In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp Hebräer 7:15-8:10. Er erklärt, wie Jesus als Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks ein besseres Priestertum und einen besseren Bund etabliert hat, der auf ewigem Leben und Gottes Verheißungen basiert. Im Gegensatz zum vergänglichen levitischen Priestertum und dem alten Bund, der auf menschlicher Anstrengung beruhte, bietet Jesus eine vollkommene Erlösung und schreibt Gottes Gesetz in die Herzen der Gläubigen. Das himmlische Heiligtum und Jesu Dienst dort sind ein Anker der Hoffnung für alle, die sich ihm zuwenden.
Gott auf (m)einer Seite: Hebräer 7:15-8:10
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HebräerPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] [Musik] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite, heute mit Seite 1272. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass dein Wort so spannend ist. Danke, dass wir es immer besser verstehen können und danke, dass du so große und tiefe und beeindruckende Gedanken uns dort zeigst, die uns nicht einfach nur intellektuell herausfordern, sondern die uns so nahe zu dir bringen. Und Herr, wir fühlen uns angesprochen von dir Tag für Tag. Wir danken, dass du immer wieder neue Facetten zeigst, immer wieder alte Wahrheiten in ein neues Licht tauchst, damit wir sie in unserem Alltag noch besser umsetzen können. Danke, dass dein Wort Bestand hat. Wir freuen uns schon auf das, was du uns jetzt in deinem Wort erklären möchtest. Danke, dass wir zu dir kommen können, wie wir sind, dass dein Wort die Kraft hat, uns völlig neu zu gestalten, dadurch dass Jesus für uns gestorben ist. Wir möchten dich bitten, dass dein Geist unser Herz erfüllt. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:41] Wir sind in Hebräer Kapitel 7. Paulus erklärt, dass Jesus ein Priester nach der Weise Melchisedeks ist. Er legt damit einen Bibelvers aus, den er schon in Kapitel 5 mehrfach zitiert hat, nämlich aus den Psalmen, aus Psalm 110, Vers 4, wo David deutlich gemacht hat, dass der kommende Erlöser ein Priester nach der Weise Melchisedeks sein soll. Und Paulus erklärt jetzt in einer sehr genauen Auslegung, anhand der Namen und Titel dieses Melchisedeks und seiner Geschichte, wie all das in seiner Geschichte als Typus auf Jesus hinweist, der nach dessen Vorbild ein anderer Priester sein soll, als es die levitischen Priester gewesen sind in den Büchern 2. Mose, 3. Mose, 4. Mose, 5. Mose, weil Jesus ja nicht einmal aus dem Stamm Levi war, sondern aus dem Stamm Juda.
[2:42] Wir lesen weiter in Hebräer 7 ab Vers 15: „Und noch viel klarer liegt die Sache, wenn ein anderer Priester auftritt von gleicher Art wie Melchisedek, der es nicht geworden ist aufgrund einer Gesetzesbestimmung, die auf fleischlicher Abstammung beruht.“ Also, die Priester im Alten Testament, in der Stiftshütte und im Tempel, die waren Priester, weil sie genetische Nachfahren von Aaron und seinen Söhnen gewesen sind. „Sondern aufgrund der Kraft unauflöslichen Lebens.“ Mit anderen Worten, dieses neue Priestertum des Messias basiert nicht auf menschlicher Abstammung. Es basiert auf einer anderen Qualität, nämlich auf der Qualität, ewiges Leben zu haben, unauflösliches Leben zu haben. „Denn er bezeugt: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks.“
[3:27] Und jetzt kommt das Wort, das man eigentlich hier quasi unterstreichen muss, weil Paulus jetzt dieses Wort in den Fokus nimmt in diesem Zitat. Wir sehen ja, wie dieses Zitat im Laufe der Kapitel von Hebräer immer wieder von anderen Seiten beleuchtet wird. Jetzt geht es um dieses Wort: „Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks.“ Also, wenn jemand in Ewigkeit Priester ist, dann muss es ein anderer Priester sein als die Priester im Alten Testament, an der Stiftshütte und am Tempel, denn die starben nach einer gewissen Zeit und wurden durch Söhne und Enkel dann ersetzt. Hier geht es um einen Priester, der ewig lebt. Und deswegen ist Melchisedek so ein gutes Beispiel. Deswegen sagt Paulus das, weil bei Melchisedek wird kein Geschlechtsregister erwähnt. Von Melchisedek wird kein Tod erwähnt. Melchisedek ist einfach nur da. Und dadurch wird er ein gutes Beispiel, eine gute Illustration für denjenigen, der eben nicht aufgrund von Vater und Großvater oder aufgrund von menschlicher Abstammung, sondern aufgrund seines ewigen Lebens Hohepriester wird, dass er bewiesen hat durch die Auferstehung von den Toten. Und da lohnt es sich noch einmal Johannes 10 dann zu lesen, wo Jesus in Vers 17 und 18 deutlich sagt, dass er das Leben selbst lässt und es sich selbst wieder nimmt, dass Paulus in Römer 1, Vers 4, deutlich macht, dass Jesus kraftvoll als der Sohn Gottes bewiesen ist durch die Auferstehung, dass er wirklich Gott ist.
[5:00] „Damit erfolgt nämlich eine Aufhebung des vorhergehenden – Entschuldigung – des vorhergehenden Gebotes wegen seiner Kraftlosigkeit und Nutzlosigkeit. Denn das Gesetz hat nicht zur Vollkommenheit gebracht, zugleich aber die Einführung einer besseren Hoffnung, durch die wir Gott nahen können.“
[5:26] Es ist durch Jesus, dass wir direkt mit Gott in Kontakt treten, denn er ist Hohepriester im himmlischen Heiligtum. Eine solche Nähe zu Gott war durch das Priestertum der Leviten, durch das Priestertum der Aaroniten, in diesem Maße nicht möglich.
[5:43] „Und insofern dies nicht ohne Eidschwur geschah – denn jene sind ohne Eidschwur Priester geworden.“ Wir sehen, wie Paulus jetzt all die ganzen Punkte, die er in diesen Kapiteln aufgemacht hat, alle zusammenführt, weil er sehr genau argumentiert. Er sagt, die Priester von Aaron, da hat Gott nicht geschworen, dass sie Priester sein sollen. Die sind einfach so Priester geworden, weil sie die Nachfahren von Aaron waren. „Aber dieser aber mit einem Eid, durch den, der zu ihm sprach –“ jetzt zitiert er erneut diesen Psalmvers: „Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks.“ „Insofern ist Jesus umso mehr der Bürge eines besseren Bundes geworden.“
[6:33] Was Paulus deutlich machen möchte, ist: In der christlichen Lehre wird der alttestamentliche Opferdienst und der Priesterdienst nicht einfach abgeschafft. Er wird durch etwas Besseres ersetzt, was schon im Alten Testament eindeutig klar umrissen vorhergesagt worden ist, zum Beispiel durch diese Stelle in Psalm 110, Vers 4, die er jetzt so oft zitiert hat und so minutiös auslegt, um deutlich zu machen: Da geht es um einen Priester, der ewig lebt und für den Gott geschworen hat, dass er so wie Melchisedek ein Königspriester sein soll, Priesterkönig, der noch über Abraham steht und dem alle Ehre gebührt.
[8:16] „Und jene sind in großer Anzahl Priester geworden, weil der Tod sie am Bleiben hinderte.“ Das ist genau dieser Gedanke, dass die Priester des Alten Testamentes, die sind halt alle gestorben, und deswegen muss es dann immer neue Priester geben. „Er aber hat, weil er in Ewigkeit bleibt, weil er eben ewig lebt, ein unübertragbares Priestertum.“ Deswegen gibt es im himmlischen Heiligtum nur einen Priester. Es gibt da nicht einen zweiten und einen dritten und einen vierten. Es gibt nur einen, weil Jesus ewig lebt.
[9:03] Und das ist der Gedanke, der jetzt kommt: „Daher, deswegen, sozusagen, daher kann er auch diejenigen vollkommen erretten, die durch ihn zu Gott kommen, weil er für immer lebt, um für sie einzutreten.“ Weil Jesus ewig lebt, ist er auch der perfekte Hohepriester, weil er für alle da sein kann. Denn sonst, wenn Jesus nicht ewig leben würde, wenn es im himmlischen Heiligtum verschiedene Priester gäbe, dann könnte einer sagen: „Na ja, du hättest bessere Chancen, weil du hättest einen besseren Hohepriester als ich.“ Aber weil Jesus für immer lebt, können auch alle die vollständige, absolute und umfassende Erlösung in ihrem eigenen Leben erleben, weil er auch jetzt noch lebt. Das, was Paulus erlebt hat und das, was Martin Luther erlebt hat, kannst auch du erleben, weil Jesus derselbe ist gestern, heute und in Ewigkeit. Auch das ein Gedanke, den wir im Hebräerbrief noch finden werden. Er ist derselbe. Und deswegen ist die Lehre vom himmlischen Heiligtum, wo Jesus jetzt als Hohepriester auf dem Thron der Gnade sitzt, wo er jetzt für uns eintritt, ein Anker für die Seele, weil wir wissen können: An Gottes Botschaft ändert sich nichts. Und wenn wir ins Wanken geraten, können wir uns daran festhalten, dass am Evangelium, an Jesus, sich nichts ändert. Er kann uns immer erretten. Und deswegen ist diese Lehre ein Anker für unsere Seele.
[10:10] „Denn ein solcher Hohepriester tat uns Not, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als die Himmel ist.“ Nicht einer von den irdischen Priestern, die selbst alle Sünder gewesen sind. Auch Melchisedek war natürlich ein Sünder. Nicht einer, der selbst für sich opfern musste, sondern einer, der absolut heilig war, sündlos. Ja, wir haben in Hebräer 4 gelesen: „Er hat Mitleid mit unseren Schwachheiten. Er ist uns ähnlich geworden in allen Dingen“, hat Hebräer 2, Vers 17, gesagt. Aber er ist eben auch ohne Sünde. Er ist unschuldig, unbefleckt, höher als die Himmel. Er ist der Heilige. Und er wurde Mensch, um als Mensch für uns zu dienen. „Der ist nicht wie die Hohenpriester täglich nötig hat, zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen, danach für die des Volkes. Denn dieses Letzte hat er ein für alle Mal getan, indem er sich selbst als Opfer darbrachte.“ Jesus brauchte kein Opfer für sich selbst. Und er hat ein Opfer für uns alle dargebracht. Und deswegen ist er der vollkommene Hohepriester, zu dem wir heute gehen dürfen. „Denn das Gesetz bestimmt Menschen zu Hohenpriestern, die mit Schwachheit behaftet sind. Das Wort des Eidschwurs aber, der nach der Einführung des Gesetzes erfolgte, den Sohn, der in Ewigkeit vollkommen ist.“
[11:38] Das Gesetz, das heißt die Bücher Mose, bestimmen Menschen, die mit Schwachheit behaftet sind. Aber dass der Eid aus Psalm 110, nachdem bereits das irdische Priestertum etabliert gewesen ist, sagt, dass ein Sohn, der ewig lebt, der Messias, Priester sein soll.
[11:59] „Die Hauptsache aber bei dem, was wir sagen –“ mit anderen Worten, Paulus sagt: Das, was ich euch die ganze Zeit versuche zu erklären, wird jetzt zusammengefasst. Das ist sozusagen, wie die Engländer sagen, die Bottom Line. Das ist der Kern, um den es geht. „Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel, einen Diener des Heiligtums und der wahrhaftigen Stiftshütte, die der Herr errichtet hat und nicht ein Mensch. Denn jeder Hohepriester wird eingesetzt, um Gaben und Opfer darzubringen. Da muss auch dieser etwas haben, was er darbringen kann.“ Die Hauptsache ist, wir haben einen Hohenpriester. Im Hebräerbrief möchte Paulus zeigen, auch wenn er weiß, dass es für manche der Hebräer vielleicht schwer zu verstehen ist, weil sie träge geworden sind im Hören, er möchte ihnen sagen: All das, was es im Alten Testament vorgeschattet ist mit der Stiftshütte, mit den Priestern, all das haben wir jetzt in einer besseren Ausführung, in einer größeren, reineren, heiligeren Form, indem nämlich wir einen Hohenpriester haben im himmlischen Heiligtum, das von Gott gemacht ist, nicht von Menschen. Nicht ein Priester, der von Menschen abstammt, sondern der Priester ist, weil er ewig lebt, weil er Gott ist, der Mensch geworden ist, um uns vertreten zu können. Er kennt unsere Schwachheiten, aber gleichzeitig ist er Gott. Er hat unauflösliches Leben. Und deswegen kann er der wahre Hohepriester sein. Und er sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel.
[13:24] „Wenn er sich nämlich auf Erden befände, so wäre er nicht einmal Priester, weil hier die Priester sind, die nach dem Gesetz die Gaben opfern. Diese dienen einem Abbild und Schatten des Himmlischen, gemäß der göttlichen Weisung, die Mose erhielt, als er die Stiftshütte anfertigen sollte: Achte darauf, heißt es nämlich, dass du alles nach dem Vorbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist.“ Die Priester brachten Opfer dar, so braucht auch Jesus ein Opfer darzubringen. Das Opfer, das er darbringt im himmlischen Heiligtum, ist das Opfer, das er selbst gebracht hat, das wir in Kapitel 7, Vers 27, gesehen haben. Er hat sich selbst als Opfer dargebracht. Das ist es, was er im Heiligtum anwendet und was für unser Leben Anwendung findet. Und er sagt: All das, was auf der Erde geschehen ist, das war nur ein Abbild, das war nur ein Schatten, das war auch nur eine Illustration. So wie auch Melchisedek auf andere Art und Weise eine Illustration für Jesus ist, so war der gesamte Dienst im himmlischen – Verzeihung – auf der Erde, der ganze irdische Heiligtumsdienst eine Illustration, eine Illustration für den Heiligtumsdienst Jesu. Und auch das denkt sich Paulus nicht aus, sondern das steht schon im Alten Testament. Denn er sagt dort in 2. Mose 25, als Mose den Auftrag erhält, die irdische Stiftshütte zu bauen, wird ihm deutlich gesagt, dass das alles ein Vorbild hat. Es ist nicht das Original, was dort gebaut wird, nur ein Schatten, ein verkleinertes Modell des Originals. Und von diesem Original spricht Paulus hier im Hebräerbrief.
[14:54] „Nun aber hat er, also Jesus, einen umso erhabeneren Dienst erlangt, als er auch der Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund von besseren Verheißungen festgesetzt wurde.“ Und hier kommt ein großes Thema, das wir in der Kürze der Zeit gar nicht ausführlich behandeln können, aber hier gibt es einige ganz wichtige Gedanken. Der Dienst von Jesus im himmlischen Heiligtum ist größer als der Dienst der Priester auf Erden, weil der Bund, auf dem das Ganze basiert, der neue Bund, besser ist als der alte Bund.
[15:27] Warum ist der neue Bund besser als der alte? Der neue Bund basiert auf besseren Verheißungen, nämlich auf den Verheißungen Gottes. Der alte Bund basierte auf den Verheißungen der Israeliten, die gesagt haben, nachdem sie am Sinai nicht direkt Gottes Stimme hören wollten, die gesagt haben: „Lass uns, gib uns einen menschlichen Vermittler, und wir wollen dann alles tun, was du durch ihn sagst.“ Das war die ganze Grundlage des Alten Bundes, kann man ganz deutlich nachlesen in 2. Mose und 5. Mose. Der alte Bund bestand darin, dass Menschen versucht haben, Gottes Gebote versprochen haben, Gottes Gebote zu halten, die er ihnen gegeben hat auf Steintafeln. Aber der neue Bund, der nach biblischer Lehre schon älter ist als der alte Bund, nämlich der ewige Bund, das ist der Bund, der auf den Verheißungen Gottes basiert, wenn ein Mensch nicht versucht, durch eigene Kraft Gottes Gebote zu halten, sondern Gottes Kraft in Anspruch nimmt, Gottes Verheißungen glaubt, dass Gott in der Lage ist, sein Gebot in unser Herz zu schreiben.
[16:39] Und das wird jetzt hier erklärt: „Denn wenn jener erste Bund tadellos gewesen wäre, so wäre nicht Raum für einen zweiten gesucht worden.“ Der erste Bund, der alte Bund, hat die Sache nicht zur Vollkommenheit gebracht. Und das will Paulus in Hebräern ganz deutlich sagen: Es war nur eine Vorstufe, eine Erklärung, eine Illustration. Der zweite Bund, der ewige Bund, der neue Bund, ist dagegen tadellos, denn ansonsten hätte es ja noch einen dritten gegeben. „Denn er tadelt doch, indem er zu ihnen spricht: Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr –“ jetzt zitiert Paulus aus Jeremia 31: „Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde.“
[17:15] Übrigens auch die Idee des neuen Bundes, also ganz deutlich eine alttestamentliche Idee. „Nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern gemacht habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägyptens zu führen. Denn sie sind nicht in meinem Bund geblieben, und ich ließ sie gehen, spricht der Herr.“
[17:33] Der alte Bund ist nicht das Alte Testament. Der alte Bund ist erst am Sinai, als sie aus Ägypten gebracht worden sind, geschlossen worden. Das heißt, den alten Bund gab es die ersten über 2000 Jahre der Menschheitsgeschichte, ungefähr 2500 Jahre gab es gar nicht. Der alte Bund, wenn die Bibel vom alten Bund spricht, meint sie nicht Altes Testament, Neues Testament, sondern sie meint das, was am Sinai passiert ist, als Gott die Zehn Gebote sprach, das Volk nicht hören wollte, weil es ihnen zu viel erschien, und dann ein System entstand, bei dem Gott den gesamten Erlösungsplan in Zeichen und Symbolen erklärt hat und bei dem das Gesetz auf Steintafeln stand und die Menschen versprochen haben, ein menschlicher Mittler zwischen ihnen und Gott stand, Priester, und die Menschen versprochen haben, dass sie alles tun wollen, was Gott sagt, was ihnen nie passiert ist. Denn wie wir gelesen haben, sie sind in diesem Bund nicht geblieben. Und Gottes großer Wunsch ist, dass wir in dem Bund mit ihm bleiben.
[18:42] Und deswegen geht es bei dem neuen Bund um das Heiligtum auch. Denn das Heiligtum ist ja der Anker, dass wir festhalten an dem Bekenntnis. Das ist das, was Paulus von Anfang des Briefes, von Kapitel 2, immer wieder deutlich macht, damit wir nicht abgleiten, damit uns nicht dasselbe passiert wie den Israeliten in der Wüste oder den Israeliten dann in der Geschichte Israels, als sie den Bund, den alten Bund, verlassen haben. Damit wir bleiben, damit wir festhalten, damit wir den Weg vollenden, damit wir in die Ruhe hineingehen, brauchen wir den neuen Bund. Wir brauchen Gottes Verheißung. Wir brauchen das himmlische Heiligtum.
[19:22] „Das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr –“ immer noch Zitat aus Jeremia 31: „Ich will Ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben.“ Gottes neuer Bund besteht nicht in einer Änderung der Zehn Gebote, nicht in einer Abschaffung der Zehn Gebote, sondern dass die Zehn Gebote, die vorher auf Steintafeln standen, die Menschen versucht haben, religiöse Menschen, durch Lesen der Bibel aus eigener Kraft zu halten und damit gescheitert sind, der neue Bund besteht darin, dass durch den Dienst von Jesus im himmlischen Heiligtum Gottes Gebote in mein Herz geschrieben werden, in mein Denken geschrieben werden. „Und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“ Das ist die Verheißung, die durch alle Zeiten schon im Alten Testament immer wieder dem Volk gegeben worden ist. Eine Formel, die eigentlich einen engen Ehebund ausdrücken soll. Gott möchte mein Gott sein, und ich darf sein Kind sein.
[20:29] Und durch Jesu Dienst im himmlischen Heiligtum werden wir so gestärkt, so gefestigt, so verbunden, dass Gottes Gesetz unser Herz geschrieben wird, sodass wir nicht mehr gegen ihn rebellieren, nicht mehr das tun, was die Israeliten in der Wüste getan haben, sondern eben im Glauben gehorsam sind. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, was ist das für eine großartige Botschaft! Worte können das kaum beschreiben. Danke, dass du mir und uns eröffnest, wie wichtig die Botschaft vom himmlischen Heiligtum ist, dass in einer Zeit, in der Christen immer mehr in der Gefahr stehen, den Glauben der Bibel zu verlassen, es dort einen Ort gibt, wo wir im Glauben uns hinwenden können, wo wir geankert sind.
[21:19] uns hinwenden können, wo wir geankert werden, geerdet werden, gestärkt werden, gefestigt werden in dem Glauben, der rettet, dadurch dass Jesus aufgrund deiner Verheißung, nicht aufgrund unserer Versprechen, sondern aufgrund deiner Versprechen, die du mit einem Eid bekräftigt hast.
[21:33] Hohepriester ist nach der Weise Melchisedeks, sodass in unser Herz durch diesen Dienst im himmlischen Heiligtum dein Gesetz nicht nur auf Steintafeln vor uns steht und wir versuchen es zu halten, sondern es in unser Herz geschrieben wird, damit wir nicht mehr von dir abweichen, Herr.
[21:57] Das wünschen wir uns von ganzem Herzen. Dank dafür. Amen.
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