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In dieser elften Lektion der Christ Study Hour Serie „Gottes Liebe und Gerechtigkeit“ beleuchtet Mirjam Giebfried die tiefgründige Frage „Was hätte ich sonst noch tun können?“. Sie führt uns durch die Begegnung Jesu mit Pilatus in Johannes 18, um Jesu Auftrag als König der Wahrheit zu verstehen. Der Vortrag setzt sich kritisch mit der Frage nach Gottes Allmacht angesichts von Leid und Ungerechtigkeit auseinander und ermutigt dazu, Gottes Macht durch das Hören auf die Wahrheit und das Umsetzen des Gelernten zu erfahren.


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Serie: Christ Study Hour 2025 Q1: Gottes Liebe und Gerechtigkeit

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Transkript

[0:05] [Musik] [Applaus]

[0:34] Hallo und ein herzliches Willkommen zu unserer Christ Study Hour hier bei JEL Media. Wir beschäftigen uns schon seit mehreren Wochen mit dem Thema von Gottes Liebe und seiner Gerechtigkeit. Wie können wir das zusammenbringen? Wie können wir Gottes Liebe und seine Gerechtigkeit noch besser erkennen und verstehen? Und nun sind wir in der elften Lektionswoche angekommen.

[1:00] Wir werden uns diese Woche mit einer Frage beschäftigen, die sich ein Arzt stellt, wenn ihm ein Patient auf dem Tisch liegen geblieben ist, die in Eltern zum Beispiel aufkommt, wenn sie sehen, dass ihr Kind einen falschen Weg eingeschlagen hat, oder die sich auch dann breit macht, wenn zum Beispiel jemand eine Prüfung nicht bestanden hat. Die Frage lautet: Was hätte ich sonst noch tun können? Und bevor wir uns damit beschäftigen, lade ich dich, lade ich euch ein, dass wir noch gemeinsam ein Gebet sprechen.

[1:45] Unser Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir jetzt gleich wieder dein Wort aufschlagen dürfen. Wir danken dir, dass du uns lehren möchtest. Herr, gib uns deinen Geist, führe du uns, dass wir dein Wort so verstehen, wie du es gemeint hast. Diese Frage, was hätte ich sonst noch tun können, hast du dir vielleicht auch manchmal in Anbetracht unseres Lebens gestellt? Ja, wir wollen nicht um Vergebung bitten, da wo wir falsch abgebogen sind, obwohl wir dich betrübt haben, obwohl du dich sehr um uns bemüht hattest. Lass uns aber heute hier und auch in der Zukunft deine Mühe nicht ausschlagen, sondern ziehe du uns weiter durch deine Liebe zu dir und gestalte uns zu den Menschen, die du in uns siehst. Ja, du weißt, was das Beste für uns ist, und du willst das Beste für uns, und ich danke dir, dass du so viel dafür tust und dass du deinen Sohn gegeben hast, und mit ihm, dass du uns alles gegeben hast, was du für uns hättest tun können. Ich danke dir dafür. Amen.

[3:09] Was hätte ich sonst noch tun können? Bevor wir uns weiter mit dieser Frage beschäftigen, wollen wir uns eine Begebenheit anschauen, bei der zuerst eine andere Frage gestellt worden ist, und zwar: Was hast du getan? Jesus war von einer halbmilitärischen Truppe gefangen genommen. Er wird Pilatus vorgeführt, der gerade unsanft aus dem Schlaf erwacht ist. Pilatus fragt: „Welche Anklage erhebt ihr gegen ihn?“ Und so finden wir in Johannes 18 die Geschichte, wo Jesus angeklagt wird ohne Anklagegrund. Pilatus will sich mit dem vorliegenden Fall erst gar nicht beschäftigen, aber die Truppe lässt nicht locker. Lasst uns gemeinsam Johannes 18 und dort ab Vers 33 aufschlagen. Johannes 18, Verse 33 bis 35. Denn dort lesen wir – als sie an Jesus vorbeikamen – Entschuldigung, Johannes 18 ab Vers 33.

[4:27] Pilatus ging ins Prätorium zurück und ließ Jesus vorführen. „Bist du der König der Juden?“, fragte er. „Bist du selbst auf diesen Gedanken gekommen, oder haben andere dir das gesagt?“, fragte Jesus zurück. „Bin ich etwa ein Jude?“, entgegnete Pilatus. „Dein eigenes Volk und die Hohen Priester haben dich mir ausgeliefert. Was hast du getan?“ Jesus fragte Pilatus, ob er sich selbst schon eine Meinung zu ihm gebildet hatte oder ob er nur das übernommen hatte, was er von anderen gehört hatte. Auf die Frage „Was hast du getan?“ hin macht Jesus nicht so richtig mit. Jesus beantwortet ihm die Frage nicht deutlich, sondern er bleibt an diesem Punkt hängen, an seiner Rückfrage: „Pilatus, hast du das nur von anderen gehört? Haben es dir andere in den Mund gelegt, dass ich der König der Juden sein soll, oder wer bin ich für dich?“

[5:42] Und da Pilatus Jesus noch nicht so wirklich kennt, ergreift Jesus die Gelegenheit, sich ihm ein bisschen besser vorzustellen. Deswegen lesen wir in Vers 36 in Johannes 18, Vers 36: „Mein Königreich ist nicht von dieser Welt“, antwortete Jesus. „Wenn es so wäre, hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht in die Hände gefallen wäre. Aber jetzt ist mein Reich nicht von hier.“ Das heißt, Jesus hat auch Diener und er hat ein Reich, das sagt er indirekt in seiner Antwort. Pilatus bemerkt das und so möchte er sich vergewissern: „So bist du also ein König?“, sagt er in Vers 37. Aber irgendwie hat sich sein Rätsel noch nicht ganz gelöst, denn der König der Juden kann Jesus ja wohl schlecht sein, wenn die Juden ihm hier gerade nicht dienen, sondern nach dem Leben trachten.

[6:52] Also, wovon spricht Jesus wohl? Jesus erwidert ihm unmissverständlich: „Du sagst es, ich bin ein König“, in Vers 37. Und Jesus ist nicht ein König, weil er dazu gewählt worden ist, so wie jetzt zur Zeit in Deutschland Wahlen sind oder waren. Jesus ist nicht zum König auserkoren, sondern Jesus sagt, dass er schon allein von seiner Herkunft königlich ist. In Vers 37 lesen wir: „Ich bin ein König, ich bin dazu geboren.“ Er sagt: „Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen.“ Und dann sagt er nicht nur, dass er König ist, sondern auch, was sein Auftrag als König ist oder seine Agenda: „Ich bin in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe.“ Das klingt ganz ähnlich wie Johannes 1, Vers 14, wo es heißt: „Und das Wort wurde Fleisch.“ Johannes 1, Vers 14 steht: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Auch da geht es darum, dass Jesus in diese Welt kommt, und er hat etwas ganz Besonderes dabei, nämlich die Wahrheit bringt, die er selbst ist. Die Wahrheit, sagte er dann später in Johannes 14.

[8:37] Das heißt, wir hatten das zum einen in Johannes 1 gelesen, ganz am Anfang, als so eingeleitet wird und auf Jesus hingeführt wird, und wir hatten das jetzt in Johannes 18 gelesen, kurz vor seinem Lebensende. Kurz vor seinem Lebensende hat Jesus immer noch vor Augen, was sein Auftrag und sein Platz auf dieser Welt ist. Und Jesus ist es wichtig, dass Pilatus ihn, Jesus selbst, erkennt, wie er wirklich ist, nicht was andere gesagt haben, was er von anderen irgendwo gehört hat, sondern Pilatus soll Jesus persönlich kennenlernen.

[9:22] Hast du dich auch schon einmal in einer ähnlichen Situation befunden? Vielleicht hast du von Jesus gehört, von anderen, aus Predigten, von Freunden, in der Gemeinde, im Bibelkreis, in der Sabbatschule. Vielleicht hast du sonst auch alles Mögliche von Jesus gehört, vielleicht nicht nur in der Kirche, sondern auch Aussagen wie: „Wie kann man nur heutzutage noch an Jesus glauben?“ Wir hören so vieles von verschiedenen Stimmen und Menschen. Manch einer mag ein Bild von einem weichen, von einem vielleicht sogar kraftlosen Jesus zeichnen. Jemand anderes mag sagen: „Oh Jesus, da ist doch der göttliche Zorn durchgekommen, als Jesus die Tische bei der Tempelreinigung umgestoßen hat.“ Es gibt viel über Jesus zu sagen, aber heute, heute soll es mal nicht um Menschenmeinung gehen. Wenn wir heute die Bibel aufschlagen, dann lass uns nicht darauf hören, was andere sagen, und nicht das im Kopf behalten, nicht uns ein Bild aus vielen Meinungen zeichnen, sondern lass uns darauf hören, was Jesus selbst zu sagen hat von sich. Denn wie wir hier dem Johannes 18 entnehmen konnten, Johannes 18, Vers 37, so sehen wir, dass es Jesus ein Anliegen ist, dass wir ihn selbst erkennen, wie er wirklich ist. Er hatte immer das Anliegen, die Wahrheit zu sagen. Er beschönigt sich selbst nicht, er malt aber auch nicht schwarz. Jesus sagt die Wahrheit, und deswegen lasst uns ihm zuhören und nicht vielen anderen.

[11:29] Ich muss vorausschicken, dass ich heute nicht auf alles in dem Lektionsheft eingehen werde, ist nicht mein Anspruch. Aber es gibt ein paar Stellen, mit denen wir uns genauer auseinandersetzen wollen. Es gibt auch eine Frage, die, glaube ich, schon immer wieder während den letzten Wochen aufgetreten ist, und zwar die Frage nach dem, na ja, wie mächtig ist Gott eigentlich und hat er doch alles in der Hand? Diese Frage ist ganz essenziell, weil sie, je nachdem welche Antwort wir darauf finden, ein anderes Licht auf Gott und seine Liebe und auch seine Gerechtigkeit wirft. Was würdest du denn sagen, wer hat in dieser Welt das Sagen? Ja, wir wissen, dass Gott mächtig ist, aber wer ist es, wer in dieser Welt das Sagen hat? Wenn ich jemanden auf der Straße treffe und sagt: „Wer regiert eigentlich die Welt?“, was würdest du antworten? Es gibt diesen Spruch: „Geld regiert die Welt.“ Ist es das, oder denkst du an den Fürsten dieser Welt?

[13:05] Antwort: Gott ist allmächtig. Das wissen wir, das setzen wir so oft voraus. Wir wissen, Gott ist allmächtig und Gott ist allwissend, Gott ist allgegenwärtig. Aber was ist, wenn Leid und Kriege kommen? Die kommen doch nicht von ihm. Wo ist Gottes Macht?

[13:28] In der letzten Zeit haben mich einige Hiobsbotschaften erreicht, schlechte Nachrichten von Menschen aus meinem Umkreis. Da war ein junges Ehepaar in Deutschland, das seine kleine vierjährige Tochter an einem Influenzavirus verloren hat. Und man fragt sich: Wie kann so etwas heute noch...? Ein Mitarbeiter wird gekündigt, dabei hat er seine Arbeit pflichtbewusst und gewissenhaft erledigt. Doch das Problem war, dass sein Chef, selbst verheirateter Familienvater, ein Verhältnis zu seiner Sekretärin hatte und ihr die Stelle des Mitarbeiters anbieten wollte. Er muss also Platz machen wegen nicht ganz moralischen Umständen. Der Mitarbeiter selber ist Alleinverdiener für seine Familie und er erhält aufgrund verschiedener Umstände kein Arbeitslosengeld. Ist Gott der Herrscher dieser Welt? Eine Studentin droht von ihrem Studium ausgeschlossen zu werden, weil ihr Praktikum nicht anerkannt wird und sie zu kurzfristig davon erfährt, um das Praktikum richtig nachzuholen. Und das würde bedeuten, dass sie in ihrem gesamten Bundesland nicht mehr in dem Studiengang weiter studieren kann und sie für ihr restliches Studium in ein anderes Bundesland wechseln muss, weit weg von ihrem Ehemann und von ihrer Kleintochter, die sie dann wohl nicht mehr so oft [sieht]. Und eine andere junge Frau wird von ihrem Ehemann geschlagen, weil sie sich zu ihrem Glauben bekennt. Sie ist schwanger und er fordert, dass sie das Kind abtreiben lassen soll, denn er ist nicht mit ihrem Glauben einverstanden. All das passiert in unserer Welt, und wir mögen uns fragen: Wer hat hier eigentlich die Zügel in seiner Hand? Ist es Gott, der wirklich über allem steht, oder hat nicht eher Satan hier seine Finger im Spiel? Wir dürfen wissen, es gibt diesen großen Kampf, und darauf kommen wir heute auch noch. Aber wer ist eigentlich der Herrscher in dieser Welt? Herrscht jetzt Gott oder herrscht Satan?

[16:26] Lasst uns ein paar Verse dazu aufschlagen in den Psalmen. Die Psalmen wurden geschrieben nach dem Sündenfall. Das ist, denke ich, für uns offensichtlich und doch an dieser Stelle relevant, denn hier ist nicht von einer heilen, makellosen Welt die Rede, sondern genau von dieser Welt, in der wir leben. Im Psalm 93, Vers 1 lesen wir: „Jahwe ist König, mit Hoheit umhüllt. Jahwe hat sich bekleidet, sich umgürtet mit Kraft.“ „Sogar die Welt steht fest, dass sie nicht wankt. Der Herr regiert“, heißt es in anderer Übersetzung. Gott ist der König, der Herrscher. Psalm 97, Vers 1, ein paar Verse, dann ein paar Seiten danach, dort steht: „Der Herr regiert. Jahwe ist König. Die Erde soll jubeln, die vielen Küstenländer freuen sich.“ Dort wird dann noch in den kommenden Versen Gott als Schöpfer und Herrscher in der Natur beschrieben. Psalm 99, Vers 1, auch dort heißt es: „Der Herr regiert. Es zittern die Völker. Er thront über Kerubim. Es bebt die Erde.“ Dann geht es darum, dass Gott im Himmel herrscht, dass Gottes Regierung, seine Art und Weise zu gehen, sein Gesetz unvergleichlich ist, und aber auch, dass Gott mächtig unter seinem Volk wirkt. Auch im Psalm 47, Vers 8 heißt es, dass Gott sogar über die Heiden regiert. Und wir können uns fragen: Ist es nicht seltsam, wenn Gott über die Heiden regiert, dann müssten sie ihn ja auch kennen und dementsprechend auch ja gläubig sein, oder? Oder nicht? Wenn Gott über sie regiert, dann müssen sie ihm gehorchen, dann müssten sie doch gläubig sein.

[18:36] Ich habe einen von diesen Psalmen herausgepickt und ihn mir ein bisschen genauer angeschaut, immer mit dieser Frage im Kopf: Wer regiert eigentlich auf unserer Welt? Wer hat die Macht über allem? Im Psalm 93, Vers 1 heißt es, dass der Erdkreis festgegründet steht und nicht wanken wird. Dass er die Erde, unseren Erdball, die Erdkugel in ihren Bahnen hält, ist schon Zeichen von seiner Macht, und das merken wir so nicht. Aber wir können Gott doch Danke sagen und das auch zum Anlass nehmen, um darauf zu vertrauen, dass er auch die Ereignisse auf dieser Welt in ihren Bahnen hält. Dann heißt es später weiter: „Dein Thron steht von Anbeginn.“ Das heißt, auch wenn es nicht so aussehen mag, hat Gott heute immer noch genauso Herrschaftsgewalt über das Universum wie damals, als er die Welt erschuf. Manchmal bekommen wir Angst, wenn wir die gegenwärtigen Ereignisse beobachten und sehen, was sich alles in der Welt tut, und es scheint vieles aus den Fugen zu geraten. Das tut es gewissermaßen auch, aber es ist nicht so, dass es Gottes Kontrolle entweicht.

[20:21] In Vers 3 und 4, das ist ganz interessant, Psalm 93, Vers 3 und 4, da lese ich mal aus der Übersetzung „Neues Leben“. Dort heißt es: „Es erhoben sich die Fluten, Jahwe, es erhoben die Fluten ihr Tosen, es erhoben die Fluten ihr mächtiges Rauschen. Mehr als das Wüten gewaltiger Fluten, das Brausen der Brandung am Meer, ist Jahwe, der Herr in der Höhe.“ Hier ist von großen Fluten, von Wellen die Rede, und ich fand das interessant, dass der Psalmist genau dieses Bild gewählt hat. Denn dieses Bild von vielen Wassern kommt uns nicht unbekannt vor. Wir finden es auch in Offenbarung 17, Vers 15, und da gleich die Auslegung dazu, wo es heißt, dass die vielen Wasser für viele Völker stehen. Und mit diesem Vergleich im Hinterkopf klingen Vers 3 und 4 noch mal ganz anders und noch viel, ja, aktueller, muss man fast sagen. Denn auch jetzt können wir beobachten, wie sich auf der Welt vieles tut. Dann würde es heißen: „Denn auch wenn Völker aufbrausen, wenn sich ein Land mit geschwellter Brust gegen ein anderes hebt, auch dann gilt, dass Gott mächtiger ist als das Brausen großer Wasser und als die Meereswogen.“ Denn am Ende von Vers 4 heißt es, oder überhaupt in Vers 4: „Mehr als das Wüten gewaltiger Fluten, das Brausen der Brandung am Meer, ist Jahwe, der Herr in der Höhe.“ Noch mehr, noch größer ist Gott.

[22:24] Hast du – lass uns ein bisschen bei diesem Bild bleiben – hast du schon einmal eine Welle beobachtet? Vielleicht beim letzten Strandurlaub. Wenn so eine Welle – und ich kann leider nicht surfen – aber wenn so eine Welle sich erhebt, dann kann die immer größer werden, immer gewaltiger. Dann wirkt auch so ein kleiner Mensch auf seinem Surfboard winzig dagegen. Wenn sich die großen Wellen auftürmen, dann wirkt das Ehrfurcht erregend. Und ein bekannter Surfer, Laird Hamilton ist sein Name, einer, der bis zu 22 Meter hohen Wellen mit 80 km/h gesurft hat. Er ließ einmal folgenden Satz fallen: „Vor einer Welle sind wir alle gleich.“ Ich fand das interessant. Ich habe mir gedacht, na ja, also, ich mit einem Surfboard wäre bestimmt nicht genauso wie du, aber er sagt trotzdem: „Vor einer Welle sind wir alle gleich.“ Und das drückt ein bisschen aus, wie gewaltig und mächtig so eine brausende Welle ist. Das ist sicherlich etwas an seiner Aussage dran. Und wenn so eine Monsterwelle auf einen zukommt, dann macht es auch bestimmt keinen Unterschied mehr, ob du Donald Trump heißt, ob du Elon Musk heißt, ob du wie auch immer heißt. Nur auf Gott trifft das nicht zu. Psalm 93 sagt uns, dass Gott mächtiger ist als die Meereswogen in der Höhe.

[24:18] Aber warum? Diese Frage drängt sich dann auf: Wenn Gott doch so mächtig ist, warum macht sich seine Macht dann manchmal so verhältnismäßig wenig bemerkbar? Wo ist Gott, wenn ein Kind stirbt? Wo ist Gott, wenn Menschen leiden? Lasst uns noch einmal zu Johannes 18, Vers 37 zurückkehren, denn dort sagt Jesus: „Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe.“ Er weiß, wofür er seine Macht einsetzt und wozu auch nicht. Jesus war nicht in die Welt gekommen, um seine Macht zu demonstrieren, und er ist auch heute nicht im Himmel, um seine Macht zu demonstrieren, sondern ihm ist es noch mehr ein Anliegen, die Wahrheit zu offenbaren. Und dann heißt es in diesem gleichen Vers in Johannes 18, Vers 37: „Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ Wir bekommen oft so wenig von Gott mit, weil wir der Wahrheit kein Gehör schenken, weil wir die Wahrheit vielleicht erkannt haben, uns aber wenig damit beschäftigen, weil wir uns so wenig um sie scheren. Da ist viel Kraft und viel Macht drin. In diesem Buch ist so viel Kraft, so viel Macht, ja, von Gottes Allmacht, und wir sehen es oft so wenig, weil wir nicht aus der Wahrheit sind, so wie es Jesus formulieren würde. Wenn wir nur der Wahrheit mehr Glauben schenken würden, wenn wir das, was wir wissen, auch in die Tat umsetzen würden, dann würden wir Gottes Größe und Macht mehr erfahren. Ich glaube auch, dass das der Grund ist, warum heute auf der Welt Gottes Macht oft so in Frage gestellt wird, oft so wenig sichtbar ist. Gott möchte durch uns seine Macht offenbaren und nicht unabhängig von uns. Ich glaube, ein Beispiel dafür, wie sich Gottes Macht offenbart, sehen wir in der Natur. Die Natur, die Gott, obwohl sie auch die Zeichen der Sünde an sich trägt, die Natur, die trotzdem Gott gehorcht, und in der Gott seine Macht, wie zum Beispiel in den Wellen, zum Vorschein bringen lassen kann. Aber wie sieht das aus mit Gottes Macht in uns, im Menschenleben? Dort möchte Gott doch auch so viel tun, und wir sind oft wie eine Barriere, über die Gott auch nicht hinweggehen wird, weil er ja, weil er uns diesen freien Willen lässt, ob wir das zulassen.

[27:42] Also, wir haben jetzt gesehen, dass Gott Macht über alle Menschen, ja, über die ganze Erde und auch über das Universum hat, und dass er viel Macht hat. Denkt an die Welle. Wir haben auch gesehen, dass er seine Macht nicht missbraucht, sondern dass Jesus sich immer an seinen Auftrag gehalten hat. Er wollte die Wahrheit offenbaren. Jetzt ist aber noch die andere Frage: Wie viel Macht hat Satan? Und da gehen wir zu Johannes 3, Vers 8. Johannes 3, Vers 8, denn dieser Vers sagt uns: „Wer die Sünde tut, der ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“ Dieser Vers wirft Gegensätze zu dem auf, was wir bisher schon gesehen haben. Wir hatten gelesen, dass Jesus davon gesprochen hat, wie man aus der Wahrheit ist, und hier heißt es jetzt: „Wer die Sünde tut, der ist aus dem Teufel.“ Also, entweder ich bin aus der Wahrheit, oder ich bin aus dem Teufel. Wir hatten gelesen, dass Gottes Thron, das heißt seine Herrschaft, seit Anbeginn, also seit Anbeginn der Welt, und hier heißt es jetzt, dass Satan von Anfang an sündigt. Es gibt aber auch eine Parallele in diesem Vers zu dem, was wir bisher schon hatten, und zwar zu Johannes 18, Vers 37, wo Jesus sagt, dass er in die Welt gekommen ist, um die Wahrheit zu bezeugen. Und hier heißt es jetzt, dass Jesus, der Sohn Gottes, erschienen ist. Das ist das Gleiche, wie er ist in die Welt gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören.

[29:44] Werke des Teufels zu zerstören. Also wir sehen, wer die Wahrheit sagt, der wirkt dem Teufel entgegen, der zerstört das Werk Satans. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum es manchmal so schwer ist, die Wahrheit zu sagen, denn hier sehen wir buchstäblich den großen Kampf. Wir sehen, wie Satan kämpft, weil er ja nicht zerstört werden will. Andererseits macht uns das auch deutlich, wie wichtig es ist, dass wir die Wahrheit kennen und dass wir die Wahrheit weitergeben, denn immer dann, wenn wir das tun, wirken wir dem Satan höchstpersönlich entgegen. Satan hat viel Macht, aber seine Macht ist begrenzt. Seine Macht unterliegt immer dann, wenn die Wahrheit ans Licht kommt und wenn die Wahrheit ins Spiel kommt. Deswegen ist die Frage, die ich mir heute persönlich stelle: Wie viel Raum nimmt die Wahrheit in meinem Leben ein? Drängt das Satan zurück oder lasse ich das Wort Gottes so oft beiseite, dass Satan immer mehr vordringen kann?

[31:24] Im Sabbatschulheft stand, dass Satan die Macht des Todes hat. Aber bei mir stand dann, als ich den Vers in Hebräer 2 nachgelesen habe, dass er die Macht des Todes *hatte*. Denn wenn wir Hebräer 2 und dort die Verse 14 bis 16 aufschlagen, dann sehen wir, dass sich Satans Macht in einem bestimmten Aspekt ganz entscheidend verschoben hat, oder ja, dass er sie eigentlich – dass er sie verloren hat, so muss man sagen.

[32:08] Ich lese aus Hebräer 2, Verse 14 bis 16: "Weil diese Kinder nun Menschen von Fleisch und Blut sind, ist auch er ein Mensch von Fleisch und Blut geworden." Und da geht es um niemand anderen als unseren Heiland Jesus. Jesus ist Fleisch und Blut geworden, um uns ähnlich zu sein. "So konnte er durch seinen Tod den Teufel entmachten, der die Macht über den Tod hatte." Also die Macht über den Tod hat nicht mehr Satan, sondern die ist Jesus übergeben worden. "Und konnte die befreien, die durch Angst vor dem Tod ihr ganzes Leben lang versklavt waren." Ich wollte bis Vers 16 lesen: "Außerdem wissen wir ja, dass er sich nicht nur für Engel einsetzt, sondern für die Nachkommen Abrahams." Und das sehen wir, was Jesus für uns getan hat.

[33:03] Jesus hat auch dieses Stück seiner Herrschaftsgewalt wieder übernommen. Es hat ihm einiges gekostet, es hat ihm selbst das Leben gekostet, aber er hat es für uns getan, dass wir nicht sterben müssen, dass der Tod keine Macht über uns hat, sondern dass wir mindestens auf die Auferstehung hoffen dürfen.

[33:32] Was Jesu Tod sonst noch so ausgelöst hat, lesen wir jetzt, wenn wir Römer 3 aufschlagen. Auch das waren Verse, die in dem Heft angegeben waren. Und lasst uns Römer 3 ab Vers 23 lesen:

[33:58] "Denn alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren. Doch werden sie allein durch seine Gnade ohne eigene Leistung gerecht gesprochen, und zwar aufgrund der Erlösung, die durch Jesus Christus geschehen ist. Ihn hat Gott als Sühnopfer öffentlich dargestellt. Durch sein vergossenes Blut ist die Sühne vollzogen worden, und durch den Glauben kommt sie uns zugute. So hat Gott auch den Beweis erbracht, dass er gerecht gehandelt hatte, obwohl er die bis dahin begangenen Sünden der Menschen ungestraft ließ."

[34:35] Ich werde gleich noch genauer darauf eingehen, was hier eigentlich steht. In Vers 23 sehen wir, dass durch die Sünde Gottes ursprünglicher, herrlicher Plan gescheitert war. Gott hatte für uns Menschen eigentlich gedacht, dass wir so einen schönen Charakter haben können, wie er. Auch wir sind ja nach seinem Bild erschaffen worden, aber die Sünde hat dieses Bild zerstört.

[35:07] Dann finden wir in Vers 24 durch Jesus Erlösung von dieser Sünde. Das heißt, die von Gott vorgesehene Herrlichkeit kann wiederhergestellt werden. Und in Vers 25 erfahren wir, dass Jesu Opfer nur dem gilt, der auch glaubt. Also nur der, der glaubt, kann wirklich von Jesu Opfer profitieren, will ich damit sagen.

[35:37] Als Jesus stirbt, entfaltet sich Gottes Gerechtigkeit. Warum ist es so? Hier hieß es in Vers 25: "So hat Gott auch den Beweis erbracht, dass er gerecht gehandelt hatte, obwohl er die bis dahin begangenen Sünden der Menschen ungestraft ließ." Inwiefern hat sich Gottes Gerechtigkeit durch Jesu Tod noch stärker offenbart?

[36:02] Ellen White hat einmal einen Satz fallen lassen, der hieß – oder zwei Sätze: "Die Langmut Gottes ist wunderbar. Gott ist so geduldig." Dann sagt sie: "Lange wartet die Gerechtigkeit, während die Barmherzigkeit für den Sünder eintritt." Auch wenn sich das ein bisschen auf eine andere Begebenheit bezogen hat, als sie das geschrieben hat, ist das genau das, was hier passiert.

[36:36] Gott hat seine Barmherzigkeit über so viele Menschen walten lassen, und seine Gerechtigkeit ist dabei noch nicht so richtig zum Vorschein gekommen. Denn bis zu Jesu Tod hatten sich viele Sünden in der Menschheit angesammelt. Da war zum Beispiel Jakobs Betrug, da war der Ehebruch von David, da war zum Beispiel Nebukadnezars Stolz. All das waren Sünden, die ja Gott zwar nicht mehr angerechnet hat, aber wo noch nicht so wirklich der Ausgleich gekommen war. Man wusste noch nicht, wie diese Sünde bezahlt werden sollte. Diese Sünden waren vielleicht von Gott vergeben, aber noch nicht gerechtfertigt. Und als Jesus am Kreuz stirbt, wird die Schuld dafür bezahlt. So hat sich Gottes Gerechtigkeit gezeigt, dass die Sünde nun bezahlt worden war.

[37:33] Lasst uns jetzt noch Römer 5 lesen und dort die Verse 8 bis 10, wo das Ganze noch ein bisschen ausführlicher erklärt wird:

[37:50] "Aber Gott hat seine Liebe zu uns dadurch bewiesen, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren. Und nachdem wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch ihn erst recht vor dem kommenden Gottes Zorn gerettet. Denn durch den Tod seines Sohnes hat Gott uns ja schon versöhnt, als wir noch seine Feinde waren. Deshalb werden wir jetzt, nachdem wir versöhnt sind, erst recht durch die Kraft seines Lebens gerettet werden."

[38:26] Genau, also hier geht es darum, dass Jesus für uns gestorben ist und damit uns mit Gott wieder Versöhnung geschenkt hat, als wir noch nicht bessere Menschen waren, nein, als wir noch Sünder waren. Aber es geht auch darum, dass nicht nur Jesu Tod, sondern auch Jesu Leben für uns Wirkung hat. Sein Leben soll eine große Veränderung bei uns bewirken, denn sein Leben hat uns gezeigt, wie wir ohne Sünde sein können.

[39:06] Ich möchte noch einen weiteren Text mit euch anschauen, der uns Jesu Opfer noch etwas näher bringt. In Offenbarung 12, die Verse 10 bis 12 – das ist das Kapitel, wo wir den großen Kampf sehen, wo es um den Drachen geht und um die Frau geht. Und in Offenbarung 12 steht in Versen 10 bis 12:

[39:40] "Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: 'Jetzt ist es geschehen! Die Rettung ist da! Gott hat seine Macht unter Beweis gestellt. Das Reich gehört ihm. Von jetzt an herrscht Christus, sein König. Und hinausgeworfen ist der, der unsere Geschwister Tag und Nacht bei Gott verklagt hat. Und sie haben ihn besiegt, weil das Lamm sein Blut für sie vergossen hat und weil sie ohne Rücksicht auf ihr Leben sich zur Botschaft des Lammes bekannten, bereit auch dafür zu sterben. Darum freu dich, Himmel! Jubelt, die ihr darin wohnt! Doch wehe dir, Erde, und wehe dir, Meer! Denn der Teufel ist zu euch herabgekommen und rast vor Wut, weil er weiß, dass er nicht mehr viel Zeit hat.'" Ihr könnt das gerne auch bei euch zu Hause in eurer Übersetzung lesen.

[40:38] Hier geht es darum, dass Satan aus dem Himmel verbannt wird, weil Jesus gesiegt hat. Von jetzt an herrscht Christus, der König. Und ich habe ein Zitat dazu bei White gefunden, wo sie das Ganze ein bisschen beschreibt. Sie sagt:

[41:00] "Satan war einst ein Engel des Lichts in den himmlischen Höfen. Er war mit einer wichtigen Position betraut, aber er strebte nach mehr Macht und wollte Gott gleich sein." Das ist, was wir den großen Kampf kennen, wo in Satan die Sünde aufkommt, der Stolz, die Eifersucht auch, und das Ganze seinen Lauf nimmt. "Als Folge seines unheiligen Abfalls wurde er – wurden er und seine Anhänger aus dem Himmel verstoßen und zu Engeln der Finsternis. So wie Satan aus dem Himmel vertrieben wurde, so wird auch er seine Herrschaft in den Herzen und Köpfen derer, die Gott verherrlichen wollen, beraubt werden."

[41:44] Und jetzt bekommt das Ganze eine Anwendung auf uns. So wie Satan aus dem Himmel vertrieben wurde, was schon geschehen ist, so wird er auch seine Herrschaft in den Herzen und Köpfen derer, die Gott verherrlichen wollen, beraubt werden. Eines ist schon passiert: Satan ist aus dem Himmel vertrieben worden. Er hat nicht mehr den Zugang wie einst, als sein Fall noch nicht entschieden war. Aber was noch passieren muss, ist, dass Satan auch aus unseren Herzen und aus unseren Köpfen vertrieben wird.

[42:26] Und jetzt ist die Frage: Wie kann das passieren? Denn Satan sitzt mir noch so oft im Ohr und flüstert mir so manches ein. Satan hat hier auf der Erde noch so sehr seine Finger im Spiel. Wie kann es passieren, dass er auch aus meinem Herzen vertrieben wird?

[42:44] White lässt uns da Gott sei Dank nicht in Unwissenheit, beziehungsweise Gott durch sie. Denn dieses Zitat geht weiter. Dort heißt es:

[42:53] "Durch die Verkündigung des Evangeliums werden der Satan und seine Engel aus den Köpfen der Menschen vertrieben." Und Gott möge uns vergeben, dass die Verkündigung des Evangeliums noch nicht so vorangekommen ist, wie sie sollte, denn das ist das Mittel schlechthin, wie Satan aus den Herzen der Menschen vertrieben werden kann.

[43:19] Es heißt hier noch: "Durch den Glauben an das gepredigte Wort werden die Menschen befähigt, den Sieg zu erringen, und der Teufel verliert seinen Einfluss auf sie. So wird er schließlich seine Macht über alle verlieren, die weiterhin glauben. Sein Reich wankt und fällt vor der Darbietung der geheiligten Wahrheit."

[43:40] Jetzt wissen wir auch, warum Jesus in dem Merkvers sagt: "Ich bin gekommen, um die Wahrheit zu bringen", weil es das Mittel gegen Satan ist. Das ist so eine sanfte, aber erfolgreiche Methode, gegen Satan vorzugehen. Ich habe jetzt "sanft" gesagt, weil es nicht so "oh, haut drauf mit Feuer" ist, sondern es ist die Wahrheit. Er steht einfach zur Wahrheit, er offenbart die Wahrheit. Das ist sein Mittel. Und auch das Evangelium ist eigentlich das, was die Wahrheit ausmacht. "Durch die Verkündigung des Evangeliums werden der Satan und seine Engel aus den Köpfen der Menschen vertrieben." Möge Gott uns dazu anspornen, das Evangelium mehr zu verkündigen.

[44:34] Ich möchte noch ein bisschen weiter gehen. Und zwar war am Dienstag und am Donnerstag die Rede von Jesaja 5. Der Titel am Dienstag hieß "Das Lied meines lieben Freundes". Jesaja 5 klingt gar nicht so sehr nach Jesaja. Wenn einem jemand dieses Kapitel einfach so vorlesen würde und man es nicht so gut kennt, würde man es vielleicht eher bei den Klageliedern verordnen oder auch erstmal im Hohenlied. Ich glaube, diese Assoziation kommt nicht von ungefähr, aber dazu werde ich gleich noch was sagen.

[45:35] Wir sind in Jesaja 5, und ich lese dort die Verse 1 bis 4:

[45:48] "Ich will singen von dem, den ich liebe, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fruchtbaren Höhe. Er grub ihn um und entfernte die Steine und pflanzte ihn mit edelsten Reben ein. Er baute einen Turm darin und hieb auch eine Kelter aus. Dann wartete er auf die süße Frucht, doch die Trauben waren sauer und schlecht. Nun, ihr Bürger von Jerusalem, Männer von Juda, wie denkt ihr über meinen Weinberg und mich? Habe ich nicht alles an meinem Weinberg getan? Warum hoffte ich auf süße Trauben und er brachte saure Frucht? Jetzt sage ich euch, was ich ihm tue: Ich reiße seine Hecken aus, damit er von Herden abgeweidet wird. Ich breche seine Mauern ab, dass er von allen zertrampelt wird."

[46:44] Was für ein schreckliches Bild! Hier haben wir einen Weinberg, der liebevoll bepflanzt wird, die edelsten Reben. Ein schöner Weinberg, und man könnte doch erwarten, mit diesen guten Bedingungen – es gibt einen Turm, es gibt eine Hecke – mit diesen guten Bedingungen, was steht dem entgegen, dass auch eine gute Ernte eingefahren werden kann? Und doch hat der Weinberg nicht das gemacht, was er sollte.

[47:28] Ich sehe hier eine Parallele zum Hohenlied, deswegen, weil das Hohelied eigentlich das Buch ist, in dem ganz viel von Wein und von Weinbergen die Rede ist. Und vielleicht kennt ihr die eine Stelle im Hohelied 2, Vers 15, das uns zeigt, was so einen Weinberg in Gefahr gebracht hat. In Hohelied 2, Vers 15, heißt es: "Greift uns die kleinen Füchse, die den Weinberg verwüsten, denn unsere Weinberge blühen."

[48:04] Also hier in dem Hohelied 2 wird eigentlich vorher beschrieben, wie es Frühling wird, wie so alles schön ist. Und dann kommt es dahin, dass von dem Weinberg die Rede ist. Salomo hat viele Weinberge und hat sich wohl gerne dort aufgehalten. Und jetzt steht der Weinberg in Gefahr, weil es so kleine Füchse gibt, die den Weinberg verderben.

[48:45] White greift dieses Bild von den kleinen Füchsen auf, und sie legt uns aus, was eigentlich – oder wofür diese kleinen Füchse stehen. Warum sage ich das? Na ja, weil wenn es diese kleinen Füchse sind, die den Weinberg verderben, dann sollten wir uns dafür hüten. Was ist heute für uns, für mich persönlich, damit gemeint? Wie kann ich das verstehen?

[49:12] Er schreibt: "Es sind die kleinen Füchse, die die Reben verderben." Und da nimmt sie natürlich offensichtlich Bezug auf Hohelied 2, Vers 15. "Es sind die kleinen Füchse, die die Reben verderben: die kleinen Nachlässigkeiten, die kleinen Mängel, die kleinen Unehrlichkeiten, die kleinen Abweichungen von den Prinzipien, die die Seele blind machen und sie von Gott trennen. Es sind die kleinen Dinge des Lebens, die den Geist entwickeln und den Charakter bestimmen. Diejenigen, die die kleinen Dinge vernachlässigen, werden nicht darauf vorbereitet sein, schwere Prüfungen zu bestehen, wenn sie auf sie zukommen. Denke daran, dass die Charakterbildung nicht abgeschlossen ist, bevor das Leben endet. Jeden Tag wird ein guter oder ein schlechter Ziegelstein in das Gebäude gelegt. Du baust entweder schief oder mit der Genauigkeit und Korrektheit, die einen schönen Tempel für Gott ergeben."

[50:16] Also es geht hier um die Kleinigkeiten im Leben. Wenn wir dort sorgfältig sind, dann wird unser Leben wie ein schöner Tempel für Gott sein. Wenn wir dort schlampig sind, dann laufen wir Gefahr, dass dieser ganze Weinberg verdorben wird. Dieses Bild vom Weinberg kommt gleich auch noch in Matthäus 21.

[50:47] Jetzt hieß es aber in dem Hohelied 2, Vers 15, dass diese kleinen Füchse gemeinsam gefangen werden sollen. Und das zeigt uns, dass wir nicht alleine kämpfen müssen. Es zeigt aber auch, dass Jesus nicht einfach weit weg von uns kämpft und na ja, irgendwann wird dann offenbart, wer in dem großen Kampf gewonnen hat und wer nicht. Überraschung, nein, so ist es auch nicht, sondern das, was Jesus für uns tut und getan hat, hat unmittelbar mit uns zu tun. Nehmen wir es in Anspruch? Glauben wir, was er für uns getan hat? Davon hatten wir ja vorhin gelesen: Wenn wir durch den Glauben das gepredigte Wort – oder durch den Glauben an das gepredigte Wort – werden wir befähigt, Siege zu erringen. Also glauben wir, dass Jesus für uns den Sieg über die Sünde errungen hat, dann können wir das auch wirklich tun. Dann können wir die Sünde lassen, egal, was es ist, ob es der Alkohol ist, ob es die Notlüge ist, ob es falsche, böse Gedanken sind, ob wir Eifersucht, Stolz hegen, ob wir etwas begehren, was wir nicht begehren sollen. All das können wir durch den Glauben an die Wahrheit beiseitelegen.

[52:16] Und Gott ist es, der uns dabei hilft. Gott ist es, der sogar bei den Kleinigkeiten sagt: "Lass uns diese kleinen Füchse, die imstande sind, den ganzen Weinberg zu verderben, lass uns sie gemeinsam fangen." Wir müssen nur bereit dazu sein.

[52:32] Jetzt lass uns noch zu Matthäus 21 kommen. Matthäus 21, dort Verse 33 bis 39. Ich lese es einmal. Es ist ein ganzes Gleichnis, sehr anschaulich eigentlich. "Hört noch ein anderes Gleichnis: Ein Gutsherr legte einen Weinberg an, zog eine Mauer darum, hob eine Grube aus, um den Wein darin zu keltern, und baute einen Wachturm." Vertrautes Bild, das hatten wir soeben in Jesaja 5. "Dann verpachtete er ihn an Winzer und reiste ins Ausland. Er selbst kann die Ernte nicht bestellen, er ist nicht da, deswegen gibt er das weiter. Als die Zeit der Weinlese gekommen war, schickte er seine Diener zu den Winzern, um seinen Anteil an der Ernte abzuholen. Doch die Winzer fielen über seine Diener her. Den einen verprügelten sie, einen anderen schlugen sie tot, und wieder einen anderen steinigten sie brutal. Da schickte der Gutsherr noch einmal Diener, mehr als beim ersten Mal, aber mit denen machten sie es genauso. Zuletzt schickte er seinen Sohn zu ihnen, weil er dachte: 'Meinen Sohn werden sie es sicher nicht antasten.' Doch als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: 'Das ist der Erbe!'" Haben es schon von Ferne gesehen wahrscheinlich. "'Ah, das ist der Erbe! Kommt, wir bringen ihn um und behalten das Land für uns!' So fielen sie über ihn her, stießen ihn zum Weinberg hinaus und brachten ihn um."

[54:26] Wir können jetzt nicht ausführlich alles darlegen, wofür was steht. Ihr dürft dann gerne noch die Deutung dieses Gleichnisses lesen, auch im Buch "Bilder vom Reich Gottes". Und aus diesem Buch habe ich nur zwei Zitate mitgebracht, die ich noch lesen möchte.

[54:55] Es ist interessant, White geht darauf ein, was Gott für Abraham getan hatte, was Gott für Mose getan hatte, also für die Vorväter Israels, denn dieses Gleichnis ist vor allen Dingen ein Sinnbild für Israel. Sie sagt: "So viel hat Gott für sie gemacht." Und dann heißt es:

[55:20] "Diesem Volk wurden die Weisungen Gottes anvertraut. Es durfte ein besonderes Volk sein, so wie diese Winzer diesen besonderen Weinberg anvertraut bekommen haben. Sie waren durch die Vorschriften von Gottes Gesetz, die ewigen Grundsätze der Wahrheit, Gerechtigkeit und Reinheit, geschützt. Es war wie eine Hecke um sie herum. Der Gehorsam gegenüber diesen Grundsätzen sollte ihr Schutz sein, denn er würde sie davor bewahren, sich durch sündige Praktiken selbst zu zerstören. Und wie der Turm im Weinberg, so stellte Gott seinen heiligen Tempel in die Mitte des Landes. Christus war ihr Unterweiser, ihr Lehrer. Er war mit ihnen in der Wüste gewesen, so sollte er auch weiterhin ihr Lehrer und Führer sein. In der Stiftshütte und im Tempel wohnte seine Herrlichkeit in der heiligen Schechina über dem Gnadenthron. In ihrem Namen offenbarte er ständig den Reichtum seiner Liebe und Geduld."

[56:26] Gott wollte aus seinem Volk Israel ein Lob und eine Herrlichkeit machen. Er hat doch alles dafür getan. White geht noch genauer darauf ein, wie er auch während der Wüstenwanderung sie so geführt hat, Schritt für Schritt, um sie näher zu sich zu bringen, um an ihm den Charakter zu schleifen, den er eigentlich in ihnen sah. Gott wollte aus seinem Volk Israel ein Lob und eine Herrlichkeit machen. Jedes geistliche Privileg wurde ihnen zuteil.

[57:07] Gott – und jetzt hört zu – Gott hat ihnen nichts, nichts – ist ein wenig, ist viel? Nein, er hat ihnen nichts vorenthalten, was der Bildung eines Charakters förderlich gewesen wäre, der sie zu Repräsentanten seiner selbst gemacht hätte.

[57:35] "Was hätte ich sonst noch tun können?" Hatte Gott nicht alles getan? Was hätte er sonst noch für uns Menschen tun können, was er nicht schon getan hat? Wir haben heute gesehen: Gott hat seinen...

[57:47] Wir haben heute gesehen: Gott hat seinen Sohn gegeben, und an einer Stelle heißt es, dass er uns mit ihm noch alles geschenkt hat.

[57:56] Wir haben jetzt nur so in einem kurzen Blitzlicht gesehen, dass diese ganze Geschichte Israels eigentlich Gottes Mittel war, um ihnen seinen Charakter zu schenken, sie zu Repräsentanten seiner selbst zu machen. Wir haben gesehen, dass Gott uns verändern möchte, dass er mit uns wirken möchte. Wir haben gesehen, dass Gott geplant hat, durch die Verkündigung des Evangeliums – und das muss wohl Jesus im Hinterkopf gehabt haben, wenn er sagt, das Evangelium soll auf der ganzen Welt verkündigt werden – Gott hatte geplant, durch die Verkündigung des Evangeliums den Satan aus den Herzen auszutreiben.

[58:48] Hat Gott nicht alles getan, um uns zu erlösen? Und trotzdem zögern wir noch, trotzdem zweifeln wir manchmal an seiner Liebe, trotzdem sehen wir so oft nicht seine Wahrheit und Gerechtigkeit. Das ist eigentlich traurig. Aber wenn Gott doch schon alles getan hat, dann lasst uns seinen Plan noch mehr begutachten und lasst uns in seinem Plan mitwirken. Denn ich kann vielleicht nicht für meinen Nächsten entscheiden, ob er erlöst werden will, das kann ich nicht. Aber ich kann mich heute entscheiden, ob ich dieses Erlösungsgeschenk, was Gott mir gibt, annehmen will, ob ich zulasse, dass das Evangelium mein Leben verändert, ob ich an Jesus glaube und im Glauben seine Vergebung in Anspruch nehme. Ich kann mich heute entscheiden, dass Gottes Macht auch in meinem Leben wirksam und sichtbar werden darf. Und ich möchte mich auch dazu entscheiden.

[1:00:07] Wie sieht es mit dir aus, liebe Freundin, lieber Freund? Möchtest du auch zu Gott stehen, dass Gottes Wirken für dich nicht vergeblich war? Wenn deine Antwort Ja ist, dann lass uns jetzt gemeinsam beten und das auch Gott sagen. Und auch wenn wir in mancherlei Hinsicht vielleicht ihm unser Herz so nicht geben können oder uns es zumindest so erscheint, dann lass es ihm uns sagen, dass wir uns ihm aufs Neue übergeben.

[1:00:56] Lass uns beten.

[1:01:01] Unser Vater im Himmel, wir sehen manchmal, wie schwach wir Menschen sind. Und wer von uns könnte es sagen, dass wir nicht auch das verunehrt haben, was du uns gegeben hast? Vielleicht so nach dem Bild wie die Winzer in dem Weinberg.

[1:01:32] Auch dein Wirken, deine Macht auf dieser Welt missachtet und haben uns gefürchtet, oder wir haben zu anderen aufgesehen, die wir für mächtiger gehalten haben als wir selbst sind.

[1:01:45] Vielleicht haben wir die Geschichten in der Bibel gelesen, wie Jesus für uns ans Kreuz gegangen ist, und haben gar nicht verstanden, was das für uns bedeutet.

[1:01:56] Und heute stehe ich hier vor dir, stehen wir heute vor dir und wollen dich um Entschuldigung bitten.

[1:02:09] Denn das liegt nicht an dir. Du hast alles für uns getan, du hast alles für uns gegeben, was du konntest. Vergib uns, wenn wir das übersehen haben.

[1:02:22] Aber Vater, ich danke dir auch, denn du gibst uns in deinem Wort so eine große Hoffnung, dass wenn wir glauben, wenn wir uns an die Wahrheit halten, du durch dein Evangelium sogar den Satan aus unserem Denken und unseren Herzen austreiben kannst.

[1:02:41] Du möchtest uns wieder herstellen, du wirst uns frei von der Sünde machen. Es war heute so vieles, was wir angeschaut haben, und ich bitte dich, dass du das in uns nachwirken lässt, Vater.

[1:02:56] Bitte erringe du den Sieg über die Sünde in uns, dass dein Plan für uns in unserem Leben aufgeht. Ich will dir jetzt schon dafür Danke sagen. Amen.

[1:03:13] Da bleibt mir noch Gottes Segen zu sagen.

[1:03:16] Gott segne euch auch in der nächsten Woche, wenn wir das nächste Thema anschauen werden.

[1:03:22] Und denk daran: Die Wahrheit ist es, wofür Jesus in diese Welt gekommen ist, und die Wahrheit ist das, womit wir uns mehr beschäftigen dürfen, dass sie unser Leben zum Guten verändert.


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