[0:05] [Musik]
[0:05] [Applaus]
[0:34] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt wie immer allen Zuschauern auch auf dem Sender Das Wort zur mittlerweile dritten Folge unserer CSH Serie "Vom Schatten zum Licht", basierend auf dem gleichnamigen Buch, dem Bestseller "Vom Schatten zum Licht", einem ganz ausgezeichneten Buch, das wir euch auch ganz ans Herz legen möchten, es zu erwerben und zu lesen oder auch erneut zu lesen, wenn ihr das noch nicht getan habt oder schon längere Zeit zurückliegt.
[1:19] In dieser Thematik geht es um den großen Kampf zwischen Christus und Satan, zwischen Licht und Finsternis, insbesondere auch, wie sich durch die Jahrhunderte der Kirchengeschichte seit der Gründung der Urgemeinde durch Jesus selbst gezeigt hat.
[1:38] Und wir werden heute uns mit einem wichtigen Thema beschäftigen, basierend auf dem dritten Kapitel dieses Buches, das ihr parallel dazu auch gerne zur Vertiefung lesen könnt. Das Thema ist "Licht leuchtet in der Dunkelheit". Und es geht dabei um das Evangelium und darum, wie Satan es versucht hat und teilweise es geschafft hat, die christliche Gemeinde wieder auf seine Seite zu ziehen und welche Spannungen das in der Kirchengeschichte erzeugt hat.
[2:15] Wie immer wollen wir unser Studium beginnen mit einem Gebet und wollen Gott einladen, dass er unsere Gedanken lenkt und wir ihn besser verstehen können, auch wenn wir in die Geschichte schauen und sein Wirken in der Geschichte und seinen Charakter darin erkennen können. Lasst uns gemeinsam beten.
[2:38] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du uns lieb hast, dass du für uns sorgst, dass wir immer zu dir kommen können, egal wie es uns gerade geht, und dass du uns Kraft und Herrlichkeit, Gnade und Barmherzigkeit versprochen hast und dass wir aus deinem Wort leben können und Glück bei dir finden dürfen. Herr, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du jetzt zu uns sprichst und dass wir in der Geschichte deiner Gemeinde deine Hand erkennen, wie du geführt hast und wie du auch falsche Entscheidungen ja so noch benutzen konntest, dass am Ende doch deine Herrlichkeit offenbar wird. Denn wir vermögen nichts gegen die Wahrheit. Und so bitten wir, dass wir in allem dein Wirken erkennen und sehen, wie der große Kampf sich abgespielt hat, dass wir deinen Prinzipien vertrauen und nicht auf die Schlingen und Verführungen und Attacken Satans hereinfallen, die wir allenthalben sehen können in der Kirchengeschichte. Herr, gib, dass das ein persönliches Studium für uns wird und dass wir dadurch gestärkt werden. Das bitten wir im Namen Jesu, der für uns ein Amen.
[4:04] Wir wollen unser Studium, mit dem wir uns vorbereiten wollen auf das Bibelgespräch am 20. April, beginnen, mit dem Johannesevangelium in Johannes 14 und dort Vers 6, macht Jesus eine sehr interessante Aussage, eine wichtige und eine, die wirklich ein Fundament des christlichen Glaubens darstellt. Jesus sagt hier in Vers 6: „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ Jesus macht deutlich, dass er das Leben ist. Er macht deutlich, dass er die Wahrheit ist und dass er der einzige Weg ist, um zu Gott dem Vater zu gelangen.
[4:50] Kontrastieren wir diese Aussage mit einer anderen Aussage von Jesus wenige Kapitel vorher in Johannes 8 Vers 44. Hier spricht Jesus nicht über sich selbst, sondern über den Feind, den Gegner im großen Kampf, über den Teufel. Sagt Jesus hier zu den Pharisäern, den Schriftgelehrten, in Johannes 8 Vers 44: „Ihr habt den Teufel zum Vater und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun. Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.“
[5:35] Jesus ist das Leben. Satan ist ein Mörder, der das Leben nimmt. Jesus ist die Wahrheit. Satan ist ein Lügner, der die Wahrheit verdreht und verfälscht. Jesus ist der Weg, der einzige Weg zum Vater. Wer Satan folgt, wird niemals zum Vater im Himmel gelangen.
[6:03] Diese beiden Pole sind unvereinbar. Christus und Satan haben nichts gemeinsam. Wir haben die Wahl, ob wir das Leben oder den Tod haben wollen, wir haben die Wahl, ob wir die Wahrheit oder die Lüge haben wollen, ob wir zu Gott dem Vater gelangen wollen oder nicht. Die Wahl treffen wir, aber wir können nicht beides haben. Wir können nicht mit einem Bein bei Jesus und mit dem anderen Bein in der Welt bei Satan sein. Das ist unmöglich. Jeder von uns muss sich entscheiden. Und die traurige Tatsache ist, dass es hier in Johannes 8 Menschen gab, die sich für Gottes auserwähltes Volk hielten, in Wirklichkeit aber, ohne es selbstbewusst so wahrzunehmen, auf der Seite Satans standen und gegen Gott kämpften. Sie lasen die Bibel, sie hielten große Stücke auf ihre Tradition und meinten, dass sie aufgrund ihrer Abstammung von den Patriarchen des Alten Testamentes ein Recht auf den Himmel hätten und merkten gar nicht, dass ihr Charakter, ihr Tun und Handeln, ihr Planen und Reden nicht dem Wort Gottes entsprach, nicht dem Reich Gottes, sondern dem Reich Satans.
[7:27] In der Kirchengeschichte lässt sich immer wieder feststellen, dass Menschen glaubten, Gott zu dienen, glaubten, Gottes auserwähltes Volk zu sein, sich auf Traditionen und Abstammung beriefen und gar nicht merkten, dass nach den Prinzipien ihres Lebens und nach ihren Worten sie eigentlich ganz offenkundige Kinder des Satans waren, in dem Sinne, dass sie seine Behauptungen und seine Einstellungen widerspiegelten und weitergaben.
[8:01] Wir alle stehen im großen Kampf vor der Entscheidung: Leben oder Tod, Liebe oder Hass, Glaube oder Zweifel, Gerechtigkeit oder Sünde, Wahrheit oder Lüge, ewiges Leben beim Vater oder ewiger Tod.
[8:31] Und weil diese Konsequenzen so weitreichend sind und weil es keinen Mittelgrund geben kann und keinen Kompromiss zwischen diesen beiden antagonistischen Prinzipien möglich ist, ist es für uns entscheidend, die wir ganz offensichtlich sicherlich auf der Seite des Guten, auf der Seite des Lichts, auf der Seite Jesu bleiben wollen, dass wir die Wahrheit nicht aus der Hand geben.
[9:00] In Sprüche 23 und dort Vers 23 bekommen wir diesen wichtigen Ratschlag: „Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht, Weisheit und Unterweisung und Einsicht.“ Wir können die Wahrheit kaufen, wir brauchen dazu kein Geld. Die Wahrheit wird nicht mit Geld gekauft, wie das der Simon vielleicht vorgehabt hat. Aber die Wahrheit wird dadurch gekauft, indem wir etwas investieren, nämlich unsere Zeit und Interesse, indem wir Dinge Gott übergeben und die Wahrheit annehmen, die er uns schenkt. Die Wahrheit ist immer ein Geschenk, genauso wie die Gnade und die Erlösung. Und trotzdem erfordert es unsere Entscheidung. Erlösung ist ein Geschenk und trotzdem sagt Jesus der Gemeinde Laodizea in Offenbarung 3 Vers 20: „Kaufe von mir“ – im Vers 18, Verzeihung – „Ich rate dir, von mir zu kaufen, nämlich das Gold, das im Feuer geläutert ist, und die weißen Kleider, das weiße Kleid, die Augensalbe – Dinge, die für die Errettung dringend notwendig sind.“
[10:03] Die Idee wird deutlich illustriert in Jesaja 55. Dort heißt es in einem wunderbaren Aufruf im Zusammenhang mit dem Evangelium. In Jesaja 53 wird ja der Tod Jesu am Kreuz für dich und mich, für unsere Sünden, die auf sich genommen hat, deutlich beschrieben. Jesaja 54 ein wunderschönes Kapitel über die Wiederherstellung, die Gott uns schenkt, und dann in Kapitel 55 Vers 1 heißt es: „Wohl an, ihr Durstigen alle, kommt her zum Wasser! Und ihr, die kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch!“ Wir dürfen kommen, wie wir sind. Wir brauchen nichts mitbringen, wir müssen nicht etwas Gott dafür geben, aber wir müssen uns entscheiden. Wir müssen sozusagen einen Kaufvertrag abschließen, auch wenn wir nichts bezahlen müssen. Es wird uns nicht hinterhergeschmissen. Wir müssen zu Jesus kommen, wir müssen wollen, und dann bekommen wir es geschenkt.
[11:00] „Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht!“ Wahrheit kann jeder bekommen, der möchte, jeder, der sich dafür interessiert, jeder, der von ganzem Herzen nach der Wahrheit forscht, wird die Wahrheit, die er benötigt für sein Leben, entdecken.
[11:16] Es gibt viele, wie ich schon gerade sagte, viele Wahrheiten, die tatsächlich mathematisch wahr sind, aber die uns nicht zu anderen Menschen machen. Jemand kann den Satz des Pythagoras verstehen und glauben und auch anderen weitergeben, ohne dadurch in seinem Charakter verändert zu werden.
[15:21] Wir brauchen die Wahrheit, wie sie in Jesus ist, die Wahrheit, die uns Gottes Charakter, den Erlösungsplan offenbart, und all das finden wir im Wort Gottes. Wahrheit soll heilig machen, und wenn Wahrheit uns nicht heilig macht, dann haben wir die Wahrheit nicht so verstanden, wie wir sie verstehen dürfen und sollen.
[15:44] Es gab in der Spätantike, in der Zeit, in der wir jetzt uns auch gleich noch weiter beschäftigen werden, viele Streitigkeiten über theologische Fragen. Die Christen waren dann im vierten, fünften, sechsten Jahrhundert berüchtigt dafür, über alle möglichen theologischen Fragen zu streiten, zum Teil mit physischer Gewalt. Und alle waren der Meinung, die sogenannte Orthodoxie, den wahren, rechten Glauben zu verteidigen.
[16:13] Aber die echte Heiligung, der Charakter Jesu, blieb dabei schon lange, lange auf der Strecke.
[16:29] Wir müssen bei Jesus bleiben, in seiner Wahrheit. Johannes 8 Vers 31 und 32: „Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen.“
[16:48] Wie erkennen wir die freimachende Wahrheit? Wir brauchen die heiligmachende Wahrheit und die freimachende Wahrheit. Der Satz des Pythagoras macht niemanden frei, aber die Wahrheit, wie sie in Jesus ist, macht frei.
[17:02] Und wie erkennen wir die Wahrheit? Indem wir in dem Wort Jesu bleiben, indem wir uns konstant, nicht nur einmal, wenn wir gerade begeistert sind, nicht nur alle Jubeljahre, alle paar Wochen mal, sondern konstant uns mit den Worten Jesu beschäftigen.
[17:17] Wer in seinem Wort bleibt, wird die Wahrheit erkennen. Das ist eine ganz einfache Sache. Dazu braucht man keinen großen Intellekt, man braucht keine Abschlüsse und kein Verständnis von Griechisch, Aramäisch oder Hebräisch. Man braucht Geduld und Interesse, dass sich daran zeigt, beharrlich und beständig immer wieder Gottes Wort zu lesen.
[17:42] Wenn ihr in meinem Wort bleibt, dann sind wir die echten Jünger, nicht die, die sich einfach nur so nennen.
[17:47] Wir werden sehen, in der Kirchengeschichte gab es große Bewegung von Leuten, die sich als Christen ausgaben, aber es am Ende gar nicht wirklich waren.
[17:59] Die Bibel ist deswegen so entscheidend, weil sie die freimachende Wahrheit enthält.
[18:08] In Hebräer Kapitel 4 sagt uns Paulus, was das Wort Gottes in Wahrheit ist. Er sagt in Hebräer 4 Vers 12: „Denn das Wort Gottes ist lebendig.“
[18:18] Dieses Buch ist nicht einfach nur ein trockenes, totes Buch. Es ist lebendig, ist das Wort Gottes. „Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert.“
[18:34] Die Römer hatten ein Kurzschwert, das Gladius, und das war nur auf einer Seite scharf, auf der anderen stumpf. Sie haben es als Stichwaffe benutzt, aber wenn man dem Kampf mal auch irgendwie, man musste immer schon auch darauf achten, welche Seite man hat, die stumpfe oder die scharfe.
[18:53] Aber es gab auch die Germanen, die ein Langschwert auf beiden Seiten geschärft benutzten. Das heißt, egal wohin man schlug, hat immer eine scharfe Seite.
[19:08] Die Bibel ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert. Mit anderen Worten, egal welche Seite der Bibel man aufschlägt, der Geist Gottes kann einen immer treffen.
[19:18] Es gibt nicht besonders geistliche und weniger geistliche Abschnitte der Bibel, besonders inspirierte und weniger inspirierte. Nein, überall ist sie sozusagen scharf und zwar, um was zu tun?
[19:29] Und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.
[19:39] Wer aufrichtig die Bibel liest, wird mit sich selbst konfrontiert.
[19:43] Wer sie liest als die Stimme Gottes seinem Herzen, der erkennt plötzlich Dinge in sich, die er nicht für möglich gehalten hat.
[19:49] Ist es auch schon so gegangen?
[19:53] Die Bibel dringt hindurch, und dadurch befreit sie uns. Befreit uns von den falschen Gedanken, die immer wieder dafür sorgen, dass wir in Sünde fallen und dass wir an Sünde gefallen haben.
[20:07] Sie trennt uns von Dingen, die unsere Heiligkeit behindern.
[20:11] Das Wort Gottes zeigt uns, mit welchen Sünden, mit welchen, mit welcher Schuld, mit welchen Schwachheiten wir zu Jesus kommen müssen, um Vergebung zu bekommen und Barmherzigkeit und Stärke.
[20:27] Dieses Bild von dem zweischneidigen Schwert für das Wort Gottes verwendet Jesus in der Offenbarung, um die Christen insbesondere anzusprechen, die nach der großen Verfolgung von 303 bis 313, mit der wir das letzte Mal aufgehört haben, der sogenannten Diokletianischen Christenverfolgung, die das Christentum ausrotten sollte, aber letztlich das nicht geschafft hat, die danach leben würden, die nächsten Generationen.
[20:53] In Offenbarung 3 Vers 12 heißt es: „Und dem Engel der Gemeinde in Pergamus schreibe: Das sagt der, der das scharfe zweischneidige Schwert hat.“
[21:02] Und das bezieht sich zurück auf Offenbarung 1 und dort Vers 16, wo Johannes auf Patmos Jesus gesehen hat, der hat sich umgedreht, hat die Stimme gehört, hat dann Jesus gesehen inmitten der sieben Leuchter, und eines der Attribute, die hier ihm gegeben werden in Vers 16 ist: „Und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund ging ein scharfes zweischneidiges Schwert hervor, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne in ihrer Kraft.“
[21:29] Das Schwert kommt aus dem Mund, das ist das Wort Jesu, das Wort Gottes.
[21:39] Nach der Verfolgung, als die Verfolgung aufhörte, kam eine Zeit, in der es darauf ankam, wirklich zum Wort Gottes zu stehen. Es sind mitunter nicht die Verfolgungszeiten, sondern die Friedenszeiten, die besondere Gefahr im großen Kampf bringen.
[21:57] Paulus hatte schon die ersten Christen deutlich gewarnt in Apostelgeschichte Kapitel 20 und dort ab Vers 27, als er die Ältesten von Ephesus bei seiner Durchreise nach Jerusalem nach Milet hatte rufen lassen, um ihnen noch einmal, das letzte Mal, wie er wusste, zu begegnen, sagt er ab Vers 27: „Denn ich habe nichts verschwiegen, sondern habe euch den ganzen Ratschluss Gottes verkündigt.“
[22:27] Angesichts des großen Kampfes können wir nicht die Hälfte der Botschaft verschweigen.
[22:29] Wir können die Botschaft nicht verbessern, nicht runterbrechen auf ein paar wesentliche Dinge, die wir für wesentlich halten.
[22:34] Wir dürfen nichts verschweigen, was Gott uns offenbart hat.
[22:38] Vers 28: „So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu hüten, die er durch sein eigenes Blut erworben hat.“
[22:52] Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen.
[22:59] Das sind keine Hirten, die versuchen, den schwachen Schafen zu helfen.
[23:07] Das sind räuberische Wölfe, die auf Tod und Raub aus sind.
[23:11] Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft.
[23:20] Es wird Angriffe geben und Irrlehren mitten aus der Mitte der Christen selbst.
[23:25] Vers 31: „Deswegen die Aufforderung, die nicht nur an die Ältesten von Ephesus geht, sondern auch an uns mitten in unserer Zeit.“
[23:38] Denn auch in unserer Zeit stehen Männer mitten in unserer Mitte auf und lehren verkehrte Dinge, um junge abzuziehen in ihre Gefolgschaft.
[23:44] Und auch in unserer Zeit kommen räuberische Wölfe in die Herde und schonen diese nicht.
[23:48] Deswegen Vers 31: „Darum wacht und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, jeden Einzelnen unter Tränen zu ermahnen.“
[24:01] Was war Paulus wichtig?
[24:03] Dass die Gemeinde bei der Wahrheit bleibt.
[24:06] Was Paulus wichtig?
[24:07] Dass sie sich nicht verführen lassen, dass sie im großen Kampf auf der richtigen Seite bleiben.
[24:12] Das war keine Selbstverständlichkeit.
[24:14] Wenn Paulus urchristliche Älteste unter Tränen drei Jahre lang ermahnen musste, was ist notwendig, damit deine und meine Gemeinde rein bleibt?
[24:28] Was ist notwendig?
[24:31] Wie ernst ist der Kampf um deine Familie, um meine Familie, um unser Leben?
[24:34] Vers 32: „Und nun, Brüder, übergebe ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, dass die Kraft hat, euch aufzubauen und.“
[24:44] dass die Kraft hat, euch aufzubauen und ein Erbteil zu geben unter allen Geheiligten. Paulus wusste, er selbst kann drei Jahre lang ermahnen unter Tränen und beten, aber er selbst kann die Gemeinde nicht bewahren. Unsere Sicherheit liegt nicht in einem Apostel, einem Evangelisten, einem Prediger. Unsere Sicherheit liegt in Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, uns aufzubauen.
[25:09] Und deswegen ist das Wichtigste, was wir tun können in der Gemeindearbeit, jedes einzelne Glied der Gemeinde, alt oder jung, reich oder arm, erfahren oder ganz neu, jeden einzelnen dazu ermutigen und zu stärken und anzuleiten, sich selbstständig auf Gott und die Bibel zu stützen. Keine Gemeinde ist sicherer als die, wo jedes Gemeindeglied einen festen Stand in Gott, verwurzelt im Wort Gottes, hat. Nicht abhängig zu sein, und selbst wenn es ein Paulus ist, der unser Gemeindeleiter ist, nicht abhängig zu sein von Menschen, sondern vom Wort Gottes und von Gott selbst abhängig zu sein.
[25:57] Das ist die große Aufgabe, die wir haben: nicht Menschen an uns zu binden, sondern sie zu Jesus bringen, sie an Jesus binden. Nicht, dass sie nicht auf unsere Lippen achten, sondern sie von unseren Lippen lernen, wie man auf die Bibel achtet und der Bibel folgt. Ich wünsche mir so sehr, dass mehr, viel mehr Menschen anfangen, die Bibel zu studieren, um Jesus kennenzulernen und erleben, wie Gott zu ihnen spricht. Ich glaube, es gibt noch viel zu entdecken und vor allem viel zu lernen, um für die Endzeit gerüstet zu sein. Glaubst du nicht auch? Lass uns heute diese Entscheidung erneuern, Jesus zu folgen und die Bibel so gründlich kennenzulernen zu wollen, wie es uns möglich ist durch Gottes Kraft, und anderen zu helfen, dieselbe Entscheidung zu fällen und ihnen zu helfen, das im Alltag umzusetzen.
[26:57] Immer wieder hat Paulus auf die kommenden Irrlehrer und ihre Irrlehren hingewiesen. In 1. Timotheus Kapitel 4 ab Vers 1 sagt er dem Timotheus: „Der Geist aber sagt“ – der Heilige Geist – „der Geist aber sagt ausdrücklich, dass“ – also keine verschwommene, vage Andeutung – „der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren von Dämonen zuwenden werden.“
[27:26] Der Glaubensabfall ist kein Einzelfall, kein Randphänomen. Er sagt, viele werden abfallen. Und die Lehren, die sie annehmen, sind nicht einfach nur spinnerten Gedanken von ein paar Verrückten, sondern sie sind entwickelt worden, konstruiert worden in den Irrlehren-Fabriken des Satans. Dämonen, kluge, aber gefallene Wesen, haben sich Gedanken gemacht, wie man die Wahrheit verfälschen kann, sodass sie ihre Kraft im Leben des Gläubigen verliert, ohne dass der Gläubige merkt, dass er kein Christ mehr ist, denn dann ist die Täuschung ja nicht mehr echt.
[28:07] Dämonen müssen also ihre Irrlehren so konstruieren, dass die Irrlehre nicht als Irrlehre erscheint, dass derjenige, der die Irrlehre annimmt, immer noch glaubt, ein echter Christ zu sein. Irrlehren entstehen nicht zufällig, Irrlehren sind designt. Und wenn man ein paar Irrlehren kennengelernt hat, dann stellt man fest, sie alle funktionieren ungefähr nach dem gleichen Schema. Sie alle funktionieren oftmals, zumindestens nach meiner Erfahrung, nach der Idee, dass es dort eine geheime Entdeckung gibt, die die anderen, die so dumm sind, nicht verstanden haben, aber dass du, der du jetzt diese Lehre annimmst, du bist klug, weil du das entdeckt hast, und du bist jetzt klüger als die anderen, und nur durch dein Wissen bist du am Ende sozusagen die Rettung haben. Und das spricht das menschliche, sündige Herz an, das sich Erhöhung wünscht.
[29:02] Der einzige wirksame Schutz dagegen ist zu wissen, dass unsere Erlösung nicht auf unserem Bibelwissen basiert, sondern unsere Erlösung basiert auf dem, was Jesus getan hat und tut und bis ans Ende der Zeit tun wird. Und darauf vertrauen wir, und wir sind dankbar für alle Wahrheit, die auf uns offenbart, denn sie hilft uns, immer besser ihm zu vertrauen. Aber wenn Wahrheit dazu führt, dass wir uns als einen elitären Kreis verachten, auf die große Masse, die es nicht checkt, runterblicken, dann ist das die Signatur der Dämonen.
[29:45] Wenn sie dazu führt, dass wir uns auf einzelne Aussagen konzentrieren und dafür andere beiseite schieben, wenn wir, konfrontiert mit dem inspirierten, korrigierenden Wort, plötzlich sagen: „Aber dieser Vers kann nicht inspiriert sein, weil er widerspricht meiner Meinung“, dann können wir sicher sein, dass hier die Dämonen am Werk gewesen sind. Früher oder später ist mir aufgefallen, kommen fast alle Irrlehren, die ich kennengelernt habe, eigentlich alle, eigentlich alle Irrlehren, die ich kennengelernt habe, an den Punkt, dass sie mit einer inspirierten Aussage in Konflikt geraten. Und dann erkennt man die Irrlehrer unter anderem daran, dass in diesem Moment der Irrlehrer nicht sagt: „Okay, ich habe mich geirrt, ich lasse mich korrigieren von dem Wort Gottes“, sondern er sagt dann: „Diese Aussage, diese inspirierte Aussage, ist gar nicht inspiriert, oder sie ist anders zu verstehen, oder sie ist nicht richtig oder falsch, oder muss ignoriert werden, oder sie wird wegdiskutiert.“ Und wann immer meine Meinung plötzlich über das Wort Gottes zu stehen kommt, wenn plötzlich das Wort Gottes von mir korrigiert wird, dann ist das eine Lehre aus der Fabrik der Dämonen.
[31:01] „Hin zur Weisung und zur Offenbarung“, sagt Jesaja 8, Vers 20. Und die Bibel allein ist die Grundlage, die Richtschnur und der Test aller Lehren und aller Glaubenspraxis.
[31:14] Vers 2: „Durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind. Sie verbieten zu heiraten und Speisen zu genießen, die doch Gott geschaffen hat, damit sie mit Danksagung gebraucht werden von denen, die gläubig sind und die Wahrheit erkennen. Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut und nichts ist verwerflich, wenn es mit Danksagung empfangen wird. Denn es wird geheiligt durch Gottes Wort und Gebet.“
[31:40] Es würden also Menschen auftreten, die explizit verbieten würden, den Gläubigen etwas zu tun, was Gottes Wort erlaubt. Hier geht es also nicht darum um Speisen, die auch im Wort Gottes verboten sind. Es geht darum um Dinge, die Gottes Wort erlaubt, die aber von Menschen, die dadurch eine übermäßige Heiligkeit für sich in Anspruch nehmen wollten, verboten werden. Ein gutes Beispiel dafür ist das Verbot zu heiraten. In der Spätantike haben Leute angefangen zu glauben, Christen angefangen zu glauben, dass sie heiliger sind, wenn sie nicht heiraten, dass das einen heiligeren Zustand bedeuten würde, eben keine Sexualität auszuleben. Und das ging dann soweit, dass man bestimmten Gruppen von kirchlichen Mitarbeitern, insbesondere dann Priestern und Bischöfen – das war am Anfang natürlich nicht so durchzusetzen, aber im Laufe der Jahrhunderte wurde es immer rigider – und ist heute ein Teil der katholischen Kirche bis heute, dass man die vermeintliche besondere Heiligkeit von Priestern dadurch inszeniert, illustriert, dass sie eben über den sexuellen Bedürfnissen angeblich stehen und nicht heiraten dürfen. Das ist eine Lehre von Dämonen. Sie suggeriert, man sei besonders heilig. In Wirklichkeit hat man gegen das explizite Wort Gottes verstoßen, denn das ist eine Lehre, die nirgendwo sich in der Bibel findet.
[33:12] Genauso, wenn man aus Gründen besonderer Heiligkeit oder besonderer Frömmigkeit auf Dinge verbietet, Dinge zu essen, zu trinken, die Gott erlaubt hat. Und wir könnten hier viele weitere Beispiele nennen. Das Prinzip ist ganz deutlich: Gott hat etwas erlaubt, Menschen verbieten es. Das lässt sich natürlich auch umkehren, ja, wenn Gott etwas verbietet und Menschen es dann wieder erlauben, wenn es an dem Wort Gottes vorbeigeht, wenn durch eine Lehre Zweifel am Wort Gottes gesät werden, in welcher Form auch immer, dann ist es eine Lehre der Dämonen.
[33:49] Auch Johannes, nicht nur Paulus, auch Johannes schreibt von diesem Glaubensabfall, und er spricht explizit von dem sogenannten Antichristen. Schon das Buch Daniel kennt ja dieses kleine Horn, wir werden gleich noch darüber sprechen. Und Johannes nennt ihn den, der sich anstelle von Christus sozusagen in die Gemeinde hineinsetzt und die Menschen von Christus wegführt, der Antichrist. Und er macht deutlich, dass schon zu seiner Zeit dieses Phänomen anfängt, so wie auch Paulus sagt, dass zu seiner Zeit das Geheimnis der Gesetzlosigkeit schon am Wirken gewesen ist.
[34:24] Wir lesen in 2. Johannes Vers 6 und 7: „Und darin besteht die Liebe, dass wir nach seinen Geboten wandeln.“ Hier sehen wir das Prinzip Gottes, hier sehen wir die Grundlagen, wie wir sie im ersten Thema unserer Serie gesehen haben. Gott ist die Liebe, und er ändert sich nicht. Und die Liebe ist das, ist der Inhalt seiner Gebote. Darin besteht die Liebe, dass wir nach seinen Geboten wandeln. Das ist das Reich Gottes, das ist das Evangelium, das ist die Seite von Jesus Christus. „Dies ist das Gebot, wie ihr es von Anfang an gehört habt, dass ihr daran wandeln sollt.“
[34:58] Und warum, warum ermahnt der Johannes diese Frau, an die er schreibt – sie wird Kyria genannt, das ist wohl ein Titel, eine Herrin, könnte vielleicht auch ein Eigenname sein, also eine hochstehende Frau gewesen sein –, warum ermahnt er sie, dieses Prinzip von Liebe und Gehorsam nicht zu verlassen? Der nächste Satz beginnt mit „denn“, also eine Begründung. Er ermahnt sie, bei Liebe und Gehorsam zu bleiben, „denn weil viele Verführer sind in die Welt hineingekommen, die nicht bekennen, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Antichrist.“ Ich glaube, dass dieses „denn“ diesen Vers über den Antichristen verbindet mit Vers 6. Offensichtlich wird der Antichrist nicht lehren, dass Liebe und Gehorsam zusammengehen, dass Liebe sich im Halten der Gebote offenbart.
[36:01] Und es ist kein Wunder, denn wie wir sehen werden, hat das kleine Horn in Daniel 7, Vers 25 sich unterstanden, das Gesetz Gottes zu ändern. Und das ist wieder die Signatur des Teufels, der ja gegen Gottes Regierung im Himmel ankämpft. Und wir haben gesehen in unserer ersten Folge, dass Gottes Thron auf dem Fundament seines Gesetzes, des Rechts und der Gerechtigkeit, basiert.
[36:29] In 2. Thessalonicher macht Paulus ganz deutlich, dass man nicht mit der Wiederkunft hat rechnen können, bevor nicht diese antichristliche Macht sich offenbart hat. In 2. Thessalonicher Kapitel 2 ab Vers 1 lesen wir: „Wir bitten euch aber, ihr Brüder, wegen der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm“ – er greift ein Thema auf, das er zuvor im 1. Thessalonicherbrief in Kapitel 4 schon angesprochen hatte – „lasst euch nicht so schnell in eurem Verständnis erschüttern oder gar in Schrecken jagen, weder durch einen Geist noch durch ein Wort noch durch einen angeblich von uns stammenden Brief, als wäre der Tag des Christus schon da. Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen, denn es muss unbedingt zuerst Abfall kommen.“ Das war also keine bedingte Prophezeiung, wo man gesagt hatte: „Mal sehen, was da passiert.“ Er sagte, der Abfall vom Glauben, den er auch an Timotheus beschreibt, den Johannes beschreibt, den er den Ephesern gesagt hat, vorhergesagt hat, der muss unbedingt kommen. „Und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens.“
[38:07] Der Mensch der Sünde ist ein Mensch der Gesetzlosigkeit nach unserer Definition der Bibel in 1. Johannes 3, Vers 4. Jemand, der also gegen das Gesetz handelt und deswegen auf der Seite Satans steht im großen Kampf. Der Sohn des Verderbens ist interessant, deswegen diese Formulierung, denn sie geht zurück auf Johannes 17, Vers 12, wo Jesus selbst in diesem hohepriesterlichen Gebet, das wir schon erwähnt haben, folgende Aussage macht. In Johannes 17, Vers 12, dort sagt er: „Als ich bei ihnen in der Welt war, bewahrte ich sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, habe ich behütet, und keiner von ihnen ist verloren gegangen, als nur der Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt würde.“
[39:17] Alle Jünger sind bei Jesus geblieben, bis auf Judas Iskariot, der Sohn des Verderbens. Diese Formulierung „Sohn des Verderbens“ kommt nur zweimal in der Bibel vor. Offensichtlich bezieht sich Paulus auf die Worte von Jesus. Der Sohn des Verderbens ist nicht ein atheistischer Feind von außen, sondern einer, der von innen im Kreis der Jünger aufsteht, so wie das auch die an die Epheser gesagt hat: „Aus eurer eigenen Mitte werden Leute aufstehen, die verkehrte Dinge reden, Männer, die dann die Jünger hinter sich herziehen zu einer eigenen Abspaltung.“ Der Abfall kommt innerhalb der christlichen Kirche hervor.
[39:58] Und dann sagt er weiter über diesen Menschen der Sünde, über den Sohn des Verderbens, in Vers 4: „Der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt.“ „Denkt ihr nicht mehr daran, dass ich euch dies sagte, als ich noch bei euch war?“ Paulus hat auf seinen Missionsreisen über Jesus gepredigt, hat über das Kreuz gepredigt, über die Wiederkunft, aber er hat auch über den Antichristen gepredigt. Er hat offensichtlich aus der Prophetie, aus Daniel 7 und Daniel 8 und Daniel 11, gepredigt und gezeigt, dass es einen Abfall geben wird. Wenn Paulus das gepredigt hat, wer sind wir, dass wir heute manchmal sagen, dass es nicht notwendig sei, das würde nicht zum Evangelium gehören, das wäre nicht nötig? Paulus hat es gepredigt, wir sollen es predigen.
[41:05] Es gab einen Abfall in der Kirchengeschichte. Dieser Abfall ist noch nicht zu Ende, und wir werden sehen, wenn wir dann später in nächsten Wochen draufkommen, Offenbarung 13, wenn wir sehen, dass dieser Abfall vor der Wiederkunft noch einen letzten großen Höhepunkt erreichen wird. Und deswegen müssen wir die Anfänge dieses Abfalls genauer studieren und kennen, um auf die letzte Zeit vorbereitet zu sein.
[41:05] In Daniel 7, und wir haben heute hier nicht die Zeit, dieses Kapitel jetzt ausführlich zu studieren, auch hier sei noch mal erneut auf unsere Spezialserie zum Buch Daniel aus dem Jahre 2020 verwiesen. In Daniel 7 und dort lesen wir die Verse über das sogenannte kleine Horn, das aus dem Römischen Reich entstehen würde, das durch das vierte Tier dargestellt ist. Wir haben dort vier Tiere: Babylon als der Löwe mit den Adlerflügeln, Medopersien als der aufgerichtete Bär auf einer Seite mit den drei Rippen im Maul, dann die Griechen als der Panther mit den vier Köpfen, vier Vogelflügeln, und dann das schreckliche Tier mit den eisernen Zähnen, das Römische Reich. Und dann die zehn Hörner, die die entstehenden europäischen Mächte bezeichnen.
[42:02] Vers 8: „Während ich Acht gab auf die Hörner, siehe, da stieg ein anderes kleines Horn zwischen denselben auf, und drei der vorigen Hörner wurden vor ihm ausgerissen.“ Und „siehe, dieses Horn hat Augen wie Menschenaugen, ein Maul, das große Dinge redete.“ Dieses kleine Horn kommt aus dem vierten Tier, es kommt aus dem Römischen Reich. Es ist ein anderes Horn. Es kommt nach den zehn Hörnern, das heißt nach 476, nachdem das Weströmische Reich gefallen ist. Es ist ein kleines Horn, es ist dem Umfang nach, dem Territorium nach, zunächst ziemlich unbedeutend scheinbar, wird dann aber größer aussehen als alle anderen Hörner, so heißt es dann später in Vers 20. „Und auch über die zehn Hörner auf seinem Kopf und über das andere Horn, das aufstieg und vor dem drei ausfielen, nämlich jenes Horn, welches Augen hatte und ein Maul, das große Dinge redete und das so viel größer aussah als seine Gefährten.“
[43:07] Dieses kleine Horn tritt mitten zwischen den Hörnern auf, also mitten, nicht irgendwo am Rand, sondern mitten im ehemaligen Weströmischen Reich. Und drei dieser, dieser, dieser, wie man heute sagt, poströmischen Barbarenverbände, die zu Königreichen sich entwickeln werden, in kurzer Zeit wieder vor ihm ausgerissen. Das sind die Heruler unter Odoaker, das sind die Vandalen dann in Nordafrika 533/34, und dann die Ostgoten in Italien.
[43:40] Und dieses Horn hatte Augen wie Menschenaugen, ein Maul, das große Dinge redete. Der Menschensohn in Daniel 7, das ist Christus, das sehen wir dann später in Vers 13 und 14, der dort im himmlischen Gericht zum König aller Könige gekrönt wird. Der Löwe hatte ein menschliches Herz bekommen, Nebukadnezar hat sich wirklich zu Christus bekehrt. Aber dieses Horn hat nicht ein menschliches Herz, sondern menschliche Augen. Der Mensch sieht, was vor Augen ist, aber der Herr sieht das Herz an. Nebukadnezar hat sich wirklich buchstäblich bekehrt in seinem Herzen. Dieses kleine Horn hat nur ein christliches Äußeres. Es redet große Dinge. Es heißt in Vers 25: „Er wird freche Reden gegen den Höchsten führen.“ Das ist Blasphemie, das ist Gotteslästerung.
[44:29] Gotteslästerung in der Bibel ist, wenn man sich selbst zu Gott macht, und das auch dadurch impliziert, indem man das Vorrecht für sich in Anspruch nimmt, Sünden zu vergeben. Und das Ganze auch tut, indem man um die Wahrheit weiß, also das vorsätzlich und wissentlich tut. „Es wird die Heiligen des Allerhöchsten aufreiben“, das heißt, diejenigen, die den Glauben Jesu und die Gebote Gottes bewahren, die wird es bekämpfen, weil es nämlich danach trachten wird, Zeit und Gesetz zu ändern. Und deswegen nicht die gebrauchen kann, die das Gesetz hochhalten und in seiner ursprünglichen Form bewahren möchten. „Sie werden in seine Zeit, seine Gewalt gegeben für eine Zeit, zwei Zeiten, eine halbe Zeit.“ Das sind die berühmten 1260 Jahre. Das kann man durch den Vergleich in Offenbarung 12 zwischen Vers 6 und 14 sehen. Ein Tag steht dann für ein Jahr. Es handelt sich hier – und es wird, denke ich, viele nicht überraschen – um das mittelalterliche Papsttum, das hier vorhergesagt wird.
[45:34] Das tatsächlich aus dem Römischen Reich entstand, und zwar mitten im ehemaligen Weströmischen Reich nach 476, bei deren Entstehung tatsächlich sowohl die Heruler, Vandalen als auch die Ostgoten dann wegbrachen. Und dass es einen äußerlich christlichen Anstrich hat, aber in Wirklichkeit Gottes Gesetz, die Zehn Gebote, geändert hat und Menschen, die tatsächlich allein der Bibel folgen wollten, verfolgt hat. Und das über Jahrhunderte, ja, über 1260 Jahre. Das Anfangsdatum wird mit 538 angegeben, das Ende mit 1788. Wir werden im Detail noch auf einige dieser Dinge mehr zu sprechen kommen.
[46:16] Wie kam es dazu? Im Jahre 312 hatte Konstantin angefangen, das Christentum zu fördern. Er hatte vor der Schlacht an der Milvischen Brücke, als er den anderen Kaiser, der sich in Rom festgesetzt hatte, Maxentius, angegriffen hatte, sich nach altem heidnischem Brauch einen Schlachtengott gewählt, nur dass er diesmal – das war das Besondere – Jesus Christus als Schlachtengott haben wollte. Hat dann später auch behauptet, eine Vision gesehen zu haben. Das allerdings wahrscheinlich eine späte Rekonstruktion.
[46:51] wahrscheinlich eine späte Rekonstruktion. Was wir wissen ist, dass er schon 310 eine vermeintliche Vision hatte, wo er allerdings damals noch glaubte, den Sonnengott Apoll zu sehen. Er nimmt Jesus Christus als seinen persönlichen Schlachtengott auf eine heidnische Art und Weise an.
[47:07] Er fördert danach das Christentum massiv, das er allerdings offenbar nie wirklich verstanden hat, was man daran deutlich sehen kann, dass er immer wieder, gerade in der Anfangszeit, versucht hat, es mit heidnischen Symbolen zu vermischen.
[47:26] Er hat den Sonntag auch ausdrücklich nicht nur als Ruhetag festschreiben lassen, sondern dabei ausdrücklich als den ehrwürdigen Tag der Sonne propagiert. Er hat sich selbst auf Münzen, auch nach seiner vermeintlichen Bekehrung, als Gefährten des Sol Invictus, des Sonnengottes, gezeigt.
[47:47] Und wir wissen mittlerweile auch, dass es in Konstantinopel, der von ihm gegründeten Stadt, eine riesige Säule gegeben hat – also in der Zeit, als er dann schon wirklich, wirklich angeblich christlich war – eine riesige Säule gab, die ihn selbst, Konstantin, quasi als Sonnengott gezeigt hat.
[48:03] Die Christen haben das dann versucht ein bisschen runterzuspielen, aber er selbst hat sich in seiner Grablege von zwölf Aposteln umgeben lassen, also zwölf Särge aufgestellt, leere Särge, die für die Apostel standen, und er selbst in der Mitte.
[48:19] Und das zeigt natürlich, wie er sich gesehen hat. Er hat sich gesehen eigentlich quasi als Imitation, als quasi als Christusgleicher. Er hat gar nicht verstanden, worum es beim Christentum eigentlich geht. Für ihn war Christus wahrscheinlich nicht viel mehr als einer der vielen zur Verfügung stehenden Schlachtengötter, die man sich halt wählen kann: Sol Invictus oder Mithras oder Apoll oder Mars, wie sie alle dann hießen.
[48:41] Im Laufe der Zeit ist allerdings das Christentum durch ihn und dann auch durch die nachfolgenden Kaiser, mit Ausnahme von Julian, sehr stark gefördert worden, sodass dann 380 Kaiser Theodosius in Konstantinopel per Gesetz den christlichen Glauben vorschrieb, und zwar so, wie er in Rom und in Alexandria gelehrt wurde, verbindlich für das gesamte römische Reich.
[49:07] In diese Zeit fällt eine interessante Entwicklung, nämlich die, dass die bisherigen Bischöfe in Rom, die bis dahin eine gewisse Ehrenstellung besaßen, weil sie die Bischöfe der Hauptstadt gewesen sind und deswegen die größte Gemeinde verfügt haben und als Hauptstadtbischöfe natürlich auch einen besonderen Ehrenrang hatten,
[49:27] Konkurrenz bekommen durch die Entstehung von Konstantinopel. Und mit den Jahrzehnten fangen dort im vierten Jahrhundert die Bischöfe an zu überlegen: „Na ja, wenn Konstantinopel das neue Rom ist, das Nova Roma, dann sollten wir auch irgendwie den gleichen Rang wie der römische Bischof haben.“ Und die Bischöfe in Rom wollen das nicht.
[49:46] Und hier sehen wir den Geist dahinter: Es geht um Vorrang, es geht um Macht, um der Erste zu sein. Und plötzlich fing man an in Rom fieberhaft nachzudenken, wie man das verhindern könnte. Und man kam auf die Idee, alte Traditionen zu konstruieren. Schließlich seien ja Paulus in Rom gestorben und Petrus in Rom gestorben. Und so argumentiert man jetzt im ausgehenden vierten Jahrhundert, die Bischöfe seien die Nachfolger
[50:13] dieser ersten, des ersten Bischofs von Rom. Dabei hat man vollkommen ausgeblendet, dass natürlich in den ersten Jahrzehnten die Gemeinden von Ältesten geleitet wurden, nicht von einem einzelnen Bischof. Das haben wir letztes Mal schon gesehen. Das war eine Entwicklung, die erst später im zweiten und dritten Jahrhundert eintrat.
[50:30] Der erste, der dann sogar sich Papst nennen lässt, ist Siricius, der ab 384 römischer Bischof ist. Und er benutzt ganz demonstrativ auch den Stil der Kaiser, um quasi zu sagen: „Ich bin so etwas wie eine Art geistlicher Kaiser.“
[50:48] Das Ganze geht dann von einem Papst zum nächsten, wird immer weiter entwickelt, wird auf die vorläufige Spitze getrieben oder ausformuliert durch Papst Leo I., der sogenannte Leo der Große, der von 440 bis 461 Papst war und den päpstlichen Anspruch auf Herrschaft in der Kirche ganz entscheidend ausformuliert hat.
[51:09] Vor allem die Päpste damals waren in der Zeit oft Juristen. Rom war ja eine Stadt des Rechts. Und er hat juristische Argumente genommen. Er hat behauptet, dass Jesus quasi eine Organisation gegründet hat, eine juristische, und die braucht sozusagen einen rechtlichen Verwalter. Und das ist ein Erbe, wird vererbt von einem zum nächsten. Und so wie ein Erbe erbt, ob er gut oder schlecht ist, ja, ist einfach der Erbe, so erbt angeblich auch der Papst die Herrschaft, ganz egal, ob ein guter oder ein schlechter Papst ist. Und so hat es der Leo ausformuliert.
[51:39] Das ist im Osten des Reiches ziemlich auf taube Ohren gestoßen. Dort gab es mehrere große Bischofssitze in Alexandria und Antiochia und Konstantinopel, und von denen hatte keiner so wirklich Lust, den Papst jetzt als absolutes Oberhaupt zu haben,
[52:00] zumal im Westen ja auch alles den Bach runterging und das Weströmische Reich dann letztendlich zusammenbrach.
[52:05] Trotzdem ist dieser Gedanke immer weiter verfolgt worden, auf die Spitze getrieben worden von Papst Gelasius, der nur vier Jahre (492 bis 496) die Macht innehatte, aber das Ganze auf die Spitze trieb. Gegenüber dem Ostkaiser Anastasius hat er sogar absolut kühn behauptet, dass der Papst nicht nur über allen anderen Bischöfen steht, sondern über dem Kaiser selbst, und dass auch niemand den Papst richten
[52:28] könne. Das Ganze wurde auch gleich, diese kühne These wurde auch quasi gleich dann getestet. Zwei Jahre nach seinem Tod starb auch sein Nachfolger, und es gab in Rom dann das sogenannte Laurenzianische Schisma, eine Trennung,
[52:45] weil zwei Päpste gleichzeitig gewählt worden waren: Laurentius, der eher für eine Annäherung an den Osten stand, und Symmachus, der den Kurs von Gelasius weiter vorführen wollte. Theoderich, der Ostgotenkönig, hat sich für Symmachus entschieden.
[53:01] Und der wurde allerdings dann kurz danach von der Gegenseite schwerer Verbrechen angeklagt. Und die muss er offensichtlich zum Teil auch begangen haben, denn er hat sich vor dem Verhör vor dem König dann davon gemacht.
[53:15] Theoderich hat dann Synoden einberaumt, die versuchen sollten, das Ganze zu lösen. Und die Synoden haben sich geweigert, den Fall zu behandeln, weil die gesagt haben: „Einen Papst darf man nicht richten.“
[53:26] Dazu wurden sogar eigens Dokumente gefälscht, die sogenannten symmachianischen Fälschungen, die auch für die weitere Kirchengeschichte von enormer Bedeutung waren. Denn dort standen plötzlich Sachen drin wie: „Der erste Sitz“, das heißt der Papstsitz, „wird von niemandem gerichtet.“ Und das wurde dann in vermeintlich alte Dokumente hineingeschrieben, um zu zeigen: „Das war schon immer so, und das ist quasi die Lehre der Kirche“, obwohl das ganz frische, neue Ideen waren.
[53:50] Es folgt dann ein jahrelanger Bürgerkrieg in Rom zwischen diesen beiden Papstparteien. Und am Ende entscheidet sich Theoderich zugunsten dieses Symmachus und akzeptiert damit de facto die Idee, dass man einen Papst nicht richten kann.
[54:05] Diese endgültige Entscheidung Theoderichs wird gültig entweder im Jahre 507 oder im Jahre 508. Beide Daten sind gleich möglich, das liegt daran, dass die Datierung nach einem Konsuln erfolgt, der in beiden Jahren als Konsul belegt ist, und man deswegen das nicht richtig entscheiden kann. Ich persönlich finde das Datum 508 natürlich zumindest mal sehr interessant.
[54:32] Einige Jahre später hat sich die Politik im Osten gewandelt, und Kaiser Justinian in Konstantinopel hat dann den römischen Papst per Gesetz zum Oberhaupt über alle Christen gesetzt. De facto regierten aber in Italien jetzt die Ostgoten, und die waren gar keine katholischen Christen, sondern Arianer, das heißt, die haben dem Glauben des Arius angehangen, dass also Jesus nicht wirklich Gott ist, sondern nur ein geschaffenes Wesen, nur der buchstäbliche Sohn Gottes, und waren deswegen außerhalb dieser ganzen Kirchenpolitik. Und der Papst hatte sozusagen politisch in Italien nicht wirklich viel Rückhalt.
[55:13] Als Papst Agapet 536 dann aber Konstantinopel besucht, setzt er diese neue theoretische Machtfülle, die ihm Justinian gegeben hat, erstmals faktisch um und hat den in Konstantinopel residierenden Bischof, der ja versucht hat, sich auf dieselbe Stufe zu stellen – das Konzil von Chalcedon 451 hatte sogar explizit gesagt, dass der Bischof von Konstantinopel und der Bischof von Rom gleichrangig sind –, Agapet, der Papst, hat jetzt den Bischof von Konstantinopel
[55:42] abgesetzt, etwas, was es in 500 Jahren Kirchengeschichte nicht gegeben hat. Und das hat er auch selbst angemerkt in einem Brief an den Bischof in Jerusalem. Er ist dort in Konstantinopel gestorben, aber sein Gesandter in Konstantinopel, Vigilius, der dort jahrelang gewirkt hat,
[55:59] wird dann 537 in Rom Papst, nachdem dort unter den Kriegsbedingungen der zuvor von den Ostgoten eingesetzte Papst Silverius unter fadenscheinigen Gründen abgesetzt und verbannt wird. Und als dann 538 die Ostgoten nach einjähriger Belagerung Rom wieder verlassen, ist Vigilius im Jahre 538 faktisch der erste Papst in Rom, der in der Nachfolge Agapets tatsächlich auch die faktische oberste Leitungsgewalt der Kirche besitzt.
[56:33] Auch wenn das Verhältnis zwischen Kirche und Staat zum Teil immer wieder neu austariert worden ist und verschiedentlich gesehen worden ist über die Jahrhunderte, aber jetzt war der Papst der unumstrittene Herrscher innerhalb der Christenheit, innerhalb der Kirche. Und damit erfüllt sich genau das, was in Daniel 7 Vers 25 steht am Ende: „Und sie, die Heiligen, werden in seine Gewalt gegeben für eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit.“ Es geht also um die Kontrolle, die Herrschaft über die Autorität über die Christen,
[57:02] wie sie jetzt theoretisch von Justinian ihm 533 zugesprochen worden ist, wie es Agapet 536 dann praktisch umgesetzt hat, aber nicht in Rom, sondern in Konstantinopel. Und dann ist Vigilius der erste, der in der Nachfolge Agapets das in Rom tatsächlich ab 538 umsetzen kann.
[57:21] Die Zeit würde nicht reichen, und es wäre jetzt auch zu weit führend, die weitere päpstliche Geschichte im Einzelnen anzuschauen, aber das Ganze nimmt dann eine
[57:30] dramatische Wendung dann im Hochmittelalter, als Papst Gregor VII. sich unter anderem explizit auf den Fall von Symmachus – wir erinnern uns, um Anfang des 5./6. Jahrhunderts, der, der sich nicht gerichtet werden durfte – sich darauf bezieht und in seinem Dictatus Papae die päpstlichen Ansprüche auf die absolute Spitze treibt.
[57:59] Das waren nicht nur leere Worte. Ich denke, wir alle kennen die berühmte Geschichte, als er dann in seiner Regierungszeit den deutschen König Heinrich IV. drei Tage lang im Schnee bei der Burg Canossa hat warten lassen, bevor er dessen Buße akzeptiert hat.
[58:18] Ein sehr sinnfälliges Bild für die enorme ideologische Macht, die das mittelalterliche Papsttum dann entwickelt hat.
[58:26] Und ich glaube, es ist wichtig, dass wir zumindest die Wegmarken im 4., 5., 6. Jahrhundert kennen, die zur Entstehung dieses Papsttums geführt haben, weil uns gesagt wird – und das werden wir auch in einer zukünftigen Folge sehen –, dass diese Entwicklungen noch nicht zu Ende sind.
[58:46] Und es ist sicherlich klug zu wissen, wie das Papsttum zum ersten Mal Macht gewonnen hat, mit welchen Prinzipien. Es lohnt sich, das weiter zu studieren. Wir werden auch versuchen, das weiter für Media in verschiedenen Formaten zu thematisieren.
[59:01] Wer sich mehr für die ganze Kirchengeschichte diesbezüglich interessiert, vor allem um die Epoche Konstantin, diese ganze Wende, der sei verwiesen auf unsere Serie „Konstantin – Kaiser der Sonne“, wo wir dann im letzten Teil auch einen Ausblick geben über die ganze Entwicklung des Papsttums bis in das Frühmittelalter hinein.
[59:23] Zum Ende noch einmal einige Bibelverse. In Sprüche 16, und dort Vers 25. Sprüche 16, Vers 25: „Mancher Weg erscheint den Menschen richtig, aber sein Ende führt doch zum Tod.“
[59:37] Viele Christen glauben, es wäre eine gute Idee, den Heiden entgegenzukommen, mit ihnen gemeinsame Sache zu machen, um sie dadurch zum Christentum zu bekehren, es ihnen so leicht wie möglich zu machen, die Götterbilder einfach umzutaufen, umzudeklarieren als Bilder von christlichen Gläubigen, Heiligen, die man jetzt quasi nicht anbetet, sondern durch sie zu Gott betet oder so. Weil diese Kompromisse, diese
[1:00:00] Verwässerung führten zu einer Verderbnis, zu einem Verderben der christlichen Lehre, der Theologie, des Glaubens bei ganz, ganz, ganz vielen.
[1:00:12] Es erschien wie ein Sieg, als das Christentum plötzlich gefördert wurde, als die Bischöfe nicht mehr geschlagen, gefoltert und gemartert wurden, sondern jetzt plötzlich vom Kaiser eingeladen wurden und den Cursus publicus, die Staatspost, benutzen durften und auf Staatskosten dann reisen durften und Annehmlichkeiten haben, als sie plötzlich steuerbefreit waren und man plötzlich als Bischof politische Macht bekam.
[1:00:36] Das erschien alles ganz richtig in den Augen von Menschen, aber es führte zum geistlichen Tod. Und für viele Menschen, die dadurch verführt worden sind, wird es zum ewigen Tod führen.
[1:00:46] Zweite Korinther Kapitel 4 zeigt uns, warum das so kam und warum das immer wieder in der Geschichte so kommt, dass Menschen vom Evangelium abweichen.
[1:01:01] In Zweite Korinther Kapitel 4, und dort Vers 3 bis 6, heißt es: „Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist, so ist es bei denen verhüllt, die verloren gehen, bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt – gemeint ist Satan – die Sinne verblendet hat, sodass ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist.“
[1:01:28] Satan will nicht, dass das helle Licht des Evangeliums in dein Herz leuchtet, in mein Herz leuchtet, in die Welt hineinleuchtet.
[1:01:38] Satan versucht, unsere Augen zu verblenden durch Reichtum, durch Luxus, durch übermäßige Bildung. Alles, was wir über Gott stellen, wird zu einem Blendwerk, zu einer Verblendung, sodass wir das Evangelium nicht mehr als solches wahrnehmen.
[1:01:51] Wie viele Menschen leben heute in einem Zeitalter, wo die Bibel für jeden verfügbar ist, und sie sehen doch das Licht des Evangeliums nicht. Satan verblendet sie.
[1:02:01] Es heißt Vers 5: „Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, dass er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen. Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervor zu leuchten, er hat es auch in unseren Herzen Licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“
[1:02:21] Egal wie dunkel die Finsternis auch ist, wenn Gottes Wort wirken darf, dann entsteht Licht.
[1:02:31] Am Anfang, zu Beginn dieser Welt, als die Erde wüst und leer und chaotisch war und finster, das Tohu wa Bohu, da heißt es in 1. Mose 1, Vers 3: „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht.“
[1:02:45] Denn Gottes Wort bringt Licht. Gott selbst ist das Licht, und wo er hineinspricht, dort entsteht Licht. Er verbessert nicht die Situation, er schafft etwas Neues.
[1:02:56] Lieber Freund, liebe Freundin, vielleicht bist du durch Irrlehren, durch Dunkelheit, durch Verführung gefangen.
[1:03:04] Aber wisse, dass wenn du dich einfach an Gottes Wort hältst, wird er Licht in deine Finsternis hineinrufen. Wenn du in Sünden gefangen bist, wenn dich Schuld plagt, wenn du in Gefühlen des Verlorenseins denkst, umzukommen, Gottes Wort spricht in deine Finsternis und sagt: „Es werde.“
[1:03:29] Folge seinem Wort, und er kann alles Blendwerk des Satans zerstören, sodass du das Licht des Evangeliums klar und deutlich siehst.
[1:03:38] Wir enden mit Johannes 1 und dort ab Vers 4. Es geht hier um Jesus, um das Wort Gottes, das im Anfang bei Gott war, das Gott selbst war, durch das alles entstand.
[1:03:51] Es heißt hier in Vers 4: „In ihm war das Leben, und das war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, die Finsternis hat es nicht begriffen.“
[1:04:08] Gottes Licht des Evangeliums scheint, und obwohl es so klar und deutlich scheint, gibt es Menschen, die es nicht annehmen wollen, und da bleibt die Finsternis bestehen.
[1:04:18] Es gibt Menschen, die wollen das Licht nicht haben.
[1:04:22] Und das dunkle Mittelalter war deswegen so finster, weil das Licht des Evangeliums abgelehnt worden ist.
[1:04:33] Vers 9: „Das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen.“
[1:04:39] Jesus ist das Licht für jeden Menschen, und jeder, der will, egal, was sein Bildungsstand ist, egal, was seine Erfahrung ist, egal, was er alles schon auf dem Kerbholz hat, egal, wie es um ihn steht, jeder, auch du, lieber Freund, liebe Freundin, wir alle können vom Evangelium erleuchtet werden.
[1:05:00] Vers 14: „Das Wort wurde Fleisch.“ Deswegen kam Jesus auf die Welt, um es uns selbst zu bringen, nicht nur durch Boten, nicht nur durch Engel, durch Patriarchen, durch Propheten, durch Menschen, die mit Gott gewandelt sind, durch Menschen, die Erfahrung mit Gott gemacht haben. Nein, er selbst kam auf die Welt, um es absolut unmissverständlich für jeden klar zu machen, der es sehen möchte. „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit.“
[1:05:31] Da war kein prunkvolles Gewand, keine Ehrenstellung, keine Rangelei um den höchsten Posten bei Jesus. Da war keine mächtige Tiara, kein über Gold und Luxus und Purpur. Jesus kam mit einem herrlichen Charakter. Bei ihm waren Gnade und Wahrheit, nicht das, was die Welt für groß hält, sondern das, was Gott für groß hält.
[1:06:00] Der Abfall der Kirche kann daran gesehen werden, wie sehr sie sich vom Vorbild Jesu entfernt hat.
[1:06:04] Sie haben es immer noch von Jesus gesprochen im Mittelalter, aber sie haben Jesus nicht mehr wirklich nachgefolgt.
[1:06:13] Zwischen ihren Worten und ihrem Leben war ein himmelweiter Unterschied.
[1:06:20] Möge Gott uns, mich und dich, und uns davor bewahren, dass zwischen unseren Worten und unserem Leben ein Himmel der Unterschied ist.
[1:06:29] Und damit wir davor bewahrt werden, müssen wir auf Jesus schauen, denn durch das Anschauen werden wir verändert.
[1:06:35] Wenn wir seine Herrlichkeit sehen, wenn wir das Original kennen, wenn wir wissen, wie Jesus zu den Fragen stand, wenn wir wissen, wie Jesus gehandelt hat, wie er gelebt und gelehrt hat, wenn wir das Original kennen, dann werden wir alle die Fälschungen als Fälschungen entlarven können.
[1:06:53] Lasst uns über Jesus nachdenken und lasst uns gemeinsam beten.
[1:07:01] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns in deinem Wort und in der Geschichte zeigst, wie der Kampf zwischen Licht und Finsternis vorangeschritten ist.
[1:07:14] Und danke, dass niemand verloren gehen muss, dass jeder, der die Wahrheit sehen möchte, sie sehen kann. Herr, ich möchte dich bitten, dass du uns es ganz deutlich in unser Herz einprägst, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, die Wahrheit zu besitzen, dass wir sie schätzen und nicht wieder hergeben, dass wir uns nicht vom Satan verblenden lassen, weder für Reichtum noch für Bildung noch für Luxus noch für andere Dinge des Lebens, die Wahrheit wieder hergeben, sondern dass wir bei dir bleiben, dass wir die Fehler, die in der Spätantike und dem Mittelalter gemacht worden sind, in unserem Leben nicht wiederholen, dass wir nicht die Wahrheit verwässern, um damit Weltmenschen zu gefallen und politisch uns Gehör zu verschaffen, sondern dass wir so handeln, wie du gehandelt hast, denn du warst immer anders als die Welt. Herr Jesus, du warst immer liebevoll und immer demütig, hast immer auf Gott vertraut. Herr, das wollen wir auch in deinem Namen beten wir.
[1:08:27] Amen. Lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du Jesus folgen, die Dunkelheit falscher Lehren und Machtansprüche deutlich zurückweisen?
[1:08:39] Gott segne dich in deiner Entscheidung.
[1:08:41] Nächste Woche werden wir weiter studieren in der Bibel und in der Kirchengeschichte, und wir werden diejenigen kennenlernen, die inmitten dieser Finsternis das Licht des Evangeliums treu bewahrt haben und haben scheinen lassen: die Waldenser und die...
[1:08:55] scheinen lassen, die Waldenser und die Morgensterne, die ersten Vorreformatoren. Wir werden uns mit den Kapiteln 4 bis 6 im Buch „Vom Schatten zum Licht“ beschäftigen. Ihr könnt das gerne schon auch im Vorhinein lesen. Bis dann wünsche ich euch Gottes reichen Segen, viel Freude am Studium der Bibel, der Geschichte des Volkes Gottes und Gottes Segen im täglichen Leben mit Jesus. Amen.