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Funde & Fakten

Archäologie trifft Bibelgeschichte: Christopher Kramp stellt in Funde & Fakten echte Ausgrabungen und historische Entdeckungen vor – von den Schriftrollen vom Toten Meer bis zu König Davids Königreich. Kompakt, spannend und erhellend.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


Entdecke die faszinierende Geschichte hinter den Badewannen des Königs Herodes. Christopher Kramp untersucht in „Funde & Fakten“, ob diese luxuriösen Funde tatsächlich aus Israel stammen oder ob sie, wie lange vermutet, aus Ägypten importiert wurden. Tauche ein in die archäologischen Geheimnisse und die beeindruckenden Bauprojekte des berühmten Königs.


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Serie: Funde & Fakten

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Transkript

[0:18] Entspannst du dich gerne in der Badewanne? König Herodes der Große tat das auch. Und heute wollen wir herausfinden, woher diese Badewannen eigentlich kamen. Herzlich willkommen zu Funde und Fakten, heute mit dem Thema die Badewanne des Herodes. Kam sie aus Israel?

[0:40] Es geht also heute um diese Badewannen. Zwei Stück sind es, die man gefunden hat. Badewannen, die tatsächlich zu König Herodes gehört haben. König Herodes kennen wir natürlich aus dem Neuen Testament, ist berühmt als derjenige, der die Kinder in Bethlehem hat töten lassen, weil er so eifersüchtig auf den neugeborenen König der Juden gewesen ist. Auch in Lukas 1, Vers 5 wird er erwähnt, wo es heißt: „In den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa.“ König Herodes ist auch sonst in der Archäologie berühmt für seine großen Bauprojekte.

[1:17] Man hat allerdings nur sehr wenig archäologische Hinterlassenschaften gefunden, die Auskunft über sein eigenes persönliches Privatleben geben. Unter diesen wenigen Stücken sind zwei Badewannen. Eine fand man schon vor einiger Zeit in der Festung Kypros, die befindet sich gegenüber von Jericho. Und dort sieht man hier auf der Zeichnung, dort ganz prominent im Zentrum diese Badewanne im Kaldarium, also in dem kalten äh Raum. Und dann eine weitere Badewanne, die vor kurzem gefunden worden ist im Herodion in Israel ebenfalls.

[2:02] Man hat lange geglaubt, dass Herodes der Große diese Badewannen aus Ägypten hat importieren lassen. Warum? Weil sie aus Calcit-Alabaster gefertigt sind. Das ist ein etwas härterer Stoff als Gips-Alabaster und auch wasserunlöslich, was natürlich bei einer Badewanne recht von Vorteil ist. Und weil dieser Calcit-Alabaster in Ägypten recht bekannt ist und viele Statuen aus diesem Stoff gefertigt sind, aus diesem Material, ist man davon ausgegangen, Herodes hat das auch aus Ägypten herbringen lassen. Man hat sich natürlich gefragt, wie war das möglich, jetzt so diese schweren äh Badewannen dort zu transportieren, aber da wird's schon einen Weg gegeben haben, hat man sich gedacht.

[2:50] 2009 entdeckten dann Archäologen, dass in der Theomimhöhle in Israel, ganz in der Nähe von Kypros und vom Herodion und von Jerusalem, Calcit abgebaut worden ist und zwar schon seit langer Zeit, seit der Mittelbronzezeit. Das entspricht dann ungefähr der alttestamentlichen Zeit der Patriarchen. Und da lag die Frage natürlich nahe, ob das nicht vielleicht eine Verbindung auch zu Herodes sein könnte. Hier sehen wir ein Bild von dieser Theomimhöhle, wo man diese Entdeckung dann gemacht hat. Die Höhle selbst ist schon länger bekannt. Man hat auch länger dort gegraben, aber erst 2009 entdeckt, dass man dort Calcit abgebaut hat.

[3:29] Ayala Amir, eine Studentin an der israelitischen, an der israelischen Bar-Ilan-Universität, hat sich der Sache dann angenommen und wollte wissen, äh ob diese Badewannen von Herodes möglicherweise aus Israel stammen. Dazu hat man dann sehr komplizierte naturwissenschaftliche Anwendungen und Analysen durchgeführt und konnte es tatsächlich am Ende belegen. Hier sieht man so eine, diese Ergebnisse in Grafen dargestellt, dass mit sehr, sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich dieses Calcit-Alabaster, das äh aus dem diese Badewannen gemacht sind, tatsächlich aus Israel und nicht aus Ägypten stammt.

[4:15] Das bedeutet, dass man also zur Zeit des Neuen Testamentes in Israel in der Lage war, auch sehr bedeutende Luxusgegenstände lokal herzustellen. Und das ist deswegen interessant, weil wir im Neuen Testament ja noch eine Geschichte haben, in der Alabaster eine Rolle spielt und zwar in Markus Kapitel 14, Vers 3, wo es über diese Frau hier heißt, die Jesus dann mit Salböl gesalbt hat. Das heißt hier: „Und als in Betanien im Haus Simons des Aussätzigen war und zu Tisch saß, da kam eine Frau mit einem Alabasterfläschchen voll Salböl, echter kostbarer Narde. Und sie zerbrach das Alabasterfläschchen und goss es aus auf sein Haupt.“ Ist also gut möglich, dass auch dieses Gefäß lokal in Israel dort in der Nähe hergestellt worden ist.

[5:08] Was nehmen wir also heute mit? Neue Erkenntnisse belegen oder weisen zumindestens ganz, ganz, ganz wahrscheinlich darauf hin, dass die Badewannen des Herodes in Israel hergestellt worden sind und nicht in Ägypten. Und es zeigt uns, dass Luxusgegenstände, wie auch das Alabasterfläschchen, das in Markus 14 erwähnt wird, lokal produziert werden konnten. So viel für heute. Schön, dass ihr dabei gewesen seid und wir freuen uns, wenn ihr nächstes Mal wieder einschaltet, wenn es heißt Funde und Fakten.


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