[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.julmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt wie immer auch allen Zuschauern auf dem Sender Das Wort TV.
[0:44] Wir sind mitten in den Psalmen und fasziniert von der poetischen Kraft, der Schönheit, aber vor allem auch der geistlichen Tiefe dieser Liedtexte, die uns ganz nahe an Gott heranführen und uns zeigen, welche tiefen Emotionen ein Gläubiger in seinem Leben durchlebt.
[1:08] Wir wollen heute uns Gedanken machen über viele praktische Fragen des alltäglichen Glaubens unter dem Thema "Weisheit für eine rechtschaffene Lebensweise", der Lektion 8, mit der wir uns vorbereiten wollen auf das Bibelgespräch am 24. Februar.
[1:28] Wollen wir ergründen, welche alltagstauglichen, praktischen Weisheiten das Buch der Psalmen oder die fünf Bücher der Psalmen für uns bereithalten. Sie zählen ja nicht umsonst zu der sogenannten Weisheitsliteratur, wie zum Beispiel auch die Sprüche und einige andere Bücher des Alten Testaments.
[1:52] Und bevor wir uns in einige ausgewählte Abschnitte in den Psalmen hineinvertiefen, wollen wir Gott, bei dem alle Weisheit zu finden ist, der unsere Weisheit ist und der versprochen hat, dass er uns Weisheit gibt, gerne ohne Vorwurf, wenn es uns an Weisheit mangelt. Ihn wollen wir bitten, dass er uns mit dieser Weisheit jetzt ausstattet, damit wir sein Wort verstehen können und im Alltag als echte, aufrichtige Christen weise leben und handeln können.
[2:22] Lasst uns gemeinsam beten.
[2:27] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns lieb hast und dass wir immer zu dir kommen können, wie wir sind, und dass du nicht Ruhe gibst, an unserem Herzen wirkst und uns zu dir ziehst, damit wir wirklich alles, alles in unserem Leben dir übergeben.
[2:48] Herr, wir möchten heute über Weisheit nachdenken, die du in dein Wort hineingeschrieben hast. Dein Wort ist Wahrheit und das ist Weisheit, und du, Herr Jesus, bist die eigentliche Weisheit, die in deinem Wort zu uns aufleuchtet.
[3:00] Wir möchten dich bitten – wir haben gerade gesagt und erinnern uns, dass in Jakobus steht, dass wenn uns Weisheit mangelt, wir dich bitten dürfen – und so bitten wir dich jetzt, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass du uns Weisheit schenkst, die von oben kommt, die von dir kommt, damit wir diese Weisheit im Alltag ausleben können, damit andere Menschen sehen, was für eine kluge Entscheidung es ist, dir zu folgen, welches Glück ein Leben mit dir bringt.
[3:32] Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[3:37] Wir wollen beginnen mit Psalm 119, ein ganz besonderer Psalm, nicht nur weil er das längste Kapitel der gesamten Bibel darstellt mit seinen 176 Versen, sondern er gehört auch zu den Psalmen, die man alphabetische Psalmen nennt, deswegen, weil sie sozusagen nach dem hebräischen Alphabet geordnet sind.
[4:00] Bei einigen anderen Psalmen ist das dann so, dass immer ein Vers mit einem Buchstaben des Alphabets beginnt. Psalm 119 ist deswegen so großartig auch und vor allem auch so lang, weil immer acht Verse mit demselben Buchstaben beginnen. Also die ersten acht Verse mit dem ersten Buchstaben Alef, dann die nächsten acht Verse mit dem nächsten Buchstaben Bet.
[4:21] Und in manchen Bibelübersetzungen, wie in der Schlachter 2000, wird das dann sogar entsprechend angegeben. Und das Ganze ist natürlich nicht nur einfach eine Spielerei, sondern hat ganz offensichtlich eine didaktische, eine pädagogische Absicht.
[4:34] Denjenigen, die die Psalmen lesen sollten, sollte es einfach gemacht werden, sie auswendig zu lernen. Und da sind solche Techniken, mit demselben Buchstaben zu beginnen, sehr hilfreich.
[4:46] Es geht also auch ganz besonders darum, die Weisheit der Psalmen weiterzugeben, sich leicht merken zu können. Und natürlich wird das im Deutschen nur unzureichend wiedergegeben, weil wir das im Deutschen mit den Anfangsbuchstaben nicht so einfach nachmachen können.
[5:01] Aber das hilft uns auch zu verstehen, was für eine Grundintention diese Psalmen haben. Es geht darum, dass, was Gott in seinem Wort sagt, auch im Herzen behalten zu können und dann im Alltag praktisch anwenden zu können.
[5:15] Es geht los in Psalm 119, und wir beginnen dort in Vers 1. Wir wollen nicht den ganzen Psalm lesen, sondern nur ein paar ausgewählte Abschnitte, zum Beispiel den Abschnitt jetzt, der immer mit dem Buchstaben Alef beginnt.
[5:27] "Wohl denen", steht in Vers 1, "wohl denen, die im Weg untadelig sind, die wandeln nach dem Gesetz des Herrn."
[5:34] Es beginnt mit den Worten "wohl denen", und das Hebräische meint eigentlich so etwas wie "oh, das Glück derjenigen".
[5:44] Wir wollen alle glücklich sein, der Mensch strebt nach dem Glück. Das Kernanliegen von Jesus in der Bergpredigt im Reich Gottes ist echtes, wahres Glück.
[5:56] Es beginnt ja berühmterweise in Matthäus 5 ab Vers 3 mit acht Seligpreisungen: "Glückselig sind die geistlich Armen, glückselig sind die Trauernden, glückselig sind die Sanftmütigen, glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten" und so weiter.
[6:16] Das Ziel Gottes mit unserer Erschaffung und Erlösung ist, dass wir glücklich sind. Und so beginnt das längste Kapitel der Bibel, ein zentraler Psalm in dem gesamten Komplex der Psalmen, mit dieser Aussage, und nicht der Einzige, der so beginnt: "Oh, das Glück derjenigen".
[6:35] Wer sind diejenigen, die glücklich sind? Glücklich sind nicht diejenigen, die nach dem Glück suchen, sondern diejenigen, die nach Jesus suchen, diejenigen, die nach Gott suchen.
[6:46] Glück wird nicht dadurch gefunden, dass man nach Glück sucht. Glück wird dadurch gefunden, dass man nach Gott sucht, und das ist eine ganz revolutionäre Erkenntnis, die in den Psalmen immer wieder auch ganz deutlich hervorscheint.
[6:59] Diejenigen, die im Weg untadelig sind, die nach dem Gesetz, das heißt nach der Tora, nach der Lehre Gottes, nach seinem Wort leben, die werden glücklich sein.
[7:09] Und ich kann in meinem Leben bestätigen, dass das größte Glück, dass ich in meinem Leben erfahren habe, immer dann in meinem Leben gewesen ist, wenn ich von ganzem Herzen Jesus gefolgt bin und sein Wort umsetzen wollte in seiner Kraft.
[7:22] Vers 2: "Wohl denen", haben wir es gleich noch einmal, "die seine Zeugnisse bewahren, die ihn von ganzem Herzen suchen."
[7:34] Jesus hat in Jeremia – Gott hat in Jeremia deutlich gemacht: "Wenn ihr mich sucht von ganzem Herzen" – Jeremia 29 in Vers 13 – "wir können das kurz hier lesen, dann wird er sich von uns finden lassen."
[7:46] Steht nicht im Sendemanuskript, aber können wir trotzdem kurz lesen. Jeremia 29, Vers 13 und 14: "Ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet, und ich werde mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und ich werde euer Geschick wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, zu denen ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und ich werde euch wieder an den Ort zurückbringen, von dem ich euch weggeführt habe."
[8:14] Und diese Rückführung nach Israel, das ist ein Moment der Freude, des Glücks. Das wird in den verschiedenen Texten des Alten Testaments, sowohl den prophetischen als auch in denen, die dann darüber sprechen, als es passiert ist, immer wieder ganz deutlich.
[8:29] Die von ganzem Herzen Gott suchen, die werden ihn finden und werden Gottes Führung erleben und Glück haben, die auch kein Unrecht tun, die auf seinen Wegen gehen, denn wenn ich Böses tue, verdirbt das das Glück.
[8:45] Vers 4: "Du hast deine Befehle gegeben, dass man sie eifrig befolge."
[8:51] Gottes Gebote sind nicht einfach nur Optionen, die ein Gläubiger wählen kann oder halt auch einfach ignorieren kann und trotzdem ein gutes, glückliches Leben erwarten kann. Es sind nicht einfach Angebote, wie das manchmal so umformuliert sind, es sind tatsächlich Befehle.
[9:10] Und das Glück, unser Glück, hängt davon ab, dass wir mit Gottes Gesetz in Übereinstimmung sind. Das können wir nicht aus eigener Kraft, das können wir nur mit Gotteskraft. Es ist ja sein Gesetz, es ist ja sein Wort.
[9:21] Aber es gibt für einen wahren Christen nicht die Option: "Halte ich jetzt Gottes Gebot oder halte ich es nicht? Bin ich hier gehorsam oder nicht?"
[9:29] Glück hängt immer vom Gehorsam, und das macht schon die Geschichte in 1. Mose 2 ganz deutlich.
[9:35] Gott schafft den Menschen und setzt ihn in einen Garten, den Garten Eden, in das Paradies. In 1. Mose 2, Vers 15 heißt es: "Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und bewahre."
[9:49] Eden, das ist das Land der Glückseligkeit, das Land des Glückes. Und solange Adam und Eva gehorsam waren dem guten Gesetz Gottes gegenüber, das ja auch nicht schwer gewesen ist, solange konnten sie in diesem Glück leben.
[10:03] In dem Moment, als sie Gottes Gebote übertreten haben, mussten sie das Land der Glückseligkeit, Eden, verlassen. Und deswegen führt der Weg in das Glück zurück niemals an den Geboten Gottes vorbei.
[10:20] Wir können zwar als sündige Menschen aus eigener Kraft Gottes Gebote nicht halten, aber Jesus ist auf die Welt gekommen, hat für uns ein perfektes Leben gelebt, hat den Satan besiegt, ist für unsere Sünden gestorben, schenkt uns seine Gerechtigkeit und dient nach seiner Auferstehung vom Tod, nachdem er den Tod besiegt hat, im himmlischen Heiligtum für uns jetzt, damit wir durch seinen Heiligen Geist, der sein Gesetz in unser Herz schreibt, wieder zurückgeführt werden können in den Garten Eden, wo natürlich das Gesetz Gottes vollständig und immer gehalten wird.
[10:58] Es gibt kein wahres Glück für einen Menschen außerhalb der Gebote Gottes.
[11:09] Und deswegen hat Psalm 119 einen so starken, unübersehbaren Schwerpunkt auf dem Gesetz Gottes. Wenn man den ganzen Psalm liest, dann stellt man fest, dass mit vielen verschiedenen Worten, mit zahlreichen poetischen Umschreibungen, es letztlich immer wieder um das Gesetz Gottes geht.
[11:25] Und weil es um das Gesetz Gottes geht und weil das Gesetz Gottes ein Garant für echtes Glück ist, beginnt dieser Psalm mit diesem zweifachen "Wohl denen", "wohl denen", "oh, das Glück derjenigen".
[11:41] Und so hat der Psalmist – wir wissen ja nicht genau, jedenfalls gibt es keinen direkten Hinweis hier im Text, wer diesen Psalm geschrieben hat – so hat er den Wunsch, Gottes Wege einzuhalten.
[11:52] In Vers 5 sagt er: "Oh, dass meine Wege dahin zielten, deine Anweisungen zu halten."
[12:01] Und die Frage, die ich mir stellen möchte heute, und ich auch dir stelle, ist es auch mein und dein sehnlichster Wunsch, im Alltag mit Gottes Wort in Übereinstimmung zu leben?
[12:12] Es ist eine Sache, einfach zu behaupten, dass man Gottes Wort für wahr hält, dass man Gottes Wort sogar vielleicht verteidigt, aber ist es auch unser Wunsch, unser sehnlichster Wunsch, dass unser Weg dahin zielt, dass wir im Alltag mit Gottes Wort in Übereinstimmung sind, dass wir in den alltäglichen Pflichten, Dingen, die wir tun, mit Gottes Wort verbunden sind, mit Gott verbunden sind und nach seinen Prinzipien leben, handeln, denken, sprechen?
[12:42] Ist das unser Wunsch? Lass dir heute von Gott diesen Wunsch schenken durch sein Wort, das hier jetzt gerade zu dir und zu mir gesprochen hat.
[12:55] Vers 6: "Dann werde ich nicht zu Schanden, wenn ich auf alle deine Gebote achte."
[13:01] Es ist der vollständige Gehorsam, nicht das Hinauspicken von Geboten, die mir gefallen, und das Weglassen von Geboten, die mir nicht gefallen, sondern der vollständige Gehorsam, denn Gott gibt nichts Überflüssiges.
[13:12] Gott verlangt nichts, was optional wäre oder was zu vernachlässigen wäre. Wenn wir alle seine Gebote achten, dann werden wir in diesem Leben und für die Ewigkeit nicht zu Schanden.
[13:28] "Ich werde dir danken", Vers 7, "mit aufrichtigem Herzen, wenn ich die Bestimmungen deiner Gerechtigkeit lerne."
[13:38] Gott offenbart seine Gerechtigkeit. Sein Gesetz gibt nicht einfach Regeln vor, sondern offenbart, wie er selbst ist. Es offenbart seine Gerechtigkeit, und damit weist es auch schon hin zum Evangelium, wo die Gerechtigkeit Gottes offenbar wird.
[13:52] Und wenn wir im Wort Gottes die Gerechtigkeit Gottes kennenlernen, dann werden wir wirklich von Herzen dankbar sein.
[14:01] Ich weiß aus meiner eigenen Erfahrung, dass ich immer dann am dankbarsten Gott bin, wenn ich in seinem Wort und auch in seinem Handeln in meinem Leben erkenne, wie er ist, wie gut er ist und wie seine Gerechtigkeit mir hilft.
[14:17] Vers 8: "Deine Anweisungen will ich halten, verlass mich niemals."
[14:23] Und hier wird ganz deutlich: Ohne Gottes beständige Gegenwart, ohne seine Nähe, ohne eine Verbindung mit ihm können wir Gottes Gebote gar nicht halten. Es ist unmöglich, den Weg auf seine Anweisungen hin auszurichten, wenn er nicht auch bei uns ist.
[14:41] Wir müssen ihm ja folgen auf dem Weg, den er gegangen ist, und deswegen muss das vielleicht größte Anliegen in unserem Leben sein, dass wir Gott nicht aus den Augen verlieren, dass wir bei ihm bleiben, dass wir ihn festhalten, so wie Jakob Gott festgehalten hat, als er gesagt hat: "Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich."
[15:00] Wir schauen uns auch den zweiten Achter-Abschnitt von acht Versen an, der jeweils im Hebräischen mit dem Buchstaben Bet beginnt.
[15:08] Und hier wird eine interessante und wichtige Frage gestellt: "Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen?"
[15:15] Ein Vers, der sich insbesondere an Teenager, an Jugendliche, an junge Erwachsene wendet, in einer Zeit auch heute, in der gerade Menschen, die jung sind, von Versuchungen und Verführungen buchstäblich bombardiert werden von allen Seiten.
[15:33] Die Frage kann man stellen: Wie ist es überhaupt möglich in einer Welt wie heute als junger Mensch unsträflich zu gehen?
[15:41] Und die Antwort kommt noch im selben Vers: "Indem er ihn bewahrt nach deinem Wort."
[15:47] Der einzige Schutz, das einzige Schutzschild in einer Welt, die immer verdorbener und dunkler wird, für junge Menschen ist, dass sie ihr Herz hineingraben in dieses Buch, dass dieses Buch in ihrem Herzen aufbewahrt wird, und dass sie so wie Jesus auch, der in einer dunklen Zeit geboren wurde, in einer Umgebung, die sprichwörtlich war für ihre Gottlosigkeit, dass er das Wort Gottes in seinem Herzen bewahrt hat und dadurch tatsächlich sich völlig unsträflich gehalten hat und von all den schlimmen Einflüssen, den schlechten Einflüssen, unangetastet geblieben ist, ohne dass er sich in die Wüste zurückziehen hätte müssen.
[16:32] Wir entgehen nicht den Verführungen, indem wir einfach uns physisch in die Wüste zurückziehen. Wir müssen keine Eremiten werden, keine Mönche, sondern wir entfliehen den Verführungen Satans, indem wir uns an sein Wort klammern.
[16:46] Und immer dann, wenn wir Gottes Wort vernachlässigen, dann sind wir eine offene Zielscheibe für Satans Pfeile.
[16:58] Vers 10: "Von ganzem Herzen suche ich dich, lass mich nicht abirren von deinen Geboten."
[17:05] Das ist genau das, was wir schon gesehen haben, dass es darum geht, dass wir im Alltag Gott nicht nur formal, nicht nur traditionell, sondern wirklich mit all unserem Denken, mit all unserem Fühlen ihm folgen wollen.
[17:16] Vers 11: "Ich bewahre dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht gegen dich sündige."
[17:22] Wir alle wünschen uns, wenn wir gläubig geworden sind, wenn wir Jesus lieb gewonnen haben, dass wir nicht sündigen. Wir wünschen uns, dass wir aus Glauben die Gerechtigkeit erleben dürfen, dass wir Sieger sein dürfen, weil Jesus Sieger ist.
[17:38] Und hier bekommen wir einen ganz wichtigen Hinweis, einen wichtigen Schlüssel: Wenn wir Gottes Wort bewahren – und das meint nicht einfach nur ein Auswendiglernen, um danach zu präsentieren, wie viele Verse ich auswendig gelernt habe –, das meint, das Wort Gottes so zu verinnerlichen, dass ich mich in der entscheidenden Situation daran erinnern kann und auch erinnern will, was Gottes Wort dazu sagt, und ich dann Gottes Wort bewahre, dass ich es nicht beiseiteschiebe, sondern festhalte.
[18:12] So wie Jesus, der in der Wüste und dann auf der Zinne des Tempels und schließlich auf dem hohen Berg versucht vom Satan jedes Mal sagen konnte: "Es steht geschrieben, es steht geschrieben."
[18:23] Jesus hat nicht einfach die Bibel auswendig gelernt, um damit zu zeigen, was er alles auswendig kann. Er hat die Bibel auswendig gelernt, um den Angriffen Satans widerstehen zu können.
[18:34] Lernen wir die Bibel, lesen wir die Bibel, studieren wir die Bibel mit dem Ziel, dadurch eine Waffe in die Hand zu bekommen, um den Angriffen Satans, den Verführungen, den Versuchungen, die von außen und auch von uns innen selbst herauskommen, widerstehen zu können?
[18:55] Liest du im Alltag, lese ich im Alltag, lesen wir die Bibel mit dem Ziel, durch sie, durch die Kraft des Wortes Gottes, die uns zu Jesus weist? Denn Jesus sagte: "Ihr forscht die Schrift und meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir Zeugnis geben."
[19:11] Wer das Wort Gottes liest für den Alltag, der wird vom Wort Gottes im Alltag zu Jesus gewandt.
[19:21] Und dann können wir im Alltag, wenn der Zweifel unser Herz zerfressen will, wenn Enttäuschung sich wie ein dunkler Schatten über unser Gemüt legt, wenn wir von sinnlichen Versuchungen angelockt werden, dann können wir, weil wir uns an das Wort Gottes erinnern, durch das Wort Gottes zu Jesus geführt werden, der die Kraft hat und die Macht und die Bereitschaft, uns zu retten, auch zu vergeben, wenn wir gefallen sind, uns aber auch schon vorher Kraft zu geben, dass wir gar nicht erst fallen müssen.
[19:54] Damit ich nicht sündige, damit ich nicht gegen dich sündige.
[20:01] Vers 12: "Gelobt seist du, oh HERR, lehre mich deine Anweisungen."
[20:04] Es reicht nicht, einfach nur die Bibel aufzuschlagen und die Buchstaben zu lesen und dann versuchen zu analysieren. Wir müssen Gott bitten, dass er unser Lehrer ist.
[20:14] Der einzige wahre, echte, autoritative Lehrer der Bibel ist kein Theologe, kein Pastor, kein Evangelist, kein Bibelarbeiter, auch nicht der beste Freund, der sich scheinbar ganz gut auskennt. Der einzige wahre, wirkliche, autoritative Lehrer der Bibel ist Gott selbst.
[20:27] Er hat sein Wort gegeben, er weiß ja, was er gedacht hat, als er die Propheten inspiriert hat. Er weiß ja, welche Gedanken er weitergeben wollte, die dann von den Propheten, von den Aposteln mit ihren eigenen menschlichen Worten ausformuliert worden sind.
[20:40] Gott weiß, was er sagen wollte, und indem wir Schriftstelle mit Schriftstelle vergleichen, indem wir vorher von Herzen um seine Führung beten, wir sagen: "Herr, rede, denn dein Knecht hört", wenn wir unser Herz im Alltag öffnen, damit Gott zu uns sprechen kann, dann wird er uns auch die Weisheit schenken.
[20:57] Dann werden wir sein Wort verstehen können, dann werden wir verstehen, was seine Anweisungen sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament uns im Alltag zu sagen haben.
[21:11] Vers 13: "Mit meinen Lippen verkünde ich alle Bestimmungen deines Mundes."
[21:14] Das eine ist, dass wir Gott bitten, unser Lehrer zu sein. Das andere ist, dass wir es weitergeben, dass wir sozusagen zu Mitlehrern werden, nicht als solche, die dann das Monopol auf die Bibelauslegung haben, sondern als Menschen, die anderen die Bibel erklären, so dass diese anfangen, selbst Gott als ihren einzigen Lehrer anzunehmen.
[21:35] Jeder, der von Gott unterwiesen wird, jeder, der Gott zum Lehrer hat, wird automatisch auch zum Missionar, zum Verkündiger, zu dem, der darüber redet.
[21:45] Denn die allerersten Jünger Jesu, die konnten gar nicht schweigen, die mussten erzählen, was sie erlebt haben. Jeder, der Jesus begegnet im Alltag, wird Gelegenheiten finden und suchen, über seinen Glauben zu sprechen.
[21:58] Es kann gar nicht verborgen bleiben, es muss einfach raus.
[22:06] Ich wünsche mir, dass Gott Tag für Tag mein Lehrer ist und mir immer besser und klarer zeigt, wie er ist und wie sein Wort gemeint ist, damit ich immer mehr auch aus innerstem Antrieb sein Wort...
[22:18] auch aus innerstem Antrieb sein Wort weitergebe und dazu stehe, komme, was da wolle, zur Zeit und zur Unzeit. Ist es auch dein Wunsch, ein Verkündiger einer Gerechtigkeit zu sein, im Alltag anderen zu zeigen, wie die Weisheit Gottes dir im Alltag geholfen hat?
[22:33] Vers 14: Ich freue mich an dem Weg, den deine Zeugnisse weisen, wie über lauter Reichtümer. Ist der Lebensweg, den die Bibel uns zeigt, ist die Weisheit für den Alltag, den die Bibel uns in zahlreichen konkreten Gedanken, in Gesetzen, in Vorschriften, in Richtlinien gibt, ist das für uns ein Schatz? Betrachten wir Gottes Anweisung für den Alltag als einen Schatz oder eine Last? Vielleicht sagt das eine ganze Menge über unsere geistliche Einstellung zu Jesus. Ist uns das, was Gott uns gebietet, ein Schatz oder empfinden wir es eher als eine Hürde, die wir irgendwie überspringen müssen, die wir vielleicht am liebsten beiseiteschieben?
[23:30] Sind uns, sind mir Gottes Gebote ein Schatz? Weltliche Menschen geben viel für Schätze. Ihnen ist das sehr wertvoll. Ist Gottes Wort, ist sein Gesetz mir wertvoll, wirklich von Herzen wertvoll? Ich glaube, was aus meiner eigenen Erfahrung: Gottes Wort wird uns nur dann wirklich wertvoll erscheinen, wenn wir es nur dann als einen Schatz betrachten, nur dann als unverzichtbar in unserem Leben, wenn wir Tag für Tag erleben, wie sein Wort in unseren Alltag hineinspricht, wenn wir merken, wie Gottes Wort unsere Charakterfehler aufdeckt und uns die Heilung zeigt und wir tatsächlich Wiederherstellung und Vergebung erleben. Wenn wir merken, dass die Bibel Gottes Stimme meiner Seele ist und genau den Balsam bringt, den meine verwundeten Gedanken dringend brauchen, dann wird die Bibel zu einem unvorstellbar schönen und unverzichtbaren Schatz.
[24:43] Vers 15: Ich will über deine Befehle nachsinnen und auf deine Pfade achten. Wir müssen Gottes Wort nicht einfach nur zur Kenntnis nehmen und für wahr halten. Wir müssen darüber nachsinnen. Das ist das Nachsinnen, und das kommt in der Bibel an vielen Stellen vor. Das können wir jetzt gar nicht im Detail so weit ausführen, aber einer der Grundgedanken der Bibel ist immer wieder, dass wir Gottes Wort durchdenken müssen. Paulus sagt: "Ich schreibe euch dies, obwohl ihr es schon kennt, obwohl ihr schon wisst. Ich wiederhole das Evangelium." Das sagt er den Korinthern in 1. Korinther 15. Petrus sagt dasselbe in 2. Petrus Kapitel 1, und Judas macht auch diesen Gedanken in seinem Brief in Vers 5. An die Philipper schreibt Paulus in Kapitel 3, dass es ihm lästig ist, immer wieder dasselbe zu schreiben, denn es ist die Wiederholung, das Nachdenken über das, was ich schon kenne, was mir plötzlich neue Einsichten eröffnet und was mir hilft, das, was ich kenne, auch zu behalten. Es reicht ja nicht aus, Dinge einfach zur Kenntnis zu nehmen. Im Alltag hilft uns das Wort Gottes nur, wenn es auch in unseren Gedanken verfügbar ist, wenn wir durchdacht haben, wozu das Wort Gottes da ist, wenn wir es auf die konkreten Situationen anwenden, und das erfordert ein Nachsinnen, ein Durchdenken, ein damit vertraut werden.
[26:04] Vers 16: Ich habe meine Lust an deinen Anweisungen, dein Wort vergesse ich nicht. Wer mit Gott lebt, hat echte Freude an seinem Wort, erinnert sich gerne daran. Und ich wünsche mir, lieber Freund, liebe Freundin, dass auch du in deinem Alltag Tag für Tag diese Erfahrung machst, dass du dich gerne an Gottes Wort erinnerst, dass wenn Gott dir Gedanken schenkt, du sie in dein Gedächtnis zurückrufst, dass du dich freust, darüber nachdenken zu können, dass dir der Gedanke schön erscheint: "Ach ja, das war dieser wunderschöne Vers, das war diese Verheißung, daran möchte ich mich festhalten." Echte Freude über sein Wort, dass dir Freude macht, morgens und abends darüber nachzudenken.
[26:41] Herr, wir wollen sagen: Herr, schenk uns diese Freude in unser Herz.
[26:52] Heute wollen wir noch einen Abschnitt aus Psalm 119 gemeinsam betrachten. Und wir gehen fast an das Ende dieses langen Psalms, an den Buchstaben Schin. Der gibt eigentlich das Zeichen. Der Buchstabe, der geschriebene Buchstabe, steht für zwei ausgesprochene Buchstaben, sowohl für Sin als auch für Schin. Auch in den Versen variiert das, aber weil es der gleiche geschriebene Buchstabe ist, zählt er für diese acht Verse als einer. Und wir lesen dort ab Vers 161: "Fürsten verfolgen mich ohne Ursache, aber vor deinem Wort fürchtet sich mein Herz."
[27:38] Auch wenn es uns schlecht geht, auch wenn wir verfolgt werden, wenn wir Unterdrückung erleben, wenn wir wegen unseres Glaubens schlecht behandelt werden, soll das Wort Gottes unsere Priorität sein im Leben. Eine der wichtigen Erkenntnisse der Weisheit Gottes ist, dass Gottes Wort nicht nur für die guten Zeiten da ist und nicht nur in guten Zeiten uns Freude machen soll, sondern auch dann, wenn es uns schlecht geht, der Maßstab unseres Lebens sein darf und muss.
[28:09] Vers 162: "Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet." Ich möchte, dass das in meinem Alltag jeden Tag der Fall ist, und ich hoffe und bete, dass es auch für dich, dass es für uns alle eine Erfahrung wird, dass wenn wir Gottes Wort finden, wenn wir Gelegenheit haben, sein Wort nachzudenken, zu erzählen, wenn wir darüber, wenn wir neue Gedanken in seinem Wort verstehen, dass es wie eine große Beute ist, die wir gemacht haben, einen Schatz, den wir entdeckt haben.
[28:35] Vers 163: "Ich hasse die Lüge und verabscheue sie. Dein Gesetz aber habe ich lieb." Das ist die Grundeinstellung von Jesus. Wenn man in Hebräer 1 und dort Vers 8 und 9 liest, findet man genau diesen Gedanken bei ihm. Da heißt es in Hebräer 1, Vers 8 und 9: "Aber von dem Sohn, von Jesus Christus, heißt es" – und dann ein Zitat aus dem Psalmen – "Dein Thron, oh Gott, währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das Zepter deines Reiches ist ein Zepter des Rechts. Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst. Darum hat dich, oh Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl mehr als deine Gefährten."
[29:18] Wer Gottes Weisheit im Alltag annimmt, der wird den Charakter Jesu widerspiegeln.
[29:26] Vers 164: "Ich lobe dich siebenmal am Tag", das ist die Vollzahl, "wegen der Bestimmungen deiner Gerechtigkeit." Wie oft loben wir Gott eigentlich? Ich habe mir diese Frage gestellt jetzt in der Vorbereitung auch: Wie oft loben wir Gott? Loben wir eigentlich, loben wir Gott siebenmal am Tag? Also ja, es ist die Vollzahl, aber ich frage mich mal, ob ich überhaupt buchstäblich siebenmal am Tag ihn buchstäblich in irgendeiner bestimmten Situation gelobt habe. Wollen wir uns nicht vornehmen, mindestens siebenmal am Tag Gott zu loben und das zu einer Gewohnheit werden zu lassen, dass wir dann – und das ist ja die eigentliche Bedeutung siebenmal – also ständig, immer vollendet ihn loben.
[30:09] Wie oft loben wir Gott dafür, dass seine Gebote gerecht sind, dass wir dankbar sind für sein Gesetz, dankbar für sein Wort, dankbar für das Evangelium, das er uns geschenkt hat?
[30:27] Vers 165: "Großen Frieden haben – großen Frieden haben, Verzeihung – die dein Gesetz lieben, und nichts bringt sie zu Fall." Was für ein unglaublich starker Vers! Die Menschen sehnen sich nach Frieden in dieser Welt. Sie sehnen sich nach politischem Frieden, nach religiösem Frieden. Sie sehnen sich vor allem nach innerem Frieden. Und obwohl diese Welt keinen echten politischen Frieden mehr erleben wird und keinen echten religiösen Frieden bis zur Wiederkunft, kann doch jeder Mensch, der Jesus annimmt und Gottes Weisheit für den Alltag in Anspruch nimmt, einen tiefen, dauerhaften, großen Frieden haben, wenn er Gottes Wort liebt. Und hier steht, dass ihn nichts zu Fall bringen wird.
[31:23] Warum ist das so? Wer Gottes Wort liebt, der wird mit dem vertraut, das den Erlösungsplan erklärt. In 2. Timotheus 3 Vers 15 steht, dass das Wort Gottes die Kraft hat, uns weise zu machen. Und das meint nicht einfach intelligent im Sinne eines Intelligenzquotienten, das meint zu wissen, wie wir Erlösung erfahren können. 2. Timotheus 3 Vers 15 steht: "Und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist." Die Bibel zeigt uns, wie wir errettet werden können. Und wer die Bibel liest, der wird die Errettung verstehen und annehmen. Und diese Errettung durch den Glauben bringt genau diesen Frieden, denn in Römer 5 Vers 1 steht: Paulus sagt da: "Wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus." Friede – etwas, was du und ich im Alltag erleben dürfen, wenn wir Gottes Wort lieben, darüber nachdenken, das, was dort steht, in unser persönliches Leben anwenden, es glauben und tatsächlich zu Jesus kommen und die Verheißungen in Anspruch nehmen. Wenn wir die Gerechtigkeit Jesu im Glauben annehmen, wenn wir darauf vertrauen, dass er für meine Sünden gestorben ist und ich deswegen seine Gerechtigkeit geschenkt bekomme, angerechnet und verliehen, dass Gott mich anschaut, solange ich auf Jesus schaue, als hätte ich nie gesündigt, dann habe ich echten Frieden mit Gott.
[33:15] Vers 166: "Ich hoffe auf dein Heil, oh Herr, und tue deine Gebote." Ist ein wichtiger Vers. Das Heil kommt von Gott. Er sagt nicht: "Ich tue deine Gebote, damit ich deswegen Heil bekomme." Er sagt: "Ich hoffe auf dich, Gott." Gott bringt das Heil, er bringt das Evangelium. Die Rettung kommt von Gott. Und weil Gott rettet und weil er uns liebt und weil er uns am Leben erhalten möchte, weil er uns ewiges Leben schenken möchte, deswegen, weil er uns ewiges Leben gegeben hat, halten wir seine Gebote.
[33:57] Vers 167: "Meine Seele bewahrt deine Zeugnisse und liebt sie sehr." Der Gläubige mag Gottes Wort nicht nur ein wenig, so wo man sagt: "Na ja, das gefällt mir auch ganz gut", sondern er sagt hier: "Meine Seele bewahrt deine Zeugnisse und liebt sie sehr." Wie eng, wie nahe ist dir die Bibel? Wie sehr magst du sie?
[34:23] Vers 168: "Ich habe deine Befehle und deine Zeugnisse bewahrt, denn alle meine Wege sind vor dir." Warum brauchen wir Gottes Wort als Ratgeber, als Schatzkammer der Weisheit für den Alltag? Warum brauchen wir Gottes Wort im Alltag? Aus einem ganz, ganz offensichtlichen Grund, den wir oft vergessen: Gott weiß, was vor uns liegt. Er kennt alle unsere Wege. Er kennt den Alltag, bevor wir ihn erleben. Gott ist nicht nur mit unserem Alltag vertraut, er kennt unseren Alltag besser als wir selbst. Er weiß nämlich schon, was morgen kommt. Er weiß, was in einer Stunde ist. Er weiß, was die nächsten Minuten bringt. Er kennt unseren Alltag. Er weiß schon das über unseren Alltag, was wir noch nicht kennen. Und deswegen brauchen wir ihn als Ratgeber. Jeder, der wirklich im Alltag bestehen möchte, der von Tag zu Tag mit Gott leben möchte, der kann das nur tun, wenn er sich bewusst macht, dass Gott alles weiß und dass sein Wort gegeben worden ist für Menschen wie du und ich, die in einem Alltag stecken, wie wir ihn erleben. Gott kennt diesen Alltag, er weiß diesen Alltag. Und weil er schon im Vorhinein wusste, wie dieser Alltag aussehen wird und mit welchen Schwierigkeiten wir zu kämpfen haben werden, hat er sein Wort so gegeben, wie er es gegeben hat, damit wir im Alltag bestehen können und weise leben und handeln können.
[35:46] Lasst uns dankbar sein. Wir haben ja gelesen in Vers 165, dass wenn wir Gottes Wort lieben, es anwenden, wenn wir durch die Erlösung, die Jesus allein uns gibt, wir Frieden mit Gott haben, dass uns dann auch nichts mehr zu Fall bringen wird. Das erinnert mich an einen Vers, den wir jetzt nicht im Manuskript haben, aber der an dieser Stelle ganz schön und wichtig ist. In 2. Petrus Kapitel 1 und dort Vers 10, wo Petrus in einem Bild einer Leiter die verschiedenen Dinge beschreibt, die wir, weil Gott uns alles geschenkt hat, was zum Wandel in Gottesfurcht und zum ewigen Leben dient, weil er uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, weil er uns kostbare Verheißungen gegeben hat, durch die wir mit Gottes Natur, an Gottes Natur teilhaftig werden können. Deswegen sollen wir mit Eifer die Tugend darbringen und die Erkenntnis und die Selbstbeherrschung, den standhaften Ausharren, die Gottesfurcht, die Bruderliebe und die Liebe. Und das, das baut so aufeinander auf und verstärkt sich miteinander und bleibt auch miteinander bestehen. Und dann sagt er in Vers 10: "Darum, Brüder, seid umso eifriger bestrebt, eure Berufung und Auserwählung festzumachen." Gott beruft uns, er wählt uns aus, er schenkt uns das Angebot des ewigen Lebens. Aber wir müssen das annehmen, wir müssen es festhalten, festmachen, in den Alltag implementieren, im Alltag haben wollen. Wenn wir es festmachen, dann steht hier: "Denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals zu Fall kommen." Das ist die Verheißung. "Sondern", Vers 11, "denn auf diese Weise wird euch der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Retters Jesus Christus reichlich gewährt werden." Wir sprechen hier darüber, wie wir im Alltag siegreich sein können, wachsen können bis zur Vollendung, bis wir einmal bei Jesus im Himmel sein können.
[37:39] Wir wollen uns einem anderen Psalm noch zuwenden, der darüber spricht, wie kurz unser Leben ist. Das ist Psalm 90, der Psalm, der von Mose geschrieben worden ist und der den Auftakt des vierten Buches der Psalmen bildet. Wir lesen ab Vers 1: "Ein Gebet Moses, des Mannes Gottes. Herr, du bist unsere Zuflucht von Geschlecht zu Geschlecht. Schon immer, zu allen Zeitaltern, war Gott der einzige Schutz. Ehe die Berge wurden und du die Erde und den Erdkreis hervorbrachtest, ja, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du Gott." Gott ist schon immer da gewesen. Seine Größe und Majestät ist unbeschreiblich. Dagegen heißt es in Vers 3: "Du lässt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: 'Kehrt zurück, ihr Menschenkinder!'" Der Mensch dagegen ist sterblich. Gott ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, der Mensch ist sterblich. Das geht hier zurück auf 1. Mose 3 Vers 19, was ja auch Mose geschrieben hat, die Geschichte vom Sündenfall, als Gott sagte: "Du bist Staub und zu Staub sollst du wieder werden", zu dem Adam, der gesündigt hatte.
[38:45] Vers 4: "Denn tausend Jahre sind vor dir wie der gestrige Tag, der vergangen ist und wie eine Nachtwache." Gott selbst, für Gott selbst, sind selbst große Zeiträume, Zeiträume, die wir als Menschen nicht überblicken können, verschwindend gering. Kein Mensch ist jemals tausend Jahre alt geworden. Der älteste Mensch der Bibel, Methusalem, wurde 969 Jahre alt. Tausend Jahre, die Zeitspanne, die länger ist als die, die irgendein Mensch jemals erreicht hat, ist für Gott ein Klacks. Und das soll uns zeigen, wie unbedeutend eigentlich das menschliche Leben in Perspektive der Ewigkeit ist. Weise hat ja auch Mose in 1. Mose 5 diese langen Zeitalter, die langen, langen Lebensdauern von Adam und von Methusalem und all den Patriarchen aufgeschrieben. Adam wurde 930, Noah 950, Methusalem, wie gesagt, 969. Aber Mose schreibt selbst: "Tausend Jahre wären nur wie so ein, wie eine Nachtwache gewesen, wie ein kurzer Moment, wie der gestrige Tag."
[39:50] Und Vers 5: "Du lässt sie dahinfahren wie eine Wasserflut. Sie sind wie ein Schlaf, wie das Gras, das morgens aufsprießt. Am Morgen blüht es und sprießt, am Abend welkt es und verdorrt." In der Perspektive Gottes, in der Perspektive der Ewigkeit, ist unser Leben ein kurzer Moment, ein Aufblühen und Vergehen. Unsere menschliche Existenz ist kurz. Das ist ein sehr wichtiger und entscheidender Gedanke.
[40:19] Wir lesen weiter Vers 7: "Denn wir werden aufgerieben durch deinen Zorn und schnell hinweggerafft durch deinen Grimm. Du hast unsere Missetaten vor dich hingestellt und unser geheimstes Tun in das Licht deines Angesichts. Denn alle unsere Tage schwinden dahin durch deinen Zorn. Wir verbringen unsere Jahre wie ein Geschwätz." Der Grund, warum unser Leben so kurz ist, liegt an der Sünde. Hätte der Mensch nicht gesündigt, wäre die Sünde nicht in die Welt gekommen, hätten Menschen auch ewig leben können, sozusagen echtes Leben in der Perspektive Gottes, nicht nur ein kurzer Hauch. Aber unsere Sünden haben das verhindert. Und unsere Sünden sind nicht nur äußerlich, sie sind auch ganz im Tiefen, im Innern. Und weil Gott selbst die geheimsten Sünden kennt, kann niemand den Anschein erwecken, als würde er zu Unrecht kurz leben.
[41:19] Vers 10: "Unsere Leben, unser Leben währt 70 Jahre, und wenn es hochkommt, so sind es 80 Jahre." Diese menschliche Lebenserwartung ist auch heute noch in etwa ungefähr dieselbe. Das heißt, schon zur Zeit von Mose waren seine 120 Jahre und auch die 110 Jahre von Josua dann wohl schon eher eine Ausnahme. Vieles von dem, was Mose hier schreibt, erinnert dann auch an das, was Salomo später im Buch Prediger schreibt: die Nichtigkeit des menschlichen Lebens. "Worauf man stolz ist, das, was er jetzt sagt, worauf man stolz ist, das war Mühsal und Nichtigkeit, denn schnell enteilt es und wir fliegen dahin." Wir können die Dinge, auf die wir hier stolz sind, nicht behalten. Menschen sind stolz auf ihre Karriere, auf ihren, auf ihre sportlichen Erfolge, auf ihre intellektuellen Fähigkeiten, auf ihre künstlerischen Begabungen, auf ihren Reichtum. Aber all das vergeht, man kann es nicht festhalten, es kommt und geht. Das alles nur nichtig, so wie Salomo im Buch Prediger auch schreibt.
[42:15] Vers 11: "Wer erkennt aber die Stärke deines Zorns? Wer erkennt aber die Stärke deines Zorns, deinen Grimm, so wie es der Furcht vor dir entspricht?"
[42:30] Wir nehmen viele Dinge für besonders wichtig, halten uns für stolz und erkennen eigentlich gar nicht, wie schwerwiegend die Sünde ist, wie gerechtfertigt Gottes Zorn ist, wie nichtig unser Leben eigentlich ist. Ich nehme aus diesem Vers auch mit, dass wenn wir echte Gottesfurcht haben und Gott wirklich an die Nummer eins in unserem Leben stellen, dann werden wir auch die Stärke seines Zorns erkennen über die Sünde.
[43:01] Und so sagt er in Vers 12: "Lehre uns unsere Tage richtig zählen, damit wir ein weises Herz erlangen." Die Schlussfolgerung daraus ist aus all dem: Wir sollten die Lebenstage, die wir wahrscheinlich noch haben werden, richtig einschätzen. Wir sollen sie richtig portionieren, zählen, damit wir richtig denken und kluge Entscheidungen fällen, damit wir nicht einfach unser Leben vergeuden. Wenn wir wissen, dass wir nur wenig Zeit haben auf dieser Erde, wenn wir wissen, dass unsere Lebensspanne vielleicht nur 70, 80 Jahre sind, dann kommt es darauf an, heute die richtigen Entscheidungen zu fällen, die Zeit, die uns noch bleibt, richtig einzusetzen, damit wir nicht auf Dinge uns fokussieren, unseren Stolz auf Dinge hängen, die am Ende flüchtig sind und nicht bleiben und vergehen und unser ganzes Leben umsonst gewesen ist, sondern dass wir in der Furcht Gottes die Stärke seines Zorns erkennen über die Sünde und erkennen, wie wichtig es ist, die Zeit, die uns noch bleibt, dafür zu nutzen, Jesus kennenzulernen, ihn anzunehmen und bei ihm zu bleiben, damit er in unserem kurzen Leben die Sünde vollständig besiegen kann.
[44:20] Und dann kommt eine inbrünstige Bitte ab Vers 13: "Kehre zurück, oh Herr, wie lange noch? Und habe Erbarmen mit deinen Knechten! Sättige uns früh mit deiner Gnade, so wollen wir jubeln und fröhlich sein unser Leben lang." Dieser Psalm ist nur auf den ersten Eindruck, auf die ersten Verse, ein sehr ernüchternder und deprimierender, weil er uns eigentlich – ist er gar nicht deprimierend, der ist einfach nur – er zeigt uns wieder die wahre Perspektive, wie unbedeutend unser Leben eigentlich ist und wie kurz es ist. Aber wenn wir die richtige Perspektive...
[44:46] Aber wenn wir die richtige Perspektive einnehmen, wenn wir wieder sehen, wie groß Gott ist und wie gerechtfertigt sein Zorn und wie schwerwiegend unsere Sünde und wie kurz unser Leben, dann werden wir sehen, wie wertvoll diese Verse sind, dass Gott uns wieder sättigen möchte mit seiner Gnade. Und zwar früh, die Bitte, dass Gott uns Erbarmen zeigt. Dann werden wir jubeln und fröhlich sein unser Leben lang. Auch wenn es auf dieser Erde nur kurz ist, wird es dann auf der Ewigkeit lauter Jubel und Fröhlichkeit, die ganze Ewigkeit sein. Erfreue uns so viele Tage, wie du uns beugtest, so viele Jahre, wie wir Unglück sahen.
[45:31] Gott wird noch mehr tun als das. Noch bevor die Sünde endgültig ausgerottet wird in Offenbarung 20 am Ende des Millenniums, noch bevor das geschieht, wird jeder wahre Gläubige in seinem Leben mehr Jahre an Glückseligkeit in einer sündlosen Umgebung im Himmel erlebt haben als in der Sünde auf der Erde. Denn in dieser Welt haben Menschen maximal 930, 950, 969 Jahre gelebt. Aber jeder Gläubige wird noch vor der endgültigen Ausrottung der Sünde tausend Jahre im Himmel in völliger Sündlosigkeit, in völligem Frieden, in völliger Glückseligkeit erlebt haben, sodass schon vor dem Ende des großen Kampfes jeder Gläubige nicht nur so viele Tage, die wir gebeugt worden sind, und so viele Jahre, wie wir Unglück gesehen haben, erleben wird, sondern noch mehr. Denn Gott gibt mehr, als wir bitten und verstehen können. Er gibt mehr, als wir uns vorstellen können. Und für die allermeisten Gläubigen wird es nicht nur etwas mehr als die Hälfte sein. Für die allermeisten wird das überwältigend viel sein, denn wir leben, die meisten von uns, 70 oder 80 Jahre. Wir werden tausend Jahre bei Gott sein, bevor wir dann auf der neuen Erde für alle Ewigkeit mit ihm regieren. Ist das nicht ein wunderschöner Gedanke?
[46:56] Lass deinen, Vers 16, lass deinen Knechten dein Walten sichtbar werden und deine Herrlichkeit ihren Kindern. Wenn Gottes Herrlichkeit sich offenbart, so wie Offenbarung 18, Vers 1 steht, dass die Herrlichkeit die ganze Erde erfüllt, dann wird Gottes Volk fröhlich sein und dann wird Gottes Wirken sichtbar sein. Und die Freundlichkeit, Vers 17, die Freundlichkeit des Herrn, unseres Gottes, sei über uns und das Werk unserer Hände fördere du für uns. Ja, das Werk unserer Hände wolltest du fördern. Gott ist freundlich, das habe ich in meinem Leben so oft erlebt. Ich bin mir sicher, du auch. Gott ist wirklich freundlich. Und wenn wir ihn in unser Leben hineinlassen, dann sorgt Gott selbst dafür, dass unser Leben nicht umsonst gewesen ist, dass es nicht ein Hauch gewesen ist, nur wo wir Dinge aufgehäuft haben, die wir nicht mitnehmen können, dann wird unser Tun einen bleibenden Wert haben, denn wir werden mit Gottes Hilfe einen Charakter entwickeln, der die Ewigkeit Bestand haben wird und wir werden Menschen mitbringen in die Ewigkeit. Dann wird unser Tun von Gott gefördert sein und Bestand haben. Die Schlussfolgerung ist also, ohne Gott ist unser Leben letztlich wertlos und vergänglich. Und das ist eine entscheidende Erkenntnis für den Alltag. Denn die Frage ist, denn der Alltag ist nichts weiter als ein kleiner Abschnitt meines Lebens. Möchte ich meinen Alltag vergeuden oder möchte ich ihn so gut wie möglich nutzen? Denn durch Gottes Gnade wird er trotz seiner kurzen Dauer schön und unser Tun wird Bestand haben.
[48:41] Wir wollen ein paar Verse aus den Psalmen lesen, die uns zeigen, wie uns Gottes Weisheit im Alltag helfen kann, wenn wir in schwere Prüfung geraten. Psalm 81 und dort Vers 8 und 9. Psalm 81, dort Vers 8 und 9. Dort heißt es: „Als du mich anriefst in der Not, da brachte ich dir Rettung. Ich antwortete dir im Donnergewölk und prüfte dich am Wasser von Meriba. Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen, Israel, wenn du mir doch Gehör schenken wolltest!“ Gott rettet uns, wenn wir in Not geraten, wenn wir zu ihm beten. Und er prüft uns manchmal, weil er wissen will, ob wir ihm vertrauen. Er bringt uns in schwierige Situationen, so wie damals bei Massa und Meriba, worauf hier Bezug genommen wird in 2. Mose 17. Und wie oft habe ich es schon erlebt, dass Gott mich in schwierige Situationen gebracht hat und ich habe dann angefangen zu zweifeln, angefangen Unzufriedenheit zu haben und angefangen mich zu fragen, was jetzt eigentlich los ist. Aber Gott bringt uns in solche Situationen, weil er sehen möchte, ob wir ihm wirklich vertrauen. Und ich möchte in meinem Leben ihm mehr vertrauen. Du auch? Gott wünscht sich so sehr, dass wir wirklich auf ihn hören, dass wir auch in den schwierigen Situationen nicht uns abwenden von ihm, sondern gerade weil es schwierig ist, dass wir uns zu ihm wenden, dass wir uns zu ihm wenden.
[50:03] Psalm 95 und dort ab Vers 7. Auch hier geht es wieder um diese Geschichte in 2. Mose 17 von Massa und Meriba, als die Israeliten murrten, weil sie kein Wasser mehr zu trinken gehabt haben oder besser gesagt, ja, damit rechneten, bald keins mehr haben zu können. Psalm 95, ab Vers 7: „Denn er ist unser Gott und wir sind das Volk seiner Weide.“ Mit anderen Worten, er ist unser Hirte, das, was Jesus in Johannes 10 sagt: Er ist der gute Hirte. „Und wir sind das Volk seiner Weide und die Schafe seiner Hand. Heute, wenn ihr seine Stimme hört.“ Und diese Worte, sagt uns Hebräer 3, sagt uns Paulus dort, sind ein direkter Ausspruch des Heiligen Geistes: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht wie bei der Herausforderung am Tag der Versuchung in der Wüste.“ Das bezieht sich auf Massa und Meriba, „wo mich eure Väter versuchten, sie prüften mich und sahen doch mein Werk. Vierzig Jahre empfand ich Ekel vor diesem Geschlecht und ich sprach: Sie sind ein Volk, das in seinem Herzen in die Irre geht, sie haben meine Wege nicht erkannt, sodass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen.“ Damals haben die Israeliten bei Massa und Meriba ihr Herz verstockt und nicht nur dort. Schlussendlich haben sie ihr Herz verstockt, als sie in Kadesch-Barnea nicht in das gelobte Land hineingehen wollten. Immer wieder hat Gott sie in Situationen gebracht, wo sie ihren Glauben hätten zeigen können und stattdessen immer nur gezweifelt haben.
[51:39] Lasst uns beten. Heute ist wirklich ein ernstes Anliegen, dass wir daraus lernen, dass unsere Herzen nicht verstocken. Das möchte ich für mich persönlich in Anspruch nehmen. Ich möchte dich bitten, auch darüber nachzudenken, das zu beten, dass wenn Gott uns in Schwierigkeiten bringt, dann tut er das nicht, weil er uns ärgern möchte, sondern weil er Dinge in unserem Herzen sieht, in unserem Charakter sieht, die wir vielleicht als unbedeutend betrachten, aber von denen er weiß, dass sie uns einmal dazu führen werden, dass wir am Ende vielleicht ganz von ihm abfallen. Er muss diese Dinge vorher herausschneiden. Aber dazu müssen wir sie ihm geben. Dazu muss er sie uns zeigen. Dazu muss er uns in Prüfung – nicht Versuchung, aber in Prüfung – bringen, damit wir erkennen, wo wir Gott brauchen, wo unsere Schwächen sind, damit wir all das Gott geben können. Deswegen wollen wir uns heute unser Herz nicht verstocken, sondern weich machen und seine Stimme hören, auch in den Prüfungen hören, was Gott uns dadurch sagen möchte. Denn wenn wir das nicht tun, werden wir Gott und sein Wesen nicht kennenlernen, werden nie erkennen, wie er uns in der Not helfen kann und will, wenn wir uns in jeder Notsituation von ihm abwenden und dann seine Rettung nicht in Anspruch nehmen.
[52:52] Es gibt aber nicht nur Prüfung, es gibt auch Versuchung. Und davon spricht ein besonderer Psalm, in Psalm 141. Psalm 141, wir lesen ab Vers 1: „Ein Psalm Davids. Herr, ich rufe zu dir, eile zu mir, schenke meiner Stimme Gehör, wenn ich dich anrufe.“ David betet und bittet, dass Gott sein Gebet erhört. „Lass mein Gebet wie Räucherwerk gelten vor dir, das Aufheben meiner Hände wie das Abendopfer.“ Das erinnert uns an das, was in Offenbarung 8 und dort Vers 3 steht, wo Jesus als ein Engel dargestellt wird im himmlischen Heiligtum und wo er die Gebete von uns entgegennimmt und mit seiner eigenen Gerechtigkeit verbindet. Es heißt dort in Vers 3: „Und ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar, der ein goldenes Räucherfass hatte. Und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, damit er es zusammen mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar darbringe, der vor dem Thron ist. Und der Rauch des Räucherwerks stieg auf vor Gott zusammen mit den Gebeten der Heiligen aus der Hand des Engels.“ Kommen die Gebete zu Jesus und Jesus bringt seine eigenen Verdienste dazu. David betet: „Lass mein Gebet wie Räucherwerk gelten vor dir“, dass es nicht einfach nur meine Worte sind, sondern dass sie sich verbinden mit deiner Gnade, mit deiner Güte, mit deiner Liebe, mit deinen Verdiensten, die ja zur Zeit Davids nur verheißen waren, noch nicht einmal am Kreuz wirklich eingelöst worden waren, aber die wir heute umso sicherer und fester im Glauben in Anspruch nehmen können, weil sie bereits eingelöst worden sind.
[54:32] Lasst uns auch so beten, dass uns bewusst wird, dass Jesus im himmlischen Heiligtum seine Verdienste hinzufügt. Herr, stelle eine Wache an meinen Mund, bewahre die Tür meiner Lippen. David wusste, wir reden manchmal so unbedacht. Wir reden Dinge und können es nie wieder ganz gut machen, was wir für einen Schaden angerichtet haben mit unserer Zunge. Mir ist es schon so gegangen, dir auch, dass wir einfach unbedacht reden, schlechte Sachen reden. David bittet: „Bewache meinen Mund, behüte meine Lippen, pass auf, dass ich nicht mit meinen Worten gegen dich sündige.“ Vers 4: „Es geht nicht nur um die Worte, es geht sogar um die Gedanken. Lass mein Herz sich nicht zu einer bösen Sache neigen, dass ich gottlose Taten vollbringe mit Männern, die Übeltäter sind und von ihren Leckerbissen lass mich nicht genießen.“ David bittet: „Bewahre mich davor, Böses zu sagen, bewahre mich davor, Böses zu denken, bewahre mich davor, dass mein Herz sich zur Bosheit neigt.“ Denn wenn Gott nicht hilft und wir auf uns allein gestellt aus eigener Kraft versuchen, unser Leben zu leben, dann wird sich unser Herz immer zur Bosheit neigen. Das ist der alte Mensch, der muss ja tot sein. Deswegen ist Werkgerechtigkeit vollkommen unmöglich, weil der alte Mensch sich immer zum Bösen neigt. Die einzige Hoffnung besteht darin, dass der alte Mensch stirbt, dass Gott darauf achtet, dass nicht unser Herz sich wieder zum Bösen wendet. Das ist das, was Jesus in der Bergpredigt in Matthäus 5 angedeutet hat, als er gesagt hat, dass es bei den Geboten „Du sollst nicht töten, du sollst nicht Ehebruch begehen“ nicht nur um die Tat geht, sondern sogar um die Gedanken. Es heißt in Matthäus 5, Vers 27 und 28: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht Ehebruch begehen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.“
[56:48] David bittet: „Lass mein Herz sich nicht zu einer bösen Sache neigen.“ Er möchte auch nicht von Sünden profitieren, er möchte nicht von den Leckerbissen der Übeltäter genießen, er möchte nichts mit der Sünde zu tun haben. Vers 5: „Der Gerechte schlage mich, das ist Gnade, und er züchtige mich, das ist Öl für mein Haupt, und mein Haupt soll sich nicht dagegen sträuben, wenn es auch wiederholt geschieht. Ich bete nur gegen ihre Bosheiten.“ David ist nicht gegen Korrektur. David ist zufrieden, wenn er von einem Gerechten korrigiert und ja sogar gestraft wird. Es ist ihm, er freut sich sogar, wenn der Gerechte, Gott, ihn züchtigt, erzieht und auch vielleicht auf unangenehme Art und Weise zeigen muss, wo wirklich die Probleme in seinem Charakter sind. Aber bitte davor, vor Bosheit bewahrt zu werden. Manchmal haben wir mehr Angst vor Gottes Strafe als vor der Sünde. Aber David sieht das anders. David hat Angst vor der Bosheit und er sagt: „Ich möchte lieber von Gott, von dem Gerechten, vielleicht sogar von einem gerechten Menschen, ermahnt werden, gezüchtigt werden, korrigiert werden.“ Lasst uns nicht die Korrektur, die Ermahnung, ja auch den Tadel und die Strafe verachten. Lasst uns nicht davor Angst haben, sondern dafür dankbar sein. Lasst uns Angst haben vor der Sünde und darum beten, dass Gott uns vor der Sünde bewahrt in unserem Herzen, unseren Worten und in unseren Taten.
[58:34] Wir wollen noch einen Psalm anschauen, der unglaublich schön ist, einer meiner absoluten Lieblingspsalmen, ein Psalm, den man auch das Tor zu den Psalmen genannt hat, weil er die Psalmen eröffnet. Wir werden nur die ersten drei Verse lesen. Dort steht: „Oh, wohl dem!“ Und wir wissen schon, was das heißt: Oh, das Glück des Menschen! „Wohl dem, der nicht wandelt“ – und hier steht im Hebräischen eigentlich „der nicht gewandelt ist“ – „nach dem Rat der Gottlosen, der sich nicht aufgestellt hat auf den Weg der Sünde und sich nicht dorthin gesetzt hat, wo die Spötter sitzen.“ Mit anderen Worten: Oh, das Glück dessen, der diese Entscheidung gefällt hat, der sich gegen die Welt entschieden hat, gegen die Gottlosigkeit, gegen den Spott, gegen die Sünde. Wer sich dagegen entscheidet und nicht mit dem Strom der Zeit, dem Zeitgeist, mitschwimmt, sich dagegen entscheidet, der ist glücklich. Aber ihn kennzeichnet noch mehr aus, ihn kennzeichnet noch mehr aus. Vers 2: „Sondern seine Lust“ – da steht im Hebräischen „sehr Interesse hat, Freude hat, Gefallen hat“ – „am Gesetz des HERRN.“ Das meint nicht nur die Zehn Gebote, das meint das gesamte Wort Gottes, die Tora, die Lehre Gottes, die an der, an seiner Lehre, über seine Lehre nachsinnt, über sein Gesetz nachsinnt, Tag und Nacht. Das ist das, was auch dem Josua empfohlen worden ist von Mose und insbesondere von Gott dann nach dem Tod von Mose, dass er über Gottes Wort nachsinnen soll Tag und Nacht. Wer also diese Entscheidung gefällt hat, nicht dem Weg der Gottlosen zu folgen, nicht zu sündigen, wer sich diese Entscheidung gefällt hat, nicht sich dorthin zu begeben, wo die Spötter sitzen, sondern sich stattdessen für das Wort Gottes interessiert und darüber nachdenkt, nicht einfach nur als Pflichterfüllung, sondern als echten Lebensinhalt, der ist glücklich. Der Psalmist sagt: „Oh, das Glück desjenigen!“ Dieses Glück kann man kaum in Worte schreiben. Es ist genau das Glück, das Jesus in der Bergpredigt jedem Menschen anbietet, das Glück, das wir am Anfang in Psalm 119 gelesen haben. Denn es heißt hier in Vers 3: „Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und seine Blätter verwelken nicht.“ Und jetzt kommt: „Und alles, was er tut, gerät wohl.“ Möchtest du erfolgreich sein im Leben? Möchtest du wissen, dass das, was du tust, auch einen Bestand hat, dass es nicht umsonst ist, dass es nicht vergeblich gewesen ist, sondern dass, was du tust, einen Unterschied macht und dass es erfolgreich gewesen ist? Die Verheißung ist, dass die, die sich an Gottes Wort klammern, die an Gottes Wort gepflanzt sind, die so wie ein Baum an einem Wasserbach, unabhängig von den Umständen, immer genügend Wasser hat, um blühen zu können und Frucht zu bringen, so ist derjenige, der sich in das Wort Gottes hinein vertieft. Er wird unabhängig von den Umständen immer die Quelle haben, aus der er seinen Charakter entwickeln kann, aus der er freundlich, fröhlich, liebevoll, gütig, sanftmütig sein kann und die ihm hilft, in all dem Tun Erfolg zu haben, das Gott für ihn vorbereitet hat.
[1:01:47] Wir wollen am Ende noch kurz einen Blick in Psalm 112 werfen. Psalm 112 und dort ab Vers 1: „Halleluja!“ Das heißt auf Deutsch: „Lobt Gott, lobt den Herrn!“ „Wohl dem, der den HERRN fürchtet!“ Auch hier haben wir „wohl dem“, oh, das Glück desjenigen. Möchtest du glücklich sein? Du siehst, die Psalmen sprechen immer wieder in Psalm 119, in Psalm 1, in Psalm 112 und noch an anderen Stellen von dem Glück. Man könnte auch noch vielleicht ergänzend Psalm 32 hinzufügen, ein ganz wunderbarer Psalm in der Hinsicht. In Psalm 32, Vers 1 und 2: „Wohl dem, oh, das Glück desjenigen! Wohl dem, dessen Übertretung vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist! Wohl dem Menschen, dem der Herr keine Schuld anrechnet, und dessen Geist keine Falschheit ist!“ Wenn wir Erlösung erlebt haben, Vergebung erlebt haben, die Barmherzigkeit Gottes, dann finden wir auch genau dieses Glück. Und hier heißt es „wohl dem“ in Psalm 112, Vers 1: „Der den HERRN fürchtet, der große Freude hat“ – das ist das gleiche Wort, diese Lust aus Psalm 1, Vers 2 – „große Freude hat an seinen Geboten.“ Hier sehen wir also, was es bedeutet, Gott zu fürchten, ihn an die erste Stelle zu setzen. Das bedeutet eben nicht, dem Weg der Gottlosen zu folgen, nicht dort zu sitzen, wo die Spötter sitzen, nicht sich auf den Weg der Sünder zu stellen, sondern über Gottes Wort nachzudenken. Und jetzt kommt der Segen: „Sein Same wird gewaltig sein auf Erden, das Geschlecht der Aufrichtigen wird gesegnet sein. Reichtum und Fülle ist in seinem Haus und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich bestehen.“ Sein Leben ist nicht umsonst, nicht ein Hauch, der dann weg ist und nichts gebracht hat. „Seine Frucht kommt zur rechten Zeit, die Frucht des Geistes, und seine Gerechtigkeit bleibt für immer bestehen, weil sie die Gerechtigkeit Gottes ist, die sich im Evangelium gezeigt hat, und weil Gott ewig lebt und weil Jesus ewig lebt und die Gerechtigkeit Jesu ewig ist, wird dieser Mensch, der mit der Gerechtigkeit Jesu erfüllt ist, auch ewig leben.“ „Den Aufrichtigen geht ein Licht auf in der Finsternis, der Gnädige, Barmherzige und Gerechte. Wohl dem, der barmherzig ist und leiht. Er wird sein Recht behaupten im Gericht.“ Das hat Jesus aufgegriffen in der Bergpredigt, als er gesagt hat: „Glückselig sind die Barmherzigen, denn ihnen wird Barmherzigkeit widerfahren.“ Sie werden Barmherzigkeit erleben. Vers 6: „Denn er wird ewiglich nicht wanken.“ „Die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht“, so sagt es auch Jakobus 2, Vers 13. „Denn er wird ewiglich nicht wanken. An den Gerechten wird ewiglich gedacht. Vor der Unglücksbotschaft fürchtet er sich nicht, sein Herz vertraut fest auf den Herrn. Sein Herz ist getrost, der fürchtet sich nicht, bis seine Lust an seinen Feinden sieht.“ „Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben, seine Gerechtigkeit besteht in Ewigkeit, sein Horn wird emporragen in Ehren.“ Wer Barmherzigkeit übt, wer anderen hilft, wer im Alltag also zeigt, was Gott für ihn getan hat, dessen Gerechtigkeit bleibt, er wird im Gericht bestehen und sich auch nicht fürchten, wenn Unglück über diese Welt hereinbricht. Er hat ein festes Herz. Vers 10: „Der Gottlose wird es sehen und sich ärgern, er wird mit den Zähnen knirschen und vergehen. Das Verlangen der Gottlosen bleibt unerfüllt.“ Die Gottlosen können ihr Verlangen nur kurzfristig stillen, aber nicht auf Dauer. Sie werden am Ende draußen vor der Stadt nach den tausend Jahren sehen, dass sie die falsche Entscheidung getroffen haben. Sie werden Zähne knirschend vergehen. Ganz zum Schluss Psalm 128, ein kurzer Psalm, ein Wallfahrtslied mit dem…
[1:05:41] kurzer Psalm, ein Wallfahrtslied, mit dem wir unser kleines Studium beenden wollen. Es heißt dort ab Vers 1: „Ein Wallfahrtslied. Wohl jedem, der den HERRN fürchtet, der in seinen Wegen wandelt.“
[1:05:54] Wir sehen, wie dieses Thema sich durch die Psalmen hindurchzieht: „Du wirst dich nähren von der Arbeit deiner Hände. Wohl dir, du hast es gut!“
[1:06:05] Wer Gott an die erste Stelle setzt, wird auch von seiner Arbeit leben können, denn Gott hat versprochen in Matthäus Kapitel 6 in der Bergpredigt, und das ist dieser Gedanke hier, Vers 33: „Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden.“ Dies alles: die Kleidung, die Nahrung, all das, was wir zum Leben brauchen.
[1:06:32] Vers 3: „Deine Frau ist wie ein fruchtbarer Weinstock im Innern deines Hauses; deine Kinder wie junge Ölbäume rings um deinen Tisch.“
[1:06:39] Nicht nur wird unsere Arbeit gesegnet sein, auch unsere Familie wird gesegnet sein.
[1:06:43] Siehe, Vers 4: „So wird der Mann gesegnet, der den HERRN fürchtet.“
[1:06:49] „Der HERR segne dich aus Zion, dass du das Glück Jerusalems siehst alle Tage deines Lebens und siehst die Kinder deiner Kinder. Friede sei über Israel!“
[1:07:01] Lieber Freund, liebe Freundin, Gott möchte dir schon in diesem Leben und in der Ewigkeit Glück, echten Frieden, dauerhafte Freude, ein erfülltes Leben schenken im Alltag.
[1:07:15] Das Geheimnis steckt hier in diesem Wort. Wenn du es liest, wirst du Jesus kennenlernen, du wirst das Evangelium kennenlernen, du wirst Gottes Wort kennenlernen, seinen Charakter, sein Wesen, sein Gesetz und die Prinzipien seines Königreiches.
[1:07:27] Und du wirst, wenn du es in deinen Alltag übernimmst, wird diese Weisheit dir echtes, unvergleichliches, bleibendes Glück geben.
[1:07:39] Möchtest du das heute annehmen? Lass uns gemeinsam darum beten.
[1:07:43] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du dich für unseren Alltag interessierst. Danke, dass du uns echtes und tiefes Glück schenkst. Danke, dass du nicht einfach nur gehorsame Soldaten haben möchtest, die Roboter deine Befehle ausführen, sondern dass du uns so geschaffen hast, dass wir Glück und Freude und Emotion empfinden können und dass du uns dein Wort gegeben hast, dass selbst in dieser sündenkranken Welt, wo auch wir in unseren Emotionen auf- und abschwanken, wo wir in Prüfung und Versuchung geraten, dass wir fest bei dir bleiben dürfen, dass wir wie ein Baum sein können, der gepflanzt ist an Wasserbächen. Herr, lass uns heute deine Stimme zu unserem Herzen hören, heute unsere Herzen nicht verstocken, auch wenn wir so oft in der Vergangenheit versagt haben, heute daran glauben, dass alle unsere Fehler der Vergangenheit schon am Kreuz von Golgatha hing und keiner von ihnen uns noch eine Minute länger belasten muss und wir jetzt im Glauben frei, gereinigt vor dir stehen dürfen, weil du alle unsere Sünden schon getragen hast und weil du uns tiefen Frieden schenken möchtest. Lass uns sein wie ein Kind, das dir vertraut, weil du es gesagt hast. Hab Dank, dass du uns zu glücklichen Menschen machen möchtest, schon hier und in der Ewigkeit. Hab Dank dafür.
[1:09:23] Amen.
[1:09:23] Nächste Woche werden wir uns dann mit einem ganz wunderbaren Thema beschäftigen, nämlich mit der Frage, welche Bedeutung Jesus in den Psalmen hat. Und ich denke, das ist schon jetzt klar: eine überwältigende. Wir werden sehen, wo Jesus in den Psalmen in seiner Person, seinem Werk, seiner Lehre, seinem Charakter besonders aufscheint. Und das wird sehr schön und sehr erhebend sein. Schaltet dann wieder ein, seid dabei! Bis dann, wünsche euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium, nicht zuletzt dieser wunderbaren Psalmen. Gott sei mit euch. Amen.