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Offenbarung Vers für Vers

Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge von „Offenbarung Vers für Vers“ beleuchtet Christopher Kramp Offenbarung 5:1a und das geheimnisvolle Buch mit sieben Siegeln in Gottes rechter Hand. Er erklärt, warum dieses Buch nicht die biblische Offenbarung selbst ist, die unversiegelt bleiben soll. Der Sprecher betont die symbolische Bedeutung der „rechten Hand“ als Zeichen göttlicher Gunst und leitet daraus eine positive Botschaft des Buches ab, bevor er die Unterscheidung zwischen den griechischen Begriffen für „Buch“ (*Biblion*) und „Büchlein“ (*Biblaridion*) erläutert.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:48] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder dabei seid zu einer weiteren Folge. Heute beginnen wir ein neues Kapitel. Wir wollen mit Offenbarung 5 starten, aber wir werden sehen: Eigentlich sind Kapitel 4 und 5 eine untrennbare Einheit. Sie berichten von zwei Perspektiven auf dasselbe große Thema. Das werden wir in den nächsten Wochen und Monaten, wenn wir Offenbarung 5 uns anschauen, noch sehr genau sehen können. Wir starten heute mit Vers 1 und wir haben schon gesehen in Offenbarung 4: Johannes befindet sich in einer Szene im himmlischen Gottesdienst. Er sieht die Engel anbeten. Er sieht die 24 Ältesten anbeten. Und was gibt es Passenderes, als solch ein Studium zu beginnen mit Gebet? Und so möchte ich dich einladen, wenn es dir möglich ist, dass wir zum Anfangsgebet in die Knie gehen.

[1:55] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns sprichst, dass du uns Kraft und Weisheit schenkst und dass wir heute in der Offenbarung, in diesem Vers Offenbarung 5 Vers 1, Altes und Neues entdecken dürfen, das uns näher zu dir bringt, dass wir dein Evangelium besser verstehen können. Ich möchte dich bitten, dass du in deiner unendlichen Weisheit uns das zeigst, was heute für mich und für jeden Einzelnen, der dieses Video später sieht, ganz entscheidend und ganz wichtig ist. Offenbare dich uns und hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.

[2:37] Offenbarung Kapitel 5 und dort Vers 1. Wie gesagt, es gibt inhaltlich eigentlich gar keinen Schnitt zwischen Offenbarung 4 und 5. Johannes ist im himmlischen Thronsaal in der Vision, weil er zu Beginn von Kapitel 4 von Jesus persönlich eingeladen worden ist, dorthin hinaufzukommen. Er ist im Geist, nicht persönlich, also nicht buchstäblich, aber im Geist ist er dort. Er sieht einen Thron. Er sieht Gott den Vater auf dem Thron. Er sieht den Regenbogen um den Thron. Er sieht die 24 Ältesten auf Thronen um den Thron. Er sieht die Blitze, Donner, Stimmen, den Heiligen Geist, die sieben Geister Gottes vor dem Thron. Er sieht die lebendigen Wesen. Er sieht die Anbetung. Er hört die Lieder. Er sieht, wie die 24 Ältesten niederfallen, ihre Kronen niederwerfen und in Vers 11 beten, das haben wir das letzte Mal angeschaut: „Würdig bist du, o Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht, denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen.“

[3:48] Und dann heißt es: „Und ich sah in der Rechten dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch.“ Johannes schaut, nachdem er vieles gesehen hat, was um den Thron herum geschieht, wieder direkt auf den Thron. Er schaut wieder direkt zu Gott, dem Vater, der dort auf dem Thron sitzt, und er sieht, dass Gott der Vater auf dem Thron, während die Anbetung vor sich geht, im Gottesdienst dieses Buch hat. Er hat es nicht gerade aus dem Ärmel gezogen. Es ist nicht gerade von irgendwo ihm gegeben worden. Er hat es. Johannes sieht es jetzt. Er sieht ja nicht alle Dinge auf einmal, oder ihm fallen die Dinge, oder er beschreibt sie zumindest nach und nach. Er schaut den Thron, er sieht jemand auf dem Thron, er sieht die Dinge um den Thron, er beschreibt die ganzen Dinge, und dann sieht er, als er genauer hinschaut, offensichtlich in der Rechten dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, innen und außen beschrieben, mit sieben Siegeln versiegelt.

[5:01] Diese Formulierung „mit sieben Siegeln versiegelt“ ist oft als eine Metapher verwendet worden, um das Buch der Offenbarung, wie wir es in der Bibel haben, zu beschreiben. Aber das ist definitiv eine falsche Anwendung. Johannes sieht nicht einfach das Buch der Offenbarung an sich im Thronsaal Gottes. Allein schon deswegen, weil die Offenbarung als Buch, als biblisches Buch, gerade nicht versiegelt ist. Das können wir in Offenbarung 22 und dort Vers 10 lesen. Da heißt es am Ende, als Johannes mit dem Buch im Wesentlichen fertig ist, es heißt: „Und er sprach zu mir: Versiegle die Worte der Weissagung dieses Buches nicht, denn die Zeit ist nah.“ Entgegen anderslautenden Behauptungen, die alle falsch sind, ist das Buch der Offenbarung tatsächlich nicht versiegelt. Es kann verstanden werden. Es soll verstanden werden seit der Zeit von Johannes. Die Offenbarung, so sagt sie ganz deutlich, die Offenbarung selbst, ist nicht versiegelt. Die Offenbarung ist also kein Buch mit sieben Siegeln, sondern sie berichtet in dieser Vision von Johannes von einem Buch mit sieben Siegeln, das sich nicht im Kanon der Bibel befindet, sondern in der Rechten Gottes des Vaters auf dem Thron.

[6:27] Dass es in der Rechten ist, wird extra betont. Es hätte auch stehen können: „in einer Hand dessen, der auf dem Thron sitzt.“ Nein, es heißt: „Ich sah in der Rechten dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch.“ Und die Rechte ist in der Bibel immer wieder ein Zeichen der Gunst. Erinnern wir uns zum Beispiel an Lukas Kapitel 1 und dort Vers 11, als der Engel Gabriel dem Zacharias im Tempel von Jerusalem erscheint, und es heißt hier in Vers 11: „Da erschien ihm ein Engel des Herrn, der stand zur Rechten des Räucheraltars“, als Zeichen, dass er eine gute Nachricht bringt, eine Nachricht, über die sich Zacharias freuen wird, nämlich erstens, dass die Geburt des Messias kurz bevorsteht und dass er selbst einen Sohn haben wird, der diesen Messias ankündigen und den Weg für ihn vorbereiten wird. Auch in der Offenbarung haben wir schon die rechte Hand in Offenbarung 1 Vers 17. Als Johannes auf Patmos die Vision von Jesus sieht und niederfällt, heißt es in Vers 17: „Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot, und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: ‚Fürchte dich nicht, ich bin der Erste und der Letzte und der Lebende. Und ich war tot, und siehe, ich lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit.‘ Amen.“ Jesus kommt und berührt ihn mit der rechten Hand, um deutlich zu machen, dass sein Kommen nicht im Gericht erfolgt, sondern mit einer guten Botschaft, mit einer Botschaft der Ermutigung, mit einer Botschaft des Trostes, mit einer Botschaft des Evangeliums.

[13:14] Das Buch mit sieben Siegeln. Und jeder, der die Offenbarung ein bisschen kennt, weiß ja, dass die Öffnung der Siegel unter anderem die vier apokalyptischen Reiter mit sich bringt und einige andere Ereignisse, die dann zu den Endzeitereignissen gehören. Dieses Buch befindet sich in der Rechten Gottes. Das heißt, was immer dort als Inhalt sich noch im Einzelnen zeigen würde – wir werden es ja ausführlich die nächsten Monate studieren –, was immer da alles enthalten ist, es ist Ausdruck der Gnade, der Gunst, des guten Willens Gottes. Eine positive Botschaft. Noch bevor wir das Buch selbst beschrieben haben, wird uns gesagt: Es ist in der Rechten Gottes. Von Jesus heißt es in Offenbarung 1, Vers 20: „Hier ist das Geheimnis der sieben Sterne, die du in meiner Rechten gesehen hast, und der sieben goldenen Leuchter. Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter, die du gesehen hast, sind die sieben Gemeinden.“ Jesus trägt die Engel der Gemeinden in seiner rechten Hand. Er trägt sie, er führt sie, er leitet sie. Dieses Bild, dass Jesus die Engel der Gemeinde in seiner rechten Hand hält, soll sagen: Er kümmert sich um seine Gemeinde. Er hat sie nicht aus den Augen verloren. Er ist ihr zugewandt, selbst wenn er sie tadeln muss, wie er das manchmal in den Gemeinden tut, vor allem dann auch zum Beispiel in Offenbarung, in der letzten Gemeinde in Laodizea, aber auch in den Gemeinden davor. Mit all dem Tadel, mit all den Punkten, die er ansprechen muss, hat er trotzdem immer noch Gunst für sie, hat immer noch den Wunsch, sie zu führen, sie zu leiten, für sie da zu sein. Sie sind in seiner rechten Hand.

[13:14] Das Buch mit sieben Siegeln befindet sich in der Rechten Gottes. Und wenn wir an die Rechte Gottes des Vaters denken – wir haben jetzt gerade ja Beispiele über die Rechte, die rechte Seite des Altars, wir haben die Rechte von Jesus gesehen –, dann finden wir diese interessante Textstelle in Hebräer Kapitel 8 und dort Vers 1: „Die Hauptsache aber bei dem, was wir sagen, ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel.“ Hier wird uns gesagt, dass Jesus Christus selbst zur Rechten Gottes des Vaters sitzt als Hohepriester. Und das ist eine gute Nachricht, denn er tritt ja dort für uns ein als unser Fürsprecher, wie 1. Johannes uns ganz deutlich sagt in 1. Johannes 2 Vers 1. Er ist dort, um uns für immer erretten zu können, weil er immer lebt. Er kann uns vollkommen retten, wie Hebräer 7 sagt. Es ist eine gute Nachricht. Jesus sagt, es ist gut für euch, dass er hingehen wird, hat er gesagt. Ist es nicht interessant, dass sich in der Hand, die – wenn wir das sozusagen in der Symbolsprache gedanklich weiterdenken – die Hand, die dem Mittler Jesus näher ist, das Buch mit den sieben Siegeln befindet? Noch haben wir in Offenbarung Kapitel 5 Jesus als solchen nicht gesehen. Wir haben den Vater gesehen auf dem Thron. Wir haben die Engel gesehen und die 24 Ältesten, die ihn anbeten. Wir haben eine Darstellung, eine symbolische Darstellung des Heiligen Geistes sehen können. Aber noch ist Jesus als solcher nicht offenbart worden hier in dieser Vision. Aber das kommt noch. Das ist der Hauptgegenstand von Kapitel 5. Wir werden gleich sehen, dass ab Vers 5 Jesus gezeigt wird, und zwar in Vers 6 heißt es: „In der Mitte des Thrones und inmitten der Ältesten, ganz nahe beim Vater.“ Und die Idee vom Hebräer ist, dass Jesus beim Thron Gottes dort ist, wo die Rechte ist, wo die Gunst ist. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass Jesus seit knapp 2000 Jahren jetzt immer exakt nur zur Rechten Gottes steht. Aber es soll symbolisch ausdrücken, dass er dort am Thron Gottes das Evangelium, die gute Nachricht, das Positive fördert, stärkt, offenbart, sich dafür einsetzt, den Erlösungsplan weiterführt, und in derselben Hand, die sozusagen an der rechten Seite Gottes ist, befindet sich das Buch mit den sieben Siegeln. Allein schon durch die Lokalisierung des Buches haben wir eine konzeptionelle, wenn ich das so sagen darf, Nähe zu Jesus, der hier noch gar nicht beschrieben ist, aber das wird ja dann gleich kommen. Das Buch hat eine Nähe zu Jesus. Wir werden ja gleich sehen, dass nur Jesus dieses Buch öffnen kann, oder wir werden es in den nächsten Wochen sehen. Ein Buch, vor dem wir keine Angst haben sollten. So wie Zacharias sich gefürchtet hat, als er den Engel zur Rechten des Altars sah und sich gefürchtet hat, aber der Engel sagt: „Fürchte dich nicht, ich bin gekommen, um dir eine gute Botschaft zu geben, eine prophetische Botschaft, die das Evangelium in den Mittelpunkt rückt.“ So dürfen wir allein schon aufgrund dieser Lokalisierung des Buches annehmen, dass dieses Buch eine gute Botschaft enthält, eine Botschaft, die sicherlich prophetischen Charakters ist, aber eine Botschaft – das ist ganz sicher –, die Gottes guten Willen, uns zu retten, zeigt und offenbart.

[14:28] Es heißt hier, dass es sich um ein Buch handelt. So merken wir uns, dass die Rechte für die Gunst Gottes steht. Das Buch ist das griechische Wort *Biblion*. Das heißt eigentlich so was wie kleines Büchlein, kleine Schrift, ein Brief zum Beispiel. So könnte man also denken, dass es sich hier nur um ein kleines Büchlein dreht. Aber wenn wir im Neuen Testament uns den Begriff *Biblion* anschauen, dann stellen wir fest, dass er eigentlich immer wieder für biblische Bücher verwendet wird, unabhängig davon, ob die jetzt groß oder klein sind, was ihren Umfang betrifft. Lukas 4 zum Beispiel, Lukas 4 und dort Vers 17: „Und es wurde ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja gegeben. Und als er die Buchrolle aufgerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben steht:“ Und dann kommt das Zitat aus Jesaja 61 ab Vers 1, das berühmte Zitat. Die Buchrolle des Propheten Jesaja, das umfangreichste Buch fast im Alten Testament, wird hier als *Biblion* bezeichnet. Übrigens auch eine Buchrolle. Das heißt, mit dem Begriff *Biblion* werden nicht nur Bücher in unserem heutigen Sinne gebraucht, die es damals tatsächlich hier und dort selten, aber schon auch gab in der römischen Zeit, sondern auch die damals viel verbreiteten und viel häufiger vorkommenden Schriftrollen. Johannes selbst, der ja auch die Offenbarung verfasst hat, schreibt am Ende seines Evangeliums in Johannes 20 und dort Vers 30, er sagt: „Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch (*Biblion*) nicht geschrieben sind.“ Das heißt, wir sehen ja auch hier, dass hier ein biblisches Buch als Ganzes, ein Evangelium in dem Fall, als *Biblion* bezeichnet wird. Nehmen wir noch Beispiele aus dem Neuen Testament in Galater Kapitel 3 und dort Vers 10. Dort heißt es: „Denn alle, die aus Werken des Gesetzes sind, die sind unter dem Fluch, denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun.“ Das ist hier ein Zitat aus 5. Mose 27. Jetzt kann man sich die Frage stellen, ist damit das Gesamtwerk Moses gemeint, ist damit eines der fünf Bücher Mose gemeint? Ist damit ein Gesetzesabschnitt, ein Abschnitt des Gesetzes oder der Bücher Mose gemeint? Egal wie man das jetzt von der Auslegung im Kontext von Mose auslegen möchte, damit das Bundesbuch gemeint ist oder die Gesamtheit der Tora, die fünf Bücher Mose. Es handelt sich wieder um biblische Bücher oder Teile von biblischen Büchern, die hier gemeint sind. Entsprechend so auch in Hebräer Kapitel 9 und dort Vers 19. Dort heißt es: „Denn nachdem jedes einzelne Gebot nach dem Gesetz von Mose, dem ganzen Volk verkündet worden war, nahm er das Blut der Kälber und Böcke mit Wasser und Purpurwolle und Ysop und besprengte sowohl das Buch selbst als auch das ganze Volk.“ Hier ist ganz sicher nur ein Teil eines biblischen Buches gemeint, aus dem einfachen Grund, weil diese Geschichte in 2. Mose stattfindet und dort beschreibt, wie Mose die Dinge, die Gott ihm am Sinai gezeigt hat, aufgeschrieben hat in ein Buch und dann auch dieses Buch selbst besprengt worden ist. Aber da das in 2. Mose steht, kann es ja nicht einmal komplett 2. Mose enthalten haben, sondern nur die Teile, die vielleicht auf 2. Mose 19, 20 – die zehn Gebote, die danach aufgeschriebenen, also vor allem dann auch die danach aufgeschriebenen Gesetze 21, 22, 23 – die werden in diesem Buch gewesen sein. Also, das war dann hier ein kleinerer Abschnitt aus einem biblischen Buch, aber nur ein Kapitel weiter in Hebräer 10 und dort Vers 7 lesen wir: „Da sprach ich: Siehe, ich komme – in der Buchrolle steht von mir geschrieben –, um deinen Willen, o Gott, zu tun.“ Das ist ein Zitat aus den Psalmen, wo Jesus als Messias letztlich ankündigt und sagt, dass in der Buchrolle, wie das *Biblion*, von ihm geschrieben steht. Und hier kann man jetzt drüber nachdenken, dass hier möglicherweise die gesamte Bibel gemeint ist, denn in allen biblischen Büchern wird von ihm gesprochen. Auf jeden Fall sind hier wieder auch ganze biblische Bücher gemeint. Wir wissen aus Lukas 24, dass Jesus in allen biblischen Büchern gezeigt hat, dass von ihm in diesen Büchern geschrieben wird. Zu guter Letzt wird auch die Offenbarung, das Buch der Offenbarung, als ein *Biblion* bezeichnet in Offenbarung Kapitel 1 und dort Vers 11. Dort schallt die Stimme Gottes – also die Stimme Jesu – wie von einer Posaune, die Johannes jetzt hier anspricht. Vers 11, die sprach: „Ich bin das A und das O, das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte. Und was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es den Gemeinden, die in Asien sind und so weiter und so fort.“ Das heißt, wir sehen das immer wieder: Entweder die gesamte Bibel oder Teile der Bibel, vor allem auch ganze biblische Bücher, das Jesajabuch, das Johannesevangelium, die Offenbarung, dass sie als ein *Biblion* bezeichnet werden. Das sind nicht unbedingt die kürzesten Bücher. Es ist also nicht nur so kurz wie Judas und 2., 3. Johannes oder Obadja, sondern auch die großen, sehr umfangreichen biblischen Bücher. Jesaja, Offenbarung, Johannesevangelium werden als ein *Biblion* bezeichnet. Das heißt, an dieser Stelle wird deutlich, dass im Gebrauch der biblischen Schreiber das Wort *Biblion* hier eigentlich die gleiche Bedeutung hat wie *Biblos*, nämlich Buch. Also zwischen Buch und Büchlein sozusagen, wie man es jetzt klassisch griechisch unterscheiden würde zwischen dem Buch und dem Büchlein, wird im Neuen Testament eigentlich nicht wirklich unterschieden. Wenn ein Schreiber im Neuen Testament wirklich ausdrücken möchte, dass es ein eher kleines Buch ist, ein Büchlein in unserem Sinne, verwendet er tatsächlich ein anderes Wort.

[21:40] Also, wir haben *Biblos* gibt es auch, aber wie gesagt, die sind hier im Wesentlichen ziemlich identisch. Es gibt dann tatsächlich auch noch ein extra Wort für Büchlein. Und das finden wir in Offenbarung 10. Offenbarung 10 und dort Vers 2 heißt es: „Und er hielt in seiner Hand ein offenes Büchlein.“ Jesus kommt dort vom Himmel und hat dieses geöffnete – wie es eigentlich besser zu übersetzen ist – dieses geöffnete Büchlein, dass er als Engel dargestellt, als Bote der Welt verkündigen möchte, von dem wir wissen, aufgrund unseres Studiums von Offenbarung 10, dass es sich dabei um das Buch Daniel handelt, also tatsächlich um ein eher kleineres Bibelbuch. Und hier steht tatsächlich ein anderes griechisches Wort. Hier steht *Biblaridion*. Das jetzt richtig geschrieben. Ja, *Biblaridion*. *Biblaridion*, das ist so eine Verkleinerungsform. Das zeigt uns auch, dass offensichtlich das Buch aus Offenbarung 5 Vers 1 wohl eher nicht das Buch Daniel ist. Also, es ist nicht das Buch Offenbarung, weil es versiegelt ist, und das Buch Offenbarung ist nicht versiegelt. Jemand könnte sagen, aber na ja, das Buch Daniel ist ja versiegelt und dann könnte ja hiermit das Buch Daniel gemeint sein, aber innerhalb der Offenbarung wird das Buch Daniel als *Biblaridion* bezeichnet und das Buch in der Rechten Gottes als ein *Biblion*. Dazu kommt natürlich auch, dass in der sechsten Posaune in Offenbarung 10 das Büchlein entsiegelt ist, dass es offen ist. Aber in Offenbarung 6 werden wir dann noch sehen, dass selbst direkt vor der Wiederkunft erst sechs von sieben Siegeln geöffnet sind. Das heißt, das Buch in Offenbarung 5 Vers 1 kann schon deswegen nicht das Buch Daniel sein, weil es gar nicht bis 1844 schon entsiegelt ist, was aber – also 1798 ja dann eigentlich schon nach Daniel 12 – ganz deutlich ja ab 1798 entsiegelt ist, und da aber das Buch in der Hand Gottes noch kurz vor der Wiederkunft nicht vollständig entsiegelt ist, kann es sich nicht um dasselbe Buch handeln.

[24:12] Und das bringt uns zu der interessanten und wichtigen Frage, was das eigentlich für ein Buch ist und was dieses Buch eigentlich bedeutet, was diese Symbolik da bedeutet. Heute wollen wir da nicht mehr so viel zu sagen. Wir werden es das nächste Mal dann ausführlicher behandeln und auch die verschiedenen Ideen dazu uns anschauen. Aber allein aus dem, was wir jetzt hier gesehen haben, ergibt sich schon eine gewisse Nähe zu biblischen Büchern. Wir haben gesehen, es gibt die Jesaja-Rolle, es gibt das Johannesevangelium, die Offenbarung, das Buch Daniel und so weiter. Dieses Buch hier ist nicht eines der biblischen Bücher und doch hat es irgendwie eine ähnliche Funktion. Das ist wie ein Gegenstück, so als ob – man könnte fast den Eindruck bekommen –, dass während wir hier auf der Erde Bücher haben, Schriftrollen, sozusagen verschiedene Bücher, die als *Biblion* bezeichnet werden, die wie das Jeremia, Matthäus, Römer, die uns über Gott etwas erzählen, gibt es sozusagen als Gegenstück im himmlischen Gottesdienst auch ein Buch. So wie wir die Bibel im Gottesdienst verwenden, um daraus das Evangelium zu predigen, neben der Musik und neben der Anbetung, so gibt es auch im himmlischen Gottesdienst ein Buch. Wenn man in einen Gottesdienst geht, damals zur Zeit Jesu in eine Synagoge oder auch heutzutage, dann erwartet man neben der Musik, man erwartet Musik, man erwartet Anbetung, man erwartet ja verschiedene Dinge, man erwartet aber auch eine Predigt, eine Schriftlesung. Man erwartet, dass ein Buch geöffnet wird. Man könnte sozusagen sagen, dass Johannes hier nicht nur in den Gottesdienstsaal oder Thronsaal Gottes geführt wird, sondern er erfährt auch sozusagen symbolisch natürlich jetzt Stück für Stück den Ablauf des Gottesdienstes. Er hört die Musik, er hört das Singen, er hört die Anbetung, er hört den Lobpreis, und dann ist es Zeit für die Schriftlesung, wenn man so möchte. Das Problem ist nur, dass im Gegensatz zu den Büchern, die wir haben, um Predigten zu halten – 1. Mose, die Psalmen, Hiob, Jeremia, Jesaja, Daniel, Matthäus, Lukas, Johannes, Apostelgeschichte, Offenbarung –, im Gegensatz zu diesen Büchern gibt es dort im Himmel ein Buch, das ist versiegelt. Stell dir vor, du kommst in den Gottesdienst und der Prediger möchte aus der Bibel predigen, aber kann nicht, weil das Buch versiegelt ist, man den Inhalt nicht sieht. Ein Buch, innen und außen beschrieben, mit sieben Siegeln versiegelt. Die weiteren Verse machen deutlich, wir werden das dann noch sehen, dass das kein dauerhafter Zustand sein kann im himmlischen Gottesdienst. Es wird ganz deutlich werden, dass dieses Buch geöffnet werden soll, dass der Inhalt bekannt gemacht werden soll, aber dass es nur einer kann.

[27:56] Für uns heute wollen wir schon mal so viel mitnehmen. Erstens, wir sind dankbar, dass wir ein geöffnetes Buch haben, dass die Offenbarung kein Buch mit sieben Siegeln ist, dass auch kein anderes Buch der Bibel versiegelt ist oder im Fall von Daniel nicht mehr versiegelt ist. Wir können dankbar sein, dass in unseren Gottesdiensten die Schrift offensichtlich für alle geöffnet ist. Wir können sehen, dass dieses Buch, das hier als versiegelt beschrieben wird und wir werden ja noch sehen, dass es dann geöffnet werden wird, dass dieses Buch in der Rechten Gottes ist und damit das, was immer dieses Buch enthält, was immer seine Hauptbotschaft ist und was seine Details sind. Dieses Buch spricht davon, dass Gott uns zugewandt ist, dass er uns lieb hat, dass er für uns kämpft, dass er uns retten möchte, dass er uns liebt. Wir werden beim nächsten Mal uns anschauen, was dieses Buch in seiner Symbolik mit den sieben Siegeln, mit dem Innen und Außen beschrieben, genauer uns sagen möchte, denn da kommen jetzt verschiedene Bilder aus dem Alten Testament zusammen und die werden wir uns dann das nächste Mal anschauen. Für heute halten wir fest: Es gibt doch im himmlischen Gottesdienst eine Schriftlesung. Kein Gottesdienst auf dieser Erde ist wirklich vollständig, wenn nicht auch die Schrift geöffnet wird, das Buch, die Schriftrolle, wenn das Wort Gottes gepredigt wird. Und wir können dankbar sein, dass wir eine offene Bibel haben. Wollen wir noch gemeinsam Gott dafür danken und wenn es möglich ist, dazu niederknien.

[29:49] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du zu uns gesprochen hast und dass du uns Wahrheit offenbarst. Hab Dank, dass das Buch mit sieben Siegeln, das das große Zentrum, die große Frage in diesem himmlischen Gottesdienst darstellt, dass dieses Buch, o Vater, in deiner Rechten ist und hab Dank, wie wir noch sehen werden, dass es nicht verschlossen geblieben ist. Herr, wir möchten dir danke sagen, aber auch für die Bücher, die wir hier auf der Erde haben, die Evangelien, die Propheten, die Bücher Mose, die Psalmen, die Apostelgeschichte, die Briefe, hab Dank für all diese geöffneten Bücher, die uns zeigen, wie du bist und gib, dass wir das Bibelstudium, die Verkündigung deines Wortes im Gottesdienst als zentrales Element immer wertschätzen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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