Veröffentlicht am
99 Klicks

Podcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts

Funde & Fakten

Archäologie trifft Bibelgeschichte: Christopher Kramp stellt in Funde & Fakten echte Ausgrabungen und historische Entdeckungen vor – von den Schriftrollen vom Toten Meer bis zu König Davids Königreich. Kompakt, spannend und erhellend.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


Auf 1800 m Tiefe, 90 km vor der Küste Israels, wurden Hunderte intakter kanaanäischer Amphoren entdeckt – das älteste Schiffswrack der Region, circa 3300 Jahre alt. Der Fund zeigt, dass bereits in der Bronzezeit Hochseenavigation jenseits der Küsten möglich war, und bestätigt biblische Berichte über Seehandel auf großen Wassern.


Weitere Aufnahmen

Serie: Funde & Fakten

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:20] Kann man eigentlich im Mittelmeer archäologische Entdeckungen machen? Das wollen wir heute in diesem Video herausfinden. Und damit herzlich willkommen zu Funde und Fakten – heute mit einem spektakulären neuen Fund aus dem Mittelmeer.

[0:40] Wenn man an Archäologie denkt, dann denkt man normalerweise an verschwitzte Personen, die im heißen Sonnenlicht an einem Tell Sand entfernen und Schicht für Schicht abtragen, vielleicht Steine entfernen. Man denkt vielleicht eher nicht an das kühle Wasser des Meeres, aber tatsächlich hat die Unterwasserarchäologie in den letzten Jahren und Jahrzehnten enorm an Fahrt aufgenommen und wird immer wichtiger für die Beurteilung der antiken Verhältnisse.

[1:18] Im Jahre 2024 hat die Israelische Antikenbehörde einen spektakulären Fund veröffentlicht, und zwar 90 km entfernt von der Nordküste Israels, auf circa 1800 m Tiefe. Dort hatten eigentlich Menschen nach etwas ganz anderem gesucht – bei routinemäßigen Untersuchungen hat man nach Hinweisen auf Öl oder Gas geforscht und ist dann plötzlich auf diese Gegenstände auf 1800 m Tiefe gestoßen. Man hat dann Archäologen zu Rate gezogen und tatsächlich eine große Anzahl – Hunderte von intakten Amphoren, das sind große Gefäße, die zum Transport von Lebensmitteln und entsprechenden Gütern verwendet worden sind – am Meeresboden entdeckt.

[2:26] Diese Amphoren sind vermutlich circa 3300 Jahre alt, stammen also aus der Bronzezeit, aus der späten Bronzezeit, aus der Zeit, die man biblisch mit den Richtern assoziiert. Das sind kanaanäische Amphoren, und wir wissen aus dem Alten Testament, dass es zur Zeit der Richter noch eine ganze Reihe von Kanaanitern gab im Land Israel, vor allem an den Küsten, wo sie nicht vertrieben worden sind. Man hat mit größter Sorgfalt zwei von diesen Amphoren geborgen, um sie auszustellen und weiter zu untersuchen. Es ist das älteste Schiffswrack überhaupt in der ganzen Region. Vergleichbares kennt man nur mit zwei Schiffswracks aus der Nähe der heutigen Türkei, aber viel näher an der Küste.

[3:32] Das Besondere an diesem Fund ist: Wenn man sich an der Stelle befindet, sieht man an keiner Seite des Horizonts, nirgendwo, eine Küstenlinie. Das ist interessant, weil Forscher bisher in der Regel davon ausgegangen sind, dass in jenen frühen Tagen die Schifffahrt nur so möglich war, dass Schiffe immer in der Nähe der Küste quasi auf Sicht gefahren sind, sich immer an den Küstenlinien orientiert haben, um nicht auf hoher See verloren zu gehen. Aber dieses Schiff befindet sich weit weg von den Küstenlinien, und das gibt Anlass zur Vermutung, dass schon in der Bronzezeit die Seefahrer in der Lage waren, sich an den Himmelskörpern – insbesondere an der Sonne und an den Positionen der Sterne – zu orientieren, wenn sie auf hoher See über das Mittelmeer fuhren.

[4:27] Interessanterweise lesen wir auch in Psalm 107 von solchen Handelsschiffen. Es heißt dort in Vers 23: „Die in Schiffen sich aufs Meer begaben und Handel trieben auf großen Wassern."

[4:44] Was nehmen wir heute mit? Es sieht so aus, dass schon in der Bronzezeit eine echte Hochseenavigation jenseits der Küsten möglich gewesen ist. Die Kanaanäer scheinen das bereits praktiziert zu haben. Wann immer wir also Berichte finden von Seefahrt auf hoher See – möglicherweise auch in Verbindung mit der Kolonisation von anderen Gegenden und Ländern –, ist das also historisch tatsächlich durch archäologische Funde als plausibel anzusehen.


Lizenz

Copyright ©2026 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.