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Manuskript zur Sendung   >>>   CSH_Manuskript_2024 3rd Nr 2   <<<

In dieser zweiten Folge der CSH 2024 Q3 Spezialserie zum Markusevangelium vertieft Christopher Kramp das Studium von Markus 1:19 bis 2:28. Er beleuchtet die Berufung weiterer Jünger, die Autorität von Jesu Lehre in der Synagoge von Kapernaum und die Befreiung eines Besessenen. Zudem werden die Heilung von Petrus‘ Schwiegermutter und Jesu persönliche Morgenandacht thematisiert, die als Vorbild für ein kraftvolles Wirken dient.


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Serie: CSH 2024 Q3 Spezial – Das Markusevangelium

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Transkript

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour Spezial hier auf www.joelmedia.de. Wie immer gilt auch ein herzliches Willkommen allen Zuschauern auf dem Sender "Das Wort". Wir wollen heute in der zweiten Folge unseres Spezials über das Markusevangelium fortfahren in unserem Studium dieses wunderbaren Berichtes über das Leben und Wirken von Jesus. Wir haben das letzte Mal uns Gedanken gemacht über den Verfasser Johannes Markus, haben die biblischen Belege zu seinem Leben uns angeschaut und versucht, daraus ein Bild zu gewinnen, wer er gewesen ist und welche Geschichte sein eigenes Leben uns heute sagen kann und sagen möchte. Wir haben gesehen, dass Gott Menschen für große Aufgaben gebrauchen kann, auch wenn sie am Anfang zunächst einmal versagt haben.

[1:30] Wir haben dann bereits die ersten 18 Verse uns angeschaut von Markus 1, und da wollen wir heute weitermachen. Wir wollen nicht nur das erste Kapitel zu Ende studieren, sondern auch noch das gesamte zweite Kapitel dazunehmen. Wie das letzte Mal schon angedeutet, folgen wir also nicht exakt den Einteilungen des Lektionsheftes, weil wir uns hier in dieser Spezialserie vorgenommen haben, das gesamte Evangelium im Gesamtzusammenhang zu beleuchten, nicht nur einige Geschichten. Es werden relativ viele Geschichten im Lektionsheft angeschaut, aber doch nicht alle. Wir wollen relativ gleich großen Abschnitten durch das gesamte Markusevangelium gehen und dadurch einen guten Hintergrund bekommen, eine Basis dann auch für die Gruppengespräche. Heute geht es um das Gespräch am 13. Juli.

[2:29] Bevor wir beginnen, möchten wir den einladen, der Johannes Markus inspiriert hat, diesen Bericht zu schreiben, den Heiligen Geist, dass er uns in alle Wahrheit führt und uns an das erinnert, was Jesus damals gesagt hat und was er damit gemeint hat. Und ich lade dich ein, lieber Freund, liebe Freundin, dass wir ein kurzes Gebet sprechen. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns das Evangelium von Markus gegeben hast, dass wir daran, wie auch in den anderen Evangelien und in vielen anderen Büchern der Bibel, Jesus besser kennenlernen können. Wir möchten dich bitten, dass du uns jetzt Freude schenkst am Studium deines Wortes, ein offenes Herz, das bereit ist, sich etwas sagen zu lassen, das bereit ist, sich belehren zu lassen, das bereit ist, auch Gebote von dir zu entdecken, die wir in unserem Leben durch den Glauben, durch deine Kraft auch umsetzen müssen. Herr, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du in dem Studium dich uns offenbarst, dass wir dich lieb gewinnen und dass wir ganz fest bei dir bleiben. Wir wollen Jesus und seinen Charakter immer besser verstehen, damit wir durch Anschauen verwandelt werden. Du hast gesagt, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast, und darum bitten wir dich jetzt im Namen Jesu. Amen.

[4:02] Wir beginnen direkt in Markus Kapitel 1, ab Vers 19. Wir haben das letzte Mal in Vers 18 aufgehört, als Jesus im Frühjahr des Jahres 29 in Galiläa einige seiner Jünger – in dem Fall waren das hier zunächst einmal Simon und Andreas – in den Vollzeitdienst berufen hat. Wie gesagt, diese Geschichte ist nicht der Beginn des Dienstes von Jesus. Wir haben das letzte Mal gesehen, Johannes Markus lässt, genauso wie Matthäus und dann auch Lukas, einen beträchtlichen Zeitabschnitt aus, der erst im Johannesevangelium dann noch näher beleuchtet wird, nämlich von der Zeit der Versuchung nach dem Ende der drei Versuchungen bis hin zum Dienst in Galiläa. Diesthalb Jahre ungefähr, die sind auch hier nicht weiter erwähnt, sondern nur in Vers 14 angedeutet, dass dieser Sprung gemacht worden ist. Jesus hat am See Genezareth zwei seiner Jünger, die schon seit über einem Jahr ihm immer mal wieder zeitweise gefolgt sind, in den Vollzeitdienst berufen. Er hat sie eingeladen, ihren Beruf aufzugeben und dafür Menschenfischer zu werden, Missionare und Botschafter des ewigen Evangeliums.

[5:24] Wir lesen weiter ab Vers 19, wo diese Geschichte jetzt fortgeführt wird: „Und als er von dort ein wenig weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes, die auch im Schiff waren und die Netze pflegten. Und zugleich berief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus samt den Tagelöhnern im Schiff und folgten ihm nach.“ Markus fügt hier in Vers 19 ein, dass Jesus nur ein wenig weiterging. Das heißt, die Boote waren also nicht weit voneinander entfernt. Und in Vers 20 fügt Johannes Markus im Vergleich – wir vergleichen insbesondere hier immer wieder auch Matthäus und Markus miteinander, weil dies ja sehr wahrscheinlich die beiden frühesten Evangelien gewesen sind, ziehen natürlich die anderen Evangelien dann auch immer wieder hinzu – und wir sehen hier in Vers 20, dass Johannes Markus neben dem Vater Zebedäus auch noch die Tagelöhner erwähnt. Und natürlich fällt uns auch wieder das Wort „sogleich“ auf. Da haben wir das letzte Mal schon drüber gesprochen. Allerdings gibt es das bei Matthäus dann an dieser Geschichte auch. Also, Jesus ruft direkt, und seine Jünger folgen ihm direkt. Und das ist das Kennzeichen wahrer Berufung. Jesus ruft nicht ohne Umschweife, er ruft immer sehr deutlich und direkt. Und echte Nachfolge heißt, diesem direkten Ruf auch direkt Folge zu leisten.

[7:06] Vielleicht noch ganz kurz der Hinweis, dass die Jünger hier ihren Vater bei Lebzeiten verlassen haben, was bedeutet, dass sie ohne Erbe und damit ohne finanzielle Sicherheit waren. Wir wissen, dass später auch Menschen gesagt haben, dass sie Jesus nachfolgen wollen, nachdem sie ihren Vater begraben haben, nachdem der also gestorben ist. Und hier sehen wir, dass Jesus besondere Menschen berufen hat, Menschen, die gewillt waren, auch ohne Absicherung Jesus ganz nachzufolgen, ihren Beruf an den Nagel zu legen, weil Jesus sie gerufen hat. Wenn Gott dich in den Vollzeitdienst ruft – und das macht er nicht mit jedem, nicht jeder Mensch ist berufen, Vollzeit für Jesus zu arbeiten, viele Menschen sind berufen, in der Arbeit, die sie haben, Gottes Willen zu tun, er hat sie für diese bestimmte Arbeitsstelle auserwählt – aber wenn Gott einen Menschen beruft, wenn er zum Beispiel dich oder mich in den Dienst beruft, in den Vollzeitdienst, dann dürfen wir wissen, dass Gott für uns sorgen wird. Das haben wir hier bei Jel Media in all den Jahren ganz hautnah immer erlebt. Und wir müssen nicht erst weltlich, menschlich, finanzielle Sicherheiten uns erarbeiten, bevor wir den Dienst für Jesus antreten.

[8:32] Wir gehen weiter zu Markus 1, Vers 21 bis 28. Die Geschichte ist deswegen so interessant, weil sie bei Matthäus gar nicht vorkommt, und Markus hier der erste ist, der sie berichtet. In Lukas wird sie dann später auch weitestgehend gleich aufgenommen. In Lukas erfahren wir dann, dass diese Geschichte hier stattfindet, nachdem Jesus gerade kurz zuvor in seiner Heimatstadt Nazareth, und zwar ebenfalls in einem Sabbatgottesdienst in der Synagoge, wohlgemerkt, abgelehnt worden war.

[9:10] Woher hat Johannes Markus diese Geschichte? Selbstverständlich ist er vom Heiligen Geist inspiriert, und ich denke, wir können durchaus davon ausgehen, dass diese Geschichte auch ihm von Petrus mitgeteilt worden ist, dass er das gehört hat, wie Petrus auch diese Geschichte gepredigt hat. Wir werden gleich sehen, dass Petrus bei dieser Geschichte ganz oder auch in den nachfolgenden Geschichten ganz direkt involviert gewesen ist.

[9:32] Vers 21: „Und sie begaben sich nach Kapernaum und gingen am Sabbat sogleich in die Synagoge und lehrten.“ Wir haben ein Beispiel wieder dafür, dass Jesus am Sabbat in die Synagoge gegangen ist, um dort zu lehren. „Und sie staunten über seine Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten.“ Dieser Vers dürfte einem Leser von Matthäus bekannt vorkommen. Er ist identisch mit Matthäus 7, Vers 29. Dort im Matthäusevangelium ist dieser Vers der Kommentar zur Bergpredigt am Ende der Bergpredigt in Matthäus 7, und dort Vers 29 macht Matthäus diesen Kommentar und sagt hier: „Denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten.“

[10:22] Nun, Johannes Markus wird die Bergpredigt in seinem ganzen Evangelium nie berichten, und so nimmt er diesen Gedanken, der natürlich nicht auf die Bergpredigt alleine bezogen ist, sondern nur anhand der Bergpredigt sozusagen illustriert wird, diesen Grundgedanken und erwähnt ihn hier im Zusammenhang mit der Predigt von Jesus in der Synagoge von Kapernaum. Er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten. Die Schriftgelehrten zur Zeit von Jesus, die predigten so, dass man verschiedene Dinge in die Bibel hineininterpretieren könnte. Es könnte so sein oder auch anders. Da war keine Kraft dahinter. Aber Jesus predigte mit der Kraft des Wortes Gottes. Hebräer 4, Vers 12 sagt uns, dass das Wort Gottes schärfer ist als ein zweischneidiges Schwert und dass es hindurchdringt, wie heißt es hier? „Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidiges Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.“ Wenn das Wort Gottes einfach als Wort Gottes gepredigt wird, dann hat es eine enorme Wirkung. Und die Schriftgelehrten und die Pharisäer, die haben viel menschliche, philosophische, theologische Spekulation betrieben und Streiterei, aber nicht das Wort Gottes einfach so ausgeteilt, wie es in der Bibel steht. Wir müssen so predigen, wie Jesus gepredigt hat: nicht formal, nicht kalt, nicht voller theologischer Zweifel, sondern wir sollen das pure, das reine Wort Gottes mit Kraft und Überzeugung so weitergeben, dass eine Bibelstelle die nächste Bibelstelle erklärt und dadurch die Wahrheit sich gegenseitig erleuchtet und wir das einfach nur weitergeben können, sodass sichergestellt ist, dass es nicht unsere Meinung ist, sondern Gott selbst zu den Menschen sprechen kann.

[12:19] Und nun passiert es in Vers 23 und 24: „Es war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist, der schrie und sprach: Lass ab! Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Nazarener? Bist du gekommen, um uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist, der Heilige Gottes.“ Nun, hier sehen wir, wie die Dämonen Jesus identifizieren. Auch sie kennen seine Göttlichkeit. Wir haben das letzte Mal gesehen, dass das Markusevangelium gleich am Anfang mehrmals die Göttlichkeit Jesu herausstellt. Das geht ja schon los mit dem Satz in Markus 1, Vers 1: „Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.“ Und immer wieder haben wir gesehen, auch bei der, zum Beispiel bei der Taufe, die Göttlichkeit, die Tatsache, dass Jesus der Sohn Gottes ist, besonders betont wird. Und hier sind es jetzt sogar die Dämonen, die ihn identifizieren und sagen: „Du bist der Heilige Gottes.“ Und wenn man Lukas dazu nimmt und die Geschichte, die direkt davor stattgefunden hat, am Sabbat davor, dann stellt man fest, dass die Dämonen die wahre Natur Jesu erkannt haben, aber seine Bekannten in Nazareth noch nicht. Zu dem Begriff „der Heilige Gottes“ haben wir einige Parallelstellen im Sendemanuskript, die könnt ihr euch dann anschauen.

[13:48] In Vers 25 lesen wir aber: „Jesus befahl ihm und sprach: Verstumme und fahre ab von ihm!“ Und dann in Vers 26: „Da zerrte ihn der unreine Geist hin und schrie mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus.“ Der Satan gibt nicht ohne Kampf auf, auch nicht in unserem Leben. Jesu Wort und seine Lehre haben Vollmacht, aber Satan gibt nicht einfach auf. Befreiung geschieht nicht ohne Kampf.

[14:23] Und dann heißt es in Vers 27: „Und sie erstaunten alle, sodass sie sich untereinander fragten und sprachen: Was ist das? Was für eine neue Art von Lehre ist dies? Mit Vollmacht gebietet er auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm.“ Dieses machtvolle Wunder von Jesus, dass er einen Dämon austreibt, einen besessenen Menschen befreit, den Satan im Leben dieses Menschen besiegt – dieses Wunder, dieses kraftvolle Wirken Jesu, wirft so Licht auf seine Lehre. Die Menschen sagen dann: „Was für eine Lehre ist das denn?“ Sie verbinden offensichtlich die Predigt von Jesus mit seinem Wirken für die Menschen in der Synagoge. Sind das nicht zwei getrennte Dinge, wo man sagen könnte, okay, das ist die Theorie, das ist die theologische Lehre, und hier ist dann die Kraft und die praktische Anwendung? Für sie ist diese Lehre so stark, dass sie dieses Resultat hat. Und wir dürfen nicht den Fehler machen, dass wir die Lehre von der Kraft trennen. Paulus sagt, dass das Evangelium die Kraft Gottes ist, aber doch ist das Evangelium eben auch die Botschaft. Sie erzählt von Jesus, von seinem Leben, von seinen Lehren, von seinem Leiden, seinem Sterben und seinem Auferstehen. Die Botschaft und die Kraft sind eins im Leben und Wirken von Jesus.

[16:04] Vers 28: „Und das Gerücht von ihm verbreitete sich sogleich hin das ganze umliegende Gebiet von Galiläa.“ Mittlerweile ist es euch auch wohl aufgefallen, bestimmt, oder? Es verbreitete sich sogleich. Die Kunde von ihm geht überall hin. „Gerücht“ meint hier also nicht im Sinne einer Gerüchteküche, dass falsche Dinge behauptet werden, sondern einfach die Kunde, die Nachricht, die Botschaft hat sich verbreitet. Wenn es damals Twitter oder Instagram gegeben hätte, dann wäre das viral gegangen. So ging es von Mund zu Mund und hat sich in ganz Galiläa, in der ganzen Gegend dort verbreitet, was Jesus in einer Predigt getan hat, und dass das, was er lehrt, dass die Lehre von Jesus einen Menschen aus den Fängen Satans befreit. Mögen wir die Lehre von Jesus so wiederentdecken, dass sie uns freimacht von allem, was uns bindet, freimacht von schlechten Gedanken, freimacht von Dingen, wo Satan uns von Gott fernhalten möchte. Mögen wir die biblische Lehre wieder als das entdecken, was sie ist: eine Kraft, die Kraft Gottes. Der Heilige Geist, um den wir beten, der hat die Aufgabe, uns an das zu erinnern, was Jesus gesagt hat. Er hat die Aufgabe, uns an die Lehre von Jesus zu erinnern und damit auch an die Kraft, die in dieser Lehre steckt. Lasst uns die Bibel so lesen, dass in diesem Wort genau die Kraft enthalten ist, die Jesus hier an diesem Sabbat in der Synagoge von Kapernaum gezeigt hat.

[17:47] Es folgt in den nächsten sechs Versen die Geschichte von der Schwiegermutter des Petrus. Die findet sich auch in Matthäus, und zwar Kapitel 8, Vers 14 bis 17. Dort ist sie ohne chronologischen Zusammenhang direkt eingebaut in einen thematischen Block. Bei Matthäus gibt es in Matthäus 5, 6 und 7 die Bergpredigt als eine Illustration seiner Lehre, und dann in Kapitel 8 und 9 vor allem viele Heilungswunder, die so thematisch illustrieren, wie Jesus geheilt hat. Das Ganze wird dann zusammengehalten durch zwei generelle Statements über sein Heilen, sein Lehren und sein Predigen am Anfang und am Ende der beiden großen Blöcke. Johannes Markus dagegen bettet diese Geschichte in ihren chronologischen Zusammenhang ein, nämlich dass sie direkt noch an diesem Sabbat stattfand, nachdem er in der Synagoge geheilt hatte. Außerdem gibt er noch mehr interessante Details zu diesem Tag, denn er berichtet auch ab Vers 35, was dann am darauffolgenden Tag geschah. Insgesamt ist also Johannes hier in dieser Geschichte ausführlicher, aber er lässt den Hinweis auf die Erfüllung der alttestamentlichen Prophezeiung in Matthäus 8, Vers 17 aus.

[19:08] Vers 29: „Und sogleich verließen sie die Synagoge und gingen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.“ Jesus hat später seinen Jüngern gesagt, dass sie in jeder Stadt, in jedem Ort, wo sie wirken, so ein Haus haben sollen, wo sie quasi ihre Basis haben. Und es scheint so zu sein, dass das Haus des Simon und Andreas die Basis gewesen ist, von wo aus Jesus auch seinen Dienst in Kapernaum ausgeführt hat.

[19:42] Vers 30: „Simons Schwiegermutter aber lag krank am Fieber darnieder, und sogleich sagten sie ihm von ihr.“ Das hat natürlich interessante Implikationen, nämlich dass Petrus verheiratet gewesen ist, wie wir auch aus 1. Korinther 9, Vers 5 erfahren. Und 1. Timotheus 4, Vers 3 zeigt natürlich auch die Irrlehre des Zölibats. Und das hat natürlich Implikationen auch für den Vollzeitdienst. Petrus hat seinen Job als Fischer an den Nagel gehängt, nicht nur ohne finanzielle Sicherheiten zu haben, sondern auch als ein verheirateter Mann. Sie sagten sogleich ihm von ihr.

[20:26] Und dann heißt es in Vers 31: „Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf, und das Fieber verließ sie sogleich, und sie diente ihnen.“ So schön, wie Jesus das machte: Er ergreift ihre Hand. Und was ist die Reaktion, als sie geheilt wird? Sie dient. Und auch das ist eine interessante Lehre für uns: Wenn Jesus uns heilt, dann ist es unser Vorrecht, ihm zu dienen.

[20:53] Vers 32: „Als es aber Abend geworden war und die Sonne untergegangen war, brachten sie alle Kranken und Besessenen zu ihm.“ Die Menschen haben offensichtlich gewartet, bis der Sabbat vorbei ist. Das Tragen einer Person galt ja als ein Werk. Wir erinnern uns an Johannes 5, zum Beispiel, wo die Heilung des Mannes, der 38 Jahre lang krank darniederlag, in den Augen der Pharisäer ein Sabbatbrechen dargestellt hatte, und dann auch, dass dieser Mann seine Trage noch getragen hat. Und obwohl Jesus im Gottesdienst einen Mann von seinem Dämon befreit hat, und obwohl er hier diese Schwiegermutter geheilt hat, sind die allermeisten Menschen der Meinung, dass sie erst warten müssen, bis der Sabbat vorbei ist, bevor sie zu Jesus kommen können mit ihren Anliegen. Und wie viel ist dadurch verpasst worden, weil sich die Menschen an diese menschliche Tradition, dass man am Sabbat nicht Heilung erleben darf, gehalten haben.

[22:14] Wir lesen jetzt in Vers 33 und 34: „Und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt, und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten lagen, und trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden, denn sie kannten ihn.“ Jesus heilt sehr viele, und das erinnert so ein bisschen auch an den zusammenfassenden Bericht in Matthäus 4, Vers 23 und 24. Wir finden auch wieder hier dieselbe Idee, dass er den Dämonen nicht zulässt, ihn zu identifizieren, so wie wir das schon in Vers 24 und 25 gesehen haben.

[22:53] Wir lesen weiter in Vers 35 bis 39. Wird jetzt berichtet, was am nächsten Morgen passiert ist. Diese Geschichte oder dieser Bericht hier, diese fünf Verse, finden sich so auch nicht in Matthäus, sind also hier bei Markus jetzt zum ersten Mal da. In Lukas kommen sie dann auch noch mal vor, etwas kürzer, in Lukas 4, Vers 42 bis 44. Matthäus hatte ja nur ganz allgemein davon berichtet in Matthäus 4, Vers 23 bis 25, dass Jesus solche Galiläa-Rundreisen gemacht hat, aber nie genau erklärt, wann was passiert ist, sondern nur den allgemeinen Fakt berichtet und dann exemplarisch die Bergpredigt für die Lehre und eine ganze Reihe von Wundern, nicht chronologisch geordnet, als Illustration seiner Wunder, seines Wunderwirkens, angeführt. Johannes Markus berichtet uns jetzt also offensichtlich wieder auch aus direkter Erfahrung dessen, was aus direkter Kenntnis dessen, was Petrus ihm erzählt hat, wie es nun zu dieser ersten Missionsreise kam und wie das Ganze direkt zusammenhing mit diesem ereignisreichen Sabbat in Kapernaum.

[24:06] Vers 35, ein besonders wertvoller Vers auch für sich ganz alleine genommen: „Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete dort.“ Dieser Vers ist vielleicht einer der schönsten und wichtigsten Verse über die persönliche Morgenandacht von Jesus. Jesus hat trotz aller Geschäftigkeit – der einen vollen Sabbat gehabt und dann noch über die Sabbatstunden hinaus noch viel gewirkt – hat sich Zeit genommen, wenn es am Abend dann sicherlich durchaus etwas

[24:40] am Abend dann sicherlich durchaus etwas später geworden ist, weil dort viele Menschen geheilt werden wollten. Er hat sich Zeit genommen am frühen Morgen, als noch kein Trubel war, um mit seinem Vater zu reden, um die Bibel zu studieren, um zu beten. Lieber Freund, liebe Freundin, lasst uns unsere Andachtszeit bewachen. Ich erinnere mich, als ich auf der Missionsschule war vor etlichen Jahren. Da haben wir eine Präsentation gesehen in einem Unterrichtsfach, wo es auch um die Morgenandacht geht. Und da wurde auf der PowerPoint-Präsentation ein Zitat gezeigt, dass wir unsere Abendandacht, unsere Morgenandacht bewachen sollen, eifersüchtig bewachen sollen. Und der der Lehrer hat dann ein Bild danebengelegt von einem – so, also nicht gemalt – ein Bild daneben gestellt von einem Mann mit einem, einem Soldat mit einer Kalaschnikow. Hat sich mir eingeprägt. Nicht, dass wir eine Kalaschnikow tragen sollen, aber diese Idee, dass der Satan natürlich versucht, uns abzuhalten von der Andacht. Das versucht er in meinem Leben und sicherlich in deinem Leben auch. Aber wir müssen die Zeit mit Gott eifersüchtig bewachen. Und wenn es hart auf hart kommt, vielleicht lieber mal auf ein Frühstück verzichten, aber nicht auf die Zeit mit Jesus, die Zeit, die stille, einsame Zeit mit Gott.

[25:53] In der Bibel steht in Psalm 5 Vers 4, dass wir früh morgens zu Gott beten, um seine Stimme zu hören, um zu wissen, was er uns aufträgt.

[26:03] Und eine Stelle, die uns besonders zeigt, was Jesus dort in der Morgenandacht erlebt hat, ist Jesaja 50. Steht nicht im Sendemanuskript, aber können wir trotzdem hier anführen: Jesaja 50 ab Vers 4. Gott der Herr hat mir die Zunge eines Jüngers gegeben, damit ich den Müden mit einem Wort zu erquicken wisse. Er weckt morgen für morgen, ja, er weckt mir das Ohr, damit ich höre, wie Jünger hören.

[26:32] Jesus hat zugehört. Er hat sich als ein Schüler in die Morgenandacht begeben. Jesus hat das nicht einfach nur als eine Zeit zum Ausruhen genommen, zum Chillen, sondern als eine Zeit zum Lernen. Und zwar, um zu lernen, was er dann den Müden an Hoffnung weitergeben konnte.

[26:52] Und dafür ist die Morgenandacht auch gedacht, nicht nur, dass wir auftanken, sondern dass Gott lehren kann, wie wir an diesem Tag ein Segen sein können.

[27:01] Wir lesen weiter in Vers 36: Und es folgten ihm Simon und die, welche bei ihm waren. Und als sie ihn gefunden hatten, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich. Simon wird besonders erwähnt. Er ist natürlich, wie wir schon mehrmals gesagt haben, eine der Haupt-, vielleicht die, also wohl die Hauptquelle für Johannes Markus und wird auch diese Details hier beigesteuert haben. Das griechische Wort für „folgen“ ist eigentlich „verfolgen“, also ein sehr starkes Wort im Neuen Testament, nur hier vorkommt. Ein sehr, ein gutes Beispiel für diesen allgemeinen, sehr plastischen, sehr eindrücklichen Stil von Johannes Markus, der so, so doch sehr anschaulich formuliert.

[27:44] Vers 38: Und er spricht zu ihnen: Lasst uns in die umliegenden Orte gehen, damit ich auch dort verkündige, denn dazu bin ich gekommen. Hier möchte ich kurz einhaken. Es gibt also offensichtlich noch viele Menschen, die geheilt werden wollen. Viele Menschen suchen ihn möglicherweise oder sicher sind nicht alle an diesem ersten Abend nach Sabbat-Sonnenuntergang geheilt worden.

[28:07] Aber Jesus möchte auch noch woanders hingehen. Das heißt, es hat selbst in Kapernaum Menschen gegeben, die hier an dieser Stelle nicht geheilt worden sind. Nicht alle Menschen im Land Israel, im Land Kanaan zur Zeit von Jesus, sind von Jesus geheilt worden. Wenn du ein gläubiger Mensch bist und du vielleicht keine Heilung erlebst von deiner Krankheit, ist das kein Beweis, dass dir der Glauben fehlt. Nun, eine echte Heilung kann nur geschehen durch den Glauben, aber es kann auch sein, dass jemand, der Glauben hat, trotzdem nicht geheilt wird, weil Jesus im großen strategischen Ganzen noch einen anderen Plan hat, den wir vielleicht nicht bis ins Letzte kennen. Hier gab es Menschen, die auch gehofft hatten, geheilt zu werden, aber sie wurden nicht geheilt, weil Jesus auch noch woanders hingehen musste, denn Jesus war nicht gekommen, um der Heiland von Kapernaum zu sein, sondern er wollte auch andere Kleinstädte, andere Ortschaften in Galiläa besuchen.

[29:14] Seine Mission war nicht auf diesen einen Ort begrenzt. Wie oft stehen wir, wie oft stehe ich in der Gefahr, dass wir es uns zu gemütlich machen und dass wir die Größe und das Ausmaß der göttlichen Mission aus den Augen verlieren. Lasst uns niemals nur in unserer Komfortzone Mission machen, sondern lasst uns auch hinausgehen. Lasst uns vom Heiligen Geist pushen lassen, dass wir auch wenn es immer natürlich viel zu Hause zu tun gibt und viel in der Heimatgemeinde und viel im engsten Umfeld, trotzdem auch die Nöte derer sehen, die weiter weg sind und die gar keine Gelegenheiten hätten, die Wahrheit kennenzulernen.

[29:52] Jesus lud Jünger ein, mit auf diese erste Rundreise zu kommen, was bedeutet, dass sie weniger zu Hause sein werden.

[29:58] Vers 39: Und er verkündigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die Dämonen aus. Das ist die erste Missions-, die erste, ja, gemeinsame Missionsreise, die erste große Galiläa-Rundreise, von der jetzt dann aus dieser Reise nur eine weitere Geschichte speziell berichtet wird, und zwar in Markus 1 Vers 40 bis 45: die Heilung des Aussätzigen.

[30:25] Die Geschichte findet sich auch in Matthäus Kapitel 8 Vers 2 bis 4. Johannes Markus erzählt sie noch ein bisschen detaillierter. Und laut Lukas 5 Vers 12 findet sie statt tatsächlich auf einer dieser Orte statt, in einer der Ortschaften, die Jesus auf seiner Reise besucht hat.

[30:48] Wir lesen in Vers 40: Und es kam ein Aussätziger zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie und sprach zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich reinigen.

[31:02] Aussätzige galten als ausgestoßen. Ihre Krankheit war ein Symbol für die Sünde schlechthin. Niemand durfte mit ihnen Kontakt haben.

[31:10] Hier geht ein Aussätziger volles Risiko. Er kommt zu Jesus. Er bittet ihn. Die Leute sind vor ihm geflohen, aber Jesus bleibt stehen. Er fällt vor ihm auf die Knie und dann sagt er interessanterweise nicht: Wenn du kannst, sondern er sagt: Wenn du willst.

[31:30] Dieser Aussätziger hatte keinen Zweifel an der Kraft Gottes. Er wollte viel mehr wissen, ob Gott auch persönlich ihn reinigen möchte. Vielleicht geht es dir auch so. Du hast keinen Zweifel daran, dass Gott dir Sünde vergeben kann, keinen Zweifel daran, dass Gott deine Probleme lösen kann. Aber was du dich fragst, ist: Will er das überhaupt? Hat er ein Interesse daran, mich persönlich zu heilen?

[31:59] In Vers 41 lesen wir die wunderschöne Antwort, die mein Herz berührt, und ich hoffe, dein Herz auch: Da erbarmte sich Jesus über ihn, streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will, sei gereinigt! Jesus hätte auch einfach nur so sagen können: Sei gereinigt! Aber ausgerechnet bei diesem Unberührbaren, bei diesem Aussätzigen, bei dem die Leute sich entfernt haben aus Angst, weil der Aussatz ja ansteckend gewesen, benutzt Jesus diese demonstrative Geste, indem er ihn berührt.

[32:33] Er berührt ihn. Er hat Erbarmen mit ihm. Jesus hat Mitleid mit unserer verzweifelten Situation, wenn wir in Sünde gefangen sind und niemand noch Hoffnung hat für uns, hat Jesus Erbarmen mit mir und mit dir.

[32:58] Er sagt: Ich will, sei gereinigt! In 1. Mose 1 Vers 3 heißt es: Es werde Licht, und es wurde Licht. Hier sagt Jesus: Es werde gereinigt! Und er wird gereinigt. Das Wort Jesu hat schöpferische Kraft. Jesus möchte uns ein neues Herz geben, ein neues Herz schaffen durch sein Wort.

[33:26] Vers 42: Und während er redete, also die Kraft des Wortes zeigt sich jetzt: Während er redete, wich der Aussatz natürlich, sogleich von ihm und er wurde rein. Markus ist hier noch präziser als Matthäus und macht deutlich: Es sind die Worte, die Jesus spricht. Während er diese Worte sagt: Ich will, sei gereinigt!, wird der Mann schon rein.

[33:51] Vers 43: Und das ist neu bei Johannes Markus: Und er ermahnte ihn ernstlich und schickte ihn sogleich fort. Vers 44: Und sprach zu ihm: Hab acht, sage niemand etwas, sondern geh hin, zeige dich den Priestern und opfere für deine Reinigung, was Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis. Eine sehr starke Formulierung, so wie in Markus 1 Vers 12, als es heißt, dass der, dass der Geist Jesus in die Wüste trieb. Er sagt, er schickte ihn mit einem klaren Befehl: Geh dorthin, geh zu den Priestern, denn Jesus wollte, dass die Priester ganz unvoreingenommen, ohne einen direkten Bezug zu Jesus zu sehen, diesen Mann auch tatsächlich für rein erklären.

[34:34] Er wollte ihnen eine Gelegenheit geben, auch zu sehen, dass Jesus, er Jesus sich keineswegs über die Anweisung, die Mose gegeben hatte, also die ja eigentlich er selbst dem Mose gegeben hatte in den Büchern Mose, hinwegsetzen würde. Er sollte nach all dem handeln, was die Bibel in diesem Fall zu sagen hatte oder zu sagen hat.

[34:55] Das ganze Reinigungszeremoniell für Aussatz kann man nachlesen in 3. Mose 14 Vers 1 bis 20. Und dann auch Vers 45 ist neu bei Johannes Markus, später bei Lukas dann auch noch mal vorhanden. Er aber ging und fing an, es vielfach zu verkündigen und breitete die Sache überall aus, sodass Jesus nicht mehr öffentlich in eine Stadt hineingehen konnte, sondern er war draußen an einsamen Orten, und sie kamen von allen Seiten zu ihm. Also diese Geschichte endet interessanterweise damit, dass die dass die Rundreise durch Galiläa einen Dämpfer bekommt, weil dieser Geheilte sich nicht an den Auftrag hält und Jesus jetzt sozusagen ähm, ja, etwas gehandicapt ist, in dem Sinne, dass er jetzt geheim an einsamen Orten sich aufhalten muss, um äh keine unnötige Aufregung zu verursachen.

[36:00] Nach dieser Rundreise kommt Jesus wieder zurück nach Kapernaum. Wir lesen in Vers 1 von Kapitel 2: Und nach etlichen Tagen ging er wieder nach Kapernaum, und als man hörte, dass er im Haus sei, da versammelten sich sogleich viele, sodass kein Platz mehr war, auch nicht draußen bei der Tür, und er verkündigte ihnen das Wort.

[36:26] Die Geschichte, die jetzt folgt, die Geschichte von der Heilung des Gelähmten, gibt es auch in Matthäus Kapitel 9 Vers 1 bis 8. Wiederum finden wir hier bei Johannes Markus etwas mehr Details, was wiederum auf die Predigten des direkt Beteiligten Petrus zurückgehen wird.

[36:39] Denn Petrus war ja derjenige, in dessen Haus das Ganze stattgefunden hat. Auch Lukas berichtet diese Geschichte dann in Lukas 5 Vers 17 bis 26. Hier Vers 1 hat Markus noch ergänzt gegenüber Matthäus, dass sie wieder im Haus sind und das kann sich eigentlich nur auf das Haus beziehen, das wir schon in Kapitel 1 Vers 29 gesehen haben, das Haus von Simon und Andreas. Und auf Vers 2 hat uns schon neue Detailinformation gegeben, dass nämlich die Menschen hier draußen vor der Tür sich befinden und dass Jesus dort im Haus des Petrus predigt. Lukas 5 Vers 17 trägt dann sogar noch nach, dass sogar Gesetzesgelehrte aus Jerusalem dort anwesend gewesen sind.

[37:36] Vers 3: Und etliche kamen zu ihm und brachten einen Gelähmten, der von vier Leuten getragen wurde. Johannes Markus gibt uns dieses interessante Detail, dass es nicht nur vier Freunde waren, die dieser Gelähmte hatte, sondern eine Reihe von Freunden, wovon vier ihn getragen haben.

[37:52] Vers 4: Und da sie wegen der Menge nicht zu ihm herankommen konnten, deckten sie dort, wo er war, das Dach ab, und nachdem sie es aufgebrochen hatten, ließen sie die Liegematte herab, auf welcher der Gelähmte lag. Auch hier gibt es neue Details im Vergleich zu Matthäus. Dieses Aufbrechen ist ein Aufgraben. Das Hausdach bestand damals aus Mörtel, Teer, Asche und Sand. Es wuchs sogar Gras auf dem Dach. Manchmal haben sogar noch Ziegen da oben gegrast. Und in Lukas 5 wird deutlich, dass es auch Ziegel dort gab. Das Bett, das sich herunterlassen ließ, ist im Griechischen das Wort „Krabatos“. Das kommt aus dem Lateinischen „grabatus“. Das ist die einfache Liege der Armen.

[38:44] Nun halten wir fest: Wenn du Jesus in dein Haus einlädst, kann es passieren, dass dein Dach kaputt geht, damit ein Sünder Jesus findet. Vers 5: Als aber Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Nicht nur der Gelähmte hat Glauben, sondern auch seine Freunde und Helfer. Ihr Handeln beweist ihren Glauben. Ihre Werke können ihn nicht heilen, aber ihre Werke können den Glauben ausdrücken, dass Jesus ihn heilen kann. Halten wir fest: Dieser Mann konnte nicht geheilt werden, und seine Sünden konnten nicht vergeben werden durch die Werke, die sie taten. Aber die Werke, die sie taten, indem sie das Dach aufgruben, ihn dorthin trugen, er sich tragen ließ und all das taten, was sie konnten, waren ein Beweis ihres Glaubens, dass Jesus retten kann.

[39:41] Glauben. Und Jesus beweist dadurch, dass er hier Sünden vergibt, seine Göttlichkeit. Und wir sehen wieder diesen Punkt, der bei Johannes Markus besonders immer uns auch deutlich wird: Jesus ist Gott.

[40:02] Interessant ist, dass der Gelähmte hier jetzt die Sündenvergebung erlebt und eigentlich kein weiteres Anliegen mehr hat. Jesus hat das eigentliche Anliegen seines Herzens erkannt, mehr noch als die Heilung von den körperlichen Gebrechen. Der Lähmung ist ihm eigentlich das Anliegen gewesen, ein neues Herz zu bekommen, die Lähmung der Sünde. Denn Sünde lähmt uns in unserem Lebenswillen, unserer Freude, in unserem, in der Fähigkeit, voranzukommen mit Gott. Sünde lähmt uns, und Gott hat hier, Jesus hat hier diese Lähmung hinweggenommen, indem er ihm die Sünden vergeben hat.

[40:43] Es geht aber noch weiter. Vers 6 und 7: Es saßen aber dort etliche von den Schriftgelehrten, wie gesagt, nach Lukas auch einige aus Jerusalem gekommen, die dachten in ihrem Herzen, in ihren Herzen: Was redet dieser solche Lästerung? Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein?

[41:01] Johannes Markus erklärt die Gedanken der Schriftgelehrten ausführlicher als Matthäus. In ihren Augen liegt Gotteslästerung vor, weil Sündenvergebung ein alleiniges Vorrecht Gottes ist. Und damit betont Markus genau den Punkt, wie gerade angesprochen, ausdrücklich, dass es um die Frage ging: Ist Jesus Gott, ja oder nein? Psalm 130 Vers 4 ist deutlich, macht deutlich: Bei Gott ist die Vergebung, damit Gott gefürchtet wird.

[41:29] In Jesaja 43 Vers 25: Die Vergebung der Sünden durch Gott hat etwas mit Gottes eigener Ehre zu tun. Daniel 9 Vers 9: Bei dem Herrn, unserem Gott ist Vergebung. Micha 7 Vers 18 macht sogar Gottes Unvergleichlichkeit an seiner Fähigkeit, Sünden zu vergeben, fest. Denn er sagte, und das sind bekannte Worte in Micha 7 und dort Vers ähm 18: Wer ist ein Gott wie du, der die Sünden vergibt, der die Sünde vergibt und dem Überrest seines Erbteils die Übertretung erlässt, der seinen Zorn nicht festhält alle Zeit, sondern Lust an der Gnade hat. Wer ist ein Gott wie du?

[42:18] Das Alte Testament macht es ganz deutlich: Sündenvergebung ist ein exklusives Recht Gottes. Jesus vergibt die Sünden. Sieh auch Römer 8 Vers 33: Gott ist es, der rechtfertigt.

[42:38] Die Strafe für Gotteslästerung war nach 3. Mose 24 Vers 16 übrigens Steinigung. Tatsächlich ist Jesus dann später wegen Gotteslästerung, das war der technische Anklagegrund, zwar nicht gesteinigt, aber gekreuzigt worden. Matthäus 26 Vers 65 sagt, dass der Anklagegrund Gotteslästerung gewesen ist.

[42:57] Vers 8: Und Achtung, sogleich erkannte Jesus in seinem Geist, dass sie so bei sich dachten und sprach zu ihnen: Warum denkt ihr dies in euren Herzen? Das gefällt mir so sehr, denn Jesus, indem er ihnen offenbart, dass er weiß, was sie denken, beweist er ihnen, dass er Gott ist. Denn Gott allein kennt die Gedanken. Sie hatten in ihrem Herzen gedacht, und Jesus hat ihre Gedanken gesehen. Sie haben sich gefragt: Wie ist das möglich? Er ist doch nicht Gott, so haben sie gedacht und haben dann es als Gotteslästerung bezeichnet. Aber indem er ihnen zeigt, dass er ihre Gedanken lesen kann, zeigt ihnen Jesus auf eine sehr feine, taktvolle Art und Weise, dass er Gott ist.

[43:42] Dieser Vers beantwortet die aufgeworfene Frage. Jesus wusste sofort vollumfänglich, so kann man das Griechische verstehen, was sie dachten. Schon Johannes 2 Vers 24 und 25 hat uns gezeigt: Jesus kennt die Gedanken der Menschen. Hebräer 4 Vers 13: Nichts kann vor Gott verborgen bleiben. Wenn sie ihre Gedanken aufgeben würden, könnten auch die Pharisäer gerettet werden nach Jesaja 55 Vers 7.

[44:10] Wir lesen weiter ab Vers 9: Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind die Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf und nimm deine Liegematte und geh umher? Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat auf Erden, Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf und nimm deine Liegematte und geh heim.

[44:41] Jesus möchte seine Macht der Sündenvergebung illustrieren. Er sagt: Damit ihr wisst, dass der Sohn des Menschen – wir denken an Daniel 7 Vers 13, 14, der König über die ganze Welt für alle Ewigkeit am Ende der Zeit, dass er Vollmacht hat auf Erden, Sünden zu vergeben, damit ihr das wisst.

[44:58] Damit klar ist, welche Macht Jesus auf dem Gebiet der geistlichen Heilung hat, wird Jesus jetzt diesen Mann körperlich heilen. Die körperliche Heilung, das macht die Geschichte ganz deutlich, ist eine Illustration für die Kraft Jesu, den Menschen von der Sünde zu heilen. Er hat die Vollmacht, die Autorität, das Recht auch. Diese Geschichte beweist die Göttlichkeit.

[45:27] Vers 12: Und er stand sogleich auf, nahm seine Liegematte und ging vor aller Augen hinaus, sodass sie alle erstaunten, Gott priesen und sprachen: So etwas haben wir noch nie gesehen. Das ist auch neu, was Markus im Vergleich zu Matthäus hier noch hinzufügt: So etwas haben wir noch nie gesehen. Vor aller Augen sogleich wird dieser Mann geheilt.

[45:52] Wir lesen weiter in Vers 13 und 14 die Berufung von Matthäus Levi, die sich auch in Matthäus 9 Vers 9 direkt an die Heilung des Gelähmten anschließt. Wir können also durchaus davon ausgehen, dass hier ein zeitlicher Zusammenhang besteht. Johannes Markus erzählt sie ein klein wenig ausführlicher.

[46:14] Vers 13: Da ging er wieder an den See hinaus, und die ganze Menge kam zu ihm, und er lehrte sie. Neues Detail hier bei Markus ist, dass er wieder zu dem See Genezareth geht und Jesus dort am See dann auch offenbar weiter gelehrt hat. Vers 14: Und als er vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, an der Zollstätte sitzen, und er sprach zu ihm: Folge mir nach! Und stand auf und folgte ihm.

[46:47] Die Reputation der Zöllner war katastrophal. Sie galten so etwas, sie waren ungefähr auf derselben Stufe wie Prostituierte nach Matthäus 21 Vers 31 und 32. Sie waren von Johannes dem Täufer ermahnt worden, sich nicht zu bereichern.

[47:00] Traditionell waren sie im römischen System für Bauprojekte, für die Versorgung von Armeen zuständig. Aber im ersten Jahrhundert war das ziemlich in den Hintergrund gerückt, und sie hatten noch viele andere Aufgaben dann. Ein Zöllner musste Griechisch und Aramäisch schriftlich beherrschen, und es ist durchaus naheliegend, dass Jesus den Matthäus Levi auch im Hinblick auf seine Schreiberfähigkeiten berufen hat als derjenige, der dann sozusagen als Augenzeuge das erste und auch große Evangelium, das Matthäus-Evangelium dann verfassen würde.

[47:40] In Markus und Lukas wird er Levi genannt. In Matthäus heißt er Matthäus. Später wird er auch in Lukas und Markus Matthäus genannt. Ob das jetzt ein Doppelname war oder ob er dann im Laufe der Zeit einen neuen Namen

[48:00] im Laufe der Zeit einen neuen Namen angenommen hat oder von Jesus bekommen hat. Das lässt sich aus der Bibel nicht genau eruieren, aber es handelt sich offensichtlich um dieselbe Person. Deswegen können wir vielleicht einfach erstmal pragmatischerweise ihn Levi Matthäus nennen. Er ist der Sohn des Alphäus, das wird auch noch von einem anderen Jünger gesagt, von dem Jakobus. Die Textstellen habt ihr im Manuskript.

[48:20] Und der Zoll in Kapernaum war eine lukrative Sache, denn der war sowohl für den Innenseehandel auf dem See Genezareth, wo einiges hin und herging, zuständig, als auch für die große Handelsroute zwischen Damaskus und den Häfen am Mittelmeer. Das war ein Hotspot sozusagen des internationalen Handels. Levi Matthäus muss also eine ganze Menge Geld verdient haben und das hat er zurückgelassen.

[48:53] Direkt darauf folgt jetzt eine Geschichte, die auch schon in Matthäus direkt danach, Markus hat also hier keinen Grund gesehen, das zu ändern oder anders zu machen. Konkret chronologisch findet diese Geschichte aber deutlich später statt. Wenn man das Buch "The Desire of Ages" von Ellen White dazu nimmt, dann stellt man fest, und das kann man dann ganz gut sehen, dass das, was in Vers 15 bis 17 beschrieben wird, deutlich später stattfindet, aber es wird hier sozusagen nebeneinander erzählt, weil es halt beides mit Matthäus Levi zusammenhängt und deswegen thematisch einfach so gut gepasst hat.

[49:34] Der Bericht hier ist relativ ähnlich zu Matthäus 9 Vers 10 bis 13, lediglich das Zitat aus dem Alten Testament in Matthäus 9 Vers 13 ist ausgelassen. Ist ja eine allgemeine Tendenz, die wir bei Johannes Markus immer wieder sehen, weil er offensichtlich an Leute schreibt, die das Alte Testament im Wesentlichen gar nicht wirklich kennen.

[49:52] Vers 15: "Und es geschah, als er in dessen Haus zu Tisch saß, dass auch viele Zöllner und Sünder sich mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch setzten, denn es waren viele, die ihm nachfolgten." Markus ergänzt hier, dass diese Zöllner und Sünder zu den Nachfolgern Jesu gezählt haben.

[50:14] Dann Vers 16: "Und als die Schriftgelehrten und die Pharisäer sahen, dass er mit den Zöllnern und Sündern sprach, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isst und trinkt er mit den Zöllnern und Sündern?" Bei Markus wird das immer noch mal mit betont, diese Wiederholung der Frage: die Zöllner und Sünder, die Zöllner und Sünder. Er möchte also wirklich unterstreichen, dass bei Jesus diese Menschen willkommen sind und die Pharisäer wollen einen Keil zwischen Jesus und seine Jünger treiben.

[50:42] Vers 17: "Als Jesus es hörte, sprach er zu ihnen: Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße." Und da haben wir eine ganze Reihe von Bibeltexten, die ihr anschauen könnt, um das vertiefen zu studieren. Aber Jesus macht deutlich: Seine ganze Mission besteht nicht darin, Gerechten einen Orden zu verleihen und sie zu belobigen, weil sie so gerecht gewesen sind. Seine Mission besteht darin, Sünder zu retten. Jesus kam für Sünder wie dich und mich auf die Welt. Er will dich retten. Er hat sich vorgenommen, mich und dich zu reinigen und für das himmlische Reich zu gewinnen. Das ist der Grund, warum er gekommen ist, und deswegen hat er gerne Kontakt mit uns, auch wenn wir vielleicht ein Leben gelebt haben oder gerade noch leben, das in keinster Weise Gottes Willen entspricht. In der Gegenwart Jesu finden wir die Zuversicht, dass er uns vergeben kann und dass er uns heilen kann und dass er uns wiederherstellen kann. Das habe ich in meinem Leben erlebt.

[51:42] Wir lesen weiter in Markus 2 Vers 18 bis 22. Dieser Dialog, der jetzt hier kommt, der schließt auch schon in Matthäus 9 direkt an den Bericht vom Festmahl des Levi Matthäus an. Beides steht in offensichtlichem Zusammenhang. Also, wir sind ab Vers 15 sozusagen ein bisschen zeitlich vorausgesprungen, weil das halt so gut mit der Berufung des Matthäus passt, weil jetzt Matthäus später dieses Festmahl macht, und was jetzt in 18 bis 22 steht, ist auch im zeitlichen Zusammenhang mit diesem Fest zu sehen. Und auch Lukas folgt dann später diesem Schema.

[52:19] Auch hier ist der Bericht ziemlich identisch mit Matthäus. Wir haben ein paar verdeutlichende Erklärungen von Markus, die wir auch hier erwähnen wollen.

[52:27] Vers 18: "Und die Jünger des Johannes und die der Pharisäer pflegten zu fasten, und sie kamen zu ihm und fragten: Warum fasten die Jünger des Johannes und der Pharisäer? Deine Jünger aber fasten nicht."

[52:43] Das Griechische scheint zu sagen, dass sie Fastende waren, das heißt, sie befolgten gerade eine Fastenzeit. Es war also quasi Fastenzeit nach den Traditionen der Pharisäer, die auch die Jünger des Johannes gepflegt haben. Und Jesus hat trotzdem in dieser Zeit des Fastens ein Festmahl besucht, das Matthäus zu seinen Ehren gegeben hat, um dann all seine Freunde einzuladen. Das ist also der eigentliche Konflikt: Es ist eigentlich gerade nach der Tradition der Pharisäer Fastenzeit, die fasten gerade, und sie fragen sich, warum macht ihr nicht mit?

[53:20] In Vers 16 hatte man versucht, Jesus bei seinen Jüngern schlecht zu machen. Jetzt in Vers 18 versuchen die Pharisäer, die Jünger bei Jesus schlecht zu machen. Wir sehen, wie von beiden Seiten der Satan versucht, durch sie einen Keil zu treiben zwischen Jesus und seinen Jüngern.

[53:33] Vers 19: "Und Jesus sprach zu ihnen:" Das ist jetzt sehr schön, sehr fein. Man kann so viel von Jesus lernen. Ich finde das eine ganz besonders interessante und schöne Methode, Jesus hier anwendet. Denn hier kommen nicht nur Pharisäer, hier kommen die Jünger des Johannes, die auch irritiert sind, warum Jesus da nicht mitmacht mit dem Fasten. Und Jesus sprach zu ihnen, und er scheint ganz bewusst die Jünger des Johannes im Blick zu haben: "Können die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten."

[54:16] Johannes hatte selbst in Johannes 3 Vers 29 auf die Nachfrage seiner Jünger über Jesus Folgendes gesagt, in Johannes 3 Vers 29: "Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der da steht und ihn hört, ist hoch erfreut über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt." Johannes hatte gesagt: "Ich bin nur der Freund des Bräutigams. Jesus ist der Bräutigam." Jesus antwortet also auf die Frage der Jünger des Johannes mit einer Aussage von Johannes, der für sie eine große Autorität war. Zu diesem Zeitpunkt ist er dann schon tot gewesen. Die Antwort von Jesus ist also sehr einfühlsam, erinnert die Jünger an die Worte ihres eigenen Lehrers.

[55:06] Vers 20: Vielleicht können wir noch dazu erwähnen, dass Jesaja 58 uns das wahre Fasten zeigt. Und einem Menschen zu helfen, Sündern und Zöllnern den Weg zum ewigen Leben zu zeigen, ist eigentlich viel stärker ein Fasten, als wenn man einfach aufhört zu essen.

[55:24] "Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, und dann in jenen Tagen werden sie fasten." Und es gibt Beispiele für späteres Fasten. Wir haben die Texte hier in der Apostelgeschichte und auch im zweiten Korintherbrief aufgeführt. Die Apostel haben durchaus später dann auch immer wieder zu besonderen Zeiten gefastet.

[55:46] "Und niemand näht einen Lappen von neuem Tuch auf ein altes Kleid; sonst löst sich sein neuer Flicken ab vom alten, und sein Riss wird schlimmer."

[56:00] Es sind also zwei Gleichnisse. Wir haben einmal das, wir haben und Vers 22 noch Verzeihung: "Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der neue Wein die Schläuche, und der Wein wird verschüttet, und die Schläuche verderben. Sondern neuer Wein soll in neue Schläuche gefüllt werden."

[56:14] Wir haben zwei Gleichnisse, die beide Motive aus der Hochzeitsszene nehmen, ja, der Traubensaft und auch das Kleid. Die Lehre des Evangeliums, der neue Wein und das neue Tuch, die passen nicht zu den pharisäischen Traditionen, nämlich den alten Schläuchen und dem alten Kleid. Man kann das alte menschliche Traditionelle nicht mit den neuen, also eigentlich ja alten, im Sinn des neuen Bundes, nicht ganz alten Ideen des ewigen Evangeliums verbinden. Für die Menschen war das damals so neu, was Jesus sagte, weil sie die Tradition gewohnt waren. Und Jesus sagt: Das, was ihr jetzt neu entdeckt, passt nicht zusammen mit den menschlichen Traditionen. Man kann es nicht einfach miteinander vermischen. Man kann nicht einen Kompromiss eingehen und sagen: Okay, wir nehmen einfach das Evangelium von Jesus und praktizieren es aber inmitten der menschlichen Tradition. Das würde nicht passen, das würde alles auseinanderreißen. Das Evangelium von Jesus ist nicht mit menschlichen Traditionen kompatibel.

[57:19] Und dann kommen wir zu einem letzten Ereignis, einer letzten Geschichte nach diesem Exkurs, den wir in Vers 15 bis 22 gehabt haben, wo Johannes Markus, genauso wie Matthäus, auch schon zeitlich vorausgesprungen ist, weil es halt mit der Berufung des Levi Matthäus thematisch gut gepasst hat. Kommt er jetzt wieder zurück in den eigentlichen Gang der chronologischen Geschichte ab Vers 23.

[57:43] Es kommt jetzt diese Geschichte von den Ähren am Sabbat. Es geht also da weiter, wo wir in Vers 14 sozusagen aufgehört haben. Die Geschichte gibt es auch in Matthäus 12 Vers 1 bis 8. Johannes Markus hat dem gegenüber drei Verse gestrichen, die einen starken Bezug zum Alten Testament hatten. Dafür gibt es aber jetzt einen Vers neu, der den darauffolgenden Vers erklärt, dazu aber gleich noch mehr.

[58:06] Vers 23: "Und es begab sich, dass er am Sabbat durch die Kornfelder ging, und seine Jünger fingen an, auf dem Weg die Ähren abzustreifen." Was sie taten, war in Harmonie mit dem Gesetz. Das Abstreifen der Ähren galt nicht als Diebstahl nach 5. Mose 23 Vers 25.

[58:25] "Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Sieh doch, warum tun sie am Sabbat, was nicht erlaubt ist?" Jesus wird erneut eine Übertretung des Gesetzes vorgeworfen. Das haben wir schon Markus 2 Vers 7 gesehen, das haben wir in Johannes 5 auch schon gesehen, was zeitlich deutlich vorher gewesen ist.

[58:53] Und dann sagt Jesus in Vers 25: "Und er sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er Mangel litt und er und seine Gefährten Hunger hatten, wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote aß, die niemand essen darf als nur die Priester, und auch denen davon gab, die bei ihm waren?"

[59:14] "Habt ihr nie gelesen?" ist natürlich eine sehr pointierte Frage an Gesetzeslehrer. Die Gesetzeslehrer stellen also offensichtlich Regeln auf, die dem Zeugnis der Schrift widersprechen. Sie sollten es natürlich besser wissen. Diese Geschichte, auf die Jesus sich bezieht, findet sich in 1. Samuel 21 Vers 4 bis 7. Markus formuliert noch etwas krasser, dass er David Mangel litt, das zeigt also die Ernsthaftigkeit der Situation von David.

[59:44] Die Bestimmungen über das Schaubrot finden sich in 3. Mose 24 Vers 5 bis. Die sind eigentlich nur für den Priester und werden immer wieder am Sabbat erneuert. Das alte Brot darf von den Priestern gegessen werden. Auch das alte Brot wurde im Heiligtum aufbewahrt, damit es dort von den Priestern genommen werden kann.

[1:00:07] Vielleicht ein Wort zu dem Namen Abjatar. Der findet sich mit diesem Namen nur bei Johannes Markus, allerdings in einigen wichtigen Handschriften ist dieser Name nicht enthalten. Warum ist das von Interesse? Weil in 1. Samuel 21 der Hohepriester damals Ahimelech gewesen ist. Sein Sohn Abjatar war ein Gefährte Davids dann und später auch Hoherpriester. Gemeint ist offenbar, dass zu der Zeit Abjatars, der später als Hohepriester bekannt gewesen ist, dass sich das zugetragen hat. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass in einigen Manuskripten aber dann tatsächlich auch, dass es sich einfach um eine Erklärungsnotiz handelt, weswegen sie in einigen Manuskripten auch gar nicht enthalten ist, dieser Name Abjatar.

[1:00:59] Vers 27: "Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat wurde um des Menschen willen geschaffen, nicht der Mensch um des Sabbats willen." Und dieser Vers, der findet sich nur bei Markus, und das ist interessant, weil Markus ja für die Heiden schreibt und die vielleicht denken könnten, der Sabbat sei nur für die Juden gemacht. Aber Jesus sagt hier ganz deutlich, und das wird Petrus auch gepredigt haben: Der Sabbat ist für die Menschen gemacht, für alle Menschen, und zwar als ein Segen und nicht als eine Bürde. Verse über den Sabbat findet ihr hier im Manuskript.

[1:01:40] Und weil der Sabbat für den Menschen gemacht ist, das heißt für alle Menschen, jeder, der Mensch ist, braucht den Sabbat, ist ein Segen für den Menschen. Deswegen ist auch derjenige, der der König über alle Menschen ist, der König der Könige, der Sohn des Menschen, deswegen ist er auch der Herr über den Sabbat, denn der Sabbat wurde ja für die Menschen gemacht.

[1:02:07] Deswegen sagt Jesus in Vers 28, und damit schließen wir für heute, also Schlussfolgerung: "Also ist der Sohn des Menschen Herr auch über den Sabbat." Weil Jesus König über alle Menschen ist, hat er auch volle Autorität über den Sabbat, der ja für die Menschen gemacht ist.

[1:02:28] Wenn wir uns die Geschichten anschauen, dann stellen wir fest, dass wir Jesus auf vielfältige Art und Weise kennenlernen. Er ist es, der uns beruft in den Dienst, was immer das auch konkret sein mag, ob das der Vollzeitdienst ist oder auf Arbeit, wo er uns hingestellt hat, dass wir für ihn dienen. Er ist es, der durch sein Wort, durch seine Lehre, durch sein Evangelium den Satan besiegt, auch in unserem Leben.

[1:03:00] Er sieht die Weite der Mission und lässt sich nicht auf einen Ort begrenzen. Er will uns reinigen und er kann uns von aller Sünde erlösen. Er ist tatsächlich Gott. Er ist gekommen, um Kranke und Sünder zu berufen, so wie du und ich. Und seine Botschaft lässt sich nicht mit Traditionen einfach verbinden. Er ist der Herr des Sabbats, und wir wollen den Sabbat halten, weil Jesus unser König ist und wir seine Kinder sind und er für uns Menschen diesen Sabbat geschaffen hat.

[1:03:41] Nächste Woche wollen wir weiter studieren in diesem wunderbaren Evangelium. Heute wollen wir mit einem Gebet abschließen und Jesus bitten, dass das, was wir hier studiert haben, er in unserem Leben Wirklichkeit werden lässt. Lass uns gemeinsam beten.

[1:03:57] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast, dass wir es besser verstehen dürfen, dass du uns Freude geschenkt hast an deinem Evangelium und dass wir in den vielen Geschichten, die wir gelesen haben, die verschiedenen Aspekte deines Charakters besser kennengelernt haben. Herr, wir möchten Dich noch viel besser kennenlernen. Sei du bei uns, erfüll uns mit deinem Heiligen Geist, und Herr, reinige du auch uns von allem, was nicht zu unserem Leben gehört, und schenk uns den Glauben, dass du die Kraft und die Macht hast, uns zu erretten, dass deine Lehre eine große Kraft ist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:04:37] Damit sehen wir uns dann nächste Woche wieder. Wir werden dann weiter studieren in Markus 3 und auch schon in Markus 4 hineinschauen, und ich wünsche euch Gottes Segen im Studium seines Wortes. Bis zum nächsten Mal. Gott mit euch. Amen.

[1:04:54] [Musik]


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