Veröffentlicht am
383 Klicks

Präsentation zur Sendung   >>>  CSH Q 3 2025 Nr. 12   <<<

In dieser Folge der CSH 2025 Q3 Spezialserie „Exodus“ beleuchtet Christopher Kramp die Kapitel 33 und 34 des 2. Buches Mose. Nach der Sünde mit dem Goldenen Kalb ringt Mose um Gottes Gegenwart für sein Volk und die Wiederherstellung ihrer Beziehung. Die Episode thematisiert die Bedeutung aufrichtiger Reue, die Rolle des Zeltes der Begegnung und die tiefgreifende Sehnsucht nach Gemeinschaft mit Gott, die über bloße Vergebung hinausgeht.


Weitere Aufnahmen

Serie: CSH 2025 Q3 Spezial: Exodus

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:34] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer geht ein ganz herzliches Willkommen auch an alle Zuschauer auf dem Sender Das Wort. Wir haben in der letzten Woche unserer Spezialserie über das zweite Buch Mose, wo wir den Exodus und die Wüstenwanderung bis hin zum Sinai und all das, was am Sinai geschehen ist, studieren. Wir haben das letzte Mal die berühmte Geschichte vom goldenen Kalb, vom Tanz um das goldene Kalb in 2. Mose 32 uns angeschaut und wollen heute an dieser Stelle weitermachen. In Kapitel 33 und 34 finden wir jetzt einige der bewegendsten Kapitel der Bibel überhaupt, denn hier wird die Frage geklärt, wie Gott jetzt mit der Sünde seines Volkes umgeht.

[1:26] Und das ist ein Thema, das uns nicht nur theologisch oder historisch interessiert. Es trifft uns existenziell, mich und dich, denn wir alle kennen die Situation, dass wir durch Sünde Gott enttäuscht haben, dass wir das, was wir ihm versprochen haben, gebrochen haben und dass wir vor Verzweiflung nicht wissen, ob Gott uns vergeben kann oder nicht. Und in diese existentielle Not sprechen die Kapitel 33 und 34 mit einer Schönheit und Klarheit, mit einem Licht und einer Wärme, die ganz besonders ist. Und wenn wir uns jetzt diesen beiden Kapiteln widmen, dann möchten wir Gott einladen, dass wir uns nicht ein Bild von ihm malen, sondern dass er sich uns offenbart. Wollen wir gemeinsam darum jetzt beten?

[2:22] Lieber Vater im Himmel, wir sind jetzt hier, damit du uns zeigen kannst, wie du bist, Herr. Du siehst unsere Schwachheiten. Du siehst all das, was uns selbst beschämt macht. Du siehst unsere Hilflosigkeiten, die Gedanken, die uns manchmal in alle möglichen Richtungen treiben. Und Herr, der Einzige, der uns helfen kann, bist du. So möchten wir dich bitten, dass wir nicht nur ein paar Bibelverse theologisch verstehen, sondern dass wir wissen dürfen, dass das, was wir lesen, für uns gilt, für uns persönlich, für mich persönlich, für jeden, der dieses Video mit einem offenen Herzen sieht und hört. Wir möchten dich bitten, dass die ganze Kraft und Schönheit und Tiefe und Stärke deines Evangeliums hervorleuchtet mitten hinein in unser Herz. Bleib bei uns. Dank dafür. Denn du hast versprochen, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Und darum bitten wir dich jetzt im Namen Jesu. Amen.

[3:38] 2. Mose 33 und 34.

[3:45] In Kapitel 32 hat das Volk diese schlimme Sünde begangen und das goldene Kalb angebetet. Wir haben gesehen, wie Mose auf dem Berg noch in Unkenntnis über das ganze Ausmaß der Katastrophe für das Leben und Überleben des Volkes bittend eingetreten ist, wie Gott den Plan geändert hat, weil Mose für sie eingetreten ist – ein Bild dafür, dass Gott uns vergibt, weil unser Fürsprecher Jesus für uns eintritt, weil er für uns gestorben und auferstanden ist. Wir haben gesehen, wie Mose dort ins Lager zurückkam und wie er dort erst einmal gesehen hat, wie schlimm es wirklich um das Volk steht, wie er Aaron konfrontiert hat und wie er einen Aufruf gemacht hat, wie er herausgefunden hat, wer am Abfall nicht teilgenommen hat und wer jetzt das Geschenk der Gnade annehmen möchte. Und wir haben auch gesehen, dass alle, die das nicht wollten, gerichtet wurden. Wir haben gesehen, wie Mose wieder zurück auf den Berg gestiegen ist, um dieses Problem der begangenen Sünde weiter mit Gott zu besprechen. Wir haben gesehen, wie sehr Mose bereit war, sogar seinen eigenen Namen aus dem Buch des Lebens getilgt zu sehen. Ein Vorbild auf Jesus, der alles gegeben hat, alles aufs Spiel gesetzt hat, damit du und ich ewiges Leben haben können.

[5:21] Und wir lesen jetzt hier in 2. Mose 33 ab Vers 1: "Und der Herr sprach zu Mose: 'Geh hin, zieh von hier hinauf, du und das Volk, dass du aus dem Land Ägypten heraufgeführt hast, in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid versprochen habe, indem ich sagte: "Deinem Samen will ich es geben."'" Dieser Satz ist äußerst bemerkenswert. Gott sagt: "Zieh du und das Volk, dass du aus dem Land Ägypten heraufgeführt hast in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid versprochen habe." Wie schon in 2. Mose 32 bringt Gott diesen Gedanken hier: Mose, wenn du möchtest, es ist einfach dein Volk. Ich muss nicht mitgehen.

[6:10] Noch immer ist die Frage im Raum, wie wird Gott sich zu seinem Volk stellen? Er sagt weiter: "Ich will aber einen Engel vor dir her senden und die Kanaaniter, Amoriter, Hethiter, Perisiter, Heviter und Jebusiter vertreiben." Gott sagt: "Ich kümmere mich um die Probleme. Ich werde die Probleme lösen in das Land, in dem Milch und Honig fließt." Und dann kommt dieser so bemerkenswerte Satz: "Denn ich will nicht in deiner Mitte hinaufziehen, weil du ein halsstarriges Volk bist. Ich würde dich sonst unterwegs vertilgen." Gott bietet etwas Bemerkenswertes an. Er sagt, ich erfülle mein Versprechen. Ich bringe euch dorthin. Ich sende einen Engel vor euch her. Ich gehe zwar nicht selbst, aber ich sorge dafür, dass ihr an das Ziel eurer Träume kommt.

[7:00] Hättest du das angenommen, wenn Gott dir heute anbieten würde, dass er dafür sorgt durch einen Engel, dass du die Ziele deines Lebens erreichst, dass du Erfolg hast, dass du vor Krankheit verschont bleibst, vielleicht sogar, dass du einmal ewig leben wirst, aber ohne die Gegenwart Gottes in diesem Leben?

[7:26] Würdest du das annehmen? Reicht es uns aus, dass wir ans Ziel gelangen, dass Gott dafür sorgt, dass wir unsere Ziele erreichen?

[7:38] Oder wollen wir, dass Gott mit uns geht? Reicht es uns, dass er uns vergeben hat und wir nicht umgekommen sind und jetzt weiterlaufen können oder wollen wir mit ihm sein?

[7:48] "Ich würde dich sonst unterwegs vertilgen." Die Israeliten hatten am Berg Sinai diesen Eindruck, wenn Gott uns näher kommt, dann müssen wir sterben. Gott vertilgt die Sünde. Er sagt, wenn du nicht bereit bist, dein Leben zu ändern, wenn du nicht bereit bist, dich heiligen zu lassen, dann kann ich zwar dich ins gelobte Land führen. Ich kann dir Milch und Honig geben. Ich kann die Feinde besiegen, aber ich kann nicht in deiner Mitte sein.

[8:22] Dabei war es ja das, was er auf dem Berg Sinai ja gerade Mose vorgeschlagen hatte, dass er in ihrer Mitte wohnen wollte. Sie sollten ihm ein Heiligtum machen, damit er in ihrer Mitte wohne. Er sagte, sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne. Gott schlägt jetzt vor, pass auf, ich sende einen Engel und er bringt euch hin, aber ohne Heiligtum. Ich gehe nicht mit. Ihr wollt ja mich nicht so nahe haben.

[9:00] Die Frage ist jetzt aus Gottes Sicht nicht: Kommen sie ins gelobte Land, ja oder nein? Die Frage ist, möchten sie mit Gott gehen oder lieber ohne ihn?

[9:10] Möchten sie das Heiligtum in ihrer Mitte haben oder lieber nicht?

[9:14] Als das Volk diese harte Rede hörte, trug es Leid und niemand legte seinen Schmuck an.

[9:26] Menschen, die verstanden haben, wie sie wirklich vor Gott stehen und wie tief ihre Schuld ist,

[9:38] legen ihren Schmuck nicht an. Denn der Herr hatte zu Mose gesprochen: "Sage den Kindern Israels, ihr seid ein halsstarriges Volk, wenn ich nur einen Augenblick in deiner Mitte hinaufzöge, so müsste ich dich vertilgen und nun lege deinen Schmuck von dir ab, so will ich sehen, was ich dir tun will." Da rissen sich die Kinder Israels ihren Schmuck ab beim Berg Horeb und zeigen damit, dass sie jetzt bereit sind auf Gottes Stimme zu hören. Sie haben echte Reue. Sie realisieren, dass sie die Gegenwart Gottes aufs Spiel gesetzt haben.

[10:15] Lieber Freunde, liebe Freundinnen, Sünde, fortgesetzte Sünde in unserem Leben, Rebellion verhindert, dass Gott in unserem Leben gegenwärtig sein kann.

[10:38] Mose aber nahm das Zelt und schlug es sich außerhalb des Lagers auf, fern von dem Lager und er nannte es Zelt der Zusammenkunft. Und so geschah es, dass jeder, der den Herrn suchte, zum Zelt der Zusammenkunft hinausgehen musste, das außerhalb des Lagers war. Das Zelt war nicht mehr im Lager, aber die gute Nachricht war, man konnte noch zum Zelt. Die Verbindung von Gott zu Menschen war nicht völlig gekappt. Es war deutlich, dass jetzt eine Distanz da war, eine starke Distanz.

[11:10] Aber wer wollte, konnte gehen zum Zelt der Zusammenkunft, ein Zelt, wo man Gott begegnen konnte. Im Übrigen, und das nur am Rande hier ganz kurz, sind Zeltheiligtümer auch außerhalb der Bibel bekannt. Schon in Mari finden wir im 18. und 17. Jahrhundert vor Christus Belege für transportable Zelte, sowohl für königliche als auch für kultische, das heißt für gottesdienstliche Angelegenheiten. Und in Ugarit etwas später im 13. Jahrhundert finden wir Textbelege dafür, dass man glaubte, dass der Himmelsgott El, das ist ja auch ein Name, mit dem der Gott der Bibel bezeichnet wird, wohnt und dass der König Ker Opfer in einem Zelt bringt und dass die Götter in ihre Zelte gehen. Die Sprache dieses Textes ist so archaisch, dass man davon ausgeht, dass diese Tradition, dieser Glaube schon sehr viel älter ist als die Verschriftlichung dann im 13. Jahrhundert. Das ist also keine außergewöhnliche Idee, ein Heiligtum in einem Zelt zu haben.

[12:18] Aber hier ging es nicht um irgendein Heiligtum. Hier ging es um das Heiligtum, das Zelt des wahren Gottes.

[12:27] Die Tatsache, dass das Zelt außerhalb des Lagers war, war ein weiterer Beweis dafür, dass Gott ihnen seine Gegenwart entzogen hatte. Er wollte sich Mose offenbaren, aber nicht einem solchen Volk.

[12:48] Wir möchten immer mehr von Gott wissen. Wir möchten tiefe Wahrheiten erfahren. Aber leben wir auch so, dass Gott sich uns offenbaren möchte?

[13:01] Dieser Tadel traf sie hart. Dem Volk, das von Gewissensbissen geplagt war, schien dies ein Vorzeichen größeren Unglücks zu sein. Hatte der Herr vielleicht Mose vom Lager ausgesondert, um sie völlig zu vernichten? Andererseits gab es aber doch Zeichen der Hoffnung. Das Zelt wurde zwar außerhalb des Lagers aufgeschlagen, aber Mose nannte es Zelt der Begegnung. Alle, die aufrichtig bereuten und das Verlangen hatten, zu Gott zurückzukehren, sollten dorthin kommen, um ihre Sünden zu bekennen und Gottes Gnade zu suchen. Der Weg der Erlösung stand offen.

[13:42] Und es geschah, so sagt Vers 8, wenn Mose hinausging zu dem Zelt, dann stand das ganze Volk auf und jeder Mann blieb stehen am Eingang seines Zeltes und sah Mose nach, bis er in das Zelt hineingegangen war. Es geschah, wenn Mose in das Zelt hineinging, so kam die Wolkensäule herab und stand am Eingang des Zeltes. Und er, Gott, redete mit Mose. Und wenn das ganze Volk, die Wolkensäule am Eingang des Zeltes stehen sah, weil sie herabgekommen war, dann standen sie alle auf und verneigten sich jeder am Eingang seines Zeltes.

[14:25] So kamen also die Menschen, die ihre Sünden bereuten, die wieder mit in Harmonie mit Gott sein wollten. Sie kamen zu dem Zelt und bekannten ihre Sünden und sie bereuten. Es gab übrigens da noch keinen ausführlichen Heiligtumsdienst. Der wird ja dann erst nach und nach eingeführt.

[14:44] Sie kommen dorthin und bekennen ihre Sünden. Sie bereuen und kehren dann zurück in der Hoffnung, dass Gott ihnen vergeben hat.

[14:54] Und während sie zurückgingen, begab sich Mose in das Versammlungszelt. Und dann heißt es hier: "Mit qualvoller Spannung wartete das Volk auf ein Zeichen, das seine Fürsprache angenommen war. Sie wussten, würde sich Gott herabneigen. Um ihm zu begegnen, konnten sie hoffen, nicht völlig vernichtet zu werden."

[15:14] Lieber Freund, liebe Freundin, deine und meine Erlösung hängt an unserem Fürsprecher Jesus Christus.

[15:27] Als sich dann die Wolkensäule herabsenkte und am Eingang des Versammlungszeltes stehen blieb. Als sie sahen, dass die Wolkensäule tatsächlich herabkommt und dort am Eingang stehen bleibt, da heißt es hier, da weinte das Volk vor Freude und es warf sich jeder am Eingang seines Zeltes zu Boden, weil sie wussten, Gott hat uns nicht aufgegeben.

[15:52] Kennst du dieses Gefühl, wenn du nach einer begangenen Sünde Gott suchst und die Sünde uns so benebelt, dass wir viele Beweise der Liebe Gottes gar nicht sehen, bis irgendwann die Lichtstrahlen der Herrlichkeit Gottes hindurchdringen durch unser benebeltes Gewissen? Wir sehen, Gott hat uns lieb, er will uns retten und man dann vor Freude weinen muss. Kennst du das?

[16:23] Und der Herr redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet. Man zitiert öfter diesen Vers, aber das ist nicht einfach so losgelöst, sondern es ist genau in diesem Kontext, wo Mose für das Volk Fürsprache hält, weil dieses Volk Vergebungsgewissheit braucht, die Gewissheit wieder angenommen zu sein, die Gewissheit, dass Gott in ihrer Mitte sein möchte. Gott kommt zu Mose und redet mit ihm, wie ein Mann mit seinem Freund redet. Und er kehrte wieder ins Lager zurück. Aber sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der die Amalekiter besiegt hatte, als Mose dafür gebetet hat, der junge Mann wich nicht aus dem Inneren des Zeltes. Der blieb da die ganze Zeit.

[17:19] Wie viel Zeit nehmen wir uns im Inneren des Zeltes, sozusagen? Wie viel Zeit nehme ich mir? Wie viel Zeit nehmen wir uns, um in der Gegenwart Gottes zu sein? Dieser Josua ist derselbe, dem dann knapp 40 Jahre später Gott gesagt hat in Josua 1, Vers 8, als er der Nachfolger Moses' war: "Lass dieses Buch des Gesetzes, das Mose aufgeschrieben hatte, nicht von deinem Mund weichen, sondern forsche darin Tag und Nacht", so wie er Tag und Nacht in dem Zelt gewesen war, wie er nicht davon wich, dort blieb. So sollen wir, so sollte Josua hier, so sollen wir in der Bibel bleiben, nicht weichen.

[18:01] Denn wenn wir die Bibel aufschlagen, dann ist das unser Zelt der Begegnung sozusagen. Hier begegnet uns Gott durch seinen Heiligen Geist. Hier finden wir die Antworten auf unsere Fragen. Hier finden wir die Stimme zu unserer Seele. Hier finden wir, dass Gott uns lieb hat, dass er uns retten möchte, dass er alles gibt, was er hat, damit wir endlich ihm glauben und die Lügen des Satans beiseitetun. Hier finden wir unseren wahren Zustand. Hier finden wir, was Gott alles für uns tun kann. Hier finden wir die Geschichte der Erlösung, wie Generation für Generation, Zeitalter für Zeitalter Gott den ganzen Erlösungsplan entfaltet hat und Menschen mit allen möglichen Problemen Erlösung finden konnten. Dieses Buch ist das Zelt der Begegnung. Lasst uns so sein wie Josua, der nicht aus dem Zelt gewichen ist. Und auch wenn wir nicht Tag ein, Tag aus eine Bibel vor uns haben können, können wir doch Tag ein, Tag aus in Gedanken die Verse der Bibel, die Gedanken der Bibel durchdenken und mit Gott verbunden bleiben. Forsche darin Tag und Nacht. Lass dieses Buch des Gesetzes nicht von deinem Mund weichen.

[19:20] Und jetzt kommt eines der wohlbemerkenswertesten Gespräche in der gesamten Bibel.

[19:26] Die Israeliten wissen jetzt, dass Gott die Fürsprache angenommen hat. Sie wissen, ihre Sünden sind vergeben. Aber noch ist die Wiederherstellung nicht komplett. Es heißt weiter hier in Vers 12 in 2. Mose 33: "Und Mose sprach zu dem Herrn, siehe, du sprichst zu mir, führe das Volk hinauf, aber du lässt mich nicht wissen, wen du mit mir senden willst. Und doch hast du gesagt, ich kenne dich mit Namen und du hast Gnade gefunden von meinen Augen." Mose redet ja mit Jesus, dem er dort begegnet in der Wolken- und Feuersäule, wie ein Freund mit einem Freund redet. Er sagt, du, wir kennen uns doch. Jetzt hast du gesagt, ich sende jemanden und du hast mir nicht mal gesagt, wen? Und jetzt sagt er in Vers 13: "Wenn ich nun Gnade gefunden habe vor deinen Augen, jetzt Achtung, so lass mich doch deine Wege wissen und dich erkennen."

[20:18] Es geht um die Frage, wer führt uns in das gelobte Land? Es ist schon klar, sie werden nicht vernichtet. Es ist schon klar, Gott hat ihnen die Sünde vergeben. Aber wer führt sie jetzt hin? Wer bringt hin? Wer zeigt ihnen den Weg?

[20:32] Gott hatte gesagt, ich sende einen Engel, ich gehe nicht mit. Ich müsste euch vertilgen, weil ihr so halsstarrig seid. Weil Mose sagt, wenn ich Gnade gefunden habe vor deinen Augen, so lass mich doch deine Wege wissen und dich erkennen. Mit anderen Worten, wenn ich wirklich Gnade gefunden habe, dann musst du selbst mitgehen. Ich möchte deinen Weg wissen. Ich möchte nicht nur von irgendjemand dorthin geführt werden. Ich möchte nicht am richtigen Ziel nur ankommen. Ich möchte mit dir dort ankommen.

[21:04] Lieber Freund, liebe Freundin, reicht es dir, wenn du dein Ziel erreichst oder möchtest du es mit Jesus erreichen?

[21:14] Möchtest du dein Ziel mit Jesus zusammen erreichen?

[21:23] "Wenn ich nun Gnade gefunden habe vor deinen Augen, so lass mich doch deine Wege wissen und dich erkennen, damit ich Gnade finde vor deinen Augen." Wir sehen ja also, er sagt, wenn ich Gnade gefunden habe vor deinen Augen, so lass mich deine Wege wissen. Lass mich dich besser kennenlernen, damit ich Gnade finde vor deinen Augen.

[21:50] Gottes Erkenntnis. Gott besser kennen. Das ist ein Prozess. Mose sagt, ich habe Gnade gefunden, aber weil ich Gnade gefunden habe, möchte ich dich besser kennenlernen. Ich möchte deinen Weg wissen, damit ich Gnade finde vor deinen Augen. Und bedenke doch, und jetzt kommt dieser entscheidende Satz, dass dieses Volk dein Volk ist.

[22:12] Mose sagt, es reicht nicht, dass du uns vergibst. Es reicht nicht, dass du uns nicht vertilgst.

[22:23] Was wir sein wollen, ist dein Volk. Wir wollen nicht einfach nur von der Strafe verschont werden. Wir möchten Gemeinschaft mit dir.

[22:38] Das ist, was echte Reue und echte Buße bewirkt. Echte Buße und echte Reue möchte nicht einfach nur, dass die Strafe von einem abgewälzt wird, sondern sie sehnt sich nach einer Wiederherstellung der Beziehung mit Gott. Wahre Reue, wahre Buße bewirkt, dass man wieder ein Kind Gottes ist.

[23:08] Bedenke doch, dass dieses Volk dein Volk ist. Gott hatte die zehn Gebote. Wir haben das uns ja angeschaut in 2. Mose 20, begonnen mit den Worten: "Ich der Herr bin dein Gott."

[23:24] "Ich bin der Herr, dein Gott." Er hat angeboten, dass dieses Volk sein besonderes Eigentumsvolk sein sollte. Er hatte gesagt in 2. Mose 19, Vers 4 bis 6: "Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe. Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein, denn die ganze Erde gehört mir. Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein." Mose sagt jetzt, wir haben gesündigt, wir haben den Bund gebrochen, du hast uns vergeben, aber wir wollen nicht einfach nur, dass uns vergeben ist und jetzt sind wir halt quasi eine Stufe niedriger und es nicht mehr so wie früher. Wir möchten, dass es wieder so ist wie im Anfang. Wir wünschen uns dein Volk zu sein, dein besonderes Eigentum, ein Königreich von Priestern, ein heiliges Volk. Stelle uns wieder her zu dem, was wir waren, bevor wir gesündigt haben. Das ist die Bitte.

[24:29] So oft denken wir, na ja, wir haben gesündigt, hoffentlich Hauptsache Gott vergibt uns, auch wenn wir nicht mehr diese Beziehung zu Gott haben konnten wie vorher. Aber das ist nicht der biblische Gedanke. Der biblische Gedanke ist, wenn wir gesündigt haben, kann Gott uns nicht nur die Sünde vergeben, nicht nur vor der Vernichtung bewahren. Er möchte uns wieder zurückführen zu dem ursprünglichen Zustand.

[24:54] Mose hatte begriffen, dass er Gottes Hilfe brauchte, wenn er sich beim Volk durchsetzen wollte. Darum bat er um eine deutliche Offenbarung des göttlichen Willens und um die Gewissheit seiner Gegenwart.

[25:07] Und dann kommt es in Vers 14 zu diesem interessanten Satz, der in der Schlachter als Frage formuliert ist: "Soll ich selbst mitgehen und dich zur Ruhe führen?" Das ist aufgrund des

[25:14] Ruhe führen? Das ist aufgrund des Kontextes so vermutet. Die Elberfelder übersetzt wörtlich, dass kein direkter Hinweis auf eine Frage im Text eigentlich vom Hebräischen her enthalten ist, als Aussage: "Mein Angesicht wird mitgehen und dich zur Ruhe bringen."

[25:35] Mose geht noch weiter, und er geht auf dieses Thema noch einmal ein und er sagt in Vers 15, er sprach zu ihm: "Wenn du nicht selbst mitgehst, so führe uns nicht von hier hinauf." Er hat gesagt: Lieber bleiben wir hier, lieber in der Gegenwart Gottes am Berg Sinai für alle Zeiten, als ohne Gott im gelobten Land.

[25:53] Kannst du das auch sagen? Lieber mit Gott in der Wüste als ohne Gott im Land, wo Milch und Honig fließen. Lieber mit Gott, dort wo es anstrengend ist, als ohne Gott.

[26:19] Mose hatte echte Sehnsucht nach der Gegenwart Gottes für sein ganzes Volk. Denn woran soll denn erkannt werden, dass ich Gnade gefunden habe vor deinen Augen, ich und dein Volk, als daran, dass du mit uns gehst, sodass ich und dein Volk ausgezeichnet werden vor jedem Volk, das auf dem Erdboden ist? Genau das, was wir in 2. Mose 19 gesehen haben. Er hat gesagt, daran erkennt man es doch, nicht daran, dass wir ein besonderes Wissen haben, dass wir besondere Dinge mit uns herumtragen, sondern das Besondere ist, dass du dabei bist.

[26:50] Das Besondere am heiligen Volk war die Gegenwart Gottes. Und ohne die Gegenwart ist das Volk nicht mehr das Volk, was es sein sollte.

[26:57] Und der Herr sprach zu Mose: "Auch dies, was du jetzt gesagt hast, will ich tun." Gott hat nicht nur die Vernichtung aufgehoben, die eigentlich das Volk verdient hätte. Er hat nicht nur ihnen vergeben und ihnen die Gewissheit der Vergebung gegeben, er hat sie auch wieder mit seiner Gegenwart beschenkt.

[27:25] Wir sehen hier in 2. Mose 33,14 ist wohl tatsächlich eine Antwort, nicht eine Frage gemeint. Mein Angesicht soll vorangehen, ich will dich zur Ruhe leiten. Dann sagt sie, aber Mose war noch nicht zufrieden gestellt. Ihn bedrückte der Gedanke an die schrecklichen Folgen, wenn Gott Israel in dessen Hartherzigkeit und Verstocktheit sich selbst überlassen würde. Dass seine Belange und Interessen von denen seiner Landsleute getrennt werden sollten, war ihm unerträglich. Deshalb betete er darum, dass Gott seinem Volk wieder gnädig sein möge und das Zeichen seiner Gegenwart sie auf ihrer Wanderung auch weiterhin geleitet. Es war Mose ein Herzensanliegen, dass Gott gegenwärtig ist.

[27:59] Lieber Freund, liebe Freundin, ist es dir und mir ein Herzensanliegen, dass Gott wirklich gegenwärtig ist in unserem Leben, dass er gegenwärtig ist in unseren Familien, dass er gegenwärtig ist in unseren Gemeinden? Nicht nur, dass wir wissen, ah, ja, er hat uns vergeben, dass er gegenwärtig ist, dass er uns führen kann.

[28:23] Das hatte er versprochen in 2. Mose 19, und daran hält sich Mose fest.

[28:39] Mose sagt etwas, was ein Mensch zuvor noch nie gesagt hat.

[28:47] So sehr sehnt sich Mose nach der Gegenwart Gottes, dass er bis zu diesem Punkt kommt zu bitten, was noch nie ein Mensch erbeten hatte. Er aber antwortete: "So lass mich doch deine Herrlichkeit sehen."

[29:09] Der Prophet hörte noch immer nicht auf zu bitten. Wohl hatte Gott alle seine Gebete beantwortet, aber er sehnte sich nach größeren Zeichen der Gnade Gottes. Hier war jemand, der wollte absolute Vergebungsgewissheit, absolute Gewissheit der Gnade Gottes. Er brachte eine Bitte vor, die nie zuvor ein Mensch zu äußern gewagt hatte: "Lass mich deine Herrlichkeit sehen."

[29:50] "Ich will alle meine Güte vor deinem Angesicht vorüberziehen lassen und will den Namen des Herrn vor dir ausrufen und wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig. Und über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich."

[30:06] Ich habe lange diese Verse gar nicht richtig begriffen, bis ich verstanden habe, dass Gott hier sagt: Mose, du kannst Vergebungsgewissheit haben. Wenn ich gnädig bin, sage ich nicht drei Stunden später: "Ah, vielleicht doch nicht." Wenn ich mich erbarme, dann kannst du davon ausgehen, dass ich mich wirklich erbarmt habe. Wenn ich sage, dass ich dir vergeben habe, ist das nicht eine Floskel, die ich später wieder vergesse. Wenn ich vergebe, ist vergeben. Wenn ich mich erbarme, ist da echtes Erbarmen. Du kannst dir gewiss sein, ich habe euch vergeben.

[30:50] "Alle meine Güte ziehe ich vor deinem Angesicht vorüberziehen."

[30:57] Und er sprach weiter: "Mein Angesicht kannst du nicht sehen." Sie hatten zwar gesprochen, wie ein Mann mit seinem Freund redet, aber Gott sagt: Du kannst nicht mein Angesicht sehen, denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.

[31:16] Doch sprach der Herr: "Siehe, es ist ein Ort bei mir? Da sollst du auf dem Felsen stehen." Gott sagt: Ich möchte, dass du so nahe kommst wie möglich. Du wünschst dir Nähe, du kommst so nahe, wie bisher noch niemand gekommen ist. Du kannst zwar mein Angesicht nicht sehen, weil das würde dich umbringen. Das will ich nicht, aber ich bringe dich so nahe, wie es geht.

[31:38] "Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, so stelle ich dich in die Felsenkluft und ich will dich mit meiner Hand so lange bedecken, bis ich vorübergegangen bin. Wenn ich dann meine Hand zurückziehe, so darfst du hinter mir hersehen. Aber mein Angesicht soll nicht gesehen werden." Ich zeige dir, so viel ein Mensch sehen kann.

[32:09] Er richtete an ihn die gnädigen Worte: "Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorübergehen lassen." Er hielt die Zusage an Mose, dass er so viel von Gottes Herrlichkeit sehen werde, wie er ertragen könne. Gottes Herrlichkeit und seine Güte würde an ihm vorüberziehen.

[32:29] Dieses Erlebnis, vor allem die Zusage, dass Gott ihn in seiner Gegenwart begleiten werde, brachte Mose die Gewissheit, dass auch sein künftiges Wirken von Erfolg gekrönt sein werde.

[32:43] Du schaust mit Ungewissheit in die Zukunft. Du bist dir nicht sicher, ob die Dinge, die du anpackst für Gott, ob die etwas werden. Dann brauchst du die Gewissheit völliger Vergebung und die Zusage seiner Gegenwart.

[33:10] Diese Gewissheit war ihm unendlich viel mehr wert als alle Gelehrsamkeit Ägyptens, von der er eine ganze Menge wusste, oder alle seine Leistung als Staatsmann oder Heerführer. All das, was den Mose eigentlich so auszeichnete, war ihm nicht so wichtig wie das Bewusstsein der Gegenwart Gottes.

[33:26] Lieber Freund, liebe Freundin, das höchste Ziel, das du haben kannst, ist nicht so viel zu wissen wie möglich, auch nicht so geschickt diplomatisch zu sein und politisch zu agieren, um etwas zu bewegen. Das größte Ziel, das du haben kannst, ist nicht genügend Geld zu haben, um dann Gottes Gemeinde damit zu segnen. Das sind alles nette Dinge. Das größte und wichtigste Ziel in unserem Leben ist, dass wir die Gegenwart Gottes in unserem Leben haben.

[33:50] Denn keine irdische Macht, keine Fähigkeit oder Gelehrsamkeit kann Gottes bleibende Gegenwart ersetzen. Wenn Gott nicht mit uns ist, nützen akademisches Wissen, Geld, Macht, Talente, Fähigkeiten, Menschen, die einem nachfolgen – alles nichts.

[34:18] Lieber Freund, liebe Freundin, ist das unser tiefster Wunsch, dass Gott gegenwärtig ist?

[34:34] Noch einmal bat er, dass Gott die Sünde seines Volkes vergeben und es wieder als sein Erbbesitz annehmen möge. Seine Bitte wurde gewährt. Der Herr versprach gnädigerweise seinen Bund mit Israel zu erneuern und für das Volk Wunder zu tun, wie sie nicht geschehen sind in allen Landen und unter allen Völkern.

[34:57] Das heißt hier in dem "Weg zu Christus" – nach dem Original übersetzt: Gottes Wesen, also vor allem am Ende, Gottes Wesen offenbart sich in seinem Wort. Als Mose betete: "Lass mich deine Herrlichkeit sehen", antwortete ihm der Herr: "Ich will vor deinem Angesicht alle meine Güte vorübergehen lassen." Und jetzt sagt sie: "Das ist seine Herrlichkeit."

[35:21] Als der Herr vor dem Angesicht Moses vorüberging, rief er: "HERR, HERR, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue, der da bewahrt Gnade in Tausenden und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde." Er ist langmütig und von großer Gnade, weil er Lust an der Gnade hat. Das letzte Zitat ist aus Micha.

[35:44] Lieber Freund, liebe Freundin, Gott muss man nicht dazu überreden, gnädig zu sein. Es ist seine größte Freude, mir und dir zu vergeben, wenn wir es uns wünschen, wenn wir die Sünde aus unserem Leben weghaben wollen, wenn wir ihm nachfolgen wollen, dann ist es seine größte Freude, die er hat, wenn er uns vergeben darf, wenn er uns reinigen kann, wenn er uns wieder zu sich ziehen kann. Das ist seine Herrlichkeit.

[36:14] Es ist Freude im Himmel, sagt Jesus in Lukas 15, über jeden Sünder, der Buße tut. Er hat Lust an der Gnade. Er ist geduldig, von großer Gnade. Alle seine Güte, das ist sein Charakter: seine Bereitschaft zu vergeben, seine Bereitschaft lieber selbst den Preis zu bezahlen, damit er uns vergeben kann. Das ist seine Herrlichkeit.

[36:46] In Jesaja 40 wird gesagt, dass diese Herrlichkeit des Herrn sich offenbaren wird und alles Fleisch miteinander sie sehen wird. Und in Johannes 1, Vers 1, heißt es von Jesus: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott." Und das Wort, Vers 14, "wurde Fleisch und wohnte unter uns." Es zeltete unter uns, so sagt das Griechische.

[37:10] "Und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit." Das ist seine Herrlichkeit. Nein, man sah nicht die direkten Strahlen vom Thron Gottes. Die Herrlichkeit war verhüllt, sodass Menschen sie sehen konnten.

[37:36] So wie damals bei Mose, als Gott ihn so nahebrachte. Er konnte ihm nicht sein Angesicht zeigen, aber er konnte ihm seinen Charakter zeigen.

[37:45] Das ist alles, was wir brauchen. Wir werden einmal auf der neuen Erde mit einem verklärten, mit einem neuen, mit einem neu geschaffenen Körper frei von aller Sünde Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. Was wir heute hier brauchen, ist das Bewusstsein seiner Gegenwart, das Bewusstsein seiner Gnade und seiner Vergebung. Er hat mir vergeben. Darum kann ich heute hier stehen. Und er hat dir, er möchte dir vergeben dürfen.

[38:16] Bestimmt hast du in deinem Leben schon erlebt, welche unsagbar große Freude es ist, wenn man weiß, dass der Gott des Universums mir vergeben hat, und zwar wirklich vergeben hat, nicht nur als Floskel, wo ich hinterher wieder befürchten muss, dass das wieder aufkommt. Wir sind ja so als Mensch, dass wir sagen: "Ja, ja, passt schon." Und später, 20 Jahre später, holen wir dieselbe Situation noch mal vor, um jemandem damit irgendwie Schaden zuzufügen. Nein, wenn Gott vergibt, hat er wirklich vergeben. Das ist seine Gnade, seine Herrlichkeit.

[38:54] Und so kommen wir zu 2. Mose 34 ab Vers 1. Und der Herr sprach zu Mose: "Haue dir zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, damit ich die Worte darauf schreibe." Die zehn Gebote, die gebrochen worden waren. Gott sagt: Ich, ich schreibe sie noch mal auf. Ich erneuere den Bund. Ich schreibe das, was ihr zersprungen, was ihr zerbrochen habt, das stelle ich wieder her, "damit ich die Worte darauf schreibe, die du auf den ersten Tafeln – Verzeihung – die auf den ersten Tafeln waren, die du zerbrochen hast. Und sei morgen bereit, dass du früh auf den Berg Sinai steigst und dort zu mir auf die Spitze des Berges trittst und lass niemand mit dir hinaufsteigen, dass niemand um den ganzen Berg her gesehen werde. Lass auch keine Schafe noch Rinder gegen diesen Berg hinweiden." Und Mose hieb sich zwei steinerne Tafeln zurecht, wie die ersten waren, und er stand am Morgen früh auf und stieg auf den Berg Sinai, wie ihm der Herr geboten hatte und nahm die zwei steinernen Tafeln in seine Hand.

[39:51] Und dann geschieht genau das im Kontext dessen, dass Mose jetzt erwartet, die zehn Gebote wieder zu erhalten. Ist es nicht interessant, dass die Offenbarung der Vergebungsgewissheit einhergeht mit der Wiederherstellung der zehn Gebote auf Steintafeln? Ist es nicht interessant, dass die größtmögliche Nähe und das Offenbaren der Güte Gottes einhergeht mit der Erneuerung des Bundes, der sich in seinem Gesetz manifestiert?

[40:35] Gnade und Gesetz gehören schon im Alten Testament untrennbar zusammen.

[40:44] Da kam der Herr in einer Wolke herab und trat dort zu ihm und rief den Namen des Herrn aus. Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: "HERR, HERR, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue."

[41:05] Es heißt übrigens, er ist langsam zum Zorn. Er ist nicht schnell zum Zorn, er ist langsam zum Zorn. Es heißt aber auch nicht unfähig zum Zorn, es heißt langsam zum Zorn.

[41:21] "Langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue, der Tausenden Gnade bewahrt und Schuld, Übertretung und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt."

[41:36] Vergebung ist nicht die Aufhebung der Strafe, sondern Gott vergibt uns, weil er die immer noch gültige Strafe lieber selbst bezahlt. So kann er gerecht sein und gleichzeitig uns rechtfertigen. Das heißt vergeben.

[42:03] Da neigte sich Mose schnell zur Erde und betete an und er sprach: "Oh Herr, wenn ich Gnade gefunden habe vor deinen Augen, so ziehe, mein Herr, in unserer Mitte." Und wir sehen hier, wie sehr das Mose ein Anliegen ist, und wir sehen auch, Mose ist ja nicht nur derjenige, der dem Volk die Botschaften Gottes übermittelt, sondern der auch Gott gegenüber das Volk vertritt.

[42:31] Und wir sehen hier in den Worten Moses, wie es uns oft zumute ist, dass wir zwar schon Verse gelesen haben, was Gott uns vergeben hat, wir haben gehört, dass Gott uns vergibt, und wir wünschen uns, dass wir es noch einmal hören, noch einmal. "Oh Herr, wenn ich Gnade gefunden habe vor deinen Augen, so ziehe, mein Herr, in unserer Mitte, obwohl es ein halsstarriges Volk ist. Und vergib uns unsere Schuld und Sünde und nimm uns an als dein Eigentum."

[42:58] Man beachte: "Vergib uns unsere Schuld und Sünde." Mose identifiziert sich mit seinem Volk, wie später Daniel, der auch um Vergebung der Sünden seines Volkes bittet und sich dort mit einschließt.

[43:17] Unser Erlöser hat, obwohl er selbst sündlos gewesen ist, Jesus Christus, sich mit allen Sünden so identifiziert, dass er sie für uns getragen hat. Ist es nicht unglaublich? Aber es ist nicht... es ist zu glauben. Es ist das, was wir glauben dürfen.

[43:39] Da sprach er: "Siehe, ich mache einen Bund." Gott antwortet auf diese Bitte. Er hat schon gesagt, Gott hat gesagt: Ich ändere meinen Plan. Es reute ihn, das Volk zu verzehren. Er hat sie nicht verzehrt. Gott auf die Bitte, dass er ihnen vergibt, ist er herabgekommen, hat mit Mose gesprochen, wie ein Freund mit einem Freund redet. Auf die Bitte Moses, doch mit ihnen zu gehen, hat er gesagt: "Ich werde mit euch gehen. Mein Angesicht soll vor euch hergehen."

[44:03] Und jetzt bittet Mose noch einmal, und jetzt sagt Gott Folgendes. Er sagt in 2. Mose 34, Vers 10: "Siehe, ich mache einen Bund." Wird der Bund so eng sein wie vor der Sünde? Wird er noch einmal so sein wie vor dem goldenen Kalb? Ja oder nein? Die Antwort ist: Gott sagt: Ich mache einen Bund. "Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder tun, wie sie nicht gewirkt worden sind auf der ganzen Erde und unter allen Völkern", sagt der Gott zu dem Volk, der gerade das Rote Meer geteilt hat, der die zehn Plagen gesandt hat, der die größten Wunder überhaupt gegeben hat. Und er sagt: In diesem neuen Bund werden meine Wunder noch größer sein. Meine Kraft und die Dinge, die ich für euch tue, werden noch mehr sein, noch größer sein. Der Bund ist nicht wiederhergestellt, er ist sogar noch intensiviert.

[45:03] Gott verspricht für sein Volk noch mehr zu tun, als er bisher getan hat.

[45:09] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn Gott wiederherstellt, dann flickt er es nicht halbwegs zusammen, dass es annähernd so aussieht wie vorher. Er macht die Beziehung tiefer, als sie vorher gewesen ist. Er macht sie tiefer, als sie vorher gewesen ist.

[45:33] Und so heißt es hier, der Herr versprach gnädigerweise seinen Bund mit Israel zu erneuern und für das Volk Wunder zu tun, wie sie nicht geschehen sind. Das ist genau das, was später Mose in 5. Mose 30 sagt: dass wenn die Israeliten den Segen erleben, weil sie gehorsam gewesen sind, und dann den Fluch erleben, weil sie ungehorsam gewesen sind.

[45:55] Es gibt dieses Kapitel in 5. Mose 28: den Segen und den Fluch. Er sagt: Und wenn du diese Dinge erlebt hast, all den Segen und den Fluch, und du dann unter dem Fluch irgendwo im Exil am Ende des Himmels es dir dort zu Herzen nimmst und umkehrst und bereust und wiederhergestellt werden möchtest, dann passiert Folgendes ab Vers 4.

[46:20] "Und wenn du auch bis an das Ende des Himmels verstoßen wirst, so wird dich doch der Herr, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen. Und der Herr, dein Gott, wird dich in das Land zurückbringen, das deine Väter besessen haben, und du wirst es in Besitz nehmen, und er wird dir Gutes tun und dich mehren, mehr als deine Väter."

[46:39] Die Wiederherstellung ist nicht so 60 % von dem, was vorher war, oder 90 %. Die Wiederherstellung Gottes geht noch tiefer und bringt noch mehr Gegenwart und Gnade und Segen, als es das Original hatte.

[46:56] "Und der Herr, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, dass du den Herrn, dein Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, damit du lebst." Gott wirkt in uns Dinge, die wir alleine ohne ihn nie tun können.

[47:11] Lieber Freund, liebe Freundin, vielleicht hast du Segen erlebt und vielleicht hast du auch Fluch erlebt, weil du Gottes Gnade nicht wertgeschätzt hast, weil du deinen Willen höher gesetzt hast als seinen. Aber ich möchte dir heute sagen: Egal, was du erlebt hast, und wenn du auch bis an den Himmel verstoßen bist, wenn du heute die Vergebung Gottes annimmst, ist Vergebung nicht nur ein Trostpflaster, das du das Schlimmste übertönst. Vergebung sorgt für eine Wiederherstellung, die so tief ist, dass wir danach eine tiefere Beziehung zu ihm haben als vor der Sünde.

[47:52] Nimm seine Vergebung ganz an und suche nach ihr. So wie Mose immer wieder und immer wieder noch mehr verstehen wollte von der Gnade Gottes, bis er überwältigt ist von all dem, was Gott für ihn tut.

[48:14] Gott erneuert den Bund. Er gibt ihm die zehn Gebote. Er verspricht mehr für sie zu tun als jemals zuvor. Und dann gibt er die Anweisungen.

[48:24] Die lesen wir jetzt ab Vers 11: "Beachte genau, was ich dir heute gebiete. Siehe, ich will vor dir her die Amoriter und die Kanaaniter vertreiben, sowie die Hethiter und die Perisiter und die Hewiter und die Jebusiter. Hüte dich davor, einen Bund zu schließen mit den Einwohnern des Landes, in das du kommst, damit sie dir nicht zum Fallstrick werden in deiner Mitte, sondern ihr sollt ihre Altäre umstürzen und ihre Gedenksteine zerbrechen und ihre Ascherabilder ausrotten."

[48:56] Gott sagt: Ich habe dir vergeben. Jetzt sollst du das nicht wieder tun. Jesus sagt berühmterweise zu der Ehebrecherin: "Geh hin und sündige nicht mehr." Aber er meint nicht: Geh hin und versuch's mal besser zu machen. Es sagt ja im nächsten Vers, in Johannes 8, Vers 12: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben." Jesus sagte zu der Frau nicht: "Jetzt versuch's mal besser zu machen." Er sagte: "Geh mit mir in meiner Gegenwart. Wenn ich in deinem Leben sein darf, wenn du mir nachfolgst, dann wirst du die Kraft haben, diese Sünde nicht mehr zu tun."

[49:41] Gott sagt zu Mose: "Ich habe euch die Sünde des goldenen Kalbes vergeben, aber ich möchte euch deutlich sagen: Wenn das..."

[49:47] Ich möchte euch deutlich sagen: Wenn das gelobte Land kommt, dann rottet dort den Götzendienst aus, denn du sollst keinen anderen Gott anbeten, denn der Herr, dessen Name der Eifersüchtige ist, ist ein eifersüchtiger Gott.

[50:00] Das ist nicht nur eine Theorie. Gott ist wirklich eifersüchtig, wenn wir ihn durch Sünde entehren und ihm den Rücken kehren. Es tut ihm wirklich weh. Er ist wirklich in seiner Liebe zu uns gekränkt, wenn wir dem Satan mehr glauben als ihm. Es tut mir leid und weh, wenn ich sehe, wie oft ich in meinem Leben schon Gott eifersüchtig gemacht habe.

[50:29] Ja, auch, dass du nicht etwa einen Bund schließt mit den Einwohnern des Landes und sie, wenn sie ihren Göttern nachhuren und ihren Göttern opfern, dich einladen und du dann von ihrem Opfer isst und deinen Söhnen ihre Töchter zur Frau nimmst und ihre Töchter dann ihren Göttern nachhuren und deine Söhne verführen, dass sie auch ihren Göttern nachhuren. Und du sollst dir keine gegossenen Götter machen.

[50:51] Und dann kommen einige weitere Anweisungen, die wir schon zu einem nicht geringen Teil aus den früheren Kapiteln kennen. Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten. Also hier sehen wir, der neue Bund ändert jetzt nicht die theologischen Botschaften, die Wahrheiten, die Gott schon offenbart hat. Er bestätigt sie. Wichtiger Punkt.

[51:11] Sieben Tage lang sollst du ungesäuertes Brot essen, wie ich dir geboten habe, um die bestimmte Zeit des Monats Abib, denn im Monat Abib bist du aus Ägypten ausgezogen. Alle zuerst Geborene gehört mir und alle männliche Erstgeburt unter deinem Vieh ist es, Rind oder ein Schaf. Aber die Erstgeburt des Esels sollst du mit einem Lamm auslösen. Wenn du es aber nicht auslöst, so brich ihm das Genick. Alle Erstgeburt deiner Söhne sollst du auslösen und man soll nicht leer erscheinen vor meinem Angesicht.

[51:35] Das kennen wir schon aus früheren Kapiteln und es zeigt: Wenn Gott vergibt, wenn er uns wiederherstellt, ändert das nichts an den Wahrheiten, die wir vorher schon offenbart bekommen haben. Gott ändert bei der Vergebung nicht plötzlich seine theologische Meinung oder seine Meinung zu bestimmten Themen. Sein Wort bleibt dasselbe und Vergebung führt dazu, dass wir jetzt mit seiner Kraft und Gegenwart halten, was wir vorher gebrochen haben.

[52:02] Sechs Tage sollst du arbeiten, aber am siebten Tag sollst du ruhen. Der Sabbat, auch in der Zeit des Pflügens und Erntens, sollst du ruhen. Vergebung führt dazu, dass man Gottes Gebote auch dann einhält, wenn man vielleicht sagt: „Aber heute wäre vielleicht eine gute Ausnahme, weil es wäre gerade wichtig.“ Nein, Gehorsam vom Prinzip aus ist das Resultat echter Vergebung.

[52:24] Und du sollst das Fest der Wochen halten mit den Erstlingen der Weizenernte, was später dann das Wochenfest genannt wurde, oder ja, das heißt nicht das Wochenfest, Verzeihung, das später das Pfingstfest genannt wurde, und das Fest der Einsammlung an der Wende des Jahres, das heißt also im siebten Monat dann das Laubhüttenfest.

[52:43] Alles, was männlich ist bei dir, soll dreimal im Jahr erscheinen vor dem Herrscher, dem Herrn, dem Gott Israels. Das wird dann später auch noch weiter ausgeführt in den weiteren Mosebüchern. Denn ich werde gewisslich die Heidenvölker vor dir aus ihrem Besitz vertreiben und deine Grenzen erweitern und niemand soll dein Land begehren, während du ziehst, um dreimal im Jahr vor dem Herrn, deinem Gott zu erscheinen.

[53:05] Jemand könnte sagen: „Aber wir können doch nicht alle Männer gleichzeitig zu einem Fest, alle zum Heiligtum gehen. Dann sind unsere Grenzen offen. Dann sind unsere Länder, unsere Grundstücke, die wir bewirtschaften, alle offen und unbewacht. Da werden doch die Feinde alles überrennen.“

[53:28] Jedes Jahr gab es dreimal die Möglichkeit, Gottes Gnade und Schutz und seine Treue zu prüfen, indem man alles, was man hatte, dem Schutz Gottes anvertraute und sich auf die Pilgerfahrt sozusagen, auf die Pilgerreise machte, um zu Gott zu, die Wallfahrt, um zu Gott zu gehen und ihn anzubeten. Um deutlich zu machen: „Die Anbetung Gottes ist mir wichtiger, als dass ich über meinen Besitz wache.“

[54:04] Auch das zeigt die Prioritäten, die jemand hatte. Die Priorität, die jemand hat, der echte Vergebung erlebt hat.

[54:15] Vers 25: „Du sollst das Blut meines Opfers nicht zusammen mit Sauerteig opfern und das Opfer des Passahfestes soll nicht über Nacht bleiben bis zum Morgen. Die Erstlinge von den ersten Früchten deines Ackers sollst du das Haus des Herrn, deines Gottes, bringen. Du sollst dein Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.“

[54:33] Und der Herr sprach zu Mose: „Schreibe dir diese Worte auf, denn aufgrund dieser Worte habe ich mit dir und mit Israel einen Bund gemacht.“ Gott wiederholt also die Dinge hier jetzt in knapper Form zusammengefasst, die er auch schon vorgesagt hatte. Der Bund basiert auf denselben Ideen, denselben Wahrheiten, denselben Prinzipien, die Gott schon vorher offenbart hatte und Mose sollte sie erneut hier aufschreiben.

[54:56] Und es heißt hier: „Und er war dort bei dem Herrn 40 Tage und 40 Nächte lang. Er aß kein Brot und trank kein Wasser.“ Erneut hat Gott ihn auf übernatürliche Weise am Leben erhalten.

[55:11] Und dann heißt es, es ist sehr wichtig, in Vers 28: „Und er“ – und das ist hier aus dem Kontext ganz deutlich, das ist Gott selbst – „schrieb die Worte des Bundes auf die Tafeln, die zehn Worte.“ Mose schreibt diese anderen Anordnungen, diese anderen Satzungen, die noch mal aufgezählt worden sind. Aber die zehn Worte, die Worte des Bundes, das Gesetz Gottes, die zehn Worte hat Gott selbst aufgeschrieben.

[55:37] Genau das, was er ihm am Sinai schon gegeben hatte. Es wird erneuert. Und lieber Freund, liebe Freundin, wenn Gott uns wirklich vergibt, dann schreibt er auch sein Gesetz neu in unser Herz. Vergebung löscht das Gesetz nie aus. Ganz im Gegenteil.

[56:03] Das haben wir schon gesagt. Und dann wird etwas so Interessantes beschrieben.

[56:10] Mose ist dort auf dem Berg Sinai. Er redet mit Gott. Er ist in seiner Gegenwart. Er bekommt die Gewissheit völliger Vergebung für das Volk und er bekommt das Gesetz Gottes. Wir sehen hier, wie schon gesagt, wie Vergebung und Gehorsam untrennbar verbunden sind.

[56:29] Und es heißt jetzt, dass er nach diesen 40 Tagen hinabsteigt. „Als nun Mose vom Berg Sinai herabstieg, und die beiden Tafeln des Zeugnisses waren in der Hand Mose's, als er vom Berg hinabstieg, da wusste Mose nicht, dass die Haut seines Angesichts strahlte, weil er mit ihm geredet hatte.“

[56:57] Er hatte mit Gott geredet und das Angesicht hat angefangen zu leuchten. Wann fangen wir an zu strahlen, wenn auch nicht mit physikalischen Lichtstrahlen wie bei Mose? Wenn wir mit Gott reden, wenn wir Zeit mit ihm verbringen, wenn wir in seiner Nähe sind, beginnen wir zu strahlen.

[57:15] Und Aaron und alle Kinder Israels sahen Mose, und siehe, die Haut seines Angesichts strahlte. Da fürchteten sie sich, ihm zu nahen.

[57:29] Ohne dass er es wusste, leuchtete sein Antlitz stark, als er vom Berg herabkam. Ein solcher Glanz verklärte auch das Gesicht des Stephanus, als er vor seine Richter gebracht wurde.

[57:42] Mose hat gar nicht gemerkt, warum Aaron und die anderen sich so fürchteten und nicht zu ihm kommen wollten. Er hielt ihnen den Beweis ihrer Versöhnung mit Gott hin. Was war der Beweis? Die neu beschriebenen Tafeln mit den Zehn Geboten. Das war der Beweis für die Versöhnung.

[58:02] Das Gesetz konnte sie nicht mit Gott versöhnen, aber das neu geschriebene Gesetz war der Beweis, dass sie versöhnt waren und versicherte ihnen, dass sie wieder in Gnaden angenommen seien. Aus seiner Stimme und durch seine Worte vernahmen sie nur Liebe und inständiges Flehen.

[58:22] Schließlich wagte es einer, nahe heranzukommen, zu ehrfurchtsvoll, um sprechen zu können, wie sehr schweigend auf Mose's Angesicht und dann zum Himmel. Da verstand der große Führer die Bedeutung der Geste. Im Bewusstsein ihrer Schuld fühlten sich die Israeliten noch immer unter dem göttlichen Missfallen und konnten das himmlische Licht nicht ertragen.

[58:44] Wären sie Gott gehorsam geblieben, hätte es sie mit Freude erfüllt. Schuld bringt Angst mit sich. Ein Mensch, der von der Sünde frei geworden ist, wird sich nicht vor dem Himmlischen verbergen wollen. Mose hatte jetzt die Beweise der absoluten Vergebung für das Volk erhalten. Aber viele im Volk wussten noch nichts davon, hatten das noch nicht wirklich verstanden, glaubten es noch nicht und nur durch den Glauben daran konnten sie frei werden von der Schuld und der Angst, die die Schuld mit sich bringt.

[59:21] Aber Mose rief sie. Da wandten sie sich zu ihm, Aaron und alle Obersten der Gemeinde, und Mose redete zu ihnen. Danach traten alle Kinder Israels näher zu ihm und er gebot ihnen alles, was der Herr zu ihm geredet hatte auf dem Berg. Sieh, hier kommt Mose mit dem Beweis, dass Gott wirklich vergeben hat und wiederholt das Gesetz Gottes.

[59:49] Als Mose aufhörte, mit ihnen zu reden, legte er eine Decke auf sein Angesicht. Und immer wenn Mose hineinging vor den Herrn, um mit ihm zu reden, nahm er die Decke ab, bis er wieder herausging. Dann ging er heraus und redete zu den Kindern Israels, was ihm befohlen war. Und die Kinder Israels sahen dann das Angesicht Mose, dass die Haut desselben strahlte. Und Mose legte die Decke wieder auf sein Angesicht, bis er wieder hineinging, um mit ihm zu reden.

[1:00:21] Da sie ihm in ihrer Angst leidtaten, bedeckte er sein Gesicht mit einem Schleier. Er wollte ihnen ja nicht zusätzliche Furcht einjagen.

[1:00:32] Mose war ein Typus von Christus, ein vorausweisendes Abbild von ihm. Als Israels Fürsprecher verhüllte er das Gesicht, weil das Volk seinen Glanz nicht ertragen konnte. So verhüllte Christus, der göttliche Mittler und Fürsprecher, seine Gottheit in der menschlichen Natur, als er auf diese Erde kam.

[1:00:57] Und jetzt kommt ein ganz besonderes Zitat, wie alles begann. „306 Paragraph 3. Mit diesem Glanz wollte Gott den Israeliten die Heiligkeit und Erhabenheit seines Gesetzes und die Herrlichkeit des Evangeliums einprägen, das einst durch Christus offenbart werden sollte.“

[1:01:21] Der Glanz, den Mose abstrahlte sozusagen, sollte auf die Erhabenheit des Gesetzes und die Herrlichkeit des Evangeliums hinweisen. Das Evangelium und das Gesetz zusammen ergeben diesen Strahl der Herrlichkeit.

[1:01:38] Während Mose auf dem Berg weilte, gab ihm Gott nicht nur die Gesetzestafeln, sondern machte ihn auch mit dem Erlösungsplan bekannt. Mose sah, dass alle Opfer und Sinnbilder des alttestamentlichen Zeitalters auf das Opfer des Sohnes Gottes hinwiesen. Jetzt kommt’s: „Es war sowohl das himmlische Licht, das von Golgatha ausging, als auch die Herrlichkeit des göttlichen Gesetzes, die seinem Gesicht solch einen Glanz verliehen. Dieser göttliche Schein versinnbildlichte die Herrlichkeit der Vergebung, deren sichtbarer Vermittler Mose war, ein Abbild des einen wahren Fürsprechers.“

[1:02:21] Mose hatte mit Gott geredet über die Vergebung, das Evangelium, und hatte gleichzeitig das Gesetz Gottes empfangen und er hatte das Evangelium verstanden. Das Gesetz wurde erneuert und all das führt dazu, dass Mose leuchtet.

[1:02:40] Der Glanz, der sich in Mose's Angesicht widerspiegelte, veranschaulicht auch den Segen, den Gottes Volk, das heutzutage seine Gebote hält, durch das Mittleramt von Christus erhalten soll. Mit anderen Worten: Wir, die wir heute Gottes Gebote halten am Ende der Zeit, sollen durch unseren Fürsprecher Jesus ebenfalls ein solches Licht erhalten. Es bezeugt, dass wir umso mehr in das Bild Gottes verwandelt werden, je enger unsere Gemeinschaft mit Gott und je klarer unsere Erkenntnis über seine Gebote ist.

[1:03:16] Die Frage ist nicht: „Werden wir unser Ziel erreichen, werden wir unsere Projekte erfolgreich abschließen?“ Die Frage ist: „Wie nah können wir zu Gott kommen? Ist Gott gegenwärtig heute, jetzt hier in deinem Leben, in meinem Leben?“ Je enger unsere Gemeinschaft wird, je klarer wir Gottes Gebote verstehen, umso leichter werden wir Teilhaber der göttlichen Natur.

[1:03:43] Paulus hat das so ausgedrückt: „Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen, wie in einem Spiegel.“ Das bezieht sich ja auf diese Geschichte mit dem Tuch. „Werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.“

[1:04:04] Je mehr wir uns mit der Vergebung beschäftigen, wie Gott sie uns anbietet, desto mehr werden wir in dieses Bild verwandelt werden von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Wir sehen in der Geschichte von 2. Mose 33 bis 34, dass es immer tiefer geht von der Gewissheit: Das Volk wird nicht vernichtet, über das Volk bekommt wirklich Vergebung, zu Gottes Gegenwart wird bei ihnen sein, zu erneuert den Bund.

[1:04:40] Er schreibt dieselben zehn Gebote noch mal auf, bis er schließlich sogar sagt, dass er noch mehr Wunder tun wird als jemals zuvor. Wir sehen, wie Schritt für Schritt diese Vergebung immer mehr wächst und immer größer wird und in völliger Harmonie mit dem Gesetz Gottes ist.

[1:04:57] Jesaja 60, Vers 1 sagt: „Mache dich auf, werde Licht.“ Mose wurde ein Licht, weil er in der Gegenwart Gottes war. Dann konnte er als ein Licht für Israel das Evangelium und das Gesetz erklären. „Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir.“

[1:05:15] Mose wollte die Herrlichkeit Gottes verstehen und sein Angesicht leuchtete. Wenn wir die Herrlichkeit Gottes verstehen wollen, wenn wir so nahe bei Gott sein wollen, wie es nur möglich ist, wenn wir wirklich echte Vergebungsgewissheit haben möchten, dann werden wir zum Licht.

[1:05:35] Und wenn das geschieht, dann geht es nach Hause. Denn Offenbarung 18, Vers 1 steht, dass die letzte Botschaft so weitergegeben wird: „Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit.“

[1:05:54] Die Gemeinde, die der Welt die letzte Liebes- und Warnungsbotschaft gibt, wird leuchten, weil sie absolute Vergebungsgewissheit hat und die ganze Tiefe und Schönheit und Kraft der Vergebung Gottes verstanden hat, erfahren hat, geglaubt hat, angenommen hat und weitergibt.

[1:06:26] Eine Vergebung, die so tief ist, dass sie uns in eine engere Beziehung führt, als wir sie ohne Sünde gehabt hätten. Und eine Vergebung, die uns rein vor Gott macht und dazu führt, dass wir Gottes Gesetz mit neuer Liebe in seiner Kraft vollständig halten. Das ist die Herrlichkeit Gottes, die diese Erde erleuchten wird, dass die Herrlichkeit Gottes die Dreifache Engelsbotschaft zum Abschluss bringen wird.

[1:06:54] Und ich wünsche mir heute für dich und für mich, dass wir nach dieser Herrlichkeit täglich immer weiter fragen, immer näher zu Gott kommen und ihn immer mehr lieb gewinnen. Ist es auch dein Wunsch? Dann lass uns auch gemeinsam beten.

[1:07:16] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du heute durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Wir beginnen zu sehen, wie groß und wie tief und wie allumfassend deine Vergebung ist. Und Herr, wir wollen sie für uns persönlich jeder Einzelne in Anspruch nehmen.

[1:07:39] Wir möchten diese Gewissheit haben, dass du, weil Jesus am Kreuz von Golgatha für mich gestorben ist und für jeden von uns, dass wir durch den Glauben das verstehen, dass du uns ansiehst, als hätten wir nie gesündigt und dass Jesus alle unsere Sünden getragen hat.

[1:08:14] Wir möchten dich bitten, dass wir das nicht vergessen und dass wir uns täglich damit beschäftigen, damit es uns wirklich in Fleisch und Blut übergeht, was du für uns tust, dass wir glauben, dass du noch größere Wunder für uns jetzt tust, als du am Anfang getan hast, Herr. Das bitten wir im Namen unseres mächtigen Erlösers Jesus Christus. Amen.

[1:08:41] Nächste Woche werden wir dann die letzte Folge unserer Spezialserie über das Buch 2. Mose. Wir werden noch einmal einen großen Abschnitt studieren: die Aufrichtung der Stiftshütte, den Bau, den tatsächlichen Bau des Heiligtums. Wir werden sehen, wie dieses Thema von der Vergebung dieser schrecklichen Sünde zu einem der schönsten Bibelbuchabschlüsse führt, die es in der ganzen Bibel gibt. Gott nimmt Wohnung bei seinem Volk. Wir werden uns das genau anschauen. Bis dann wünschen wir euch Gottes reichen Segen. Seid dann nächste Woche wieder dabei. Gott mit euch und viel Freude im Studium seines Wortes.


Lizenz

Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.