[0:05] [Musik] [Applaus]
[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.julmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern wie immer auf dem Fernsehsender Das Wort.
[0:48] Wir sind heute wieder in den Psalmen. Wir werden heute im vierten Studium dieser CSH-Serie uns erneut über die Psalmen Gedanken machen und uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 27. Januar. Das Thema heute ist die Frage der Gebetserhörung, überschrieben mit den Worten: "Der Herr hört und errettet". Ein Thema, das mich und jeden einzelnen von uns ganz persönlich betrifft, wenn wir zu Gott beten, wenn wir in Not geraten. Wie können wir wissen, dass Gott unser Gebet erhört und uns aus aller Schwierigkeit herausrettet? Das wollen wir heute anhand von verschiedenen Texten aus den Psalmen und auch anderen Bibelversen gemeinsam betrachten.
[1:43] Wir möchten zunächst Gott einladen, dass er unsere Gedanken führt und uns mit seinem Heiligen Geist erfüllt. Lasst uns gemeinsam beten: Lieber Vater im Himmel, danke, dass du versprochen hast, dass unsere Gebete zu dir emporsteigen dürfen, dass der Heilige Geist sie so umformuliert, dass sie vor dir wohlgefällig sind, dass Jesus sie mit seiner eigenen Gerechtigkeit vermischt und verbindet und dass du uns ganz nahe bist. Du hast uns gesagt, dass das Gebet nicht dich herab zu uns bringt, sondern uns herauf zu dir. Und Herr, wenn wir jetzt in den Psalmen und in der ganzen Bibel Verse lesen über Gebet und Gebetserhörung und über deine Rettung, dann gib, dass das nicht nur Verse sind, die wir wahrnehmen, sondern die wir uns zu Herzen nehmen, die wir persönlich auf uns anwenden und heute die Erfahrung machen, dass du unser Gebet erhört hast. Das bitten wir im mächtigen und teuren Namen Jesu. Amen.
[3:01] Der Merkvers in dieser Woche steht in Psalm 34, Vers 18. Dort steht: "Wenn jene rufen, so hört der Herr und rettet sie aus all ihrer Bedrängnis." Hier haben wir eine wunderschöne Verheißung, dass egal welche Bedrängnis auch vorkommt, der Herr hört und rettet. Und zwar heißt es hier: "Wenn jene rufen." Und das sollte uns zu der Frage führen: Wer sind jene? Mit anderen Worten: Wer kann diese Verheißung, dass der Herr hört und aus allen ihren Bedrängnissen rettet, wer kann diese Verheißung für sich in Anspruch nehmen?
[3:54] Es lohnt sich dazu ganz kurz den direkten Kontext dieses Verses in Psalm 34 zu betrachten. Dort heißt es ab Vers 13: "Wer ist der Mann, der Leben begehrt, der sich Tage wünscht, an denen er Gutes schaut? Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht betrügen. Weiche vom Bösen und tue Gutes, suche den Frieden und jage ihm nach." Hier wird also eine Einstellung zum Leben beschrieben, ein geistlicher Charakter, der das Böse meidet, das Gute sucht, der den Frieden sucht und ihm nachjagt. Und dann heißt es in Vers 16: "Die Augen des Herrn achten auf die Gerechten." Natürlich nicht auf diejenigen, die selbstgerecht sind, sondern diejenigen, die die Gerechtigkeit Gottes für sich in Anspruch nehmen, denen die Gerechtigkeit Gottes zugerechnet und verliehen worden ist, diejenigen, die das Evangelium für sich in Anspruch genommen haben und ausleben. "Die Augen des Herrn achten auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien." Hier geht es also um die Gebete der Gerechten. Vers 17: "Das Angesicht des Herrn steht gegen die, welche Böses tun, um ihr Andenken von der Erde zu vertilgen." Und dann heißt es jetzt: "Wenn jene rufen." Das heißt also, es geht um die Gerechten. Es geht nicht um diejenigen, die an der Sünde festhalten und an der Rebellion weiterleben. Wenn ein Mensch in Rebellion lebt, diese nicht aufgeben möchte und dann aber in einer Drangsal einfach um Hilfe bittet und erwartet, dass Gott ihn rettet, obwohl er weiter in der Rebellion leben möchte, kann er Vers 18 nicht in Anspruch nehmen.
[5:46] Es heißt ja: "Wenn jene rufen", die Gerechten. Deswegen heißt es dann weiter in Vers 19: "Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und er hilft", hilft wem? Denen, die zerschlagenen Geistes sind. Nicht diejenigen, die selbstgerecht alles besser wissen, nicht diejenigen, die einfach ihren Lebenswandel nicht ändern wollen, sondern diejenigen, die von Gottes Geist berührt, von Gottes Wort getroffen, ihre Sünden bereuen, Buße tun, bereit sind, Umkehr in ihrem Leben zuzulassen, bereit sind umzukehren.
[6:29] In Jesaja 57, Vers 15 lesen wir über dieselbe Gruppe von Menschen: "Denn so spricht der Hohe und der Erhabene, der ewig wohnt und dessen Name der Heilige ist: In der Höhe und im Heiligtum wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gedemütigten Geistes ist, damit ich den Geist der Gedemütigten belebe und das Herz der Zerschlagenen erquicke." Gott wohnt dort, wo Menschen Buße tun, wo sie am Felsen zerschellen, damit Gott sie neu beleben kann. Das sind die Menschen, die in jeder Not zu Gott beten können und sie dürfen wissen: Er hört und errettet.
[7:18] Nun, wenn wir uns Gedanken machen über das Thema der Gebetserhörung in der Not, dann ist es interessant und wichtig, sich mit einer grundsätzlichen Wahrheit noch einmal vertraut zu machen, die uns in Psalm 139, ab Vers 1, vor Augen geführt wird. Dort heißt es: "Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. Herr, du erforschst mich und kennst mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es. Du verstehst meine Gedanken von ferne. Du beobachtest mich, ob ich gehe oder liege, und bist vertraut mit allen meinen Wegen. Ja, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht völlig wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir." Gott weiß alles über mich.
[8:09] Und er weiß alles über dich, egal was du getan hast, egal wer du bist, wo du wohnst, was deine Herkunft ist, was deine Lebensumstände sind. Gott weiß wirklich alles über uns. Und als David darüber nachdenkt, was das konkret im Alltag bedeutet, das hat seinen Verstand weit überstiegen. Er sagt in Vers 6: "Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar, zu hoch, als dass ich sie fassen könnte." Gott verlangt von uns nicht, dass wir das begreifen, aber er möchte, dass wir es ihm glauben, dass er sowieso alles weiß. Und das bedeutet ganz konkret: Man kann auch nicht vor Gott fliehen, so wie es Jona versucht hat.
[8:52] Man kann nirgendwohin, wo Gott einen nicht finden könnte. Das machen die nächsten Verse ab Vers 7 ganz deutlich: "Wo sollte ich hingehen vor deinem Geist, und wo sollte ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Stiege ich hinauf zum Himmel, so bist du da. Machte ich das Totenreich zu meinem Lager, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und ließe mich nieder am äußersten Ende des Meeres, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. Spräche ich: Finsternis soll mich bedecken, und das Licht zur Nacht werden um mich her, so wäre auch die Finsternis nicht finster für dich, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Die Finsternis wäre für dich wie das Licht." Man kann sich vor Gott nicht verstecken, man kann sich vor ihm nicht verbergen. Das heißt, auch wenn wir Gott um etwas bitten, müssen wir ihn niemals informieren, wir müssen ihn niemals erst erklären, wie etwas ist. Gott weiß sowieso alles. Er kennt jeden Winkel der Erde und er kennt jeden Winkel meines und deines Herzens. Es gibt nichts, womit wir ihn überraschen könnten, nichts, womit wir ihn beeindrucken könnten, nichts, was ihm nicht schon längst klar wäre.
[10:06] Wenn wir also unsere Anliegen vor ihn bringen, dann nicht, um ihn zu informieren. Wir reden mit ihm, weil er unser Freund ist, unser Vater, weil wir seine Hilfe brauchen, weil wir unsere Gefühle ausdrücken möchten und weil wir darauf vertrauen, dass er, der alles weiß, auch das Beste für uns möchte.
[10:32] Es geht weiter in Vers 13. Nicht nur ist Gott geografisch überall präsent und überall gegenwärtig, er weiß auch alles in Bezug auf die Zeit. Das wird deutlich ab Vers 13: "Denn du hast meine Nieren gebildet; du hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir dafür, dass ich erstaunlich und wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl. Mein Gebein war nicht verhüllt vor dir, als ich im Verborgenen gemacht wurde, kunstvoll gewirkt tief unten auf Erden."
[11:07] Jeder, der sich mal mit der Entstehung eines Kindes im Mutterleib beschäftigt hat, jeder, der sich mit Genetik und all diesen hochkomplexen Dingen des menschlichen Lebens beschäftigt hat, der weiß, auch wenn David allenfalls das alleroberflächlichste darüber wissen konnte, was wir heute wissen, hat ist er doch vom Heiligen Geist inspiriert und trifft genau den Punkt, wenn er sagt: "Wir sind wunderbar gemacht." Gott kennt unsere Genetik, er weiß alles. Er hat uns, dich und mich, persönlich geschaffen. "Deine Augen sahen mich schon als ungeformten Keim, und in dein Buch waren geschrieben alle Tage, die noch werden sollten, als noch keiner von ihnen war."
[12:01] Seit Mutterleib an kennt Gott mich und dich, und seit meiner Zeugung kannte er bereits mein gesamtes Leben. Wir können also Gott wirklich nicht überraschen. Gott ist überall, wir können nicht vor ihm fliehen, wir können uns nicht vor ihm verstecken, wir können ihm auch nicht etwas zeigen, was er noch nicht gesehen hätte. Und es kann auch nichts passieren, was Gott noch nicht gewusst hätte. Schon als wir ein kleiner Zellhaufen waren, mit wenigen kleinen Zellen, kannte Gott schon unser gesamtes Leben. Wir müssen ihn tatsächlich nicht über irgendwelche Entwicklungen informieren. Und so sehen wir, dass Gott Menschen beruft, nicht weil sie in der Zwischenzeit eine ganz gute Entwicklung genommen haben, weil sie ihn irgendwie überzeugt hätten, sondern weil er von Anfang an, eher vor ihrer Geburt, noch vor ihrer Zeugung, bereits wusste, dass er sie dafür rufen möchte. Wir denken an Jeremia in Jeremia 1, Vers 5. Wir denken an Paulus, der dasselbe in Galater 1, Vers 5 sagt, dass ihn von Mutterleib an, noch bevor Jeremias Mutterleib gebildet worden war, Gott ihn zum Propheten erwählt hat. Gott muss man nicht informieren.
[13:09] Gott weiß alles schon im Vorhinein. Er kennt die ganze Welt, er kennt die ganze Zeit, die ganze Weltgeschichte. Und je mehr man drüber nachdenkt, desto unfassbarer wird das. So sagt David dann auch in Vers 17: "Oh, wie kostbar sind mir deine Gedanken, oh Gott! Wie ist ihre Summe so gewaltig! Wollte ich sie zählen, sie sind zahlreicher als der Sand. Wenn ich erwache, so bin ich immer noch bei dir."
[13:46] In Jesaja 55, da hat Jesaja einen ganz ähnlichen Gedanken ausgedrückt, oder denselben Gedanken mit ganz ähnlichen Worten, als er gesagt hat in Jesaja 55, Vers 8 und 9, also da spricht Gott durch Jesaja: "Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken." Wenn wir zu Gott beten, müssen wir wissen: Gott hat Gedanken, die sind so hoch, so tief, so weit, so breit, das können wir sowieso nie erfassen. Wir können immer nur wie ein Kind in die Arme eines riesigen Vaters kommen, der mehr kann, mehr weiß, als wir jemals erfassen können.
[14:35] Interessant, wie dieser Psalm dann hier noch endet ab Vers 19. David macht deutlich, dass jemand, der Gottes Allmacht und Güte, seine Vorhersehung und seine Liebe kennt, keinerlei Sympathie mit Rebellion gegen Gott haben kann: "Ach, wollest du, oh Gott, auch den Gottlosen töten, und ihr Blutgierigen, weicht von mir! Denn sie reden arglistig gegen dich; deine Feinde erheben ihre Hand zur Lüge. Sollte ich nicht hassen, die dich, Herr, hassen, und keine Abscheu empfinden vor deinen Widersachern? Ich hasse sie mit vollkommenem Hass; sie sind mir zu Feinden geworden."
[15:19] Und dann endet das aber interessanterweise mit zwei Versen, die deutlich machen, dass in dieser totalen Abneigung gegen die Rebellion nicht menschliche Emotionen die Oberhand gewinnen dürfen, sondern all das von Gottes Geist durchforscht und durchleuchtet sein soll. "Erforsche mich, oh Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine." Denn es ist ja durchaus möglich, dass man dann nicht mehr, dass man nur noch die Menschen hasst und nicht die Rebellion selbst. Und so bittet David, dass er – oder das anders gesagt – er bittet, dass Gott seine Gefühle, seine Gedanken, seine Motive wirklich durchleuchtet, damit er keine falschen Gedanken hat, keine scheinbar guten Emotionen, sondern dass sein Denken und Fühlen wirklich mit Gottes Wort in Übereinstimmung ist. "Und sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg", sodass der Gläubige tatsächlich einen Hass auf die Rebellion haben kann und gleichzeitig Gottes Charakter der Liebe in seinem Herzen ganz fest verankert ist auf dem ewigen Weg, den Weg, den Jesus gezeigt hat.
[16:47] Wenn wir in den Psalmen blättern und verschiedene Psalmen lesen, dann stellen wir fest, dass das Thema der Gebetserhörung in Not eines der ganz großen Hauptaspekte vieler Psalmen darstellt. Psalm 40, zum Beispiel, in Vers 2 bis 4. Hier bekennt David und gibt ein Zeugnis über das, was er erlebt hat mit Gott. In Psalm 40, Vers 2 bis 4: "Beharrlich habe ich auf den Herrn geharrt, dann neigt er sich zu mir und er hörte mein Schreien. Er zog mich aus der Grube des Verderbens, aus dem schmutzigen Schlamm und stellte meine Füße auf einen Fels; er machte meine Schritte fest." Wie oft habe ich schon und wie oft hast du wahrscheinlich in deinem Leben das Gefühl gehabt, dass wir im Schlamm versinken? Und wenn wir dann rufen, wir können uns nicht selbst befreien, dann kommt Gott und zieht uns heraus und stellt unsere Füße. Er rettet uns nicht nur aus dem Schlamm, er stellt unsere Füße auch wieder auf ein festes Fundament, auf einen Felsen, macht unsere Schritte fest. Und dann heißt es in Vers 4: "Und gab mir ein neues Lied in meinen Mund, ein Lob für unseren Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und werden auf den Herrn vertrauen."
[18:09] David weiß, wenn man eine Erfahrung mit Gott gemacht hat, dann kann man nicht an sich halten, man kann nicht schweigen, man muss es anderen erzählen, man muss Gott loben und wird auch andere inspirieren, Gott zu glauben und auf ihn zu vertrauen.
[18:25] In Psalm 50, Vers 14 und 15 finden wir einen berühmten Vers. In Psalm 50, Vers 15 heißt es: "Und rufe mich an am Tag der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich ehren." Hier haben wir einen interessanten Gedanken: Wenn wir Gott anrufen, dann wird er uns retten, und wir sollen ihm dann auch die Ehre geben. Wir erinnern uns vielleicht an die Geschichte, die im Lukas-Evangelium aufgeschrieben ist, von den zehn Aussätzigen, die zu Jesus kamen, und von denen dann alle zehn auf ihrem Weg, als Jesus ihnen sagte, dass sie sich den Priestern zeigen sollen, alle zehn geheilt wurden. Und nur einer kam zurück und dankte Jesus. Und Jesus fragt dann, wo die anderen sind, ob sich nicht mehr gefunden haben, die Gott die Ehre geben sollen. Wir denken auch an Offenbarung 14, Vers 7: "Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre." Wenn Gott uns rettet, sollen wir auch durch Dankbarkeit unser Leben so führen, dass es ihm Wohlgefallen bringt.
[19:32] Und deswegen heißt es in Vers 14: "Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde." Und wenn man den größeren Kontext dieses Psalms anschaut in den Versen vorher, dann merkt man, was Gott hier deutlich macht, ist, dass er sich Dankbarkeit wünscht. Er braucht eigentlich keine Tieropfer. Er sagt, die Tieropfer sind nicht dazu da, dass man mich ernährt, oder ich – Gott sagt: "Ich brauche keine Tieropfer." Was ich mir eigentlich – die Tieropfer waren ja alle ein Symbol auf den kommenden Erlöser. Gott selbst braucht keine Tieropfer. Was Gott sich wünscht, ist, dass wir dankbar sind und dass wir unsere Versprechen auch einhalten und mit ihm zusammenleben, dass wir ihm treu sind und aus Liebe Gehorsam.
[20:47] Wenn wir Jesus haben, dann haben wir auch die Gewissheit, dass er unsere Gebete hört. Das macht auch Johannes ganz deutlich im ersten Johannesbrief, in 1. Johannes Kapitel 5, ab Vers 12. Dort heißt es berühmterweise: "Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Dies habe ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt und damit ihr auch weiterhin an den Namen des Sohnes Gottes glaubt." Wir dürfen also durch den Glauben Erlösungsgewissheit haben, die Gewissheit haben, dass wir ewiges Leben haben. Und dann geht es weiter: "Und das ist die Freimütigkeit, die wir ihm gegenüber haben, dass er uns hört, wenn wir seinem Willen gemäß um etwas bitten. Und wenn wir wissen, dass er uns hört, um was wir auch bitten, so wissen wir, dass wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben." Wir haben also eine Erlösungsgewissheit, wir haben eine Gebetserhörungsgewissheit. Und die besteht aus zwei Dingen: Wir dürfen wissen, dass Gott es gehört hat, und wir dürfen wissen, dass Gott uns auch das gibt, was gut für uns ist, was wir nach seinem Willen gemäß gebetet haben. Wenn wir Jesus haben, dürfen wir wissen: Gott hat mich erlöst. Und wenn wir Jesus haben, dürfen wir wissen: Wenn ich bete, hört Gott mein Gebet, und er wird es nach seinem Willen zum Besten für mich beantworten.
[22:17] Und das ist genau die Bedingung oder genau die Situation, um die es hier in Psalm 50 geht, dass wenn wir unser Leben mit Gott führen, ihm Dank opfern und unsere Gelübde erfüllen, dann wird er uns retten am Tag der Not.
[22:40] Psalm 55, Vers 23, dort ist ein sehr praktischer Vers, der mir schon geholfen hat in meinem Leben: "Wirf dein Anliegen auf den Herrn, und er wird für dich sorgen; er wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen." Dort steht nicht nur: "Erzähl deine Sorgen dem Herrn", dort steht: "Wirf dein Anliegen auf den Herrn." Und das kann man sich manchmal ganz – oder das kann man sich ganz praktisch vorstellen, dass wir nicht nur unsere Sorgen und Nöte Gott erzählen, sondern dass wir sie tatsächlich auf ihn werfen. Denn Jesus hat am Kreuz von Golgatha unsere Sünden, unser Leid, all das getragen. Jesus ist stark genug, alle unsere Sorgen tragen zu können. Wir dürfen solche Anliegen buchstäblich auf ihn werfen, sodass sie dann nicht mehr bei uns sind.
[23:32] werfen, sodass sie dann nicht mehr bei uns sind, sondern bei Gott. Und das wird im Neuen Testament genauso aufgegriffen in 1. Petrus Kapitel 5 und dort Vers 7. Dort sagt Petrus sogar: „Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“ Wir haben Sorgen. Wir dürfen alle davon, nicht nur die schwersten, nicht nur ausgewählte, sondern ob klein oder groß, es gibt keine Sorge, die zu klein wäre, als dass man sie nicht auf Gott werfen kann. Es gibt keine Sorge, die zu groß wäre, als dass Gott sie nicht tragen könnte. Wir dürfen – und das muss ich lernen, das müssen wir alle lernen – Tag für Tag alle unsere Sorgen zu nehmen und auf Gott zu werfen und dann zu erleben, dass er für uns sorgt. Das ist die Erfahrung des Psalmisten hier in Psalm 55.
[24:29] Wir gehen zu Psalm 121, ein kurzer und interessanter, schöner Psalm, einer aus den sogenannten Wallfahrtsliedern. Es heißt hier in Psalm 121, Vers 1: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?“ Nun, Ausleger haben sich verschiedenlich Gedanken gemacht, was das hier zu den Bergen die Augen aufheben [bedeutet]. Ich glaube, wenn man sich den Kontext oder den Hintergrund dieses Psalms anschaut, ist es eigentlich ganz klar: Diese Wallfahrtslieder sind Lieder, die die Gläubigen im alten Israel gesungen haben, wenn sie Jahr für Jahr nach oder zu den jährlichen Festen nach Jerusalem ins Bergland hinaufzogen. Wenn sie also auf ihrem Pilgerweg Richtung Jerusalem die Berge gesehen haben, dann war das eine ganz typische Erfahrung, auf die dieses Lied hier eigentlich ganz klar anspielt. Man hebt die Augen auf zu den Bergen und dann ist diese Frage: „Woher kommt mir Hilfe?“ Natürlich, das werden wir gleich später noch an anderen Stellen sehen: Die Hilfe kommt von Gott, der in Jerusalem dort im Bergland Juda im Heiligtum seine Wohnung hat. Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat, der Schöpfer, der alles gemacht hat, der auch mich gemacht hat, wie wir im Psalm 139 gesehen haben.
[25:51] Er wird mir helfen. Vers 3: „Er wird deinen Fuß nicht wanken lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch, schlummert nicht.“ Gott schläft nie, er ist immer für uns da. In Hebräer 7 heißt es, dass Jesus für immer lebt, damit er uns vollkommen erretten kann. Es gibt keinen Zeitpunkt, wo das himmlische Heiligtum irgendwie Pause hätte oder nicht erreichbar wäre. Vers 5 heißt es: „Der Herr behütet dich, der Herr ist dein Schatten zu deiner rechten Hand, damit dich am Tag die Sonne nicht steche noch der Mond bei Nacht. Der Herr behüte dich vor allem Übel. Er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.“
[26:39] In allen unseren Lebenssituationen, ob des Morgens oder des Tages oder der Nacht, wann immer wir irgendeine Not, Sorge, Schwierigkeit haben, Gott ist für uns da. Wenn wir ihm das glauben, kann er uns in allen Herausforderungen, kleinen und großen, führen. Und zwar heute, von heute an bis in alle Ewigkeit. Denn es heißt in Offenbarung, dass das Lamm sie weiden wird. Gott wird für uns sorgen, auch in der Ewigkeit, ja, nicht so, dass wir jetzt nur zwischenzeitlich von Gott versorgt werden und dann in der Ewigkeit wieder auf uns alleine gestellt sind, sondern Gott wird die ganze Ewigkeit unser Hirte sein, für uns da sein. Und was wir hier auf der Erde lernen, indem wir unsere Sorgen auf ihn werfen und uns von ihm führen lassen, ist eigentlich nichts weiter als ein Training für den himmlischen Lebensstil, für das Leben auf der neuen Erde, wo Gott uns bis in alle Ewigkeit hüten und behüten wird.
[27:44] Wir gehen zu Psalm 17 und lesen dort Vers 7 bis 9. Psalm 17 und dort Vers 7 bis 9: „Erweise deine wunderbare Gnade, du Retter derer, die vor den Widersachern Zuflucht suchen bei deiner Rechten.“ Ein sehr schöner Vers, der deutlich macht: Wenn wir Zuflucht bei Gott suchen, dann dürfen wir sie, dürfen wir sie insbesondere bei Gottes Rechten suchen. Und wir wissen aus Hebräer 8, Vers 1, wer heute zur Rechten Gottes sich befindet. Dort heißt es in Hebräer 8 und dort Vers 1: „Die Hauptsache aber bei dem, was wir sagen, ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel, zur Rechten Gottes.“ Das ist Jesus. Und wo Jesus ist, da ist die Gnade, da ist die Möglichkeit, Vergebung zu bekommen und und Hilfe oder Barmherzigkeit zur rechtzeitigen Hilfe, Kraft und Stärke durch das Evangelium.
[28:52] Vers 8: „Behüte mich wie den Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel.“ David wünscht sich ganz, ganz, ganz nah bei Gott zu sein, so nah, dass wir quasi unter seinen Fittichen geschützt sind und bei ihm bleiben. Warum? Vers 9: „Vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun wollen, vor meinen Todfeinden, die mich umringen.“ Gott muss uns schützen, weil die Gefahr, der wir ausgesetzt sind, ist wirklich real und sehr tödlich. Der Satan geht umher wie ein brüllender Löwe, sagt es in 1. Petrus 5, Vers 8. Und deswegen müssen wir uns unter den Fittichen von Gott sammeln. Das ist das, was Jesus immer und immer wieder gewollt hat. Wir erinnern uns – nicht im Sendemanuskript, aber das können wir trotzdem aufschlagen – in Matthäus 23, wie Jesus immer und immer wieder genau das eigentlich für sein Volk sich gewünscht hat, als er gesagt hat in Vers 37: „Jerusalem, Jerusalem, du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt.“
[30:08] Das ist immer unsere Entscheidung, ob wir bei Gott Zuflucht suchen wollen. Es ist nicht die Frage, ob es bei Gott Zuflucht gibt oder ob Gott aus der Not retten kann. Die Frage ist immer nur: Wollen wir bei Gott Zuflucht suchen? Wollen wir unser Leben ihm anvertrauen? Wollen wir unsere Sorgen auf ihn werfen und ihn zu unserem König und Erretter annehmen?
[30:34] David bezeugt, dass man bei Gott wirklich echte Zuflucht finden kann im Psalm 31 und dort Vers 2. Dort sagt der Psalm 31, Vers 2: „Bei dir, o Herr, habe ich Zuflucht gefunden.“ Das ist David selbst, wie Psalm 31, Vers 1, deutlich macht. Er sagt: „Bei dir, o Herr, habe ich Zuflucht gefunden. Lass mich niemals zu Schanden werden. Errette mich durch deine Gerechtigkeit.“ Gott rettet uns durch seine Gerechtigkeit. Wir erinnern uns an Römer 1, Vers 16 und 17, wo das Evangelium als die Kraft Gottes definiert wird und wo es heißt, dass dadurch jeder gerettet wird durch den Glauben, denn in ihr wird die Gerechtigkeit Gottes offenbart. Im Evangelium zeigt sich, wie Gottes Gerechtigkeit dich und mich rettet, wenn wir ihm glauben. Die Psalmen predigen also dasselbe Evangelium wie auch die Propheten und wie die Evangelien und wie die Paulusbriefe, wie die gesamte Bibel. Wir werden durch Gottes Gerechtigkeit gerettet. Nicht umsonst heißt es ja in Jeremia, dass der kommende Messias-König den Namen tragen wird: „Der Herr unsere Gerechtigkeit.“ Denn seine Gerechtigkeit wird uns zugerechnet und verliehen.
[32:02] Dann lesen wir weiter in Psalm 31, Vers 3: „Neige dein Ohr zu mir, rette mich rasch!“ David wünscht sich schnelle Rettung. „Sei mir ein starker Fels, eine feste Burg zu meiner Rettung.“ Beachten wir, dass er sich das wünscht: „Sei mir ein starker Fels.“ Und dann in Vers 4 begründet er das interessanterweise mit den Worten: „Denn du bist mein Fels und meine Festung. Führe und leite du mich um deines Namens willen.“ David bittet Gott und sagt: „Sei mir ein starker Fels!“ Und dann erinnert er sich selbst: „Ja, denn du bist es ja schon!“ Gott muss nicht erst ein Fels werden, er muss nicht erst sich verwandeln und sagen: „Okay, jetzt bin ich wieder eine Stärke für dich, jetzt bin ich wieder eine Zuflucht, jetzt bin ich eine sichere Burg.“ Sondern das Gebet des Angefochtenen, das Gebet dessen, der in eine Schwierigkeit kommt, in eine Drangsal, in eine Not – das ist dieses dieses Erlebnis, dass man keinen Halt unter den Füßen hat, zu Gott bittet und sagt: „Sei bitte für mich ein Fels!“ Und dann erinnert man sich: „Ja, Gott ist doch! Er ist ein Fels, er ist ein Fels.“ Und in dem Glauben, dass das ja schon längst so ist, wird das Herz ruhig und gestillt. Plötzlich merkt man, da ist unter den Füßen ein fester Fels durch den Glauben, dass das, was Gott sagt, ja so ist, dass wir ihn nicht erst überreden müssen. Und so bringt das Gebet verschiedene Aspekte. Es bringt diese innere, subjektive Erfahrung: Mir fehlt etwas. Und dann diese Glaubensgewissheit, dass das ja schon da ist durch Gott, bei ihm, weil er schon längst dafür gesorgt hat. Und das stillt den Sturm der Anfechtung. Und so bittet David Gott um Führung in seinem Leben.
[33:53] Diesen Schutz, den man erleben kann, wie David es hier bezeugt, diesen Schutz, den brauchen wir auch in der Endzeit, den brauchen wir beständig.
[34:02] Deswegen heißt es in Psalm 91 ab Vers 1: „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt, der bleibt unter dem Schatten des Allmächtigen.“ Wir müssen dort bleiben. Gottes Zuflucht ist nicht ein Versteck, das man ab und zu mal aufsucht, wenn es einem besonders schlecht geht, sondern wir sollen unter seinen Fittichen, unter seinem Schatten bleiben. Es geht nicht nur darum, Rettung zu finden, sondern bei der Rettung auch zu bleiben. Vers 2: „Ich sage zu dem Herrn: Meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue.“ Es ist immer eine bewusste Entscheidung. Gott ist ein Fels, aber nur wenn ich sage: „Du bist mein Fels“, dann werde ich Gott als einen Fels erleben. Gott ist immer eine Zuflucht, nur dann, wenn ich sage: „Du bist meine Zuflucht“ und ich auch zu ihm fliehe, dann wird er für mich eine Zuflucht sein können. Gott ist immer eine feste Burg, aber nur dann, wenn ich in diese Burg hineingehe, wenn ich zu Gott sage: „Du sollst meine feste Burg sein“, dann bin ich tatsächlich in dieser Burg geschützt. Gott ist all das, aber nur wenn wir es persönlich für uns in Anspruch nehmen, dann können wir auch davon in unserem persönlichen Leben profitieren. Wir müssen ihm vertrauen. Wir müssen vertrauen, dass er ein starker Gott ist. Vertrauen, dass wir bei ihm Zuflucht finden. Vertrauen, dass er uns beschützt.
[35:32] Ich möchte heute mich neu dafür entscheiden, dass Gott mein Beschützer ist, meine feste Burg. Es hat schon Luther besungen, als er seine Freunde vorbereitet hat auf den Reichstag 1530 in Augsburg: „Ein feste Burg ist unser Gott.“ Dieses Lied hat der Reformation ja viel Nachdruck verliehen und ist ein Symbol dieser Zeit geworden, als Menschen sich von ganzem Herzen auf Gottes Führung verlassen haben und seinen Schutz zu einer Zeit, als die das Evangelium stark bedrängt gewesen ist und in großer Gefahr.
[36:18] Wir lesen weiter ab Vers 3: „Ja, er wird dich retten vor der Schlinge des Vogelfängers und vor der verderblichen Pest. Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und unter seinen Flügeln wirst du dich bergen. Seine Treue ist Schild und Schutz.“ Mit Gottes Treue, die er nicht verleugnen kann, wie uns 2. Timotheus 2, Vers 13, sagt, wird er uns schützen vor allen Gefahren. Und diese Gefahren sind vor allem hier auch Dinge, die wir in der Endzeit zu erwarten haben, wenn die letzten Plagen ausgegossen werden. Bitte um Zuflucht und Schutz bei Gott, ist nicht nur etwas für den Alltag, sondern hat auch eine ganz spezifische Endzeitkomponente.
[37:02] Wir lesen ab Vers 5: „Du brauchst dich nicht zu fürchten vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeil, der bei Tag fliegt, vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag verderbt. Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. Ja, mit eigenen Augen wirst du es sehen und zuschauen, wie den Gottlosen vergolten wird.“ Das wird bei den sieben letzten Plagen der Fall sein. „Denn du sprichst: Der Herr ist meine Zuversicht. Den Höchsten hast du zu deiner Zuflucht gemacht. Kein Unglück wird dir zustoßen und keine Plage zu deinem Zelt sich nahen.“
[37:40] Woher werden wir in der Zeit der sieben letzten Plagen, wie sie in Offenbarung 15 und vor allem dann 16 geschildert werden, wie werden wir in dieser Zeit die Gewissheit haben, dass Gott uns beschützen wird? Indem wir heute und morgen und jeden einzelnen Tag die Erfahrung machen, indem wir unsere Gebetsanliegen, unsere Sorgen auf ihn werfen, in den kleinen und größeren Nöten unseres Alltags, in den Herausforderungen und Stürmen des Lebens Gott zu unserer bewussten Zuflucht machen, zu unserem Felsen und uns unter seinen Fittichen bergen. Wenn wir uns unter den Flügeln von Gott bergen, dann wird man nicht mehr so viel von uns sehen. Wenn wir denken, wir können alleine kämpfen und wir wollen die Helden sein, die alle bejubeln, was für starke Küken wir sind, dann werden wir wahrscheinlich vom Feind gefressen werden. Aber wenn wir uns unter den Fittichen Gottes bergen, dann sieht man nicht mehr so viel von uns, dann sieht man ganz viel von Gott und dann sind wir sicher. Was für ein schönes Bild! Wir müssen keine Helden sein, wir müssen uns bei Gott bergen.
[38:57] Wir lesen noch einen kurzen Psalm, Psalm 114, ein Psalm, der ganz poetisch über den Auszug Gottes und seine Führung damals auch in Notsituationen spricht. Psalm 114 ab Vers 1: „Als Israel aus Ägypten zog, das Haus Jakobs aus dem Volk fremder Sprache, da wurde Juda sein Heiligtum, Israel sein Herrschaftsgebiet.“ Geht es hier um die Landnahme durch die Israeliten? Später ist ja das Volk Israel in zwei Teile geteilt worden: Juda im Süden und Israel im Nordreich. Und ich persönlich vermute, dass der Psalm dann hier zu dieser Zeit entstanden ist, als diese Teilung schon vorgenommen worden ist. Aber der Psalmist macht deutlich: Beide, Juda und Israel, waren mal ein Israel. Das war das Volk Gottes. Sie haben dieses Land in Anspruch genommen. Und interessanterweise wird hier durch diesen Parallelismus der Gedanken das Heiligtum mit dem Herrschaftsgebiet in Verbindung gesetzt. Ein Gedanke, den ich auch noch ein bisschen nachdenken möchte, der aber sehr interessant ist, auch wenn man drüber nachdenkt, dass Jesus im himmlischen Heiligtum als unser Diener auch ein Priesterkönig ist und dass als Gott das Reich Gottes hier am Sinai erklärt hat den Israeliten, er auch ein Heiligtum aufgebaut hat, dass Jesus, als er auf die Erde kam, selbst ja die Idee des Heiligtums verkörperte, Gott mit uns, Immanuel, und damit das Reich Gottes präsentierte. Das bringt uns alles zu der Idee, auch der Thron Gottes steht ja in seinem Tempel. Das Heiligtum und Reich Gottes – eine untrennbare Verbindung auszeichnet. Und ich glaube, das ist ein sehr interessanter Gedanke, wo man noch sehr viel dann auch persönlich weiter studieren kann in der Bibel, diesen Gedanken weiter zu verfolgen und zu entwickeln oder zu sehen, wie es sich in der Bibel zeigt.
[41:07] Aber jetzt geht es weiter in Vers 3: „Das Meer sah es und floh, der Jordan wandte sich – Verzeihung – der Jordan wandte sich zurück. Die Berge hüpften wie Widder, die Hügel wie junge Schafe.“ Dann kommt diese rhetorische, interessante, schöne Frage: „Was kam dich an, o Meer, dass du geflohen bist, du Jordan, dass du zurückwandest? Ihr Berge, dass ihr hüpftet wie Widder, ihr Hügel wie junge Schafe?“
[41:31] Die Israeliten waren unterwegs von Ägypten in das gelobte Land, aber ihnen standen Hindernisse im Weg. Da war das Rote Meer, da waren Berge, das Bergland der Amoriter, wenn wir an die Geschichte bei Kadesch-Barnea denken, auch als sie vor dem Roten Meer standen, da waren ja Berge links und rechts, da war der Jordan ganz am Ende. Es gab Hindernisse. Und doch bezeugt dieser Psalm: Egal welche Hindernisse es gab, kein Hindernis in der Natur konnte das Volk Israel aufhalten. Gott hat Wunder um Wunder getan. Und wir dürfen wissen: Wenn er in unserem Leben vorangeht, dann gibt es kein Hindernis, das uns aufhalten kann auf dem Weg, den er uns führt. Und wenn wir heute unser Leben ihm in die Hand geben, dann dürfen wir zwar erwarten, dass es Hindernisse gibt, aber nicht, dass diese Hindernisse uns aufhalten. Und ich muss lernen und wir müssen alle lernen, dass diese Hindernisse Gottes in Gottes Vorsehung Trainingseinheiten sind, in denen wir lernen zu glauben und alle unsere Sorgen auf ihn zu werfen, damit wir, wenn wir sehen, wie er das Meer teilt, wenn wir sehen, wie die Berge sozusagen weghüpfen, dass wir sehen, dass Gott sein Wort ernst gemeint hat und dass er tatsächlich uns retten wird.
[42:55] „O Erde, erbebe vor dem Angesicht des Herrschers, vor dem Angesicht des Gottes Jakobs, der den Fels verwandelte in einen Wasserteich, den Kieselfelsen in einen Wasserquell.“ Da kam Wasser aus dem Felsen, nicht nur einmal, als es so schien, als ob es keine Möglichkeit des Überlebens gibt, weil das Wasser ausgehen würde, hat Gott aus dem Felsen Wasser gebracht. Gott hat tausend Wege, von denen wir nichts wissen. Und wir dürfen wissen: Egal in welcher Not wir uns befinden, wenn wir zu ihm beten, beten wir zu dem, der das Wasser teilt und der Wasser aus dem Felsen geben kann.
[43:38] Wenn wir beten, wohin sollen wir beten? In den Psalmen sehen wir immer wieder einen Gedanken, wohin David und die Psalmisten gebetet haben, wenn sie um Rettung in Not angefleht haben. In Psalm 3 und dort Vers 5, ein sehr schöner Psalm übrigens, dort heißt es in Vers 5: „Ich rufe mit meiner Stimme zum Herrn, und er erhört mich von seinem heiligen Berg.“ Der heilige Berg ist natürlich der Berg Zion, dort wo das Heiligtum stand. Und genau das finden wir auch in Psalm 20 und dort Vers 2 bis 4: „Der Herr antworte dir am Tag der Drangsal, der Name des Gottes Jakobs schütze dich. Er sende dir Hilfe aus dem Heiligtum und stärke dich aus Zion, dem Berg Zion. Er gedenke an alle deine Speisopfer und sehe deine Brandopfer wohlgefällig an.“ Am Tag der Not rettet Gott, indem er vom Heiligtum auf dem Berg Zion antwortet, und zwar dort, wo die Gläubigen ein Opfer bringen. Was bedeutet das, wenn er dort die Kraft und die Rettung und die Stärke schenkt? Das bedeutet für uns persönlich, dass auch wir zum Berg Zion kommen müssen. In Hebräer Kapitel 12 wird uns das ganz deutlich gesagt, und zwar nicht zu dem irdischen Berg Zion, denn so heißt es in Hebräer 12 und dort Vers 22: „Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem und zu Zehntausenden von Engeln.“ So wie die Psalmisten im Alten Testament zum Berg Zion in Jerusalem beteten, wo das irdische Heiligtum stand, wo die Opfer gebracht wurden, wo Gott sich offenbarte, so beten wir heute zum himmlischen Jerusalem, zum himmlischen Berg Zion, wo Jesus als Hohepriester für uns dient. In Hebräer 8, Vers 1, heißt es: „Die Hauptsache aber bei dem, was wir sagen, ist: Wir haben einen solchen Hohepriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel.“
[45:45] dem, was wir sagen, ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel. Und deswegen dürfen wir das tun, was in Hebräer 4, Vers 16, steht: „So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe.“ Wie treten wir hinzu? Indem wir unser Gebet dorthin wenden. Wir beten zum himmlischen Heiligtum. Wir beten zu Jesus, der dort im himmlischen Heiligtum für uns eintritt. Und so wie die Israeliten Opfer brachten, die in sich selbst ihnen nicht die Sünden vergeben konnten, aber die ein Hinweis waren auf den Erlöser, der für sie sterben würde, so kommen wir heute auch nicht mit eigenen Opfern, um irgendwie bei Gott wohlgefällig zu machen, sondern wir kommen mit dem Hinweis auf den gekommenen Erlöser, auf den, der gestorben ist. Wir präsentieren, wir kommen zu Gott und nehmen das Blut Jesu in Anspruch, sein Opfer. Und wenn wir das tun, wenn wir zu Gott beten am Tag der Not, im Bewusstsein, dass Jesus für uns gestorben ist und jetzt im himmlischen Heiligtum für uns eintritt, dann wird derselbe Gott, der damals im Alten Testament vom Berg Zion Hilfe sandte, vom Berg Zion Hilfe senden und Stärke senden und Rettung senden am Tag der Not und an jedem Tag, wo wir zu ihm beten.
[47:20] Lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du heute mit mir zusammen dich dafür entscheiden, dass wir zu unserem Gott im himmlischen Heiligtum beten, auf ihn vertrauen, ganz egal, ob es nur kleine Sorgen sind, die unser Leben schwierig machen, oder ob wir von großen Schatten von Problemen gewaltiger Art angefochten werden, dass wir auf Gott vertrauen, dass wir ihn zu unserem Schutz, zu unserer Zuflucht und zu unserem Felsen machen und erleben, dass auch in unserem Leben der Jordan sich teilt, das Meer sich teilt, die Berge weghüpfen und Wasser aus dem Felsen kommt?
[48:03] Wollen wir gemeinsam zu Gott beten? Lieber Vater im Himmel, danke, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast und danke, dass es keine Not gibt, keine Sorge, keine Schwierigkeit, die zu klein oder zu groß, zu kompliziert oder zu einfach für dich ist. Danke, dass wir heute lernen durften, dass du alles über uns weißt, dass es nichts gibt, das dich überraschen könnte, und dass wir im Gebet, wenn wir das Gefühl haben, dass wir keinen Boden unter den Füßen haben, wir uns daran erinnern dürfen, dass du ja ein Fels bist und dass unser Glaube erneut stark werden darf, dass du uns Hilfe sendest, rechtzeitige Hilfe, Gnade und Barmherzigkeit, Wahrheit und Stärke, und dass wir alle unsere Sorgen auf dich werfen können, denn du bist stark genug, sie alle zu tragen und dass wir uns unter deinen Fittichen bergen dürfen. Es ist egal, wie dunkel und böse diese Welt ist, dass du auf uns aufpasst. Dafür danken wir dir. Wir wollen bei dir bleiben, bei dir, der du unsere Zuflucht und Burg bist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[49:17] Nächste Woche werden wir uns mit weiteren Psalmen beschäftigen hier in unserem Studium über die Psalmen. Bis dahin wünschen wir euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes und insbesondere im Studium dieser wunderbaren Psalmen. Gott sei mit euch. [Musik]
[49:56] Amen. [Musik]