In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ widmet sich Christopher Kramp dem dritten Johannesbrief. Er beleuchtet die Bedeutung der Wahrheit und der Unterstützung von Missionaren, wie sie im Lob für Gaius zum Ausdruck kommt. Gleichzeitig warnt Kramp vor dem negativen Beispiel des Diotrephes, der Spaltung in die Gemeinde bringt, und ermutigt dazu, stets das Gute nachzuahmen und ein aufrichtiges Leben zu führen, das Gott ehrt.
Gott auf (m)einer Seite: 3. Johannes 1-15
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 3. Johannes, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] [Musik] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite, heute mit 3. Johannes. Lasst uns gemeinsam beten.
[0:39] Lieber Vater im Himmel, wir möchten Dich heute an diesem Tag einladen, dass Du auch heute zu uns sprichst durch Dein Wort. Wir möchten Dich einladen, dass Deine Liebe, Deine Gnade, Deine Wahrheit und Dein Gesetz unser Herz erfüllen, dass wir uns an die Dinge erinnern, die Du uns schon oft gezeigt hast und die so leicht bei uns in Vergessenheit geraten. Dass Du uns stärkst und festigst und uns schon Vorfreude schenkst auf die Zeit, wo wir einmal in alle Ewigkeit mit Dir Gemeinschaft verbringen können. Herr, segne diese Zeit, die wir jetzt mit Deinem Wort verbringen wollen. Öffne uns Dein Wort und hab Dank dafür von ganzem Herzen. Amen.
[1:27] Wir lesen heute den dritten Johannesbrief, tatsächlich das kürzeste Buch der Bibel. Den Versen nach zwar hat der zweite Johannesbrief 13 Verse und der dritte Johannes hat 15 Verse, aber den Worten nach ist tatsächlich der dritte Johannesbrief der kürzeste.
[1:51] Es sieht so aus, da wir keine Zeitangaben haben, wann die drei Johannesbriefe geschrieben worden sind, und da sie auch keine innere Chronologie haben, dass man jetzt sagen könnte, der ist nach dem geschrieben, wie das bei Petrus ist – das sieht man deutlich, der zweite Brief ist nach dem ersten geschrieben. Sieht es zumindestens für mich so aus, dass diese drei Briefe ihrer Länge nach geordnet worden sind, und deswegen ist der dritte Johannesbrief, als kürzester Text, auch der dritte dieser drei Briefe.
[2:24] Wir beginnen in Vers 1: „Der Älteste an den geliebten Gaius, den ich in Wahrheit liebe.“ Während der zweite Brief an diese Kyria ging, diese hochgestellte Frau, diese Herrin, geht dieser Brief nun an einen Bruder, an einen Mann, an einen Gaius, ein typischer römischer Name. Wir kennen einen Gaius in der Gemeinde Korinth, von dem Paulus auch berichtet. Ob aber damit derselbe Gaius gemeint ist, ist zumindestens fraglich, weil Gaius, wie gesagt, ein recht häufiger Name gewesen ist.
[3:00] Wieder nennt sich Johannes „der Älteste“. Also die Parallelen zwischen dem zweiten und dem dritten Johannesbrief sind nicht nur in diesem Vers sehr frappierend. Wir werden sehen, dass viele Formulierungen und auch Ideen und auch der ganze Aufbau sehr ähnlich zueinander, also zweiter und dritter Johannesbrief sehr ähnlich zueinander sich verhält.
[3:22] Vers 2: „Mein Lieber, ich wünsche dir in allen Dingen Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlgeht.“ Das ist ein sehr schöner Vers, auch wenn es um das Thema Gesundheit geht. Gott wünscht sich, dass es uns gut geht, dass wir körperlich gesund sind und dass wir in allen Dingen Wohlergehen haben.
[3:48] Interessant ist dieser Vers, weil hier Johannes zu sagen scheint, dass er bereits weiß, dass es der Seele des Gaius gut geht, und so wie es der Seele des Gaius gut geht, er sich wünscht, dass es ihm auch in allen anderen Dingen und auch in der körperlichen Gesundheit gut geht. Das heißt also, hier ist ganz deutlich auch der Fokus darauf, dass auch zusätzlich zu unserem geistlichen Wohl Gott und damit auch Johannes, der vom Heiligen Geist inspiriert ist, sich wünschen, dass es uns auch in den anderen Bereichen des Lebens gut geht.
[4:18] Wir wissen aus der Bibel, es gibt auch im Leben von Gläubigen Situationen, wo das nicht immer uneingeschränkt der Fall ist. Wir denken an Hiob, wir denken an Johannes den Täufer oder Elisa. Aber das ist ein Ding, der grundsätzliche Wunsch Gottes ist es nicht nur, dass es uns geistlich gut geht, sondern auch körperlich und auch in allen Angelegenheiten des Lebens, die unseren Alltag so ausmachen. Gott wünscht sich, dass wir erfolgreich sind, dass wir die Dinge, die uns aufgetragen sind, auch erledigen können. Er wünscht sich, dass wir auch Frieden und Freude empfinden und dass unser Leben schon auf dieser Welt ein Erfolg ist.
[4:56] Vers 3: „Denn ich freute mich sehr, als Brüder kamen und von deiner Wahrhaftigkeit Zeugnis ablegten, wie du in der Wahrheit wandelst.“ Auch das wieder hier ein ganz interessanter Punkt: die Wahrheit. Er hatte schon im zweiten Brief an die Kyria deutlich gemacht, dass die Wahrheit in der Liebe ihm so wichtig ist, und er freut sich so sehr, dass er jetzt hört, dass Gaius an der Wahrheit festhält.
[5:26] Kann man auch von uns sagen, dass wir in der Wahrheit wandeln? Würden auch Geschwister anderswo Zeugnis ablegen über unsere Wahrhaftigkeit? Und freuen wir uns, wenn wir hören, dass andere Gläubige in der Wahrhaftigkeit, in der Wahrheit wandeln?
[5:50] Vers 4: „Ich habe keine größere Freude, als die zu hören, dass meine Kinder in der Wahrheit wandeln.“ Er hatte der Kyria geschrieben im zweiten Johannesbrief, dass er sich so sehr gefreut hat, dass er hörte, dass einige ihrer Kinder in der Wahrheit wandeln. Jetzt sagt er: „Ich freue mich, keine größere Freude, als dass meine Kinder“ – und gemeint sind hier nicht seine leiblichen Kinder, ganz offensichtlich, sondern die Kinder des Glaubens, so wie auch Paulus den Titus und den Timotheus als seine Kinder, seine echten Kinder nach dem Glauben, bezeichnet.
[6:30] Was ist deine größte Freude? Ist deine größte Freude zu sehen, dass andere Menschen freudig der Wahrheit folgen?
[6:42] Vers 5: „Mein Lieber, du handelst treu in dem, was du an den Brüdern tust, auch an den unbekannten, die von deiner Liebe Zeugnis abgelegt haben vor der Gemeinde. Du wirst wohltun, wenn du ihnen ein Geleit gibst, wie es Gottes würdig ist. Denn um seines Namens willen sind sie ausgezogen, ohne von den Heiden etwas anzunehmen. So sind wir nun verpflichtet, solche aufzunehmen, damit wir Mitarbeiter der Wahrheit werden.“
[7:08] Hier geht es auch wieder um diesen Gedanken, Missionare aufzunehmen und sie logistisch, zum Beispiel durch Kost und Logis, zu unterstützen. Johannes macht deutlich, dass es unsere Aufgabe ist, wandernde Missionare, indem reisende Missionare, zu unterstützen, gerade weil diese auch sich nicht von der Welt finanzieren lassen wollten, was die Aufgabe der Gemeinde ist, sie zu unterstützen.
[7:37] Und das gibt uns eine interessante Balance auch, denn wir haben im zweiten Johannesbrief gesehen, dass es die Pflicht war, Irrlehrer nicht aufzunehmen. Johannes hat der Kyria ganz deutlich gesagt: „Wenn jemand kommt und diese Lehre nicht hat, wenn er etwas anderes bringt als das, was die Bibel als Botschaft predigt, dann soll er nicht aufgenommen werden, nicht unterstützt werden.“
[7:58] Das hätte natürlich dazu führen können, dass man jetzt auf Verdacht fast niemand mehr aufnimmt und nur diejenigen aus der eigenen Gemeinde, die man vielleicht sowieso kennt. Aber Gaius wird ausdrücklich dafür gelobt, dass er auch die Missionare aufgenommen hat, die er gar nicht persönlich kannte. Das heißt, wir sehen hier, dass es durchaus auch so ein Moment des Vertrauensvorschusses gibt, dass wir erst einmal auch unsere Türen öffnen. Aber wenn wir wissen und hören und merken, dass jemand Irrlehre predigt, dann dürfen wir ihn nicht aufnehmen und dürfen ihn nicht unterstützen. Wir haben aber die Verpflichtung, Menschen, die Vollzeit im Werk Gottes arbeiten, auch entsprechend zu unterstützen und dadurch Mitarbeiter der Wahrheit zu werden.
[8:47] Vers 9: „Ich habe der Gemeinde geschrieben, aber Diotrephes, der bei ihnen der Erste sein möchte, nimmt uns nicht an. Darum will ich ihm, wenn ich komme, seine Werke vorhalten, die er tut, indem er uns mit bösen Worten verleumdet. Und damit nicht genug: Er selbst nimmt die Brüder nicht auf und verwehrt es auch denen, die es tun wollen, und stößt sie aus der Gemeinde hinaus.“
[9:12] Was für eine interessante Situation, dass es schon zur Zeit von Johannes einen Gemeindeleiter gab, der schlecht über Johannes, einen der letzten Apostel, den Lieblingsjünger Jesu, gesprochen hat und Johannes verleumdet hat. Wir haben im zweiten Johannesbrief gesehen, wie Johannes vor den Irrlehrern gewarnt hat. Hier geht es nicht um die Antichristen und die Irrlehrer, aber es geht auch um Missstände, in dem Fall in der Gemeinde. Und Johannes warnt sehr deutlich davor und sagt, dass er das Ganze auch ansprechen wird und entsprechend korrigieren wird.
[10:03] Dieser Diotrephes, der hat sogar Menschen aus der Gemeinde ausgeschlossen, weil sie nicht seinen speziellen Ideen gefolgt sind, obwohl diese Ideen dem Wort Gottes widersprachen.
[10:16] Ich frage mich, sehen wir das heute auch noch, dass Menschen eigene Ideen in die Gemeinde hineinbringen und dann andere, die diesen Ideen nicht folgen wollen, sogar aus der Gemeinde ausschließen und dann sogar es verwehren, in der Gemeinde zu predigen, wie der Diotrephes es dem Johannes verwehrt hat, dort aufgenommen zu werden?
[10:40] Vers 11: „Mein Lieber, ahme nicht das Böse nach, sondern das Gute. Der Gutes tut, der ist aus Gott; wer aber Böses tut, der hat Gott nicht gesehen.“
[10:54] Es kann sein, dass wir auch in der Gemeinde Dinge sehen, die uns betrüben, Dinge, die wir nicht verstehen, Dinge, die wir nicht einordnen können, Dinge, die grundsätzlich schieflaufen. Es ist immer wichtig, dass wir uns selbst vor Augen halten, auch durch dieses Wort, dass wir nicht das Böse nachahmen, sondern das Gute, dass wir durch Gottes Kraft das Gute tun, auch wenn anderswo von anderen Böses getan wird.
[11:23] Vers 12: „Dem Demetrius wird von allen und von der Wahrheit selbst ein gutes Zeugnis ausgestellt. Auch wir geben Zeugnis dafür, und ihr wisst, dass unser Zeugnis wahr ist.“ Über diesen Demetrius gibt es nur diesen einen Vers in der Bibel, aber was für ein Vers!
[11:44] Ich wünschte, dass das, was über Demetrius gesagt wird, auch über mich gesagt werden kann, dass ihm von allen und von der Wahrheit selbst ein gutes Zeugnis ausgestellt wird. Und Johannes hat das auch noch bestätigt.
[11:58] Ist nicht ein schönes Ziel, dass wir durch Gottes Hilfe so ein aufrichtiges Leben leben können, dass alle zugeben müssen, dass Gott mit uns ist, dass alle, ja, die Wahrheit selbst uns ein gutes Zeugnis ausstellt?
[12:16] Vers 13: „Ich hätte vieles zu schreiben, aber ich will dir nicht mit Tinte und Feder schreiben.“ Genau dasselbe oder so ähnlich hat er ja auch schon an die Kyria geschrieben im zweiten Johannesbrief.
[12:27] Vers 14: „Ich hoffe aber, dich bald zu sehen, und dann wollen wir mündlich miteinander reden.“ Auch das eine ganz enge Parallele zum zweiten Johannesbrief. Wir sehen, wie diese beiden Briefe quasi so ein bisschen parallel aufgebaut sind und sich gegenseitig ergänzen und zusammen eigentlich so ein ganz interessantes Gesamtbild ergeben.
[12:45] Vers 15: „Friede sei mit dir! Es grüßen dich die Freunde. Grüße die Freunde mit Namen.“
[12:52] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, Herr, wir wünschen uns auch, dass Du uns ein gutes Zeugnis ausstellen kannst, denn Dein Zeugnis ist das Wichtigste. Mach uns zu Menschen, bei denen man sieht, dass sie in der Wahrheit wandeln. Menschen, die anderen Freude machen, Menschen, die andere ermutigen, Menschen, die das Gute nachahmen und durch Deine Kraft das Gute tun. Das wollen wir uns für heute vornehmen, ja, vielmehr das, was Du Dir vorgenommen hast für uns heute, in Anspruch nehmen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[13:57] [Musik]
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