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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp den Zweiten Johannesbrief. Er erklärt, wie Johannes die „Auserwählte Frau Kyria“ und ihre Kinder ermahnt, in Wahrheit und Liebe zu wandeln. Der Sprecher betont die untrennbare Verbindung von biblischer Wahrheit und christlicher Liebe und warnt eindringlich vor Irrlehrern. Das Video unterstreicht die Bedeutung einer fundierten Lehre für eine echte Beziehung zu Gott und gibt praktische Hinweise zum Umgang mit falschen Botschaften.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:30] [Musik] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf (m)einer Seite“, heute mit Seite 129. Lasst uns gemeinsam beten.

[0:40] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir immer und immer wieder zu dir kommen können, dass du treu bist und dass du uns lieb hast und dass du für uns da bist. Auch heute brauchen wir Jesus, brauchen Jesus in unserem Leben, wollen auf Jesus schauen. Wir möchten dich bitten, dass du durch deinen Heiligen Geist uns Jesus offenbarst, wie er wirklich ist. Wir wissen, dass wenn wir Jesus haben, wir ewiges Leben haben, und wir wollen heute an diesem Tag wissen, dass wir bei dir angenommen sind, dass wir ewiges Leben haben und dass wir heute den ganzen Tag von deinem Heiligen Geist geführt werden, Gebetserfahrung haben dürfen und dein Wort verstehen. Herr, sprich du zu uns, sei du unser Lehrer und hab Dank für deinen großen Segen. Im Namen Jesu. Amen.

[1:34] Wir lesen heute den 2. Johannesbrief, ein ganzes Buch auf einer Seite. Johannes hat nicht nur den ersten längeren Brief geschrieben und natürlich das so wunderbare Johannesevangelium und die Offenbarung, die spannende Offenbarung dann am Ende der Bibel, sondern auch noch zwei kürzere Briefe, die jeweils an bestimmte Personen gerichtet gewesen sind.

[2:05] Wir beginnen in Vers 1: „Der Älteste an die auserwählte Frau und ihre Kinder, die ich in Wahrheit liebe, und nicht ich allein, sondern auch alle, welche die Wahrheit erkannt haben, um der Wahrheit willen, die in uns bleibt und mit uns sein wird in Ewigkeit.“ Johannes erwähnt sich hier nicht selbst mit Namen. Er tut das auch im 1., auch im 3. Johannesbrief nicht. Auch im Johannesevangelium nennt er sich nicht selbst mit seinem eigenen Namen. Lediglich in Offenbarung sagt er: „Ich, Johannes.“ Er ist damit keine Ausnahme, auch viele Psalmisten haben ihren Namen nicht geschrieben. Einige Bibelschreiber, zum Beispiel die Schreiber von 1. und 2. Könige oder auch den Chroniken, haben sich nicht mit ihrem Namen identifiziert.

[2:53] Wir wissen von Johannes, dass er, wie es Galater 2 sagt, eine Säule in der Urchristenheit gewesen ist, dass er eine der führenden Persönlichkeiten auch unter den Aposteln gewesen ist, wie viel mehr als er dann eine der letzten und dann der letzte Apostel gewesen ist, der noch überlebt hat. Wir wissen, dass er die letzten Jahrzehnte vor allem auch in Ephesus gewirkt hat, in der Gemeinde dort. Und hier nennt er sich „der Älteste“. Wir wissen nicht genau, wann dieser Brief geschrieben ist. Wir kennen viele von den Hintergründen nicht genau, und trotzdem hat er, obwohl es so kurz ist mit seinen 13 Versen, einen unglaublich tiefen und schönen Schatz.

[3:37] Er schreibt an die auserwählte Frau. Dort steht im Griechischen „Kyria“, und obwohl dieser Name auch als Eigenname belegt ist, Kyria heißt eigentlich „die Herrin“. Und das ist wohl so, dass hier eine gesellschaftlich sehr hochstehende Frau Teil einer christlichen Gemeinde gewesen ist und Johannes diesen Brief an diese Frau schreibt. Es gibt zum Beispiel immer wieder auch Ausleger, die dann sagen, dass hier die Frau wiederum ein Bild für die Gemeinde ist, aber es ist eigentlich kein symbolischer Zusammenhang, kein prophetischer Zusammenhang. Und er sagt auch nicht, dass er an die Gläubigen schreibt, die wie eine Frau sind. Im Gegenteil, er sagt dann später sogar, dass sie auch eine Schwester hat, dass sie auch Kinder hat. Alles in dem Brief deutet eigentlich darauf hin, dass dieses biblische Buch, der 2. Johannesbrief, an eine Frau geschrieben ist. Und ich finde das auch sehr wertvoll, und das sollte eigentlich mehr betont werden, dass ein ganzes biblisches Buch hier an diese Frau, die als Kyria bezeichnet wird, als Herrin, gerichtet ist, und zwar nicht nur an sie, sondern auch an ihre Kinder, die sie gehabt hat.

[4:57] Ein Punkt wiederholt er immer und immer wieder, und das ist die Wahrheit: „die ich in Wahrheit liebe, welche die Wahrheit erkannt haben, um der Wahrheit willen.“ Für Johannes war nicht nur die Liebe entscheidend, wie wir im 1. Johannesbrief gesehen haben, sondern auch die Wahrheit.

[5:13] Vers 3: „Gnade, Barmherzigkeit und Friede sei mit euch von Gott dem Vater und von dem Herrn Jesus Christus, dem Sohn des Vaters, in Wahrheit und Liebe.“ Wir sehen hier, wie für Johannes diese beiden Dinge nicht getrennte Pole sind, sondern untrennbar zusammengehören: die Wahrheit und die Liebe. Ist es in unserem Leben auch so, dass Wahrheit und Liebe zusammengehören? Manche Menschen betonen die Wahrheit, aber sind lieblos. Andere betonen die Liebe, aber ignorieren die biblischen Wahrheiten. In unserem Leben muss beides zusammenkommen: die Liebe und die Wahrheit.

[5:52] „Es freut mich sehr, dass ich unter deinen Kindern solche gefunden habe, die in der Wahrheit wandeln, wie wir ein Gebot empfangen haben von dem Vater.“ Das ist eine sehr interessante Perspektive. Einige Kinder dieser Frau waren Christen, waren gläubig. Oft haben wir die Perspektive: „Oh, da ist jemand von den Kindern nicht in der Gemeinde, jemand ist nicht gläubig.“ Aber Johannes hat eine andere Perspektive: Er freut sich über jedes Kind, das gläubig ist. Er freut sich über jedes, das den Weg zu Jesus gefunden hat.

[6:26] „Und nun bitte ich dich, Frau, nicht, als ob ich dir ein neues Gebot schreiben würde, sondern dasjenige, welches wir von Anfang an gehabt haben, dass wir einander lieben.“ Und das erinnert uns sehr stark an das, was wir auch im 1. Johannesbrief geschrieben haben, wo Paulus – wo, verzeiht, wo Johannes immer und immer wieder von der Liebe zueinander gesprochen hat und gesagt hat: „Das ist kein neues Gebot.“ Das haben wir im 1. Johannes 2 gesehen in Vers 7, dass er gesagt hat, das war eigentlich von Anfang an schon das Gebot. „Und darin besteht die Liebe, dass wir nach seinen Geboten wandeln.“ Auch das haben wir in 1. Johannes in Kapitel 5 gelesen, dass die Liebe Gottes darin besteht, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. „Dies ist das Gebot, wie ihr es von Anfang an gehört habt, dass ihr darin wandeln sollt.“ Wir sollen einander lieben, wir sollen Gottes Gebote befolgen von Anfang an, weil das die Botschaft durch die gesamte Bibel hindurch ist.

[7:25] Und Johannes erinnert diese Frau, dieses Gemeindeglied, diese Kyria, diese Herrin, erinnert sie genau an diese Botschaft. Und warum tut er das? Denn viele Verführer sind in die Welt hineingekommen. Auch das haben wir im 1. Johannesbrief gesehen, in Kapitel 2 und dann auch in Kapitel 4. „Denn viele Verführer sind in die Welt hineingekommen, die nicht bekennen, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist.“ Oder aber, so wie es in 1. Johannes 4 auch schon gesagt haben, dass Jesus der Christus ist, der im Fleisch gekommen ist. Da geht es also wieder um dasselbe Thema, über das wir schon in 1. Johannes 2 und 4 gesprochen haben, über die Irrlehrer, über den Antichristen. Das ist der Verführer und der Antichrist. Wir sehen also Johannes hier auch ganz konkret an eine Einzelperson dieselben Anliegen schreibt, die auch im 1. Johannesbrief allgemein an die Gläubigen kommuniziert hat.

[8:26] Interessant ist die Verknüpfung von Vers 7 zu den Versen vorher. Sagt er, denn offensichtlich laufen schon zur Zeit von Johannes Menschen herum mit Irrlehren, die dem Geiste nach das vorbereiten, was später einmal im kleinen Horn, beim Antichristen, dann sich in voller Kraft entfalten wird. Und was ist das Gegenmittel gegen die Lehre des Antichristen? Was ist das Gegenmittel gegen diese Verführer? Es ist Liebe zueinander und das Halten der Gebote. Denn darin besteht die Liebe. Ist das nicht interessant? Denn in Daniel wird ja deutlich gesagt, dass das kleine Horn, zu identifizieren mit dem Antichristen, Gottes Gebote ändern wird. Deswegen ist dieser Aufruf von Johannes zur Liebe und zu den Geboten angesichts des Geheimnisses der Gesetzlosigkeit, das sich schon anfängt auszubreiten, hier ganz interessant und wichtig.

[9:22] „Seht euch vor, dass wir nicht verlieren, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangen.“ Hier sehen wir also, dass Johannes durchaus geglaubt hat, wie auch alle anderen Apostel, dass ein Mensch die Erlösung auch wieder verlieren kann, wenn er falschen Lehrern auf den Leim geht und sich von Gottes Wahrheit abwendet und sich verführen lässt. „Jeder, der abweicht und nicht in der Lehre des Christus bleibt“ – das war eine interessante Formulierung – „der hat Gott nicht. Wer in der Lehre des Christus bleibt, der hat den Vater und den Sohn.“ Wie oft habe ich schon gehört, dass Menschen behaupten, die Lehre sei nicht so wichtig, entscheidend sei die Beziehung zu Jesus und zu Gott. Die Lehre sei zweitrangig, ja, nicht ganz unwichtig, aber letztlich nicht so entscheidend. Hat denn niemand den 2. Johannes gelesen, wo Johannes deutlich macht, wer in der Lehre des Christus abweicht, kann nicht gleichzeitig eine lebendige Beziehung zu Gott aufrechterhalten. Es ist ja durch die Lehre des Christus, dass wir Gott kennenlernen. Deswegen ist Jesus doch gekommen. Daran bestand doch die Lehre der Bibel, die Lehre von Jesus, dass wir Gott erkennen, wie er ist. Die ganze Bibel will doch zeigen, wie Gott ist. Wie sollen wir denn eine Beziehung zu Gott haben ohne die Lehre? Lass dir, lieber Freund, liebe Freundin, von niemandem einreden, dass man eine Beziehung zu Gott haben könnte und die Lehre so zweitrangig sei. Das ist Unsinn, das ist unbiblisch. Die Lehre ist nicht etwas, was von Gott ablenkt. Im Gegenteil, die biblische Lehre, die Lehre, die Jesus uns gegeben hat, ist genau der Weg, durch den wir Gott richtig verstehen und dadurch richtig lieben können und mit ihm im Alltag leben können.

[11:17] „Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, den nehmt nicht auf ins Haus und grüßt ihn nicht.“ Die Idee hier ist: Wenn Menschen umhergingen, die sagten, sie Verkündiger der biblischen Wahrheit sind, wenn sie sich als Missionare ausgaben, als Apostel, aber nicht der biblischen Lehre gefolgt haben, nicht die Wahrheit gepredigt, wie sie in Jesus ist, dann sollten solche Irrlehrer keine Unterstützung erfahren. Sie sollten nicht zu Hause aufgenommen werden, vielleicht noch mit Essen versorgt werden, damit sie dann weiter ihre falschen Missionszwecke verfolgen. Sie sollten keine Unterstützung logistischer Art erhalten. Und man sollte nicht den Eindruck bekommen, dass die Gemeindegeschwister ihr Tun gutheißen. Wir dürfen Irrlehrer nicht unterstützen, nicht finanziell, nicht logistisch, sondern wir sollen uns deutlich von ihnen distanzieren. „Denn wer ihn grüßt, macht sich seiner bösen Werke teilhaftig.“ Wer also sagt: „Gott mit dir“, der verkennt, dass das Wirken dieses Irrlehrers tödlich ist. Und deswegen soll man Irrlehrern zwar freundlich begegnen, sie liebevoll behandeln, so wie Jesus jeden Menschen liebevoll behandelt hat, aber in ihrem Tun dürfen sie keine Unterstützung bekommen.

[12:44] „Ich hätte euch viel zu schreiben, will es aber nicht mit Papier und Tinte tun, sondern ich hoffe, zu euch zu kommen und mündlich mit euch zu reden, damit unsere Freude völlig sei.“ Es gibt noch etwas Schöneres als einen Brief zu bekommen: das ist die Person selbst zu sehen. Ich glaube, manchmal, wenn ich diesen Vers lese, dass es Gott so geht, dass er uns auch noch viel zu schreiben hätte, aber begnügt sich mit dem, was wir in der Bibel finden, und er freut sich schon darauf, wenn wir ihn persönlich sehen und wir mündlich mit ihm sprechen können. Dann wird unsere Freude auch völlig sein.

[13:19] „Es grüßen dich die Kinder deiner Schwester, der Auserwählten.“ Amen. Ich glaube, dieser Vers zeigt ganz deutlich, dass es sich bei dieser Frau um eine echte, reale Frau handelte, eine Frau, die – wir werden das auch im Vergleich zum 3. Johannes sehen – die in der Gefahr stand, Menschen Unterstützung angedeihen zu lassen, die diese Unterstützung nicht verdient haben. Und Johannes warnt sie vor diesen Irrlehrern und erinnert sie daran, echte Liebe untereinander zu haben und im Gehorsam zu Gottes Geboten zu leben, in Wahrheit und in Liebe.

[13:58] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, schenk du uns jeden Tag aufs Neue Wahrheit und Liebe in unser Herz, dass diese beiden uns nicht verlassen und wir in allem, was wir tun, von Wahrheit und Liebe geleitet werden, von deiner Wahrheit und von deiner Liebe. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[14:28] [Musik]


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