In diesem Offenbarungsseminar von Mirjam Giebfried wird Offenbarung 3:13, „Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt“, tiefgründig beleuchtet. Die Sprecherin analysiert die Bedeutung dieser Aufforderung im Kontext des Sendschreibens an Philadelphia und die Wichtigkeit des aktiven Zuhörens. Anhand biblischer Heilungsgeschichten Jesu, wie die des Malchus und des Tauben in Markus 7, wird die geistliche Dimension des Hörens und Redens Gottes Wortes für jeden Gläubigen herausgearbeitet. Das Video ermutigt dazu, Gottes Botschaft nicht nur zu empfangen, sondern auch aktiv weiterzugeben.
Offenbarung 3:13
Mirjam Giebfried · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Offenbarung, ProphetiePodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Offenbarung Vers für Vers
Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
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Serie: Offenbarung Vers für Vers
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Transkript
[0:47] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar! Schön, dass ihr heute Abend hier seid, schön, dass ihr jetzt live eingeschaltet habt zu unserem vorerst letzten Offenbarungsseminar hier live aus der Adventgemeinde Stuttgart-Wang. Nichtsdestotrotz wollen wir auch die Gemeinde... wir haben jetzt schon viele verschiedene Sendschreiben an die Gemeinden angeschaut und heute wollen wir auch die Gemeinde Philadelphia zum Abschluss bringen, mit der wir uns jetzt die letzten Wochen so beschäftigt haben. Wir werden uns gleich Offenbarung 3 Vers 13 anschauen, doch bevor wir das tun, lasst uns, da wo es möglich ist, zum Gebet gemeinsam.
[1:38] Unser Vater im Himmel, wir danken dir, dass du unser Lehrer bist. Danke, Herr, dass du uns viel zu sagen hast und es trotzdem auf eine Art und Weise tust, wie wir es gut vertragen und verstehen können. Herr, danke, dass wir heute Offenbarungsseminar haben dürfen. Danke dir für diese wertvolle Zeit. Bitte schenke uns jetzt deinen Geist, leite uns durch den Heiligen Geist und erfülle unsere Herzen mit Liebe zu dir und auch mit Liebe zur Wahrheit. Danke, Vater, dass wir uns jetzt diesem Studium widmen dürfen und wir bitten dich, dass du uns jetzt beibringst, was wichtig für uns ist. Du hast es schon so oft getan und deswegen danken wir dir jetzt schon, dass du es auch wieder tun wirst. Im Namen Jesu. Amen.
[2:40] Das letzte Mal hatten wir Offenbarung 3 Vers 12 angeschaut und da gab es verschiedene Bilder, die Jesus verwendet hat. Wir hatten einmal, das war schon das vorletzte Mal, dann das Bild von den Säulen im Tempel, das meines Gottes, hat Jesus da gesagt. Das letzte Mal ging es dann um die Namen, die auf den Säulen stehen, beziehungsweise die Namen, die auf den Erlösten stehen werden. Und heute lesen wir einen Ausspruch, der uns sehr, sehr bekannt sein sollte. Schlagt mal mit mir auf Offenbarung 3 und dort den Vers 13. Und wer ihn hat, darf gerne vorlesen.
[3:30] „Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“ Danke schön. Haben wir das schon einmal gelesen? Schon öfters, schon mehrmals. Oder man könnte sich denken, na ja, ich kann ja einfach wieder so das Material von vor Wochen rausholen und wir gehen das noch einmal gemeinsam durch. Aber das ist auch etwas Schönes an der Bibel: Man kann gar nicht alles müde studieren. Man kann gar nicht, zumindest nicht in einer Stunde, alles ausschöpfen, was in so einem Satz steht. Jetzt habe ich mich zum ersten Mal, muss ich sagen, gefragt, warum das, was hier, oder ganz kurz, was ist so der Kern der Aussage hier? Wie würdet ihr das mit eigenen Worten sagen? Vielleicht gar keine so leichte Frage gleich zu Beginn.
[4:38] Ich würde sagen, der Heilige Geist spricht hier durch den Text zu uns, aber nicht jeder, der den Text liest, nimmt das auch so unbedingt wahr, sondern nur, wer wirklich hinhört, was Gott uns sagen möchte. Es ist ja hier ein Aufruf, oder ich weiß nicht, was bei euch steht, bei mir steht da am Schluss ein Ausrufezeichen. Und ein Ausrufezeichen, das weist auf eine Aufforderung hin. Jetzt habe ich mich aber gefragt, warum steht das denn hier am Ende von dem Brief? Wir hatten ja die letzten Male den Brief an die Gemeinde Philadelphia angeschaut und da sagt Jesus ganz viel zu ihnen. Aber ganz am Schluss heißt es: „Und jetzt hör hin!“ So heruntergebrochen. Ich weiß nicht, wie würdet ihr sagen, macht man das normalerweise? Also mir kommt das ungefähr so vor, wie wenn man jetzt in der Schule ist und der Lehrer gibt eine Aufgabe und sagt: „So, und jetzt ran an die Arbeit!“ Und vielleicht kennt ihr dieses Szenario, wenn dann die Schüler in den Reihen tuscheln und sagen: „Was sollten wir noch mal machen?“ Ja, hier ist der Aufruf, okay, es gibt eine Aufgabe, aber erst nachdem eigentlich schon alles gesagt worden ist. Und das stellt uns vor die Frage: Was ist denn vorher gesagt worden? Worauf soll diese Gemeinde jetzt hören? Es ist ja nicht so, dass hier heißt: „Hör hin und jetzt kommt erst alles“, sondern das ist am Schluss von dem Brief. Was würdet ihr sagen? Könnt ihr noch mal die Verse 7 bis genau 7 bis 12 so überfliegen, was ist die Botschaft an die Gemeinde Philadelphia?
[6:53] Ja, also eine wesentliche Botschaft ist, dass sie festhalten sollen, bis zur Wiederkunft festhalten, was sie haben. Außerdem eine wichtige Botschaft, dass sie überwinden sollen. Festhalten und überwinden, das sind so zwei Kern-Aufforderungen. Und auch da hatten wir gesehen, das mit dem Überwinden ist keine neue Sache. Auch das mit dem Festhalten ist keine neue Sache. Jesus lobt das vorher schon. Und dementsprechend sind wir auch aufgerufen, festzuhalten und zu überwinden. Was noch? Vielleicht an diejenigen, die auch die letzten Male so dabei waren, was ist die Botschaft, was beinhaltet die Botschaft an die Gemeinde Philadelphia?
[8:00] Okay, lasst uns vielleicht noch mal lesen ab Vers 7. Heißt es: „Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, so dass niemand zuschließt, und zuschließt, so dass niemand öffnet.“ Über wen ist diese Botschaft? Um wen geht es da? Jesus. Ja, okay. Und wir hatten damals herausgearbeitet, dass wir auch gesagt haben, Jesus, vor allem dieses, dass er der Heilige, Wahrhaftige ist, das weist auf seine Göttlichkeit hin. Oder ähm, dann hatten wir auch noch gesagt, dieses mit dem: „Er schließt zu und er öffnet“, das zeigt uns, dass Jesus derjenige ist, der uns Wahrheit offenbart. Und wenn er es uns offenbart hat, dann sollen wir nicht wieder zurückgehen, sondern dann sollen wir auch dabei bleiben. Also, ähm, hier geht es auch ganz viel um die Wahrheit. Das mal so vorab. Ähm, gut, ansonsten wäre es vielleicht auch sinnvoll, dass wir noch mal die ganzen Folgen von den letzten Malen ja wiederholen. Jetzt haben wir aber nicht die Zeit und in Anbetracht der Zeit, lasst uns uns noch ein bisschen über den Vers 13 uns Gedanken machen. Hier gibt es ein besonderes Körperteil, das angesprochen wird. Was ist das? Das Ohr. Ja, warum das Ohr? Es steht ja hier nicht: „Wer eine Nase hat, der rieche, was der Geist an Wohlgeruch für ihn bereitet.“ Wir sollen hören. Warum wird hier das Ohr besonders angesprochen? Was könnte der Grund dafür sein?
[10:17] Ja, es geht um etwas Bestimmtes, es geht um Worte, oder so mal ganz leicht, ganz einfach gesagt, es geht hier um Worte, die gehört und aufgenommen werden wollen. Wir können das ganz kurz anschauen in Offenbarung 1 Vers 3 heißt es: „Glückselig ist der, die Worte der Weissagung liest und die sie hören und bewahren, was darin geschrieben steht, denn die Zeit ist nahe.“ Das heißt, dass ich überhaupt die Worte der Weissagung, also die Offenbarung oder das Wort Gottes, überhaupt in mir haben kann, muss ich es ja vorher mal gehört haben. Ganz logisch. Jetzt heißt es aber hier: „Wer ein Ohr hat, der höre.“ Es ist also noch mal eine besondere Aufforderung. Wie komme ich dieser Aufforderung nach, was zu tun ist? Oder vielleicht anders gefragt, an wen ist diese Aufforderung gerichtet? An die Gemeinde. Okay, an uns. Ja, an jeden, der ein Ohr hat. An jeden, der ein Ohr hat, das geht aus dem Text heraus. Das heißt, noch andere Gedanken. Also an jeden, der ein Ohr hat, das heißt an jeden Menschen. Oder gibt es denn auch Menschen, die keine Ohren haben? Möglich ist das schon. Ja, ich glaube, es geht auch, geht es ja, ja, ich glaube, das geht um die Bereitschaft, die Einstellung, das wirklich empfangsbereit zu sein für das, was gesagt ist und was der Geist noch offenbaren wird. Ja, genau. Wir kommen noch, noch näher dahin. Jetzt erst einmal wird dieses Bild von einem Ohr gebraucht. Und vorhin hatte ich gefragt, gibt es auch Menschen, die keine haben? Ich habe mich mal erkundigt, nachgeschaut und da stand, ungefähr eins von 5000 Babys hat kein Außenohr. Also, es muss man sich vorstellen, ungefähr einer von 5000 Menschen wird geboren ohne Ohren. Aber selbst wenn man kein Außenohr hat, also keine Ohrmuschel, solange das Innenohr funktioniert, kann man trotzdem noch hören. Dann habe ich noch herausgefunden, wenn man einseitig taub ist, ähm, dann ist die Chance, dass diese Taubheit sich vielleicht auch irgendwie wieder verliert oder dass man sie zumindest ausgleichen kann heutzutage sehr hoch. Denn mit einem Ohr kann man trotzdem noch etwas aufnehmen, was für mich im Umkehrschluss heißt, ja, es ja auch: „Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist, was der Geist den Gemeinden sagt.“ Die Chance, nicht zu diesen Menschen hier dazu zugehören, ist sehr gering. Eigentlich ist wirklich jeder damit eingeschlossen und wir können gleich auch noch schauen, dass es wirklich jeder ist. Gibt es Beispiele in der Bibel, wo mit einem Ohr etwas nicht gestimmt hat? Wo vielleicht ein Ohr nicht gehört hat oder wo ein Ohr vielleicht nicht da war? Fallen euch Geschichten ein, wo etwas mit dem Ohr nicht in Ordnung war? Ich gebe euch noch einen Hinweis: Im Neuen Testament haben wir eine Person, die zweimal ein Ohr heilt. Jesus. Ja, wann heilt Jesus Ohren? Also, heilt einmal das Ohr von Malchus, als dem das Ohr buchstäblich abgeschlagen wird von Petrus im Garten Gethsemane. Und er heilt auch Taubmenschen. Also einmal steckt er sogar seinen Finger ins Ohr, genau, und sagt: „Öffne dich!“ Genau, das sind diese zwei Begebenheiten, die wir uns anschauen wollen. Du hast schon richtig gesagt, es waren ja eigentlich deutlich mehr Menschen, die Jesus geheilt hat, die auch taub waren, wo die Ohren nicht funktioniert haben. Aber ähm, lass uns genau diese beiden mal anschauen. Einmal sind wir bei dem abgeschlagenen Ohr in Lukas 22 und dort die Verse 47 bis 51.
[15:41] Während er noch redete, siehe da, kam eine Volksmenge, und der, welcher Judas hieß, einer von den Zwölfen, ging vor ihnen her und nahte sich Jesus, um ihn zu küssen. Jesus aber sprach zu ihm: „Judas, überlieferst du den Sohn des Menschen mit einem Kuss?“ Als aber die, welche um ihn waren, sahen, was es werden würde, sprachen sie: „Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?“ Und einer von ihnen schlug dem Knechte das rechte Ohr ab. Jesus aber antwortete und sprach: „Lasst es so weit.“ Und er rührte sein Ohr an und heilte ihn. Danke schön. Mal bis dahin. Also wir haben hier die einen, die erst noch fragen: „Was sollen wir mit dem Schwert zuschlagen?“ Und dann haben wir einen ganz vorschnellen, der schlägt einfach zu, noch bevor die Antwort kommt, und das Ohr ist ab. Und ich finde das ganz interessant, in den Parallelberichten, da schreiben die Schreiber, der Matthäus und der Markus und der Johannes, die schreiben einfach dann weiter, was Jesus ihnen für eine Lektion erteilt hat. Aber wir erfahren gar nicht so richtig erstmal, was mit dem Ohr passiert ist. Der Lukas, der klärt uns auf und sagt, was hat Jesus mit dem Ohr gemacht? Jesus hat es wieder geheilt. Ich glaube, das ist ein ganz schönes Bild für uns. Ihr wisst, dass die Heilungen, die Jesus vollbracht hat, dass die immer auch uns eine geistliche Lektion mitgeben. Und wenn wir jetzt diese Heilung von dem Ohr anschauen, dann war es, wer der das Ohr abgeschlagen hat? Das steht jetzt hier nicht, der Lukas hat die Person geschont. Aber der Johannes sagt uns, Petrus war es, der dem Malchus das Ohr abgeschlagen hat. Wer war Petrus denn? Jesu Jünger. Petrus war nicht irgendeiner, der vielleicht gedacht hat: „Oh, jetzt wird's brenzlich!“ Und einfach so, sondern Petrus war einer, der Jesus nahe stand, der auch viel Gutes getan hat, der selber gepredigt hat. Es kann sein, dass auch manchmal vielleicht ein Prediger oder jemand Geistliches, jemand, zu dem wir aufschauen, uns bildlich gesprochen, ein Ohr abschlägt. Das oder dass wir selbst den Fehler machen, jemandem das Ohr abzuschlagen. Das heißt, vielleicht begegnen wir jemandem, der von Gott noch nicht viel weiß, und man sagt immer so sprichwörtlich, man erschlägt ihn dann mit der Bibel. Oder das sind dann Menschen, die bekanntlich nichts mehr von Gott wissen wollen. Auch in diesen Fehler können wir auch hineintappen. Es kann sein, dass jemand anderes uns vielleicht in der Gemeinde beleidigt hat und dann sagen wir: „Von dem will ich nichts mehr hören, von dem will ich nichts mehr wissen. Dann gehe ich halt nicht mehr zur Sabbatschule oder zum Bibelkreis oder was auch immer, weil wir Anstoß genommen haben an jemand anderem.“ Und es kann ja auch sein, dass der andere einen Fehler gemacht hat. Aber was ist dann die schöne Botschaft, die wir aus dieser, das ist kein Gleichnis, aber aus der Geschichte herausziehen können? Jesus heilt. Jesus kann dieses Ohr wieder heil machen. Wenn du jemanden vielleicht vergrault hast, ähm, weil du ihm auf die falsche Art und Weise das Evangelium nahebringen wolltest oder auch nicht wolltest, aber ähm, irgendwie ein falsches Zeugnis abgegeben hast, dann kann Jesus dieses Ohr wieder heil machen, dass es wieder hören wird.
[20:10] Okay, dann schauen wir uns, wie versprochen, noch den Markus-Text an. Das ist das andere, wo Jesus jemandem die Finger in die Ohren reinsteckt. Ganz komische Sache, aber auch die Geschichte wollen wir mal lesen, dass wir sie vor Augen haben. Markus 7 Vers 31 bis 37: „Und er verließ das Gebiet von Tyrus und Sidon wieder und begab sich zum See von Galiläa mitten durch das Gebiet der zehn Städte. Und sie brachten einen Tauben zu ihm, der kaum reden konnte, und baten ihn, ihm die Hand aufzulegen. Und er nahm ihn beiseite weg von der Volksmenge, legte seine Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel. Dann blickte er zum Himmel auf, seufzte und sprach zu ihm: ‚Effata!‘, das heißt: ‚Tu dich auf!‘ Und sogleich wurden seine Ohren aufgetan und das Band seiner Zunge gelöst, und er redete richtig. Und er gebot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Aber je mehr er es ihnen gebot, desto mehr machten sie es bekannt. Sie erstaunten über die Maßen und sprachen: ‚Er hat alles wohlgemacht! Die Tauben macht er hören und die Sprachlosen reden.‘“ Danke schön. Ist das hier eine leichte Sache für Jesus gewesen, den Mann zu heilen? Ja, also Jesus hat keine Probleme, Menschen zu heilen an sich schon. Oder Jesus hat auch Dämonen ausgetrieben. Aber interessant ist doch, in Vers 32 heißt es: „Sie baten ihn, ihm die Hand aufzulegen.“ Hat Jesus das gemacht? Nein. Jesus wusste, okay, selbst wenn der Mann, ich sage jetzt mal, nur taub ist, er muss es nicht von den Toten auferwecken. Aber es war trotzdem eine Sache, die seine Aufmerksamkeit gebraucht hat. Es war eine Sache, die er nicht einfach mal so im Vorbeigehen gemacht hat. Doch keine so leichte Angelegenheit. Und das finde ich ganz interessant, weil auch im geistlichen Übertragen, es geht ja in Offenbarung 3, wurde schon vorhin gesagt, nicht um das buchstäbliche Ohr, obwohl wir aus Jesu Umgang mit dem buchstäblichen Ohr sehr viel lernen können. Auch im geistlichen denken wir manchmal so, ach, wenn ich doch richtig bete, dann kann Gott mir das genau das Verständnis geben, dass ich brauche und dann werde ich plötzlich geistlich gesehen offene Ohren haben. Ähm, das stimmt schon gewissermaßen, aber trotzdem weiß Jesus auch, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, mal so ausgedrückt. Das andere ist auch, was wir hier lernen können: Was hatte denn der Mann noch zusammen mit seiner Taubheit? Er stumm. Und das ist ein Phänomen, das wir ganz oft eigentlich auch in der Welt sehen können: Menschen, die nicht gut hören können, auch nicht gut reden. Auch das birgt eine geistliche Lektion in sich. Schaut mal mit mir im Jesaja 50 Vers 4.
[23:58] Da wird nämlich auch genau dieses, diese werden diese beiden Sachen miteinander verbunden. Wir haben einmal das Hören und wir haben einmal das Reden. Jesaja 50 Vers 4, Entschuldigung. „Gott der Herr hat mir die Zunge eines Jüngers gegeben, damit ich den Müden mit einem Wort zu erquicken weiß. Er weckt morgen für morgen, ja, er weckt mir das Ohr, damit ich höre, wie Jünger hören.“ Aber vorher heißt es: „Gott der Herr hat mir die Zunge eines Jüngers gegeben.“ Also, wenn Gott mir ein Ohr gibt, zu hören wie ein Jünger, dann gibt er mir auch eine Zunge zu sprechen wie ein Jünger. Wenn es jetzt heißt in Offenbarung 3 Vers 13: „Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt“, da heißt es auch: „Wer ein Ohr hat, wer schon etwas gehört hat, darf gerne weitergeben, was der Geist den Gemeinden gesagt hat.“ Ja, wer ein Ohr hat, der hat auch eine Zunge normalerweise, und wer richtig hören kann, der kann auch richtig reden. Ja, das hatte im Kontext ja auch tatsächlich diese Bedeutung, dass die Jünger zwar Jesus zugehört haben, aber sie doch nicht richtig verstanden haben, worauf er sie eigentlich vorbereiten wollte. Und die deswegen zwar von Jesus erzählt haben, aber auch nicht die eigentliche Botschaft vom Leiden Jesu, das jetzt bald kommen würde, geben konnten. Sie konnten sagen: „Jesus ist toll, er ist ein wunderbarer Heiler, er ist der kommende König“, aber sie konnten nicht das Evangelium so richtig weitergeben, weil sie selbst nicht richtig gehört haben. Und so geht's uns auch: Wenn wir nicht richtig genau hinhören, was der Geist den Gemeinden sagt, dann erzählen wir vielleicht, dass wir Gott gut finden, wir erzählen nicht wirklich das, was Gott eigentlich sagen möchte. Ja, oh ja, und das ist für uns auch wieder so ein Anstoß, zu sagen: „Wenn ich heute ins Offenbarungsseminar gehe oder später dann den letzten Brief anhöre, wenn ich aber auch in der Andacht morgens bin oder wenn ich eine Predigt im Gottesdienst höre, dann will ich so hinhören, dass ich später auch es anderen weitergeben kann.“ Ich war einmal mit einem lieben Freund im Gespräch und da war so die Frage: „Ja, soll ich lieber versuchen, die ganze Bibel möglichst schnell durchzubekommen, dass ich halt so dieses Gesamtpaket habe, oder sollte ich so die Bibel studieren, dass ich immer etwas mitnehmen kann?“ Und ich denke, es ist beides wirklich erstrebenswert und sinnvoll. Aber Samuel und von David und zwar deswegen, weil wir hier eine ganz interessante Formulierung haben. Man könnte ja sonst auf die Idee kommen zu sagen: „Na ja, wer ein Ohr hat, der höre, ähm, hat das wirklich was mit mir zu tun? Muss auch ich die Offenbarung verstehen? Muss auch ich wirklich die ganze Bibel studieren, oder ist es nur eine Sache für die Theologen?“ Hier zeigt uns Gott ja, was für eine Bedeutung das für uns hat. Schaut mal mit mir in 1. Samuel 9 Vers 15.
[28:24] 1. Samuel 9 Vers 15. Und da interessiert mich eure Übersetzung. Wir finden den...
[28:41] "Samuel, der Herr aber hatte dem Samuel das Ohr geöffnet einen Tag, bevor Saul kam und gesagt..." Okay, nur mal dieser Vers.
[28:52] Wisst ihr einigermaßen, was die Begebenheit hier ist? Ist nicht so bekannt, aber worum geht es im Großen und Ganzen? Im Großen und Ganzen geht's darum, dass Samuel dann Saul zum König salben wird und vorbereitet, dass er König werden wird, der erste König über ganz Israel. Genau, genau. Und die Frage ist ja...
[29:15] ...natürlich, okay, wer soll gesalbt werden, wann soll er gesalbt werden?
[29:23] Und in so einer Angelegenheit – es geht ja nicht um den Tellerwäscher, sondern es geht um den König – und da ist es wichtig, dass man viel Weisheit hat, dass man weiß, was man tut. Oder aber ich fand so schön, bei dir hieß...
[29:38] ...es: "Der Herr hatte einen Tag zuvor, ehe Saul kam, Samuels Ohr geöffnet und zu ihm gesprochen." Ja, waren Samuels Ohren sonst...
[29:59] ...zu? War Samuel einer, der nicht Gottes Stimme hören konnte? Was habt ihr so für eine Vorstellung von Samuel? War das er ein Mann, der Gott gut verstanden hat, der Gott nicht so gut verstanden hat, der nah bei Gott war oder nicht so? Was verbindet ihr mit Samuel? Samuel war der junge Mann, der...
[30:23] ...gesagt hat: "Rede, Herr, denn dein Knecht hört." Genau. Und Gott hat gesprochen. Also Samuel war doch eigentlich einer, der nah zu Gott stand und Gott gut verstanden hat. Er hatte Gott hörbar gehört. Samuel war auch einer, der für das Volk...
[30:43] ...wie so ein Vermittler zwischen Gott und den Menschen war. Und trotzdem steht jetzt hier aber: "Der Herr hatte einen Tag zuvor, ehe Saul kam, Samuels Ohr geöffnet und zu ihm gesprochen." Welche Bedeutung hat jetzt dieses, dass Gott dem Samuel das Ohr geöffnet hat?
[31:10] Genau. Ja, das, glaube ich, ist ja auch im Kontext, dass er sagt: "Ehe Saul kam." Das heißt, er wusste schon, was er tun soll, bevor die Situation kam. Gott hat es ihm quasi schon, bevor die Situation war, bereits eröffnet, sozusagen.
[31:23] Genau, das schon offenbart. Genau. Der Gedanke ist: Wenn wir so eine Timeline haben, dann ist hier irgendwo die Zukunft und der Samuel weiß schon – also das ist jetzt hier der Zeitpunkt, wo Samuel lebt – und schon bevor dieses Ereignis dann später eintrifft, weiß er schon, was zu tun ist. Er hat schon Rat vorher bekommen.
[31:50] Gibt es so eine Parallele da auch für uns? Dürfen wir auch schon wissen, was auf uns zukommt?
[31:58] In der Prophetie zum Beispiel. Zum Beispiel in der Prophetie, ja. Wenn wir die Bibel studieren, dann öffnet Gott uns das Ohr. Deswegen ist es so wichtig, dass wir hören, dass wir vorbereitet sind auf das, was auf uns zukommt.
[32:11] Es ist ja, und das ist genau das, was Jesus versucht hat mit seinen Jüngern, deswegen auch "Effata", oder? Weil er wusste, er wird am Kreuz sterben. Er hat ja versucht, es ihnen zu sagen, und sie haben einfach nicht hingehört. Ja, und das ist genau das, was er wollte. Er wollte sie darauf... er wollte ihnen das Ohr öffnen, damit sie wissen, was kommt, und sie haben nicht zugehört. Genau, genau.
[32:29] Genau, genau. Das ist so dieser Gedanke. Und übrigens, eigentlich auch im Alltag sehr hilfreich, oder? Also, wenn ich schon weiß, was auf mich zukommt, oder ich schon weiß, wie ich auf eine Situation, die mir heute begegnen wird, reagieren soll, dann brauche ich mir selber nicht mehr viel Gedanken oder vor allem, vor allen Dingen, keine Sorgen mehr zu machen. Also, eine tolle Sache, die Gott hier mit uns vorhat.
[32:56] Und ein bisschen ähnlich ging es auch dem David, der auch so etwas erleben durfte, dass Gott ihm das Ohr geöffnet hat. 2. Samuel 7 und dort Vers 27. Dort finden wir ein Gebet von...
[33:21] ...David. Der David hatte das erlebt, dass Gott ihm das Ohr geöffnet hat und dass er dadurch wusste, was zu tun war oder vor allem, vor allem, wie es weitergehen würde. 2. Samuel 7 Vers...
[33:38] ...27: "Herr, du Gott Israels, hast das Ohr deines Knechts geöffnet und gesagt: 'Ich will dir ein Haus bauen.' Darum hat dein Knecht sich ein Herz gefasst, dass er dies Gebet zu dir gebetet hat." Danke schön.
[33:57] David kennen wir doch sehr gut. Also vielleicht den Samuel müsste man auch schon gut kennen, aber David ist so diese bekannte Geschichte. David und Goliath. Was haben wir noch für Geschichten bei David? Es...
[34:08] ...fällt uns noch so ein? David und Jonathan, die Vorbildsfreundschaft schlechthin. Okay.
[34:21] David und vielleicht David und Saul, okay, war immer verfolgt. David und Absalom, auch eine Verfolgung aus den eigenen Familienreihen. Vielleicht noch David und Abigail, oder ja, David und Batseba dann später. Das ist doch alles sehr bekannt aus Davids Leben. Aber das hier ist, glaube ich, nicht ganz...
[34:45] ...so bekannt, dieses Gebet. Was betet der David? Wofür dankt er Gott in diesem Gebet? Könnt ihr auch mal...
[34:58] ...überfliegen. Ja, die Geschichte ist eigentlich sehr interessant. David hat irgendwann festgestellt, dass es für die Bundeslade keine richtige, keine richtige, also kein standesgemäßes Gebäude gibt. Er wollte Gott ein Haus bauen, er wollte einen Tempel bauen und hat den Plan dann dem Propheten Nathan offenbart. Er sagt: "Ja, super, klasse Idee!" Und Gott muss den...
[35:20] ...Propheten Nathan quasi zurückpfeifen und sagen: "Stopp, halt! David nicht!" Ja, und er macht deutlich, dass es sein Sohn ist, der den Tempel bauen soll.
[35:30] Und dann macht Gott was sehr Interessantes, ja. Also, es hat schon, also wirklich, was auch was Humorvolles. Er sagt zu ihm: "Du wolltest mir ein Haus bauen, ich will dir ein Haus bauen. Ich bau dir ein Haus." Und das bedeutet: "Ich baue dir eine Dynastie." Denn Dynastien im Alten Orient, die hießen oft "das Haus von so und so". Ja, und da, und in so einem Gebet jetzt hier bedankt sich...
[35:48] ...Gott, bedankt sich David bei Gott, dass er ihm jetzt versprochen hat, dass er diese Dynastie ihm geben wird, die ewig regieren wird, die Verheißung. Und das ist so interessant, weil sich das tatsächlich dadurch erfüllt, dass einer aus dem Samen Davids dann tatsächlich Jesus Christus für immer und ewig regieren wird. Und da, und da, als David...
[36:10] ...das so, also dem, der das ja nur der sieht, das ist so großartig. Ja, du hast mir was offenbart, was ich kaum richtig verstehen kann. Ja, bedankt er sich dafür.
[36:19] Oh ja. Also, das heißt für uns: Wenn Gott uns etwas offenbart, schon im Voraus, dann kann es uns zur Warnung dienen.
[36:30] Oder gibt es andere Geschichten, wo ihr wisst, okay, da wusste schon jemand im Voraus, was sich ereignen wird, und es war nicht schön, das Ereignis?
[36:39] Ja, das Ereignis. Na, bei Elisa heißt es, er wusste schon im Vorhinein, wo die, wo die Aramäer angreifen würden und dann konnte er entsprechend warnen, ne? Also, er wusste schon vorher, wo die Attacke kommt. Genau.
[36:48] Oder schauen wir uns mal die Propheten an, in Jeremia zum Beispiel. Der wusste schon, was auf sie zukommt, natürlich noch unter bestimmten Bedingungen. Aber das war keine schöne Vorahnung.
[37:06] Jetzt der David aber, der wusste auch, was kommen wird in der Zukunft, aber in dem Fall, du hast schon richtig gesagt, das war eigentlich ein wunderschöner Gedanke.
[37:14] Sein Haus wird bleiben, seine, ja, Königsdynastie wird fortbestehen. Und was wünscht sich ein König sehnlicher?
[37:26] Also, wenn Gott uns etwas im Voraus sagt – wir haben jetzt Offenbarung 2 und Offenbarung 3 schon einiges angeschaut –, das ist auch, wenn das jetzt vielleicht noch nicht, doch das hat auch schon einiges für die Zukunft mit beinhaltet, dann ist das auch für uns zur Stärkung. Es kann uns zur Warnung sein.
[37:51] Es ist aber auch oft so, dass Gott uns schon etwas im Voraus sagt, einfach um uns zu ermutigen und um uns zu stärken, um uns eine Verheißung zu geben. Und warum sollten wir das dann nicht festhalten?
[38:05] Jetzt lasst uns noch in einem Buch blättern, wo es oft heißt: "Höre auf meine Unterweisung, achte auf mein Gebot." Fällt euch da ein Buch ein, wo wir auch so aufgefordert werden: "Wer ein Ohr hat" oder ja, vielleicht bestimmte Menschen: "Höre hin"? Gibt es da ein Buch?
[38:33] Sprüche. Sprüche, ganz genau. Kannst du uns vielleicht auch ein paar Verse in Sprüche nennen? Wir wollen das jetzt nur mal so am Schluss exemplarisch...
[38:48] ...anschauen. Zum Beispiel schon in Sprüche 1 Vers 8: "Höre, mein Sohn, auf die Unterweisung deines Vaters und verwirf nicht die Lehre deiner Mutter." Genau. Und dann in Vers 9 heißt es: "Denn sie sind ein schöner Kranz für dein Haupt und ein Schmuck um deinen Hals."
[39:03] Also, der Sohn hier in den Sprüchen wird angesprochen.
[39:17] Wozu wird er aufgefordert? Was steht da? Höre. Ganz einfach: "Höre auf die Unterweisung deines Vaters und auch verwirf nicht die Lehre..." Was, wie könnte man das noch anders ausdrücken? "Verwirf nicht die Lehre deiner..."
[39:28] ...Mutter." Verachten, ablehnen oder das ist, wenn jemand sagt: "Die Mama hat gesagt, lass sie mal reden." Gott sagt hier: "Höre darauf und lehn es nicht ab." Was wir in der Offenbarung studieren, das sollen wir im Glauben aufnehmen. Das hatten wir auch eine der letzten Male angeschaut.
[39:53] Wenn wir daran glauben, dann können wir es auch behalten, nicht wenn wir daran zweifeln oder wenn wir sagen: "Nicht für mich", sondern dann, wenn wir es gerne annehmen, dann können wir es behalten.
[40:08] Weitere Verse in Sprüche? Ja, Sprüche 2. Ja, lies mal Vers 1 bis 6. Genau. "Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst und meine Gebote bei dir bewahrst, so dass du der Weisheit dein Ohr leihst und ein Herz der Einsicht zuwendest; wenn du um Verständnis betest und um Einsicht flehst; wenn du sie suchst wie Silber und nach ihr forschst wie nach Schätzen, dann wirst du die Furcht des Herrn verstehen, die Erkenntnis Gottes erlangen. Denn der Herr gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht."
[40:42] Was ist hier zu tun? Welche Aufforderung haben wir...
[40:50] Hier? Ja, zuhören, sich dafür interessieren, graben wie nach Schätzen, suchen, forschen und dann wird man verstehen. Genau. Und selbst auch darum beten. Also, es geht nicht nur darum, dass wir sagen: "Oh, heute verschließe ich mein Ohr nicht und ich höre mal zu und dann habe ich hoffentlich irgendwas mitgenommen", sondern es kostet auch Anstrengung und auch diese Strebsamkeit. Merkt ihr das? Es ist nicht so, dass jeder etwas aus einer Predigt mitnehmen kann, der sich heute dem einfach mal so ausgesetzt hat und vielleicht sogar mit den Gedanken woanders war, sondern...
[41:24] ...diejenigen, die sagen: "Okay, was hat Gott mir heute zu sagen? Was kann ich heute lernen?", die können dann auch wirklich gefüllt nach Hause gehen.
[41:34] Sprüche 4, 1 bis... lesen: "Meine Söhne, die Mahnung eures Vaters merkt auf, dass ihr lernen und klug werdet. Denn ich gebe euch eine gute Lehre. Verlasst meine Weisung nicht. Denn als ich Kind meines Vaters Hause war, ein zartes, das einzige unter der Obhut meiner Mutter, da lehrte er mich und sprach: 'Lass dein Herz meine Worte aufnehmen, halte meine Gebote, so wirst du leben. Erwirb Weisheit, erwirb Einsicht. Vergiss sie nicht und weiche nicht von den Reden meines Mundes.'" Danke schön.
[42:36] In Vers 20 und 21 heißt es dann: "Mein Sohn, achte auf meine Worte, neige dein Ohr zu meinen Reden. Lass sie nie von deinen Augen weichen, bewahre sie im Innersten deines Herzens."
[42:57] Wozu werden wir hier aufgerufen? Seht ihr das hier? Hier heißt es: "Halte fest, bewahre, erwirb und dann achte darauf." Ich finde auch sehr schön, am Schluss von Vers 21 heißt es: "Bewahre sie im Innersten deines..."
[43:10] ...Herzens. Das heißt nicht unbedingt, dass wir sie irgendwie verstecken müssen oder in den Hinterkopf verräumen müssen, sondern ich glaube, dass es mehr so, wenn es im Innersten von allem ist, im Kern, im...
[43:23] ...Zentrum, dann heißt es auch, dass sich unsere Gedanken darum kreisen dürfen, dass es nicht verloren...
[43:38] Jetzt, was sagst du? Nicht nur auswendig. Genau, nicht nur auswendig lernen, sondern ich darf selbst darüber nachdenken, wenn ich im Supermarkt an der Kasse stehe.
[43:50] Ich darf darüber nachdenken, auch wenn ich durch die Natur einen Spaziergang mache und mich fragen: "Was hat Gott mir dadurch zu sagen?" Ich darf darüber nachdenken, wenn ich vielleicht in irgendwelchen Konflikten stehe und mich frage: "Okay, wie würde Jesus jetzt handeln?" Ich darf das Wort Gottes überall, wo ich bin, mit mir...
[44:17] ...mitnehmen. Heute hat mir eine Freundin eine Predigt geschickt und sie hat gesagt: "Miri, ich muss dann in dieser Predigt an dich denken." Habe ich gesagt: "Ja, das ist auch gut so. Ich kenne die Predigt und ich glaube, der Prediger hat sie für mich gehalten." Hat sie gesagt: "Ja, das glaube ich..."
[44:36] ...auch. Gott ist so gut, er hat dich so lieb, er gibt dir immer das, was du brauchst. Sie wusste so ein bisschen meine Umstände und ich habe mich dann gefragt: "Okay, das ist schön, wenn sie das so sagt: 'Gott gibt dir, was du brauchst.' Aber wie kann ich ihr jetzt sagen, dass es auch für sie ist? Sie braucht diese Predigt genauso." Was hättet ihr ihr...
[45:01] ...geantwortet, wenn sie sagt: "Diese Predigt ist für dich." Was, was kann man seiner Person...
[45:27] ...sagen? Ja, ja, genau, man braucht auch ein Ohr, um das so aufzunehmen. Was hättest du ihr...
[45:31] ...gesagt? Ja, der Prediger sollte an und für sich zuerst die Predigt sich selbst halten.
[45:57] Reaktion. Sonst hätte sie sie mir ja nicht geschickt. Also, das geschaut hatte sie sie.
[46:06] Schau, ja, man kann davon erzählen, wie einem selbst diese Predigt geholfen hat. Mhm. Und dabei auf die Sehnsüchte und Probleme eingehen, von denen man weiß, dass sie der andere auch hat, ohne ihm zu sagen: "Du hast sie", weil so gibt man auch sein Zeugnis, man erzählt sein Zeugnis und ähm...
[46:26] ...weiß, dass andere Menschen mit ähnlichen Sachen auch konfrontiert sind, ohne ihm das gleich aufs Butterbrot zu schmieren, sondern zu erzählen: "Gott hat mir damit geholfen. Er hat mir diese und diese Sehnsucht und diese, diese Not genommen und er hat auf dieses Problem hat er so und so geantwortet." Und dann kann der andere indirekt verstehen: "Das gilt ja für mich auch." Oh ja, oh ja, das stimmt.
[46:48] Aber ich glaube wirklich, der Punkt ist schon sehr gut. Wir brauchen nur offene Ohren. Wir brauchen diese offenen Augen, wir brauchen diese offenen Ohren, dass wir verstehen: Was Gott hier sagt, ist für mich gedacht. Es ist nicht für irgendjemanden oder für irgendeine Lebenssituation, dass ich so ein bisschen die Bibel als Proviant mitnehme und wenn ich sie dann brauche, sozusagen, dann hole ich sie mal irgendwann raus, sondern die Bibel ist für mich gedacht.
[47:21] Ich brauche nur diesen Zugang dazu. Versteht ihr? So wie Gott einem Samuel oder einem David das Ohr aufgemacht hat, so dürfen wir auch beständig offene Ohren haben, dass wir immer wissen, was er uns sagt. Und das ist mein Wunsch für jeden einzelnen von uns.
[47:41] Ich hoffe auch für diese Freundin, dass Gott ihr gezeigt hat: Es ist auch eine Botschaft genau für sie.
[47:49] Lasst uns jetzt noch gemeinsam beten, denn wir hatten heute auch gelesen: "Bete um die Einsicht und die Weisheit." Und das wollen wir jetzt tun. Wem es möglich ist, der darf dazu...
[48:10] ...niederknien. Unser Vater im Himmel, danke, dass du Weisheit, Erkenntnis und alles, was wir brauchen, schenkst. Vergib uns, Vater, wenn wir unsere Ohren von dir abgewendet haben, wenn wir vielleicht etwas gehört, angehört haben und doch nicht zugehört haben, wenn wir etwas gelesen haben und doch nicht bei der Sache waren. Hilf uns, Vater, dass unsere Gedanken um dein Wort kreisen. Hilf uns, dass wir uns merken, was wir gelernt haben.
[48:44] Und auch wenn noch in späterer Zeit dann der Brief an Laodizea folgt, dann lass uns da auch wieder bewusst hinhören, was du uns zu sagen hast. Ja, ich bitte dich, dass du uns jeden Tag diese Erfahrung schenkst, wie Jünger zu hören, dass wir auch wie Jünger reden können. Und danke, dass du diese Erfahrung schon für uns bereithältst, dass du selbst zu uns sprechen wirst.
[49:15] Danke, Herr, dass du auch dann Geduld mit uns hast und uns heilst, wenn wir bisher noch nicht auf dich gehört haben. Danke, Vater, dass du eine großartige Zukunft mit uns vorhast.
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