In dieser Predigt über 2. Petrus 1:1-1:15 betont Christopher Kramp, dass Gottes göttliche Kraft uns alles Notwendige für ein gottesfürchtiges Leben geschenkt hat. Er erläutert die „Leiter der Tugenden“ – von Glaube bis Liebe – als einen Weg, um im Charakter Gottes zu wachsen und eine tiefere Beziehung zu Jesus zu entwickeln. Der Sprecher ermutigt dazu, diese biblischen Wahrheiten eifrig im Leben anzuwenden, da wahre Erweckung durch die ständige Erinnerung an die Grundlagen des Evangeliums geschieht.
Gott auf (m)einer Seite: 2. Petrus 1:1-1:15
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 2. Petrus, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf meiner Seite“, heute mit 2. Petrus 1, Vers 1 bis 15.
[0:38] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, du weißt, wie es uns geht, du weißt, was wir durchmachen und mit welchen Problemen wir zu kämpfen haben. Und wenn wir auch manchmal zu leiden haben, möchten wir dich bitten, dass wir uns daran erinnern, dass es ein Vorrecht ist, noch eine Gnade bei dir, wenn wir an den Leiden von Jesus ein wenig teilhaben, weil wir dadurch eben noch näher kommen. Und wir möchten dich bitten, dass du uns segnest, was immer wir gerade durchmachen, dass du für uns da bist und dass du uns stärkst. Du hast nicht versprochen, alle Schwierigkeiten einfach wegzunehmen, aber du hast versprochen, uns hindurchzutragen, wenn wir uns ganz fest an dich klammern. Und das wollen wir tun. Wir wollen dich bitten, dass du auch heute dein Wort uns erklärst, dass wir es verstehen, wie du es gemeint hast. Wir danken dir dafür, dass jeder von uns es verstehen darf. Das alles bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:53] Wir beginnen heute den zweiten Brief des Apostel Petrus, und wir beginnen direkt in 2. Petrus 1, Vers 1: „Simon Petrus, Knecht und Apostel Jesu Christi, an die, welche den gleichen kostbaren Glauben wie wir empfangen haben, an die Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus. Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil in der Kenntnis Gottes und unseres Herrn Jesus.“
[2:21] Wenn der erste Brief noch an die Christen einer bestimmten größeren Region im Nordwesten und im Zentrum von Kleinasien erging, an mehrere Provinzen, scheint dieser zweite Brief möglicherweise noch viel weitgespannter gewesen zu sein. Er richtet sich an alle, die diesen kostbaren Glauben empfangen haben. Der Glaube an die Gerechtigkeit Jesu, die uns zugerechnet und verliehen wird. Ist für dich der Glaube auch etwas Kostbares, was du schätzt und was du wie einen Schatz für dich persönlich aufbewahrst?
[3:02] „Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, durch welche er uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben hat, damit ihr durch dieselben göttlicher Natur teilhaftig werdet, nachdem ihr dem Verderben entflohen seid, das durch die Begierde in der Welt herrscht.“
[3:32] Ein langer Satz, der hier noch nicht mal zu Ende ist, aber der enorme Tiefe, großartige, befreiende Wahrheiten enthält.
[3:41] Gotteskraft, nicht menschliche Kraft, sondern Gotteskraft, die größte Kraft, die es im gesamten Universum gibt. Gotteskraft hat uns wie viel geschenkt? Alles geschenkt, was zu einem gottesfürchtigen Leben notwendig ist. Lieber Freund, liebe Freundin, was immer es braucht, damit du ein glückliches, erfülltes Leben mit Gott leben kannst, damit du treu Gott leben, für Gott leben kannst, damit du Gehorsam leben kannst, all das, was es dazu braucht, alles, was dazu notwendig ist, hat Gott dir geschenkt. Alles! Du kannst es im Glauben annehmen. Es gibt absolut nichts, was wir brauchen für ein christliches Leben, was wir uns selbst erarbeiten müssten, was wir selbst erwerben müssten, was wir als Voraussetzung mitbringen könnten, müssten. Es kommt alles als ein Geschenk von Gott.
[4:41] Wodurch? Indem wir Jesus erkennen. Das heißt, ihm ganz nahekommen. Das bedeutet, sich für ihn zu interessieren und ihn immer mehr zum Zentrum unseres Lebens zu machen. Er, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und seine Tugend. Indem wir Jesu Herrlichkeit sehen, seinen Charakter, seine Gnade und seine Wahrheit, seine Charaktereigenschaften, werden wir zu ihm gezogen. Und durch das haben wir diese überaus großen und kostbaren Versprechungen Gottes.
[5:09] Gott hat uns so viel verheißen. Die Bibel ist voll, randvoll gefüllt mit Verheißungen Gottes, die so groß sind, dass menschliche Worte es eigentlich nicht beschreiben können, die so kostbar sind, dass kein Geld dieser Welt sie aufwiegen könnte. Sind uns alle geschenkt. Und durch diese überaus großen Versprechen, die Gott uns gegeben hat, können wir Teilhaber werden der göttlichen Natur. Wir können Anteil bekommen an dem, was Gott tun kann, weil Gott in uns wirkt durch seinen Heiligen Geist. Und wenn wir dem Verderben entfliehen, das in der Welt herrscht, die Begierde, und uns ganz Gott übergeben, wenn wir all unsere Sünden ans Kreuz haben bringen lassen, im Glauben, dass Jesus dort am Kreuz die Sünden getragen hat, dann können wir, indem wir die Verheißungen im Glauben annehmen, mit Gott tatsächlich verbunden sein als ein Geschenk.
[6:15] Und weil das so ist, weil das die Grundlage ist, sagt Petrus jetzt so: „Setzt deshalb allen Eifer daran und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis, in der Erkenntnis aber die Selbstbeherrschung, in der Selbstbeherrschung aber das standhafte Ausharren, im standhaften Ausharren aber die Gottesfurcht, in der Gottesfurcht aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe.“
[6:39] Weil Gott alles uns schenkt, wollen wir eifrig sein. Nein, wir wollen uns nicht zurücklehnen. Nein, es geht dann eben nicht darum, einfach nur alles anzunehmen und nichts zu tun, sondern gerade weil Gott uns so große Verheißungen geschenkt hat, wollen wir mit allem Eifer so viel wie möglich davon in Anspruch nehmen. Wir wollen uns bemühen, in unserem Leben praktisch anzuwenden.
[7:04] Wir wollen Eifer daran setzen und durch den Glauben in unserem Charakter verändert werden. Wir wollen Tugend erreichen, und indem wir in unserem Charakter verändert werden, werden wir Gott besser kennenlernen. Wir werden Jesus besser kennenlernen. Wir werden die Bibel besser kennenlernen. Wir werden in der Erkenntnis wachsen. In der Tugend, über die nach der Tugend kommt die Erkenntnis. Und natürlich bleibt die Tugend auch bestehen und der Glaube auch. Das Ganze löst sich nicht ab, sondern es baut aufeinander auf. Den Glauben baut die Charakterverwandlung auf, die Tugend, darauf baut die Erkenntnis auf, das immer bessere Verstehen, aber darauf baut die Selbstbeherrschung auf. Je besser wir die Bibel verstehen, desto mehr werden wir Werkzeuge bekommen, die uns helfen, uns selbst im Griff zu haben und ganz Jesus zu vertrauen. Und indem wir Selbstbeherrschung bekommen, bekommen wir jetzt die Fähigkeit, dann auch standhaft auszuharren, weil wir uns selbst beherrschen können, weil wir verstanden haben, wie Gott wirklich ist, weil wir in unserem Charakter verändert worden sind, weil wir glauben. Und indem wir standhaftes Ausharren haben, was wir auch gerade in der Endzeit, Offenbarung 14, Vers 12, so dringend benötigen, werden wir Gott an die erste Stelle setzen. Das ist die Lektion, die wir aus 1. Mose 22 lernen können, dass Gottesfurcht bedeutet, Gott an die allererste Stelle zu setzen. Abraham war bereit, sogar seinen Sohn zu opfern, und Gott sagt: „Jetzt habe ich erkannt, jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest.“
[8:30] Indem wir standhaft ausharren, werden wir lernen, Gott an die erste Stelle zu setzen. Und wenn wir Gott an die erste Stelle setzen, wird seine Liebe uns so durchdringen, dass wir fähig sein werden, wirklich mit Gottes Liebe erst unsere Geschwister und dann schließlich alle Menschen, das heißt sogar unsere Feinde, zu lieben. Das ist wie Schritt für Schritt durch Gottes Verheißung, durch seine Kraft, durch das Evangelium wir verwandelt werden und immer tiefer hineinwachsen in den Charakter Gottes, immer tiefer hineinwurzeln schlagen in das Reich Gottes und immer höher und höher steigen auf dieser Leiter, die Petrus hier aufzeigt.
[9:09] „Denn wenn diese Dinge bei euch vorhanden sind und zunehmen, also wenn wir diese Dinge erfahren und darin wachsen, so lassen sie euch nicht träge noch unfruchtbar sein für die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus. Dann wird die Frucht des Geistes, die Paulus in Galater 5, Vers 22 beschreibt, auch in unserem Leben werden.“
[9:28] Wem dagegen diese Dinge, das heißt der Eifer, der Glaube, die Tugend, die Erkenntnis, die Selbstbeherrschung, das standhafte Ausharren, die Gottesfurcht, die Bruderliebe und die Liebe, der ist blind und kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen. Das heißt, es ist möglich, Erlösung erlebt zu haben, von den Sünden gereinigt worden zu sein, und dann diese Dinge wieder zu vergessen, weil wir zwar Erlösung in Anspruch genommen haben, aber nicht allen Eifer drangesetzt haben, darin zu wachsen, all die Geschenke anzunehmen, die Gott uns gibt. Das führt dazu, dass wir blind werden und kurzsichtig und blind.
[10:22] „Darum, Brüder, seid umso eifriger bestrebt, eure Berufung und Auserwählung festzumachen. Denn wenn ihr diese Dinge tut, die wir gerade, dieser Leiter von Petrus, aufgezählt haben, wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals zu Fall kommen.“
[10:38] Wenn diese Dinge unser Leben bestimmen, weil Gott uns alles dafür schenkt und in seinen Verheißungen wir das Versprechen haben, dass wir mit Gott zusammenarbeiten können, dann dürfen wir wissen, dass wir bis ans Ende an Jesu Hand bleiben werden.
[10:56] Deswegen lohnt es sich, diese Leiter von Petrus immer wieder anzuschauen, drüber nachzudenken, sie zu studieren und sich zu fragen, ob diese Dinge in meinem Leben vorhanden sind und zunehmen oder ob sie gar nicht da sind.
[11:09] „Denn auf diese Weise, so wie es hier beschrieben wird in 2. Petrus 1, denn auf diese Weise wird euch der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Retters Jesus Christus reichlich gewährt werden.“
[11:21] Wenn wir diesen Weg wählen, dann müssen wir uns keine Sorgen machen, ob wir einmal dabei sein werden. Gottes Kraft schenkt uns alles, was dazu notwendig ist, und deswegen können wir allen Eifer daransetzen, so zu leben. Und ich möchte mich heute neu entscheiden, allen meinen Eifer setzen, diese Dinge in meinem Leben zu haben, weil Gott sie mir schenken möchte.
[11:45] „Darum will ich es nicht versäumen, euch stets an diese Dinge zu erinnern, obwohl ihr sie kennt und in der bei euch vorhandenen Wahrheit fest gegründet seid.“
[12:01] Petrus hat diese Dinge ja schon öfter mal gesagt. Paulus kennt dieses gleiche Prinzip, Dinge zu wiederholen, die er schon gesagt hat. Er sagt das auch den Korinthern in 1. Korinther 15, dass er es ihnen wiederholt, obwohl er weiß, dass sie es wissen und daran stehen und auch fest glauben. Er wiederholt es ihnen, damit sie dabei bleiben. In Philipper 3, Vers 1, sagt er: „Euch dasselbe zu schreiben, ist mir nicht lästig.“ Ihm ist es nicht lästig, und so ist es Petrus auch nicht lästig, immer wieder dieselben Dinge zu wiederholen, obwohl die Gläubigen diese Dinge gut kennen.
[12:40] Es geht ja um die vorhandene Wahrheit. Das Wort, das hier im Griechischen steht, kann auch übersetzt werden: die gegenwärtige Wahrheit. Und daher kommt die Idee von Wahrheit, die zu einer bestimmten Zeit besondere Präsenz hat, weil sie gerade besonders wichtig ist: die gegenwärtige Wahrheit.
[12:58] „Ich halte es aber für richtig, solange ich in diesem Leibeszelt bin, euch aufzuwecken, indem ich euch erinnere.“
[13:05] Petrus war sich sicher, solange er lebt, will er immer wieder über die Grundlagen des Evangeliums immer und immer wieder sprechen, weil er weiß, das führt zur Erweckung. Erweckung kommt nicht durch neuartige Theorien, durch unerhörte Zusammenhänge, die man konstruiert hat und spekuliert hat, was heute leider immer wieder passiert, dass Menschen glauben, dass durch spekulative Theorien Leute zur Erweckung gebracht werden können. Aber das ist nicht die Wahrheit. Die Wahrheit ist, es sind die einfachen, klaren Evangeliumswahrheiten, die gepredigt werden müssen, weil dadurch echte Erweckung geschieht.
[13:38] „Da ich weiß, dass ich mein Zelt bald ablegen werde, so wie es mir auch unser Herr Jesus Christus eröffnet hat.“
[13:45] Er weiß, dass er nicht mehr lange hat, und solange er noch zu leben hat, will er die Zeit nutzen, Erweckung in den Gemeinden hervorzubringen. Du weißt nicht und ich weiß nicht, wie lange wir noch zu leben haben, aber wäre es nicht ein schönes Ziel, unsere restliche Lebenszeit dafür zu verwenden, durch die ständige Betonung der gegenwärtigen Wahrheit des Evangeliums unsere Gemeinden zur Erweckung zu ermutigen?
[14:08] „Ich will aber dafür Sorge tragen, dass ihr euch auch nach meinem Abschied jederzeit diese Dinge in Erinnerung rufen könnt.“
[14:14] Und deswegen schreibt Petrus das, damit es nicht nur in der Erinnerung bleibt, sondern dass sie es immer wieder nachlesen können. Und dafür können wir sehr dankbar sein, dass wir diesen so wertvollen und wunderbaren Brief haben.
[14:28] Lasst uns Gott bitten, dass wir auch diese Dinge, die Petrus hier beschrieben hat, in unserem Leben haben. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass Petrus auf eine so beeindruckende Art und Weise den Weg des Lebens beschrieben hat. Danke für diese unfassbar ermutigende Botschaft, dass es nichts gibt, was notwendig ist zu einem gottgefälligen Leben, das du uns nicht geschenkt hast durch deine Kraft, die die größte Kraft im ganzen Universum ist. Herr, wir wollen heute uns neu dafür entscheiden, Teilhaber deiner Natur zu sein, mit dir zusammenzuarbeiten, dich in uns wirken zu lassen. Und wir wollen allen Eifer daran setzen, tatsächlich auf dieser Leiter, die du uns schenken möchtest, voranzukommen. Denn du schiebst niemanden gegen seinen Willen empor, sondern du gibst die Hilfestellung, du gibst alles, was notwendig ist, damit wir diese Dinge Schritt für Schritt erleben können in unserem Leben, damit wir Frucht bringen und einmal reichlichen Eingang bekommen in dein Königreich. Herr, wecke uns wieder auf und erinnere uns an die tiefen Grundwahrheiten des Evangeliums, die uns so leicht aus den Augen geraten. Das bitten wir im Namen Jesu.
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