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Präsentation zur Sendung   >>>  CSH Q 3 2025 Nr. 4   <<<

Christopher Kramp setzt seine Spezialserie zum Buch Exodus fort und behandelt die Kapitel 7 bis 10. Er beleuchtet die erste Begegnung von Mose und Aaron mit dem Pharao und die Konfrontation mit den ägyptischen Zauberern. Dabei werden theologische Konzepte wie die biblische Inspiration erläutert und archäologische Hintergründe zu ägyptischen Palästen in Avaris sowie die Bedeutung magischer Rituale im alten Ägypten dargelegt.


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Serie: CSH 2025 Q3 Spezial: Exodus

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Transkript

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ-Studie hier auf www.jplmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt wie immer allen Zuschauern auch auf dem Sender Das Wort. Wir sind in einer Spezialserie über das Buch 2. Mose, der Exodus. Gottes gewaltiges Eingreifen für sein Volk, das er aus der Sklaverei aus Ägypten herausgeführt hat – eine Illustration, die die Jahrhunderte überdauert hat für die Erlösung, die Jesus Christus jedem einzelnen von uns anbietet. Heute wollen wir uns mit vier weiteren Kapiteln beschäftigen. Wir sind das letzte Mal am Ende von Kapitel 6 angekommen, haben uns Kapitel 5 und 6 angeschaut, und heute wollen wir uns die Kapitel 7 bis 10 genauer anschauen. Es wird um die berühmten Plagen gehen, und da gibt es einiges zu entdecken, sowohl für unseren persönlichen Glauben als auch an historischem, archäologischem Hintergrund. Dazu gleich mehr.

[1:46] Aber bevor wir hineintauchen in das Thema, wollen wir Gott bitten, dass er unser Studium segnet, dass wir ihn vor allem besser kennenlernen und im Alltag lernen, wie wir mit ihm zusammen die großen und kleinen Schwierigkeiten des Lebens meistern dürfen, wie er uns vorangeht und uns rettet. Wollen wir gemeinsam beten?

[2:07] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns lieb hast. Danke, dass du zu mir und zu uns, dass du zu allen von uns Tag für Tag sprichst, dass du uns mit deiner Güte umfängst, dass du uns deinen Arm ausstreckst, dass wir wissen dürfen, dass du uns lieb hast, dass du alles für uns gibst. Und heute möchten wir uns von ganzem Herzen dir weihen. Wir möchten unser Herz öffnen, dass du durch dein Wort zu uns sprechen kannst, dass wir besser verstehen können, was du alles für uns tust. Wir möchten dich jetzt bitten, dass du unser Lehrer bist und dass wir aus deinem Wort das lernen, was wir heute benötigen. Hab Dank dafür von ganzem Herzen. Amen.

[2:50] Es geht heute, wie gesagt, um 2. Mose Kapitel 7 bis 10. Wir haben einiges vor. Wir fangen deswegen direkt an. In den ersten fünf Versen von 2. Mose 7 lesen wir: "Und der Herr sprach zu Mose: 'Siehe, ich habe dich dem Pharao zum Gott gesetzt, und dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein.' Eine ganz interessante Aussage, die wir gleich noch ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen. 'Du sollst alles reden, was ich dir gebieten werde, und dein Bruder Aaron soll es dem Pharao sagen, dass er die Kinder Israels aus seinem Land ziehen lassen soll. Aber ich will das Herz des Pharao verhärten.' Auch dazu werden wir heute noch einiges sagen, 'damit ich meine Zeichen und Wunder im Land Ägypten zahlreich werden lasse.' Auch dieser Zusammenhang wird uns noch beschäftigen. 'Und der Pharao wird nicht auf euch hören, sodass ich meine Hand an Ägypten legen und mein Volk, die Kinder Israels, durch große Gerichte aus dem Land Ägypten führen werde. Und die Ägypter sollen erfahren, dass ich der Herr bin, wenn ich meine Hand über Ägypten ausstrecke und die Kinder Israels herausführe aus ihrer Mitte.'"

[4:16] Ein Motiv, das immer wieder aufkommt in 2. Mose, ist die Idee des ausgestreckten Armes, der Hand, mit der Gott die Israeliten führt durch all die Schwierigkeiten hindurch. Wir werden noch im Laufe dieser Serie mehr dazu sagen, welchen Hintergrund das auch im ägyptischen Denken gehabt hat, wie sehr diese Formulierung mit der ausgestreckten Hand, mit dem Arm, auf das ägyptische Denken auch gewirkt haben muss. Aber dazu an anderer Stelle einmal mehr.

[4:46] Kommen wir zunächst einmal zu dieser Aussage von Gott, dass er den Mose dem Pharao gegenüber zum Gott gesetzt hat und Aaron zum Propheten. Natürlich möchte Gott nicht sagen, dass Mose göttlich ist und Gott sei, sondern das Verhältnis von Mose zu Aaron dient hier zur Illustration eines ganz entscheidenden Konzeptes, wenn man die Bibel verstehen möchte, nämlich das Verhältnis zwischen Gott und dem inspirierten Autor der Bibel, also dem Propheten zum Beispiel oder später auch dem Apostel, je nachdem, wer ein biblisches Buch geschrieben hat.

[5:25] Also in der Situation damals war es so, dass Mose die Botschaft geben sollte, aber wie wir schon in einer der früheren Folgen festgestellt haben, war Mose nicht mehr so richtig fit in der ägyptischen Sprache. Aaron fungierte also als sein Übersetzer. Aaron übersetzt die Botschaft, die Mose gibt und fügt jetzt keine eigenen Gedanken dazu, sondern er ändert nichts am Inhalt, aber verwendet natürlich seine eigene Grammatik, also verwendet natürlich die wahrscheinlich vielleicht sogar schon neuägyptische Grammatik, auf jeden Fall auch seinen eigenen Sprachstil. Also jeder, der schon mal erlebt hat, dass ein bestimmter Sprecher von mehreren verschiedenen Personen übersetzt worden ist, der weiß ganz genau: Übersetzungen können sich im Stil, in der Wortwahl, in der Reihenfolge der Worte, in der Wortstellung im Satz durchaus ändern. Jeder Mensch hat so seine persönlichen Lieblingsredewendungen und so weiter. Auf dieselbe Art und Weise, wie Mose die Botschaft gibt und Aaron in seiner Sprache mit seiner Grammatik, ohne am Inhalt etwas zu verändern, das dann übersetzt sozusagen in die ägyptische Sprache, genauso gibt Gott die Botschaft der Bibel. In 2. Timotheus 3, Vers 16, da wissen wir, dass alle Schrift von Gott, gottgehaucht, heißt es wörtlich im Griechischen, von Gott eingegeben ist, inspiriert. Der Heilige Geist hat an den heiligen Männern gewirkt. Das sagt es auch 2. Petrus und 1. Thessalonicher 2, Vers 13 macht ganz deutlich: Paulus sagt, das, was wir in der Bibel haben, ist nicht Menschenwort, sondern Gottes Wort. Aber die Propheten oder allgemein die inspirierten Autoren, ob das jetzt Psalmdichter sind oder Apostel später oder eben auch Propheten, sie übersetzen diese Botschaft in die menschliche Sprache. Dabei verwenden sie die jeweils übliche Grammatik. Manchmal sind sie sogar nicht ganz fit in der Grammatik. Ja, für einige Schreiber des Neuen Testamentes war Griechisch eigentlich nicht die Muttersprache, sondern eine zweite oder ja, Sprache, die man gelernt hat, so wie wenn wir, die wir vielleicht Deutsch als Muttersprache haben, dann uns auf Englisch ausdrücken. Da kann auch mal ein Grammatikfehler passieren. Sie verwenden ihren eigenen Sprachstil. Bei Markus heißt es immer wieder so: „zugleich, sogleich, sogleich, sogleich.“ Jeder, der die Bibel im Neuen Testament mal ein bisschen aufmerksamer liest, merkt ziemlich schnell: Johannes hat einen anderen Stil als Petrus oder vor allem Paulus. Aber es ändert sich nichts am Inhalt dieser Botschaft. Und das ist das biblische Verständnis von Inspiration. Auch wenn wir in der Bibel verschiedene Sprachstile haben, verschiedene grammatische Phänomene von verschiedenen Autoren, ist es doch immer Gottesbotschaft, die sozusagen in menschliche Sprache sozusagen übersetzt worden ist.

[8:28] Wir lesen weiter. In 2. Mose 7 heißt es: "Und Mose und Aaron handelten genauso, wie ihnen der Herr geboten hatte. Genauso handelten sie. Und Mose war 80 Jahre alt und Aaron 83 Jahre alt, als sie zu dem Pharao redeten."

[8:49] Wie steht es um alte Menschen in Ägypten? Wie alt sind Menschen geworden? Die Lebenserwartung war im Durchschnitt generell viel geringer als heute. Wo Menschen sind wohl nicht viel über 30 Jahre geworden im Durchschnitt, aber das lag natürlich an der sehr hohen Kindersterblichkeit und Säuglingssterblichkeit. Wenn man erst einmal die Kindheit überlebt hat im alten Ägypten, dann konnten Menschen gut und gerne 50, 60 Jahre werden und auch älter. Wir haben Beispiele von sehr langlebigen Menschen, zum Beispiel Pepi II. Neferkare, sehr langlebender Pharao der sechsten Dynastie, der mindestens 62 Jahre regiert hat. Nach alten traditionellen Angaben, die sich dann aber nicht mehr durch zeitgenössische Quellen stützen lassen, hatte er angeblich sogar 90 Jahre regiert. Also, das ist also durchaus vorgekommen auch im alten Ägypten. In dem sogenannten Papyrus Westcar, der sehr berühmt ist aus dem Mittleren Reich, dort finden wir eine Reihe von legendenhaften Geschichten, die sich sozusagen den Leser zurückversetzen in die Zeiten des Alten Reiches, und dort findet sich auch die Geschichte des Dedi, der 110 Jahre alt ist – kurioserweise genau das Alter, das auch Josef erreicht hat – und der den Pharao Cheops, also den Chufu in Ägyptisch, mit seinen magischen Künsten beeindruckt. Also da gibt es durchaus in Ägypten auch Quellen, die solche Altersangaben haben, auch wenn das natürlich in diesem Fall dann eher auch ein bisschen eine Geschichte ist.

[10:34] Ellen White schreibt an dieser Stelle: "Wieder betraten Mose und Aaron die vornehmen Hallen des ägyptischen Königspalastes, umgeben von hohen Säulen, mit gleißenden Verzierungen, von kostbaren Gemälden und in steingemeißelten Bildern heidnischer Götter. Standen die beiden Vertreter des geknechteten Volkes vor dem Herrscher des damals mächtigsten Reiches und wiederholten ihm den Befehl Gottes, Israel freizulassen." Sie waren ja schon mal dort gewesen. Wir erinnern uns das letzte Mal, dass, als sie beim ersten Mal beim Pharao gewesen sind, er sie ziemlich postwendend zurückgeschickt hat und die Strafarbeit für die Israeliten noch verschärft hat. Und wir haben gesehen, dass dann Israeliten sehr missmutig geworden sind über Mose und Aaron, weil sie gedacht haben, es wird alles nur schlimmer und eine Rettung ist gar nicht in Sicht. Und auch Mose hat Gott das vorgelegt und hat gesagt: "Jetzt hast du mich hierher gesandt und wo bleibt die Rettung?" Und Gott hatte gesagt: "Geh erneut." Und Mose und Aaron, ohne zu zweifeln, gehen erneut. Obwohl beim ersten Mal, beim ersten Versuch sie in Anführungsstrichen menschlich gescheitert waren und alles viel schlimmer geworden war. Manchmal, so mag es den Anschein haben, wenn wir versuchen, Gott zu folgen, wenn wir die richtigen Schritte unternehmen, die Gott uns zeigt und den richtigen Weg einschlagen wollen, dann sieht es so aus, als ob alles noch viel schlimmer wird, weil der Satan versucht, uns richtig Angst zu machen und uns richtig einzuschüchtern. Aber wenn wir Gott glauben und dranbleiben, dann werden wir genauso wie Mose und Aaron und die Israeliten die Erlösung Gottes sehen.

[12:07] Sie kommen hier erneut in den ägyptischen Königspalast. Sie beschreibt ganz anschaulich, wie das dort gewesen ist. Und wir können auch in der Archäologie ein wenig über die Paläste der damaligen Zeit sagen. Es haben sich gar nicht so viele Paläste aus der Zeit des 18. Jahrhunderts archäologisch erhalten. Das liegt unter anderem daran, dass in Ägypten die Paläste mit Schlammziegeln erbaut worden sind und deswegen relativ wenig erhalten ist. Wir kennen einige Palastkomplexe von späteren Königen der 18. Dynastie aus dieser Zeit, die wir jetzt hier zur Zeit des Exodus haben. Kennen wir allerdings seit einigen Jahren zwei oder noch einen kleinen Palast dazu, aber vor allem Palast F und G aus Avaris, jener Stadt, die dann später Ramses genannt worden ist und so ein Zentralort in der Exodusgeschichte bildet. Die Stadt hieß ja zur Zeit Moses Per-Ramessu.

[13:07] Professor Manfred Bietak, der österreichische Archäologe, den wir schon an anderer Stelle hier öfter zitiert haben, mit seinen Ausgrabungen in Avaris, hat auch diese Palastkomplexe ausgegraben. Und wir sehen hier auf dieser Karte rot umrandet diesen Komplex, wo die Paläste gewesen sind, ganz in der Nähe auch vom Wasser. Wie man hier sieht, hier haben wir das ein bisschen genauer dargestellt. Der Palast F ist kleiner und Palast G dann etwas größer. Möglicherweise war da so ein kleiner See dazwischen und wir wissen natürlich nicht ganz genau, in welcher Stadt jetzt Mose den Pharao getroffen hat, aber es spricht natürlich einiges dafür, dass das hier auch in der Nähe der Israeliten gewesen sein könnte in Avaris. Eine andere Variante wäre natürlich, wenn er ihn viel weiter unten im Süden in Theben getroffen hat, ist auch nicht auszuschließen. Aber zumindestens haben wir für Avaris hier mal ein paar archäologische Funde für so einen Palast.

[14:07] Hier noch eine Rekonstruktion, wie das ungefähr ausgesehen haben muss, dieser größere Palast, der Palast G. Und da kann man sich so vielleicht vorstellen, wie dann Mose und Aaron in dieses Gebäude hineingegangen sind als Vertreter Gottes und seines geknechteten Volkes.

[14:32] Tatsächlich hier haben wir noch mal die verschiedenen Schichten von Avaris. Wir hatten das an anderer Stelle schon im Bezug auf diesen kleineren Palast erwähnt, und jetzt zu der Zeit, in der der Exodus ungefähr stattgefunden hat, haben wir tatsächlich diesen Palastbezirk mit einer frühen Phase und zwar mit minoischen Malereien. Erinnern wir uns Ellen White von so glänzenden Malereien, und wir wissen sogar ein bisschen, wie es dort ausgesehen hat, aber dazu gleich noch mehr. Hier haben wir noch mal die Mauerbefunde von dem Palast F und die Interpretation, die jetzt die Archäologen dem geben. Man findet ja nur die Mauerreste und dann muss man sich überlegen, was war jetzt welche Funktion von welchem Raum und so. Das steht ja nicht mehr da, was es jetzt jeweils gewesen ist, aber dort haben wir rechts oben halt wohl den Hof, wo man von der Rampe gekommen ist. Dann hat man einen Hof in der Mitte mit einem Umgang. Man hat unten diesen Thronsaal, Nebenraum und Schlafraum auch. Also, das ist ungefähr so, wie sich die Ausgräber den Palast F dort vorstellen. Jetzt zu den Gemälden. Man findet dort interessanterweise minoische Wandmalerei, also gar keine nicht nur ägyptische Kunst, sondern auch solche, die aus dem Mittelmeer kommt von der Insel Kreta. Dort auf Kreta gibt es ja seit Jahrhunderten zuvor schon diese minoische Kultur, die dann auch Kontakt hat mit der mykenischen, dieser frühgriechischen Kultur, und wir finden dort eine Reihe von Motiven, die jetzt gar nicht so typisch ägyptisch sind, sondern mehr so an den vorgriechischen und frühgriechischen Kulturkreis erinnern. Also Stiere zum Beispiel, die kämpfen und springen, Katzen, die Huftiere jagen, Labyrinthmuster und auch sonst typische Wahrzeichen, die man auch zum Beispiel aus dem minoischen Palast in Knossos auf Kreta kennt, so einen großen Greifvogel, Halb-Rosettenfriese. Die ganze Gemäldetechnik ist typisch ägäisch, und man weiß jetzt natürlich nicht genau, wie kommt das zustande? Haben die Ägypter zu der Zeit eine politische Allianz oder militärische Allianz mit dem minoischen Reich gehabt? Hat da vielleicht eine Heiratsverbindung bestanden? Aber wie dem auch sei, wir können zumindestens durchaus mit einer gewissen Plausibilität sagen, dass es nicht unwahrscheinlich ist, dass Mose und Aaron, als sie dem Pharao dort begegnen, vielleicht auch an diesen minoischen Wandmalereien vorbeigekommen sind. Das gibt uns so ein bisschen Hintergrund. Ist natürlich für das theologische Verständnis jetzt des Textes nicht entscheidend, aber ist auch mal nett zu wissen, dass man sich ein bisschen vorstellen kann. Diese ägyptischen Paläste waren also nicht nur streng ägyptische, da hat man also auch ausländische Kunst gezeigt, interessanterweise. Und das gibt natürlich auch Anlass zur Spekulation, ob da vielleicht auch ausländische Gesandte vielleicht auch am Hof gewesen sind, die dann vielleicht auch das eine oder andere von der Geschichte des Exodus mitbekommen haben.

[17:27] Gehen wir weiter. Das heißt weiter in 2. Mose 7: "Und der Herr redete zu Mose und Aaron und sprach: 'Wenn der Pharao zu euch sagen wird: "Tu dein Zeichen, um euch auszuweisen!", so sollst du zu Aaron sagen: "Nimm deinen Stab und wirf ihn vor den Pharao hin, dann wird er zur Schlange werden."' Da gingen Mose und Aaron zum Pharao und handelten genauso, wie der Herr es ihnen geboten hatte. Und Aaron warf seinen Stab vor den Pharao und vor seine Knechte hin, und er wurde zur Schlange. Da rief der Pharao die Weisen und Zauberkundigen, und auch die ägyptischen Zauberer taten dasselbe mit ihren Zauberkünsten. Und jeder warf seinen Stab hin, und es wurden Schlangen daraus. Aber Aarons Stab verschlang ihre Stäbe. Doch das Herz des Pharao verstockte sich, und er hörte nicht auf sie, so wie der Herr es gesagt hatte."

[18:12] Der erste Konflikt zwischen der wunderwirkenden Kraft Gottes und den Täuschungen der ägyptischen Zauberer. Zauberer, im Hebräischen steht dort das Wort "Hartumim". Das kommt von dem ägyptischen Wort für Vorlesepriester oder Zauberer. Das Wort war dann relativ bekannt, ist auch ins Akkadische übernommen worden. Wir finden es dort dann auch und dann auch im Aramäischen in Daniel 2 auch wieder dann in der Geschichte von Nebukadnezar, interessanterweise. Die Vorlesepriester, die waren vor allem am sogenannten Haus des Lebens, ein besonderer Tempel. Dort waren sie aktiv und dort haben sie Rituale und magische Texte studiert und kopiert und offensichtlich dann immer wieder auch mal versucht, in die Praxis umzusetzen. Und solche Zauberer von diesem Haus des Lebens, die sind hier gegen Mose aufgetreten. Dieses Verschlingen der Schlange, also dass die Schlange des Stabes von Aaron die anderen ägyptischen Schlangen verschlingt, das war im Denken der Ägypter eine ganz krasse Sache. Denn dieser Akt des Verschlingens ist im magischen Denken Ägyptens von großer Bedeutung. Wir lesen hier in dem Buch "The Mechanics of Ancient Magical Practice", also die genauen Funktionsweisen der antiken magischen Praktik: "Der Akt kann als eine feindliche Funktion dienen, wodurch Verschlingen Vernichten bedeutet." Es gibt auch ägyptische magische Texte, wo die Idee vorkommt, dass man Uraeus-Schlangen verschlingt. Also es ist durchaus etwas, womit die Ägypter was anfangen konnten. Auch sonst ist die Idee manchmal in Beschwörungstexten präsent, dass man jetzt so angeblich Götter verschlingt, um deren Macht zu demonstrieren, weil man dann glaubt, dann ist man mächtiger sogar als die Götter. Und auf jeden Fall, und das kann man mit Sicherheit sagen, werden die ägyptischen Zauberer diese Geschichte so verstanden haben, als ein Zeichen, dass der Gott der Hebräer ihnen überlegen ist.

[20:09] Interessanterweise gibt es dann am Ende der 18. Dynastie, also auf jeden Fall nach Mose und dann vor allem auch in der dritten Zwischenzeit, so Stelen, die plötzlich auftauchen in Ägypten, wo man den jungen Horus sieht, der auf Krokodilen trampelt und giftige Schlangen am Schwanz hält. Und wir erinnern uns, als Mose in der Wüste, als er Gott dort am brennenden Dornbusch begegnet, dieses Zeichen zum ersten Mal selbst ausführen soll, dann wird ja der Stab zur Schlange, und dann sagt ihm Gott, er soll die Schlange am Schwanz fassen, was natürlich ein besonderer Glaubensakt ist. Und es ist interessant, dass diese Idee dann nach dem Exodus plötzlich auch bei den Ägyptern auftaucht, so als dass man Schlangen so am Schwanz hält. Das ist ein neuartiges Phänomen. Diese Statuen sind so Heilsstatuen, wahrscheinlich als Schutz oder Heilung von Skorpionbissen, Schlangenbissen, also Skorpionstichen.

[21:05] Und es gibt allerdings schon früher auch in den Sargtexten des Mittleren Reiches diese Idee, dass man eine Schlange in der Hand hält, ohne gebissen zu werden. Wir lesen: "Darauf erklärte der König entschieden, als zuvor seine Zauberer hätten ebenso viel Macht wie Mose und Aaron." Er brandmarkte die Diener des Herrn als Betrüger und fühlte sich mit all seinem Widerstand gegen ihre Forderung völlig sicher. Der Satan versucht also, den Eindruck des göttlichen Wirkens zu minimieren, indem er hier etwas anderes dagegen setzt. Bei aller Verachtung für ihre Botschaft wurde er, der Pharao, durch göttliche Kraft daran gehindert, ihnen Schaden zuzufügen. Nun, vielleicht stellst du dir die Frage, haben jetzt die ägyptischen Zauberer tatsächlich auch Schlangen erzeugt? Und dazu ist es interessant, sich ein Wort...

[21:52] Dazu ist es interessant, sich ein Wort von Paulus anzuschauen in 2. Timotheus 3, Verse 8 und 5. Es heißt hier auf dieselbe Weise aber, wie Jannes und Jambres dem Mose widerstanden. Diese beiden Namen sind schon seit Jahrhunderten in der Überlieferung verknüpft gewesen, als die mit dem Andenken dieser Geschichte der ägyptischen Zauberer. Wir kennen sogar von nichtjüdischen Quellen, aus griechischen Quellen, dass die, wenn die dort über die Geschichte von Mose sprechen, dass sie dort auch diese Zauberer mit Namen erwähnen. Da kommen auch diese Namen Jannes und Jambres vor.

[22:34] Für uns jetzt entscheidend ist, dass der Paulus sagt: „Auf dieselbe Weise aber, wie Jannes und Jambres den Mose widerstanden, so widerstehen auch diese Leute der Wahrheit.“ Und zwar, wie tun sie das? Sie haben einen äußeren Schein von Gottesfurcht, aber die Kraft der Gottesfurcht des Evangeliums verleugnen sie. Mit anderen Worten, es geht hier in 2. Timotheus 3 um die Irrlehrer mit völlig verdorbener Gesinnung, untüchtig zum Glauben, die aber vorgeben, Christen zu sein, die sich den äußeren Schein der Gottesfurcht geben, aber in Wirklichkeit es gar nicht sind. Das ist nur eine Täuschung, eine äußerliche Täuschung. Und Paulus sagt, das ist genauso wie mit Jannes und Jambres, die auch eine äußerliche Täuschung vorgenommen haben, die den Eindruck erweckten, als wären es Schlangen, aber innerlich waren es gar keine echten Schlangen.

[23:23] Und so lesen wir: Mose und Aaron standen keine menschlichen Mittel und Kräfte zur Verfügung. Es war vielmehr Gott selbst, der durch sie Wunder vor Pharaos Augen vollbrachte. Gott zeigt sich hier in dieser Geschichte. Diese Zeichen sollten dem König davon überzeugen, dass der große „Ich bin“ (2. Mose 3,14) Mose gesandt hatte und es seine Pflicht und Schuldigkeit war, die Israeliten ziehen zu lassen, damit sie dem lebendigen Gott dienen könnten. Auch die Zauberer ließen Zeichen und Wunder sehen, und das nicht aus eigener Geschicklichkeit, sondern durch die Kraft Satans, ihres Gottes, der ihnen half, Jahs Werk nachzuahmen.

[24:03] Aber diese Magier konnten ihre Stäbe nicht zu wirklichen Schlangen werden lassen. Nur Gott hat die echte Kraft, aus unbelebter Materie etwas Belebtes zu schaffen. Nur er hat schöpferische Kraft. Aber mit Hilfe des großen Betrügers vermochten sie durch Zauberei diesen Anschein zu erwecken. Das ist genau das, was wir gerade biblisch hergeleitet haben über die Aussage von Paulus. Die Stäbe in lebendige Schlangen zu verwandeln, überstieg Satans Vermögen. Denn obwohl der Fürst des Bösen alle Weisheit und Macht eines gefallenen Engels besitzt, hat er keine Schöpferkraft. Er kann kein Leben geben. Das ist allein Gottes Vorrecht. Aber Satan hat alles, was ihm möglich war. Er inszenierte eine Fälschung, sodass für das menschliche Auge die Stäbe zu Schlangen wurden. Und hier sehen wir, dass wir nicht immer unseren Sinnen vertrauen können.

[24:56] Die Pharao und sein Hof zu sehen glaubten. In ihrem Aussehen schienen sie nichts von Moses' Schlange zu unterscheiden. Obwohl der Herr die unechten Schlangen durch die wirkliche verschlingen ließ, sah Pharao nicht einmal darin die Auswirkung göttlicher Macht, sondern nur das Ergebnis einer Art Zauberei, die der seiner Diener überlegen war. Zumindest sehen wir hier, die Überlegenheit ist anerkannt worden, aber was Pharao nicht verstehen wollte, offenbar ist, dass hier tatsächlich der wahre Gott zu ihm spricht. Satans Fälschung erfüllte somit ihren Zweck. Sie bestärkte die Ägypter in ihrer Widerspenstigkeit und verhärtete das Herz Pharaos gegen jede bessere Erkenntnis.

[25:34] Satan hoffte, und das ist jetzt interessant, Satan hoffte sogar auch, Moses und Aarons Glauben an den göttlichen Ursprung ihrer Sendung zu erschüttern, damit seine Handlanger die Oberhand behielten. Satan hat also es nicht nur auf den Pharao abgesehen, um ihn zu verhärten in seinem Widerstand, sondern er hoffte auch, wenn jetzt Mose und Aaron sehen, wow, die Ägypter können scheinbar das Gleiche, dass sie jetzt vielleicht auch an der Göttlichkeit ihrer Sendung tatsächlich ins Zweifeln geraten. Er wollte Israel nicht aus der Knechtschaft befreit sehen, damit es dem lebendigen Gott dienen kann. Satan möchte auch heute noch durch sein Wirken, durch seine Täuschung, durch seine Versuchung und seine Lügen uns dazu bringen, dass wir Gottes Wirken in unserem Leben hinterfragen, dass wir dann denken, ah, war das vielleicht nur Zufall, ist das vielleicht gar nichts wirklich Göttliches gewesen. Wann immer wir dem Satan Raum geben, stehen wir in der Gefahr, oder wird er dieses nutzen, um das, was wir bereits mit Gott erlebt haben, vielleicht in ein anderes Licht zu tauchen.

[26:39] Und wir müssen uns auf jeden Fall immer wieder daran erinnern, dass das, was Gott in unserem Leben getan hat, das Wirken des realen, echten Gottes ist, der uns lieb hat.

[26:50] Aber Satans Ziele gingen noch weiter. Wir lesen weiter hier in "Patriarchen und Propheten", Seite 241: „Aber der Fürst des Bösen verfolgte eine noch weitergehende Absicht, als er seine Wunder durch die Zauberer sehen ließ. Er wusste genau, dass Mose, wenn er Israels Knechtschaftsjoch zerbrach, Christus darstellte, der die Herrschaft der Sünde über das Menschengeschlecht brechen sollte.“ Satan wusste von Anfang an, diese Geschichte ist ein Typ. Sie ist eine Illustration für das, was im Erlösungsplan für alle Menschen vorgesehen ist.

[27:22] Er wusste, dass Christus bei seinem Erscheinen mächtige Wunder tun würde, die er auch getan hat. Und mit all diesen Wundern hat er ja auch das Evangelium illustriert. Wir denken an all die Wunderheilungen im Neuen Testament als Beweis für die Welt, dass Gott ihn gesandt habe. Satan bangte um seine Macht, indem er nachahmte, was Gott durch Mose geschehen ließ, hoffte er nicht nur, Israels Befreiung zu verhindern, sondern auch Einfluss auf künftige Zeiten zu gewinnen. Das war also nicht nur der Versuch, den Exodus zu verhindern, sondern auch für die Zukunft des Wirkens des Evangeliums zu behindern. Es galt, den Glauben an Christi Wunder zu vernichten. Satan wird immer versuchen, das Werk Christi zu verfälschen und seine eigene Macht, wie auch die damit verbundenen Ansprüche durchzusetzen. Er bringt die Menschen dahin, Christi Wunder als scheinbaren Erfolg menschlicher Kraft und Geschicklichkeit anzusehen. Auf diese Weise zerstört er in vielen den Glauben an Christus als den Sohn Gottes und verleitet sie dazu, die im Erlösungsplan angebotene Gnade zurückzuweisen. Und wir sehen dann später in neutestamentlicher Zeit, dass so mancher Philosoph, der davon hörte, was Jesus getan hat, meinte, dass Jesus auch nur irgend so ein Magier sei, ein weiser Lehrer, der halt über natürliche Kräfte hätte und so weiter. Und damit hat also Satan tatsächlich ja durch seine Fälschungen es geschafft, so manchen Menschen davon abzuhalten, Jesus als Messias und Gottes Sohn anzuerkennen.

[28:54] Wir lesen weiter in 2. Mose 7: „Und der Herr sprach zu Mose: ‚Das Herz des Pharao ist verstockt. Er weigert sich, das Volk ziehen zu lassen. Geh am Morgen hin zum Pharao. Siehe, er wird hinaus ans Wasser gehen. Tritt ihm entgegen am Ufer des Nils und nimm den Stab in deine Hand, der zur Schlange geworden ist. Und sprich zu ihm: Der Herr, der Gott der Hebräer, hat mich zu dir gesandt, um dir zu sagen: Lass mein Volk ziehen, damit es mir in der Wüste dient. Aber siehe, du hast bisher nicht hören wollen. Darum so spricht der Herr: Daran sollst du erkennen, dass ich der Herr bin. Siehe, ich will mit dem Stab, den ich in meiner Hand habe, das Wasser schlagen, das im Nil ist, und es soll in Blut verwandelt werden, sodass die Fische im Nil sterben müssen und der Nil stinken wird. Und es wird die Ägypter ekeln, das Wasser aus dem Nil zu trinken. Der Herr sprach zu Mose: Sage zu Aaron: Nimm deinen Stab und streck deine Hand aus über die Wasser in Ägypten, über seine Nil-Arme, über seine Kanäle und über seine Sümpfe und über alle Wasserbecken, dass sie zu Blut werden und dass im ganzen Land Ägypten Blut sei, selbst in den hölzernen und steinernen Gefäßen.‘ Und Mose und Aaron machten es so, wie es ihnen der Herr geboten hatte. Und er hob den Stab und schlug vor dem Pharao und seinen Knechten das Wasser, das im Nil war. Da wurde alles Wasser im Nil in Blut verwandelt. Und die Fische im Nil starben und der Nil wurde stinkend, sodass die Ägypter das Nilwasser nicht trinken konnten und das Blut war im ganzen Land Ägypten.“ In einer späteren Zeit sagt tatsächlich ein Zauberer, ein Sohn von Ramses II., der sich als Zauberer betätigt hat, zu seiner Mutter: „Sein Wasser werde zu Blut werden, wenn er einen magischen Wettbewerb verliert.“ Also diese Geschichte scheint Eindruck in Ägypten hinterlassen zu haben.

[30:39] Es gibt immer wieder in diesem Zusammenhang einen Hinweis auf die sogenannten Klagen des Ipuwer. Das ist ein fragmentarisch erhaltenes Papyrus, in dem Chaos-Situationen beschrieben werden, das Land ist alles durcheinander geraten. Und unter anderem heißt es dort auch: „Fürwahr, der Fluss ist zu Blut geworden, doch die Menschen trinken daraus.“ Und dann heißt es: „Fürwahr, Tore, Säulen und Mauern sind verbrannt, Städte sind zerstört, Oberägypten ist ein leeres Ödland geworden“ und so weiter und so fort. Dieser Papyrus datiert auf das 13. Jahrhundert, ist nur fragmentarisch erhalten, aber die meisten Forscher sind sich einig: Er ist offenbar viel älter. Die meisten datieren ihn schon an das Ende des Mittleren Reiches oder in die Hyksoszeit. Das wäre dann allerdings schon vor dem Exodus und es ist sehr umstritten, ob dieser Text dann eine zeitgenössische Krise beklagt oder ob er eventuell eigentlich von dem Untergang des Alten Reiches spricht und in Metaphern eben spricht. Andere glauben, dass dieser Text eine Beschreibung Ägyptens nach den zehn Plagen ist. Das ist aber nicht so ganz einfach zu akzeptieren oder anzunehmen, weil man dann argumentieren müsste, dass dieser Papyrus doch jünger ist, als man eigentlich von der Sprache und vom Text her ausgehen müsste. Das ist also unentschieden. Man kann jetzt nicht so ganz ohne Weiteres diesen Text als einen Beweis für den Exodus nehmen. Abgesehen von dieser Formulierung, „das Wasser ist zu Blut geworden“, gibt es relativ nicht so viel starke direkte Parallelen zum Exodusbericht und vieles ist so ein bisschen auch so allgemein, ja, allgemeine Zerstörung, das kann auch sich auf Kriege beziehen und den Untergang zum Beispiel des Alten Reiches.

[32:32] Aber was ist die Bedeutung des Nils? Wir haben in dieser ersten Zwischenzeit eine Hymne an den Nil. Da heißt es zum Beispiel: „Heil dir, oh Nil, der du dich über diesem Land manifestierst und kommst, um Ägypten Leben zu geben. Oh Überschwemmung des Nils, dir werden Opfer gebracht. Menschen werden dir geopfert, große Feste werden für dich eingesetzt, Vögel werden dir geopfert. Gazellen werden für dich aus den Bergen geholt, reine Flammen werden dir bereitet.“ Hier sehen wir also, der Nil selbst wurde kultisch-religiös verehrt. Und so lesen wir auch hier bei Ellen White: „Darum verehrte man den Fluss als Gottheit und der Herrscher ging täglich hinaus, um ihm seine Huldigung darzubringen.“ Also so wie das gerade auch aus einem älteren Text gelesen haben, der Nil-Gott bei den Ägyptern, das war der sogenannte Hapi. Er wird meistens als einen Mann dargestellt, aber mit weiblichen Brüsten, weil die sozusagen die Fruchtbarkeit illustrieren, die der Nil ja durch seine Überschwemmung für den Ackerbau bringt. Der ist oft blau oder grün, weil das die Farbe des Wassers ist und er ist im Delta, also im Norden Ägyptens, oft mit Papyruspflanzen und mit Fröschen dargestellt. Dort sind das quasi so Symboltiere. Das ist natürlich jetzt für den Gang der Plagen ganz interessant. Interessant ist auch, dass das ägyptische Wort für Blut auch „rot“ heißt. Das verwundert uns jetzt nicht, weil Blut ist rot. Und diese Farbe repräsentiert auch den sogenannten Gott Seth, den gewalttätigen Wüstengott, der das Chaos repräsentiert und diese mythische Schlange Apophis, von der werden wir gleich noch mehr hören, also so ein bisschen so der Widersacher im Pantheon der Ägypter. Und deswegen ist dieses Wort für Blut oft auch ein Wort für Böses. Ja, und wenn also sozusagen der Nil, der sozusagen lebensspendend gilt – der Herodot hat berühmterweise gesagt, „Ägypten ist ein Geschenk des Nils“ –, das stimmt natürlich nicht. Gott hat den Ägyptern all diese Vorräte gegeben, die sie dann nicht genutzt haben zu seiner Ehre. Aber wenn dieser Nil, der so als Lebensspender für die Ägypter gilt, wenn der blutrot wird, dann ist das so ein ganz offensichtliches Zeichen für sie, dass hier etwas passiert, was ja gegen sie gerichtet ist.

[34:56] 2. Mose 7, wir lesen weiter: „Aber die ägyptischen Zauberer taten dasselbe mit ihren Zauberkünsten.“ Wir dürfen davon ausgehen, dass es wieder ein Schein ist und nicht real ist, so wie auch schon bei den Schlangen. Und so verstockte sich das Herz des Pharao.

[35:09] Alle Ägypter gruben um den Nil herum nach Trinkwasser, denn das Nilwasser konnten sie nicht trinken, was übrigens auch ein Punkt ist, der zeigt, dass hier die Klage des Ipuwer nicht direkt dazu passt, weil beim Ipuwer heißt es, dass Wasser ist zu Blut geworden und die Leute trinken trotzdem. Das scheint dann tatsächlich doch mehr eine literarische Metapher in der Klage des Ipuwer zu sein, die sich nicht direkt auf den Exodus bezieht, wahrscheinlich. Und das währte 7 Tage lang, nachdem der Herr den Nil geschlagen hatte.

[35:39] Wir lesen weiter. Die nächste Plage kommt und Gott sagt in Vers 26: „Und der Herr sprach zu Mose: Geh hinein zum Pharao und sprich zu ihm: So spricht der Herr: Lass mein Volk ziehen, damit es mir dient. Wenn du dich aber weigerst, es ziehen zu lassen, siehe, so will ich dein ganzes Gebiet mit Fröschen plagen.“ Zweite Plage sind die Frösche. „Und der Nil wird von Fröschen wimmeln. Sie sollen heraufkommen in dein Haus und deine Schlafkammer und auf dein Bett und auch in die Häuser deiner Knechte und dein Volk, in deine Backöfen und deine Backtröge und die Frösche sollen auf dich und auf dein Volk und auf alle deine Knechte kriechen.“

[36:13] Frösche sind in Ägypten ein Symbol für das entstehende Leben. Warum? Sie leben im Schlamm. Dort wimmelt es ja von Leben. Also diese Übergangszone von Wasser zu Erde, da ist oft viel los an so kleinen Lebewesen. Und für die Ägypter ist ja das Leben so mythologisch im Urschlamm entstanden. Ja, Ägypten kam so aus dem Urschlamm hervor und alles, was so im Urschlamm ist, steht so für das hervorkommende, entstehende Leben. Und deswegen hat man die Frösche auch mit der Geburtsgöttin Heket in Verbindung gebracht, weil es bei der Geburt ja auch um Leben geht, das entsteht. Und wenn man jetzt das Wort „Fötus“ schreiben wollte, hat man das mit einem Frosch gemacht, interessanterweise. Ja, also Frösche stehen so für neues Leben und das war natürlich eine ganz krasse Sache, dass jetzt diese Frösche zu solch einer Plage werden und tatsächlich kommen die dann über Nil-Arme und über die Kanäle und Sümpfe. Wir lesen aber wieder in Vers 3: „Und die Zauberer taten dasselbe mit ihren Zauberkünsten.“ Und auch hier gehen wir davon aus, dass das, wie auch bei den Schlangen, ein Schein war, eine Show, die nur vorgaukelt und täuscht, aber keine echten Frösche hervorbringen kann, weil das nur Gott kann.

[37:38] Und dann ist der Pharao ziemlich ja genervt und möchte diese Frösche loswerden. Und das heißt hier, dass der Mose und Aaron rief und sprach: „Bitte den Herrn, dass er die Frösche von mir nimmt und von meinem Volk, so will ich das Volk ziehen lassen.“ Er sagt: „Okay, also ich bin bereit, mit mir reden zu lassen.“ Und Mose fragt ihn dann: „Wann sollen denn die Frösche von dir genommen werden?“ Und er sprach: „Auf morgen.“ Und dann sagt Mose: „Wie du gesagt hast, damit du erfährst, dass niemand ist wie der Herr, unser Gott.“ Ja, das ist also nicht Zauberei und so wie deine Leute, sondern es ist was ganz Außergewöhnliches. Das Göttliche, das ist das Wahre, was hier passiert. Und wir lesen in 2. Mose 8: „So gingen Mose und Aaron vom Pharao weg und Mose schrie zum Herrn wegen der Frösche, die dem Pharao auferlegt hatte.“ Und tatsächlich handelt Gott nach dem Wort Moses. Die Frösche sterben in den Häusern. Es heißt, sie häufen die zusammen. Hier ein Haufen und dort ein Haufen und das Land stank davon. Und jetzt merkt man ganz sicher, die Frösche von Mose sind keine Illusion gewesen, kein magischer Trick. Die sind wirklich so real. Die stinken noch. Diese ganzen Froschleichen, die man da in Haufen zusammen geharkt, die stinken wie die Pest. Man weiß, das sind echte Frösche gewesen und trotzdem verstockt sich das Herz des Pharao. Es heißt so etwas kurios in 2. Mose 8, Vers 11: „Nachdem es heißt und das Land stank davon, heißt Vers 11: Als aber der Pharao sah, dass er Luft bekommen hatte.“ Ja. Wirklich sehr interessant.

[39:10] 2. Mose 8, Vers 12: „Da sprach der Herr zu Mose: Sage zu Aaron, strecke deinen Stab aus und schlage den Staub auf der Erde, dass er zu Mücken werde im ganzen Land Ägypten.“ Und Aaron macht das und tatsächlich aus dem Staub werden Mücken im ganzen Land Ägypten. Und jetzt passiert Folgendes: Die Zauberer versuchen das ebenfalls, aber es heißt, sie konnten es nicht. Und sie merken, sie sind quasi mit ihrem Latein, obwohl es mehr Ägyptisch war, was sie gesagt haben, sie sind am Ende angelangt und sie kommen zum Pharao und sagten: „Das ist der Finger Gottes!“ Denn den Finger Gottes kennen wir dann aus der Bibel in 2. Mose 31, denn er schreibt das Gesetz Gottes auf Tafeln, beschrieben mit dem Finger Gottes. Und im Neuen Testament erfahren wir, dass Jesus durch den Finger Gottes die Dämonen austreibt. Wenn man den Parallelbericht zu Lukas 11 in Matthäus 12, Vers 28 liest, dann finden wir folgende Erklärung. Er sagt: „Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.“ Der den Satan besiegt, der den Satan an sein Limit bringt, ist der Heilige Geist. Der Heilige Geist treibt die Dämonen aus und die Zauberer sagen, okay, das ist nicht mehr, das kann man nicht mehr nachmachen. Das ist zu viel für uns. Das ist das Wirken des realen Gottes. Das ist das Wirken des Geistes Gottes. Übrigens, es ist dieser Geist Gottes, der die Kraft hat, Dämonen auszutreiben, der die Kraft hat, der viel stärker ist als der Satan, ist dieser Heilige Geist, der die zehn Gebote in dein und mein Herz schreiben möchte.

[40:58] Die Geschichte vom Exodus zeigt uns, es ist nicht ein ständiges Hin und Her zwischen Gott und Satan. Ja, das ist ein Kampf, das ist eine Auseinandersetzung, aber sie zeigt schon ziemlich bald, dass Gott nicht ein bisschen stärker, nicht eine Nasenlänge voraus hat. Nein, Gott ist viel stärker, massiv viel stärker. Die Ägypter können zwei Plagen imitieren, aber ab der dritten ist es

[41:16] imitieren, aber ab der dritten ist es nur noch Gott, und es gibt noch eine und noch eine und noch eine. Gott ist sehr viel stärker als der Satan. Und der Heilige Geist, der uns gegeben ist, ist sehr viel mächtiger als jede Versuchung und als jede Schwierigkeit, von der wir oft meinen, dass sie so unüberwindbar ist. Und ich möchte für mich in meinem Leben neu festhalten und mir vornehmen zu glauben, dass der Geist Gottes, der in meinem Leben wirkt und wirken möchte, dass er viel mehr Kraft hat als alles, was der Satan gegen mich schleudert.

[41:54] Möchtest du das auch glauben? Wollen wir Gott danke sagen, dass er uns so sehr liebt und solch eine Kraft zur Verfügung stellt? Gott ist gut. Amen.

[42:04] Der Finger Gottes, den gibt es auch im ägyptischen Denken. Magische Texte kennen den Finger Seths als Ursprung von Gefahr und Schrecken.

[42:14] Es gibt auch den Finger des Thot, das ist sehr interessant, der diese Riesenschlange Apophis bedroht. Ich sagte schon gerade, wir wollen noch was über sie hören. Apophis, das ist die griechische Wiedergabe von Apep. Und Apep ist in der ägyptischen Theologie, wenn man sie so nennen kann, der Widersacher der Ordnung, der Gerechtigkeit, der Maat.

[42:31] Ja, der Begriff Maat im Ägyptischen ist sehr weit gefasst, das ist die Ordnung, die Gerechtigkeit, alles Gutes sozusagen. Und der Sonnengott, der sorgt halt für die Maat, und der König, der verwaltet das alles, aber es gibt einen Widersacher, und das ist eine große Riesenschlange, der Apep oder wie die Griechen sagen, Apophis.

[42:52] Und der lebt schon vor der Schöpfung im Meer, diese Riesenschlange. Sie personifiziert das Böse und das Unheil, sozusagen quasi der Satan der ägyptischen Theologie, nur dass natürlich in der ägyptischen Theologie der Satan überall steckt, nur als dann als guter Engel verkleidet und dann natürlich auch als Widersacher.

[43:10] Und da gibt es auch diese Idee, dass man den Widersacher bedroht mit dem Finger Seths. Aber das ist nicht der Finger des Thot hier in der Geschichte. Es ist der Finger des lebendigen Gottes, der den Satan in all seinen Auswüchsen und all seinen Manifestationen bedroht und sagt: „Bis hierhin und nicht weiter.“

[43:29] Dadurch war erwiesen, dass Gottes Wirken dem Satans überlegen war. So sagt Ellen White ganz deutlich.

[43:36] Das heißt, die Plage der Frösche war die letzte Plage, die man noch imitieren konnte.

[43:41] Und interessanterweise finden wir in der Offenbarung einen Text für die allerletzte Endzeit, wo es heißt: „Und ich sah aus dem Maul des Drachen, aus dem Maul des Tieres, aus dem Maul des falschen Propheten drei unreine Geister herauskommen, gleich Fröschen.“

[43:55] Es sind nämlich dämonische Geister, also ja, Dämonen, die Zeichen tun und ausgehen zu den Königen der Erde und des ganzen Erdkreises, also zu allen Völkern, Nationen, Stämmen und Sprachen, um sie zum Kampf zu versammeln an jenem großen Tag Gottes des Allmächtigen.

[44:07] Da gibt es drei gefallene Engel, die die ganze Welt versuchen, auf ihrer Seite zu ziehen.

[44:14] Und das ist eine Imitation. Es ist die letzte Imitation, zu der Satan noch in der Lage ist. Das ist sozusagen sein Meisterwerk seiner Täuschung.

[44:21] Weil auch die Frösche das letzte waren, was Satan noch imitieren konnte. Danach war Schluss.

[44:26] Am Ende wird es eine Imitation sein von den drei echten, den wahren Engeln aus Offenbarung 14, Vers 6 bis 14, die dann im Himmel fliegen und jeder Nation, jedem Volk, jeder Sprache das ewige Evangelium predigen, das wahre Evangelium.

[44:42] Am Ende wird es keinen atheistischen Ausrottungsversuch der Menschheit geben. Es wird eine Täuschung geben, die dem Original so ähnlich sein wird, dass Leute, die sich in ihrem Herzen verstocken möchten, sagen werden: „Na ja, da ist ja kein großer Unterschied zwischen dem, was da in der Bibel steht und dem, was jetzt hier weltweit propagiert wird.“

[45:04] Und so werden viele Menschen sich verstocken, so wie der Pharao sich verstockt hat.

[45:08] Und deswegen müssen wir, jeder Einzelne von uns, das ewige Evangelium genau kennen und wissen, was Gott zu uns gesagt hat, was er als das Evangelium definiert, damit wir in der letzten Zeit nicht verführt sind, sondern auf Gottes Wirken hören und es erkennen.

[45:25] Dann kommt die vierte Plage. Wir lesen hier, dass das Land voller Hundsfliegen werden sollte.

[45:33] Und Gott sagt, jetzt in der vierten Plage geschieht etwas Besonderes. Und jede Plage hat ihre eigenen Spezifika, ihre eigenen Details. Keine ist genau wie die andere.

[45:44] Und ich will an demselben Tag etwas Besonderes tun mit dem Land Goschen, wo mein Volk wohnt, so dass dort keine Hundsfliegen sein sollen.

[45:49] Die letzten sieben Plagen treffen das Volk Gottes nicht. Und das ist natürlich eine interessante Parallele zur Offenbarung, wo die sieben letzten Plagen in Offenbarung 15 und 16 nicht mehr Gottesgläubige treffen, sondern nur noch die Ungläubigen.

[46:05] Damit du erkennst, dass ich der Herr inmitten des Landes bin. Also der Pharao soll erkennen, das ist also nicht nur Zufall, sondern Gott wirkt direkt.

[46:12] Er soll das übernatürliche Wirken Gottes erkennen.

[46:16] So will ich ein Zeichen der Erlösung setzen. Es soll ein Zeichen sein der Erlösung, dass also die, die Gott treu sind, die auf Gott vertrauen, von diesen Plagen nichts mitbekommen, also nichts zu leiden haben zwischen meinem Volk und deinem Volk. Morgen soll das Zeichen geschehen.

[46:31] Wenn also Gott sagt, du sollst erkennen, dass ich inmitten des Landes bin, dann ist das ein Hinweis auf das, was Gott schon Mose gesagt hat, nämlich: „Ich bin, der ich bin.“ Und auch Pharao soll erkennen, dass Gott wirklich real ist.

[46:44] Das Land, in dem die Israeliten gelebt haben, haben wir schon in der ersten Folge ein bisschen genauer unter die Lupe genommen. Das ist das Land Goschen. Das ist wohl wahrscheinlich der Wadi Tumilat im Osten des Nil-Deltas hier, wo später dann der Kanal der Pharaonen lag.

[47:01] Dieses Ereignis sagte Mose zeitlich voraus, damit es nicht heißen konnte, es käme zufällig. Und diese Hundsfliegen waren so groß und giftig, und der Stich für Menschen und Vieh äußerst schmerzhaft.

[47:13] Und dann ist Pharao doch sehr beeindruckt, und er ruft Mose und Aaron zu sich und sagt: „Geht hin, opfert eurem Gott in diesem Land.“

[47:22] Sagt: „Okay, ihr dürft opfern, aber bleibt hier.“ Aber Mose sagt: „Nein, das geht nicht, denn wir opfern, was in Ägypten ein Greuel ist, und wir wollen drei Tagesreisen weit in die Wüste ziehen.“

[47:32] Wir haben schon drüber gesprochen, was das auch für Bedeutung für die Exodus-Route hat, aber dazu ein anderes Mal mehr.

[47:44] Da sprach der Pharao: „Ich will euch ziehen lassen, damit ihr dem Herrn, eurem Gott, in der Wüste Opfer darbringt, aber zieht ja nicht zu weit. Bitte bittet für mich.“

[47:52] Nun, was hat es mit diesen Tieren auf sich? Es gab Opfertiere bei den Hebräern, die für die Ägypter heilig waren. Ihre Verehrung war so groß, dass sogar die unabsichtliche Tötung als todeswürdiges Verbrechen galt.

[48:03] Wir wissen, es gibt den Apis-Stier, der schon seit der zweiten Dynastie sicher bezeugt ist.

[48:08] Im Neuen Reich ist dieser Kult stärker institutionalisiert worden.

[48:11] Wir haben auch ab der zweiten Dynastie den Schöpfergott Chnum, der oft mit einem Widderkopf dargestellt wird, und auch der Widder so eine... mit diesem Heiligen, also mit diesem Gott, in Verbindung gebracht worden ist, und der wurde dann auch im Neuen Reich als Darstellung des Gottes Amun gebraucht.

[48:32] Und Mose sagt noch: „Okay, ich gehe hinaus und will den Herrn bitten, dass die Hundsfliegen morgen vom Pharao, von seinen Knechten und von seinem Volk genommen werden. Nur möge der Pharao uns nicht mehr täuschen,“

[48:43] „...indem er das Volk doch nicht ziehen lässt, damit es dem Herrn Opfer bringt.“

[48:47] Und Mose ging hinaus vom Pharao und betete zu dem Herrn. Und der Herr handelte nach dem Wort Moses und er ließ die Hundsfliegen vom Pharao, von seinen Knechten und von seinem Volk weichen, sodass nicht eine übrig blieb.

[48:58] Interessant, oder? Nicht eine blieb übrig, aber der Pharao verstockt sein Herz auch. Diesmal hat er sie wieder getäuscht.

[49:03] Und jetzt kommt die fünfte Plage, eine sehr schwere Viehseuche.

[49:09] Manchmal wird angemerkt: „Ach, na ja, hier werden Pferde, Esel, Kamele, Rinder und Schafe erwähnt, aber Kamele gibt's doch zu der Zeit noch gar nicht in Ägypten.“

[49:18] Aber die Archäologie belehrt uns eines Besseren. Das Bulletin de l'Institut français d'archéologie orientale hat tatsächlich schon für die neolithische Keramikphase einen Kamelschädel in Ägypten im Fayum nachgewiesen.

[49:33] Und wieder sagt Gott, er macht einen Unterschied. Nichts, was den Kindern Israels gehört, wird sterben. Und Gott sagt, morgen wird der Herr dies im Land tun.

[49:43] Und das passiert dann, und der Pharao sendet sogar Boten nach Goschen in das Land, wo die Israeliten leben, und siehe, von dem Vieh Israels war nicht eines gestorben.

[49:53] Dieser fürchterliche Schlag, diese Seuche über alles Vieh auf dem Felde, ist dann gefolgt. Die heiligen Tiere, sowohl als auch die Lasttiere, Kühe, Ochsen, Schafe, Pferde, Kamele und Esel wurden allesamt vernichtet.

[50:13] Und dann kommt die nächste Plage. Da sprach der Herr zu Mose und Aaron: „Nehmt eure Hände voll Ofenruß.“

[50:18] Dazu gleich mehr. Dann wird über dem Land Ägypten, das wird zu Staub werden.

[50:25] Verzeihung, über dem Land Ägypten zu Staub werden, und er wird zu Geschwüren werden, die als Blattern aufbrechen.

[50:31] Und besonders wird hier erwähnt, dass auch die Zauberer, die am Anfang Mose widerstanden, jetzt diese Blattern bekommen und deswegen nicht einmal vor Mose treten können, was natürlich auch ein klares Zeichen der Niederlage ist.

[50:42] Ellen White kommentiert: „Vor 400 Jahren hatte Gott Abraham die künftige Bedrückung seines Volkes unter dem Sinnbild eines rauchenden Ofens und einer brennenden Lampe gezeigt.“

[50:52] Das ist deswegen natürlich auch interessant, weil sie hier zwischen Abraham und Mose 400 Jahre ansetzt, was erneut dafür sprechen könnte, dass die kürzere, die kurze Theorie, also der 215 Jahre in Ägypten, zutreffend ist.

[51:13] Ja, aber das ist nicht unser Thema. Können wir gleich noch mal kurz drüber sprechen.

[51:18] Nee, nächste Woche werden wir drüber sprechen. Diese Handlung war also bedeutungsvoll, weil Gott durch diesen rauchenden Ofen diese Bedrückung gezeigt, und jetzt nimmt Mose diesen Ofenruß, und er wird zu Blattern.

[51:30] Diese Handlung Moses brachte also den Israeliten Gewissheit, dass Gott seines Bundes gedachte und die Zeit ihrer Befreiung gekommen war.

[51:37] Sie erinnern sich bei einem Ofenruß an das, was sie gehört haben, was auch Mose jetzt wohl in 1. Mose schon aufgeschrieben, also was er in 1. Mose aufgeschrieben hatte, was er ihnen wohl auch sicherlich vorgelesen hat, dass Gott mit diesem Symbol ja auch diese ganze Unterdrückung beschrieben hat.

[51:53] Für die Ägypter ist jetzt klar, wie töricht es war, Zauberern zu vertrauen, die nicht einmal sich selbst zu schützen vermochten.

[52:00] Und es beginnt immer mehr sozusagen ihnen zu dämmern, dass sie hier mit einer Kraft zu tun haben, die alles übersteigt, was sie in Ägypten jemals erlebt haben.

[52:09] Und dann heißt es hier in 2. Mose 9, das ist eine ganz wichtige Stelle jetzt: „Da sprach der Herr zu Mose: Mache dich am Morgen früh auf und tritt vor den Pharao und sprich zu ihm: So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Lass mein Volk ziehen, damit es mir dient.“

[52:22] „Sonst will ich diesmal alle meine Plagen gegen dein Herz richten.“ Mit anderen Worten, Gott sagt, diese Plagen werden jetzt immer mehr sich direkt auf dich auch fokussieren.

[52:33] Es wird immer näher an dich herankommen. Wir sehen auch, dass diese Plagen sich letztlich auch in einer gewissen Steigerung gegen deine Knechte und gegen dein Volk richten, damit du erkennst, dass auf der ganzen Erde nicht meinesgleichen ist.

[52:44] Denn ich hätte meine Hand – und jetzt kommt ein wichtiger Gedanke – ich hätte meine Hand schon ausstrecken und dich und dein Volk mit der Pest schlagen können, dass du von der Erde vertilgt worden wärst.

[52:52] Gott sagt also, dass das so lange dauert, dass eine Plage nach der anderen kommt, liegt nicht daran, dass ich es noch nicht schaffe.

[52:59] Es ist nicht Gottes Versuch, jetzt nach und nach vielleicht doch den Pharao zu überwältigen, sondern Gott macht ganz deutlich, er hätte schon längst Pharao und sein Volk komplett auslöschen können, aber er wartet noch.

[53:11] Und daran zeigt sich eigentlich die Gnade Gottes, der auch dem Pharao die Chance geben möchte, auf die Stimme des Heiligen Geistes, der zu ihm spricht durch die Plagen, zu hören.

[53:22] Er sagt: „Aber ich habe dich eben dazu bestehen lassen, dass ich an dir meine Macht erweise und dass mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde.“

[53:30] Mit anderen Worten, der Pharao hätte es eigentlich schon verdient gehabt, angesichts seiner Rebellion vernichtet zu werden. Aber Gott lässt ihn bestehen.

[53:42] Gott weiß auch im Vorhinein, dass dieser Pharao sich nicht bekehren wird. Er bekommt immer noch eine Chance und noch eine Chance. Aber Gott weiß ja schon, dass der Pharao Chancen, obwohl sie real sind, nicht ergreifen wird. Und trotzdem lässt er es zu, weil er damit jetzt dem ganzen Rest der Welt zeigen kann, wie die Sünde funktioniert und wie die Erlösung funktioniert.

[54:05] Ellen White macht das ganz deutlich, nicht, dass Gott ihm das Dasein zu diesem Zweck gegeben hätte. Also Gott hat nicht gesagt: „Oh, ich brauche mal einen verstockten Pharao, ich schaffe mal einen, der ganz verstockt ist.“

[54:13] Aber Gott hat durch die Jahrhunderte durchgeschaut und geschaut, wann wird es einen Pharao geben, der – mit seinem Vorwissen, also Gottes Vorwissen – wann wird es einen Pharao geben, der aus eigener Entscheidung, aus eigener Verstocktheit sich gegen alles wenden wird, und bei diesem Pharao lässt er den Exodus stattfinden, weil er an diesem Pharao demonstrieren kann, wie groß seine Erlösungskraft ist.

[54:38] Er hat ihn ausgewählt, weil er vorausgesehen hat, wie er reagieren wird.

[54:43] Gott hat ihn also nicht zu diesem Zweck das Dasein gegeben, aber seine Vorsehung lenkte die Ereignisse so, dass gerade er zur Zeit der Befreiung Israels den Thron innehatte.

[54:53] Und obwohl dieser hochmütige Tyrann durch seine Freveltaten Gottes Gnade verwirkt hatte, blieb er doch bewahrt, damit der Herr durch diese Heilstätigkeit seine Wunder in Ägypten offenbarte.

[55:01] Also vielleicht muss ich das, was ich vor ein paar Sätzen gesagt habe, ein bisschen revidieren, vielleicht klarer ausdrücken.

[55:11] Der Pharao hätte eigentlich tatsächlich schon längst umgebracht werden können.

[55:15] Er hatte sozusagen seine Chance schon gehabt, aber Gott lässt ihn bestehen.

[55:21] Nicht, weil noch eine reale Chance besteht, dass er sich bekehrt, sondern weil an ihm jetzt sichtbar wird, wie Gottes Gnade für das Volk Israel wirkt.

[55:35] Und wie auch die Sünde unser Herz bis zum Exzess verstockt.

[55:41] Gott gab Pharao außerordentlich überzeugende Beweise seiner Stärke, aber der Herrscher wehrte sich hartnäckig gegen jede bessere Einsicht. Mit jeder Offenbarung der unendlichen Machtvollkommenheit, die er zurückwies, wurde er umso entschlossener zum Widerstand. Schon mit der Ablehnung des ersten Wunders war die Saat der Auflehnung gestreut.

[56:00] Wir sehen hier sozusagen ein Bild für die Sünde gegen den Heiligen Geist, die jetzt ihre Früchte trug. Als er sich unterstand, weiterhin eigene Wege zu gehen, steigerte sich seine Starrköpfigkeit von Mal zu Mal.

[56:14] Er wurde immer unerreichbarer, immer hartherziger, bis man ihn rief, sich die kalten, toten Gesichter der Erstgeborenen anzusehen.

[56:21] Gott lässt die Menschen durch seine Diener warnen und ermahnen und um ihrer Sünde willen zurechtweisen. Er gibt jedem Gelegenheit, charakterliche Mängel abzulegen, ehe sie Bestandteil seines Wesens werden.

[56:33] Wir alle haben die Chance, Gottes Gnade anzunehmen. Lehnt jemand jedoch Zurechtweisung ab, stellt Gott sich nicht seiner Handlungsweise entgegen.

[56:41] Für solch einen Menschen wird es immer einfacher, den einmal eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

[56:45] Aber er verhärtet damit sein Herz gegen den Einfluss des Heiligen Geistes. Das ist genau das, was beim Pharao passiert.

[56:51] Er verstockt sich. Und lieber Freund, liebe Freundin, wir können die Geschichte anschauen, aber wir müssen aus ihr lernen. Wir dürfen nicht gegen Gottes klares Wirken handeln. Wir dürfen der Stimme des Heiligen Geistes nicht widerstehen.

[57:02] Jedes Mal, wenn wir widerstehen, machen wir es schwerer, uns dann doch zu Gott zu wenden und einfacher in der Rebellion zu bleiben.

[57:10] Lasst uns, wo immer wir erkennen, dass wir falsch liegen, sofort ohne Umwege zu Gott wenden und ihn um Gnade und Vergebung und Wiederherstellung bitten.

[57:20] Die nächste Plage. Sehr schwerer Hagel soll fallen, wie in Ägypten bisher nicht gewesen ist seit der Zeit, da es gegründet wurde, bis jetzt die siebte Plage.

[57:32] Und das wird angekündigt, und einige der Ägypter kriegen eine solche Angst, weil sie mittlerweile überzeugt sind. Nicht alle Ägypter sind so verstockt wie der Pharao. Das heißt in Vers 20: „Wer nun von den Knechten des Pharao das Wort des Herrn fürchtete, der ließ seine Knechte und sein Vieh in die Häuser fliehen.“

[57:46] „Diejenigen aber, die sich das Wort des Herrn nicht zu Herzen nahmen, die ließen ihre Knechte und ihr Vieh auf dem Feld.“

[57:51] Wir sehen also in dieser siebten Plage jetzt die Möglichkeit, oder wir sehen jetzt, wie Menschen sich in Ägypten entscheiden. Einige Ägypter sind mittlerweile überzeugt, dass Gott hier tatsächlich real ist und wirklich für sein Volk kämpft, und einige ignorieren das, und wir sehen hier quasi eine Spaltung auch in der ägyptischen Gesellschaft.

[58:10] Und das heißt dann, Mose streckt seinen Stab zum Himmel, und der Herr ließ es donnern und hageln, dass es Feuer zur Erde niederfuhr.

[58:17] Hagel ist in Ägypten äußerst ungewöhnlich, muss schon einen sehr starken Eindruck gemacht haben, und er war so stark, dass etwas Derartiges im ganzen Land Ägypten niemals vorgekommen war, seitdem es bevölkert ist.

[58:30] Also Hagel war immer ungewöhnlich, das heißt, wenn es passiert ist, wird es wahrscheinlich aufgeschrieben worden sein. Und so einen krassen Hagel hatte man noch nie erlebt.

[58:36] Und dann heißt es wieder in Vers 26: „Nur im Land Goschen, wo die Kinder Israels waren, hagelte es nicht.“

[58:43] Wie gesagt, Regen und Hagel waren in Ägypten ganz ungewöhnlich, und ein Unwetter, wie das angekündigte, hatte man noch nie erlebt.

[58:51] Aber wieder zeigt sich im Gericht Gottes Gnade. Alle, die sich darauf vorbereiten und glauben, was Gott gesagt hat, deren Vieh ist dann gerettet worden.

[59:08] Das heißt hier, das Volk wurde auf die Probe gestellt, und dabei erwies sich, wie viele durch die Offenbarung seiner Macht Gott fürchten gelernt hatten.

[59:13] Wir sehen also, dass Menschen sich auch hier durch die Plagen bekehrt haben.

[59:17] Interessanterweise ist nicht nur der Pharao, der sich immer weiter verstockt, sondern es sind auch Menschen, die sich bekehren durch das, was geschieht.

[59:24] Katastrophale Unwetter. Unwetter wurden im alten Ägypten als ein Eingreifen göttlicher Mächte interpretiert.

[59:30] Wir haben in einem Steinbruch in Wadi Hammat in der 11. Dynastie eine Inschrift.

[59:37] Da heißt es: „Regen wurde gemacht, die Gestalten dieses Gottes wurden gesehen. Seine Macht wurde dem Volk gegeben. Das Hochland wurde in einen See verwandelt.“

[59:43] Wir haben auch die berühmte Unwetterstele des Ahmose aus der 18. Dynastie.

[59:49] der 18. Dynastie. Wir haben jetzt nicht die Zeit, das ausführlich zu lesen. Wer möchte, kann ja das Video anhalten, das ausführlich lesen. Da geht es auch darum, dass so ein schlimmer Gewittersturm kommt und man glaubt, den hätten die Götter geschickt und damit so einen Machterweis der Göttlichkeit, ihrer Göttlichkeit gebracht. Also dieser unerhörte Hagelsturm muss also auch den Ägyptern kommuniziert haben: Der Gott der Hebräer ist größer und mächtiger als alles, was man sich vorstellen kann.

[1:00:16] Wieder war das Land Goschen verschont geblieben. Ein Beweis für die Ägypter. Das ist also nicht nur Schutz für die Israeliten, sondern ein Hinweis für alle Ägypter, die jetzt darüber nachdenken, ob nicht der Gott der Hebräer nicht viel größer als ihre Götter ist. Ein Beweis, dass die Erde der Herrschaft des lebendigen Gottes untersteht. Und ganz Ägypten zitterte bei dem schrecklichen Ausbruch göttlichen Gerichts.

[1:00:37] Und Pharao lässt jetzt Mose und Aaron rufen und gesteht seine Sünde, wie es scheint. Diesmal habe ich mich versündigt. Der Herr ist gerecht. Ich aber und mein Volk sind schuldig.

[1:00:48] Nun, einige vom Volk waren gar nicht so schuldig wie er, aber er zieht sie alle mit da. Ja, sagt das jedenfalls so. Und er sagt: "Bittet Gott und ich will euch ziehen lassen." Und Mose sagt dann in Vers 29: "Wenn ich zu der Stadt hinauskomme, so will ich meine Hände zum Himmel ausstrecken, dann wird der Donner aufhören und kein Hagel mehr sein, damit du erkennst, dass die Erde dem Herrn gehört. Ich weiß aber, dass ihr, du und deine Knechte, euch vor Gott dem Herrn noch nicht fürchtet." Das ist ein äußerliches Bekenntnis, ist Angst vor den Folgen.

[1:01:17] Der Pharao hat Angst vor den Konsequenzen, aber nicht Angst vor der Sünde selbst. Und Bekehrung ist erst dann wirklich echte Bekehrung, wenn uns die Sünde leid tut und wir nicht nur Angst vor den Konsequenzen haben.

[1:01:27] Pharaos Bekenntnis und Versprechung entsprachen keineswegs seiner grundlegenden Sinnesänderung.

[1:01:34] Angst und Entsetzen hatten sie ihm abgepresst. Trotzdem versprach Mose seiner Bitte nachzukommen. Er wollte ihm keinen Anlass zu weiterer Halsstarrigkeit geben. Also wir sehen hier auch ein interessantes Konzept. Mose weiß zwar, der Pharao hat sich nicht bekehrt, aber er folgt trotzdem seiner Bitte, um nicht dem Pharao Anlass zu geben, zu sagen, ja, jetzt deswegen kann ich nicht glauben.

[1:01:58] Ohne Rücksicht auf den wilden Sturm ging der Prophet hinaus, was ein Bild. Und Pharao wurde mit seinem ganzen Gefolge Zeuge der Macht Jahwes, der sein Volk mitten im Sturm bewahrte.

[1:02:07] Beeindruckend. Es heißt hier weiter in Vers 31 und 32: "Es waren aber der Flachs und die Gerste zerschlagen, denn die Gerste hatte Ähren und der Flachs Knospen getrieben, aber der Weizen und der Spelt waren nicht zerschlagen." Und daraus könnte man vielleicht sogar ableiten, dass diese siebte Plage ungefähr im Februar oder Anfang März stattgefunden hat, weil das genauso in die Jahreszeiten der Landwirtschaft in Ägypten passen würde.

[1:02:32] In jedem Fall zeigt das, dass der Autor, also der Mose hier, eine sehr genaue Kenntnis über den ägyptischen Kalender und die Landwirtschaft besaß. Ja, also das spricht dafür, dass der, der das geschrieben hat hier in 2. Mose, der kennt sich in Ägypten auch mit der Fruchtfolge und wann was zu welcher Zeit angesät und geerntet wird. Der kennt sich sehr gut in Ägypten aus.

[1:02:55] Interessanterweise finden wir im Grab von Paheri in Elkab hier im zweiten Register von oben so eine Darstellung, wie dann Gerste und Flachs gleichzeitig geerntet wird. Also haben wir auch eine ägyptologische Bestätigung für diese Tatsache.

[1:03:11] Nun ging Mose vom Pharao weg zur Stadt hinaus und streckte seine Hand aus zum Herrn. Und der Donner und der Hagel ließen nach und der Regen fiel nicht mehr auf die Erde. Als aber der Pharao sah, dass der Regen, der Hagel und der Donner nachließen, versündigte er sich weiter und verhärtete sein Herz. Er und seine Knechte, so wurde das Herz des Pharao verstockt. Wie also diese Verstockung funktioniert: Gott spricht. Er tut vielleicht äußerlich ein bisschen drauf eingehen, aber nicht wirklich im Herzen. Und sobald die Gefahr weg ist, bleibt er wieder in seiner Rebellion und so wird's immer schlimmer mit ihm.

[1:03:38] Dann heißt es weiter, da sprach der Herr zu Mose: "Geh zum Pharao, denn ich habe sein Herz und das Herz seiner Knechte verstockt, damit ich diese meine Zeichen unter ihn tue und damit du vor den Ohren deiner Kinder und Kindeskinder verkündigst, was ich in Ägypten gewirkt und wie ich meine Zeichen unter ihnen vollführt habe, damit ihr erkennt, dass ich der Herr bin."

[1:03:57] Also das, was hier geschehen soll, wird schon zur Zeit von Mose gesagt, soll einmal für alle Generationen ein Zeichen, eine Illustration sein für Gottes Kraft und Erlösung. Alle Völker sollten wissen, dass die von ihnen verachteten, unterdrückten Hebräer unter dem Schutz des Gottes im Himmel standen. Das heißt, von Anfang an war diese Geschichte im Exodus etwas, was für die ganze Welt bestimmt war. Und die Israeliten sollten eigentlich dann später auch allen Völkern von ihrer persönlichen Erfahrung berichten, so wie wir unsere Erfahrung der Erlösung allen Völkern berichten sollen.

[1:04:32] Die nächste Plage, es heißt: "So lass ich morgen Heuschrecken in dein Gebiet kommen, dass man die Erde nicht sehen kann, die achte Plage, und sie sollen den Überrest auffressen, der gerettet worden und von dem Hagel übrig geblieben ist." Es ist also noch nicht alles zerstört, aber jetzt kommt die nächste Plage, die Heuschrecken, und wieder etwas, was es so noch nie gegeben hat, wie es deine Väter und Vorväter nie gesehen haben, seit sie im Land sind bis zu diesem Tag.

[1:04:54] Der Staat hatte schon viel gelitten, Todesopfer, ja, und viele Menschen waren durch den Hagel umgekommen. Das Land war von Hunger, Hungertod bedroht. Das war jetzt nicht nur sieben Tage kein Wasser im Nil, man muss Wasser woanders holen, sondern das waren jetzt wirklich mittlerweile. Die Plagen waren immer intensiver geworden, immer weiterreichende Konsequenzen. Mittlerweile konnte man es sich einfach gar nicht mehr leisten, auch ökonomisch für den Staat, immer noch weiter gegen Gott zu rebellieren. Die Felder waren niedergebrochen, die Ernte vernichtet, alles, was sie durch die Arbeit der Hebräer gewonnen hatten, sollten den Ägyptern so schnell wieder verloren gehen. Und deswegen kommen jetzt viele Leute, Fürsten, Höflinge, Leute in hohen Ämtern, die drängen den König und sagen: "Jetzt lass die gehen."

[1:05:34] Da sprachen die Knechte des Pharao zu ihm: "Wie lange soll uns dieser zum Fallstrick dienen? Lass die Leute ziehen, damit sie dem Herrn, ihrem Gott, dienen. Merkst du noch nicht, dass Ägypten zugrunde geht?"

[1:05:47] Da holte man Mose und Aaron wieder zum Pharao und der sprach zu ihnen: "Geht hin, dient dem Herrn, eurem Gott. Wer soll denn hingehen?" Jetzt fängt er noch an so zu verhandeln, zu feilschen. Und Mose sagt: "Nein, wir gehen mit allen, mit Jungen, mit Alten, mit Söhnen, Töchtern, mit Schafen und Rindern, denn wir haben ein Fest dem Herrn, da kommen alle mit."

[1:06:05] Und jetzt tut Pharao so, als ob er das nicht gutheißen kann. "Der Herr sei ebenso mit euch, wie ich euch mit euren Kindern ziehen lasse. Siehe, da habt ihr Böses im Sinn", als ob er sich jetzt um die Kinder sorgt, die dann eine zu große Gefahr haben, wenn sie reisen.

[1:06:21] Man schickte sie weg vom Pharao. Das heißt im Original in Patriarchen und Propheten: Pharao hatte zunächst mit allen Mitteln versucht, Israeliten durch harte Arbeit zu vernichten. Nun aber gab er vor, ein tiefes Interesse an ihrem Wohlergehen und eine zartfühlende Fürsorge für ihre Kinder zu haben. Sagt, also ihr könnt ja die Kinder nicht mitnehmen, das ist ja zu viel für sie. Sieht man also, wie auch so die Argumente des Pharao sich immer wieder wandeln und wie mit verschiedenen Mitteln versucht, es aufzuhalten.

[1:06:50] Ganz interessant. Und dann kommen die Heuschrecken, Vers 14 in Kapitel 10. Und die Heuschrecken kamen über das ganze Land Ägypten und ließen sich nieder im ganzen Gebiet von Ägypten, so überaus viele, dass etwas derartiges zuvor niemals gewesen ist, noch künftig sein wird.

[1:07:05] Es gibt heute noch große Heuschreckenplagen, aber so schlimm wie damals wird es nie wieder sein. Eine wirklich schlimme Plage hatten wir vor etwas mehr als 20 Jahren. Wird hier in der NZZ Zeitung berichtet, eine Plage biblischen Ausmaßes. 20 Heuschreckenschwärme in Unterägypten. Da spricht es dann von Schwärmen, die auf mehrere hundert Millionen, ja sogar auf Milliarden angeschwollen sind. Da spricht es dann hier unten von 20 Schwärmen mit je rund einer Milliarde Heuschrecken, die die Gegend am Suezkanal und das Nil-Delta, also dort, wo auch die Geschichte ja gespielt hat, heimgesucht haben. Hier liegen die fruchtbarsten landwirtschaftlichen Regionen Ägyptens. Also, das ist etwas, dass wir uns auch gut vorstellen können, wie das Ägypten völlig brachgelegt hat. Und Pharao erkennt, Gott ist einfach stärker als er.

[1:08:02] Und er erkennt erneut oder sagt erneut: "Ich habe mich versündigt an dem Herrn, eurem Gott und an euch, und vergebt mir meine Sünde nur noch dieses Mal."

[1:08:11] Auch das sagt jetzt: "Gib mir noch eine Chance und betet zum Herrn, eurem Gott, dass er nur diesen Tod von mir abwende." Und er ging hinaus vom Pharao und betete zum Herrn. Da wendete der Herr den Wind um, dass er sehr stark aus dem Westen wehte und die Heuschrecken aufhob und sie ins Schilfmeer warf. Auch interessant. Schilfmeer ist also sozusagen östlich von Ägypten. Ja, das ist auch ein interessanter Punkt auch für später.

[1:08:40] So dass an allen Orten Ägyptens nicht eine übrig blieb. Aber der Herr verstockte das Herz des Pharaos, dass er die Kinder Israels nicht ziehen ließ.

[1:08:48] Diese letzte Chance, die er selbst erbittet, nutzt er nicht.

[1:08:54] Die Ägypter waren am Verzweifeln. Die bisher erlebten Plagen schienen fast unerträglich gewesen zu sein. Darum fürchteten sie sich vor der Zukunft. Bis dahin verehrte das Volk in Pharao den Vertreter der Gottheit. Aber nun waren viele davon überzeugt, dass er sich einem widersetzte, dem alle Naturkräfte dienten. Die so wundersam verschonten hebräischen Sklaven begannen zuversichtlich auf ihre Befreiung zu warten. Ihre Aufseher wagten nicht mehr, sie wie früher zu unterdrücken. Man sieht schon die Morgenröte der Befreiung.

[1:09:25] Der Pharao galt tatsächlich in Ägypten als ein Vermittler zwischen Göttern und Menschen, wie Ellen White sagt, ein Vertreter der Gottheit.

[1:09:33] Er vertritt in der ägyptischen Theologie sozusagen Ägypten vor den Göttern. Er ist sozusagen der Stellvertreter von ganz Ägypten vor den Göttern. Er wird auch in den Texten sehr menschlich dargestellt, aber gleichzeitig in offiziellen Schriften als göttlich bezeichnet.

[1:09:50] Also einer hat so Mensch und Gott und ein Vermittler. Das erinnert uns natürlich sehr krass oder sehr, sehr deutlich an das Original, an Jesus Christus, der Gott ist, der Mensch wurde und Mensch geblieben ist und als Vermittler uns vor Gott repräsentiert.

[1:10:10] Die Pharaonen sind also sozusagen falsche Christusse, wenn man so möchte, in gewisser Weise. Sie sind Könige und Priester in gewisser Weise, ja, dadurch, dass sie die Menschen vor Gott vertreten, aber eben Fälschung Satans, nicht der wahre Christus, nicht der wahre Vertreter zwischen Gott und Mensch.

[1:10:30] Pharaonen galten oft auch als Söhne Gottes. Pharaonen wurden oft als Sohn des Ra genannt. Hatschepsut ließ verbreiten, sie sei die Tochter des Amun-Re. Pharaonen haben sich auch mit Horus von Anfang an identifiziert. Das ist also diese Idee: Könige, die Söhne der Götter sind und Stellvertreter der Menschen vor den Göttern und ja, Bindeglied zwischen Gott und Mensch.

[1:10:52] Also in allem eine Fälschung des originalen Erlösungsplans in Jesus Christus. Und deswegen ist dieser Kampf so interessant, das ist nicht einfach nur Gott gegen einen widerstrebenden Menschen. Es ist letztlich der wahre Erlöser Jesus Christus gegen den falschen Christus Pharao, den falschen Erlöser, der zwar das Gleiche in Anspruch nimmt, aber dabei die Merkmale Satans offenbart.

[1:11:23] Die neunte Plage. Gott sagt zu Mose: "Es wird so finster werden, dass man die Finsternis greifen kann." Da streckte Mose seine Hand zum Himmel aus und es kam eine dichte Finsternis im ganzen Land Ägypten drei Tage lang, so dass während drei Tagen niemand den anderen sehen konnte, noch jemand von seinem Platz aufstehen konnte. Aber alle Kinder Israels hatten Licht in ihren Wohnungen. Das Atmen wurde schwer. Nicht nur war das Licht weg, sondern auch die Luft wurde drückend.

[1:11:49] Die Ägypter beteten Sonne und Mond an, aber mit dieser rätselhaften Finsternis wurden Volk und Götter von einem Mächtigen heimgesucht, der für die Sklaven eintrat. Das war also auch ein Hinweis darauf, dass Sonne und Mond nicht angebetet werden sollen. Sie dienen Gott, der über sie bestimmt.

[1:12:14] So schrecklich dieses Gericht war, bewies es doch auch Gottes Mitleid. Er wollte sie nicht vernichten, sondern ihnen Zeit zur Besinnung und Reue geben. Und hier sieht man, obwohl Gott weiß, dass der Pharao bis zuletzt widerstehen wird, gibt er dennoch allen und letztlich auch dem Pharao Zeit zur Besinnung und Reue. Die Chance ist da, ehe die letzte und schrecklichste Plage kommen wird.

[1:12:39] Seit der fünften Dynastie war der Fokus der Verehrung ganz besonders auf die Sonne gerichtet. Der Sonnengott Ra oder Re, dann später auch in der Kombination mit Amun als Amun-Re. Der Pharao galt ja, wie gesagt, als Sohn des Re, des Ra, und wenn es Sonnenfinsternisse gab, dann war das immer ein feindliches Ereignis. Und so eine totale Finsternis in der neunten Plage war ja, das war nicht nur eine kurze Sonnenfinsternis, das war drei Tage lang. Es war das absolut unmissverständliche Signal, dass ihr höchster Gott, der Sonnengott, überhaupt keine Macht hatte, sondern dass der Gott der Hebräer weit über allem stand.

[1:13:17] Da ließ der Pharao Mose rufen und sprach: "Geht hin, dient dem Herrn, nur eure Schafe und Rinder sollen hier bleiben." Er ist manchmal bereit, so 50 % Zugeständnisse, 70 %, aber er ist nie bereit, 100 % Gottes Forderung zu erfüllen.

[1:13:32] "Lasst doch eure Kinder mit euch ziehen." Ja, also die Kinder dürfen mitgehen, aber die Schafe sollen hier bleiben und die Rinder. Mose sprach: "Du musst auch Schlachtopfer und Brandopfer in unsere Hand geben, dass wir dem Herrn, unserem Gott, darbringen können." Und Mose zeigte ganz deutlich, er ist nicht bereit, Kompromisse zu machen. Entweder die ganze Wahrheit, eine vollständige Umsetzung dessen, was Gott gesagt hat, nur das kommt in Frage. "Aber auch unser eigenes Vieh soll mit uns gehen und nicht eine Klaue darf zurückbleiben, denn davon müssen wir nehmen, um dem Herrn, unserem Gott, zu dienen."

[1:14:01] Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. "Auch wissen wir nicht, womit wir dem Herrn dienen sollen, bis wir dorthin kommen." Aber der Herr verstockte das Herz des Pharaos, dass er sie nicht ziehen lassen wollte. Und der Pharao sprach zu ihm: "Geh hinweg von mir und hüte dich, dass du nicht mehr vor mein Angesicht kommst. An dem Tag, da du vor mein Angesicht kommst, sollst du sterben." Also jetzt kommt das wirklich auf Messers Schneide.

[1:14:22] Pharao droht Mose, aber er ahnt noch nicht, dass in Wirklichkeit er selbst kurz vor dem Abgrund steht.

[1:14:31] Die ersten neun Plagen haben eine interessante Struktur. Also nicht nur eine Abfolge von Ereignissen. Wir haben gesehen, jede hat ihre eigene kleine Geschichte. Mal geht es darum, dass erstmalig die Ägypter nicht mehr nachmachen können. Mal geht es darum, dass die Israeliten jetzt ab jetzt verschont werden. Mal geht es darum, dass Ägypter anfangen, auch sich zu Gott zu wenden. Jede hat ihr eigenes Detail. Mal macht der Pharao ein paar Zugeständnisse, aber geht dann wieder zurück. Sie haben auch eine Struktur, die jeweils die erste, die vierte und die siebte. Da wird explizit erwähnt, dass das morgens angekündigt worden ist. Es gibt dann in den ersten beiden, es gibt dann immer so Dreierzyklen, immer drei Plagen zusammen, wobei die erste und zweite vorgewarnt wird und die dritte nicht, und dann wieder zwei vorgewarnt, die dritte nicht, zwei vorgewarnt, dritte nicht. Es sind also quasi eigentlich so dreimal drei Plagen im Grunde genommen. So hat das der Theologe Hoffmeier herausgefunden.

[1:15:27] Wir werden uns das nächste Mal anschauen, was die letzte und zehnte Plage gebracht hat. Denn dieser Zyklus von 3 x 3, der ist noch nicht am Ende. Es gibt noch eine letzte Plage und diese letzte Plage bringt die Entscheidung, die Erlösung, den Durchbruch und die Freiheit.

[1:15:48] Und wir werden uns das nächste Mal damit beschäftigen. Ich denke, wir haben heute eine ganze Menge an interessanten Dingen gelernt. Das Wichtigste ist sicherlich zu erkennen, dass Gottes Kraft, dass sein Heiliger Geist, der an uns wirkt, viel stärker ist als alles, was der Satan versuchen kann. Lasst uns ihm ganz folgen. Keine Kompromisse machen, nicht mit der Sünde spielen, nicht scheinbar uns bekehren und dann doch an der Sünde festhalten. Lasst uns Gott von ganzem Herzen folgen. Ist das dein Wunsch? Dann lass uns gemeinsam beten.

[1:16:22] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass du in deinem Wort zu uns sprichst. Hab Dank für diese interessante und spannende Geschichte der Plagen in Ägypten und Herr, gib, dass wenn wir erkennen, dass du in unserem Leben wirkst, dass wir uns zu dir wenden, mit unserem ganzen Herzen, mit unserer ganzen Seele, dass wir nicht nur oberflächlich äußerlich, um Menschen zu gefallen, dir dienen, sondern wirklich von Herzen echte Christen sein wollen, dass wir die Sünde lassen, weil du uns die Kraft dazu gibst.

[1:16:54] Das bitten wir im Namen Jesu und hab Dank dafür. Amen.

[1:16:59] Nächste Woche sehen wir uns dann hier wieder. Wir werden, wie gesagt, dann Kapitel 11 und 12 studieren und eine der beeindruckendsten Geschichten der Bibel überhaupt kennenlernen, nämlich die Geschichte der Erlösung aus der Knechtschaft. Eine Geschichte auch für uns. Bis dann wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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