dieses eigentlich? Während er für Timotheus betet. Genau. Während er betet, er sagt: „Ich habe ja so ein Verlangen, dich zu sehen, ja, ich – ich möchte gerne, ich möchte noch einmal diese Freude empfinden, dich zu umarmen, mit dir zu reden. Ich sehne mich danach. Und ich bete dafür Tag und Nacht. Und ich bete für dich.“ Und während ich bete, sagt er, erinnere ich mich nicht nur an dich, sondern an den Glauben deiner Großmutter und deiner Mutter. Was hatten der Glaube der Großmutter und der Glaube der Mutter mit Timotheus zu tun? Wir haben diese Lois und wir haben die Eunike. Das kann nur bedeuten, dass er von klein auf diesen Glauben mitbekommen hat, den Glauben von klein auf mitbekommen. Und obwohl sein Vater nicht viel davon wissen wollte, war der Einfluss von Oma und Mama, sozusagen von Großmutter und Mutter, so stark, dass Timotheus einer der wertvollsten Mitarbeiter im Werk Gottes wurde. Was wir später noch am Ende des Timotheusbriefes sehen, wo er sagt: „Bleibe bei dem, was du gelernt hast“, ja. Und da bezieht er sich noch mal auf die beiden. Und wie beschreibt der Paulus diesen Glauben von der Lois und der Eunike? Das ist ja schon auch erstaunlich, ja. Sehr tief, sehr tief, sehr tief. „Ungeheuchelt.“ Was heißt ungeheuchelt? Echt. Paulus hat viele Menschen getroffen und viele Christen, viele, die sich Christen nannten, aber er hat auch gemerkt: Nicht alle, die sich Christen nennen, sind echte Christen. Und hier waren zwei Menschen, die echten, ungeheuchelten Glauben hatten. Und dann sagt er: „Ich gehe davon aus, der ist bei dir auch“, ja. Weil sein Leben ist noch nicht zu Ende. Man weiß noch nicht, was in seinem Leben alles passieren wird. Und deswegen sagt er: „Ich gehe davon aus, ich hoffe ja, dass dieser Glaube auch bei dir ist. Erinner dich sozusagen an deine Mutter, erinner dich an deine Großmutter.“ Ja, ich sehe die Lois als die Wurzel, Eunike der Stamm und Timotheus die Frucht. Ja, genau. So interessant. Genau das. Also, das werden wir noch sehen: Der Paulus macht das mehrmals im Timotheusbrief, dass er so zeigt, wie wir wie einer dem Nächsten das weitergibt, ja. Ich erinnere mich an ein Kind, das nicht gläubig war und die Mutter hat gebetet und hat Gott vor – Ich weiß, ob das die sind. Ne, ne. Ja, also wir wissen nicht, dass er mal ungläubig gewesen ist in dem.

[20:57] er mal ungläubig gewesen ist in dem Sinne, aber klar, hat er sich auch bekehrt. Ja, aber und jetzt kommt was Interessantes. Schaut mal in Vers 6: Aus diesem Grund erinnere ich dich daran, die Gnadengabe Gottes wieder anzufachen, die durch Auflegung meiner Hände in dir ist. Vers 7 noch dazu: Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern eine Kraft der Liebe und der Zucht. Jetzt schreibt Paulus in Vers 6: „Aus diesem Grund“. Was heißt „aus diesem Grund“? Er sagt: Aus diesem Grund, genau. Er sagt: Ich denke an dich, ich bete für dich und da erinnere ich mich de... also ich... deine Großmutter kannte ich sehr gut, ungeheuchelten Glauben, und ich deine Mutter kannte ich auch sehr gut, hat auch einen ungeheuchelten Glauben, und ich bin überzeugt, du hast den auch. Ja, und weil das so ist, weil ich überzeugt bin, dass du genauso einen Glauben hast wie deine Mutter und deine Großmutter, deswegen, deswegen...

[21:57] Was? Deswegen erinnert dich, nicht sich, sondern erinnert, erinnert Timotheus. Und Paulus hatte kein Problem mit dem Erinnern. Er sagt immer wieder den Philippern: „Euch dasselbe zu schreiben, macht mir nichts aus, ich mach das fest.“ Ja, den Korinthern sagt er: „Ich schreibe euch das Evangelium wieder, obwohl ihr es kennt.“ Aber hier steht etwas Interessantes. Er sagt: „Ich erinnere dich, was zu tun?“ Die Gnadengabe Gottes wieder anzufachen.

[22:25] Was also, was, was bedeutet denn das Wort „anfachen“? Wenn das Feuer ausgegangen ist, dann muss man es wieder ein bisschen so... also wenn es anfängt so zu flackern, wenn es anfängt weniger zu werden. Oder wir wissen nicht so viel über diese Phase, auch schreibt nicht so viel dazu, aber ich habe fast den Eindruck, als ob der Timotheus vielleicht auch so ein bisschen ins Wanken geraten ist. Der war noch jung und Paulus sagt: „Ich erinnere dich, fache diese Gnadengabe wieder an.“ Ja, also stell... es geht um Wiederbelebung, Erweckung sozusagen, ja? Er sagt auf jeden Fall, woher kam diese Gnadengabe? Also was? Von Gott kam sie, ganz genau. Wie, wie kam sie zu? Händeauflegen. Und Händeauflegen bedeutet damals, er war ein... was war er? Dann ein ein ein ordinierter Missionar, ein ordinierter Prediger, ordinierter Ältester. Er hat eine Verantwortung in der Gemeinde und diese musste jetzt wahrnehmen, denn Paulus würde bald sterben. Er sagt: „Ich erinnere dich daran, fache die Gnadengabe wieder an.“ Ich glaube, es ist möglich, dass man zu großer Verantwortung im Volk Gottes berufen wird und dann aufgrund von Umständen vielleicht anfängt, ins Wanken zu kommen. Das ist gut möglich. Und das Interessante an der Geschichte von Timotheus ist, dass aber nicht selbst... es muss nicht so kommen. Selbst wenn ich ins Wanken gerate, heißt das nicht, dass ich abfallen muss. Paulus sagt: „Ich erinnere dich ja, fache es wieder an.“ Denn er sagt: „Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben.“ Das heißt, der Timotheus stand offensichtlich nicht in der Gefahr, vom Glauben abzufallen, im Sinne, dass er jetzt lieber Grieche geworden wäre, ja, also mit griechische Götter angebetet hätte oder lieber ein Pharisäer geworden wäre. Aber was war das Problem, das offensichtlich auch Timotheus nicht unberührt ließ?

[24:19] Angst. In diesem Brief geht es auch ganz einfach – und man würde vielleicht denken, es ist gar nicht so theologisch tiefgreifend – aber es ist ganz entscheidend: Es geht um Angst. Es geht darum, was mache ich, wenn sozusagen das Eis plötzlich ganz dünn wird und wenn die Leute, auf die ich mich bisher verlassen habe, wenn die nicht mehr da sind, weil die im Gefängnis sitzen. Und wenn sozusagen plötzlich mein eigenes Leben in Gefahr ist. Also, glaubt mir, je näher wir uns der Endzeit nähern, desto wichtiger wird der zweite Timotheusbrief werden, weil der spricht ein paar Themen an, über die wir, sage ich mal, in unserer Wohlstandsgesellschaft, die wir immer noch hier haben, ohne Verfolgung nicht so richtig emotional schon fassen können, weil wir so wenig davon erlebt haben bisher, dass du plötzlich vielleicht Angst bekommst, zu sagen: Ich bin ein Christ, weil dir Leib und Leben dadurch in Gefahr sind. Er sagt: „Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern drei Dinge, nämlich Kraft, Liebe und Zucht.“ Kraft, Liebe und Zucht. Das Wort „Zucht“ ist jetzt nicht so das schönste, die schönste Übersetzung. Eigentlich dort, das Wort, meistens steht bei Zucht „Erziehung“, aber hier gerade nicht. Ist nicht Pädagogik, sondern hier ist es so: Besonnenheit, gesunder Menschenverstand. So, also, ja, so im im Sinne von ja, klar denken. Gott schenkt Kraft, er schenkt Liebe und er schenkt einen gesunden Menschenverstand. Und wenn ihr Menschen seht, die im Namen des Glaubens die allerdümmsten Dinge tun und die allerfanatischsten Dinge und die extremsten Dinge, dann dürft ihr wissen: Es kommt nicht von Gott. Denn Gott gibt Kraft, Liebe und Besonnenheit. Ja, auch gerade in der Krise. Jetzt geht's weiter, Vers 8.

[26:06] So schäme dich nun nicht des Zeugnisses von unserem Herrn, auch nicht meinetwegen, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit uns für das Evangelium in der Kraft Gottes. Genau, gibt wieder ein Hinweis darauf, dass dass Timotheus vielleicht in einer Gefahr steht. Was ist die Gefahr? Dass er sich schämt. Ja, es ist Angst und es ist Scham. Das heißt, es kann ja sein, dass Menschen zwar innerlich davon überzeugt sind, etwas glauben, etwas glauben, aber nicht den moralischen Mut haben, dafür offen einzustehen. Fallen euch andere Leute in der Bibel ein, die im Grunde genommen eingeknickt sind, obwohl sie eigentlich schon überzeugt waren, dass Jesus...? Petrus! Petrus, oder? Petrus auch so ein ganz klassisches Beispiel. Jemand, der hat es ja nicht wirklich ernst – also das hat er nicht geglaubt, was er gesagt hat – oder der der Angst, der Angst hat, sich geschämt. Und und das Evangelium werden wir noch sehen, hat nicht nur die Aufgabe, unsere Sünden-Schuld wegzunehmen, es hat auch die Aufgabe, uns Kraft zu geben, dass wir uns nicht schämen. Wer sagt das über das Evangelium, dass wir uns nicht schämen wegen des Evangeliums? Der Paulus selbst. Paulus sagt das. Und zwar, wo sagt er das? „Ich schäme mich des Evangeliums nicht.“ In wo steht das? In Römer. Das heißt, Achtung, halt das im Hinterkopf. In einem Brief an die Römer hatte Paulus gesagt: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Rettung.“ Führen... Halt das im Hinterkopf, okay? Wir kommen gleich noch mal in ein paar Minuten drauf zurück. Jetzt sagt er zu Timotheus: „Schäme dich nicht.“ Und zwar des Zeugnisses von unserem Herrn, also des Evangeliums. Man könnte auch sagen, wie... Was ist das Zeugnis von unserem Herrn? Das ist das... Das Zeugnis Jesu oder das Zeugnis Jesu in der Bibel ist nicht einfach nur das Evangelium, sondern da steckt auch welche Idee dahinter? Der Geist der Weissagung. Schäme dich nicht dafür, ja, für das, was der Geist der Weissagung auch heute sagt. Und dann auch für... auch nicht für Paulus. Und dann sagt er, also, er sagt, was er nicht tun soll, und dann sagt er, was er tun soll in Vers 8. Er soll... ich was tun? Er sagt: „Leide.“ Das ist kein schöner Imperativ, oder? Leide. Aber was oft übersehen wird, ist, was hier steht. Jetzt steht: „Leide, und zwar für das Evangelium, und zwar in der Kraft Gottes.“

[28:33] In der ganzen Bibel werden wir niemals aufgefordert, aus eigener Kraft zu leiden. Und das ist ein wichtiger Punkt. Die Bibel spricht über das Leid und die Bibel spricht auch darüber, dass Menschen Leid erfahren, aber niemand von uns ist jemals dazu verdammt, aus eigener Kraft leiden zu müssen. Er sagt: „Leide, aber leide in der Kraft Gottes.“ Ja, hier steht auch so: „Leide mit uns.“ Das heißt, er ist nicht... Genau. Also, erstens: Leide mit uns, ja, du bist nicht alleine. Und leide in der Kraft Gottes. Und ich glaube, das ist ganz wichtig, weil manchmal auch mit Blick auf die Endzeit sehen wir das kommende Leid, aber was wir vor allem brauchen, ist die Kraft Gottes, damit wir wissen: Auch wenn es in den Feuerofen geht, ist Jesus bei uns. Ja, leide in der Kraft Gottes. Und hier ist, was White sagt. Sie sagt: „Während seines langen Dienstes hat Paulus niemals seine Loyalität zu seinem Erlöser aufgegeben, wo immer er auch gewesen ist. Ob er, wenn er vor den missmutigen Pharisäern stand oder vor den römischen Behörden, vor dem wütenden Mob in Lystra oder vor den überzeugten Sündern im mazedonischen Gefängnis, ob er mit den panischen Seeleuten auf diesem untergehenden Schiff versucht hat zu reden oder ob er alleine vor Nero stand, um sein Leben zu bitten, er hatte niemals die Sache, die er vertrat, verlassen. Hat immer zur Sache gestanden, egal in welcher Situation, egal ob das Schiff unterging oder alleine vor Nero stand oder vor Behörden stand, egal wo er war, er hat niemals irgendwie sich von der Sache getrennt, stand immer zu der Sache.“ Und dann sagt sie: „Er war niemals dieser Sache... hat sich niemals geschämt. Das eine große Ziel seines christlichen Lebens war es, dem zu dienen, dessen Name ihn einst mit Verachtung erfüllt hat. Das war ein großes Ziel: Jesus zu dienen. Und von diesem Zweck konnte kein Widerstand und keine Verfolgung ihn beiseiteschieben, abbringen. Sein Glaube, durch Bemühung stark und durch Opfer rein gemacht, hat ihn emporgehoben und gestärkt.“ Schöner Satz: Sein Glaube, der durch Bemühung stark wurde. Also, Glaube wird stark durch: Ich wende ihn an. Und rein durch Opfer, ja, auch auf den Laodizeer denken, das Gold, das im Feuer geläutert wird.

[31:27] Vers 9. Was sagt er an Timotheus? Er sagt: „Leide mit uns für das Evangelium in der Kraft Gottes.“ Jetzt kommt Vers 9: „Er hat uns ja errettet und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aufgrund seines eigenen Vorsatzes und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewiger Zeit gegeben wurde.“ Genau, jetzt kommt eine Begründung, warum wir mitleiden können für das Evangelium in der Kraft Gottes. Weil Gott... Was hat er, was hat Gott getan? Er hat uns gerufen. Und was noch? Zwei Dinge getan, seht ihr das? Er hat uns errettet und berufen. Zwei Dinge hat Gott getan: Er hat uns gerettet und berufen. Und zwar wodurch hat er uns gerettet und berufen? Durch einen heiligen Ruf. Warum ein heiliger Ruf? Weil der Ruf kommt von Gott. Hat Gott uns durch einen Ruf gerettet? Ja oder Nein? Hat Gott uns einen Ruf gerettet? Klar! Er hat gesagt: „Kommt her zu mir.“ Er hat gesagt: „Adam, wo bist du?“ Gott ruft uns zu sich, damit wir von unseren Sünden befreit werden. Aber Gott ruft uns auch, damit wir ihm dienen. Jetzt ganz wichtig: Beides davon, sowohl die Errettung als auch die Berufung in den Dienst, beides ist nicht aus was? Nicht aus Werken. Das heißt, wir werden nicht errettet aufgrund unserer Werke und wir werden nicht berufen aufgrund unserer Werke. Und beides sagt Paulus an verschiedenen Stellen. Lenkt den Finger hier in Epheser Kapitel 1 und dort ab Vers 3. Da spricht Paulus davon über die Erlösung, die in Jesus ist, die Gott sich ausgedacht hat, bevor wir überhaupt geboren worden sind. Ja, Epheser 1 ab Vers 3: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jenem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus. Wir uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir was sein? Damit wir heilig und tadellos vor ihm sein in Liebe.“ Wann hat Gott sich entschieden und gesagt: „Christopher soll heilig und tadellos sein in Liebe“? Noch bevor meine Großeltern gezeugt wurden, hat Gott sich... hat Gott den Plan gefasst: Den Christopher will ich retten. Und deswegen hat er mich gerufen. Und übrigens, bei euch auch, ja? Er hat den Plan gefasst: Irgendwann in tausend Jahren wird's die Miriam geben und wird die Marit geben und alle geben, die hier die... zusammensitzen, die Maria. Und ich will sie retten. Das ist sein Ruf. Das heißt, als wir kamen, konnten wir nichts mehr tun, damit Gott sagt: „Okay, dich will ich retten.“ Hat er schon längst entschieden. Aber nicht nur das. Er hat uns nicht nur errettet durch einen heiligen Ruf ohne unsere Werke, er hat uns auch berufen. Schaut mal mit mir in Galater Kapitel 1 und dort in Vers 8, Kapitel 1 Vers 15: „Als ist aber Gott, der mich vom Mutterleib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, wohlgefiel.“ Genau, als er durch Gottes Gnade berufen worden ist. Und zwar, wann ist, wann ist Paulus berufen worden? Ja, so wie Jeremia auch, ja? Das heißt, bevor Paulus überhaupt sprechen lernen konnte, hatte Gott ihn schon zum Missionar bestimmt. Das heißt, beides, die Erlösung als auch die Lebensberufung, sind ohne Werke, sondern aufgrund der Entscheidung Gottes. Jetzt sofort ganz kurz. Und wann hat Paulus seine Berufung erkannt? Viel später. Aber wann, wann genau hat er seine Berufung erkannt? In dem Moment, als seine Erlösung erkannt hat. Diese beiden Dinge sind nicht getrennte Ereignisse. Man wird nicht erst einmal gerufen, um erlöst zu werden, und dann später noch mal berufen, um Gott nachzufolgen, um ein für seine Lebensaufgabe. Die Erlösung und der Ruf in die Lebensaufgabe gehören zusammen. Wie sagt Ellen White: „Jeder wahre Missionar“ – nee, „jeder wahre Jünger wird in das Königreich Gottes als ein Missionar geboren.“ In dem Moment, wo du neu geboren bist, weißt du doch, was deine Berufung ist. So, das sehe ich bei Johannes dem Täufer. Bei dem war auch so, der war ja auch von Gott gewollt und wurde ein Mann Gottes. Ja, ganz genau. Und also, wenn man viele Beispiele in der Bibel nimmt, was Paulus letztendlich sagen möchte, ist, dass ich hier leide, das habe ich mir nicht ausgesucht. Das ist jetzt nicht einfach, weil ich was probiert habe, ist schiefgegangen, sondern Gott hat mich errettet, er hat mich berufen. Ich folge seinem Ruf. Und Erlösungsgewissheit und Berufungsgewissheit sind für Paulus ganz wichtige Dinge, dass ich weiß: Jesus ist mein Erlöser. Und ich weiß: Jesus hat mir eine Aufgabe gegeben. Und deswegen schäme ich mich nicht. Weil wenn meine Erlösung auf eigenen Werken basiert, dann kann ich irgendwann vielleicht das Kniezittern kriegen. Ich sag: „Vielleicht waren die doch nicht so gut.“ Ja, oder wenn ich selbst loslaufe und mir selbst eine Aufgabe gebe und dann klappt's nicht, dann werde ich depressiv. Kennt ihr die Geschichte von Thomas Müntzer, dem Reformator, der die Welt reformieren wollte zur Zeit von Martin Luther? Gab's ja noch, also gab's ja dann mehrere andere Leute. Und einer von denen war Thomas Müntzer. Der hat immer unterschrieben mit: „Ich bin Thomas Müntzer, der die ganze Welt reformiert.“ Ja, die Kämpfe der Welt, die die die Kämpfe der der Wahrheit in der ganzen Welt kämpft. Der er wollte der größte Reformator sein. Und Ellen White schreibt das im Großen Kampf. Sie zitiert jemand, der hatte vergessen, sich selbst zu reformieren. Das ging dann soweit, dass er dann dann meinte, im Bauernkrieg die die die Bauern aufstacheln zu müssen und und und und die Regierung zu stürzen. Und dann in in in der Schlacht hat er noch gesagt vor der Schlacht: „Ich werde die die die Kanonenkugel mit meinen eigenen Händen aufhalten.“ Wisst ihr was? Als die dann geschossen haben, ist Thomas Müntzer geflohen. Die Bauern sind alle umgebracht worden. Und er hat sich versteckt, hat Angst bekommen. Luther dagegen, der gar nicht Reformator sein wollte, den Gott wirklich also da so Stück für Stück hingeschoben hat, der stand in Worms, dem auch die Knie gezittert, aber der stand da, gesagt: „Ich stehe hier, ich kann nicht anders. Gott helfe mir, Amen.“ Das macht den Unterschied, ob wir einem Ruf folgen oder ob wir uns selbst irgendwo hinbegeben. Wir sind berufen mit einem heiligen Ruf für die Erlösung und für die unser unser Lebenswerk. Zurück zu 2. Timotheus 1 Vers 10.

[37:57] Also diese Gnade in Jesus, die ist für die Errettung und sie ist für die Berufung. Ja, wir sind erlöst durch Gnade und wir dienen allein durch Gnade. Und deswegen können wir auch durch Gottes Kraft leiden, weil wir durch Gottes Kraft erlöst sind, durch Gottes Kraft sowieso alles gemacht haben. Wenn wir deswegen leiden, dann kann's auch die Gottes Kraft machen. Schöner Gedanke, oder? Jetzt Vers 10: „Die jetzt aber offenbar geworden sind, ist die Erscheinung unseres Retters Jesus Christus, der dem Tod die Macht genommen hat und Leben und Unvergänglichkeit ins Licht gebracht hat durch das Evangelium.“ Versetzt euch mal in die Lage: Wer schreibt das gerade hier? Paulus. Und zwar wann? Kurz vor seinem Tod. Das schreibt er. Jesus versteht, warum das schreibt er: Er hat dem Tod die Macht genommen. Ja, weil was ist das Schlimmste, was passieren kann? Das Schlimmste ist, dass du stirbst. Und natürlich, warum hat der Timotheus Furcht? Warum haben viele andere Angst? Weil sie Angst haben, dass sie vielleicht sterben können. Er sagt: „Weißt du, Jesus hat dem Tod die Macht genommen. Und er hat, wie sagt er hier, Unvergänglichkeit, Leben ans Licht gebracht.“ Ja, erinnert euch an Vers 1: „Gemäß der Verheißung des ewigen Lebens.“ Das ewige Leben. Vers 11, da sagt er: „Für dass ich als Verkünder und Apostel und Lehrer der Heiden eingesetzt worden bin.“ Genau für das Evangelium, ja, das ist ja, was das Paulus sehen... Also, ein Apostel ist ein... also ein ein Verkündiger ist ein Evangelist oder der predigt. Was ist ein Lehrer? Der unterrichtet das dann genau so zu ähnlich. Und ein Apostel auch so ähnlich. Aber ein Apostel ist ein offizieller Gesandter. Das heißt, der hat dann auch sozusagen Leitungsaufgaben, ja? Also, Paulus war nicht einfach nur Evangelist, der hat auch dafür gesorgt, all die Gemeinden zu übersehen auch sozusagen. Ja, und jetzt kommt's, Vers 12.

[39:54] Vers 12: „Aus diesem Grund erleide ich dies auch, aber ich schäme mich nicht. Denn ich weiß, an wen ich glaube, und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist, das mir anvertraute Gut zu bewahren bis zu jenem Tag.“ Aus diesem Grund leide ich auch. Ja, er sagt davor zu Timotheus: „Leide mit uns für das Evangelium.“ Er sagt: „Aus diesem Grund leide ich auch.“ Warum? Also, warum leidet er aus diesem Grund? Vers 11: Weil er Verkündiger des Evangeliums ist, weil er da eingesetzt wurde. Das ist eingesetzt worden. Gott hat es gemacht, ja? Jetzt leidet er dafür, aber er sagt, das ist Gottes Gnade. Und dann sagt diese unglaublich: Der sagt: „Ich schäme mich nicht.“ Wann hatte Paulus mal gesagt: „Ich schäme mich nicht“? In Römer. Oder als er in Korinth war und an die Römer geschrieben. Er wollte unbedingt nach Rom. Oder er wollte, er hat sich so sehr vorgenommen, endlich mal nach Rom zu kommen. Er sagte: „Ich ich bin bereit auch in Rom.“ Das sagt er in Vers 14, 15: „Ich bin bereit, für den Güten... allen zu predigen.“ Deswegen bin ich auch bereit, in Rom das Evangelium zu predigen. Dann sagt er: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht.“ Und jetzt ist er in Rom, aber ganz anders, als er gedacht hat, nicht wahr? Steht nicht auf dem Forum Romanum und predigt den ganzen, ganzen Leuten. Er sitzt in der Gefängniszelle. Ist anders gekommen, als er sich es gedacht hat. Aber er sagt trotzdem: „Ich schäme mich nicht. Ich schäme mich nicht.“ Das, was er im Römerbrief gesagt hat: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht“, bleibt bestehen, obwohl alles anders gekommen ist. Und wisst ihr, die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass mein Leben und euer Leben anders verläuft, als wir uns es jetzt vorstellen. Die Wahrscheinlichkeit ist...

[41:34] vorstellen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, und was oft passiert im Leben ist, dass wenn man so Visionen hat und wenn man so tolle Ideen hat, was man alles machen möchte für Gott, dass man mit Begeisterung vorauspredigt, ja, und sagt: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht!“ Und dann kommen die Dinge ganz anders, als man gedacht hat. Und man leidet plötzlich, oder man kann die Sachen nicht tun, die man dachte, die man tun will, oder man wird behindert, oder ich weiß nicht was. Und dann fangen viele an, entmutigt zu werden, sich zu schämen, zurückzufallen, zurückzubleiben. Aber Paulus sagt: „Ich schäme mich nicht!“ Wenn das Gottes Wille ist, das ist Gottes Wille. Vielleicht werden wir nicht alle heldenhafte Missionare in der Endzeit sein, die in Fußballstadien predigen, ja. Vielleicht werden wir nicht alle die größten dramatischen Wunder tun, ja. Vielleicht wird unser Leben anders verlaufen, als wir es uns vorgestellt haben. Ich schäme mich nicht!

[42:24] Aber er sagt doch, warum? Denn ich weiß, an wen ich glaube. Er kennt Jesus, er kennt sein... Er weiß, warum er glaubt. Er weiß, wer Jesus ist. Er hat innige Gemeinschaft mit ihm. Genau. Und in Römer 1, Vers 16 hat er gesagt: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft.“ Gott hat uns eine Kraft gegeben, Liebe und Besonnenheit, Herzensruhe. Und hier sagt er: „Denn ich weiß, was ich glaube.“

[42:49] Und es geht immer viel auch über Erlösungsgewissheit gesprochen, ja. „Weißt du, dass du erlöst bist?“ Ja, hier steht vielleicht eine noch wichtigere Frage, die die andere Frage dann mit beantwortet. Hier geht es um die Glaubensgewissheit: Weißt du, was du glaubst? Denn wenn du weißt, dass du das Richtige glaubst, dann weißt du doch, dass du erlöst bist in dem Moment, weil du ja das glaubst, was dir Erlösung bringt. Weißt du, was du glaubst?

[43:10] Und das ist, was Paulus dem Timotheus mitgibt. Er sagt: „Wenn du leiden musst, wenn du in eine Zeit kommst, wo du leiden musst, dann musst du wissen, was du glaubst. Du musst wissen, warum du da bist, dass du das nicht alleine tust und nicht, weil du dahin gelaufen bist, sondern weil Gott dich gerettet hat, weil Gott dich hat.“ Ja, ich weiß jetzt nicht, wie es im Original steht, aber es heißt ja auch: „Ich weiß, an wen ich glaube.“ Oder im Englischen kann man es so interpretieren: „Ich kenne denjenigen, an den ich glaube.“ Ja, also es ist nicht nur so, dass er weiß, okay, die Bibel ist die Wahrheit und dass er diese ganzen Glaubenslehren überzeugt ist, sondern er kennt Jesus persönlich. Und das ist diese Kraft. Genau. Er hat, sagt er, er hat nie vergessen, was er dort vor Damaskus gesehen hat. Er hat das nie vergessen. Es hat sich eingebrannt in seine Seele: Jesus von den Toten. Ja, er kannte Jesus, hat so viel Erfahrung mit Jesus gemacht. Ich weiß, an wen ich glaube.

[44:09] Das Evangelium ist ja für ihn, wie du richtig sagst, ist nicht eine Aneinanderreihung von Lehren, sondern das Evangelium ist Christus. Er sagt in Römer 1, das Evangelium von Jesus Christus, ja, von dem Sohn Gottes. Genau. Und dann sagt er: „Und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist.“ Und zwar wozu mächtig? Ist in Vers 12 noch: „Das mir anvertraute Gut zu bewahren.“

[44:34] Merkt, dass das nicht steht: „Ich bin überzeugt davon, dass er mich bewahrt.“ Wäre auch gut und ist auch richtig und stimmt. Aber das ist gar nicht an seinem Denken. Sein Denken ist nicht: „Was wird aus mir?“ Seine Frage ist: „Was wird aus dem anvertrauten Gut?“ Was ist das anvertraute Gut, das ihm anvertraut worden ist? Das Evangelium. Das heißt, die Frage ist für ihn nicht: „Wie geht es mit mir weiter?“ Die Frage ist für ihn im Gefängnis: „Wie geht es mit dem Evangelium weiter? Wird das Evangelium weiter gepredigt werden, auch wenn ich, der Lehrer und Apostel der Heiden, jetzt getötet werde?“ Und er sagt: „Ich bin mir sicher, dass Gott mächtig genug ist, dieses, das mir anvertraut ist, auch wenn ich jetzt sterbe, Gott will es behalten.“ Das finde ich sehr interessant.

[45:19] Und deswegen sagt er jetzt folgendes, weil es um diese Lehre geht, um die Botschaft von Jesus, Vers 13: „Halte dich an das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist.“ Genau. Und das werden wir im Timotheusbrief, jetzt im zweiten Timotheusbrief, immer und immer wieder hören und sehen. Paulus sagt: „Halte dich an das Muster.“ Was heißt, wenn man sich an das Muster halten soll? Nachmachen! Genau. Da gibt es das nicht nur allgemein: „Denk mal so ungefähr, rede mal das, was dir so in den Sinn kommt“, sondern „halte dich an das Muster“.

[45:56] Eines der wichtigsten Dinge, die Paulus am Ende seines Lebens auf dem Herzen liegt, ist: Weiche nicht von der Lehre ab! Und das ist für die Endzeit von enormer Wichtigkeit. Er sagt: „Halte dich an das Muster.“ Ja, so wie wenn man jetzt irgendwie, weiß ich, ich kann nicht stricken, aber ich glaube, da gibt es so Muster oder so Strickmuster. Ja, halte dich an das Muster. Ja, wenn du irgendwie, was Mose sollte beim Bau der Stiftshütte sich an das Muster halten. Ganz genau imitieren. Und zwar, was ist das für ein Muster? Das ist das Muster der gesunden Worte. Das Evangelium ist gesund. Es gibt die gesunde Lehre. Ja, Paulus sagt später, dass sie die gesunde Lehre nicht mehr ertragen werden. Und zwar die gesunden Worte, die du von mir gehört hast. Und zwar, und jetzt kommt's aber, die wahre Lehre im Glauben und in der Liebe. Weil man kann die wahre Lehre auch ohne Glauben predigen und ohne Liebe. Das ist wieder nichts wert. Paulus sagt: „Halte dich an die Wahrheit.“ Und ich glaube, dass wir das heute ganz dringend brauchen, dass wir uns an das feste Muster der Wahrheit halten.

[46:57] Vers 14. Und wie nennt er dieses feste Muster der gesunden Worte, wie Paulus sie erklärt hat im Römerbrief, im Korintherbrief, im Galaterbrief? Wie nennt er das? Er nennt es in Vers 14: „Dieses edle anvertraute Gut bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt.“ Genau. Also er sagt, dieses Gut in Vers 12 war es wem anvertraut? In Vers 12 dem Heiligen Geist? In Vers 12 hat er gesagt, genau, in Vers 12 war dieses Evangelium Paulus anvertraut. Und dann sagt Vers 12: „Ich bin mir sicher, auch wenn ich sterbe, wird Gott es bewahren können.“ Aber wie bewahrt es Gott? Vers 14: „Indem Timotheus es bewahrt durch den Heiligen Geist.“ Ja, Gott bewahrt das Evangelium, indem andere den Staffelstab übernehmen. „Das mir anvertraute Gut.“ Dann sagt er: „Bewahre du das anvertraute Gut.“ Und zwar dieses edle anvertraute Gut. Paulus redet über die biblische Lehre wie über einen Schatz.

[47:59] Und wisst ihr, heutzutage wird über die Lehre immer geschrieben, als ob das irgendwie so ein notwendiger Rucksack ist, ja, den man mitschleppen muss. Ja, so, Jesus ist ganz toll, aber wir haben irgendwie diese Lehre noch. Ja, und aber rede nicht so viel von der Lehre, weil sonst kriegen wir irgendwie Jesus nicht mehr in den Blick. Aber Paulus spricht von der biblischen Lehre als einem Schatz, denn er weiß, die Lehre bezeugt ja Jesus. Wir kennen ja Jesus nur durch die Lehre. Johannes hat später gesagt: „Wer diese Lehre nicht hat, der hat den Sohn und den Vater nicht.“ Für Paulus ist die Lehre ein Schatz.

[48:32] Und die Adventbotschaft, also ich weiß nicht, ob euch das so bewusst ist, aber wenn ihr die Adventbotschaft verstanden habt, hat euch Gott einen Schatz anvertraut, einen richtigen Schatz. Er sagt: „Bewahre das!“ Und zwar durch den Heiligen Geist. Was macht also der Heilige Geist? Der Heilige Geist führt uns nicht weg von der Botschaft. Der Heilige Geist bestätigt die Botschaft. Bedeutet also, wenn jemand kommt und sagt: „Ja, ja, da steht zwar in der Bibel, aber der Heilige Geist hat mir gesagt...“, dann könnt ihr wissen, dass nicht der Heilige Geist, denn der Heilige Geist führt dazu, dass wir die Lehre bewahren, ja, sie beschützen.

[49:01] Aber das können wir nicht alleine. Wir können nicht alleine sagen: „Ich bin Hüter der Lehre.“ Ja, so, „ich stell mich jetzt hin und ich werde alle Irrlehrer...“ So nicht. Das können wir nur durch den Heiligen Geist, nur durch den Geist können wir. Es ist der Heilige Geist, der sichergestellt hat. Glaubt mir, es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die Adventgemeinde nach über 170 Jahren noch immer dasselbe glaubt, was sie geglaubt hat, 1845, also Mitte des 19. Jahrhunderts. Keine Selbstverständlichkeit! Wenn ihr seht, wie viele Leute schon aufgestanden sind, den Glauben umzuwerfen, und wie viele Splittergruppen es gegeben hat, und wie viel an kleinen Ecken, sozusagen, wir Deutschen sind ja auch nur eine kleine Ecke, nicht es manchmal Bestrebungen gibt, das umzuwerfen. Es ist keine Selbstverständlichkeit. Schaut in die Christenheit, wie viele Christen nach 150 Jahren vom Glauben abgefallen waren, oder 200 Jahren in der Urchristenheit. Es ist keine Selbstverständlichkeit. Das ist allein das Wirken Gottes, wenn wir bei der Wahrheit bleiben.

[49:53] Ich muss auch dran denken, wie er sagt, dass es zu einer Zeit gläubige Menschen gab, aber das ist, wenn man sich das so vorstellt, es geht nicht, ohne dass der Glaube weitergegeben wird. Also der Heilige Geist muss dafür sorgen, dass Paulus das anderen gesagt hat, weil sonst wäre der Glaube, also natürlich gab's zu seiner Zeit auch noch andere, es würde ja aussterben mit den Menschen, die gläubig sind, die es aber nicht weitergegeben haben. Und so beinhaltet es, glaube ich, auch, dass der Heilige Geist uns dazu treibt, diesen Schatz, den wir haben, anderen weiterzugeben. Ganz genau.

[50:32] Dann kommen wir gleich in zwei Minuten noch hin. Ganz, ganz wichtiger Punkt. Wir lesen mal weiter in Vers 15. Ich lese mal: „Du weißt ja, dass sich von mir alle abgewandt haben, die in Asia sind, unter ihnen auch Phygelus und Hermogenes.“ Wisst ihr, wo Asia ist? Ja, genau, das ist in der heutigen Westtürkei. Und was sagt er hier über die Provinz Asia? Das hat man gar nicht so auf dem Schirm, oder? Dass offensichtlich ganz viele Christen dort in diesen Gemeinden sich von Paulus distanziert haben, weil der ja wie ein Verbrecher jetzt in Rom behandelt wurde. Ist ganz interessant, dass Jesus dann später dann diese sieben Gemeinden seine Offenbarung schreibt. Ja, also das heißt nicht, dass alle jetzt da, alle Gläubigen da, dass keine Gläubigen mehr gab. Aber Paulus, Timotheus selbst ist ja noch in Asia. Ja, aber er sagt: „Du weißt, die haben sich von mir abgewandt.“ Und dann nennt er zwei Namen. Aber also das zeigt auch, das gab damals, als Paulus ins Gefängnis kam, gab es Christen, die gesagt haben: „Also damit haben wir nichts zu tun.“ So wie bei Petrus auch und Jesus. Das wiederholt sich, und es wird sich wiederholen. Es wird Menschen geben, wenn die Verfolgung kommt, die bis dahin die Trompete des Evangeliums geblasen haben, die sagen werden: „Nee, damit haben wir nichts zu tun.“ Das wird passieren, und das werden vielleicht Leute sein, von denen wir es nicht gedacht haben.

[51:59] Ja, Vers 16 und 17 sind gleich am Ende. „Der Herr erweise dem Haus des Onesiphorus Barmherzigkeit, weil er mich oft erquickt und sich meiner Ketten nicht geschämt hat, sondern als er in Rom war, suchte er mich umso eifriger und fand mich auch.“ Genau. Also jetzt haben wir, also wir haben erst ein Negativbeispiel, den Phygelus und den Hermogenes. Jetzt haben wir ein Positivbeispiel, den Onesiphorus. Was hat er gemacht? Er hat ihn besucht. Er hat sich nicht geschämt. Das ist das Motto. Er sagt: „Schäme dich nicht!“ Er sagt: „Ich schäme mich nicht!“ Onesiphorus hat sich nicht geschämt. „Ich schäme mich des Evangeliums nicht!“ Er hat, er hat oft Paulus besucht. Er hat ihm geholfen. Und er sagt sogar in Vers 17, was... das muss man erstmal drüber nachdenken. Und zwar, als er wo war? Als er in Rom war. Das heißt, der Onesiphorus war nicht ständig in Rom, oder er kam nach Rom. Was hat er dann gemacht? Er hat ihn gesucht, und zwar eifrig gesucht, bis er ihn gefunden hat. Wisst ihr, wie groß Rom damals war?

[53:02] Nicht eine Million Einwohner, also nicht so groß wie Rom heute, aber mit Abstand die größte, mit Abstand die größte Stadt der antiken Welt. Mit Abstand! Wenn ihr wüsstet, ein Gemeindeglied wird in... Gibt's eine Stadt mit einer Million Einwohner in Deutschland? Keine Ahnung. Hamburg ist größer, Berlin, sagen wir mal Frankfurt, keine Ahnung. Frankfurt vielleicht ist ein bisschen größer, aber ungefähr. Ja, stell dir vor, irgendein Gemeindeglied, das ihr so, das ihr kennt, wird in Frankfurt als Schwerverbrecher angeklagt, und alle sagen so: „Dies, wer mit dem was zu tun hat, kommt vielleicht auch vor Gericht.“ Ja, und ihr kommt zufällig nach Frankfurt, ja, da wäre es doch relativ einfach zu sagen: „Na ja, ich wusste ja nicht, wo der ist.“ Oder also, wenn man jetzt nicht unbedingt dem helfen möchte, kann man ja relativ schnell sagen: „Na ja, also wo soll ich den jetzt finden bei einer Million Leute? Ja, zu groß die Stadt.“ Ja, aber der Onesiphorus wollte den Paulus so gerne helfen, dass er das Risiko auf sich genommen hat. Der hat nach ihm gefragt, der hat gesucht, der hat so lange gesucht in Rom, wo Paulus als Kapitalverbrecher – also denk daran, die Christen wurden beschuldigt, Rom in Brand gesteckt zu haben – ja, indem er jetzt sagt: „Ich gehöre zu Paulus“, stellt er sich quasi selbst mit auf die Liste, die ins Gefängnis kommen könnte. Er hat ihn gesucht. Und das zeigt mir auch so ein bisschen, was... also, was für eine Art von christlicher Liebe gab's da, ja, zwischen den Geschwistern. Er hat ihn gesucht, umso eifriger, hat ihn gefunden.

[54:31] Vers 18 lesen wir noch: „Der Herr gebe ihm, dass er Barmherzigkeit erlange vom Herrn an jenem Tag. Und wie viel er mir in Ephesus gedient hat, weißt du am besten.“ Genau. Also, der hat nicht nur einmal ihm geholfen, der hat ihm schon in Ephesus geholfen. Ja, und sagt: „Das weißt du ganz genau.“

[54:52] Ja, zwei Verse noch, dann sind wir am Ende angelangt. Vers 1: „Du nun, mein Kind.“ Warum nennt er ihn „mein Kind“? Wo haben wir das mal gesehen? Am Anfang, oder? „Du nun, mein Kind.“ Du, also es ist so: Negativbeispiel Phygelus, Hermogenes. Positivbeispiel Onesiphorus. Ja, jeder entscheidet sich in der Krise. Und dann sagt er: „Du, Timotheus, hey, wir sehen uns vielleicht nicht mehr, aber ich möchte dir was sagen: Du, mein Kind, sei stark! Sei stark! Fass das wieder an!“ Ja, auch wenn du jetzt so anfängst zu wanken, sei stark, bleib dabei, sei stark! Und zwar in der Gnade. Gnade. Es ist die Gnade, die uns errettet. Es ist die Gnade, die uns beruft. Es ist die Gnade, die uns stark werden lässt, auch im Leid und in der Verfolgung. Und dann, wenn sich andere schämen, dass wir uns nicht schämen müssen. Das ist die Botschaft von... das ist also keine so theologische Botschaft, äh, eine ganz praktische Botschaft. Und eine, die, wenn wir sie jetzt nicht lernen, dann werden wir es bitter bereuen. Wir müssen sie jetzt lernen: Sei stark!

[55:56] Und dann kommt ein ganz wunderbarer Vers zum Abschluss für heute. Er sagt: „Sei stark!“ Und dann gibt er einen Auftrag. Und dieser Auftrag, der hat es in sich, der ist richtig gut. Das ist der Auftrag: „Und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das vertraue treuen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren.“ Genau. Das anvertraute Gut soll ja bewahrt werden. Und wie wird das bewahrt? Also, Paulus sagt: „Ich habe gepredigt, und du hast es gehört, und zwar vor vielen Zeugen. Alle wissen, also die Lehre ist ganz klar.“ Und was soll der Timotheus machen mit dem, was er gehört hat? Er soll es anvertrauen. Habt das Wort „anvertrauen“ im Kopf. Paulus hatte gesagt: „Das mir anvertraute Gut.“ Dann sagt er: „Ich vertraue es dir an.“ Und jetzt sagt er: „Du sollst es wieder treuen Menschen anvertrauen.“ Ja, genau. Und die sollen wieder anderen weitergeben. Paulus weiß, das Christentum, die Botschaft von Jesus, kann nur überleben, wenn es diese Kette gibt. Das heißt, für mich als Gläubigen bedeutet das: Es reicht nicht, wenn ich Predigten höre. Die Gemeinde überlebt nicht, wenn ich mich auf YouTube mit Predigten vollstopfe. Sie wird nicht überleben. Was muss ich machen? Ich muss das, was ich höre, und zwar nicht einfach nur weitergeben, sondern ich muss es Menschen weitergeben, die fähig sind, es anderen auch weiterzugeben. Es reicht also nicht zu sagen: „Ich hab's gehört, ich geb's dir weiter.“ Ja, sondern ich muss es nehmen, dann es anderen sagen und schauen, dass die auch befähigt werden, wieder andere zu lehren. So hat es Paulus auch gemacht. Er hat es von Jesus bekommen, hat sich Timotheus ausgesucht: „Timotheus, bilde dich aus, damit du es wieder anderen weitergibst.“ Jetzt sagt Paulus: „Jetzt ist es an dir an der Reihe.“ Das heißt, wir haben unsere Aufgabe noch nicht erfüllt, wenn wir Mission machen. Wir haben unsere Aufgabe erst erfüllt, wenn wir das, was wir gehört haben, an andere weitergeben und sie ausbilden. Weil wenn wir das tun, wenn die dann wieder das so weitergeben, dass die wieder andere ausbilden, oder das ist so eine sich weiter multiplizierende Kette, sozusagen. Und das ist aber auch schön, weil das machst du wieder nicht aus eigener Kraft, sondern durch den Heiligen Geist, durch die Kraft Gottes. Gott ist eigentlich der, der benützt dich, aber Gott ist der, der das alles in die Wege leitet. Das hier ist die Überlebensstrategie der Gemeinde Gottes: Ich empfange, ich gebe weiter, und denen ich weitergebe, die bilde ich aus, damit sie lernen, auch weiterzugeben. Und ich glaube, ich und jeder Einzelne von uns, wir müssen uns fragen: Machen wir das schon so, wie der Paulus es hier sagt, oder können wir es noch besser machen?

[58:33] Ja, und wenn wir verstehen, dass durch seine Gnade wir gerettet sind, durch seine Gnade berufen, durch seine Gnade wir Kraft haben, auch in der Krise zu leiden und stark zu sein, dann kann diese Kette niemand unterbrechen. Und dann geht sie bis ans Ende der Welt. Weil das, also wenn hier nicht einer steht, sondern zehn, und dann wieder auch zehn sind, dann könnten wir gucken, wie viel Glieder man braucht, bis man ziemlich schnell sehr viele Leute erreicht. Ja, und Paulus hat ja nicht Timotheus, hat den Titus, ja, und hat Onesimus, und hat er den und den und den und Lukas. Ja, dafür gibt's Gemeinde. Ihr seht, der zweite Timotheusbrief ist ein echt, echt beeindruckender Brief, sehr persönlicher Brief. Und einer, wo man merkt, okay, wenn man jetzt wirklich wissen will, okay, worauf kommt es am Ende an, was muss ich mitnehmen, so mal so im Handgepäck? 2. Timotheus, das liegt alles drinnen, was Paulus meinte, was wir brauchen in der großen Krise. Und nach den Ferien werden wir an der Stelle weitermachen. Es gibt noch ein paar interessante Sachen zu lernen.

[59:36] ein paar interessante Sachen zu lernen, und da wollen wir Gott danken und ihm danken, dass er uns errettet hat, berufen hat und wir in seiner Kraft uns nicht schämen brauchen, auch wenn andere abfallen.

[59:53] Lieber Vater im Himmel, danke für diesen wunderbaren, zu ergreifenden zweiten Timotheusbrief. Wir können uns das richtig vorstellen, wie Paulus dort im Gefängnis sitzt und diesen dringenden Wunsch hat, diese letzten Ratschläge dem Timotheus mitzugeben. Wir haben den ganz festen Eindruck, dass es nicht nur Ratschläge an Timotheus sind, sondern auch an uns, und sie eigentlich gar nicht von Paulus kommen, sondern von dir. Und wir möchten dich bitten, dass wir heute in den kleinen Situationen des Alltags, wo noch oft nicht so viel auf dem Spiel steht, wir lernen aus Gnade zu leben, aus Glauben zu leben, zu wissen, dass wir durch deine Gnade erlöst sind und durch deine Gnade berufen sind, dass wir in den kleinen Schwierigkeiten des Alltags lernen – das müssen wir alle lernen – durch deine Gnade auch zu leiden, damit wir, wenn wir heute und morgen und übermorgen dankbar sein können in allem, was uns widerfährt, wir auch einmal dankbar sein können, wenn wir vielleicht einmal im Gefängnis sitzen oder in anderen schwierigen Situationen, Herr. Wir wissen nicht, was das Leben bringt, aber wir wissen, dass du treu bist. Wir wissen, dass du für uns einstehen wirst und dass wir uns niemals schämen müssen, wenn du unser Gewissen gereinigt hast. Und danke für die Freundschaft und die Gemeinschaft, die wir mit Geschwistern haben dürfen, dass wir uns gegenseitig stärken können und gegenseitig erbauen können und uns ermutigen können, bei dir zu bleiben. Hab Dank dafür von ganzem Herzen. Amen.


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