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In dieser Lektion über die Psalmen spricht Mirjam Giebfried über die Sehnsucht nach Gott in Zion, basierend auf Psalm 84. Sie beleuchtet die Bedeutung des Heiligtums als Ort der Begegnung mit Gott, sowohl im biblischen Kontext als auch für die heutige Gemeinde. Anhand von Davids Erfahrungen und Zitaten von Ellen G. White wird die Wichtigkeit der Gemeinschaft und des persönlichen Engagements in der Gemeinde als „Zuhause“ betont. Die Sprecherin ermutigt dazu, die Gemeinde als einen anziehenden Ort zu gestalten, an dem man Gottes Kraft erleben kann.


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Serie: CSH 2024 Q1 - Die Psalmen

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Transkript

[0:34] Hallo und herzlich willkommen zu unserer Christ Study Hour hier bei J Media. Wir beschäftigen uns dieses Quartal immer noch mit den Psalmen, ein sehr ergiebiges und trotzdem auch sehr schönes Buch. Vielleicht ein Buch, das wir uns an manchen Stellen etwas leichter vorgestellt hätten, als es dann tatsächlich war. Und diese Woche sind wir in Lektion Nummer 11 mit dem Titel "Sehnsucht nach Gott in Zion" angekommen. Den Merkvers finden wir im Psalm 84 Vers 3. Und weil wir uns jetzt gleich mit dem Psalm noch genauer beschäftigen werden, werden wir den auch damit einbinden. Ich lade euch aber ein, dass wir gemeinsam, bevor wir Gottes Wort betrachten, noch unseren Kopf senken und gemeinsam beten.

[1:26] Unser Vater im Himmel, danke, dass wir dein Wort haben. Danke, Herr, dass wir innerhalb der letzten Wochen schon so viel aus und von den Psalmen lernen durften. Danke, Herr, dass wir täglich eine neue Erfahrung mit dir haben dürfen. Und ich bitte dich, dass diese Zeit, in der wir uns jetzt über dein Wort Gedanken machen wollen, eine gesegnete und erfüllte Zeit wird. Herr, du hast uns viel zu sagen. Und vielleicht kommt es vor, dass wir im Alltag etwas lesen und dann gleich weitergehen. Aber lass unsere Gedanken jetzt bei dir verweilen. Herr, lass uns dieses Thema von Zion besser verstehen, wenn es um dein Heiligtum geht. Herr, dann lass uns auch die heilige Zeit, die du uns am Morgen oder am Sabbat schenkst, besser schätzen. Dann lass uns auch die Versammlungen, die wir besuchen, auch als etwas Besonderes ansehen. Und Herr, ich danke dir, dass wir jetzt zu deinen Füßen sitzen und von dir lernen dürfen. Im Namen Jesu. Amen.

[2:58] Lass uns gleich mit dem ersten Psalm einsteigen. Wir haben mehrere Psalmen auch in dieser Woche, die wir betrachten wollen. Und dieses Mal sind das Psalmen, die besonders viel mit Zion, mit dem Heiligtum zu tun haben. Zion steht oder ist ja der Berg, auf dem das Heiligtum, vor allen Dingen der Tempel Davids und dann der salomonische Tempel – der salomonische Tempel, das ist es ja – errichtet worden ist. Später stand dann dort auch der neue Tempel, der wieder aufgerichtet worden ist. Also es hat etwas mit Heiligtum zu tun.

[3:42] Und wenn wir jetzt gleich den Psalm 84 lesen, wo es gleich in dem zweiten Vers heißt: "Wie lieblich sind deine Wohnungen, oh Herr der Herrscharen!", dann dürfen wir uns fragen, worum geht es hier? Ich fange mal an zu lesen: "Wie lieblich sind deine Wohnungen, oh Herr der Herrscharen! Meine Seele verlangte und sehnte sich nach den Vorhöfen des Herrn. Nun jubeln mein Herz und mein Leib dem lebendigen Gott zu. Hat doch der Sperling ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für sich, wo sie ihre Jungen hinlegen kann: deine Altäre, oh Herr der Herrscharen, mein König und mein Gott! Wohl denen, die in deinem Haus wohnen, sie preisen dich allezeit. Wohl dem Menschen, dessen Stärke in dir liegt. Wohl denen, in deren Herzen gebahnte Wege sind."

[4:41] Ich muss sagen, diesen Psalm mag ich besonders gerne, und der ist wie Honig eigentlich auf der Zunge. "Wohl dem Menschen, dessen Stärke in dir liegt. Wenn solche durch das Tal der Tränen gehen, machen sie es zu lauter Quellen, und der Frühregen bedeckt es mit Seen. Sie schreiten von Kraft zu Kraft, erscheinen vor Gott in Zion. Herr, Gott der Herrscharen, höre mein Gebet, du Gott Jakobs, achte darauf! Oh Gott, unser Schild, sieh doch, blicke auf das Angesicht deines Gesalbten! Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als tausend. Ich will lieber an der Schwelle im Haus meines Gottes stehen, als wohnen in den Zelten der Gottlosen. Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild. Der Herr gibt Gnade und Herrlichkeit. Wer in Lauterkeit wandelt, dem versagt er nichts Gutes. Oh Herr der Herrscharen, wohl dem Menschen, der auf dich vertraut!" Das ist ein Psalm, den dürfen wir gerne häufiger lesen und über den wir uns mehr Gedanken machen dürfen.

[6:00] Jetzt ist hier von den Wohnungen des Herrn die Rede. Es geht auch um die Altäre. Es geht um die Vorhöfe des Herrn. Und das ist Heiligtumssprache, was wir hier finden. Vor einigen Wochen, da hatten wir schon mal einen anderen Psalm, ich glaube, das war im Psalm 73, wo es dann heißt, dass der Psalmist Fragen hatte und betrübt war. Und dann ist er aber ins Heiligtum des Herrn gegangen, und da hat er dann sozusagen die Lösung gefunden, so kurz heruntergebrochen. Und ich saß da in einem Bibelgespräch, wo dann die Meinung aufkam: Na ja, dieses Heiligtum, vielleicht ist damit ja gemeint, dass man so in sich geht und zur Ruhe kommt, und dann ist man in diesem himmlischen Heiligtum. Oder wenn ich in die Natur hinausgehe, dann ist vielleicht das gemeint. Und ich muss sagen, ich habe ein bisschen mit der Stirn gerunzelt. Ich habe mich mir gedacht, okay, scheinbar gibt es unterschiedliche Interpretationen, wenn man vom Heiligtum spricht, was ist damit gemeint?

[7:26] Auch wenn ich diese Frage nicht vollständig beantworten kann, dann wollen wir doch in der Regel erstmal die Bibel buchstäblich lesen, wie sie da steht, auch wenn wir in den Psalmen oft poetische Bilder haben. Aber Fakt ist, dass zu der Zeit, als die Psalmen geschrieben worden sind, zur Zeit Davids zum Beispiel, es ein buchstäbliches Heiligtum auf der Erde gab. Es ist für uns, wie die Geschichte zeigt, wirklich eine wichtige Frage, die ihr, der ihr auch persönlich dann noch nachgehen dürft, zu wissen, was ist an welcher Stelle der Bibel mit dem Heiligtum gemeint? Denn das war ein Knackpunkt, der zur großen Enttäuschung geführt hat, weil die Pioniere nicht verstanden haben, dass das Heiligtum, von dem in Daniel 8 Vers 14 die Rede ist, im Himmel ist und nicht hier auf der Erde. Wohl aber gibt es schon viele Stellen, an denen von dem irdischen Heiligtum die Rede ist.

[8:33] Jetzt kennen wir von vielen Psalmen den Kontext nicht, aber wir haben andere Psalmen, die vielleicht so ähnlich sind und die uns ein bisschen weiterhelfen können. Und da lade ich euch ein, mit mir Psalm 42 aufzuschlagen. Psalm 42, da steht übrigens auch drüber: "Von den Söhnen Korahs", wie auch bei Psalm 84. White baut das aber anders ein, in einem anderen Kontext, und sie sagt, dass das wohl David war, der den Psalm geschrieben hat. Und da steht: "Wie ein Hirsch lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele, oh Gott, nach dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott." Also es gibt scheinbar auch tote Götter, Götzen sind das dann. Aber hier sagt der Psalmist: "Nach dem lebendigen Gott sehne ich mich. Wann werde ich kommen und vor Gottes Angesicht erscheinen? Meine Tränen sind meine Speise bei Tag und bei Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott? Daran will ich denken und meine Seele in mir ausschütten, wie ich dahinzog im Gedränge, mit ihnen feierlich dahinschritt zum Haus Gottes unter lautem Jubel und Lobgesang in der feiernden Menge."

[10:02] Das ist hier ein Bild, das uns zeigt: Die Psalmisten, die kannten das, zum Heiligtum wirklich buchstäblich zu gehen. Hier spricht David eben wohl davon, was er selbst in der Vergangenheit erlebt hat. Und er war einer unter vielen, die in der Menge dahinchritten zum Heiligtum. Wir wissen aus der Bibel, es gab mehrere Feste. Mehrmals im Jahr sind die Israeliten von nah und fern gekommen, und sie haben sich am Heiligtum versammelt. Und ich glaube, das ist so ein Ereignis, auf das der Vers 5 hier anspielt, dass sie alle zusammengekommen sind, dass sie alle gefeiert haben. Und hier sagt der Psalmist: "Wenn es mir schlecht geht, dann denke ich gerne daran und er sehnt sich danach, das wieder zu erleben, weil scheinbar hat er Gott anders erlebt, wenn er zum Heiligtum gekommen ist." Deswegen sagt er in Vers 3: "Wann werde ich kommen und vor Gottes Angesicht erscheinen? Wann, wann, wann kann ich das wieder erleben? Wann kann ich kommen und mein Anliegen vor Gott bringen?"

[11:20] Ist es nicht so, dass wir bis zum Gottesdienst warten müssen, bis wir so richtig zu Gott beten können? Wir dürfen jederzeit zu Gott kommen, aber es hat trotzdem etwas Besonderes an sich. Auch in Psalm 84 und dort Vers 3, was wir gelesen haben, da können wir das zeitlich ein bisschen einordnen: Weil zuerst verlangte und sehnte sich die Seele nach den Vorhöfen des Herrn, und nun jubeln das Herz und die Seele und der Leib. Also scheinbar hat er sich vorher danach gesehnt, und jetzt ist er vielleicht dort angekommen, denn jetzt findet er auch wieder dieses freudige Gefühl.

[12:13] Ich habe ein bisschen bei White recherchiert, und es ist interessant. Sie baut den Psalm 84 in den Kontext von christlichem Verhalten ein, aber auch von Gottes Volk auf der neuen Erde. Und sie spricht von dem Psalm 84 im Zusammenhang mit ernstem und innigem Gebet. Und da sagt sie unter anderem: Die Gemeinde soll sich in die Haltung versetzen, dass sie das Haus Gottes zu ihrem ersten Anliegen macht, dass sie den Herrn ehrt, indem sie ihm einen Ort bereitet, der frei von Schulden ist, an dem er seinem Volk begegnen und es segnen kann. Also es geht hier schon um einen Ort. Gott hat uns einen bestimmten Tag gegeben in der Woche, den Sabbat. Das ist so ein Tempel in der Zeit. Aber es darf auch einen bestimmten Ort geben, wo wir Gott begegnen können.

[13:25] Sie schreibt weiter: "Wenn du dich jeden Monat bemühst, dem Herrn deine Gaben mit einem aufrichtigen Herzen zu bringen, wirst du den Segen des Herrn empfangen. Der Herr sieht, er liest deine Wünsche und deine aufrichtige Liebe zu ihm, und er wird Wege öffnen, auf denen du etwas für ein so weises und gutes Ziel erhalten kannst. Lasst jedes einzelne Mitglied der Gemeinde spüren, dass es etwas in die Gemeinde investiert hat." Das ist interessant. Also wenn wir nicht einfach nur zur Gemeinde kommen, sondern auch etwas in die Gemeinde investieren, dann gilt: Das Gemeindemitglied wird dann gerne sagen: "Herr der Herrscharen, gesegnet ist der Mann, dessen Kraft in dir ist", so wie es im Psalm 84 heißt. Wenn wir zu Gott kommen und ihm etwas bringen oder etwas für ihn tun, dann können wir besser erleben, dass er unsere Kraft ist.

[14:43] An anderer Stelle schreibt White: "Wir müssen zu jeder geistlichen Versammlung ein geschärftes geistliches Bewusstsein mitbringen." Vorhin hatten wir diesen Ort, wo die Schuld und die Sünde wegbleibt, und jetzt geht es um ein geschärftes geistliches Bewusstsein, dass wir zur geistlichen Versammlung mitbringen sollen. Und wir brauchen dieses Bewusstsein, dass Gott und seine Engel dort sind und mit allen wahren Anbetern zusammenarbeiten. Der Ort der Anbetung mag sehr bescheiden sein, wir brauchen also keine prunkvollen Kirchen, aber er wird von Gott trotzdem nicht weniger anerkannt. Für diejenigen, die Gott im Geist und in der Wahrheit und in der Schönheit der Heiligkeit anbeten, wird er die Pforte des Himmels sein. Was für eine schöne Beschreibung!

[15:41] Und dann sagt sie noch: "Der Tempel Gottes ist im Himmel geöffnet, und die Schwelle ist überströmt von der Herrlichkeit, die für jede Gemeinde bestimmt ist, die Gott lieben und seine Gebote halten will. Wir müssen studieren, nachdenken und beten, dann werden wir ein geistliches Augenlicht haben, um die inneren Höfe des himmlischen Tempels zu erkennen. Wir werden die Themen des Gesangs und der Danksagung des himmlischen Chors rund um den Thron wahrnehmen. Wenn Zion sich erhebt und leuchtet, wird ihr Licht am durchdringendsten sein, und kostbare Lieder des Lobes und des Dankes werden in den Versammlungen der Heiligen zu hören sein." Und dann zitiert sie: "Glücklich sind die, die in deinem Haus wohnen und dich den ganzen Tag lang preisen. Besser ein einziger Tag in deinen Höfen als tausend Tage draußen."

[16:42] Haben wir das erlebt? Ist die Gemeinde für dich ein anziehender Ort? Gehst du gerne zu der Versammlung, wenn zum Beispiel Gebetsversammlung ist oder wenn Gottesdienst ist? Ich meine, das schon mal erzählt zu haben, dass ich vor einiger Zeit diese Erfahrung gemacht habe, bei einer Gebetsversammlung gewesen zu sein. Und weil der Weg nach Hause für mich damals so lange und anstrengend war, habe ich gesagt: "Herr, hättest du mir diese schöne Gemeinschaft mit dir nicht einfach auch zu Hause geben können, mit der Bibel in der Hand, wo ich gemütlich auf dem Sofa sitzen kann? Warum diese Strapazen?" Weil ich hatte vorher gebetet und so erkannt, dass Gott wollte, ich sollte dahinfahren. Und dann – das könnt ihr gerne selbst nachrecherchieren – hat Gott mich darauf hingewiesen, dass Jesus, als er hier auf der Erde war, in zweierlei Hinsicht von dem Haus seines Vaters, also von seinem Zuhause, gesprochen hat. Er hat zum einen die himmlischen Wohnungen, "das Haus seines Vaters", "in meines Vaters Haus sind viele Wohnungen", die hat er sein Zuhause genannt. Und zum anderen aber sagt er, als er als zwölfjähriger Junge im Tempel geblieben ist, dann zu seinen Eltern: "Wisst ihr nicht, dass ich in meines Vaters Haus bleiben muss?" Also das war sein Zuhause auf der Erde.

[18:24] Fühlst du dich in der Gemeinde zu Hause, so wie Jesus es tat? Wenn Paulus auf Missionsreise war, dann ist er teilweise auch verfolgt worden, aber er ist immer von einer Gemeinde zur nächsten geflohen oder zur nächsten gereist. Er war schon, selbst wenn er die ganze Nacht hindurch gelaufen ist, frühmorgens in der Synagoge, in der Gemeinde, um mit den anderen dort Gottes Wort zu studieren. Gemeinde sollte auch für uns ein Ort sein, der wie ein Zuhause ist.

[19:02] Ich kann mich daran erinnern, in meiner Kindheit, da waren manchmal die Umstände so, dass unsere Eltern, oder meine Mama, meinen Bruder und mich morgens früh am Sabbat zur Gemeinde gebracht hat. Da hat sie uns unsere Tasche gegeben, vielleicht noch etwas zum Knabbern, und da hat sie gesagt: "Ich hole euch heute Mittag wieder ab." Und wir waren sehr klein. Ich habe mal meine Eltern gefragt, anscheinend haben sie damit angefangen, als wir im Kindergarten waren. Sie haben uns dann in die Gemeinde geschickt, und oft waren dort noch andere Geschwister, die sich um uns gekümmert haben. Es war nicht regelmäßig, aber zu bestimmten Zeiten im Jahr war das so unsere Situation. Und dann sind mein großer Bruder und ich, klein wie wir waren, in die Gemeinde gegangen. Und wäre das nicht ein Ort für uns gewesen, der auch ein Stück weit Zuhause war, dann hätten wir das vielleicht nicht wieder gemacht.

[20:23] Die Gemeinde ist wie ein Zuhause, und es ist wichtig, dass man dorthingeht. Mirjam Giebfried hat mal, die Frau, das zweite Kind erwartet, und ich weiß noch, wie sie am Sabbat morgen bei uns angerufen haben und gesagt haben: "Können wir unsere große Tochter zu euch bringen, denn wir müssen jetzt ins Krankenhaus fahren, aber sie soll heute in den Gottesdienst gehen." Und dann ist der Papa frühmorgens gekommen, hat die Große gebracht, und wir sind damals – damals hatten wir noch weit zu fahren zum Gottesdienst – sind wir mit ihr in eine fremde Gemeinde gefahren. Aber den Eltern war trotzdem so wichtig: Sie soll heute nicht bei der Oma sein, die nicht in die Gemeinde geht, sondern sie soll heute in Gottes Haus sein. Und sie hat sich dort wohlgefühlt.

[21:21] Manchmal, wenn ich in den verschiedenen Gemeinden unterwegs bin, habe ich schon da gesessen und mir die Frage gestellt: Wäre diese Gemeinde hier ein Zuhause? Würde ich meine kleinen Kinder dort einfach hinschicken, vielleicht auch ohne Eltern? Wir dürfen uns das bei unserer eigenen Ortsgemeinde fragen. Und wenn dem nicht so ist, dann dürfen wir etwas dazu beitragen, dass die Gemeinde wie ein Zuhause für Menschen sein kann. Ein angenehmer Ort, ein Ort, wo man sagen kann: "Ich freue mich, dort hinzugehen."

[22:09] Wir haben in dem Psalm 84 noch nicht alle Verse angeschaut. Und wenn wir weitergehen zu Verse 5 bis 7, dann lesen wir da: "Wohl denen, die in deinem Haus wohnen, sie preisen dich allezeit. Wohl dem Menschen, dessen Stärke in dir liegt. Wohl denen, in deren Herzen gebahnte Wege sind." Dann geht es weiter mit dem Tal der Tränen. Das klingt natürlich so, als ob man, als ob das bildlich zu verstehen ist, als ob man etwas Schweres im Leben durchmachen muss. Aber ich habe nachgeguckt, was hat es mit diesem Tal der Tränen auf sich? Es ist nicht ganz hieb- und stichfest, was ich euch jetzt erzähle, aber White und die verschiedenen Bibelstellen unterstützen das nur. Also ihr dürft es selber noch einmal prüfen.

[23:07] Dieses Tal der Tränen kann in verschiedenen Übersetzungen als Tal Baca oder auch als Tal der Maulbeerbäume oder Tal der Balsambäume übersetzt werden. Und letzteres bekommt eine interessante Bedeutung, wenn man die Geschichte von David, der wohl hier den Psalm 84 geschrieben hat, laut Ellen White, wenn man seine Geschichte kennt. Es gibt die Geschichte von David in 2. Samuel 5, Verse 17 bis 25. Das ist eine Geschichte, die ist bei mir überschrieben mit "Doppelter Sieg Davids über die Philister". Was sich dazu getragen hat, ist: Die Philister haben in dem Tal Refaim oder Rephaim gelagert, und sie wollten David und seine Leute bekämpfen. Und dann betet David in Vers 19, und er sagt: "Soll ich gegen die Philister hinaufziehen, Herr, was sagst du?" Und Gott sagt zu ihm: "Zieh hinauf, ich werde die Philister gewiss in deine Hand geben." Und dann schlagen sie die Philister vernichtend.

[24:41] David sagt im Nachhinein davon nicht, dass er so viel erreicht hat, sondern in 2. Samuel 5 Vers 20 heißt es dann: "Der Herr hat meine Feinde vor mir zerrissen, wie das Wasser einen Damm zerreißt." Daher nannte man jenen Ort Baal-Perazim. Er sagt, wie das so mächtig, mit dieser Kraft, wie Wasser einen Damm zerreißen kann, der vielleicht fest gebaut ist, aber trotzdem das Wasser durchschießen kann. Mit dieser Kraft hat Gott heute eingegriffen, und er hat die Philister geschlagen.

[25:24] Das Ganze ereignet sich noch ein zweites Mal. Da kommen die Balsambäume ins Spiel. Deswegen ist es wahrscheinlich, dass wenn David diesen Psalm geschrieben hat, dass sich der Psalm auf die Begebenheit beziehen kann. Und die Philister zogen nochmals herauf, lesen wir in Vers 22. Und in Vers 23, und David befragte den Herrn. Da sprach er: "Zieh nicht hinauf, sondern umgehe sie und falle ihnen in den Rücken, dass du von den Balsambäumen her an sie herankommst." Oder aber es heißt, in Vers 24: "Wenn du in den Wipfeln der Balsambäume das Geräusch eines Einherchreitens hören wirst, dann beeile dich, denn dann ist der Herr vor dir hergezogen, um das Heer der Philister zu schlagen." Und David hat wieder auf Gott gehört. Er macht es so, wie der Herr es ihm geboten hatte, und er schlug die Philister von Geba an, bis man nach Gezer kommt.

[26:37] Ein zweites Mal. David konnte sagen aus Erfahrung, dass wenn man durch das Tal der Balsambäume geht – wir lesen das in Psalm 84 als Tal der Tränen oder das Tal der Balsambäume –, dass Gott dann stark wie Wasser ist, das einen Damm zerreißt. Wir hatten gelesen, wenn sie...

[27:00] Zerreißt. Wir hatten gelesen: Wenn sie durch das Tal der Tränen gehen, machen sie es zu lauter Quellen. Der Frühregen bedeckt es mit Segen. Hier haben wir das Wasser.

[27:12] David war einer, der von Kraft zu Kraft schreiten durfte, der also wiederholt Gottes Kraft erlebt hat, um seine Feinde zu besiegen. Die Philister hatten bereits dieses Tal der Balsambäume – das ist in der Nähe von Jerusalem gewesen – die hatten bereits vor Jerusalem gelagert, aber David durfte erleben, wie Gott ihm wieder geholfen hat.

[27:40] Hast auch du diese Erfahrung gemacht, dass Gott dir eine stärkende geistliche Erfahrung gegeben hat und kannst auch du mit dem Psalmisten sagen: Der Herr ist meine Sonne und mein Schild.

[27:59] Weißt du wie ein Abraham, dass der große Ich bin auch dein Schild ist? In 1. Mose 15, Vers 1 war Gott dem Abraham erschienen und hatte gesagt: Ich bin dein Schild.

[28:17] Kannst du wie David sagen: Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen, denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel, wie David es in Psalm 34, Vers 19 ausdrückt?

[28:29] Ich wünsche dir diese packende Erfahrung, diese geistliche Erfahrung, dass selbst wenn wiederholt die Probleme kommen, wenn die Philister wieder aufkommen, die großen und kleinen Philister in unserem Leben, selbst dann können wir sagen: Der Herr hat mir geholfen, der hat mir geholfen, der Herr wird mir wieder helfen. Oh Herr, der Herr der Heerscharen, wohl dem Menschen, der auf dich vertraut.

[29:02] Wir wollen weitergehen, es warten noch einige Psalmen auf uns, aber der Psalm 84, der hat es mir besonders angetan.

[29:13] Doch am Montag geht es weiter mit Psalm 122, und wie mir scheint, ist der wohl so zu einer Blütezeit Davids hier steht auch wieder von David geschrieben worden.

[29:27] Ähm, in Vers 1 heißt es: Ich freue mich an denen, die zu mir sagen: Lasst uns zum Haus des Herrn gehen. Und das zeigt uns, es sind einige Menschen, aber nicht selbstverständlicherweise alle Menschen, die sich freuen, zum Haus des Herrn, zum Gottesdienst zu gehen.

[29:50] Vers 2 heißt es dann: Nun stehen unsere Füße in deinen Toren Jerusalems. Also auch hier ist wieder jemand im Haus des Herrn, im Tempel angekommen.

[30:00] Jerusalem, du bist gebaut als eine festgefügte Stadt, wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des Herrn, ein Zeugnis für Israel, um zu preisen den Namen des Herrn. Das enthält eine geistliche Lektion für uns.

[30:20] Er sagt: Die Stämme ziehen hinauf, vielleicht wieder zu einem dieser Feste in Jerusalem. Ähm, und es ist ein Zeugnis für Israel. Ist interessant, weil manchmal sind wir uns dessen bewusst, dass wenn wir zur Gemeinde gehen und das jede Woche tun, dass die Nachbarn das ja auch mitbekommen und dann ist es ein Zeugnis für die Nachbarn.

[30:49] Oder wenn wir sagen: Am Sabbat arbeiten wir nicht, dann ist das ein Zeugnis für die Firma. Aber hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass es selbst ein Zeugnis für das geistliche Israel sein kann, wenn du am Sabbat in die Gemeinde gehst?

[31:04] Es ist nicht nur für die Nachbarn, die vielleicht keine Christen sind, ein Zeugnis, sondern vielleicht auch für deine Kinder, für deine Familie, selbst für die Geschwister, die in der Gemeinde sind, ist es ein Zeugnis, ähm, und eine Stärkung, wenn du kommst.

[31:26] Dann lesen wir weiter in Vers 5: Denn dort sind Throne zum Gericht aufgestellt, die Throne des Hauses David.

[31:40] David bittet für den Frieden Jerusalems: Es soll denen wohlgehen, die dich lieben. Friede sei in deinen Mauern und sichere Ruhe in deinen Palästen.

[31:51] Zu den Thronen und zu dem Gericht sage ich später noch an anderer Stelle etwas, aber in Vers 6 und 7 wandelt sich so dieser Lob zu einer Bitte oder zu einem Wunsch, besser gesagt. David ist sich nämlich dessen bewusst, dass der Friede Jerusalems, obwohl es die Stadt des Friedens ist, endlich sein kann.

[32:26] David fordert auf, für Jerusalem zu beten. Er sagt: Bittet für den Frieden Jerusalems. Wir können uns daran ein Beispiel nehmen: Auch wir sollten für den Frieden und für unsere Gemeinde beten, ganz gleich, ob wir jetzt gerade dankbar dafür sein können, dass die Gemeinde so ein schöner Ort ist oder ob wir vielleicht auch viele Probleme sehen. Wir dürfen für unsere Gemeinden beten.

[32:55] Und das andere, was hier auch noch mitschwingt, ist Vers 8. Geht es ja weiter: Um meine Brüder und meine Freunde willen sage ich: Friede sei in dir. David wünscht sich auch wirklich den Frieden.

[33:09] Es gibt manchmal Geschwister, die wünschen sich den Frieden nicht so sehr, wie sie sich wünschen, Recht zu haben in dem Bibelgespräch oder wenn es um Gemeindewahlen geht in der Gemeinde-Vollversammlung oder sonst wie. David wünscht sich Frieden.

[33:30] Bist du auch so jemand, der sich Frieden für deine Gemeinde wünscht, oder gehörst du vielleicht zu den Unruhestiftern, die gerne den anderen mal das Wort im Mund herumdrehen oder ständig auf der Lauer sitzen: Hoffentlich sagt Bruder XY nichts Falsches, oder was hat der schon wieder gemacht? Gott bewahre uns auch davor! Wir sollen nicht so auf der Lauer sitzen, sondern wir dürfen auf Frieden und Harmonie bedacht sein.

[34:07] Ich finde das Schöne an Vers 8 und Vers 9, da geht es darum, das Beste zu suchen, aber in Vers 8 finde ich so schön, dass David hier von seinen Brüdern und seinen Freunden spricht. Das will ich mir auch noch öfters bewusst machen: Die Menschen in der Gemeinde sind meine Geschwister und das sind meine Freunde, und das ist ein großes Vorrecht. Das zeigt, dass die Gemeinde wie eine Familie sein sollte, und wir dürfen im anderen einen Freund sehen.

[34:48] Soweit zu Psalm 122.

[34:58] Lass uns weitergehen zu Psalm 87. Im Psalm 87 heißt es am Anfang: Von den Söhnen Korachs, ein Psalmlied. Er hat sie gegründet auf heiligen Bergen. Der Herr liebt die Tore Zions mehr als alle Wohnungen Jakobs.

[35:18] Das ist ein interessanter und kein leichter Psalm, wie ich finde. Ich habe ähm die Verse teilweise in unterschiedlichen Sprachen gelesen, weil irgendwie es schwierig war, das alles zusammenzubekommen. Aber wir wollen uns gerade deswegen auch diesen Psalm ein bisschen genauer anschauen.

[35:38] Vers 1 und 2 ist noch recht leicht zu verstehen, da lernen wir, dass Gott selbst ausgewählt hat, wo sein Heiligtum stehen sollte. Und das bringt uns zu Psalm 78, dort die letzten Verse, Verse 67 bis 72.

[36:07] Da heißt es von Gott in Psalm 78, ab Vers 67: Und er verwarf das Zelt Josephs und er wählte nicht den Stamm Ephraims, sondern er erwählte den Stamm Juda und den Berg Zion, den er liebt. Und er baute sein Heiligtum gleich Himmelshöhen, gleich der Erde, die er auf ewig gegründet hat, und er wählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafhürden weg. Als er den trächtigen Schafen nachging, holte er ihn, dass er Jakob weiden sollte, sein Volk und Israel, sein Erbe. Und er weidete sie mit aller Treue seines Herzens und leitete sie mit weiser Hand.

[36:53] Hier lernen wir etwas ganz Wichtiges über Gott und sein Heiligtum oder beziehungsweise auch die Gemeinde. Denn so wie Gott die Erde auf ewig gegründet hat, so hat er auch sein Heiligtum gebaut. So wie Gott die Welt geschaffen hat, hat er nicht auch so seine Gemeinde ins Leben gerufen?

[37:23] In Matthäus 16, Vers 18 sagt Jesus ganz klar, dass er auf diesem Fels, womit er sich selbst meint, seine Gemeinde gebaut hat. Das heißt, die Gemeinde ist ebenso fest gegründet auf den Felsen.

[37:49] In Apostelgeschichte 2, Vers 47, da heißt es im letzten Teil: Der Herr aber tat täglich die zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden. Der Herr hat diejenigen, die gerettet werden sollten, zu seiner Gemeinde dazugetan.

[38:08] Und ihr lieben Freunde, es gibt heutzutage oft die irrtümliche Meinung, dass man ohne Gemeinde gerettet werden kann. Es gibt so viele Christen, die sagen: Ja, ich brauche Jesus, aber mit der Gemeinde habe ich es nicht so. Was wir in Apostelgeschichte 2, Vers 47 lernen, ist, dass gerade diejenigen, die gerettet werden sollten, gerade die, die erlöst werden sollten, zur Gemeinde hinzugefügt werden sollten oder hinzugefügt wurden, viel besser gesagt.

[38:44] Also Gott will jeden einzelnen erlösen, ja, aber nicht irgendwo so verstreut und unabhängig voneinander, sondern Gott erlöst und bringt diese Menschen, die gerettet werden sollen, in die Gemeinde. Der heutige Trend, ohne Konfession oder Gemeinde zu bleiben, ist also von Gott nicht vorgesehen.

[39:14] In Psalm 87 hatten wir noch davon – Psalm 78, Entschuldigung – hatten wir noch davon gelesen, dass Gott auch David eingesetzt hat als einen treuen König über sein Volk. Und das können wir ein bisschen, na ja, mit einer anderen Lupe betrachten, denn war David immer ein guter König? Er meistens ja, aber er war es nicht immer.

[39:44] Die Geschichte mit Bathseba zeigt das zum Beispiel. Trotzdem haben wir gelesen, dass Gott den David erwählt hatte, und das zeigt uns, dass Gott über seine Gemeinde wacht. Viele nehmen nämlich Anstoß daran, dass Menschen in bestimmten Positionen der Gemeinden schlechte Entscheidungen treffen und sagen dann: Na ja, deswegen will ich mich davon fernhalten.

[40:14] Es gibt auch manche, die wirklich Aufgabenbereiche in der Gemeinde übernehmen, die sie nicht übernehmen sollten. Aber Gott sei Dank hat nicht jeder Israelit, der von der Geschichte von Bathseba gehört hat, gesagt: Okay, jetzt zieh ich um, ich ziehe jetzt mal ins Philisterland. Weil hätte er das getan, wäre er einfach so von dem damals buchstäblichen Israel weggegangen aufgrund der Sünde eines Oberen. Dann hätte er vielleicht im nächsten Krieg schon wieder auf der falschen Seite gestanden.

[40:58] Also wir müssen uns das gut überlegen, wie wir zur Gemeinde stehen. Lass uns noch einmal zu dem Psalm 87 zurückkommen. Ich habe versprochen, noch kurz darüber zu sprechen, was es mit den nächsten Versen auf sich hat, weil die sind wirklich ein bisschen kryptisch, wie ich finde.

[41:31] Herrliches ist über dich verheißen, du Stadt Gottes. Ich nenne Rahab und Babel denen, die mich kennen. Siehe Philisterland und Tyrus und Kusch: Dieser ist dort geboren. Aber von Zion wird man sagen: Mann für Mann ist in ihr geboren, und der Höchste selbst wird sie befestigen. Der Herr wird zählen, wenn er die Völker verzeichnet: Dieser ist dort geboren. Und sie singen beim Reigen: Alle meine Quellen sind in dir.

[42:00] Was, was soll das? Was wir zu Beginn jetzt schon mal festhalten können, ist: Es ist hier im Futur geschrieben, ähm, zumindest ab Vers 5. Von Zion wird man sagen, der Herr wird zählen, wenn er verzeichnet. Also es geht hier um etwas, was sich zukünftig ereignen wird.

[42:29] Rahab kann auch – Rahab deutet auf Ägypten hin, das ist so hier dieses Wort dafür – und in einer anderen Übersetzung, das fand ich schon mal ein bisschen klarer, da hieß es: Herrliches wird von dir geredet, du Stadt Gottes, Sela. Ich erwähne Rahab oder Ägypten und Babel als meine Bekenner. Sieh Philistäer und Tyrus mit Äthiopien: Dieser ist dort geboren.

[43:01] Also es geht hier scheinbar um Menschen, die zwar zu Ägypten gehören oder auch zu Babel oder zu anderen Völkern, aber trotzdem Gott bekennen. Auch Menschen aus den umliegenden Ländern werden sich zu Gott bekennen, und hier gibt es dann in den nächsten Versen so eine Art Volkszählung, wenn es heißt: Der Herr wird zählen, wenn er die Völker verzeichnet.

[43:27] Ähm, und auch Menschen außerhalb Israels werden zu Israeliten dann eigentlich erklärt, wenn es heißt: Dieser ist dort geboren. Das ist ein wichtiger Gedanke: Ja, Gott hat seine Gemeinde, und trotzdem gibt es Menschen, die noch nicht dort sind, die aber letztendlich Gott dorthin sammeln will, wie es auch bei so einer Volkszählung doch der Fall ist, die von außen noch kommen dürfen.

[44:03] Es gibt sogar Menschen innerhalb dieses Volkes, die zwar buchstäblich dazu gehören, die aber Gott nicht als Israeliten bezeichnen wird. Und da lasst uns mal Hesekiel 13 gehen. Hesekiel 13, da geht es um falsche Propheten, und diese Propheten, die reden so viel Unsinn, dass Gott dann in Vers 8 zu ihnen sagt: Darum, so spricht Gott der HERR: Weil ihr Trug redet und Lügen schaut, darum siehe, komme ich über euch, das spricht Gott der HERR. Und meine Hand soll über die Propheten kommen, die Trug schauen und Lügen wahrsagen.

[44:51] Sie sollen nicht dem geheimen Rat meines Volkes angehören und nicht in das Verzeichnis des Hauses Israel eingetragen werden. Sie sollen auch nicht in das Land Israel kommen. Ja, ihr werdet erkennen, dass ich Gott der HERR bin.

[45:09] Also da sagt Gott ganz klar: Vielleicht war es zu erwarten, dass sie genealogisch zu Israel gehören, aber Gott sagt: Nein, ihr werdet nicht zu meinem Volk verzeichnet werden, weil was ist Gottes Begründung? Sie haben Lügen geredet. Und das zeigt uns, ähm, es ist eine Sache, dass wie ist man, was tut man, wie verhält man sich, an was glaubt man, ob man zu Gottes Volk gehören kann oder nicht.

[45:50] Ihr könnt das gerne auch noch studieren im Neuen Testament, geht es dann mehr um das geistliche Israel, das finden wir dort noch klarer. Aber bleiben wir mal bei diesem Bild von dem Geburtsregister, denn so eine Art Geburtsregister gibt es heute immer noch bei Gott.

[46:12] Und wenn also, wenn es das gibt, wie komme ich da hinein? In Lukas 10, Vers 20 spricht Jesus davon, dass im Himmel Namen aufgeschrieben werden. Und es gibt ein bestimmtes Buch, in dem Namen stehen, das ist wie ein Geburtsregister, das ist wie ein Buch, in dem Gott sagt: Okay, da sind alle aufgeschrieben, die zu meinem Volk gehören.

[46:43] Ellen G. White fasst es komprimiert in Worte. Sie schreibt: Das Buch des Lebens enthält die Namen aller, die jemals in den Dienst Gottes getreten sind. Jesus forderte seine Jünger auf: Freut euch, denn eure Namen sind im Himmel geschrieben, in Lukas 10, Vers 20. Paulus spricht von seinen treuen Mitarbeitern, deren Namen in dem Buch des Lebens stehen. Daniel, der eine Zeit der Drangsal, wie sie noch nie da war, voraussieht, erklärt, dass Gottes Volk befreit werden wird, jeder, der im Buch geschrieben steht. Und der Offenbarer Johannes sagt, dass nur diejenigen in die Stadt Gottes eingehen werden, deren Namen im Buch des Lebens des Lammes geschrieben stehen.

[47:30] Es gibt dann noch die anderen Bücher, das Buch der Erinnerung, in denen die Taten stehen, aber in diesem Buch des Lebens, da stehen Namen drin. Das ist wie ein Geschlechtsregister, wo Gott sagt, ähm, die werden aufgeschrieben, selbst wenn wir auch einmal in die Irre gegangen sind, können wir trotzdem in diesem Buch dann drin stehen und zu Gott gehören. Ist das doch eine freudige Botschaft, dass Gott uns in sein Buch hineinschreiben will und er zählt, er übersieht niemanden.

[48:14] Am Mittwoch, wir müssen weitergehen, da schauen wir uns Psalm 46 an. Genau, da finden wir ermutigende Worte von den Söhnen Korachs.

[48:40] Ich lese mal die ersten Verse: Dem Vorsänger, von den Söhnen Korachs, auf Alamoth, ein Lied. Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, ein Helfer, bewährt in Nöten. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde umgekehrt wird und die Berge mitten ins Meer sinken.

[49:03] Vers 2 ist eine Verheißung, die wir gerne uns aufschreiben dürfen, die wir auswendig lernen dürfen: Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, ein Helfer, bewährt in Nöten. Verheißung, mit der wir auch gerne beten dürfen.

[49:16] Vers 3 finden wir ein Bild, das uns irgendwoher bekannt vorkommen sollte, und zwar aus dem Neuen Testament, wenn Jesus in Matthäus 21, Vers 21 über den Glauben spricht. Da sagt Jesus: Wenn ihr, ja, wir können das kurz lesen, Matthäus 21, Vers 21, dass ich Jesu Worte hier nicht verdrehe. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur tun, was mit dem Feigenbaum, sondern auch, wenn ihr zu diesem Berg sagt: Hebe dich und wirf dich ins Meer, so wird das geschehen.

[50:03] Da haben wir den Berg und das Meer, und in Psalm 46 heißt es auch: Wenn die Erde umgekehrt wird und die Berge mitten ins Meer sinken, auch dann geht, auch wenn die Wasser wüten und schäumen und die Berge zittern vor seinem Ungestüm, dann geht der Helfer, der Herr ist ein Helfer in Nöten, und wir brauchen uns nicht zu fürchten.

[50:32] Hätten die Jünger diese Verse doch auswendig gelernt, dann hätten sie zu mancher stürmischen Nacht, wenn das Wasser gewütet hat und geschäumt hat, doch mehr Ruhe bewahren können. Das zeigt uns aber auch so ein bisschen, weil ich jetzt auf den Matthäus 21 eingegangen bin, was Glaube wirken kann, weil hier geht es um Naturgewalten, hier geht es um etwas, was eigentlich die Menschen in Furcht versetzt.

[51:04] Und ich weiß nicht, wann ihr zuletzt einen Glauben an den Tag gelegt habt, dass andere Leute gesagt haben: Oh, da wird's mir ganz anders. Versteht ihr, Glaube kann etwas Gewaltiges bewegen, das ist, denke ich, auch so ein bisschen die Botschaft dahinter.

[51:28] Wir haben zusammen mit diesen Bergen, die zittern und die sich ins Meer werfen, eine ganz schöne Verheißung in Jesaja 54, Vers 10, die ihr euch auch gerne aufschreiben dürft, wo es heißt: Denn die Berge mögen weichen und die Hügel wanken, aber meine Gnade wird nicht von dir weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht der HERR, dein Erbarmer.

[51:56] Die nächsten Verse, der Strom mit seinen Bächen und wie Gott für sein Volk kämpft, machen das Ganze noch bildlicher.

[52:11] Ähm, dann heißt es bis zum Schluss in Vers 11: Seid still und erkennt, dass ich Gott bin. Ich werde erhaben sein unter den Völkern, ich werde erhaben sein auf der Erde. Dieses „Seid still und erkennt“ finden wir noch an ein paar anderen Stellen in der Bibel, ähm, die ich gerne mit euch angucken möchte.

[52:44] In Jesaja 30 und dort Vers 15a, da heißt es, ähm: Durch Umkehr und Ruhe könntet ihr gerettet werden. Im Stillsein und im Vertrauen liegt eure Stärke. Im Stillsein liegt eure Kraft. Vertraut auf den Herrn.

[53:10] Tatsächlich verhuddeln wir uns doch so schnell und so oft in Schwierigkeiten und rennen vielleicht zu Menschen, um nach Hilfe zu fragen, aber Gott möchte, dass wir still sind und zu ihm kommen. 2. Mose 14, Vers 14 schlagen wir jetzt nicht auf, aber es ist auch bekannt, wo Gott sagt: Der Herr wird für euch kämpfen, ihr aber sollt still sein.

[53:37] Ist Gott in deiner Mitte? Ist Gott in deiner Mitte, so wie man das in Psalm 46 lesen kann? Gott ist in ihrer Mitte, heißt es in Vers 6, sie wird nicht wanken.

[53:56] Ist Gott in deiner Mitte, dann kannst du dich an Zefanja 3, Vers 17 erfreuen, wo es heißt: Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet. Er wird sich über dich freuen mit Wonne, er wird still sein in seiner Liebe, er wird über dich jubelnd frohlocken.

[54:19] Ist Gott mit dir, wie es in Vers 8 heißt: Der Herr, der Herrscharen, ist mit uns? Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, ist Gott mit uns, wer kann gegen uns sein? Das sagt Paulus in Römer 8, Vers 31.

[54:37] Und das sind Verheißungen, auf die wir uns stützen dürfen. Wir können sagen: Herr, sei du da, sei du mit mir, sei du in meiner Mitte. Wer kann mir dann noch etwas anhaben?

[54:49] Und noch mehr Zuversicht können wir aus Psalm 125 schöpfen. Psalm 125 ist auch ein sehr ermutigender Psalm. Dort heißt es in Vers 1: Die auf den Herrn vertrauen, sind wie der Berg Zion, der nicht wankt, sondern ewiglich bleibt.

[55:14] Bedeutet das jetzt, dass der Berg Zion buchstäblich nie zugrunde geht? Und ja, er steht heute noch, aber ähm...

[55:22] geht, und ja, er steht heute noch. Aber ähm, je nachdem, was man liest, ähm, dann sieht man auch, der Berg hat schon auch so manches hinter sich. Und trotzdem ist das, glaube ich, ein Bild, dass wir uns alle gut vorstellen können. Spätestens wenn wir einmal wandern waren in den Bergen, dann merken wir, dass ein Berg etwas Gewaltiges und Unverrückbares ist, es sei denn, es ist jetzt gerade ein Berg in einem Erdbebengebiet. Ähm, aber ein Berg ist etwas Festes, den kann man nicht einfach mal so umschubsen.

[56:03] Ein Mensch, der auf Gott vertraut, ist wie ein Berg. Ein Mensch, der auf Gott vertraut, den kann man nicht einfach mal so umschubsen, den haut so schnell nichts um. Da kann kommen, was da wolle. Er ist wie der Berg Zion, der nicht wankt, sondern ewiglich bleibt.

[56:35] Vielmehr können dann vielleicht auch andere, wie ein David, mit ihren Sorgen und Problemen dorthin kommen. Häufig sieht die Realität aber leider anders aus. Und ich glaube, das liegt darin begründet, dass unser Vertrauen zu Gott — weil die einzige Voraussetzung hier ist, Gott zu vertrauen — dass unser Vertrauen zu Gott manchmal da ist und dann wieder weggeht, oder dass unser Vertrauen zu Gott manchmal stark ist und dann doch wieder schwach wird.

[57:10] Wenn wir wirklich Gott vertrauen, dann dürfen wir gefestigt sein. Und wenn auch Probleme, wenn Sorgen, wenn Schwierigkeiten, wenn Nöte, wenn Ängste in unserem Leben kommen, dann dürfen wir trotzdem gefestigt sein wie ein Berg. Die Bedingung dafür ist nur: Vertraue Gott.

[57:37] In Vers 2 geht es weiter: „Wie Berge Jerusalems ringsum, wie Berge Jerusalem rings umgeben, so ist der Herr um sein Volk von nun an bis in Ewigkeit.“ Ich finde das so ein schönes Bild.

[57:55] Vor ein paar Wochen war ich wandern, und da sind wir auf einen Aussichtspunkt gekommen, wo man wirklich erst noch so das Tal und dann die Berge um sich herum hatte. Und irgendwie fühlt man sich doch dann geborgen, geschützt. Da kann der Wind nicht so durchkommen, da ist man auch vor dem Wetter, das hinter dem Berg liegt, wenn er hoch genug ist, geschützt. Und das ist ein Bild für Gott.

[58:32] Die Berge sind ein Hinweis auf Gottes Hilfe und auf seinen Schutz. Und wenn du das nächste Mal wandern bist, wenn du in den Bergen bist, dann nimm dir kurz Zeit, stell dich hin, schau diese Berglandschaft an und denke darüber nach, was sie dir über Gottes Charakter sagen können. Siehst du in Gott auch so einen Berg, der dich umgibt, der dich schützt?

[59:02] In Vers 3 heißt es dann: „Denn das Zepter der Gesetzlosigkeit wird nicht bleiben auf dem Erbteil der Gerechten, damit die Gerechten ihre Hände nicht nach Unrecht ausstrecken.“ Herr, tue Gutes den Guten und denen, die aufrichtigen Herzens sind.

[59:23] Scheinbar ist das zu einem Zeitpunkt geschrieben worden, ähm, zu dem das Erbteil der Gerechten unter dem Zepter der Gesetzlosigkeit war, weil es heißt ja, es ist da, aber es wird da nicht bleiben. Wir haben hier eine schöne Verheißung in Jesaja 54, Vers 17, was das letztendlich das Erbteil der Gerechten ist. Und ähm, ich will das etwas weiterdeuten. Es ähm, hier geht es ja auch um Gerechtigkeit. Was wir in Jesaja 54 lesen, dürfen wir besonders als Verheißung für das himmlische Gericht, das Gericht im Himmel nehmen. Dort heißt es: „Keine Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, soll es gelingen, und alle Zungen, die sich gegen dich vor Gericht erheben, sollst du schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des Herrn und ihre Gerechtigkeit, die ihnen von mir zuteil wird, spricht der Herr.“ Ja, müsst euch das so vorstellen: Im Himmel gibt es einen Ankläger. Es gibt Satan, der ständig kommt und sagt: „Die Mirjam hat das gemacht, der und der hat das gemacht.“ Und dann ist das das Erbteil der Gerechten, dass auch wenn Satan seine Waffen gegen uns schmiedet, dass er keinen Erfolg haben wird, weil Jesus sich vor uns stellt und alle Zungen, die sich im Gericht gegen uns erheben, wenn wir uns Jesus übergeben haben, werden sie schweigen müssen. Dann wird Jesus sagen können: „Aber Herr, mein Blut rechne ihnen diese Sünden nicht an.“ Es ist so schön, dass wir wissen dürfen: Jesus ist auf unserer Seite. Und selbst wenn wir vielleicht jetzt Unrecht erleiden, dann ist doch auf die Ewigkeit gesehen, das fällt das nicht ins Gewicht, weil Jesus sich vor uns stellt und weil Jesus uns seine Gerechtigkeit zuspricht. Wir dürfen sehr getrost sein.

[1:01:44] Und dann lesen wir noch die letzten Verse hier in... Ah, ich hatte eine Sache übersprungen. Na ja, hier in Psalm 125: „Herr, tue Gutes den Guten und denen, die aufrichtigen Herzens sind. Die aber abweichen auf ihren krummen Wegen, die lasse der Herr dahinfahren mit den Übeltätern. Friede sei über Israel.“ Auch wir dürfen Frieden haben. Am Freitag hieß es noch in dem Lektionsheft: „Die Lieder sollen uns ermutigen, uns die künftige Welt hoffnungsvoll zu erwarten, aber sie verpflichten uns auch, in der gegenwärtigen Welt die Gnade Gottes zu verbreiten.“ Wir haben eine Hoffnung, und wir müssen nicht bis auf das himmlische Jerusalem warten, das neue Jerusalem, bis wir Gott dafür preisen können. Ich glaube und hoffe, ihr habt jetzt auch viel aus den Psalmen mitgenommen. Aber auch wenn es etwas länger gedauert hat, und ich hoffe, ihr könnt auch schon in dieser gegenwärtigen Welt so mit Gott leben, dass ihr euch dessen bewusst seid: Gott umgibt euch. Gott wird euch erretten, Gott wird für euch eintreten. Denn wenn wir dieses Bewusstsein haben, dann gehen wir auch gefestigt und als andere Menschen durch diese Welt. Dann freuen wir uns, in Gottes Gegenwart zu sein, und dann sieht auch unsere Gemeinde anders aus.

[1:03:26] Lasst uns jetzt zum Schluss noch gemeinsam beten. Unser Vater im Himmel, ich danke dir, dass wir jetzt so viele so stärkende Texte anschauen durften. Und Herr, lass uns noch mehr davon zehren, lass uns sie noch mehr in ihrer Tiefe verstehen. Wir wollen auch Sehnsucht nach dir haben. Herr, bitte nimm unsere Sünde weg, das, was uns von dir trennt, wo wir vielleicht nicht damit zu dir kommen wollen. Nimm es uns weg, dass wir gerne zu dir kommen. Ja, du weißt auch, wie es in unseren Gemeinden aussieht, und ich bitte dich, dass du uns selbst zu treuen und guten Gemeindemitgliedern machst, die auch für andere Brüder und Freunde und auch eine darstellen. Herr, danke, dass wir jetzt schon auf dieser Erde so eng mit dir verbunden sein dürfen. Aber du hast eine noch größere und herrlichere Hoffnung für uns. Du willst uns mit der himmlischen Familie vereinen. Mach uns bereit dazu und lass uns auf dich vertrauen. Das ist mein Gebet im Namen Jesus. Amen.


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