[0:35] Hallo und herzlich willkommen zu einem ganz besonderen CSH Spezial extra hier auf www.yulmedia.de. Vor uns liegt ein neues Quartal, in dem wir uns mit einem wirklich faszinierenden Buch, dem Buch 2. Mose, beschäftigen werden. Wir werden dazu in einer Spezialserie anhand des Lektionsheftes uns durch die einzelnen Kapitel bewegen und nicht nur den Bibeltext genau unter die Lupe nehmen, sondern auch historische und archäologische Funde hinzunehmen, um die Frage zu beantworten: Können wir diesem biblischen Bericht wirklich vertrauen? Und ich denke, wir werden an vielen, vielen Stellen sehen, wie interessante Indizien und Belege das stützen, was die Bibel auch sagt.
[1:29] Es gibt in diesem Zusammenhang eine Frage, die immer wieder auftaucht, wenn es um den Exodus geht, nämlich: Wer war eigentlich der Pharao des Exodus? Und während wir in den 13 regulären Folgen dieser Spezialserie uns einfach den Themen entlang hangeln werden, so wie sie in den Kapiteln dann nacheinander erscheinen, wollen wir diese extra Ausgabe als Vorbereitung und auch als Einführung nutzen, um uns die Frage zu stellen, erst einmal, wann überhaupt war der Exodus? In welcher Zeit der ägyptischen Geschichte müssen wir nach den Indizien suchen und können wir sogar den Pharao genauer spezifizieren, wer das gewesen ist?
[2:15] Wir werden also heute uns ein bisschen mit Geschichte und mit Chronologie beschäftigen und auch ein bisschen versuchen zu verstehen, warum es darauf keine einfachen Antworten geben kann. Ein spannendes Thema, ohne Frage eines der Themen, über die es die allermeisten Theorien gibt im Internet, kann man zu allem Möglichen dazu etwas finden. Wir wollen uns hier auf biblische und verlässliche Daten der Geschichtsschreibung beziehen und wollen uns der Frage nähern, kann man diesen Pharao identifizieren und wenn ja, wer ist es gewesen oder wer könnte es sein? Diese Spezial, dieses Extra zur Spezialserie soll also quasi als großer Rahmen dienen. Wir werden dann in den einzelnen Folgen hier und dort wieder zurückgreifen auf dieses Extra, und es wird aber auch für sich alleine jetzt stehen können, als eine Einführung in die Frage, wann und wo verordnen wir historisch den Exodus und den Pharao, den die Bibel hier beschreibt.
[3:17] Bevor wir anfangen, und auch wenn es heute viel um Zahlen und um geschichtliche Überlegungen gehen wird, steht ganz im Zentrum der Wunsch, das biblische Geschehen für uns persönlich zu verstehen und auch die Glaubwürdigkeit der Bibel zu begründen. Und wir möchten Gott einladen, dass er unser Studium und unsere Überlegungen segnet und dass wir dadurch auch ihm ganz besonders näherkommen. Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen für die Bibel, die nicht nur ein Buch von klugen Sprüchen ist, sondern dein inspiriertes Wort, das von der Geschichte erzählt und aus der Geschichte wesentliche Lektionen für unser Leben uns präsentiert. Und Herr, wir glauben ganz fest, dass das, was du sagst, auch wirklich passiert ist. Und in einer Welt, in der immer wieder viele Menschen, auch viele Forscher bezweifeln, dass die Dinge sich wirklich so zugetragen haben, wollen wir heute uns ein bisschen Gedanken machen, was wir aus der Geschichte auch lernen können und wie wir verstehen können, wann und wo und unter welchem geschichtlichen Rahmen der Exodus stattgefunden hat. Wir möchten dazu verschiedene Theorien uns anschauen. Wir möchten dich um Weisheit bitten, auch um Demut, dass wir auch dort, wo wir nicht weiterkommen, auch das ehrlich zugeben und nicht Dinge behaupten, die wir nicht belegen können. Wir möchten dich bitten, dass du unser Studium segnest, dass du uns Freude schenkst und dass wir am Ende gestärkt aus diesem Studium herausgehen und wissen dürfen, dass dein Wort wirklich die Wahrheit ist, Herr. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[4:56] Ein kleiner Überblick über das, was wir jetzt in den kommenden Minuten machen wollen. Wir wollen uns zunächst einmal die biblischen Daten anschauen, wollen anfangen mit der Bibel. Was sagt die Bibel? Was sind die Eckpfeiler, die wir einschlagen können und sagen können, okay, das ist biblisch gesehen der Zeitpunkt, der Zeitraum des Exodus. Dann werden wir uns den ägyptischen Daten widmen. Also werden es nicht so machen, wie viele Forscher, die erst einmal die ägyptische Geschichte anschauen, sich überlegen, da könnte es gut passen, dann versuchen die biblischen Daten so hinzubiegen. Wir wollen mit den biblischen Daten anfangen. Wir glauben, das ist das Fundament, das ist der einzig wahre Maßstab. Und dann schauen wir uns die ägyptischen Daten an und werden dabei ein bisschen über die Probleme der ägyptischen Chronologie sprechen. Wir werden uns dann auch ein Gespür dafür bekommen, warum man nicht einfach ein Buch aus dem Regal greifen kann, aufschlagen kann und sagen kann, hier steht das Datum, jetzt ist es so. Dann werden wir uns ein bisschen die Frage stellen, welche Epoche kommt überhaupt in Frage, weil es da schon verschiedene Theorien gibt. Und wenn wir dann die Epoche genauer eingegrenzt haben, wollen wir die Pharaonen, die in Betracht kommen, uns anschauen und sehen, wie weit wir da kommen, ob wir dort den Pharao des Exodus bestimmen können.
[6:03] Wie wir alle wissen, in 2. Mose steht immer nur Pharao und das sind offensichtlich ja mehrere Pharaonen auch gemeint. Da gibt's einen Pharao zur Zeit von der Geburt von Mose und einen Pharao dann beim Auszug aus Ägypten und da sind 80 Jahre dazwischen. Das sind also mehrere Pharaonen, die wir hier für verschiedene Ereignisse in 2. Mose brauchen sozusagen. Wir werden sehen, ob wir da eine gute Lösung finden können.
[6:30] Fangen wir also mit der einfachen biblischen Frage an: Wann lebte Mose? Was sind die biblischen Daten für seine Lebenszeit? Und da fängt man in der Regel erst einmal viel später an und geht dann rückwärts, weil natürlich die späteste Zeit des Alten Testamentes am besten historisch, archäologisch auch mit den außerbiblischen Quellen korreliert und da man ganz deutlich auf das Jahr genau Dinge berechnen kann. Man fängt an mit dem Tod Salomos, als Israel in ein Nord- und Südreich geteilt worden ist. Das Datum, das heute in der Regel von allen vertreten wird – es gibt manchmal vielleicht Abweichungen von einem Jahr, aber das ist im Wesentlichen zu vernachlässigen – ist das Datum, das Edwin Thiele etabliert hat: 931 vor Christus.
[7:20] Das ist über 40 Jahre später als das Datum, was noch im 16. Jahrhundert von dem berühmten James Ussher errechnet worden ist. Und ich möchte kurz erklären, warum es zu dieser Diskrepanz gekommen ist. Ussher hat einfach die Bibel aufgeschlagen und die Königslisten, die Königsbücher durchgegangen, hat die Daten letztlich addiert und dann überlegt, ein System gefunden. Das war ja auch ganz gut. Edwin Thiele war ein adventistischer Theologe, der das bis heute maßgebliche chronologische Gerüst für die israelitische Königszeit erarbeitet hat. Das gibt zwar in Detailfragen manchmal unterschiedliche Meinungen, da werden ein paar Daten hier und da mal geschoben, aber so im großen Ganzen ist das ziemlich robust.
[8:00] Er hat zum Beispiel herausgefunden und nachgewiesen, dass teilweise verschiedene Kalender benutzt worden sind in Israel, teilweise der Frühjahrs- und teilweise der Herbstkalender, dass man auch unterschiedlich datiert hat. Teilweise hat man ein Regierungsjahr direkt begonnen in dem Moment, wo der König König wurde, ja? Das ist dann ohne Akzessionsjahr oder erst dann das erste Regierungsjahr gezählt beim nächsten Neujahr. Das ist dann mit Akzessionsjahr und dadurch konnte er ganz viele vermeintliche Widersprüche zwischen Königen und Chroniken zum Beispiel auflösen und es sind gar keine Widersprüche. Es wurden nur im Norden und im Süden unterschiedliche Systeme verwendet. Er hat dann auch viele Daten mit der Geschichte Assyriens korrelieren können, weil auch assyrische Könige für bestimmte Jahre dann sagen, dass sie dort und dort in Israel gewesen sind, den König dort getroffen haben oder so und das Ganze zusammengebaut. Also das sind zum Teil Dinge, die Ussher gar nicht wissen konnte, weil die assyrische Geschichte nicht bekannt war. Man kannte die Keilschrifttexte im 16. Jahrhundert noch nicht. Man wusste auch von diesen verschiedenen Datierungsmethoden nicht viel.
[9:11] Und Thiele konnte auch nachweisen, dass es zum Teil auch Koregentschaften gab, dass also einige Könige zum Teil gleichzeitig regiert haben, also Vater und Sohn. Auch das sind Dinge, die so ein bisschen die Zeit haben schrumpfen lassen, deswegen diese 40 Jahre Diskrepanz dann etwa entstehen. Und das ist ziemlich sicher jetzt. Also da ist die Fehlertoleranz so in der Regel vielleicht bei ein oder zwei Jahren. Also wir dürfen schon von diesem Datum ausgehen: 931 vor Christus, wie gesagt, plus/minus ein Jahr, da wird man sich nie ganz hundertprozentig sicher sein können, aber das ist ungefähr so dieser Rahmen. Ich habe trotzdem immer noch den Ussher mit dabei, einfach dass man den so einfach auch aus Respekt vor seiner Leistung damals mal so vergleichsweise dabei hat.
[9:55] Wir lesen jetzt in 2. Chronik 9, dass Salomo 40 Jahre regiert hat über Israel. Das heißt, wir kommen dann in das Jahr 971 als sein Regierungsbeginn. Entsprechend hat dann David 40 Jahre vorher im Jahre 1011 vor Christus angefangen zu regieren. Und jetzt kommen wir zu einem Vers, der für unser Thema nämlich ganz entscheidend ist. Das heißt in 1. Könige 6, Vers 1: "Und es geschah im 480. Jahr nach dem Auszug der Kinder Israels aus dem Land Ägypten, im vierten Jahr der Regierung Salomos über Israel." Hier wird eine Gleichung aufgestellt. Hier wird gesagt, das vierte Jahr Salomos war gleichzeitig das 480. Jahr nach dem Auszug aus Ägypten. Also, wenn wir jetzt das vierte Jahr uns anschauen, dann muss das entsprechend Edwin Thiele 967 vor Christus gewesen sein. Wenn das das 480. Jahr war, dann sind wir für den Exodus im Jahre 1446 vor Christus.
[11:06] Das ist das Datum, das man in aller Regel auch bei bibeltreuen Archäologen, Historikern, Theologen findet. Es gibt manchmal dann die Abweichung auf 1447, 1445, vielleicht auch gerundet auf 1450, wenn man sagt, okay, da könnten paar Jahre hier und da vielleicht doch ein bisschen anders zu bewerten sein, aber das ist ungefähr so der Rahmen Mitte des 15. Jahrhunderts, den wir biblisch für den Exodus haben. Es gibt hier verschiedene Theorien dementsprechend zum Exodus. Die eine ist also diejenigen, die wirklich dem biblischen Wort auch in den Zahlen vertrauen, gehen davon aus, dass der Exodus im 15. Jahrhundert vor Christus stattgefunden hat. Es gibt einige andere sogenannte Revisionisten, die sagen, na, das war eher im 13. Jahrhundert. Das sind dann die Leute, die sagen, Ramses II. – das hört man ja ganz oft, ist ja auch in Filmen oft vertreten worden – der wäre der Pharao des Exodus gewesen oder vielleicht sogar im 12. Jahrhundert. Das hat damit zu tun, dass man dann meint, archäologisch würde das vielleicht besser passen, wenn die Israeliten erst dann ins Land Kanaan hineingekommen wären und dann tut man halt die Zahlenangabe aus 1. Könige 6, Vers 1 (480. Jahr) einfach ignorieren oder anders erklären und sagen, das muss jetzt nicht so gewesen sein und geht dann eher so von den archäologischen Befunden, die man so interpretiert, aus und sagt, okay, das ist dann halt etwas später gewesen. Und dann gibt's natürlich die ultrakritische Theorie, die sagt, es hat nie einen Exodus gegeben und die Israeliten sind einfach irgendwelche Bauern gewesen, die da immer schon gelebt haben und irgendwann das Gefühl hatten, sie sind das Volk Israel. Aber das muss uns natürlich erstmal gar nicht interessieren. Wir bleiben hier einfach, weil wir auf der Grundlage der Bibel argumentieren wollen, bei der biblischen Position: Der Exodus fand im 15. Jahrhundert vor Christus statt.
[13:02] Wir wissen von Mose, dass er mit 40 Jahren schon einen Versuch unternommen hat, die Israeliten zu befreien, als er dort den Ägypter schlug und ermordete. Die Apostelgeschichte sagt uns in Kapitel 7, das ist der Stephanus, der das sagt und Inspiration des Heiligen Geistes, dass Mose 40 Jahre alt damals war und dann ist er natürlich aus Ägypten geflohen. Wir werden das in der ersten regulären Folge unserer Spezialserie dann uns noch ausführlich anschauen. Und 40 Jahre später erscheint ihm dann Gott, wie es 2. Mose 3 auch deutlich macht, der Engel des Herrn in der Feuerflamme eines Busches und beauftragt ihn, nach Ägypten zu gehen. Und dort innerhalb der nächsten Monate, so sieht es aus, kommt es dann zum Exodus. Das heißt, wir haben 80 Jahre, die hier das Leben von Mose vorher kennzeichnen. Das heißt, wir können, wenn wir jetzt das Datum von Thiele 1446 nehmen oder basierend auf Thieles Daten, sind wir im Jahre 1526 vor Christus für die Geburt von Mose und 40 Jahre später 1486 vor Christus für die Flucht. Ich habe einfach die Daten von Ussher dazu geschrieben, die sich dann ergeben würden, aber einfach nur so als Vergleichswert.
[14:23] Halten wir fest: 1526 Geburt von Mose, 1486 Flucht nach Midian, 1446 Exodus. Das sind so die drei Kerndaten, die wir entsprechend im Hinterkopf behalten wollen.
[14:36] Jetzt ist vielleicht noch die Frage für den Exodus nicht so relevant, aber für einige Fragen, die sich im Zuge des Exodus ergeben, zum Beispiel auch über das Bevölkerungswachstum in der Zeit. Das ist in 2. Mose 1 wird uns das auch beschäftigen. Schon interessant die Frage, wann kamen die Israeliten nach Ägypten? Und das ist zunächst mal scheinbar eine ganz einfache Frage, denn 2. Mose 12, Vers 40 sagt: "Die Zeit aber, welche die Kinder Israels in Ägypten gewohnt hatten, betrug 430 Jahre." Also ja, ungefähr gut 400 Jahre.
[15:06] Nun ist es aber so, dass der Paulus im Galaterbrief Folgendes sagt: "Nun aber sind die Verheißungen dem Abraham und seinem Samen zugesprochen worden. Es heißt nicht 'und dem Samen' als von vielen, sondern als von einem 'und deinem Samen'." Und dieser ist Christus, der bezieht sich dort auf 1. Mose 22. "Das aber sage ich: Ein von Gott auf Christus hin zuvor bestätigtes Testament wird durch das 430 Jahre danach entstandene Gesetz nicht ungültig gemacht, sodass die Verheißung aufgehoben würde." Man kann das so lesen, und das wird auch immer wieder getan, das ist auch nicht abwegig, dass Paulus sagen möchte, dass die 430 Jahre letztlich zwischen Abraham und dem Sinai, also dem Auszug aus Ägypten – der Sinai ist ja nur wenige Wochen, letztlich einige Wochen nach dem Auszug gewesen – dass diese 430 Jahre sich auf die Zeit von Abraham bis zum Exodus beziehen.
[15:57] Das ist natürlich ein Unterschied. Sind die 430 Jahre die Zeit quasi ab dem Zeitpunkt, wo Jakob nach Ägypten kommt oder beginnen sie mit Abraham? Das macht natürlich einen großen Unterschied, weil Abraham, Isaak und Jakob ja auch alt geworden sind. Wenn man sich 2. Mose 12 noch mal genauer anschaut, dann stellt man fest, dass in der Septuaginta, das heißt in der griechischen Übersetzung des Alten Testamentes, die schon vor der Zeit Jesu angefertigt worden ist, dieser Passus "welche die Kinder Israels in Ägypten gewohnt hatten" anders lautet, nämlich "im Land Ägypten und im Land Kanaan". Also in der Septuaginta wird angedeutet oder wird behauptet, dass die 430 Jahre sich auf die Zeit in Kanaan und in Ägypten beziehen. Also das ist eine interessante Stelle, genauso auch im Samaritanischen Pentateuch. Das sind also die fünf Bücher Mose in der samaritanischen Tradition. Und dort haben wir genau das Gleiche. Man kann das hier rechts unterstrichen lesen, von rot unterstrichen von rechts nach links: "im Land Kanaan und im Land Ägypten". Also es gibt diese Tradition, dass die 430 Jahre sich auf die Zeit der Patriarchen und der Sklaven, also der Unterdrückung in Ägypten, beziehen.
[17:15] Und das bringt diese Theorie der 215 Jahre dann hervor. Da geht man davon aus, also man weiß aus 1. Mose 12, Vers 4, Abraham war 75 Jahre, als er nach Kanaan gekommen ist und er war 100 Jahre bei der Geburt Isaaks. Das sind dann schon mal 25 Jahre. Isaak ist dann 60 Jahre alt, als Esau und Jakob geboren werden in 1. Mose 25. Das macht dann insgesamt 25 Jahre (Abraham bis Isaak), 60 Jahre (Isaak bis Esau und Jakob), und Jakob selbst war 130 Jahre alt, bevor er nach Ägypten kam. Das macht zusammen 215 Jahre. Und dann würden halt, wenn es insgesamt 430 Jahre sind, noch 215 Jahre verbleiben für die Israeliten in Ägypten. Schon auch ein Unterschied.
[18:02] Sind die Israeliten jetzt 400 Jahre oder 430 Jahre in Ägypten oder nur 215 Jahre und entsprechend 215 Jahre entfallen auf die Zeit der Patriarchen vorher in Kanaan, wo es ihnen ja auch zum Teil auch schon gar nicht so gut ging? Man kann natürlich aber auch argumentieren, der Paulus wollte letztlich gar nicht so eine genaue Definition machen und nicht exakt von Abraham bis zum Sinai rechnen, sondern hat er vielleicht einfach das Leben der drei Patriarchen so als eines gesehen. Ja, also Abraham, Isaak, Jakob, das ist halt so die eine Epoche und dann nach dieser Epoche kommen halt 430 Jahre in Ägypten. Das wäre durchaus auch vielleicht denkbar.
[18:47] Also halten wir fest, beide Theorien haben ihre nachvollziehbaren Argumente und da sehen wir schon, dass wir an diesem Feld nicht immer dogmatisch sagen können, es war jetzt genauso und alles andere heretisch. Klassisch sind also 430 Jahre. Die Variante sagt, es waren 215 Jahre wegen Galater 3, Vers 17, das so verstanden werden kann und auch den entsprechenden Lesarten im Samaritanischen Pentateuch und in der Septuaginta.
[19:14] Wenn wir 2. Mose 6, den Stammbaum von Mose anschauen, dann gibt es auch noch interessante Dinge zu beobachten. Dort finden wir den Stammbaum Moses wie folgt beschrieben: Levi, Kehat, Amram, Mose. Das sind letztlich vier Generationen. Levi ist natürlich der Sohn Jakobs. Kehat wissen wir aus 1. Mose 46, Vers 1, ist noch in Kanaan geboren. Also, der ist nicht in Ägypten geboren, sondern in Kanaan. Und sein Sohn ist nach 2. Mose 6, Vers 18, Amram. Und Amram ist verheiratet mit einer Schwester Kehats, also mit seiner Tante, und das ist die Jochebed, und sie zeugen den Mose in 2. Mose 6, Vers 20. Wir haben auch Jahreszahlen, wie alt sie geworden sind. Wir haben leider keine Jahreszahlen, wann sie jeweils den Sohn bekommen haben. Aber wir wissen, Kehat wurde 133, Amram wurde 137 und Mose ist dann 80 Jahre gewesen. Das heißt, selbst wenn wir annehmen, dass Kehat erst mit 133 Jahren den Amram gezeugt hat, was jetzt nicht so wahrscheinlich ist, und dann Amram erst mit 137 Jahren den Mose gezeugt hat, was auch nicht wahrscheinlich ist, sind es immer noch nicht 433 Jahre. Das heißt, wir müssen zwangsläufig davon ausgehen, dass hier Namen fehlen. Das ist jetzt nicht ausgeschlossen, aber wenn man den Stammbaum so nimmt, zumal ja auch der Amram die Schwester vom Kehat, also dann stellt sich die Frage, ob wir überhaupt 430 Jahre hier darunter kriegen. Zudem hatte ja auch Gott zu Abraham gesagt, sie sollen dann, wenn sie in dem Land der Knechtschaft sind, in der vierten Generation wieder hierherkommen. "Das Maß der Sünder Amoriter ist noch nicht voll." Das passt natürlich ganz gut jetzt hier zu diesem Stammbaum. Aber wenn wir noch weitere Generationen einfügen müssen, um diese 430 Jahre vollzukriegen, dann ist das auch mit der vierten Generation so eine Frage. Also wenn wir von dem 215 Jahre Modell ausgehen,
[21:20] Wenn wir von dem 215-Jahre-Modell ausgehen, dann können Kahat und Amram so im Alter von 65 bis 70 Jahren ihre Söhne bekommen haben, und das würde sich dann ganz gut ausgehen.
[21:29] In dem 400-Jahre-Modell müsste man weitere Generationen annehmen, und da müsste man erklären, wie das jetzt mit der Idee der vierten Generation zusammenhängt. Also, das sind Argumente, die auch durchaus in die Richtung weisen, dass der Auszug, dass der Aufenthalt letztlich nur 215 Jahre gewesen sind. Wir wollen uns hier nicht festlegen, schon gar keinen Märtyrertod über die Frage sterben, aber wir wollen das beides mal nebeneinander halten. Das heißt, wir haben jetzt zwei Daten für die Ankunft der Israeliten in Ägypten: entweder 1661, wenn wir von 215 Jahren ausgehen, oder entsprechend 215 Jahre vorher 1876, wenn wir von 430 Jahren ausgehen. Wir werden sehen, das werden wir auch noch für 2. Mose 1 brauchen, diese Frage 215 oder 430.
[22:19] Kommen wir jetzt also zu der Frage, wie das alles mit der ägyptischen Geschichte zusammenhängt. Dazu ganz kurz einen Überblick über die – in einer Minute oder zwei Minuten – gigantische ägyptische Geschichte. Da gibt es eine vordynastische Zeit, da gibt es offensichtlich kleinere Regierungsbezirke sozusagen und dann zwei Königreiche im Norden und im Süden, das Unterägypten und Oberägypten.
[22:47] Und aus dieser Zeit wissen wir sehr wenig, und es ist alles ein bisschen im Dunkeln, aber wir wissen, dass irgendwann dieses Reich geeint worden ist und dann diese ersten beiden Dynastien, die werden die frühdynastische Zeit genannt. Und dann kommt das Alte Reich. Das ist so die erste große Reichsbildung. Die dritte bis sechste Dynastie, das ist die Zeit der großen Pyramiden. Ja, der vierten, vor allem vierten Dynastie, das ist die Zeit dann auch, wo der Sonnengott so entsprechend groß wird in der fünften Dynastie, so verehrt wird. Das ist das Alte Reich.
[23:17] Und dann bricht das zusammen, und es gibt ein ziemliches Chaos, das nennt man die Erste Zwischenzeit. Da gibt es dann mehrere Dynastien, die zum Teil gleichzeitig nebeneinander sind, weil also das Land zersplittert ist.
[23:30] Und das endet dann in dem Mittleren Reich. Das ist so die eigentliche klassische ägyptische Periode. Da entsteht dieses klassische Mittelägyptisch, und dort entsteht die ganze Literatur, die man dann später weitergepflegt hat.
[23:44] Das Mittlere Reich, zwölfte Dynastie, das bricht dann langsam auch wieder auseinander. Da kommt die Zweite Zwischenzeit. Diese Zwischenzeiten sind immer so quasi die Täler, wenn man so möchte, ja, das Mittlere Reich, Alte Reich, das sind so die Höhepunkte, und das ist wie ein Tal. Auch hier sind die Dynastien gleichzeitig nebeneinander, zum Teil ausländische Dynastien aus Asien kommend, aus der Levante, das sind die sogenannten Hyksos.
[24:07] Werden wir auch noch ein bisschen mehr zu sagen in der ersten Folge dann.
[24:10] Und dann endet es damit, dass die Ägypter wieder die Herrschaft über ihr Land nehmen und einen richtig großen Militärstaat errichten mit nationalistischen Zügen. Und das ist das Neue Reich. Die 18. Dynastie und dann der 19. haben wir Ramses den Zweiten berühmt.
[24:29] Und dann bricht das auch wieder auseinander. Gibt's wieder verschiedene Dynastien gleichzeitig eine längere Zeit. Da sind wir dann in der 21. bis 25. Dynastie und dann in der Spätzeit, das ist dann so die Zeit von Jeremia, von Daniel. Das ist ziemlich sicher. Das sind so die letzten Zuckungen der ägyptischen Geschichte. Da wird's noch mal recht bedeutend, es ist dann ja dann von den Persern und dann auch Alexander dem Großen endgültig eingenommen wird.
[25:01] Wenn man jetzt versucht, die ägyptische Chronologie genauer zu definieren, gibt es eine Reihe von Problemen. Erstens sind die Königslisten zum Teil lückenhaft überliefert. Es gibt vor allem in den Zwischenzeiten gleichzeitig Dynastien, wo man gar nicht so genau weiß jetzt, wie man die zusammenbasteln soll. Die werden in den Überlieferungen aber meistens nacheinander gezählt. Vor allem bei dem berühmten Manetho, der dann in hellenistischer Zeit da die ganzen Dynastien aufgeschrieben hat, so als wären sie alle nacheinander gewesen. Dann ist auch das Quellenmaterial sehr ungleich verteilt. Es gibt von manchen Zeiten enorm vieles. Man kann das manchmal ganz genau Jahr für Jahr festlegen, was passiert ist. Und manchmal schwimmt man jahrzehntelang und weiß gar nicht, wo man genau ist. Und es gibt Ägyptologen, die meinen, dass zum Teil Jahrhunderte rausgenommen werden müssen aus der Chronologie. Also, da ist eine ganze Reihe von Problemen. Ist oft so, dass auch Koregentschaften nicht erwähnt werden, obwohl man sie dann irgendwann nachweisen kann, wenn man geschickt sich die Quellen anschaut, dass also Pharaonen zum Teil auch den Sohn dann schon regieren lassen und dadurch die Zeiten sich natürlich zusammenschieben.
[26:03] Und es gibt vor allem in der Dritten Zwischenzeit beträchtliche Unsicherheiten. Bis heute viele ungeklärte Fragen, und wenn man nicht genau weiß, wie lange die Dritte Zwischenzeit ist, dann weiß man auch nicht genau, wann jetzt das Neue Reich und wann das Mittlere Reich gewesen ist, weil das natürlich alles dann hin und her schiebt. Und das führt dazu, dass es selbst unter den besten Ägyptologen teils sehr divergierende Zahlen, Jahreszahlen gibt. Also, man darf bei dieser ganzen Frage nicht den Fehler machen, jetzt einfach eine YouTube-Dokumentation anschauen oder ein Buch aus dem Schrank nehmen und sagen, hier steht, der König regierte von dann und dann, dann war's so. Das ist oft nur eines von einer ganzen Reihe von Daten, die zum Teil um einige Jahre, um Jahrzehnte abweichen. Und dann gibt's zum Teil, wie gesagt, radikale Vorschläge sogar, dass man die Chronologien zum Teil sehr zusammenschiebt. Nicht alles davon ist immer sinnvoll, aber einfach, dass wir so einen Blick dafür bekommen: Wenn man ägyptische Chronologie sich damit beschäftigt, dann tritt man auf durchaus unsicheren Boden.
[27:02] Letztlich: Was sind die Anhaltspunkte? Das früheste wissenschaftlich unanfechtbare Datum, wo man nichts gegen sagen kann, das ist 670 vor Christus. Das ist, wenn dann die Assyrer gegen Ägypten ziehen, weil von den Neuassyrern haben wir ziemlich genau die Daten. Das ist ziemlich zweifelsfrei.
[27:17] Ansonsten haben wir allerdings auch Hilfen. Wir haben zum Beispiel Fälle, wo Könige wie zum Beispiel der Pharao Echnaton dann in der 18. Dynastie Briefe schreiben mit zum Beispiel dem assyrischen König Aschur-uballit. Dann wissen wir zwar noch nicht, wann die genau gewesen sind, wir wissen aber, dass die beiden gleichzeitig gewesen sind. Und wenn wir ungefähr wissen, wann Aschur-uballit war, dann können wir auch einschätzen, in welcher Zeitperiode ungefähr Echnaton gewesen ist. Das sind sogenannte Synchronismen.
[27:44] Dann gibt es astronomische Daten, die sind immer ganz beliebt, aber eigentlich, wenn man sie genau anschaut, extrem kompliziert, weil die Frage immer ist, wie genau hat man das eigentlich gemeint und wie genau hat man das beobachtet? Insbesondere, wenn es um Monddaten geht, das ist dann irgendwann sehr, sehr, sehr komplex, und dann sind diese Daten auch nicht eindeutig, weil es dann die Phänomene immer mal wiedergibt und dann die Frage, wann haben sie es jetzt gesehen? Also, das ist auch ein eigenes Feld für sich, wo wir hier nicht zeitlich so drauf eingehen können, aber da darf man sich nicht zu leicht einschüchtern lassen von einem Argument, ja, das ist wissenschaftlich durch astronomische Daten belegt. Das ist oft gar nicht so klar.
[28:21] Wenn wir uns ganz grundsätzlich anschauen, wie im Alten, Mittleren und Neuen Reich mit Sklavenarbeit umgegangen worden ist, dann stellen wir fest: Im Alten Reich haben wir keine Quellen, dass Ausländer Sklavenarbeit eingesetzt haben. Im Mittleren Reich finden wir dann etliche Semiten aus Palästina und Umgebung. Die werden aber meistens in den Haushalten eingesetzt, und das ist etwas, was schon ziemlich deutlich irgendwie so ein bisschen auch uns an Josef erinnert. Ja, das ist so das, was wir bei Josef auch in 1. Mose finden, dass er im Haushalt eingesetzt worden ist.
[28:54] Im Neuen Reich gibt es jetzt erstmals diese Strategie, dass Kriegsgefangene im großen Stil für Bauarbeiten rangezogen werden. Das ist ein erster wesentlicher Hinweis darauf, wo wir den Exodus einzuordnen haben. Zudem ist es so, dass die schon erwähnten Hyksos, diese Fremdherrscher, die aus dem syro-palästinensischen Raum wohl gekommen sind, in der Zweiten Zwischenzeit zwischen dem Mittleren und dem Neuen Reich erstmals diese Kampftechnik von Streitwagen eingeführt haben, die von Pferden gezogen werden. Das gab es vorher nicht in Ägypten. Das ist ein wichtiges Indiz, weil wir natürlich für den Exodus solche Streitwagen mit Pferden voraussetzen. Es wird in der Bibel immer wieder auch beschrieben. Es gab natürlich Wagen vorher schon, aber die müssen nicht von Pferden gezogen worden sein. Das waren auch keine Streitwagen. Also dieser leichte Streitwagen, das war eine ganz besondere militärische Technik, die über die Hyksos nach Ägypten kam, die es im Mittleren Reich dort noch nicht gab. Das ist ein ganz wesentliches Argument auch gegen einen Exodus im Mittleren Reich. Da müsste man erklären, wie, warum die Bibel dort von diesen Streitwagen und den Pferden spricht.
[30:06] Die 18. Dynastie ist die erste Dynastie des Neuen Reiches, wenn wir also uns mal auf das Neue Reich konzentrieren wollen, die diese asiatischen Hyksos vertrieben hat, die mehr als jemals zuvor eine Furcht vor Ausländern gefördert hat. Da gab es ja in Ägypten nicht nur die eigentlichen Ägypter, sondern auch andere Ethnien, die haben da seit Jahrhunderten teilweise gelebt, die wurden plötzlich verachtet. Deswegen habe ich vorhin gesagt, da war so ein großer nationalistischer Zug in dieser 18. Dynastie, und wir wissen auch durch Inschriften, dass es in dieser Zeit sehr viele Ausländer dort gegeben hat, die aus dem syro-palästinensischen Raum, also auch aus Kanaan und so weiter, dort gegeben hat, die auch dann für Zwangsarbeiten eingesetzt worden sind.
[30:51] Wenn wir uns die Pharaonen dieser 18. Dynastie anschauen, stellen wir fest, das sind die Pharaonen, das ist die Dynastie, die auch mit unseren biblischen Daten letztlich in bester Übereinstimmung ist. Ich habe auf der linken Seite die momentan aktuellsten wissenschaftlichen Daten aus dem Handbuch der Orientalistik entnommen. Da gibt's ein Fachbuch über ägyptische Chronologie. Das ist einer der Ansätze der sogenannten niedrigen Chronologie. Man hat in den letzten Jahrzehnten angefangen, die Daten alle ein bisschen herunterzusetzen. Daneben die hohe Chronologie, die wird heute nicht mehr so viel vertreten, ist früher beliebter gewesen. Das sind die Daten alle ein bisschen höher. Man hat also schon durchaus ein bisschen zusammengeschoben. Und wenn man jetzt aber ins Detail geht und die einzelnen Autoren, zum Beispiel die mitgearbeitet haben beim Handbuch der Orientalistik, dann zu den einzelnen Pharaonen einzeln befragt, dann stellt man fest, dann würden sich das auch wieder ein paar Jahre hier verschieben. Das ist auch die Frage, wie lange hat jemand regiert? Also sind alles so ungefähre Anhaltspunkte. Ja, das darf man nicht jetzt hier zu sehr in Stein gemeißelt betrachten, aber das ist die Zeit, die wir ungefähr betrachten. Wir haben Ahmose, Amenhotep I., Thutmose I., Thutmose II., die berühmte Hatschepsut, Thutmose III., Amenhotep II. und Thutmose IV. Wir wollen sie jetzt im nächsten Schritt ein bisschen einfach diese Pharaonen erstmal anschauen, wofür sie so berühmt waren, was sie gemacht haben. So keine langen Biografien, aber dass wir so einen Eindruck haben, dass es nicht nur Namen sind, sondern wir ein bisschen so das Gefühl bekommen, diese Persönlichkeiten dahinter mal so ein bisschen greifen zu können, um zu sehen, ob wir da so Dinge finden, die vielleicht mit der Geschichte des Exodus so überlappen und passen können, weil das wäre ja interessant, wenn wir uns auf die Daten nicht genau aufs Jahr genau verlassen können, wäre das ja auch ein wichtiger Ansatz.
[32:39] Also Ahmose war der Bruder des Kamose. Kamose war derjenige, der die Hyksos so richtig bekämpft hat. Und Ahmose hat dann diesen Befreiungskampf vollendet, hat letztlich Ägypten zu einem großen Staat geeint. Der ist letztlich der Gründer, wenn man so möchte, des Neuen Reiches. Eigentlich war er ja Teil der 17. Dynastie, man lässt aber einfach dann mit Manetho, weil das jetzt so eine große Leistung war, eine einfach neue Dynastie beginnen: die 18. Dynastie. Das ist die Zeit jetzt. Es gibt keine Pyramiden mehr. Also ganz sicher werden wohl die Israeliten keine Pyramiden gebaut haben. Dieser Brauch ist im Neuen Reich völlig aufgegeben worden. Wir werden davon ausgehen dürfen, dass die berühmten Pyramiden schon gebaut worden sind, bevor Abraham dort nach Ägypten kam.
[33:23] Ahmose, wie gesagt, der Gründer. Dann haben wir Amenhotep I. Man findet bei diesen Pharaonennamen oft auch die griechischen Namen. Ja, das darf man dann nicht verwechseln oder nicht irritiert werden. Es werden oft, weil halt Manetho dann in seiner Liste die mit griechischen Namen beschreibt, werden sie oft mit den griechischen Namen auch in der Literatur genannt. Das ist ein Amenophis der Erste, aber das ist dieser Amenhotep I., der hat dann Nubien alles wieder zurückerobert, und unter ihm gab es eine geistig-kulturelle Blüte in Ägypten. Er holt Wissenschaftler in den Hof, Techniker, Literaten, und es erklärt natürlich so ein bisschen auch mal unabhängig davon, wann genau Mose geboren ist und wann genau an den Hof gekommen ist, warum da so ein intellektuelles Klima am Hof gewesen ist, dass es diesem brillanten, dass es auch ermöglicht hat, dass der Mose eine so brillante Ausbildung bekommen hat. Ja, wir werden wir dann in der ersten Folge sehen. Der ist sehr gut ausgebildet worden, und auch die Bücher, die er schreibt, zeugen ja von einem extrem großen Genie. Und da hat es am Königshof des Neuen Reiches an den ersten Pharaonen hier so eine, ja, so eine Förderung solcher Leute gegeben.
[34:31] Dann haben wir Thutmose I. Der war interessanterweise kein direkter Verwandter von Amenhotep I., wohl aus einer Seitenlinie. Das ist ein Thema, das sich in dieser 18. Dynastie an den ersten Pharaonen immer wiederfindet. Das werden wir noch sehen, dass hier es irgendwie Probleme mit der Nachfolgeregelung gibt. Und von ihm ist ein großer Siegel in Syrien über das Mittani-Reich berichtet. Vor allem aber, also das ist so heutiges Nordsyrien und Südtürkei. Aber vor allem ist er bis über den vierten Nilkatarakt im Süden gekommen, soweit wie noch kein ägyptischer König jemals zuvor. Also das Neue Reich, das ist so kraftstrotzend, und da werden die Grenzen groß erweitert. Er ist der erste, der im Tal der Könige dann ein Grab anlegen ließ. Der berühmte Ineni war sein Architekt, und dort haben wir jetzt diese massiven Bauprojekte mit erzwungener Arbeit.
[35:28] Wo das sind jetzt in diesem Fall sicherlich nicht die Israeliten gewesen. Es gibt doch viele andere Kriegsgefangene, die da aus diesen Kriegszügen mitgebracht werden. Das Tal der Könige ist ja viel zu weit im Süden, als dass die Israeliten da in Frage kommen. Wir werden noch sehen in der ersten Folge, wo die gelebt haben, im Ostdelta. Aber das ist so diese Politik jetzt: große Bauten, Kriegsgefangene, nicht Ägypter werden zur Arbeit gezwungen, und während seiner Regierungszeit sterben die beiden Thronfolger, das Nachfolgeproblem. Ein Sohn von einer Nebenfrau wird neuer König.
[36:06] Und dort haben wir diesen Thutmose II. Das ist also nur so aus der Nebenlinie eigentlich. Und damit er richtig legitimer Pharao dann ist, muss er seine Halbschwester, die Hatschepsut, das war auch eine Tochter von Thutmose I., und die war legitim, aber man hat dann doch diesen ihren Halbbruder genommen, und sie musste aber dann heiraten. Und seine Regierung ist sehr kurz wohl gewesen. Man streitet sich darüber, wie lange. Er war wohl relativ kränklich und hat nicht viel erreicht. Gibt Berichte von grausamen Ausrottung seiner Feinde, wo man keinen Mann hat leben lassen. Das werden wir dann auch in der ersten Folge der regulären Serie dann uns anschauen. Und auch er hat wiederum keinen männlichen Nachfolger mit der Hauptfrau Hatschepsut, die ihm nur eine Tochter geboren hat. Also das ist so ein Muster hier in dieser Zeit, und mal unabhängig davon, ob wir jetzt genau festlegen können, welches genau der Pharao der Geburt Moses ist und so, sehen wir schon hier: Das ist so die Zeit, die Geschichte von Mose passt hier in diese Zeit ganz gut herein.
[37:24] Dann haben wir die Hatschepsut, die immer wieder natürlich mit der Prinzessin in Verbindung gebracht worden ist, die Mose aufgezogen hat. Das werden wir jetzt noch mal ein bisschen beiseite stellen. Kommen wir vielleicht später noch mal drauf zurück. Fakt ist, sie hat dann, als Thutmose II. stirbt, quasi die Regentschaft übernommen, weil der Thutmose III., der wieder aus einer Nebenlinie von einer Nebenfrau kam, noch gar nicht regierungsfähig war. Der war ein Kleinkind, und sie hat sich dann aber im zweiten Jahr zum König krönen lassen, hat sich auf ein Amun-Orakel bezogen. Und das ist jetzt eine Frage, die in der Ägyptologie sehr diskutiert wird: Hat sie den Thutmose wirklich weggedrängt? Hätte ihn ja auch umbringen können. Das hat sie nicht gemacht, oder hat sie ihn einfach nur aufziehen lassen, und er ist halt nicht in Erscheinung getreten, weil er so klein war? Dass es Frauen als Könige gab, war nicht völlig ungewöhnlich. War schon eher die Ausnahme, aber das hat es vorher auch schon gegeben. Aber jetzt gab es zwei Könige gleichzeitig. Und Hatschepsut hat tatsächlich auch Thutmose III. formal zum Mitregenten erklärt. Er hatte aber natürlich erstmal faktisch nichts zu sagen. Es wird immer wieder gesagt, dass ihre Herrschaft besonders friedlich gewesen sei. Ja, und dass es da viele friedliche Unternehmungen gegeben hat.
[38:53] Es gibt einen interessanten YouTube-Kanal. Ich mache sonst nicht so viel Werbung für YouTube-Kanäle, aber es gibt einen YouTube-Kanal, der heißt Real Faces, und da hat sich jemand die Aufgabe gemacht, aus Skulpturen von Römern, Griechen, auch europäischen Persönlichkeiten des Mittelalters, von Bildern entsprechend mit KI so die sich vorzustellen, wie möglicherweise die Person ausgesehen haben mag. Und ich dachte, es ist vielleicht ganz nett hier, sich mal zu überlegen, vielleicht hat die Hatschepsut ungefähr so ausgesehen. Dann hat man vielleicht mal einen anderen Bezug dazu, als immer nur diese Büsten, die doch relativ ähnlich für das ungeschulte Auge aussehen. Das also vielleicht so oder so ähnlich mag sie ausgesehen haben.
[39:36] Und sie hat allerdings durchaus auch sehr seltsame Dinge getan, hat eine eigene Geburts- und Krönungslegende konstruieren lassen. Da hat sie behauptet, dass sie in Wirklichkeit gar nicht die Tochter von Thutmose I. sei, sondern der Gott Amun sei ihrer Mutter quasi in der Gestalt von Thutmose I. begegnet und habe sie gezeugt, sie sei eigentlich wirklich eine Tochter des Gottes und hat dann auch ihre eigene Tochter Neferure als Nachfolgerin aufbauen wollen. Also das sind so Dinge, die auch ein bisschen merkwürdig sind. Sie hat
[40:11] ein bisschen merkwürdig sind. Sie hat natürlich diesen berühmten Totentempel dann bauen lassen für sich in Deir el-Bahari, und sie stirbt dann im 22. Regierungsjahr, und Tutmose, noch keine 30 Jahre alt, der übernimmt dann sozusagen jetzt vollkommen das Zepter. Da haben wir in Tutmose den Dritten. Er hat wohl in den Jahren zuvor schon den militärischen Oberbefehl gehabt und hat dann auch – und es ist sehr unklar, warum und wie genau, ist auch nicht ganz klar ab wann genau – aber er hat dann angefangen, aus den Königslisten die Hatschepsut zu löschen.
[40:51] Zu seiner Regierung gibt es sehr viele Quellen, und wir wissen, dass er zum Teil ganz gewaltige Siege errungen hat. Er hat über 50 Jahre insgesamt regiert, wenn man die ganze Zeit zusammennimmt, auch als Kindherrscher, und er ist der bis dahin größte Feldherr der ägyptischen Geschichte. Heutzutage vergleichen Historiker Tutmose tatsächlich mit Julius Caesar, mit Alexander dem Großen und mit Napoleon, der tatsächlich ungefähr dieses Format als Feldherr und als Eroberer hatte. Er ist für Jahrhunderte in der ägyptischen Geschichte so als Legendenfigur beim Volk in Erinnerung geblieben. Also, wenn wir jetzt die Liste sehen, denken: Tutmose den Dritten, Zweiten, Vier... Tutmose der Erste war so eine herausragende, große Figur, die enorm viel erobert hat. Er war also die weltpolitisch bedeutende Figur, vielleicht sogar des ganzen Jahrhunderts in der Zeit. Und auch hier einmal der Versuch, ihn mit Hilfe von KI so darzustellen, wie er vielleicht ausgesehen haben mag. Das also Tutmose der Dritte.
[42:05] Nach ihm kam dann Amenhotep der Zweite, oder wie manchmal auch griechisch genannt wird, Amenophis der Zweite. Und er war interessanterweise nicht der erstgeborene Sohn von Tutmose dem Dritten. Das war ein gewisser Amenemhet, der aber zu früh gestorben ist. Nun, Amenhotep der Zweite ist ganz interessant. Der ist so der fitteste der Sportler unter den Pharaonen. Er rühmte sich besonderer sportlicher Leistungen. Er schreibt darüber, wie er so Läufe gemacht hat, nicht um zu jagen, sondern einfach nur des Laufens wegen. So, ähm, und war sonst so ein ziemlich sportlicher Typ, großer Pferdeliebhaber. Bei den ersten Kriegszügen fällt eine besondere Brutalität auf. Er lässt gegnerische Könige mit der Keule erschlagen. Interessant ist, dass in seiner Zeit nun erstmals viele kanaanäische Gottheiten in den ägyptischen Pantheon aufgenommen werden, was vielleicht darauf hindeutet, dass man irgendwie den Eindruck hatte, dass da so die Götter der Kanaanäer irgendwie Macht haben, wie genau auch immer.
[43:14] Es gibt viele Bauten auf hohem künstlerischem Niveau. Interessant ist jetzt nun, dass für sein drittes, sein siebtes und sein neuntes Regierungsjahr Feldzüge belegt sind. Er hat aber insgesamt 26 Jahre regiert. Und das Kuriose ist, dass von der zweiten Hälfte seiner Regierung sehr, sehr, sehr wenig bis fast nichts bekannt ist. Deswegen heißt es manchmal, dass es halt eine friedliche Phase war. Das basiert halt auf der Tatsache, dass man eigentlich gar nichts weiß. Es gibt keine Texte, quasi keine Monumente. Und was enorm interessant ist, dass unter ihm die semitische Besiedlung in der Stadt Avaris endet. Wir werden das in der ersten Folge ausführlich uns anschauen. Avaris ist die Stadt, in der die Hyksos regiert haben in der Zweiten Zwischenzeit und die dann zur Zeit des Neuen Reiches Per-Ramessu genannt worden ist, die dann später an der Stelle Pi-Ramessu gebaut, also die Stadt Ramses gebaut worden. Der Name taucht ja dann in 2. Mose 1 auf als einer der Orte, den die Israeliten gebaut haben im Ostdelta, und es spricht sehr viel dafür. Wir werden das dann in der ersten Folge der Spezial unserer Serie zu 2. Mose 1 und 2 dann erklären. Es spricht sehr viel dafür, dass dieser Ort Ramses tatsächlich Avaris ist und dass nur später biblische Schreiber den Ortsnamen aktualisiert haben, wie das eben auch bei 1. Mose zu beobachten ist, wo dann von einem Ort Dan die Rede ist, obwohl es den Stamm ja noch nicht mal gegeben hatte, der dem Ort dann später den Namen Dan gegeben hat. Hat also ein Schreiber einfach einen Namen ausgetauscht mit dem jetzt dann verwendeten Namen, und so wird das mit Avaris und Ramses auch gewesen sein. Und diese Stadt, die eine der beiden Städte ist, wo ägyptische Aufzeichnung israelitische Arbeit in 2. Mose 1 beschrieben wird, da endet die semitische Besiedlung. Und der Ausgräber Manfred Bietak, ein österreichischer Archäologe und Professor, sie haben keine Erklärung finden können so richtig, warum da jetzt plötzlich auf mysteriöse Weise diese Semiten da nicht mehr da sind. Und das ist natürlich schon eine interessante Sache.
[45:32] Nach ihm kommt Tutmose der Vierte, und der war ebenfalls offenbar nicht der vorgesehene Thronfolger. Also auch hier sehen wir, es gibt eine ganze Reihe von Pharaonen, wo das mit der Thronfolge irgendwie nicht so richtig selbstverständlich läuft. Und wir sehen, es gibt ja mehrere Optionen, die man sozusagen einfach – also wo diese Geschichte reinpassen könnte. Er hat eine Sphinxstele bei der Sphinx aufgerichtet, die sogenannte Traumstele oder Sphinxstele genannt, die dann begründet, warum er König geworden ist. Er hat eine relativ pragmatische Politik verfolgt, auch einen Friedensvertrag mit dem König von Mitanni geschlossen. Genau, das ist also Tutmose der Vierte. Übrigens kommt von ihm der Obelisk, der heute in Rom vor dem Lateran steht – aber ein anderes Thema – oder er hat den aufstellen lassen, besser gesagt.
[46:37] Pharaonen der 18. Dynastie haben wir uns also jetzt angeschaut, und wenn wir jetzt noch mal an unsere Daten denken: 1526, 1486 und 1446, dann würde sich folgendes Bild ergeben. Wenn wir sozusagen der momentan wissenschaftlich am meisten vertretenen Chronologie folgen, dann wäre Mose zur Zeit von Ahmose dem Ersten, dem Gründer des Neuen Reiches, geboren worden. Unabhängig, ob das stimmt oder nicht, ist auf jeden Fall natürlich interessant, dass im Zuge der Geburt von Mose im Vorfeld davon berichtet wird, dass es einen neuen König gab, der Josef nicht mehr kannte. Also da haben wir dieses Bild von einem politischen Umbruch, wo man die alten Traditionen nicht mehr kannte. Das würde also perfekt auf diesen neuen Gründer der 18. Dynastie passen. Dann wäre er geflohen unter Tutmose dem Ersten, und der Exodus wäre unter Tutmose dem Dritten gewesen, diesem berühmten Feldherrn, der alles andere in den Schatten gestellt hat. Das wäre also die eine Option. Die andere wäre, dass er, wenn wir jetzt die hohe Chronologie nehmen, dass er dann entweder bei Amenhotep dem Ersten oder Tutmose dem Ersten geboren worden ist. Man könnte immer noch davon ausgehen, dass vorher ja Ahmose ein neuer König aufkommt und deswegen das Volk unterdrückt, und etwas später dann Mose geboren wird. Er wäre dann geflohen unter der Zeit von Hatschepsut, und das ist natürlich dann vielleicht ein bisschen merkwürdig. 1486 wäre noch drei Jahre, bevor Hatschepsut geflohen ist. War Hatschepsut böse auf ihn, könnte man sich die Frage stellen, oder hat Tutmose der Dritte vielleicht doch schon mehr Macht gehabt und war er geneigt auf ihn? Das wäre dann vielleicht die Überlegung.
[48:33] Und dann wäre Amenhotep der Zweite Pharao des Exodus. Kurioserweise ein Pharao, der nicht der Erstgeborene gewesen ist und dessen Sohn, dessen Nachfolger, auch nicht der Erstgeborene ist, was ja ganz gut passen würde, weil im Exodus der erstgeborene Sohn des Pharao stirbt, aber der Pharao selbst nicht. Das heißt, es liegt wohl nahe, dass der Pharao selbst kein Erstgeborener gewesen ist, und wäre ja wohl auch gestorben. Und von daher wäre natürlich Amenhotep der Zweite auch eine interessante Lösung. Also, wie gesagt, das so ein bisschen immer mit der Brille lesen, auch diese Daten können sich ein bisschen verschieben hier. Wir versuchen uns ein bisschen der Sache zu nähern. Das Ganze wird noch komplizierter, nämlich dadurch, dass es für diese berühmte Stelle in 1. Könige 6 Vers 1 im 480. Jahr eine ganze Reihe von Septuaginta-Handschriften, also die griechische Übersetzung des Alten Testaments, gibt, die gar nicht 480 sagen, sondern 440. Und jetzt kann man sich natürlich die Frage stellen, wie kommt das? Wir nehmen es erstmal zur Kenntnis. Wenn die Septuaginta recht hat – und es ist tatsächlich so: auf der einen Seite muss man sagen, die Septuaginta ist an vielen Stellen oft eine schlechte Übersetzung. Man muss aber auch sagen, dass es immer wieder auch Stellen gibt, an denen sie durchaus vielleicht noch, weil sie halt viel älter ist als die hebräischen Handschriften, die wir sonst haben – also die großen Codices, Codex Leningradensis oder so – dass sie durchaus vielleicht manchmal auch noch Dinge bewahrt, die vielleicht später dann irgendwie, ja, dass die Lesarten bewahrt, die durchaus ernst zu nehmen sind.
[50:24] Wie dem auch sei, wenn wir das annehmen würden, dann würde sich alles um 40 Jahre verschieben. Dann wäre Moses Geburt 1486, dann wäre seine Flucht 1446, dann wäre der Exodus erst 1406. Immer noch im 15. Jahrhundert, aber 40 Jahre später. Das ist jetzt aus der Perspektive von Salomo vielleicht nicht so entscheidend, 440 oder 480, aber für die Frage des Pharao natürlich wieder relevant. Und wenn man jetzt diese Daten nimmt und an das momentan etablierte System ranhält, bekommt man ein interessantes Bild. Wenn man es an die hohe Chronologie ranhalten würde, würde das dann nicht mehr passen, weil dann sozusagen das mit den Geschichten nicht mehr richtig gut funktionieren würde. Aber dann hätten wir das Bild, dass Mose unter Tutmose dem Ersten geboren worden wäre und unter Tutmose dem Dritten, nachdem Hatschepsut gestorben ist, geflohen ist. Ja, dann wären wir im Jahre 1446, und das wäre dann, ja, zwölf Jahre nach dem Tod von Hatschepsut. Dann wäre Tutmose der Dritte Alleinherrscher gewesen, und der wäre dann der König gewesen, der so lange regiert hat, der Mose nach dem Leben getrachtet hat. Und als der dann stirbt, kommt Mose dann später wieder und hört dann, dass der schon lange tot ist. Das wäre sozusagen die Überlegung. Dann wäre Amenhotep der Zweite wiederum der Pharao des Exodus, und der Exodus würde in diese zweite Phase von Amenhotep fallen, wo wir keine Texte und keine Monumente haben, wo wir eigentlich gar nicht genau wissen, was da los ist. Und es würde natürlich in die Phase fallen, wo auch die Semiten Avaris verlassen. Also, das wäre auch eine interessante Überlegung, die man hier zumindest im Hinterkopf behalten sollte.
[52:23] Eine Frage müssen wir auf jeden Fall noch ansprechen, nämlich: Ist der Pharao tatsächlich gestorben beim Exodus? Es gibt nämlich immer wieder auch die Behauptung, na ja, der Pharao muss ja nicht gestorben sein. Es ist ja nur die Armee vielleicht gestorben. Aber Psalm 136, Vers 13 bis 15 ist hier sehr deutlich. Es heißt: "Der das Schilfmeer in zwei Teile schnitt, denn seine Gnade währt ewiglich, und Israel mitten hindurchführte, denn seine Gnade währt ewiglich, und den Pharao samt seinem Heer ins Schilfmeer stürzte, denn seine Gnade währt ewiglich." Also, die Bibel sagt ganz deutlich, der Pharao des Exodus ist im Schilfmeer ertrunken und gestorben. Entsprechend sagt es auch Ellen White ganz deutlich, Manuscript 126, 1901: "Mit seinem Heer ging er in den Wassern des Roten Meeres unter."
[53:14] Und jetzt ergibt sich natürlich das Problem, dass von keinem dieser Pharaonen berichtet wird, er wäre im Roten Meer gestorben. Das hätte man natürlich auch schon längst herausgefunden, sondern wir haben von allen die Mumien. Ja, so lesen wir. Und die Frage ist dann natürlich: Okay, wie kann ein Pharao der Pharao des Exodus sein, wenn wir seine Mumien haben und die jetzt nicht irgendwie durch Ertrinken gestorben sind? Außerdem hätte man ja aus dem Roten Meer dann sicherlich nicht mehr den Pharao bergen können.
[53:52] Das Problem lässt sich natürlich jetzt nicht so lösen, wenn man nach ägyptischen Quellen sucht. Man muss sich eher die Frage stellen, was, wenn wir davon ausgehen, dass diese Geschichte tatsächlich wahr ist und ein Pharao tatsächlich im Roten Meer gestorben ist und nicht wieder zurückkam, was hätten die Ägypter gemacht? Und da muss man festhalten: Die Ägypter hätten das nicht aufgeschrieben. Im ägyptischen magischen Denken ist es so: Etwas, das man aufschreibt, ist auch tatsächlich so gewesen und kann dann auch wieder so passieren. Das ist also diese Idee, die wir sozusagen von dem Wort Gottes haben, dass das Wort Gottes Kraft hat, die Realität zu verändern. Gott spricht: "Es werde Licht", und es wird. Das haben die sozusagen ihren eigenen Texten zugeschrieben, diesen magischen Texten. Deswegen hat man ja auch die Hieroglyphen als die Worte der Götter bezeichnet. Wenn man das aufschreibt, dann kann das auch so passieren. Dann wird das vielleicht sogar noch mal passieren. Man hätte das niemals aufgeschrieben. Man hätte das vertuscht, und die beste Vertuschungsmöglichkeit ist natürlich, dass man jemanden dann auf den Thron setzt und ihm den gleichen Namen gibt. Das wäre sozusagen jetzt die Lösung des Problems, dass wenn wir zum Beispiel das Grab von Amenhotep dem Zweiten finden und den Sarg aufmachen und eine Mumie finden, dann ist die Mumie echt. Die Frage, die natürlich uns aber kein Archäologe beantworten kann, ist: Ist das die Person, die auch am Anfang der Regierung auf dem Thron saß, oder eine andere Person? Wir sehen ja nur die Person, die jetzt da ist. Wir können ja nicht belegen, dass diese Person auch die gesamte Regierungszeit der König gewesen ist. Und letztlich kommen wir in einen Bereich, wo wir mit den Quellen, die wir haben, jetzt nichts mehr belegen oder auch widerlegen können. Aber es ist tatsächlich eine interessante Theorie, die auch unser geschätzter William Shea, einer der großen Alttestamentler der Adventgemeinde im letzten Jahrhundert und auch Anfang dieses Jahrhunderts aufgestellt hat. Er hat die hohe Chronologie dann genommen, ja, und hat Amenhotep den Zweiten als den Pharao damit identifiziert, hat also die 480 Jahre gelassen, aber die hohe Chronologie genommen und hat darauf hingewiesen, dass die Ägypter niemals zugegeben hätten, das vertuscht hätten, und hat angenommen, dass es sozusagen einen Amenhotep den Zweiten A und einen Amenhotep den Zweiten B gibt. Also den A sozusagen, das wäre dann der Pharao des Exodus, der gestorben ist, und Amenhotep 2B wäre dann der, den man quasi auf den Thron schnell gesetzt hat, wer auch immer das dann gewesen ist, und dem von dem man jetzt behauptet hat, er wäre immer noch Amenhotep der Zweite, und es ist dann der, den wir im Sarg gefunden haben. Der interessanterweise auch irgendwie wohl sehr krank gewesen sein muss, und da findet man so Beulen und so weiter. Das ist also die Frage, ob das wirklich der gleiche sportliche Amenhotep gewesen ist, der in den frühen Jahren seiner sportlichen Leistung sich rühmt. Und William Shea meint auch zeigen zu können, dass – da fehlt uns jetzt sozusagen das ägyptologische Fachwissen, um die Sprache exakt analysieren zu können – aber es scheint so zu sein, dass auch der Ton der späteren Inschriften sich etwas unterscheidet, also von dem der früheren. Also mit späteren Inschriften sind hier dann sozusagen Inschriften der Mitte seiner Regierung gemeint. Ja. Wie gesagt, ganz am Ende gibt's ja gar keine Inschriften mehr, aber es gibt einige sozusagen dann noch nach 1446 in der hohen Chronologie, und die sollen wohl ein bisschen anders sein in ihrem Ton, in ihrem Stil als die ersten. Das könnte vielleicht ein Indiz darauf sein, dass hier tatsächlich zwei unterschiedliche Persönlichkeiten eigentlich hinter demselben Namen sich verbergen. Und wie gesagt, in dieser Zeit ist ja Avaris, ist gleich Per-Ramessu, ist gleich das spätere Ramses, von Semiten verlassen worden. Also, das sind schon interessante Dinge, die hier zusammenkommen, auch mit der Tatsache, dass er selbst, Amenhotep, kein Erstgeborener war. Sein Nachfolger auch kein Erstgeborener. Wir erwarten ja, dass der Erstgeborene des Pharaos des Exodus gestorben ist. Und genau das sind also Dinge, die schon in die Richtung weisen, dass wir hier Amenhotep den Zweiten als den Pharao annehmen könnten.
[58:11] Vielleicht am Ende noch kurz ein Hinweis auf eine berühmte Theorie, die durch den noch berühmteren Dokumentationsfilm "Patterns of Evidence" auch in Deutschland und im deutschsprachigen Raum sich verbreitet hat, nämlich dass der Exodus gar nicht im Neuen Reich gewesen sei, sondern in der sogenannten Zweiten Zwischenzeit oder am Ende des Mittleren Reiches. Es basiert auf einer ganz völlig rekonstruierten, radikal gekürzten ägyptischen Chronologie von David Rohl, und der Filmemacher Timothy Mahoney hat das dann vorgestellt. Das ist sehr mit großem Aha aufgenommen worden. Klang auch erstmal sehr gut. Das ist sehr überzeugend argumentiert, und wenn man sich jetzt nicht in der ägyptischen Geschichte weiter auskennt, dann findet man kaum etwas, was man dagegen sagen kann. Aber wollen wir uns ganz kurz das nur anschauen. Wie gesagt, hier haben wir noch mal die Grundzüge der ägyptischen Geschichte. Und was der David Rohl gemacht hat: Er hat gesagt, in der Dritten Zwischenzeit ganz unten, da ist viel zu viel Zeit, das muss alles gekürzt werden. Die Dynastien waren noch viel mehr nebeneinander, und natürlich, wenn man quasi da unten Zeit wegnimmt, dann fällt alles weiter ein bisschen nach unten. Ja, dann ist das Neue Reich später, dann ist die Zweite Zwischenzeit später, das Mittelreich später, und das schiebt sich dann alles so zusammen. Und dann schiebt sich alles sozusagen nach vorne, und das Neue Reich ist dann später, als wir gedacht haben. Und dann ist halt zu der Zeit, wo wir den Exodus annehmen, biblisch ist ja gar nicht das Neue Reich, sondern halt die Zweite Zwischenzeit. Und das hat aber Konsequenzen. Das bedeutet nämlich zum Beispiel, dass dann Josef – das würde uns jetzt noch nicht so besonders stören – in der 12. Dynastie war und nicht in der Zweiten Zwischenzeit. Es hat aber vor allem die Konsequenz, dass König David dann nicht während der 21. Dynastie ist, sondern während der 18. Dynastie. Und die 18. Dynastie ist eine, wie wir schon gesagt haben, Tutmose der Dritte zum Beispiel, der erobert Gebiete bis weit nach Nordsyrien rein. Und in der klassischen Chronologie, egal ob jetzt hoch oder mittel oder ja, das nehmen, dann ist es so, dass diese großen Pharaonen wie Tutmose der Dritte oder Ramses der Zweite etwas später dann im 13. Jahrhundert, dass die dann zeitgleich sind mit dem Exodus und mit den Richtern. Also, um es mal an Ramses dem Zweiten zu erklären: Ramses besiegt die Hethiter in Nordsyrien. Das heißt, der zieht durch ganz Kanaan durch, und wir wissen, dass in der Zeit von der 18. und 19. Dynastie die Ägypter eine ganze Reihe von militärischen Posten in Kanaan gehabt haben, und zwar im Flachland an der Küste in den Tälern. Und obwohl wir bei den Richtern jetzt in der Bibel nichts mehr von Ägyptern
[1:01:00] der Bibel nichts mehr von Ägyptern lesen, könnte man das mit der Zeit der Richter noch in Übereinstimmung bringen, weil die Richter, wenn man sich die Ortsangaben anschaut, dann wissen wir: zur Zeit der Richter ist nicht das ganze Land erobert. Ja, da gibt es viele Kanaaniter noch und andere Völker, und wenn die Kanaaniter da mit den Ägyptern zusammenarbeiten, dann muss es uns nicht erschüttern, wenn wir auch sehen, dass zur Zeit der Richter ähm dann noch ein Ramses I. ähm da durch ganz Kanaan durchfährt und dann im Norden die Hethiter besiegt oder nicht besiegte, unentschieden wahrscheinlich oder verliert. Ähm, ist eine andere Frage bei der Schlacht von Kadesch. Oder auch Thutmosis III., der da äh in Megiddo äh dann einen großen Sieg erringt. Ähm, das das lässt sich dann noch dann noch ja harmonisieren.
[1:01:48] Wenn wir aber Rohls Theorie folgen und diesem vermeintlich so interessanten Ansatz, dass der Exodus im Mittelreich war, dann schiebt sich alles weiter nach hinten. Dann schieben sich diese großen Feldzüge der ägyptischen Pharaonen in die Zeit der Könige von Israel. Und wir können uns eigentlich relativ schlecht vorstellen, dass in der Zeit von David, Salomo oder danach jetzt der ägyptische Pharao da überall seine Militärstützpunkte in Israel hat. Ähm, zumal zur Zeit von Salomo wir schon die Aramäer dort haben. Das ist also nach dem nach dem äh Einfall der ganzen Seevölker.
[1:02:28] Das heißt, der Punkt, den ich machen möchte, ist äh: so interessant das auf den ersten Moment auch klingt, es hat Konsequenzen, weil dann Dinge, die wir zur Zeit der Richter noch unterbringen können, nämlich Pharaonen, die Militärstützpunkte in Kanaan haben und von dort aus bis nach Nordsyrien kämpfen und dort ungehindert ein- und ausgehen. Das kann man zur Zeit der Richter sich noch vorstellen, weil die Israeliten zerstreut sind und abgefallen sind und zum Teil nur im Bergland leben und so weiter. Aber das kann man sich nicht zur Zeit von David und Salomo und dann den den Königreichen vorstellen. Aber das wäre die Konsequenz, wenn wenn man schiebt, schiebt man nämlich alles. Und das ist, glaube ich, was dieser Film nicht bedacht hat, was viele diesen Film einfach gesehen haben und dann äh äh geglaubt haben, nicht weitergedacht haben. Und deswegen würde ich davon tatsächlich abraten.
[1:03:12] Zudem ist es auch so, wie gesagt, es gibt ja manchmal Synchronismen, es gibt dann Könige der 18. Dynastie wie Echnaton, die dann einem ägyptischen, einem assyrischen König schreiben, und wir wissen ungefähr, wann der assyrische König gelebt hat, und wir können dann nicht äh auch die assyrische Geschichte völlig umschreiben, weil die ist zum Teil weitaus besser äh dokumentiert als die ägyptische. Und was Rohl dann machen muss: Er sagt, es gibt dann noch einen anderen König Ashur-uballit, den wir nicht kennen, und der wird dann halt dann postuliert. Aber da biegt sich das Ganze dann sehr, und deswegen äh möchte ich vor dieser Theorie letztlich davon abraten.
[1:03:46] Wir bleiben also letztlich, wenn wir dem wissenschaftlich und gesamtbiblisch vor allem, also die gesamte Bibel vor Augen haben, nicht nur einzelne Texte, wo es jetzt vielleicht passen mag, sondern das ganze das ganze Muster sozusagen der biblischen Geschichte, bleiben wir dabei: Es muss hier in der 18. Dynastie gewesen sein, und der Pharao des Exodus, der der das kreist so um die Zeit von Thutmosis dem Dritten, Amenhotep II. Da irgendwo, einer von den beiden ist mit Sicherheit der beste Kandidat. Es gibt auch Leute, die noch Thutmosis den Vierten in der Erwägung ziehen. Ähm, aber da sind wir in der Zeit, in der wir uns hier bewegen.
[1:04:20] Vielleicht ist am Ende interessant noch darauf hinzuweisen, dass es, wie gesagt, in diesen griechischen Geschichtsschreiber gab, ein Ägypter, Verzeihung, zur Zeit der Ptolemäer im dritten Jahrhundert vor Christus, der eine Geschichte seines Landes auf Griechisch verfasst hat für die Griechen, damit sie mal wissen, was sich in Ägypten so los gewesen ist. Und er ist derjenige, der auch die ganzen Dynastien so nebeneinander zählt und entsprechend auch für Verwirrung gesorgt hat.
[1:04:45] Er macht eine interessante Geschichte. Er erzählt eine Geschichte, wie unter Amenophis, also Amenophis, der griechische Name für Amenhotep, eine große Menge an Aussätzigen Ägypten verlassen hätten, und zwar angeführt von einem Priester namens Osarseph. Der hätte 13 Jahre zuvor in der Stadt Avaris, die Stadt, die dann später Ramses genannt worden ist, die Stadt, wo wir glauben, dass die Israeliten gearbeitet haben, unter anderem, die hätten dort revoltiert, diese Aussätzigen, und der Osarseph hätte dort regiert, und sie hätten Unterstützung bekommen von den Hirten aus Palästina. Das scheint auch so ein bisschen was von den Hyksos mit so reinzuschwingen, was er sagt. Aber jetzt kommt's: Pharao Amenophis vermeidet jeden Krieg mit ihnen. Ihr Anführer Osarseph kommt als eigentlich ägyptischer Priester aus Heliopolis. Also dieser Anführer ist nach Manetho eigentlich ein Ägypter, der sich jetzt quasi zu diesen diesen Aussätzigen bekennt, und er ändert seinen Namen in Mose. Und nach 13 Jahren vertreibt der Pharao Amenophis, also Amenhotep, diese Aussätzigen mit großer Heeresmacht aus Ägypten.
[1:05:56] Warum Aussatz? Ähm, werden wir auch in der zweiten Folge drauf eingehen, noch genauer erklären. Eines der Zeichen, die Mose vor dem Pharao tun soll und vor dem Volk, ist ja, dass er seine Hand in den Gewandbausch stecken soll. Der wird dann aussätzig und dann wieder rein und dann ist es wieder gesund. Und es sieht so aus, als ob bei den Ägyptern das hängen geblieben ist und dass sie dann diese dieses Volk, das dort vorhin gegangen ist, als die Aussätzigen quasi im Nachhinein so beschimpft haben. Das wäre eine interessante Verbindung, aber Fakt ist, dieses Ereignis ist so von allen ägyptischen Quellen, die wir haben, das, was am ehesten so mit dem Exodus in Berührung kommt, vor allem natürlich wegen dem Namen Mose und der Stadt Avaris.
[1:06:38] Und ähm, Manetho sagt, es war der Pharao Amenophis, also Amenhotep II., mit dem er das assoziiert. Das ist also vielleicht noch ein interessantes Puzzleteil, das uns dafür hinführt. Wir können nicht dogmatisch sagen, wer der Pharao des Exodus gewesen ist, aber die meisten Hinweise führen uns auf Amenhotep II., der hier auf diesem Bild gezeigt wird, wie er in Per-Ramessu, also in der Stadt Avaris, vor Amun-Re, dem großen Gott Amun, wie ihn die Ägypter nannten, dem vermeintlich großen Gott natürlich steht. Und das hat man später in Bubastis gefunden, die Hieroglyphenschrift verweist auf diesen Ort.
[1:07:22] Wir wollen ja nicht zu dogmatisch sein, aber wir glauben, zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist Amenhotep II. mit dem, was wir wissen aus der ägyptischen Geschichte, die wahrscheinlich beste Wahl. Möglicherweise ist tatsächlich, nachdem er im Wasser gestorben ist, eine andere Person auf seinen Thron gesetzt worden mit demselben Namen. Das können wir nicht beweisen, aber das wäre eine Erklärung, um das alles abzurunden. Und das würde erklären, warum die Texte dann ein bisschen anders sind, würde erklären, warum dieser sportliche König dann plötzlich so ein eine kranke Mumie ist. Ähm, und es würde auch zum gesamtbiblischen Bild ganz gut passen. Das würde dann entweder bedeuten, die hohe Chronologie zu nehmen oder die momentan favorisierte niedrige, aber mit den 440 Jahren statt den 480. Das hat wiederum andere Dinge, die man dann bedenken muss, aber das sind so Dinge, die wir im Hinterkopf behalten wollen und können.
[1:08:13] An dieser Stelle jetzt sagen, wir haben jetzt einen Rahmen geschaffen, wissen ungefähr, wo wir uns befinden, und wir können mit diesem Rahmen jetzt hineingehen in das Zweite Buch Mose. Wir werden uns in den jetzt regulären Folgen uns Abschnitt für Abschnitt, so wie es auch das Lektionsheft macht, die Kapitel vornehmen und werden zeigen, was es archäologische Entdeckungen zu den einzelnen Orten und Städten gibt, welche Namen es wo auch gibt. Wir werden uns äh uns anschauen, wie Ägypter diese Dinge gesehen haben aus ihrer eigenen Weltsicht und Perspektive. Und wir werden natürlich auch sehen, was der Geist der Weissagung zu diesen Dingen zu sagen hat und vor allem versuchen zu verstehen, was diese Geschichte uns heute geistlich zu sagen hat. Es wäre eine ganz spannende Entdeckungsreise. Ich lade euch alle ein, herzlich dabei zu sein und dann diese CSH Spezialserie mit uns gemeinsam zu durchleben. Sagt anderen davon, ich glaube, es wird viel interessant sein, sich einmal auch von dieser auch archäologisch-historisch informierten Perspektive diesem Buch zu widmen und zu schauen, was es alles an Beweisen gibt für die Glaubwürdigkeit dieser Geschichte und was es auch an interessanten Details gibt, die man so beim ersten Lesen gar nicht so entdeckt. Wir freuen uns darauf, das mit euch erleben zu können.
[1:09:19] Wünschen euch Gottes reichen Segen und wir wollen jetzt mit einem Gebet noch schließen. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du uns die Bibel geschenkt hast und dass wir auch außerbiblische Quellen haben, die uns zeigen, dass das, was die Bibel sagt, wirklich Sinn macht und wir dem vertrauen können. Auch wenn wir nicht alles ähm genau wissen, weil außerbiblische Quellen ihre Probleme haben und nicht immer vertrauenswürdig sind und Lücken da sind, dann sehen wir doch genug, um sagen zu können, diese Geschichte ist auch außerbiblisch plausibel begründet. Wir können in deinem Wort vertrauen, das allein absolut die Wahrheit ist. Wir möchten dich bitten, dass du unser Studium vom Zweiten Buch Mose segnest, dass es nicht nur eine interessante Reise in die Welt des alten Ägyptens wird und auf der Suche nach dem Sinai und all den Dingen, die wir uns beschäftigen werden, sondern es ist vor allem eine Anregung wird zu erfahren, was deine erlösende Kraft auch in unserem Leben bewirkt. So bitten wir dich, dass du uns dabei segnest, dass wir alle den Exodus finden und dabei bleiben, nämlich den Ausweg, Herr Jesus, der du allein bist. Wir möchten in deinem Namen beten. Amen.