In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ interpretiert Christopher Kramp Offenbarung 11:3-12:4. Er beleuchtet die prophetische Bedeutung der zwei Zeugen (Altes und Neues Testament) und ihre Verfolgung während des Mittelalters, gefolgt von ihrer Wiederbelebung nach der Französischen Revolution. Der Vortrag verbindet biblische Prophezeiungen mit historischen Ereignissen und führt in die tiefere Symbolik des großen Kampfes zwischen Gott und Satan ein, der in Offenbarung 12 seinen Anfang nimmt.
Gott auf (m)einer Seite: Offenbarung 11:3-12:4
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: OffenbarungPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite, heute mit Offenbarung Kapitel 11, Vers 3 bis 12. Lasst uns gemeinsam beten.
[0:38] Lieber Vater im Himmel, danke, dass dein Wort süß wie Honig ist, auch wenn es uns manchmal auch bitter wird, weil wir uns haben täuschen lassen durch weltliche Ideen und dein Wort uns das deutlich zeigen muss. Möchten wir Danke sagen, dass wir niemals durch dich enttäuscht worden sind. Du hast es immer gut gemacht und immer gut gemeint. Du hast uns immer richtig geführt. Und Herr, wir möchten dich bitten, dass du auch heute durch dein Wort zu uns sprichst, dass wir uns daran festhalten dürfen, dass es uns trägt und stärkt und dass wir Freude haben dürfen, dein Wort so zu verstehen, wie du es gemeint hast. Sei du unser Lehrer, das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:27] Wir sind in Offenbarung Kapitel 11. Es geht um den Vorhof der heiligen Stadt, Symbol für Gottes Volk und Gottes Gemeinde, der zertreten worden ist 42 Monate lang, Symbol für die 1260 Jahre der Vorherrschaft des Papsttums, als heidnische Ideen das Christentum dominierten. Deswegen heißt es, dass Heidenvölker die heilige Stadt zertreten werden.
[2:01] Wir lesen weiter in Vers 3: "Und ich will meinen zwei Zeugen geben, dass sie weissagen werden 1260 Tage lang, bekleidet mit Sacktuch." Da wir dieselbe Zeitprophezeiung nicht in Monaten ausgedrückt, sondern in Tagen.
[2:14] Wer sind die beiden Zeugen? Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn, vor dem Gott der Erde stehen. Aus ihnen kommt das Öl hervor, das Öl des Heiligen Geistes.
[2:30] Wenn wir den Heiligen Geist verstehen wollen und wenn wir vom Heiligen Geist erfüllt werden müssen, dann müssen wir uns mit dem Wort Gottes beschäftigen, denn das Wort Gottes zeigt uns, wie Gott ist, und das Wort Gottes ist vom Heiligen Geist inspiriert. Dort spricht der Geist zu uns. Deswegen sagt Jesus immer wieder, wenn er das Wort Gottes ausgeteilt hat: "Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt."
[2:56] Wir finden dieses Bild auch schon in Sacharja 4, wo das Öl aus diesen Ölbäumen hervorkommt und auch ganz deutlich damit klar wird, dass es nicht durch Heer und nicht durch Macht und Kraft, sondern durch Gottes Geist ist, dass wir Erfolg haben können in seinem Werk.
[3:13] Diese beiden Ölbäume sind also das Alte und das Neue Testament, die beiden Teile der Bibel, durch die wir vom Heiligen Geist erfüllt werden können und die für die Zeit des Mittelalters mit Sacktuch bekleidet waren. Mit anderen Worten, sie wurden schlecht behandelt. Es gab nur wenige Kopien, oft nur im Untergrund. Übersetzungen, die oft alt waren. Es gab nur eingeschränkte Möglichkeit, an die Bibel zu kommen, und wer nur ein klein bisschen von ihr hatte, der hatte einen großen Schatz und konnte sich glücklich preisen.
[3:48] "Und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, geht Feuer aus ihrem Mund hervor und verzehrt ihre Feinde. Und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, muss er so getötet werden." Das erinnert uns an den Propheten Elia in 2. Könige 1. Das Wort Gottes hat prophetische Macht.
[4:06] "Diese haben Vollmacht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihrer Weissagung, und sie haben Vollmacht über die Gewässer, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, so oft sie wollen." Hier haben wir also das Bild von Elia und das Bild von Mose.
[4:24] Eine berühmte oder sehr bekannte Bezeichnung für die Bibel ist auch das Gesetz und die Propheten. Und Mose steht für das Gesetz, Elia für die Propheten. Und in diesem Sinne kann man das Wort Gottes schon zu allen Zeiten als Gesetz und Propheten bezeichnen. Und das, was wir heute als Altes und Neues Testament haben, besteht nämlich genau daraus: aus dem Gesetz und den Propheten.
[4:50] "Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, mit ihnen Krieg führen und sie überwinden und sie töten." Hier wird also von einem Tier gesprochen, das aus dem Abgrund hervorkommt, einer Nation, einem Reich, das große Macht haben wird, das gegen die Bibel speziell Krieg führen wird, und zwar im Zusammenhang am Ende ihres Zeugnisses, wenn sie Zeugnis vollenden, wenn sie ans Ende gelangt sind, also am Ende des 18. Jahrhunderts.
[5:22] Und genau das ist passiert, als in Frankreich die Französische Revolution ausbrach, die der Bibel und der Religion überhaupt den Krieg erklärt hat.
[5:33] "Und ihre Leichname werden auf der Straße der großen Stadt liegen, die im geistlichen Sinn Sodom und Ägypten heißt, wo auch unser Herr gekreuzigt worden ist." Sodom und Ägypten sind Beispiele für schreckliche Sünde. Und Jesus. Golgatha ist natürlich der Ort, an dem die Sünde überhaupt konzentriert gewesen ist.
[5:52] Und wenn man sich das revolutionäre Frankreich am Ende des 18. Jahrhunderts anschaut, dann sieht man Sünde über Sünde, ein völliges Wegstoßen aller moralischen, geistlichen, christlichen Werte. Wir finden enorm viel sexuelle Sünde. Wir finden atheistische Gedanken, die durch Sodom und Ägypten dargestellt werden. Sodom natürlich vernichtet, weil sie fremdem Fleisch nachliefen. Ägypten: Pharao hatte behauptet: "Wer ist Gott, dass ich ihm gehorchen sollte?"
[6:24] "Und viele aus den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen werden ihre Leichname sehen, dreieinhalb Tag lang." Also, weltweit wird bekannt werden, dass die Bibel hier in Frankreich so massiv verboten worden ist. "Und sie werden nicht zulassen, dass ihre Leichname in Gräber gelegt werden." Das heißt, es wird der Bibel keinerlei Ehre erwiesen werden.
[6:45] Dreieinhalb Tage, das sind prophetisch dreieinhalb Jahre, die ebenfalls in den Zeitraum der sechsten Posaune gehören. Und diese dreieinhalb Jahre haben sich erfüllt, als am 26. November 1793 ein Verbot erlassen worden ist gegen die Bibel und erfüllt, als ungefähr dreieinhalb Jahre später, im Juni 1797, diese scharfen Religionsgebote wieder ein Stück weit zurückgenommen worden sind und das Christentum wieder aufatmen konnte, auch in Frankreich, und die Bibel wieder auch immer mehr ihren Platz einnehmen durfte in der Gesellschaft.
[7:30] "Und die auf der Erde wohnen werden sich über sie freuen und frohlocken und werden einander Geschenke schicken, weil diese zwei Propheten diejenigen gequält hatten, die auf der Erde wohnen." Die Bibel hat eine unbequeme Botschaft für jeden, der die Welt liebt und jeden, der sich von Gott abwendet. Die Bibel ist nicht zu bestechen, und sie warnt uns auch mit sehr eindringlichen Worten vor den schrecklichen Konsequenzen der Sünde.
[8:03] "Und nach den dreieinhalb Tagen kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße, und eine große Furcht überfiel die, welche sie sahen." Es gibt eine Wiederbelebung, eine Erweckung sozusagen. Das hat auch gewisse Parallelen zu Jesus Christus selbst, der ja auch dreieinhalb buchstäbliche Jahre gewirkt hat und Zeugnis abgelegt hat, dann getötet worden ist und dann wieder auferstanden ist. Er ist ja das Wort Gottes, und in gewisser Weise hat sozusagen die Bibel prophetisch über die Jahrhunderte gesehen auch das Gleiche erlebt wie Jesus konkret buchstäblich in seinem Dienst.
[8:47] "Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel, die zu ihnen sprach: Steigt hier herauf! Da stiegen sie in der Wolke in den Himmel hinauf, und ihre Feinde sahen sie." Die Bibel ist seitdem viel mehr verbreitet worden, viel bekannter geworden und viel mehr übersetzt worden, als das in all den Jahrhunderten zuvor überhaupt der Fall gewesen ist. Bibelgesellschaften sind entstanden, Missionsgesellschaften, und seit der Französischen Revolution hat die Bibel einen so enormen Anstieg an Verbreitung, an Übersetzung gefunden, dass heute überall Bibeln verfügbar sind und es sie zu Milliarden Kopien und Exemplaren gibt, so wie das noch nie der Fall gewesen ist. Es gab noch nie einen Zeitpunkt, wo es so leicht gewesen ist für Menschen auf der Welt, eine Bibel zu besitzen oder wenigstens zu lesen.
[9:40] "Und zu derselben Stunde entstand ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und es wurden in dem Erdbeben 7000 Menschen getötet, und die Übrigen wurden voll Furcht und gaben dem Gott des Himmels die Ehre." Die Französische Revolution war eine gewaltige Erschütterung der ganzen alten Ordnung, wie sie über Jahrhunderte gegolten hatte in Europa.
[10:07] "Das zweite Wehe ist vorüber, siehe, das dritte Wehe kommt schnell." Und hier sehen wir, so wie nach der fünften Posaune es gesagt wurde: "Das erste Wehe ist vorbei, jetzt kommt das zweite." So kommt jetzt nach Offenbarung 9, 10 und 11, bis Vers 13, jetzt wird gesagt: "Das zweite Wehe ist vorüber", was deutlich macht, dass Offenbarung 10 und 11 bis hierhin Teil der sechsten Posaune sind. Das kann nicht von der sechsten Posaune getrennt werden.
[10:35] Die sechste Posaune hat einige wesentliche Ereignisse: die Französische Revolution, also 1798, dann die Entsiegelung des Buches Daniels, ähm, die ganzen Erfüllungen hier, die mit der Französischen Revolution zu tun haben, die dreieinhalb Jahre, dann 1840 das Ereignis, als das Osmanische Reich sich den europäischen Nationen unterstellt hat, und dann das Warten auf 1843 beziehungsweise 1844. All das ist Teil dieser sechsten Posaune.
[11:02] "Und der siebte Engel stieß in die Posaune, da ertönten laute Stimmen im Himmel, die sprachen: Die Königreiche der Welt sind unserem Herrn und seinem Christus zuteilgeworden, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit." Und das ist dieselbe Botschaft wie in Daniel 7, wo der Sohn des Menschen zum Gericht kommt, dass er seit 1844 tagt, und dort zum König gekrönt wird.
[11:27] "Und die 24 Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Wir danken dir, oh Herr, Gott, du Allmächtiger, der du bist und der du warst und der du kommst, dass du deine große Macht an dich genommen und die Königsherrschaft angetreten hast."
[11:44] "Und die Heidenvölker sind zornig geworden." Das passiert dann Mitte des 19. Jahrhunderts. Es gibt erst die großen Revolutionen in Europa, bis dann irgendwann später sich das immer weiter verbreitet zum Ersten und Zweiten Weltkrieg bis in unsere heutige Zeit. "Und dein Zorn ist gekommen, und die Zeit, dass die Toten gerichtet werden, und dass du deinen Knechten, den Propheten, den Lohn gibst und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, und den Kleinen und den Großen, und dass du die verdirbst, welche die Erde verderben."
[12:16] "Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde sichtbar in seinem Tempel." Im Zuge der siebten Posaune wird der Tempel Gottes geöffnet. Die Lade des Bundes wird sichtbar. Das heißt, der Weg ins Allerheiligste ist jetzt offenbar. Und das ist der große Rahmen von Offenbarung 8, Vers 2, bis 11, Vers 19. Es geht um den Weg durch das Heiligtum. Jesus ist am Anfang im Heiligen, und er ist auch in der sechsten Posaune im Heiligen, aber während der sechsten Posaune deutet er an, dass er jetzt in das Allerheiligste gehen will. Er führt sein Volk in Offenbarung 10, sodass in der siebten Posaune, wenn das Evangelium vollendet ist, er im Allerheiligsten ist und dort dann auch den Heiligtumsdienst beendet, wie in Offenbarung 8, Vers 5, schon angedeutet.
[13:02] Und damit kommt das Gesetz Gottes in den Blick, denn das Gesetz Gottes ist dort in der Bundeslade enthalten. Und das macht deutlich: Das Evangelium wird erst dann vollendet, wenn Menschen aufgrund des Evangeliums auch sein Gesetz halten, so wie es dann in der Offenbarung immer wieder auch noch zu lesen sein wird.
[13:24] "Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und ein Erdbeben und ein großer Hagel."
[13:29] "Und ein großes Zeichen erschien im Himmel." Hier jetzt in Kapitel 12 beginnt ein neuer großer Komplex: "Eine Frau mit der Sonne bekleidet und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf Sternen." Diese Verbindung Sonne, Mond und Sterne erinnert uns an Josefs Traum von seinen Brüdern, seiner Mutter, seinem Vater, ein Bild also von der Familie Jakobs, also von der Familie Israel. Eine Frau in der Bibel ist ein Bild, eine Metapher, ein Symbol für eine Gemeinde. Hier ist das geistliche Israel gemeint, durch alle Zeitalter Gottes Volk im Alten wie im Neuen Testament.
[14:10] "Und sie war schwanger und schrie in Wehen und Schmerzen der Geburt. Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: siehe, ein großer feuerroter Drache, der hatte sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Kronen." Wir lesen später in Vers 9, dass der Drache ein Symbol für Satan ist.
[14:26] Wir haben eine Frau, die schwanger ist, die ein Kind gebären soll, und wir haben den Satan. Das erinnert uns natürlich an 1. Mose 3, wo wir die Schlange haben, wo übrigens Satan hier auch als die alte Schlange bezeichnet wird in Offenbarung 12 später, wo wir die Frau haben, die Eva, und der Same, der aus ihr kommen soll, der einmal den Satan besiegen soll.
[14:47] "Und sein Schwanz, also der des Drachen, zog den dritten Teil der Sterne des Himmels nach sich und warf sie auf die Erde. Und der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte, um ihr Kind zu verschlingen, wenn sie geboren hätte." Hier geht es jetzt also um die ganz großen Themen des großen Kampfes. Satan hat ein Drittel der Engel mit sich gezogen, das werden wir das nächste Mal noch deutlicher sehen, hat sie durch Verführung mit sich gezogen, und er möchte dieses Kind, diesen Samen der Frau, den Erlöser, vertilgen.
[15:19] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten Danke sagen für die Bibel. Danke, dass es heute überall an jeder Ecke eine Bibel gibt, dass man sie online lesen kann, dass man nicht mal etwas dafür bezahlen muss, um die Bibel zu lesen, dass sie wirklich kostenlos an so vielen Orten zu haben ist, dass wir so viele Übersetzungen haben, die uns in den verschiedenen Nuancen zeigen, was wirklich der Hauptgedanke eines jeden Verses ist. Danke, dass wir dein Wort haben, und bitte vergib uns, dass wir so wenig Nutzen daraus ziehen. Hilf uns, dass wir schätzen, was wir haben, und dass dein Wort uns wirklich verändert und dass wir in deinem Wort die Schätze, die Gaben, die du dort hineingelegt hast, finden. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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