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Manuskript zur Sendung   >>> CSH_Manuskript_2024 1st Nr 13 <<<

In dieser letzten Folge der Serie „Die Psalmen“ beleuchtet Christopher Kramp das zentrale Thema des Harrens auf den Herrn. Anhand verschiedener Psalmen, darunter Psalm 27, 37, 39, 40, 131 und 126, sowie Passagen aus Matthäus, wird die Bedeutung von Geduld, Vertrauen und kindlichem Glauben in Gott hervorgehoben. Der Sprecher ermutigt dazu, alle Hoffnung auf Gott zu setzen und in ihm die wahre Quelle für Frieden und Freude zu finden, selbst wenn das Leben herausfordernd ist.


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Serie: CSH 2024 Q1 - Die Psalmen

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Transkript

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de, zur letzten, zur 13. Folge unserer Serie über die Psalmen. Wir haben in den vergangenen drei Monaten sehr viel lernen können aus diesen wunderbaren Texten im Herzen des Alten Testamentes. Wir haben natürlich bei weitem nicht alles abdecken können, was diese Liedtexte alles an tiefen Gedanken und geistlichen Ratschlägen und Themen für unser Leben bereithalten. Es ist also wirklich für uns alle mehr als zu empfehlen, weiterhin die Psalmen zu studieren, vielleicht jetzt mit einem ganz neuen, einem ganz neuen Drang, sie noch besser verstehen zu wollen, nachdem wir ein paar Themen und Grundideen und Konzepte in den Psalmen besser verstanden haben. Lasst uns die Psalmen immer wieder zum Studium machen und das Gottes Wort in diesen Psalmen, das sich in diesen Psalmen offenbart, besser gesagt, dass dieses Wort unser Leben begleitet durch alle Höhen und Tiefen. Heute zum Abschluss wollen wir uns ein besonderes Thema anschauen, mit dem wir uns vorbereiten wollen auf das Bibelgespräch am 30. März. Es soll am Ende um eines der ganz großen Themen gehen, die in den Psalmen immer wieder aufscheinen wie ein Leitmotiv: das Harren auf den Herrn, das Warten auf den Herrn. Und entsprechend heißt das heutige Thema: Harre des Herrn. Das ist ein Thema, das uns sehr berühren wird. Es hat mich sehr berührt persönlich, und ich lade uns alle ein, dass wir uns unter den Segen Gottes stellen und ihm erlauben, dass er persönlich direkt heute zu uns spricht, unser Herz verändert.

[2:48] Und wir wollen ihn jetzt einladen, dass er mit seinem Heiligen Geist zu uns spricht, und wir wollen gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten Dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass du in deinem Wort direkt zu uns persönlich sprichst. Herr, wir wollen heute über Texte nachdenken, in denen es darum geht, dass wir auch auf dich warten, ausharren. Offenbarung 14, Vers 12, steht, dass am Ende der Zeit diejenigen Sieger sein werden, die standhaft ausharren im Glauben an dich und im Halten deiner Gebote, auch inmitten größten Abfalls und größter Verfolgung. Herr, lass uns heute durch die Psalmen, die wir lesen werden, im Herzen angesprochen werden und lernen, was es bedeutet, zu harren, auszuharren, aber nicht einfach nur zu warten, sondern auf dich zu harren und seinen Blick auf dich zu richten. Herr, ich möchte Dich bitten von ganzem Herzen, dass du mir persönlich und jedem, der dieses Video sieht, dass du uns hilfst, dass wir uns ganz und völlig auf dich verlassen. Hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.

[4:18] Wir wollen beginnen in Psalm 27 und dort Vers 14. Psalm 27 und dort Vers 14. Dort kommt das Thema dieser Lektion ganz deutlich auf den Punkt heraus, und es heißt hier in Psalm 27, Vers 14: „Harre auf den Herrn! Sei stark, und dein Herz fasse Mut, und harre auf den Herrn!“ Es ist kein Zufall, dass dieses „Harre auf den Herrn“ wiederholt wird und dadurch betont wird, fast als ob der Psalmist, der David hier in Psalm 27, den Gedanken hat, es könnte in Vergessenheit geraten. Er sagt: „Harre auf den Herrn! Sei stark, und dein Herz fasse Mut, und harre auf den Herrn!“, weil er vielleicht selbst weiß und wusste, wie leicht wir es aus den Augen verlieren, auf Gott zu harren. Es wird wiederholt, es ist betont, und es geht darum, getrost zu sein, stark zu sein, ein mutiges Herz zu haben, festes Herz zu haben, den Herrn zu harren, trotzdem, trotz allem, was um uns herum passiert, was wir vielleicht auch fühlen. Harre auf den Herrn! David ruft uns in Psalm 27 am Ende zu, und nicht umsonst ist das heute auch das letzte Thema dieser Studienreihe über die Psalmen: auszuharren. Wenn diese Studienreihe über die Psalmen vorbei ist, dann sind wir noch nicht angekommen, dann sind wir noch nicht im Himmel. Es wird noch Gelegenheiten geben auszuharren. Wir müssen warten, warten auf Gott und auf seine Kraft und auf sein Eingreifen.

[6:27] In Psalm 37 und dort in Vers 7 dort heißt es: Psalm 37, Vers 7: „Halte still dem Herrn und warte auf ihn! Erzürne dich nicht über den, dessen Weg gelingt, über den Mann, der Arglist übt.“ Wie leicht können wir uns ärgern, wenn Gottlose mit bösen Methoden Erfolg haben. Aber auch hier sagt der Psalmist, und auch hier ist es David: Warte, warte, harre auf den Herrn! Auf den Herrn zu harren bedeutet auch, nicht den eigenen Emotionen, auch wenn sie vielleicht gerechtfertigt erscheinen mögen, immer gleich nachzugeben. Es bedeutet, stillzuhalten, darauf zu warten, dass Gott einmal für Gerechtigkeit sorgt, und zwar auf eine Art und Weise, wie wir es nie tun könnten. Nur wenn wir vielleicht so manche Ungerechtigkeit besonders schmerzhaft empfinden, wir könnten auch den Ungerechten nicht gerecht werden, weil wir selbst keine Gerechtigkeit haben, außer der, die Gott uns anrechnet und verleiht. Und weil alle Gerechtigkeit von Gott kommt, ist es das Beste, zu warten, bis Gott für Gerechtigkeit sorgt. In Vers 9 heißt es: „Denn die Übeltäter werden ausgerottet; die aber auf den Herrn harren, werden das Land erben.“ In der Bergpredigt in Matthäus kann ich hier noch ergänzen zum gesendeten Manuskript, dann in Matthäus Kapitel 5 und dort Vers 5 heißt es: „Glückselig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.“ Die auf den Herrn harren, das sind die Sanftmütigen, die sich nicht selbst in den Vordergrund rücken, die nicht selbst alles bestimmen wollen, die nicht selbst das Heft in die Hand nehmen wollen, sondern diejenigen, die darauf vertrauen, dass Gott es besser machen kann als sie, die darauf vertrauen, dass Gott alles richtig machen wird, die auf ihn warten und mit ihm zusammengehen. Halte still, halte still auf den Herrn, halte still dem Herrn und warte auf ihn! Denn wenn wir auf ihn warten, wenn wir nicht ohne ihn loslaufen, wenn wir nicht schneller sind als die Engel, wenn wir auf Gottes Wirken warten, dann werden wir dieser neuen Erde für alle Ewigkeit mit ihm leben.

[9:10] Es sind diejenigen in Offenbarung 14, Vers 12, die standhaft ausharren. Das heißt in Offenbarung 14 und dort Vers 12: „Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen, hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren.“ Diese Menschen, das wird in der Offenbarung an anderen Stellen dann sehr deutlich werden, einmal für alle Ewigkeit bei ihm sein. Möchtest du einmal die Ewigkeit mit Gott verbringen, dann warte, harre, harre auf den Herrn!

[9:51] Vers 34 in Psalm 37: „Harre auf den Herrn und bewahre seinen Weg, so wird er dich erhöhen, dass du das Land erbst.“ Es wird uns ein, wenn wir einmal mit ihm hier auf dieser Erde regieren werden für alle Ewigkeit als König und Priester, dann wird das wahrhaft eine Erhöhung sein. Wir werden Kronen von ihm bekommen, die Krone der Gerechtigkeit, Palmen als Zeichen unseres Sieges, warum? Weil wir auf ihn geharrt haben. Und hier wird deutlich, was das bedeutet. Es bedeutet, seinen Weg zu bewahren, nicht abzuweichen, um abzukürzen, nicht selbst etwas durchzudrücken, sondern auf dem Weg, den Gott uns weist, zu bleiben, auf seinem Weg, seinen Weg zu bewahren. Sein Weg, wie in der Bibel beschrieben wird, sein Weg, wie im Heiligtum illustriert wird, sein Weg, wie er sich in Jesus selbst personifiziert hat. Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Auf Gott zu harren bedeutet, Jesus zu bewahren, Gottes Wege, seine Richtlinien, seine Prinzipien zu bewahren.

[11:03] Wir haben keine andere Hoffnung als diese. Das macht Psalm 39, auch ein Psalm Davids, in Vers 8 ganz deutlich. Er stellt dort nämlich die Frage angesichts der Nichtigkeit des Menschen, der nichts, nichts behalten kann von dem, was da aufhäuft, der alles wieder einmal abgeben muss. Vers 8 stellt er die Frage: „Und nun, Herr, worauf soll ich hoffen?“ Auf Geld kann man nicht hoffen, denn das vergeht. Auf Reichtum und auf Besitz und auf Ruhm und auf Leistung kann man nicht hoffen, denn all das vergeht. „Worauf soll ich hoffen? Meine Hoffnung gilt dir allein.“ Wir harren auf Gott, weil wir verstanden haben, dass es gar keine andere Hoffnung gibt. Menschen klammern sich heute an alles Mögliche, sie klammern sich an den Urlaub, sie klammern sich an eine Promotion, eine Beförderung auf der Arbeit, sie klammern sich an Politiker, an Aktivisten, an Ideologien, an Meinungen. Aber die einzige Hoffnung, die wir wirklich haben, die real ist, die auch durch die Stürme des Lebens trägt, ist Gott allein. Wer auf Gott harrt, der tut das nicht, weil er nicht etwas anderes könnte, sondern weil er verstanden hat, dass Gott die einzige Hoffnung ist, und es sich gar nicht lohnt, auf etwas anderes zu warten, den Blick auf etwas anderes zu richten. Wer auf Gott harrt, weiß, es gibt gar keine andere Hoffnung. Gott ist die einzige Hoffnung, die wir haben.

[12:49] Und in Psalm 40, auch ein Psalm Davids, Vers 2, da zeigt sich im Leben von David, er beschreibt das selbst, was das praktisch bedeutet, auf ihn zu harren. Er sagt Vers 2: „Beharrlich, also beständig, habe ich auf den Herrn geharrt.“ Auf Gott zu warten ist keine Sache von Sekunden. Ja, Gott vergibt uns immer unsere Sünden, wenn wir darum bitten, und zwar sofort. Aber es gibt viele Situationen, in denen wir in Umstände geraten, die wir, die wir unangenehm empfinden, Situationen, wo wir Schwierigkeiten erleben und wo wir warten, warten, dass Gott alles zum Guten wendet, warten, dass Gott eingreift. David sagt: „Beharrlich habe ich auf den Herrn gehört. Da neigt er sich zu mir und er hörte mein Schrei. Er zog mich aus der Grube des Verderbens, aus dem schmutzigen Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels. Er machte meine Schritte fest und gab mir ein neues Lied in meinen Mund, ein Lob für unseren Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und werden auf den Herrn vertrauen.“ Auf Gott zu warten kann uns Ausdauer abverlangen, aber Gott wird hören. Und wenn andere sehen, wie Gott unsere Füße aus dem schmutzigen Schlamm herausgeführt hat, wie wir uns wieder auf den Felsen stellen, wenn wir ein neues Lied singen, weil Gott gut ist, dann wird das auch andere Menschen zu Gott führen. Aber das wird nur geschehen, wenn wir nicht vorher mit dem Warten aufgegeben haben, wenn wir gewartet haben, geharrt haben, bis er antwortet. Lasst uns nicht aufgeben, wenn er noch nicht geantwortet hat. Wir kennen nicht, was das Beste für uns ist, aber wir können darauf hoffen und harren und dabei bleiben, dass Gott das Beste für uns will und beharrlich auf ihn harren.

[15:01] Es gibt einen ganz kleinen, aber sehr berührenden Psalm, einen kurzen Psalm von David, der die Herzenseinstellung dessen besingt, der so auf Gott harren kann. Im Psalm 131 lesen wir ab Vers 1, ein Wallfahrtslied von David: „Oh Herr, mein Herz ist nicht hochmütig, und meine Augen sind nicht stolz. Ich gehe nicht mit Dingen um, die mir zu groß und zu wunderbar sind.“ David sagt hier, dass er sich gar nicht mit großen Dingen beschäftigen möchte. Er möchte sich nicht mit Dingen beschäftigen, die sein Fassungsvermögen übersteigen und nur Stolz erzeugen würden. David hat daran kein Interesse. Wie viel können wir hier von David lernen? Wie oft wollen wir Dinge verstehen und uns Dinge einmischen und Dinge ergründen, die uns eigentlich viel zu hoch sind? Und wie oft werden wir stolz, weil wir meinen, etwas Großes verstanden zu haben, und gar nicht das eigentlich begriffen haben, was Gott uns lehren möchte. David sagt: „Ich möchte mich mit den hohen Dingen nicht beschäftigen, ich möchte nicht stolz sein und hochmütig.“ Dann sagt er etwas sehr Bemerkenswertes und Bewegendes. Er sagt in Vers 2: „Nein, ich habe meine Seele beruhigt und gestillt wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter. Wie ein entwöhntes Kind ist meine Seele still in mir.“ Hast du einmal ein Kind gesehen, das so ganz ruhig und friedlich an der Brust der Mama oder des Papas schläft? Es gibt kaum etwas aus meiner persönlichen Erfahrung, kaum etwas Beruhigenderes, als so ein kleines Kind an der Brust zu haben, das so mit einem Urvertrauen einfach ruhig schläft. Und David sagt: „So geht es mir. Ich bin nicht mal aufgekratzt und will alles verstehen und alles begreifen und ich habe Vertrauen gelernt.“ Er sagt: „Ich bin ruhig gestillt, wie ein Kleinkind, das sich keine Gedanken macht über die großen, komplexen Fragen des Lebens und versucht, alles zu ergründen und dabei irgendwie in eine Depression verfällt. Ein Kind, das fröhlich ist und zufrieden und dankbar bei der Mama sein zu können.“

[17:44] Still ist deine Seele, ist meine Seele heute so still wie die von David? Es fällt nicht schwer zu verstehen, dass jemand, der so an Gottes Brust ruhen kann wie ein kleines Kind, auch auf Gott warten kann. Dass jemand, der nicht mehr alles selbst verstehen will und alles selbst durchdringen möchte und alles selbst in der Hand haben möchte, obwohl es ihm viel zu hoch ist, dass der auf Gott harren kann, weil er weiß: Gott versteht das alles, und Gott kann mit diesen Dingen umgehen, ohne hochmütig und stolz zu werden, und Gott wird das Beste für mich tun. Urvertrauen in Gott. Vielleicht ist auch dein Urvertrauen im Laufe deiner Kindheit, deiner Jugend, deines Erwachsenenlebens kaputt gegangen. Aber dieser Psalm zeigt uns, dass wir das Vertrauen zurückgewinnen können. David hat ja viel erlebt in seinem Leben. Er ist oft enttäuscht worden, verfolgt worden, und sein Vertrauen in die Menschheit hätte ziemlich arg erschüttert sein können. Er ist verraten worden, wusste manchmal nicht, wer noch zu ihm hält. Das heißt, dieses Vertrauen können wir haben, auch wenn wir von Menschen schwer enttäuscht worden sind, auch wenn unser Vertrauen in Menschen stark gelitten hat und erschüttert worden ist, können wir doch durch Gottes Kraft, durch seinen Heiligen Geist, ein Urvertrauen Gott gegenüber lernen. Denn das Urvertrauen des Kindes zu den Eltern ist ein Bild für das Urvertrauen, dass du und ich zu Gott haben dürfen, ja, ich glaube, zu Gott haben müssen. Ich glaube, das ist einer der Gründe, warum Jesus in Matthäus 18 und dort Vers 3 und folgende einen interessanten Satz sagt. Er sagt in Matthäus 18, Vers 3: „Und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen.“ Kinder müssen noch nicht alles verstehen. Sie sind froh und dankbar, wenn ihre Eltern für sie sorgen, ihre Eltern sie lieb haben. Wir müssen nicht alles verstehen. Wir können nicht alle Dinge ergründen. Wir können nicht die tiefsten Geheimnisse des Universums hier auf dieser Erde schon alle analytisch verstehen und zu begreifen, warum Dinge passieren, warum Dinge nicht passieren. Wir haben ja ein Herz, das immer noch mit dem Hochmut und dem Stolz zu kämpfen hat, dass durch Gottes Gnade immer wieder erneuert werden muss, das vom Heiligen Geist gefüllt werden muss. Wir müssen nicht alles verstehen. Wir müssen glauben, vertrauen wie ein Kleinkind an der Brust von Mama oder Papa.

[21:01] Und so sagt David dann im dritten Vers dieses kurzen, beeindruckenden Psalms: „Israel, hoffe auf den Herrn!“ Mit anderen Worten: vertraue auf ihn, harre auf ihn, hoffe auf ihn, und zwar von nun an bis in Ewigkeit. Vielleicht hast du in der Vergangenheit nicht auf Gott vertraut wie ein Kind. Vielleicht war dein Glaube mehr intellektuell. Du hast geglaubt, weil du verstanden hast, und bist immer dann an deine Grenzen gekommen, wenn du nicht mehr verstehen konntest, weil Dinge einfach zu komplex waren, weil Dinge zu groß waren, als dass sie begreifen konntest. Vielleicht bist du auch manchmal stolz geworden auf all das, was du schon verstanden hast, und immer dann wieder in eine Schieflage geraten, als etwas kam, was eben nicht mehr von dir begriffen werden kann. Vielleicht geht es uns so. Dann können wir heute damit aufhören, heute einen neuen Kurs einschlagen, heute anfangen, zu hoffen von nun an. Auch wenn wir vielleicht in der Vergangenheit nicht so auf Gott gehofft haben, lass uns doch heute die Entscheidung fällen, heute auf ihn zu vertrauen, heute ihm zu sagen: „Lieber Vater, ich möchte dein Kind sein. Ich glaube, dass du ein liebevoller Vater für mich bist. Ich möchte dir vertrauen, komme, was da wolle.“

[22:30] Jesus hat uns verheißen, dass wenn wir zu ihm kommen und alle unsere Sorgen und Nöte, unsere Lasten und Bürden bei ihm lassen, sagt er Matthäus 11, Vers 28 und 29, dass wir diesen tiefen Frieden, diese Ruhe, dieses Stillsein erleben dürfen. „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken, wiederbeleben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ Diese Ruhe kommt nicht durch Meditation, sie kommt nicht durch einen Versuch zu verdrängen, was uns belastet. Diese Ruhe ist ein natürliches Produkt, wenn man zu Jesus kommt mit allen Lasten, mit allen Sorgen, mit allen Problemen. Er gibt die Ruhe. Ruhe kann man nicht produzieren. Ein Stillsein kann man nicht selbst machen, auch wenn das immer wieder irgendwelche Gurus behaupten, damit viel Geld machen, ohne den Menschen zu helfen. Echtes Stillsein der Seele ist die Folge des Urvertrauens auf Gott zu harren und ihm zu vertrauen wie ein kleines Kind.

[24:03] Wir wollen uns zu Psalm 126 begeben, auch ein Wallfahrtslied, auch ein kurzes Lied und auch ein sehr beeindruckendes, schönes Lied. Psalm 126, Vers 1: „Ein Wallfahrtslied. Als der Herr die Gefangenen Zions zurückbrachte, da waren wir wie Träumende.“ Das Thema von der Rückkehr der Israeliten aus dem Exil ist ein Thema, das wir im Alten Testament an vielen, vielen Stellen finden, schon prophetisch beschrieben und vorhergesagt. In den Büchern Mose finden wir es an vielen Stellen der Propheten und natürlich auch in den Königs- also in den Büchern Esra und Nehemia, wo das dann auch als Geschichtsbuch beschrieben wird. Und an vielen Stellen, gerade auch in den Propheten Jesaja, Jeremia und Hesekiel, da wird diese Rückkehr der Israeliten mit besonders schöner poetischer Sprache beschrieben. Es war eines der, ist eines der beeindruckendsten Themen eigentlich im Alten Testament, eine der schönsten Stellen der Bibel. Man denke zum Beispiel an Sacharja 8 zum Beispiel, oder Jeremia 32, Jeremia 31 und Hesekiel 36, viele Stellen auch in Jesaja, die ganzen Jesaja 40 Kapitel. Sie alle beziehen sich auf dieses Thema. Und auch hier finden wir eine unglaublich schöne und berückende und ja, bezaubernde Beschreibung dieses, dieser Rückkehr: „Wir waren wie die Träumenden.“ Man konnte sich kaum richtig vorstellen, so unfassbar war ihr Glück. In Vers 2 heißt es: „Da war unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel. Da sagte man unter den Heiden: Der Herr hat Großes an ihnen getan.“ Selbst die Nichtgläubigen konnten deutlich sehen, wie Gott gewirkt hat. Wenn Gott wiederherstellt, das habe ich in meinem eigenen Leben erlebt, wenn Gott wieder herstellt, dann ist das ein Moment, dann ist das eine Zeit großer Freude, eine Zeit, an der sichtbar wird, ganz sichtbar wird, dass Gott Großes tut. Vers 3: „Der Herr hat Großes an uns getan. Wir sind fröhlich geworden.“ Weil Gott gewirkt hat, weil Gott in uns, an uns, für uns gewirkt hat, können wir fröhlich sein. Echte Fröhlichkeit entsteht nicht durch Unterhaltung, sondern durch das Bewusstsein: Gott hat für mich eingegriffen, er hat für mich gekämpft, er hat mich wiederhergestellt, er hat mir vergeben, er hat mich

[26:33] Er hat mir vergeben, er hat mich rein gemacht, er hat mich neu geschaffen. Das bringt echte, tragfähige, dauerhafte Fröhlichkeit. Und dann heißt es: „Herr, bringe unsere Gefangenen zurück wie die Bäche im Negev.“ Das Negev ist das Südland. Dort gibt es diese Wadis, und die kommen dann von verschiedenen Stellen, dann fließt das Wasser immer mehr in verschiedenen Rinnen zueinander und wird zu größeren Bächen. So sollen die Gefangenen von überall kommen, wo sie zerstreut worden sind.

[27:04] Und dann steht die berühmte Passage hier am Ende von Psalm 126: „Die mit Tränen säen werden mit Freuden ernten. Wer weinend hingeht und den Samen zur Aussaat trägt, der kommt gewiss mit Freuden zurück und bringt seine Gaben.“ Hier steht nicht: „Der kommt vielleicht mit Freuden“, „der kommt eventuell mit Freuden“. Hier steht: „Der kommt gewiss mit Freuden zurück und bringt seine Gaben.“

[27:28] Lieber Freund, liebe Freundin, bist du gerade dabei, unter Tränen auszusäen? Bist du gerade dabei, in Traurigkeit voranzugehen? Sieht es gerade so aus, als ob alles, was du tust, vielleicht vergeblich ist? „Die mit Tränen säen, sie werden mit Freuden ernten. Wer weinend hingeht und den Samen zur Aussaat trägt, der kommt gewiss mit Freuden zurück.“

[27:59] Zeiten der Trauer lassen sich nicht vermeiden. Aber wer in Zeiten der Trauer trotzdem vorangeht, trotzdem hinausgeht und trotzdem Samen ausstreut, auch wenn er jetzt durch seine verheulten Augen nichts sehen kann, vielleicht was diese Ernte einmal sein wird – wer unter Tränen trotzdem geht und Samen ausstreut in seinem persönlichen Leben, in seiner Gemeinde, in seiner Familie, wer in Schwierigkeiten trotzdem Gottes Willen tut, vorangeht, der wird ernten, und zwar eine Ernte mit großer Freude.

[28:43] Gott hat nie verheißen, dass unser gesamtes Leben nur Fröhlichkeit sein wird. Aber er hat verheißen, dass es am Ende auf jeden Fall Fröhlichkeit geben wird, und dass auch wenn wir jetzt vielleicht einmal durch das Tal der Tränen gehen, am Ende die Freude stehen wird, wenn wir mit ihm zusammenarbeiten.

[29:04] Es kommt der Zeitpunkt, wo wir einmal unaussprechliche Freude erleben werden und keine Tränen mehr. In Offenbarung 21 und dort Vers 3 heißt es: „Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.“ Und kommt noch Vers 4 – das müsste hier noch ergänzt werden im Sendemanuskript: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen.“

[29:40] Gehst du heute hinaus und säst den Samen mit Tränen in deinem Leben? Harre auf den Herrn, halt an ihm fest! Auch wenn vielleicht die Tränen heute nicht aufhören, sie werden aufhören. Es wird der Zeitpunkt kommen, da wird Gott diese Tränen dir persönlich von den Augen wischen. Du wirst mit Freuden ernten.

[30:05] Diese Ernte wird darin bestehen, einmal die Ewigkeit mit Gott zu verbringen und mit vielen anderen Menschen, die durch dein Vorbild und dein Ausharren, dein Dranbleiben dazu inspiriert worden sind, auch auf Gott zu harren.

[30:31] Ein Tag, an dem wir besonders Zeit haben zu harren, zu warten, über Gott nachzudenken, das ist der Sabbat. Und es gibt unter den Psalmen zum Teil Lieder, die besonders für den Sabbat geschrieben worden sind. Wir denken hier an Psalm 92. Auch den wollen wir kurz gemeinsam betrachten. Wir sehen in Vers 1, wo es heißt: „Ein Psalmlied für den Sabbattag“, dass er tatsächlich für den Sabbat geschrieben ist.

[30:57] Es heißt in Vers 2: „Gut ist es, dem Herrn zu danken und deinem Namen zu lobsingen, du Höchster.“ Es ist gut, Gott zu danken, gut, ihn zu loben. Vers 3 und 4: „Am Morgen deine Gnade zu verkünden und in den Nächten deine Treue auf der zehnseitigen Laute und der Harfe mit dem Klang der Zither.“ Tag und Nacht soll Gott auch mit instrumentaler Musik gelobt und gepriesen werden.

[31:26] Vers 5: „Warum? Denn du hast mich erfreut, oh Herr, durch dein Tun, und ich juble über die Werke deiner Hände.“ Weil Gott Großes getan hat in meinem Leben, darf ich mich freuen. Weil Gott durch sein Tun, durch das, was er gemacht hat, was wir sehen können in unserem Leben, im Leben von anderen Menschen, in der Natur – weil wir das sehen können, können wir uns freuen. Und diese Freude über das Wirken Gottes in unserem Leben, die führt zu diesem Lob.

[32:00] Wäre es nicht schön, wenn wir am Sabbat nicht nur zusammenkommen und Gott loben für die Dinge, die er im Alten Testament gemacht hat und im Neuen Testament, sondern ihn loben, weil wir uns freuen, weil wir in der vergangenen Woche Gottes Wirken gesehen haben? Dass wir den Sabbat dazu nutzen, den ganzen Sabbat von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang zu nutzen, Gott zu loben. „Wir freuen uns, dass du in der vergangenen Woche für uns getan hast.“ So, was du für uns in der vergangenen Woche getan hast.

[32:35] So wie Gott sechs Tage lang gewirkt hat und danach am siebten Tag sich angeschaut hat, was Gott gewirkt hat, so können wir am Sabbat innehalten und uns anschauen, was Gott in den sechs Tagen in unserem Leben besonderer Weise getan hat.

[32:52] Vers 6 und 7: „Herr, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief.“ Wenn wir erst einmal anfangen, über Gottes Werke nachzudenken, dann merken wir: je länger wir draufschauen, je mehr wir uns mit der Bibel beschäftigen, desto größer werden seine Werke, desto tiefer seine Gedanken.

[33:11] Mir ging das so persönlich, als ich in der Gemeinde aufwuchs. Ich dachte: „Na ja, ich bin in der Kindersabbatschule gewesen, ich habe Predigten gehört, ich weiß, was in der Bibel steht.“ Aber als ich anfing, Gottes Wort tatsächlich selbst zu lesen, da ist mir aufgefallen, was für ein unermesslicher Ozean, eine Gedanken-, eine Tiefe, die ich mein ganzes Leben lang nie ergründen werde.

[33:33] Am Sabbat haben wir besondere Zeit, einzutauchen in die Tiefen der Gedanken Gottes, jene Gedanken, von denen es in Psalm 55 Vers 8 heißt, dass sie höher sind als alle unsere Gedanken. So hoch wie der Himmel über der Erde ist, so hoch sind Gottes Gedanken – hoch und tief und breit und lang.

[33:50] Der Paulus versucht das im Römerbrief auszudrücken, wenn er sagt in Römer Kapitel 11, wenn er sagt in Römer 11 Vers 33: „Oh, welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Kenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Wege und Gerichte – Verzeihung – und wie unausforschlich seine Wege!“

[34:13] Nutzt du den Sabbat? Nutzen wir den Sabbat, um das auszuloten, um uns da hineinzutauchen? Weil je mehr wir das tun, desto größer wird unser Vertrauen in Gott, desto größer wird unser Urvertrauen, unser – unsere Hoffnung auf ihn. Umso mehr werden wir bereit sein, auf ihn zu harren.

[34:32] Der Sabbat ist nicht einfach nur eine Ruhepause, sondern eine Tankstelle, wo wir mehr als unter der Woche, wo wir oft auch mit vielen anderen Dingen konfrontiert sind, über die Gedanken und Werke Gottes nachdenken können, sodass wir erneut in unserem Vertrauen auf ihn bestärkt werden, damit wir für die kommende Woche gerüstet sind.

[34:55] Ein unvernünftiger Mensch – Verzeihung – ein unvernünftiger Mensch erkennt das nicht, und der Törichte begreift es nicht. Gottes Gedanken sind so tief. Ein Gottloser kann das gar nicht verstehen. Und deswegen sagt der Paulus auch, dass den Gottlosen diese Dinge, die wir als – wo wir die Tiefe Gottes erkennen, für sie unsinnig erscheinen. Aber wenn wir erst einmal durch den Heiligen Geist verstehen, was wirklich Wahrheit ist, dann erkennen wir, wie tief und großartig Gottes Werke sind.

[35:28] Lasst uns mehr darüber nachdenken, mehr darüber uns Gedanken machen. In Vers 8 und 9 heißt es: „Wenn die Gottlosen sprossen wie das Gras und alle Übeltäter blühen, so ist es doch nur, damit sie für immer vertilgt werden. Du aber, Herr, bist auf ewig erhaben.“

[35:42] Der Erfolg der Gottlosen, der mag zwar existieren, aber ist allenfalls kurzfristig und niemals von Dauer. Das ist ein Thema, das sich durch die Psalmen und nicht nur durch die Psalmen hindurchzieht. Gott aber bleibt für immer.

[35:53] „Denn siehe, Herr, deine Feinde – siehe, deine Feinde kommen um.“ Alle Feinde Gottes werden verloren gehen, das sagt die Offenbarung ganz deutlich. Offenbarung 20: Sie werden alle im Feuer sterben. 1. Mose 3 sagt ganz deutlich, dass der verheißene Same, der Messias, dem Satan den Kopf zertreten wird. Die Feinde kommen um.

[36:20] „Alle Übeltäter sollen zerstreut werden. Aber mein Horn erhöhst du wie das eines Büffels. Ich bin übergossen mit frischem Öl. Mein Auge wird mit Freuden herabschauen auf die, die mir auflauern, und mein Ohr wird mit Freuden hören vom Geschick der Bösen, die sich gegen mich erheben.“

[36:42] Gott stärkt uns. Das Horn war in der alten Zeit ein Symbol für die Kraft, und das Horn eines Büffels hat enorme Kraft. Gott gibt uns Kraft, Gott salbt uns.

[36:58] Und es heißt weiter in Vers 13 bis 16: „Der Gerechte wird sprossen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon. Die gepflanzt sind im Haus des Herrn, sie werden gedeihen in den Vorhöfen unseres Gottes. Noch im Alter tragen sie Frucht, sind saftvoll und frisch, um zu verkünden, dass der Herr gerecht ist. Er ist mein Fels, und kein Unrecht ist an ihm.“

[37:37] Die Gerechten blühen nicht nur kurz wie die Gottlosen, die wir in Vers 8 gesehen haben, die vielleicht kurz aufblühen, sprossen das Gras, aber dann doch vertilgt werden. Die Gerechten sind wie stattliche Zedern auf dem Libanon. Die waren berühmt, die Libanon-Zedern. Da sind sogar die Babylonier, Assyrer gekommen von weit her, um diese mächtigen Bäume zu fällen, weil sie so stabiles Holz gab. Man konnte große Dachbalken da machen. Zedernholz war weltberühmt.

[38:02] Und diese Gläubigen werden verglichen mit Bäumen, die im Heiligtum gepflanzt sind, im Haus des Herrn. Natürlich ist das ein Symbol, weil im Tempel selbst gar keine Bäume gepflanzt waren. Aber es soll zeigen: Ihre Wurzeln sind dort, wo Gott ist. So ähnlich wie der Gerechte, wie der, der über Gottes Wort nachdenkt Tag und Nacht in Psalm 1, dessen – der gepflanzt ist wie an Wasserbächen. Das Wasser des Lebens kommt aus dem Thron Gottes hervor, das macht Hesekiel 47 deutlich.

[38:38] Und wenn wir unsere Wurzeln im Heiligtum haben, wenn wir uns für das interessieren, wofür Gott sich interessiert, wenn wir uns dafür interessieren, wo Gott wohnt, wie die ersten Jünger von Jesus, die fragten: „Wo wohnst du?“, wenn wir dort sein wollen, wo Gott ist, wenn wir uns für das interessieren, was ihn beschäftigt, was ihm wichtig ist, wenn wir bei ihm zu Hause sind und in seiner Wohnung Wurzel schlagen, so wie ein Kind natürlich bei Mama und Papa wohnt und dort verwurzelt ist, dann werden wir unser Leben lang geistlich saftvoll und frisch sein können.

[39:18] Vielleicht wird es mal regnen, vielleicht wird die Sonne scheinen, vielleicht wird es viel Niederschlag geben oder wenig, vielleicht werden andere Bäume umknicken. Aber wir können bleiben, wir können Frucht tragen zu aller Zeit bis ins hohe Alter und damit ein Zeugnis dafür sein, dass Gott gerecht ist.

[39:37] Möchtest du, lieber Freund, liebe Freundin, so ein geistlicher Palmenbaum sein, so eine geistliche Libanon-Zeder, deren Wurzeln im himmlischen Heiligtum fest verankert sind, sodass du nicht nur heute Jesus folgst und morgen, sondern bis er wiederkommt, vielleicht bis ins hohe Alter, nicht von ihm abweichst, sondern immer die Frucht des Geistes offenbarst? Saftvoll und frisch.

[40:12] In Galater 5 Vers 22 dort steht: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“ Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. Das wünscht sich Gott für dein Leben und für mein Leben. Wir dürfen solche Bäume sein. Wir dürfen unsere Wurzeln direkt in seinem Heiligtum haben, fest verankert sein bei ihm zu Hause, an seiner Brust sozusagen liegen, so wie Johannes an der Brust von Jesus lag. Aber nicht nur nicht physisch, sondern noch viel mehr wirklich mit einem tiefen Urvertrauen, so wie es David im Psalm 131 beschrieben hat.

[41:06] Möchtest du das erleben? Möchtest du heute wie ein Kind im vertrauensvollen Glauben heute deine Wurzeln bei ihm zu Hause im himmlischen Heiligtum hineinwurzeln lassen? Willst du heute ihm danken für all das, was er in deinem Leben getan hat? Jeden Tag können wir das auf neue, aufs Neue tun.

[41:34] Und am Ende dieser – dieser Vortrags, dieser – dieser Studienreihe über die Psalmen wollen wir noch einen letzten Gedanken aufgreifen, der in den Psalmen immer und immer wieder vorkommt. Die Psalmisten lieben den Morgen.

[41:50] In Psalm 5 und dort Vers 4 heißt es: „Herr, in der Frühe wirst du meine Stimme hören. In der Frühe werde ich dir zu Befehl sein und Ausschau halten.“ Lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du morgen früh vielleicht ein paar Minuten eher aufstehen oder ein paar Aufgaben, die du dir für den Morgen überlegt hast, später tun? Möchtest du morgen am Morgen oder vielleicht auch heute, wenn du diese Andacht, dieses Thema heute am Morgen hörst, möchtest du heute dir Zeit nehmen und mit Jesus reden?

[42:32] Wir staunen über die tiefe emotionale Bindung, die die Psalmisten zu Gott gehabt haben. Wir – wir staunen über die – die persönlichen Worte. Aber all das können wir auch erleben. Diese Erfahrungen sind kein Vorrecht nur für David, Asaf oder Jedutun oder Etan oder Salomo und Mose. Diese Erfahrungen, die hier in den Psalmen stehen, können die Erfahrungen von uns allen sein, wenn wir uns wie die Psalmisten morgens Zeit nehmen, Ausschau halten, zu Befehl sind und sagen: „Herr, was möchtest du, dass ich heute tun soll?“

[43:09] Wenn wir am frühen Morgen unsere Pläne, so gut sie auch sein mögen – und das ist manchmal auch für mich eine Herausforderung – die eigenen Pläne, die man gemacht hat, Gott zu übergeben. Aber ich habe in meinem Leben erlebt, dass Gott, wenn er andere Pläne hatte, sie immer besser waren. Das ist manchmal ein Kampf, die eigenen Pläne zu übergeben, zu sagen: „Okay, ich warte einfach, ich bin – ich bin bereit, deine Pläne anzunehmen.“ Es ist nicht verkehrt, sich Gedanken zu machen, aber es ist immer verkehrt, wenn die eigenen Gedanken dann so fixiert und rigide werden, dass man sie nicht mehr loslassen möchte.

[43:48] Wollen wir uns vornehmen, morgen wieder Gott zu Befehl zu sein, morgen wieder Ausschau zu halten, was er sagt, morgen wieder in seinem Wort zu lesen, morgen mit ihm zu reden, unsere Stimme zu ihm zu erheben am Morgen?

[44:06] In Psalm 59 und dort Vers 17 dort steht: „Ich will – ich aber, Verzeihung – ich aber will deine Macht besingen und jeden Morgen deine Gnade rühmen, dass du mir eine sichere Burg warst und ein Zufluchtsort am Tag meiner Bedrängnis.“

[44:24] Hier ist ein wichtiger Gedanke: Lasst uns das nicht nur einmal machen, so als besonderes Highlight in der Woche oder im Monat. Lasst uns jeden Morgen Zeit mit Gott verbringen, dass unsere Wurzeln wirklich tief hineindringen können in den Boden des himmlischen Heiligtums, sodass wir so wirklich genährt werden Tag für Tag mit dem Wasser des Lebens und unsere Blätter sich aus – und unsere Äste sich ausbreiten können.

[44:55] Jeden Morgen, jeden Morgen nicht einfach nur zu bitten, was sollen wir tun, nicht nur zu bitten für die Probleme, die wir schon am Horizont sehen, sondern zu danken schon am Morgen für die Gnade, die wir erlebt haben, nicht nur in der Nacht, sondern auch schon an Tagen und Wochen zuvor. Was würde passieren, wenn wir jeden Morgen damit beginnen, Gott dafür zu danken für die Gnade, die wir schon erlebt haben? Ich möchte mir das vornehmen, jeden Morgen neu Gott zu danken für seine Gnade.

[45:27] Der Morgen hat eine ungeheure Bedeutung in den Psalmen, eine große, eine gewaltige Bedeutung. Psalm 46 und dort Vers 6, da steht das so wunderbar poetisch, diesen Psalm von den Söhnen Korach, Psalm 46 Vers 6, über die – über die Stadt Gottes, das Heiligtum, das inmitten dieser Stadt ist. Da heißt es: „Gott ist in ihrer – der Stadt, in ihrer Mitte. Sie wird nicht wanken. Gott wird ihr helfen, wenn der Morgen anbricht.“

[46:01] Der Morgen ist der Ort, an dem wir Gottes Stimme hören. Der Morgen ist der Ort, an dem wir uns erinnern dürfen, was Gott schon alles getan hat. Der Morgen ist der Ort, wo wir uns neu mit Gott verbinden. Lass keinen Morgen aus! Nutze jeden, um dich neu aufzuladen, Kraft zu tanken, die Wurzeln in den – in das himmlische Heiligtum hineintreiben zu lassen und Nährstoffe herauszuziehen, Wasser des Lebens, damit die Frucht auch deines Charakters, meines Charakters, wachsen kann.

[46:38] Am Morgen, wenn der Morgen anbricht, wird Gott helfen. Damit enden wir in Psalm 30 und dort Vers 6. Dort heißt es in diesem Psalm von David: „Denn sein Zorn währt einen Augenblick, seine Gnade aber lebenslang.“

[47:06] Gott hat kein Gefallen am Zorn. Gott hält den Zorn nicht extra lange bei sich, um noch etwas zorniger sein zu können. Er ist langsam zum Zorn und groß an Gnade und Güte. Wann immer Gott die Gelegenheit sieht, uns vergeben zu können, ist das sein allererster Impuls, sein größtes Verlangen, seine tiefste Freude. Er war bereit, sich selbst zu geben, damit du und ich wieder leben können.

[47:40] „Am Abend kehrt das Weinen ein, und am Morgen der Jubel.“ Vielleicht bist du heute traurig, vielleicht bist du heute enttäuscht, geknickt, niedergeschlagen, deprimiert, verzweifelt. Aber morgen, wenn du morgen früh aufstehst und deine Bibel zur Hand nimmst, wenn noch kein anderer Termin dich jagt und du in der Ruhe, in der Stille zu Gott betest und hörst, was er in seinem Wort zu dir sagt, wenn du deine Pläne ihm gibst und dich neu vergewisserst, dass er dich liebt, neu vergewisserst, dass er in der Vergangenheit schon so viel Großes für dich getan hat, wenn du ganz frische Nährstoffe aufnimmst aus dem himmlischen Heiligtum, dann wirst du eine Intimität mit Gott erleben, eine Tiefe der Freundschaft, eine einzigartige Beziehung, die man durch keine Predigt erklären, durch kein Seminar erlernen kann, kein Theologiestudium sich aneignen kann, aber die jeder von uns am Morgen, am frühen Morgen mit Gott erleben kann.

[49:14] Enden wir mit dem letzten Vers, mit dem, was Jesus getan hat. Wir haben diese Serie begonnen mit Jesus, der aus den Psalmen, wie aus allen anderen Büchern des Alten Testamentes, gezeigt hat, dass er der Messias ist. Enden wir mit Jesus, der genau das, was in den Psalmen steht, auch tatsächlich selbst praktiziert hat und sozusagen seine eigene Psalmerfahrungen Morgen für Morgen gemacht hat.

[49:48] Wir lesen in Markus 1 Vers 35: „Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete.“

[50:09] Dort am Morgen greift Gott ein. Am Morgen ist die Zeit, wo wir unsere Stimme zu ihm erheben können in besonderem Maße. Lasst uns morgen den Morgen nutzen und lasst uns diese Zeit bewachen, eifersüchtig bewachen, so wie man die Zeit mit einem besten Freund auch nicht leicht hergibt. Und lasst uns mit Gott unsere eigenen Psalmerfahrungen machen. Gott segne dich dabei.

[50:51] Wollen wir noch gemeinsam beten? Lieber Vater im Himmel, du hast heute durch dein Wort zu uns gesprochen, und wir wollen heute sein wie kleine Kinder, die an der Brust von Mama und Papa ruhig schlafen können. Wir wollen...

[51:08] Papa, ruhig schlafen können. Wir wollen echtes Urvertrauen haben in dich. Wir wissen, das können wir nicht selbst erzeugen, schon gar nicht durch Meditation. Aber du hast versprochen, dass, wenn wir zu dir kommen, Herr Jesus, unsere Lasten, Sorgen und Nöte dir erzählen und sie auf dich werfen, sie dir abgeben, du uns diesen tiefen Frieden schenkst und die Ruhe, die du verheißen hast, den Frieden, der allen Verstand übersteigt, dass wir inmitten des tosenden Sturmes ruhig sein können, so wie du, der sogar schlafen konntest, weil du wusstest, dass dein Vater für dich sorgt.

[51:53] Ja, wir haben heute verstanden, dass du jeden Morgen dich dieser Beziehung zu deinem Vater vergewissert hast und dass die ganze Kraft deines Dienstes, deines Wirkens, in diesem Morgen lag, dass du gehört hast, wie ein Jünger hört, um andere zu erquicken, zu wissen, was du sagen sollst. Herr, wir möchten auch diese Morgen-Erfahrung machen.

[52:33] Wir möchten im Heiligtum gepflanzt sein. Wir haben schon an anderer Stelle gelernt, dass die Psalmen mit dem Heiligtum verbunden sind, dass sie vom Heiligtum erzählen, dass sie zum Heiligtum gehören, dass das Heiligtum genau der Ort ist, wo du und wir uns begegnen. Herr, lass jeden Morgen so ein kleines Heiligtumserlebnis sein, jede Morgenandacht. Und lass uns jeden Sabbat dazu nutzen, in besonderer Weise eine besondere Heiligtumserfahrung mit dir zu machen.

[53:11] Herr, wir wollen auf dich harren bis ans Ende, nicht als solche, die verzweifelt hoffen, sondern als solche, die vertrauensvoll hoffen, weil sie Tag für Tag die Erfahrung gemacht haben, dass du sie beschützt, dass du für sie da bist und dass auf die Tränen die Freude folgen, dass du wiederherstellst und dass du uns erlöst hast, weil du, Herr Jesus, am Kreuz von Golgatha gestorben bist und an einem Morgen auferstanden bist. Und auf die Tränen der Jünger folgte an diesem Morgen, dem Auferstehungsmorgen, die Freude, die Freude derer, die dich sahen.

[54:01] Herr, heute wollen wir unsere Stimme, nicht unsere, unsere, unser Herz nicht verstocken. Wir wollen deine Stimme zu uns annehmen und heute dir zu Befehl sein und eine innige, intime, tiefe geistliche Erfahrung mit dir haben und jeden Morgen erneuern. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[54:27] Amen. Möge Gott euch segnen und möge Gott euch Freude schenken, die Psalmen weiter zu studieren und Erfahrungen, tragende Erfahrungen mit Gott zu machen. Wir werden in den nächsten drei Monaten ein neues Thema beginnen und das wird auch sehr spannend und spektakulär werden. Wir werden über das große biblische Thema des großen Kampfes, der großen Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse, zwischen Sünde und Gerechtigkeit, zwischen Licht und Finsternis. Wir werden das anhand der Offenbarung tun und auch anhand des berühmten Weltbestsellers "Vom Schatten zum Licht". Und ich lade euch ein, das nicht nur selbst zu studieren, sondern auch anderen weiterzugeben und sie dazu zu ermutigen, diese Themen gründlich zu studieren, dass wir vorbereitet sind auf die Dinge, die in dieser Welt noch auf uns zukommen werden und wir dadurch Gottes Charakter vor allem besser verstehen können, auch in unserem Leben. Möge Gott euch segnen und wir sehen uns dann in der nächsten Serie ab der nächsten Woche. Gott sei mit euch.

[55:53] Amen.


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