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In dieser Folge der Christ Study Hour widmet sich Christopher Kramp der kontroversen Frage nach Gottes Befehl zur Ausrottung der Kananiter im Buch Josua. Er erklärt, dass dies ein göttliches Strafgericht aufgrund der extremen Sünden der Kananiter war, die über Jahrhunderte hinweg Gnadenzeit und Warnungen ignorierten. Kramp betont, dass die Israeliten auf expliziten Befehl Gottes handelten und dass individuelle Rettung, wie im Fall Rahabs, durch Glauben jederzeit möglich war.


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Serie: Christ Study Hour 2025 Q4: Das Buch Josua

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Transkript

[0:25] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer gilt ein herzliches Willkommen allen Zuschauern auf dem Sender Das Wort zur mittlerweile fünften Folge unserer Serie über das Buch Josua. Heute haben wir ein ganz besonders heißes Eisen sozusagen anzufassen. Heute geht es um ein Thema, das viele Menschen schon seit Generationen immer wieder umtreibt. Ein Thema, das uns emotional und intellektuell herausfordert. Ein Thema, das aber auf der anderen Seite auch einen ganz großen Trost und viel Hoffnung bereithält, wenn wir es aus der richtigen Perspektive besprechen.

[1:15] Vorbereitend auf das Bibelgespräch am 25. Oktober wollen wir uns die Frage stellen, warum im Buch Josua auf Gottes Befehl die Kananiter ausgerottet werden. Das Thema heißt "Gott kämpft für euch" und wir wollen uns überlegen, was das konkret bedeutet in der Geschichte von Josua und überhaupt allgemein im Bezug auf den Charakter Gottes und was das auch für praktische Anwendung in unserem Leben findet.

[1:50] Dieses Thema ist nicht einfach, aber es ist wichtig, weil auch über dieses Thema so manche falsche Meinung durch die Köpfe und durch das Netz geistert. Und so wollen wir uns Gott widmen und ihn bitten, dass er unser Studium segnet, dass er uns zeigt, was Wahrheit ist, auch in diesem Bereich der biblischen Lehre. Und wir möchten mit einem Gebet starten und ich lade dich, lieber Freund, liebe Freundin, dazu ein.

[2:22] Lieber Vater im Himmel, wir kommen jetzt zu dir und bitten dich um Weisheit, weil du versprochen hast im Jakobusbrief, dass wenn uns Weisheit mangelt, wir bitten dürfen und du gerne uns Weisheit schenkst ohne Vorwurf. Herr, wir möchten im Glauben bitten, dass du uns Licht von deinem Thron sendest, damit wir Texte, die für viele Menschen ganz unverständlich sind und manchmal in alle möglichen Richtungen umgedeutet werden, dass wir diese Texte verstehen und deinen Charakter voller Liebe und Gerechtigkeit besser begreifen können. Wir möchten dich bitten, dass du jetzt zu uns persönlich sprichst, zu jedem einzelnen von uns und hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.

[3:26] Ausgangspunkt unserer Betrachtung ist in Josua 10, der Vers 42. Zusammenfassend berichtet er hier nach der Beschreibung der einzelnen Stationen auf der Eroberungsroute im Süden des Landes Kanaan, die Josua mit der Armee Israels hier durchgeführt hat.

[3:50] Zusammenfassend berichtet er in Josua 10, Vers 42: "Josua eroberte alle diese Könige samt ihrem Land auf einmal." Und dann kommt die Begründung: "Denn der Herr, der Gott Israels, kämpfte für Israel."

[4:13] Beachten wir, dass hier zwei Dinge gesagt werden. Gott kämpft. Er selbst kämpft aktiv für Israel. Und weil er dies tut, ist der Grund sozusagen, weil er dies tut, kann Josua die Königreiche oder in dem Fall, es sind ja vor allem so Stadtkönigtümer gewesen. Jede größere Stadt hat dort den einzelnen König gehabt. Kann Josua diese Städte und diese Stadtkönigtümer erobern.

[4:44] Die Tatsache, dass Josua – andersrum, Verzeihung – die Tatsache, dass Gott gekämpft hat, bedeutete nicht, dass Josua einfach mit dem Volk in Gilgal geblieben wäre und nur zugesehen hat, was Gott tut. Josua eroberte diese Könige, denn so steht es hier: "Denn der Herr, der Gott Israels, kämpfte für Israel." Wer das Kapitel 10 gelesen hat, der weiß, dass das, was dort beschrieben steht, dass sogar die Sonne still – mit menschlichen, militärischen Mitteln nicht möglich gewesen wäre. Gott hat wirklich für Israel gekämpft.

[5:30] Wir sehen hier also, dass Gottes aktives Handeln der Grund ist, warum auch das aktive Handeln Josuas gelingt. Und im Grunde genommen haben wir damit schon sozusagen in einem einzelnen Vers das Erfolgsrezept für den christlichen Glauben bis in unsere Zeit, ja, für die Endzeit. Gottes aktives Handeln ist der Grund, wenn unser aktives Handeln gelingt. Wir arbeiten mit Gott zusammen. Er tut das, was wir nicht tun können. Wir folgen ihm, vertrauen ihm und gehorchen ihm.

[6:10] Die Frage, die heute vor allem natürlich auch im Raum steht, ist: Hat Gott mit den Israeliten die Kananiter so vollständig bekämpft, ausgerottet und vertilgt? Wir wollen uns dieser Frage biblisch nähern und zunächst einmal einige Texte aus dem Buch 1. Mose dazu lesen. Wir werden von verschiedenen Perspektiven auf die Frage heute schauen und versuchen zu verstehen, was die Bibel, was Gott uns durch sein Wort, durch den Heiligen Geist uns sagen möchte.

[6:47] In 1. Mose Kapitel 12 und dort Vers 1 lesen wir: "Der Herr aber hatte zu Abram gesprochen." Er, der Vater, der Glaubensvater des Volkes Israel. "Der Herr aber hatte zu Abram gesprochen: Geh hinaus aus deinem Land, aus Babylonien, aus dem Land Sumer und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde." Es war Gott, der Abram zuallererst Richtung Kanaan gebracht hat. Gott wollte, dass Abram dorthin kommt und später seine Nachfahren dort wohnen. Es war Gottes Auftrag.

[7:36] Diese Verheißung hier in 1. Mose 12, Vers 1, 2 und 3 gehören zu den absoluten Fundamenten der gesamten biblischen Geschichte und Teil davon ist, dass Gott dem Abram ein Land verspricht. Als Gott das Land dem Abram verspricht, verspricht er ein Land, das schon bewohnt ist. Es ist kein leeres Land. Und Gott weiß das auch. In Vers 6 macht Abram dann selbst die Erfahrung – heißt er dann noch Abram zu der Zeit? Es heißt in Vers 6: "Und Abram durchzog das Land bis zur Ortschaft Sichem, bis zur Terebinthe More. Damals aber waren die Kananiter im Land." Als Gott Abram nach Kanaan führt, wusste auch Gott, dass die Kananiter da sind. Und doch verspricht er ihm dieses Land, denn dieses Land gehört nicht den Kananitern. Dieses Land gehört Gott. Er hat es geschaffen.

[8:30] Und er setzt die Grenzen der Königreiche und gibt ihnen eine gewisse Zeit, wie die Bibel an verschiedenen Stellen immer wieder deutlich macht. Er setzt Könige ein und setzt Könige ab. Daniel 2 zeigt, wie Weltreiche aufeinander folgen, weil Gott alles unter Kontrolle hat. Niemand hat ein sozusagen in sich das Recht, an einem bestimmten Ort der Welt für immer zu wohnen. Gott hat das in seiner Hand.

[8:57] In 1. Mose 15 erklärt Gott dem Abram, warum zu seiner Zeit er noch nicht dieses Land in Besitz nehmen kann. Nicht nur wird ihm hier ein zukünftiger Sohn verheißen. Gott offenbart ihm auch die Zukunft des Volkes, das aus diesem Sohn entstehen wird. Wir lesen ab Vers 13: "Da sprach er zu Abram: Du sollst mit Gewissheit wissen, dass dein Same ein Fremdling sein wird in einem Land, das ihm nicht gehört, und man wird sie dort zu Knechten machen und demütigen 400 Jahre lang. Aber auch das Volk, dem sie dienen müssen, will ich richten. Und danach sollen sie mit großer Habe ausziehen. Und du sollst in Frieden zu deinen Vätern eingehen und in gutem Alter begraben werden." Und jetzt kommt der für unsere Zwecke hier besonders wichtige Vers 16: "Sie aber sollen in der vierten Generation wieder hierherkommen, denn das Maß der Sünden der Amoriter ist noch nicht voll."

[10:03] Der Grund, warum Abram die Kananiter nicht schon zu Lebzeiten vertrieben hat, warum Gott noch nicht zu Lebzeiten Abrahams ihm das Land gegeben hat, war ganz einfach der: Die Kananiter und auch die Amoriter, die ein Teil ja dort der Bevölkerung gestellt haben, hatten noch Gnadenzeit.

[10:31] "Das Maß der Sünden der Amoriter ist noch nicht voll." Im Kontext dieser Verse bedeutet das: Ihr Maß wird irgendwann voll sein und wenn das Maß voll ist, dann verlieren die Amoriter – und wir können hier auch hinzufügen die Kananiter – das Recht, in diesem Land zu leben. Es gab eine lange Gnadenzeit. Noch 400 Jahre hätten sie von diesem Zeitpunkt an Zeit gehabt, sich zu Gott zu wenden. Und sie kannten ja mittlerweile durch die Gegenwart Abrahams Gott und seine Anbetung.

[11:09] Abraham war ein geachteter und bekannter Mann. Die Geschichte in 1. Mose 14 macht das ganz deutlich. Er galt als ein großer Fürst unter ihnen. Auch die späteren Kapitel zeigen immer wieder die Kananiter und Bewohner des Landes mit Abraham und dann auch mit Isaak und auch mit Jakob interagieren. Die Geschichten, die diese Glaubensmänner erleben, sind in der Gegend bekannt. Die Altäre bleiben stehen, die Abraham gebaut hat. Sie lernen die Anbetung des wahren Gottes kennen und haben jetzt 400 Jahre Zeit, diese Kananiter und Amoriter eine Entscheidung zu fällen. Und dass Gott ihren sündigen Lebenswandel nicht auf immer dulden wird, das wird schon zur Zeit von Abraham deutlich, exemplarisch an der Geschichte von Sodom und Gomorra.

[11:57] Hier ist es Gott, der diese Städte vollständig zerstört. Feuer fällt vom Himmel. 1. Mose 19, Vers 24: "Da ließ der Herr Schwefel und Feuer regnen auf Sodom und Gomorra vom Herrn vom Himmel herab." Es ist ganz deutlich, es gibt heute Menschen, die das in Zweifel ziehen wollen, dass Gott Menschen tatsächlich bestraft für ihre schlimme Sünde. Aber die Bibel macht ganz klar, das Feuer kam von Gott. Es wird betont, wiederholt: "vom Herrn, vom Himmel herab."

[12:30] Sodom und Gomorra wurden zerstört. Die Vernichtung war ein ausdrückliches, ein unmissverständliches Zeichen für alle Kananiter: Wenn ihr auch so lebt wie sie und euch nicht bekehrt, dann kann und wird euch dasselbe passieren. So wie gemäß Judas, Vers 7, die Geschichte von Sodom und Gomorra auch ein Zeichen noch für uns ist.

[13:00] Judas macht das im Neuen Testament ganz deutlich. Vers 7: "Wie Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die in gleicher Weise wie diese Unzucht bis zum Äußersten trieben und anderem Fleisch nachgingen." Mit anderen Worten, hier wurde die Sünde bis ins Extrem getrieben. Es heißt hier, dass sie nun als warnendes Beispiel dastehen, indem sie die Strafe eines ewigen Feuers zu erleiden haben. Die Kananiter hatten ein warnendes Beispiel vor sich. Sodom und Gomorra, die berühmten Städte, lagen in Schutt und Asche, in Trümmern. Der Rauch stieg auf. Abraham als lebendiger Vertreter des wahren Gottes war mitten unter ihnen.

[14:48] Und wer Abraham kannte, der wusste ganz genau, dass es ihm nicht um materielle Besitztümer ging. In 1. Mose 14, als er mit seiner Schar dort die feindlichen Könige besiegt hatte, die nach dieser großen Schlacht – Verzeihung, der Könige – in 1. Mose 14 Gefangene mitgenommen hatten, darunter auch seinen Neffen Lot. Dann heißt es hier in Vers 22 von 1. Mose 14: "Abram aber sprach zu dem König von Sodom: Ich hebe meine Hand auf zu dem Herrn, zu Gott, dem Allerhöchsten, dem Besitzer des Himmels und der Erde, dass ich von allem, was dir gehört, nicht einen Faden noch Schuhriemen nehmen will, damit du nicht sagen kannst, ich habe Abram reich gemacht. Nichts für mich, nur was die Knechte gegessen haben und den Teil der Männer Aner, Eschkol und Mamre, die mit mir gezogen sind. Sie sollen ihren Anteil nehmen." Abraham macht von Anfang deutlich: Ich will hier nicht das Land, um mich an euch zu bereichern. Und auch später wird ganz deutlich immer wieder bei der Eroberung des Landes Kanaans: Es geht nicht darum, dass die Israeliten auf Raubzug sind.

[15:56] Wenn wir die Bibel dazu befragen, wie die Kananiter gelebt haben, nicht nur die in Sodom und Gomorra, sondern auch allgemein im Laufe der Jahrhunderte, dann finden wir folgendes Zeugnis in 3. Mose 18 ab Vers 24: "Ihr sollt euch durch alle diese Dinge nicht verunreinigen." Und mit diesen Dingen sind die Dinge genannt, die wir hier aus Zeitgründen nicht aufzählen, aber die man in den Versen vorher lesen kann: viele abartige sexuelle Sünden. "Denn durch das alles haben sich die Heiden verunreinigt, die ich vor euch her austreibe. Und dadurch ist das Land verunreinigt worden und ich suchte ihre Schuld an ihm heim, sodass das Land seine Einwohner ausspeit. Ihr aber sollt meine Satzungen und Rechtsbestimmungen halten und keinen dieser Gräuel verüben, weder der Einheimische noch der Fremdling, der in eurer Mitte wohnt. Denn alle diese Gräuel haben die Leute dieses Landes getan, die vor euch waren, sodass das Land verunreinigt worden ist, damit es euch nun – Verzeihung – damit euch nun das Land nicht ausspeie, wenn ihr es verunreinigt, wie es die Heiden ausgespien hat, die vor euch gewesen sind. Denn jeder, der einen dieser Gräuel tut, die Seelen, die dergleichen verüben, sollen ausgerottet werden aus der Mitte ihres Volkes."

[16:25] Der Grund, warum die Kananiter vertrieben worden sind, war, weil sie so schlimm gesündigt haben. Und Gott macht ganz deutlich, das hat nichts mit ihrer ethnischen, genetischen Disposition zu tun. Das Gleiche würde den Israeliten auch passieren, wenn sie dasselbe tun würden. Hier ging es nicht um ein Volk gegen das andere Volk. Hier ging es um die Frage von Gerechtigkeit und Sünde.

[16:58] In 5. Mose Kapitel 18 und dort ab Vers 9 lesen wir noch mehr über die Kananiter: "Wenn du in das Land kommst, das der Herr, dein Gott, dir gibt, so sollst du nicht lernen, nach den Gräueln jener Heidenvölker zu handeln. Es soll niemand unter dir gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt" – was letztlich bedeutete, dass man ihren Tod in Kauf nahm – "oder einer, der Wahrsagerei betreibt oder Zeichendeuterei oder ein Beschwörer oder ein Zauberer oder einer, der Geister bannt oder ein Geisterbefrager oder ein Hellseher oder jemand, der sich an die Toten wendet. Denn wer so etwas tut, ist dem Herrn ein Gräuel. Und um solcher Gräuel willen vertreibt der Herr, dein Gott, sie vor dir aus ihrem Besitz." Der Grund, warum Gott sie vertreibt, ist diese intensive Beschäftigung mit dem Okkultismus. Es ist der Mord an den eigenen Kindern und all diese schlimmen Gräuel, die die Kananiter verübt haben. "Du aber sollst dich ganz an den Herrn, deinen Gott, halten, denn diese Heidenvölker, die du aus ihrem Besitz vertreibst" – und hier sehen wir, Gott vertreibt sie, die Israeliten sollen sie vertreiben – "denn diese Heidenvölker, die du aus ihrem Besitz vertreiben sollst, hören auf Zeichendeuter und Wahrsager. Dir aber erlaubt der Herr, dein Gott, so etwas nicht." Sie haben ihr Leben abhängig gemacht von okkulten Quellen.

[18:32] Das waren keine Einzelfälle, wo einzelne Verrückte mal was Schlimmes ausprobiert haben, sondern etwas, das so tief verankert war im Leben und Denken der Kananiter. Noch viele Jahrhunderte später, als sie schon lange nicht mehr präsent waren, das Wissen um diese Gräuel immer noch aufrechterhalten wurde. Im Buch Esra, Jahrhunderte, Jahrhunderte später nach dem babylonischen Exil der Judäer, im Buch Esra und dort Kapitel 9 und dort Vers 11 lesen wir: "Die du uns durch deine Knechte, die Propheten, befohlen hast, indem du sprachst: Das Land, in das ihr kommt, um es einzunehmen, ist ein unreines Land wegen der Unreinheit der Völker des Landes, wegen ihrer Gräuel und ihrer Verunreinigung, womit sie es von einem Ende bis zum anderen erfüllt haben." Noch Jahrhunderte später wusste man, dass Gott dem Volk Israel schon damals gesagt hatte, das gesamte Land ist voll von Unreinheit durch das Leben der Kananiter.

[19:44] Als Gott mit dem Volk Israel, mit Josua an der Spitze, über den Jordan geht, wussten die Kananiter, mit wem sie es zu tun haben. In Josua 2, wir haben das schon hier studiert, sagt die Rahab, was alle wussten aus ihrem Volk. Vers 10: "Denn wir haben gehört, wie der Herr das Wasser des Schilfmeeres vor euch ausgetrocknet hat, als ihr aus Ägypten gezogen seid" – was ja fast 40 Jahre her gewesen ist – "und was ihr den beiden Königen der Amoriter, Sihon und Og, jenseits des Jordan getan habt, an denen ihr den Bann vollstreckt habt." Das war einige Monate her. Sie hatten das gehört. Es gab ja Gelegenheit bis zum Schluss eins und eins zusammenzuzählen.

[20:41] Der Gott des Himmels hatte schon vor fast 400 Jahren Sodom und Gomorra dem Erdboden gleich gemacht und damit deutlich gemacht, wohin die Sünde führt. Und sie hatten gesehen, wie selbst die Ägypter gerichtet worden waren. Größte Armee der damaligen Zeit. Sie hatten gesehen, wie die Amoriter im Ostjordan dem Bann verfallen waren, wie sie umgebracht worden sind. Sie wussten, dass der Gott, der damals schon Sodom und Gomorra mit Feuer hat vernichten lassen, jetzt unter diesem Volk ist. Und sie wussten, wie sie lebten und sie wussten, dass es ihnen gilt.

[21:18] Die Geschichte der Gibeoniter dann in Josua 9 macht ganz deutlich: Die Kananiter erwarteten, dass die Israeliten versuchen würden, dieses Gericht an ihnen zu vollstrecken.

[21:34] Nur eine einzige Person, Rahab und ihre Familie, die sie dafür gewinnt, hat die Schlussfolgerung gezogen, dass sie sich auf Gottes Seite stellen muss, um dem zu entkommen. Und wir haben schon gesehen, dass es möglich war für eine Kananiterin, die zudem sogar eine Hure war, dass es möglich war, Gnade zu finden durch echten Glauben. Das hätten viel mehr Kananiter erleben können.

[22:08] Die Kananiter, die zur Zeit von Josua gerichtet worden sind, haben letztlich die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen.

[22:22] Es wird uns ganz ausdrücklich in der Bibel gesagt, dass die Eroberung Kanaans eine Bestrafung der Kananiter war. In 5. Mose Kapitel 9 und dort Vers 4 und 5, da sagt Mose unter Inspiration des Geistes Gottes sozusagen schon vorbeugend: "Wenn sie nun der Herr, dein Gott, vor dir her ausgestoßen hat" – also Gott stößt sie vor euch her aus – "so sprich nicht in deinem Herzen: Um meiner Gerechtigkeit willen hat der Herr mich hereingebracht, dass ich dieses Land in Besitz nehme, da doch der Herr diese Heidenvölker wegen ihrer Gottlosigkeit vor dir her aus ihrem Besitz vertreibt." Und für den Fall, dass jemand das nicht ganz klar verstanden hat, betont es Mose noch einmal: "Denn nicht um deiner Gerechtigkeit und um deines aufrichtigen Herzens willen kommst du hinein, um ihr Land in Besitz zu nehmen, sondern wegen ihrer Gottlosigkeit vertreibt der Herr, dein Gott, diese Heidenvölker aus ihrem Besitz und damit er das Wort aufrechterhalte, das der Herr deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat." Es ist ein Strafgericht an den Kananitern, keine Belohnung für die Israeliten, sondern eine Bestrafung der Kananiter aufgrund ihrer vielen angehäuften, schrecklichen Sünden.

[23:48] Etwas, das auch am Ende der Zeit geben wird.

[23:57] Und so lesen wir in der Bibel, dass die Ausrottung der Kananiter ein expliziter Befehl Gottes war. 5. Mose Kapitel 7, Vers 1 und 2: "Wenn der Herr, dein Gott, dich in das Land bringt, in das du kommen wirst, um es in Besitz zu nehmen, und wenn er vor dir her viele Völker vertilgt, die Hetiter, die Girgasiter, die Amoriter, die Kananiter, die Perisiter, die Hiwiter und die Jebusiter, sieben Völker, die größer und stärker sind als du. Und wenn sie der Herr, dein Gott, vor dir dahingibt, dass du sie schlägst, so sollst du unbedingt – das heißt in jedem Fall – an ihnen den Bann vollstrecken. Du sollst keinen Bund mit ihnen machen und ihnen keine Gnade erweisen." Das bedeutet nicht, dass wenn ein Mensch in letzter Minute den Glauben an den Gott Israels entdeckt und festhält wie Rahab, dass er nicht gerettet werden konnte. Das war immer möglich. Man sollte sie nicht einfach begnadigen in ihrer Sünde.

[25:03] Keinen Bund mit ihnen schließen aus politischer Allianz. Die Israeliten sollten unbedingt an ihnen den Bann vollstrecken. Es war ein ausdrücklicher Befehl Gottes. Die Israeliten sollten mit Gott zusammenarbeiten. Er würde sie vertilgen. Sie sollten sie schlagen.

[25:23] Und hier müssen wir eine ganz wichtige Sache deutlich betonen. Die Israeliten haben nicht, nachdem sie die Kananiter gesehen haben, dann für sich entschieden, da müsste man mal was machen. Sie handelten auf den direkten, ausdrücklichen, wörtlichen Befehl Gottes, der zu ihnen das explizit so gesagt hatte.

[25:51] Nicht die Israeliten hatten ein Urteil über die Kananiter gefällt. Sie kannten die Kananiter ja im Wesentlichen gar nicht. Sie hatten sie ja noch nie getroffen vorher. Gott kannte die Kananiter. Gott hatte ihr Herz gesehen. Gott kannte ihre vielen schlimmen, schrecklichen Sünden. Gott hatte das Urteil gefällt. Und Gott vollstreckte das Urteil und hat in diesem Fall die Israeliten beauftragt, Teil davon zu sein.

[26:16] Warum ist das wichtig? Wir können die Geschichte von Josua und dem Volk Israel nicht als Begründung...

[26:25] dem Volk Israel nicht als Begründung nehmen, warum wir aus eigenem Antrieb vermeintliche oder tatsächliche Sünde bestrafen und verurteilen und selbst sozusagen dann die Strafe und das Gerichtsurteil ausführen wollen. Wir können nicht selbst Rache ausführen.

[26:51] Römer Kapitel 12 und dort Vers 9. Während Sünde beim Namen genannt werden muss und man sich von ihr distanzieren muss, ist es nicht unsere Aufgabe, alleine zu entscheiden, wo und wie Rache geübt werden muss. In Römer Kapitel 12 und dort Vers 19 heißt es: "Recht euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes, denn es steht geschrieben: 'Mein ist die Rache, ich will vergelten', spricht der Herr." Die gerechte Strafe für die Sünde ist nicht unsere Aufgabe herauszufinden, womit man jetzt seinen Menschen wie bestrafen sollte. Das ist Gottes Aufgabe. Die Geschichte von Josua stellt einen besonderen Sonderfall dar, indem Gott diese Strafe eindeutig benannt hat und dann, was nicht so oft vorkommt, er Menschen beauftragt hat, diese Strafe mit zu vollstrecken mit ihm zusammen. Wohlgemerkt, denn das Buch Josua macht ganz deutlich: "Jeder einzelne Sieg dort über die Kanaaniter war nur möglich, weil Gott gewirkt hat. Es war Gottes Strafe, die er vollstreckt hat und dann die Israeliten gebeten hat, in bestimmten Grenzen oder in bestimmtem Maße Teil davon zu sein."

[28:14] Die Tatsache, oder sagen wir es anders, die gerechte Strafe für die Sünde ist Gottes Hoheitsgebiet.

[28:30] Genauso wie wir nicht einfach einen Mörder selbst in Selbstjustiz bestrafen können. Wir können einen Mord bezeichnen. Wir können ihn anzeigen. Wir können die Sache an die Polizei oder an die Staatsanwaltschaft übermitteln, die dann die – also je nachdem, wie man das sehen möchte – aber gerechte Strafe dann hoffentlich auferlegt. Also eine Illustration dafür, dass auch in geistlichen Dingen es einen Richter gibt, der eine tatsächlich gerechte Strafe ausführen wird. Das ist Gottes Hoheitsgebiet.

[29:01] Die Tatsache, dass es heute selbsternannte menschliche Richter über andere gibt, dass Menschen im Namen des Kreuzes in den Nahen Osten gezogen sind zur Zeit der Kreuzzüge und dort alles kurz und klein geschlagen haben, dass Menschen heute heilige Kriege ausführen und ausrufen, ist kein Argument gegen die Richtigkeit und Gerechtigkeit des Handelns Gottes, der dem Bösen einen Riegel vorschiebt. Gott hat das Recht dazu. Menschen haben zwar nicht das Recht, das zu instrumentalisieren. Menschen haben nicht das Recht, das für sich in Anspruch zu nehmen, obwohl sie keinen klaren Auftrag Gottes haben. Aber Gott hat das Recht dazu.

[29:40] Im Neuen Testament, im Römerbrief, der so viel über die Gnade Gottes sagt, das Evangelium so klar und deutlich erklärt, finden wir im selben Atemzug mit der Güte und Gnade Gottes auch den Tag seines Zornes. Römer 2 und dort ab Vers 3: "Denkst du etwa, oh Mensch, der du die richtest, welche so etwas verüben, und doch das Gleiche tust, dass du dem Gericht Gottes entfliehen wirst?" Das Gericht Gottes ist keine alttestamentliche Idee. Es ist eine biblische Idee, die bei Paulus genauso klar und deutlich hervorscheint. "Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut und erkennst nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?" Da gibt es eine Gnadenszeit für jeden von uns. "Aber aufgrund deiner Verstocktheit und deines unbußfertigen Herzens" – mit anderen Worten, weil du nicht auf Gottes Stimme hören willst – "häufst du dir selbst Zorn auf für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes." Es wird ein gerechtes Gericht Gottes geben, einen Tag des Zornes. Und was wird dann passieren? Vers 6: "Der jedem vergelten wird nach seinen Werken." Das macht Gott. Das macht nicht die Sünde. Es gibt heute einige Menschen, die sagen, Gott straft nicht, Gott tötet nicht. Das macht die Sünde quasi selbst. Das ist alles eine Folge der Sünde. Die Sünde kann nicht gerecht strafen. Ja, die Sünde hat Konsequenzen, die Sünde hat Folgen, aber auch die Folgen der Sünde sind immer ungerecht.

[31:10] Folgen der Sünde treffen immer auch die, die nicht gesündigt haben. Aber Gottes Strafe trifft nur die Schuldigen und nur genau in dem Maße, wie es der Schuld entspricht. Es gibt einen Unterschied zwischen Folgen der Sünde und der gerechten Strafe für die Sünde. Und die gerechte Strafe für die Sünde kann niemals von der Sünde selbst gemacht werden, weil die Sünde per Definition ungerecht ist und deswegen sich selbst nicht gerecht bestrafen kann. Es gibt einen Tag des Zorns, ein gerechtes Gericht, wo Gott jedem nach seinen Werken vergilt. Vers 7: "Denen nämlich, die mit Ausdauer im Wirken des Guten, Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstrebten, ewiges Leben. Denen aber, die selbstsüchtig und der Wahrheit ungehorsam sind, so wie die Kanaaniter, dagegen der Ungerechtigkeit gehorchen, Grimm und Zorn."

[32:01] Das ist keine alttestamentliche Idee, die im Neuen Testament durch etwas Neues ersetzt wird. Das ist immer noch genauso biblische Lehre im Alten wie im Neuen Testament.

[32:11] Grimm und Zorn. Vers 9: "Drangsal und Angst über jede Menschenseele, die das Böse vollbringt, wie die Kanaaniter. Zuerst über den Juden, dann auch über den Griechen. Herrlichkeit aber und Ehre und Friede jedem, der das Gute tut, zuerst dem Juden, dann auch dem Griechen."

[32:34] Gottes Gnade bewahrt vor der Strafe, aber sie löscht die Idee einer gerechten Strafe für die Sünde nicht aus. Wir haben die Gnade ja gerade deswegen, weil es das Gericht gibt und Gott nicht möchte, dass wir von diesem Gericht getroffen werden. Deswegen gibt es die Gnade. Wenn es das Gericht und die Strafe nicht gäbe, bräuchte es auch keine Gnade.

[33:02] Und so enthält der Kerntext unserer Botschaft, die dreifache Engelsbotschaft, die feierlichste Warnung vor dem Gericht Gottes in der gesamten Bibel. Offenbarung 14, Vers 9 bis 10: "Und ein dritter Engel folgte ihnen. Der sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen auf seine Stirn oder auf seine Hand annimmt, so wird auch er von dem Glutwein Gottes trinken, der unvermischt – das heißt ohne Gnade – eingeschenkt ist in dem Kelch seines Zornes und er wird mit Feuer und Schwefel gepeinigt werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm sowie Sodom und Gomorra."

[34:02] Wir warnen eine Welt vor dem gerechten Gericht Gottes, dass sie nicht davon betroffen werden, sondern dass sie rechtzeitig die Seiten wechseln, so wie Rahab noch im letzten Moment die Seiten gewechselt hat. Wir warnen Menschen. Wie sollen wir Menschen warnen, wenn wir selbst nicht glauben, dass Gott so ein Gericht durchführt?

[34:24] Die Lehre, dass Gott niemals straft oder niemals aktiv Menschen zur Rechenschaft zieht für ihre Sünden, ist ein direkter Frontalangriff auf die dreifache Engelsbotschaft.

[34:31] Einer von vielen. Es gibt ja von allen Seiten Angriffe auf das ewige Evangelium, aber das ist einer, der sich in letzter Zeit ziemlich ausbreitet.

[34:52] Offenbarung 20 finden wir dann in wenigen Versen zusammengefasst genau das, was hier in Offenbarung 14 schon angekündigt worden ist. Insbesondere das Gericht nach den 1000 Jahren. Offenbarung 20 Vers 9: "Und sie zogen die Gottlosen herauf auf die Fläche des Landes." Das ist nach der Auferstehung der Gottlosen nach den 1000 Jahren. "Und sie umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt und es fiel Feuer von Gott aus dem Himmel herab und verzehrte sie."

[35:22] Liebe Freundin, das größte Gericht in der Bibel ist nicht das Gericht an den Kanaanitern.

[35:35] Das größte Gericht, wo die meisten Menschen sterben in der Bibel, ist nicht das Gericht der Sintflut in 1. Mose 6, 7 und 8.

[35:45] Das größte Gericht, wo die allermeisten Menschen sterben werden, ist im Neuen Testament und zwar kurz vor Offenbarung 21 und 22, wo dann alles so wunderschön ist.

[36:04] Kein Mensch von uns kann ahnen, wie viele Menschen bei diesem Gericht ihr Leben für immer verlieren werden durch Feuer, das vom Himmel fällt.

[36:22] Die Ungläubigen werden mit dem ewigen Tod bestraft.

[36:28] Und eins ist sicher, das tut Gott am meisten weh.

[36:35] Aber wenn wir uns die Frage stellen, wie denkt der Himmel über diese Gerichte Gottes, dann lesen wir im Zusammenhang mit den Plagen, die schon vor der Wiederkunft, kurz vor der Wiederkunft, einleiten, zur Wiederkunft auf die Erde ausgegossen werden, auch als Strafe für das, was Menschen Böses getan haben.

[36:54] Da lesen wir in Offenbarung 16 und dort ab Vers 4: "Und der dritte Engel goss seine Schale aus in die Flüsse und in die Wasserquellen und sie wurden zu Blut. Und ich hörte den Engel der Gewässer sagen: 'Gerecht bist du, oh Herr, der du bist und warst und der Heilige bist, dass du so gerichtet hast.'"

[37:19] Nicht nur, dass er gerichtet hat, sondern dass er so gerichtet hat, wird als gerecht bezeichnet. Vers 6: "Denn das Blut der Heiligen und Propheten haben sie vergossen und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben, denn sie verdienen es."

[37:39] Und wie zur Bestätigung kommt dann in Vers 7 noch ein weiteres Zeugnis dazu: "Und ich hörte einen anderen vom Altar her sagen: 'Ja, oh Herr, Gott, du Allmächtiger, wahrhaftig und gerecht sind deine Gerichte!'" Wenn Gott richtet, egal ob bei der Sintflut, bei den sieben letzten Plagen nach den 1000 Jahren oder auch bei den Kanaanitern,

[38:04] die Engel im Himmel, die alles sehen, was auf dieser Erde passiert,

[38:15] Die Engel im Himmel, die sündlos und heilig sind, beurteilen das Gericht Gottes als gerecht,

[38:27] als wahrhaftig und gerecht. Vielleicht liegt es an unserer so extrem begrenzten Sichtweise,

[38:35] die von den vielen Sünden unseres Lebens so getrübt ist, von unserer großen Sympathie mit der Ungerechtigkeit, die wir ein Leben lang durch verschiedene Sünden und schlechte Gewohnheiten immer wieder gefördert haben, dass es uns manchmal schwerfällt, diese Gerechtigkeit und Heiligkeit im Gerichtshandeln Gottes zu sehen. Aber wir können im Glauben daran festhalten, dass das, was die Bibel sagt, wahr ist.

[39:02] dass Gott niemals straft aus Willkür oder weil ihm die Hutschnur platzt, sondern weil es dran ist, weil es höchste Zeit ist.

[39:10] Offenbarung 14 wird im Zusammenhang der Wiederkunft gesagt, dass die Ernte der Erde überreif geworden ist. Das meint nicht nur die Tatsache, dass die Gläubigen bereit sind für den Himmel. Das bedeutet auch, wenn man das dann weiterliest, dass die Ungläubigen es verdient haben, jetzt gestraft zu werden.

[39:39] Wenn Gott richtet, dürfen wir erwarten, dass er das gerecht tut, auch wenn er die Kanaaniter richtet.

[39:44] Niemand anderes als Abraham selbst hat das als Forderung gestellt,

[39:50] als es um die Vernichtung von Kanaanitern ging. In 1. Mose 18, als Gott ihm offenbart, dass die Städte Sodom und Gomorra kurz davor stehen, vernichtet zu werden.

[40:06] Und Abraham diese Frage hat, die wir auch haben: Sind da nicht vielleicht dann Menschen verloren gegangen, die man hätte retten können? Sind da nicht Unschuldige verloren gegangen?

[40:20] Hat Gott einfach kollektiv alles ausgerottet und nicht geschaut nach links und rechts, ob da nicht jemand ist, den man noch hätte retten können?

[40:26] Abraham hat diese Frage, als er hört, da wird diese kanaanitische Stadt, diese Städte Sodom und Gomorra, vernichtet werden. Er stellt diese Frage in Vers 24 oder Vers 23.

[40:39] 1. Mose 18, Vers 23: "Und Abraham trat näher und sprach: 'Willst du auch den Gerechten mit dem Gottlosen wegraffen?'" Das ist die Frage, die wir haben. Wenn Gott große Gerichte sendet, waren die alle schuldig?

[40:54] Vielleicht sagt Abraham: "Gibt es 50 Gerechte in der Stadt? Willst du die wegraffen und den Ort nicht verschonen um der 50 Gerechten willen, die darin sind?" Und jetzt kommt Vers 25: "Das sei ferne von dir,"

[41:10] "dass du eine solche Sache tust und den Gerechten tötest mit dem Gottlosen, dass der Gerechte sei wie der Gottlose, das sei ferne von dir! Sollte der Richter der ganzen Erde nicht gerecht richten?" Eine rhetorische Frage. Gott muss doch gerecht richten. Und Gott zeigt jetzt in dieser Geschichte,

[41:23] dass er bei der Zerstörung der Kanaaniter von Sodom und Gomorra diesen Grundsatz befolgt: Niemand geht verloren, der gerettet werden kann.

[41:34] Er ist bereit, die Städte zu verschonen, wenn sich dort zehn Gerechte finden, aber so viele finden sich nicht mal. Gott kann dann diese Stadt nicht länger am Leben lassen, aber er kann jeden einzelnen noch rausretten, der gerettet werden kann.

[41:55] Und das sind nicht Leute, die alle den wunderbarsten Charakter haben, wie man an den Töchtern Lots sehen kann. Gott ist bereit, jeden herauszuretten, der es irgendwie möchte. Wir sehen hier, dass Gott niemanden schnell verurteilen möchte. Er tut alles, was er kann. Und die Geschichte von Josua zeigt genau dasselbe. Er rettet die Rahab heraus samt ihrer ganzen Familie.

[42:19] Leider sind es auch bei Josua nicht viel mehr als hier bei Abraham.

[42:29] Im Psalm 7 und dort Vers 12 sehen wir, dass das Amt des Richters auch Strafe inkludiert. Psalm 7 und dort Vers 12. David singt hier: "Gott ist ein gerechter Richter und ein Gott, der täglich zürnt", wörtlich auch zu übersetzen, der täglich straft.

[42:53] Wenn Gott nicht strafen würde, kann er auch nicht Richter sein. Aber dass er Richter ist, ist eine der überhaupt wesentlichsten Grundlagen der gesamten biblischen Botschaft.

[43:01] Wer genau ist es, der uns richtet?

[43:06] 2. Timotheus Kapitel 4 Vers 1 sagt Paulus in seinem Brief kurz vor seinem Tod an seinen jungen Mitarbeiter Timotheus: "Daher bezeuge ich dir ernstlich vor dem Angesicht Gottes und des Herrn Jesus Christus, der Lebendige und Tote richten wird um seine Erscheinung und seines Reiches willen."

[43:40] Vers 8: "Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zukennen wird; nicht bei mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb gewonnen haben." Jesus ist der Richter. Johannes 5

[43:55] und dort Vers 22.

[44:04] "Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben." Wenn nach den 1000 Jahren, ich weiß gar nicht wie viel Millionen, Milliarden Menschen

[44:15] durch das Feuer, das von Gott kommt, verbrannt werden,

[44:31] der am Kreuz von Golgatha für jeden einzelnen von diesen Menschen gestorben ist.

[44:42] der die Sünden der ganzen Welt auf sich genommen hatte. In Johannes 1, Vers 29 ruft Johannes der Täufer: "Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: 'Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!'" Er trug die Sünden von allen Menschen,

[44:58] auch von den Kanaanitern, die bereits schon längst tot waren.

[45:11] Jesus, der in den Büchern Mose die Ausrottung der Kanaaniter befiehlt,

[45:17] hat alle ihre Sünden, weswegen sie ausgerottet worden sind, alle ihre Sünden

[45:27] auf sich genommen am Kreuz von Golgatha,

[45:32] um damit deutlich zu machen, dass jeder einzelne von ihnen hätte gerettet werden können, so wie Rahab gerettet worden ist, die zudem sogar noch seine Vorfahrin wurde.

[45:48] Nein, da ist niemand, kein einzelner Kanaaniter im Buch Josua einfach durch einen Zornesausbruch Gottes willkürlich dahin gerafft worden. Sie alle hätten gerettet werden können, hätten alle das ewige Leben haben können. Sie hatten über Jahrhunderte Beweise der Gnade und Güte und Größe Gottes gesehen. Bis zum letzten Moment haben sie sich dagegen geweigert, haben die Sünde und zwar abartige, schreckliche, menschenverachtende Sünde hochgehalten. Gott konnte sie nicht im Land lassen.

[46:25] Sie hätten die Israeliten in kürzester Zeit völlig verdorben.

[46:34] Es war ein Diktat der Weisheit und der Liebe, die Kanaaniter

[46:39] zu bestrafen.

[46:51] Man konnte sie nicht retten mit all dem, was Gott getan hatte. Mehr konnte auch Gott nicht tun.

[47:04] Ich möchte noch ganz kurz auf einen Gedanken eingehen, der immer mal wieder geäußert wird. Und das ist die Frage: War es Gottes Plan von Anfang an, die Kanaaniter zu vertilgen, oder sollten sie einfach nur vertrieben werden, in ein anderes Land verscheucht werden sozusagen, ohne dass es ihren Tod gefordert hätte?

[47:32] Und um diese Frage ein bisschen zu beleuchten, wollen wir uns die relevanten Stellen kurz in ihrer Reihenfolge anschauen. Und zwar so, wie sie uns in der Bibel entgegentreten.

[47:43] In 2. Mose 23, ziemlich am Anfang am Sinai, lesen wir Folgendes ab Vers 22. Es geht hier um den Engel, den Gott vor den Israeliten herziehen wird. "Sein Name ist in ihm." Das zeigt sehr deutlich, dass es sich hier um Jesus Christus handeln muss. Vers 22: "Wenn du aber seiner Stimme wirklich gehorchen und alles tun wirst, was ich sage, so will ich der Feind deiner Feinde sein und der Widersacher deiner Widersacher." Das ist letztlich eine Erfüllung auch dessen, was Gott dem Abraham schon verheißen hat in 1. Mose 12 Vers 3, wo er gesagt hat: "Ich will segnen, die dich segnen und verfluchen, die dich verfluchen."

[48:27] Vers 23: "Wenn mein Engel vor dir hergeht und dich zu den Amoritern, Hethitern, Perisitern, Kanaanitern, Hiwitern und den Jebusitern bringt und ich sie vertilge,"

[48:37] "von Anfang an." Ich möchte das betonen, weil das manchmal für Unklarheiten sorgt.

[48:43] Von Anfang an sagt Gott schon hier am Sinai, dass er vorhat, die Kanaaniter zu vertilgen. Und das Wort "vertilgen" hier ist dasselbe hebräische Wort, das schon in 2. Mose 9 verwendet worden ist in Vers 15, als Gott dem Pharao sagen lässt in 2. Mose 9 und dort Vers 15: "Hätte ich meine Hand schon ausstrecken und dich und dein Volk mit der Pest schlagen können, dass du von der Erde vertilgt worden wärst."

[49:15] Gott sagt also schon in Vers 23 von 2. Mose 23: "Ich werde sie vertilgen." Und dann geht es weiter: "So sollst du ihre Götter nicht anbeten, noch ihnen dienen. Und du sollst es nicht machen wie sie, sondern du sollst sie vollständig zerstören und ihre Säulen ganz niederreißen." Die Israeliten sollten den kompletten kanaanitischen Götzendienst ausrotten, die ganzen Altäre niederreißen.

[49:34] Dann lesen wir Vers 27: "Ich will meinen Schrecken vor dir hersenden und will alle Völker in Verwirrung bringen, zu denen du kommst und will alle deine Feinde vor dir fliehen lassen. Ich will die Hornissen vor dir hersenden, damit sie die Hethiter, Hiwiter, Kanaaniter und Hethiter vor dir her vertreiben." Wir sehen ja also, dass wir das Wort "vertilgen" und "vertreiben" nebeneinander haben. Es ist nicht so, dass Gott erst nur von dem Vertreiben spricht und irgendwann später dazu die Idee von dem Vertilgen kommt, sondern von Anfang an sind Vertilgen und Vertreiben nebeneinander hier zu finden.

[50:06] Vers 29: "Ich will sie aber nicht in einem Jahr vor dir vertreiben, damit das Land nicht zur Einöde wird und die wilden Tiere sich nicht vermehren zu deinem Schaden. Nach und nach will ich sie vor dir vertreiben in dem Maß, wie du an Zahl zunimmst, sodass du das Land in Besitz nehmen kannst." Das Vertilgen ist also keine spätere Idee. Sie ist von Anfang an mit dem Vertreiben parallel von Gott so formuliert worden.

[50:31] 2. Mose 34

[50:43] Beachte genau, was ich dir heute gebiete. Das ist nach dem erneuten Bundesschluss, nach der schlimmen Sünde am goldenen Kalb. Gott sagt jetzt, als er die zehn Gebote erneut gegeben hat: "Beachte genau, was ich dir heute gebiete! Siehe, ich will vor dir her die Amoriter und die Kanaaniter vertreiben, sowie die Hethiter und die Perisiter und die Hiwiter und die Jebusiter. Hüte dich davor, einen Bund zu schließen mit den Einwohnern des Landes, in das du kommst, damit sie dir nicht zum Fallstrick werden in deiner Mitte." Er sagt: "Ich will sie vertreiben. Du sollst keinen Bund mit ihnen schließen,"

[51:16] "und du sollst ihre Altäre umstürzen, ihre Gedenksteine zerbrechen, die Aschera-Standbilder ausrotten, wie es dann in Vers 13 beschrieben wird."

[51:25] Wir gehen zu 4. Mose 33.

[51:34] und jetzt sind wir schon in der zweiten Generation.

[51:36] Wir lesen hier ab Vers 50: "Und der Herr redete zu Mose in den Ebenen Moabs am Jordan Jericho gegenüber und sprach: 'Rede zu den Kindern Israels und sprich zu ihnen: Wenn ihr über den Jordan in das Land Kanaan gekommen seid, so sollt ihr alle Einwohner des Landes vor eurem Angesicht vertreiben.'" Also bisher hatten wir gelesen, dass Gott vertreiben will und sie sollen alles zerstören. Aber jetzt sagt hier Gott auch deutlich – also Mose sagt das, also Gott sagt das durch Mose – "ihr sollt die Einwohner vertreiben." Also das, was Gott tut, sollen auch die Israeliten tun.

[52:11] Und auch alle ihre gegossenen Bilder

[52:12] Und auch alle ihre gegossenen Bilder sollt ihr vernichten und alle ihre Höhen verwüsten. Und ihr sollt das Land in Besitz nehmen und darin wohnen, denn euch habe ich das Land gegeben, damit ihr es in Besitz nehmt. Wir gehen weiter zu 5. Mose Kapitel 7, Vers 1 und 2.

[52:25] Wenn der Herr, dein Gott, dich in das Land bringt, in das du kommen wirst – Verzeihung, dass du kommen wirst, um es in Besitz zu nehmen. Und wenn er vor dir her viele Völker vertilgt, schon gelesen: Er vertilgt die Völker, die Kanaaniter, die Perisiter, die Hiwiter und die Jebusiter. Sieben Völker, die größer und stärker sind als du. Und wenn sie der Herr, dein Gott, vor dir dahingibt, dass du sie schlägst, so sollst du unbedingt an ihnen den Bann vollstrecken. Du sollst keinen Bund mit ihnen machen und ihnen keine Gnade weisen. Hier haben wir dann zum ersten Mal diese Idee ausformuliert, dass die Israeliten auch die Kanaaniter tatsächlich schlagen sollen.

[53:08] Aber zu keinem Zeitpunkt war die Idee, dass die Kanaaniter gar nicht vertilgt werden.

[53:17] Man kann darüber diskutieren, ob der Bibeltext nahelegt, dass Gott ursprünglich geplant hatte, die Kanaaniter so zu besiegen, wie er die Ägypter am Schilfmeer besiegt hat.

[53:32] Der Bibeltext könnte das bestätigen, oder es würde zu den Texten passen. Es ist aus meiner Sicht nicht einmal zwingend.

[53:46] Was auf jeden Fall ganz deutlich wird, ist, dass das Vertreiben und Vertilgen von Anfang an parallel zueinander stehen und auch jetzt hier in 5. Mose 7 parallel zueinander stehen. Wir lesen ab Vers 16: "Du sollst alle Völker verzehren, die der Herr, dein Gott, dir gibt. Dein Auge soll nicht mitleidvoll auf sie schauen und du sollst ihren Göttern nicht dienen, denn das würde dir zum Fallstrick werden. Wenn du aber in deinem Herzen sagst: Diese Völker sind zahlreicher als ich, wie kann ich sie aus ihrem Besitz vertreiben? So fürchte dich nicht vor ihnen. Gedenke doch an das, was der Herr, dein Gott, dem Pharao und allen Ägyptern getan hat. An die gewaltigen Prüfungen, die deine Augen gesehen haben und an die Zeichen und Wunder und an die starke Hand und den ausgestreckten Arm, mit denen der Herr, dein Gott, dich herausgeführt hat. So wird der Herr, dein Gott, an allen Völkern handeln, vor denen du dich fürchtest." Manche einer zitiert diesen Vers hier aus dem Kontext und sagt, na ja, das ist aber jetzt ein Beweis dafür, dass Gott ja gar nicht wollte, dass die Israeliten selbst kämpfen. Aber derselbe Gott, der das hier in Vers 19 sagt, hatte schon in Vers 2 gesagt, dass die Israeliten schlagen sollen. Also auch hier sehen wir, dass das Vernichten und das Vertreiben nebeneinander stehen.

[54:56] Wie wir jetzt auch noch weiter sehen werden in Vers 20: "Dazu wird der Herr, dein Gott, Hornissen unter sie senden, bis die übrig gebliebenen und diejenigen, die sich vor dir versteckt hielten, umgekommen sind." Also diese Hornissen sind nicht einfach nur dazu da – was immer das jetzt genau bedeutet, ob es sich um tatsächlich Hornissen handelt oder es eine Metapher ist, spielt für unsere Frage jetzt gar nicht so die Bedeutung. Sie sind nicht nur dazu da, dass die Kanaaniter in ein anderes Land fliehen, sie sind auch dazu da, dass sie umkommen.

[55:23] Vers 21: "Lass dir nicht grauen vor ihnen, denn der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte ein großer und furchtgebietender Gott. Und der Herr, dein Gott, wird diese Völker nach und nach vor dir vertreiben. Du kannst sie nicht rasch aufreiben, sonst würden sich die Tiere des Feldes zu deinem Schaden vermehren. Der Herr, dein Gott, wird sie vor dir dahingeben und sie in große Verwirrung bringen, bis sie vertilgt sind." Wir sehen also Vertreiben, Vertilgen, sowohl in 2. Mose bei der ersten Generation als auch in 5. Mose, diese Sachen sind immer nebeneinander. Und ich glaube persönlich nicht, dass es möglich ist zu sagen, es gab eine Zeit, da wollte Gott nur vertreiben und nicht vertilgen. Und erst später kam das dazu, weil in den Texten ist zu allen Zeiten das immer nebeneinander und man kann nicht einzelne Texte rausgreifen und dann eine Zeit konstruieren, wo das Vertilgen keine Rolle gespielt hätte.

[56:12] Vers 24: "Und er wird ihre Könige in deine Hand geben und du sollst ihren Namen unter dem Himmel ausrotten. Kein Mensch wird vor dir bestehen, bis du sie vertilgt hast." Gott wird sie vertilgen. Die Israeliten sollen sie vertilgen.

[56:30] Und dann geht es so weit, dass wir noch in 5. Mose 9 und dort Vers 1 bis 3 ein Beispiel lesen: "Höre, Israel, du wirst jetzt über den Jordan gehen, damit du hineinkommst, um Völker zu überwältigen, die größer und stärker sind als du, Städte groß und himmelhoch befestigt. Ein großes und hochgewachsenes Volk, die Söhne der Anakiter, die du kennst, von denen du auch sagen gehört hast: Wer kann vor den Söhnen Anaks bestehen?" Wir hören vielleicht das Echo dann in Offenbarung: "Wer kann mit ihm kämpfen?"

[57:05] Vers 3: "So sollst du heute wissen, dass der Herr, dein Gott, selbst vor dir hergeht, ein verzehrendes Feuer." Wir wissen in der Bibel, dieses verzehrende Feuer, das verzehrt die Sünde. Und hier sehen wir, warum diese Geschichte so breit ausgeführt wird in der Bibel: Weil das Gericht an den Kanaanitern ein Typus ist für das Gericht an allen Sündern, die an der Sünde festhalten.

[57:31] Und Gottes Plan für die Strafe der Sünde ist nicht, sündige Menschen auf einen anderen Planeten zu vertreiben, sondern sie werden sterben, sie werden vertilgt werden durch das verzehrende Feuer vom Himmel.

[57:49] Das heißt es weiter: "Er wird sie vertilgen und sie vor dir unterwerfen und du wirst sie aus ihrem Besitz vertreiben und schnell ausrotten." Wir sehen hier wieder Vertilgen und Vertreiben nebeneinander.

[58:01] Nicht als zwei verschiedene Phasen des Planes Gottes, die sich jetzt ändern. Es ist von Anfang an bis zum Ende immer nebeneinander. Wir sehen es auch im Buch Josua, da wird vertilgt, aber da wird auch vertrieben.

[58:27] Wir finden dann, dass die Behandlung Kanaans einen Sonderstatus hat in der Geschichte Israels. Im Zuge der Kriegsgesetze von 5. Mose 20 heißt es: "So sollst du es mit allen Städten machen, die sehr fern von dir liegen und nicht zu den Städten dieser Völker hier gehören." Es gibt also ein allgemeines Kriegsgesetz, wie man im Fall eines Krieges verfahren soll. Vers 16: "Aber in den Städten dieser Völker" – gemeint sind die Kanaaniter, die der Herr, dein Gott, dir zum Erbe geben wird – "sollst du nichts leben lassen, was Odem hat, sondern du sollst unbedingt an ihnen den Bann vollstrecken", weil es sich hier nicht einfach um eine militärische, politische Auseinandersetzung handelt, sondern weil in diesem Sonderfall, einem Sonderfall, diese Geschichte der Ausrottung der Kanaaniter ein Typus ist für die Ausrottung der Sünde ganz am Ende.

[59:20] Denn der gesamte Exodus ist ja ein Typus für den Erlösungsplan, beginnend von dem Blut des Lammes an den Türpfosten über den Durchzug durch das Wasser – Symbol für die Taufe – dann die lange Wüstenwanderung bis hin zur Eroberung des gelobten Landes. Und im Zuge dessen, dass wir das gelobte Land, diese neu geschaffene Erde, in Besitz nehmen, im Zuge dessen gibt es auch eine Vertilgung aller Sünder.

[59:48] Dagegen ist die Ausrottung der Kanaaniter ein vergleichsweise relativ kleines Strafgericht gewesen.

[1:00:06] Vers 17: "Sondern du sollst unbedingt an ihnen den Bann vollstrecken, nämlich an den Hetitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern, so wie es der Herr, dein Gott, dir geboten hat."

[1:00:25] Ein letztes Mal in 5. Mose 31 und dort Vers 3: "Der Herr, dein Gott, er selbst wird vor dir hinübergehen. Er selbst wird diese Völker vor dir her vertilgen, dass du sie aus ihrem Besitz vertreibst. Josua, er geht vor dir hinüber, wie es der Herr gesagt hat. Und der Herr wird mit ihnen handeln, wie er mit Sihon und Og, den Königen der Amoriter und ihrem Land gehandelt hat, die er vertilgt hat." Und wir kennen die Geschichte aus 4. Mose, aus 5. Mose. Gott hat die Amoriter besiegt und trotzdem haben Josua, in dem Fall auch noch Mose, Mose und das Volk, sie haben auch gekämpft.

[1:01:06] Vers 5: "Und wenn der Herr sie vor euch dahingegeben hat, so sollt ihr mit ihnen verfahren nach dem ganzen Gebot, das ich euch geboten habe." Das heißt auch das, was wir gerade in 5. Mose 20 gelesen haben.

[1:01:22] Wir müssen eine Sache hier noch ganz deutlich betonen, damit das nicht in einen falschen Hals gerät.

[1:01:29] Wir haben gesehen, dass es dieses Strafgericht wirklich gegeben hat und dass es gerecht war und dass es ein Typus ist für das große Strafgericht am Ende. Aber wir dürfen niemals aus den Augen verlieren, dass es für Gott selbst etwas Fremdes ist, so etwas zu tun. Etwas, was ihm nicht gefällt. Etwas, was er tun muss aus Liebe zum Universum, aber etwas, worauf er sich nicht freut.

[1:01:59] 5. Mose 28 und dort Vers 21: "Denn der Herr wird aufstehen wie auf dem Berg Perazim und wird be zornen wie im Tal von Gibeon." Erinnern wir uns: Gibeon, Schlacht von Gibeon, Josua 10, Vernichtung der Kanaaniter, "um sein Werk, ja, sein fremdartiges Werk auszuführen und seine Arbeit, ja, seine unerhörte Arbeit zu verbringen." Lernen wir zwei Dinge: Als Gott bei Gibeon in Josua 10 – das war ja unser Ausgangsvers – als er all diese Könige besiegt hat, als Gott dort Steine, also Hagelsteine vom Himmel hat regnen lassen, als er sogar die Sonne angehalten hat, damit Israeliten weiterkämpfen können, dann war das für ihn ein fremdartiges Werk, weil er die Kanaaniter geschaffen hat und er selbst, Jesus Christus, am Kreuz von Golgatha für jede einzelne Sünde der Kanaaniter sterben würde. Es tat ihm weh, dass sie vernichtet werden mussten.

[1:02:56] Es tat ihm mehr weh als jedem Israeliten.

[1:03:04] Und dennoch hat er es aktiv veranlasst. Wir sehen hier ganz deutlich, dass der Herr aufstehen wird. Er wird sein Werk ausführen. Es ist zwar fremdartig, aber er muss es ausführen aus Liebe zum Universum, weil es einen Punkt gibt, wo die Gerechtigkeit auch tatsächlich umgesetzt wird. Sünde kann nicht bis ins Unendliche wachsen.

[1:03:28] Es kommt der Zeitpunkt bei aller Gnade und Langmut und Liebe, dass Gott auch straft. Weil wenn er das nicht tun würde, würde das Problem der Sünde nie aufhören, denn Sünde löscht sich nicht selbst aus.

[1:03:54] Das Kreuz von Golgatha hat bewiesen, dass Gott recht hat.

[1:04:01] Und wenn nach den 1000 Jahren in Panoramasicht alle den Plan der Erlösung sehen werden, werden alle zugeben, dass Gott recht hat. Sie werden alle knien, sie werden alle Jesus als König anerkennen, sogar der Satan.

[1:04:22] Aber das bedeutet nicht, dass der Satan danach freundlich ist. Er wird trotzdem weiter kämpfen.

[1:04:30] Er wird trotzdem weiter verführen. Und deswegen sendet Gott das Feuer. Er wartet bis zu dem Zeitpunkt, wo auch Satan und wo die Gottlosen durch ihr Bekenntnis zugeben, dass es gerecht ist, dass sie vernichtet werden. Aber Gott vernichtet sie. Denn wenn er warten würde, dass der Satan zu einer solchen Erkenntnis kommt, dass er sich selbst umbringt, würde er ewig warten. Der Satan erkennt zwar Jesu Gerechtigkeit, aber im Herzen ist er unverändert.

[1:05:08] Er wird und er muss bestraft werden. Das wird Gott tun. Das tut ihm weh, weil er den Luzifer geliebt hat, weil er alles gegeben hat für ihn. Weil er für jeden Menschen, der am Ende verloren geht, alles gegeben hat. Es tut ihm weh. Er will das nicht, aber er muss es tun.

[1:05:40] Dass so viele Wesen, für die er so viel Gutes getan hat, so unnötig für immer sterben müssen, weil sie sich gegen ihn entscheiden und ihm nicht glauben wollen.

[1:05:49] Hesekiel Kapitel 18 und dort Vers 32, Gott sagt: "Denn ich habe keinen Gefallen am Tod dessen, der sterben muss", spricht Gott der Herr. Er hatte keinen Gefallen, nicht ein einziger Amoriter, der tot umfiel durch ein israelitisches Schwert, hat Gott Freude bereitet. Das war ihm niemals Freude bereitet. Deswegen hat er ja Jahrhunderte gewartet in der Hoffnung, dass irgendjemand vielleicht auf die Idee kommt, dass der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ihnen helfen könnte. Hat gewartet, dass vielleicht noch mehr außer Rahab die Seiten wechseln.

[1:06:27] Aber irgendwann ist die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen. Irgendwann kann der Heilige Geist nichts mehr tun.

[1:06:44] Lieber Freund, liebe Freundin, wir alle freuen uns auf die Wiederkunft Jesu, oder?

[1:06:53] Wir können diesen Tag kaum erwarten, wenn diese kleine schwarze Wolke am Himmel erscheint, das Zeichen des Menschensohnes.

[1:07:02] Wusstest du, dass in Offenbarung 19 die Wiederkunft Jesu beschrieben wird, nicht nur als ein herrliches Ereignis, auf das die Gläubigen sich freuen, wo wir verwandelt werden, wo die Toten auferstehen, wo wir Jesus entgegengerückt werden, sondern auch als ein Ereignis des Gerichtes an den Gottlosen?

[1:07:18] Offenbarung 19 und dort Vers 11: "Und ich sah den Himmel geöffnet und siehe, ein weißes Pferd und der darauf saß, heißt der Treue und der Wahrhaftige und in Gerechtigkeit richtet und kämpft er." Kämpft er. Er kämpft. "Seine Augen aber sind wie eine Feuerflamme und auf seinem Haupt sind viele Kronen und er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt als nur er selbst. Und er ist bekleidet mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist. Und sein Name heißt das Wort Gottes." Das ist niemand anderes als unser Erlöser, Freund und König Jesus Christus. "Und die Heere im Himmel folgten ihm nach auf weißen Pferden und sie waren bekleidet mit weißer und reiner Leinwand. Und aus seinem Mund geht ein scharfes Schwert hervor, damit er die Heidenvölker mit ihm schlage und er wird sie mit eisernem Stab weiden. Und er tritt die Weinkelter des Grimmes und des Zornes Gottes des Allmächtigen. Er trägt an seinem Gewand und an seiner Hüfte den Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren." Die Eroberung Kanaans war für die Israeliten die Erfüllung ihrer Wünsche und Träume und Hoffnungen und gleichzeitig war es die Vernichtung von Menschen, die seit Jahrhunderten das Evangelium konsequent abgelehnt haben. Und wenn Jesus wiederkommt, dann wird es für die Gläubigen die Erfüllung ihrer Wünsche und Hoffnungen und Sehnsüchte sein und gleichzeitig ein Gericht an denen, die das Evangelium ihr Leben lang konsequent abgelehnt haben. Und wenn nach den 1000 Jahren die neue Erde geschaffen wird, wenn das neue Jerusalem vom Himmel herabkommt und dann Gott sich daran machen wird, eine neue Erde zu schaffen, einen neuen Himmel, dann wird das die Erfüllung all dessen sein, was wir uns immer schon erhofft haben. Und gleichzeitig wird es direkt davor die Vernichtung all derer geben, die so hartnäckig sich gegen die Liebe Gottes gewehrt haben, dass selbst der Tod Jesu sie nicht zurückgewinnen konnte.

[1:09:37] Bist du Gott von Herzen dankbar, dass er für dich kämpft?

[1:09:46] Jesaja 45, damit wollen wir heute schließen. Noch ein paar mehr Texte im Sendemanuskript, die könnt ihr dann noch selbst weiter studieren. Aber in Jesaja 45, da finden wir eine persönliche Anwendung dieses Themas: Gott kämpft für uns.

[1:10:01] Das heißt in Jesaja 49 und dort Vers 25 – Verzeihung, Jesaja 49 und dort Vers 25. Ja, eine Antwort auf die Frage, die gestellt wird in Vers 24: "Wohl einem Starken die Beute genommen werden und können rechtmäßig Gefangene entfliehen?"

[1:10:26] Ja, Vers 25: "So spricht der Herr auch: Die Gefangenen des Starken sollen ihm genommen werden und die Beute des Tyrannen soll entfliehen. Denn nun werde ich mit dem kämpfen, der gegen dich kämpft und ich werde deine Kinder erretten." Dieses Thema ist nicht nur eschatologisch, zeigt nicht nur, was am Ende der Zeit passieren wird, ist nicht nur historisch in Bezug auf Josua, es ist auch praktisch für uns. Gott kämpft gegen unsere Feinde und so wie die Israeliten mit Gott mitkämpfen mussten, mit ihm zusammenarbeiten mussten – sie konnten die Sonne nicht anhalten, sie konnten die Mauern nicht einstürzen, sie konnten den Jordan nicht aufhalten, aber sie konnten durch den Jordan gehen. Sie konnten über die eingestürzten Mauern mit ihrem gezückten Schwert vorwärts gehen. Sie konnten angesichts der stillgehaltenen Sonne weiterkämpfen.

[1:11:17] Gott tut die Wunder. Wir tun unser Kleines, was wir können und zeigen, dass wir den Wundern glauben. Zeigen, dass wir auf Gott vertrauen, mit ihm zusammenarbeiten. Er tut das, was wir nicht tun können.

[1:11:29] Wir tun das, was wir tun können. Um das praktisch zu zeigen, was das bedeutet, lesen wir zum Abschluss 1. Thessalonicher.

[1:11:42] Dort sehen wir, was wir tun können. In 1. Thessalonicher, in Kapitel 5 ab Vers 15: "Seht darauf, dass niemand Böses mit Bösem vergilt, sondern trachtet allezeit nach dem Guten, sowohl untereinander als auch gegenüber jedermann. Freut euch allezeit, betet ohne Unterlass, seid in allem dankbar, denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. Den Geist dämpft nicht, die Weissagung verachtet nicht. Prüft alles, das Gute behaltet. Haltet euch fern von dem Bösen in jeglicher Gestalt." Das sind die Dinge, die wir tun können. Jetzt kommt das, was Gott tut. Er, der für uns kämpft. "Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch. Und euer ganzes Wesen, der Geist, die Seele und der Leib, möge untadelig bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus."

[1:12:36] Er kämpft für uns, damit wir einmal bei ihm sein können. Wollen wir mit ihm zusammenarbeiten? Möchtest du mit dem für dich kämpfenden Jesus zusammenarbeiten?

[1:12:50] Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir haben heute Verse gelesen, die nicht so einfach zu lesen sind und die uns vielleicht auch emotional herausfordern. Aber wir haben heute verstanden, dass sie dich noch viel mehr emotional herausfordern. All diese Situationen damals mit den Kanaanitern, Sodom und Gomorra, auch bei der Wiederkunft und nach den 1000 Jahren.

[1:13:17] Und Herr, wenn uns die Menschen leidtun, die dort gestorben sind, dann ist es ja vielleicht auch ein Fenster in das, wie es dir geht. Aber Herr, wir wollen nicht aus falsch verstandenem Mitleid dein Wort verändern.

[1:13:39] Wir wollen nicht die Botschaft verbiegen, damit es uns gefällt, sondern wir wollen die heilsame Lehre, die in deinem Wort uns offenbart wird, festhalten und verstehen, dass es ein echtes, ein gerechtes Gericht gibt.

[1:13:59] Lass uns heute das vor Augen haben und lass uns heute die Gnade und die Güte in Anspruch nehmen, die du uns so reichlich schenkst.

[1:14:12] Du bittest uns, dass wir leben und nicht sterben.

[1:14:15] Du wünschst dir so sehr, dass wir das Leben ergreifen.

[1:14:19] Das sollen wir tun im Namen Jesu. Amen.

[1:14:27] Nächste Woche wollen wir weiter in diesem so intensiven und wichtigen und aktuellen Buch Josua studieren. Wir freuen uns, wenn ihr dann wieder einschaltet und wünschen euch Gottes reichen Segen im Studium seines Wortes und indem wir Jesus Tag für Tag folgen. Gott sei mit euch. Amen.


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