In dieser Folge von „Offenbarung Vers für Vers“ tauchen wir tief in Offenbarung 5,9b-10a ein und beleuchten die Nuancen des griechischen Textes. Entdecken Sie, wie unterschiedliche Bibelübersetzungen diese Stelle interpretieren und warum ein genaues Verständnis hier entscheidend für die Auslegung bestimmter Elemente ist. Erfahren Sie, wie Sie diese scheinbar komplexe Frage durch sorgfältiges Nachdenken über den Bibeltext selbst lösen können.
Offenbarung 5:9b,10a
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Offenbarung, ProphetiePodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Offenbarung Vers für Vers
Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
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Serie: Offenbarung Vers für Vers
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Transkript
[0:45] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar hier auf www.joelmedia.de. Heute zu einer ganz interessanten Folge, in der wir uns ein bisschen auch mit dem griechischen Text, mit den Manuskripten der Offenbarung beschäftigen wollen, weil wir heute zu einer Stelle kommen, wo es sich wirklich lohnt, da mal ein bisschen Gedanken zu machen. Eine Stelle, die in den deutschen Bibelübersetzungen unterschiedlich übersetzt wird und das hat in den meisten Fällen ja sonst keine große Aussuchung, aber hier tatsächlich eine Bedeutung für die Interpretation einzelner Elemente. Wir werden sehen, das wird ganz interessant werden. Und das größte, was wir heute lernen können, ist, dass ich glaube, dass man diese Frage aber letztendlich durch ein Nachdenken über den Bibelabschnitt tatsächlich selbst lösen kann, ohne Griechisch können zu müssen. Aber dazu gleich dann noch mehr.
[1:38] Wir wollen wie immer beginnen mit einem Gebet und möchten Gott einladen, dass er uns in diesem Studium segnet. Lass uns niederknien.
[1:46] Lieber Vater im Himmel, ich möchte von Herzen Dank sagen, dass du dich immer wieder um uns kümmerst jeden Tag, dass deine Verheißung wir immer wieder aufs Neue testen können und sie immer sich bewahrheiten. Und Herr, ich möchte dir danke sagen für das, was du in meinem Leben getan hast und tust. Möchte dir danke sagen für all den Segen, den du schenkst und auch, dass wir jetzt dein Wort betrachten können. Schenk du uns Weisheit, auch wenn wir über eine schwierige Frage nachdenken, die ja, wo es sehr viel verschiedene Meinung zu gibt, dass wir uns an dem festhalten, was dein Wort klar offenbart, dass wir auch nicht in Spekulation verfallen und dass wir in all dem nicht aus den Augen verlieren, dass es allein um dich geht, das Evangelium und die Rettung unserer Seelen auch in der Offenbarung. Herr, wir möchten dich bitten, dass unser Leben durch dein Wirken so verändert wird, dass wir einmal die Ewigkeit mit dir verbringen können, wenn du wiederkommst, Herr Jesus. Und wir möchten dich bitten, dass du jetzt unser Lehrer bist. Hab Dank dafür. Du weißt genau, was dein Wort wirklich sagt und dir wollen wir folgen im Namen Jesu. Amen.
[2:54] Offenbarung Kapitel 5 Vers 9. Das letzte Mal haben wir über das neue Lied gesprochen. Es heißt hier in Vers 9 und sie sagen ein neues Lied, indem sie sprachen: "Du bist würdig, das Buch zu öffnen, das Buch Verzeihung, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen." Und jetzt lesen wir ein bisschen weiter und wir lesen auch Vers 10 dazu. Es kommt jetzt zu einer interessanten Fragestellung. Es heißt weiter: "Denn du bist geschlachtet worden." Das haben wir uns angeschaut, dass Jesus als das geschlachtete Lamm hier präsentiert wird und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen und hast und hast uns zu Königen und Priestern gemacht für unseren Gott und wir werden herrschen auf der Erde. So ist das in der Schlachter 2000 zu lesen. Ich überzeuge einfach mal oder ich zeige nicht, ich lese vor, was die Elberfelder an der Stelle übersetzt. Das ist ganz interessant zu vergleichen. Dort heißt es in Vers 9: "Und sie singen ein neues Lied und sagen, du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen, denn du bist geschlachtet worden und hast durch dein Blut in Klammern Menschen für Gott erkauft aus jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk und jeder Nation und hast sie unserem Gott zu einem Königtum und zu Priestern gemacht und sie werden über die Erde herrschen."
[4:20] Die Frage, die wir heute uns anschauen wollen, ist ganz simpel. Uns oder sie? Es ist die vielleicht eine der interessantesten und meist diskutierten Fragestellungen zur zum Text der Offenbarung. Also im Sinne von was stand ursprünglich in dem ersten Autograph von Johannes? Was stand in dem Urtext, den wir natürlich so nicht haben? Wir haben natürlich die Abschriften, den Grundtext, den griechischen, aber wir haben das Original von Johannes ja nicht mehr. Was stand da uns oder sie? Und wie kommt es, dass da die Bibeln verschiedene Übersetzungen haben? Das ist kein Übersetzungsproblem, sondern eine Frage der Manuskripte. Es gibt ja eine ganze Reihe von griechischen Manuskripten. Es gibt natürlich auch noch lateinische und koptische und syrische Manuskripte, die man auch durchaus mit bedenken sollte. Aber natürlich sind die griechischen von besonderem Interesse, weil dort ist ja sozusagen das der Grundtext.
[5:14] Und in diesen Manuskripten gibt es, also in dieser unter diesen Manuskripten gibt es einige, die haben uns und andere haben sie. Nun, weißt du nicht, wie sehr du dich vielleicht schon mit den Manuskripten des Neuen Testaments beschäftigt hast. Da gibt es immer so diese die die
[5:32] lassen wir das kurz und gehen erstmal schreiben erstmal auf, was wir heute uns anschauen wollen. Wir haben also die Frage uns oder sie, die Elberfelder und die Schlachter repräsentativ für die verschiedenen Übersetzungen sagen sie und uns und zwar sowohl in Vers 9 als auch in Vers 10. Ja, sie bzw. uns und wir.
[6:13] Nun, jeder, der sich vielleicht schon mal damit beschäftigt hat, dass es in der Schlachter manchmal andere Textvarianten gibt als in der Elberfelder oder der Luther oder so, weiß vielleicht, dass es da den sogenannten Text des Rezeptus gibt oder besser noch auf den Mehrheitstext, der auf der großen Masse der griechischen überlieferten Handschriften, viele von den etwas später, basieren, der auch die Grundlage gewesen ist für die reformatorischen Bibelübersetzungen und der deswegen auch bei der Schlachter zugrunde liegt. Und dass es dann aber zum Teil sehr alte Codices gibt, Codex Sinaiticus, den Codex Vaticanus und so weiter und auch alte Papyri aus Ägypten, die sehr viel älter sind zum Teil, aber wo zum Teil manchmal eine leichte Abweichungen sind. Und das ist im großen ganzen Neuen Testament jetzt oft nicht dramatisch. Es gibt so wenige Stellen, vielleicht eine, zwei Hände voll, wo tatsächlich inhaltlich da durchaus es mal verschiedene Richtungen geht, aber auch dann ist es so, dass es niemals irgendwie eine Lehrmeinung, eine Lehre der Bibel wirklich nachhaltig beeinflussen würde. Aber in der Tat gibt es das und man könnte ja meinen, okay, das ist jetzt wieder so eine Frage von Textus Receptus Mehrheitstext gegenüber dem sogenannten kritischen Text. Es gibt ja dann Wissenschaftler, die versucht haben, vor allem auch auf der Grundlage der ganz alten Manuskripte wie Codex Vaticanus und den Papyri dann zu rekonstruieren, was original gewesen ist und dann den Mehrheitstext an die Seite schieben oder als nicht ganz so gewichtig sehen und wenn sie sich miteinander im Konflikt sind, eher sich für die für diese etwas dann ja anderen Lesarten entscheiden.
[7:50] Das ist allerdings, und das kann ich gleich von Anfang an sagen, für diese Frage hier im Grunde genommen nicht entscheidend.
[7:58] Von den großen alten Codices, ja, diesen alten Manuskripten, die wir gefunden haben, gibt es eigentlich nur einen, der überhaupt diese Stelle hat. Der Codex Vaticanus hat die Offenbarung nicht und viele Papyri haben dann ja oft nur einen kleinen Textabschnitt. Das heißt, es gibt jetzt gar nicht so viel sehr alte Manuskripte, die diese Stelle überhaupt haben. Aber der Codex Sinaiticus hat das. Codex Sinaiticus ja gefunden im 1900 von Tischendorf auf der Sinaihalbinsel und der hat interessanterweise jetzt folgendes.
[8:36] Der sagt in Vers 9, ja, also in Vers 9 sagt er uns, aber in Vers 10 sagt er sie.
[8:48] Und das ist schon merkwürdig, aber noch interessanter ist, dass der Mehrheitstext, das heißt der Text, ja, zudem auch der Textus Receptus gehört, das wo die ganze Masse der vielen Manuskripte, dass der genau dasselbe Phänomen hat. Also hier ist es nicht Textus Receptus und der Mehrheitstext gegen den Sinaiticus oder so, sondern die haben beide dasselbe Phänomen, dass in Vers 9 uns steht und in Vers 10 sie. Und das ist natürlich schon mal sehr merkwürdig, weil das ist ja irgendwie ganz komisch. Und dazu gehört also auch die Tatsache auch viele der lateinischen Übersetzung ganz ähnlich ganz ganz ähnliches Phänomen haben.
[9:36] Es gibt einen Codex, einen alten, der immer sie hat. Das ist der Codex Alexandrinus. Codex Alexandrinus, ganz bisschen älter als der Codex Sinaiticus, aus dem fünften Jahrhundert, der entgegen seines Namens aber nicht in Alexandria entstanden ist, sondern wohl in Ephesus.
[10:04] Und der hat immer sie.
[10:10] Es gibt eigentlich nur ganz ganz ganz ganz ganz wenige Manuskripte und dann auch nicht besonders bedeutende, die in beiden Fällen uns haben. Und das ist schon mal sehr merkwürdig. Haben wir also einen sehr alten und bedeutenden Codex, der zweimal sie hat. Wir haben kaum Manuskripte, die überhaupt beides mal uns haben, aber wir haben den anderen bedeutenden Codex und die Masse aller anderen, die sozusagen hier zwischen uns und sie wechseln. Und das ist eigentlich von allen Varianten die wahrscheinlich unwahrscheinlichste, so dass mitten im Lied das wechselt, ohne dass es dafür einen einen Grund gibt. Also irgendwas ist hier tatsächlich in der Überlieferung der Manuskripte an vielen Stellen wohl schief gelaufen.
[10:58] Man geht heute davon aus, dass wahrscheinlich das hier das Sinnvollere ist und es hat zunächst einmal, wir werden gleich zwei Argumente dazu betrachten. Das erste ist, dass es leichter zu erklären, wie das im Nachhinein entstanden ist als das hier. Und das hat damit zu tun, wenn wir Vers 9 noch mal anschauen, dann steht hier wörtlich im Griechischen und hast, also in diesem Manuskript, ne, du hast in diesem Manuskript hier, Verzeih, du hast für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen, Sprachen und Völkern und Nationen. Das heißt, im Alexandrinus steht ein: "Du hast erkauft für Gott und zwar aus allen Nationen."
[11:41] Und da ist das Argument, dass man sagt, na ja, das könnte also für Schreiber das Gefühl gegeben haben, dass hier irgendwie ein Objekt fehlt, ein Akkusativ. Du hast wen oder was erkauft. Also, man kann natürlich auch sagen, du hast aus all diesen Nationen erkauft. Du hast sie so also mitgedacht. Du hast sie erkauft. Aber das selbst das sie steht da nicht da. Du hast erkauft und dann sagt man, ja, dann kann es ja durchaus vorstellbar, dass dann jemand ein das Schreiber gesagt, ja, da fehlt irgendwas. Vielleicht sollte man einfach ein uns ergänzen.
[12:14] Ähm allerdings stand in Vers 10.
[12:19] Und deswegen haben so so erklären sich die die die Textforscher, dass dieses uns und sie jetzt nebeneinander steht, während nur ganz wenige Manuskripte sich wohl dann getraut haben, auch dieses sie in uns und wir zu verwandeln. Das heißt, man kann eigentlich ganz gut erklären, warum es zu diesem Phänomen gekommen ist, weil man sozusagen in Vers 9 das Gefühl hatte, der Satz klingt ein bisschen unvollständig, man wollte ihn vielleicht ein bisschen erklären, dieses uns noch einfügen, aber hat dann irgendwie irgendjemand hat das vielleicht mal gemacht und da übersehen, dass im nächsten Vers sie steht und dann kommt es zu diesem merkwürdigen Ding und die Bibelübersetzungen tun jetzt sich irgendwie für eins von den beiden entscheiden, aber es gibt wie gesagt einen sehr alten und sehr bedeutenden ein Manuskript, ein Codex, der das konsequent mit sie hat.
[13:04] Ähm, das sind einmal die grammatischen Überlegungen, aber es gibt noch ganz andere Überlegungen. Wenn wir mal sozusagen die Frage der Manuskripte weglassen und einfach den Kontext anschauen, auch das ist ja für das Studium so in der Frage ganz wichtig. Da heißt es nämlich ja in Vers 9: "Und sie sangen." Übrigens die Frage ist natürlich relevant, weil hier die Frage ist, sind das Menschen, die dort singen oder sind das himmlische Wesen, die über die Menschen singen? Ja, wenn es also wenn es ein uns hier stand, dann heißt es ja, das müssen ja, weil sie singen ja, du hast uns erkauft, dann müssen das Menschen sein, weil himmlische Wesen sind durch das Blut Jesu nicht erkauft worden. Wenn aber das sie steht, dann sind es himmlische Wesen, die über die Menschen singen. Du hast sie erkauft.
[13:48] Wenn wir Vers 9 lesen, da steht: "Und sie sangen ein neues Buch." Die Frage ist, wer ist sie? Die Antwort ist schnell gegeben, natürlich die 24 Ältesten. Aber wenn man Vers 8 noch mal genau liest, steht dort: "Und als es das Buch nahm, fielen die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten vor dem Lamme nieder und sie hatten jeder eine Harfe und eine goldene Schale voll Räucherwerk." Das sind die Gebete der Heiligen und sie sangen. Das heißt, wenn ich das richtig lese, dann steht in Vers 9 ist das sie sangen bezieht sich auf die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten. Zumindestens wäre das eine nah liegende Schluss, denn sie fallen alle nieder und sie singen dann auch alle. Ja, es wäre irgendwie unvorstellbar, dass die 24 Ältesten niederfallen, aber nicht mitsingen. Und wenn das so ist, dass sowohl die lebendigen Wesen als auch die 24 Ältesten singen, dann ist total klar, was dort gestanden haben muss. Denn unabhängig davon, wie wir jetzt die 24 Ältesten interpretieren, weil das ja genau die Frage, sind das jetzt Menschen, die Jesus mitgenommen hat nach seiner Auferstehung oder sind das himmlische Wesen? Eins ist sicher, die vier lebendigen Wesen sind keine Menschen, das sind Engelwesen, die haben Kerubim nicht an dem Thron Gottes. Ähm, das haben wir angeschaut in Offenbarung 4. Das sind Engelwesen, die direkt dort am Thron Gottes stehen. Und die haben mit Sicherheit nicht gesungen: "Du hast uns erkauft aus allen Nationen, Völkern und Sprachen." Die haben mit Sicherheit gesungen: "Du hast sie erkauft."
[15:23] Das heißt, diese Verbindung macht ein starkes Argument dafür, unabhängig davon, ob man jetzt das Griechische lesen kann und die Manuskripte kennt, dass einfach vom Kontext her eigentlich dort sie hätte stehen müssen. Genau wie Alexandrinus das sagt. Und weil aber die Grammatik in Vers 9 ein bisschen, sagen wir mal, nicht so übersichtlich ist, ist es durchaus vorstellbar, dass irgendjemand versucht hat, weil beschreibt das ja, dass manchmal Schreiber versucht haben, den Text einfach zu machen, dadurch ein kleines Problem entstand ist. Sie haben versucht es einfach zu machen, noch ein Akkusativ hinzugefügt, ein Objekt, du hast uns erkauft und dann nicht gemerkt, dass das hier miteinander in Konflikt steht und dann einige haben versucht, das sogar ganz zu biegen, während die meisten Manuskripte Sinaiticus und auch der Mehrheitstext auf dem halt ja die ganze Tradition auch basiert, haben halt dieses dieses Problem dann quasi stehen lassen.
[16:13] Es gibt noch ein Argument. Es heißt ja hier in Vers 9: "Und sie sangen ein neues Lied." Das spricht auch dafür, dass sie ja früher etwas anderes gesungen haben. Und wir sehen ja in Vers 9 und 11 von Offenbarung 4, dass dort auch die vier lebendigen Wesen und auch die 24 Ältesten Lob und Ehre und Dank bringen. Und es heißt von den Ältesten, dass sie sagen, Vers 11: "Würdig bist du, Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht, denn du hast alle Dinge geschaffen. Durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen." Das heißt, ähm, die singen schon, bevor das Lamm hier offenbart wird in dem Thron Gottes. Sie singen ein neues Lied, weil jetzt durch die Intronisierung des Lammes Gottes, dadurch, dass er jetzt sozusagen im himmlischen Gottesdienst jetzt in den Fokus gerät, weil er von der Erde wieder zurückgekehrt ist und weil er jetzt als Überwinder dieses Buch öffnen kann. Dadurch singen sie jetzt ein neues Lied, aber es impliziert, dass sie schon gesungen haben, bevor Jesus mit seiner Erlösungstat jetzt im Himmel quasi neu aufgetreten ist. Und auch das spricht dafür, dass es sich bei den 24 Ältesten nicht um diejenigen handelt, die Jesus bei der Himmelfahrt mitgenommen hat, denn die wären ja erst mit Jesus im himmlischen Gottesdienst aufgetreten. Die waren ja nicht vorher da. Die hätten aus der Perspektive von Johannes kein neues Lied gesungen, denn sie wären mit Jesus ja, also es gab ja Gläubige, die auferstanden sind nach der Auferstehung Jesu und die mit ihm im Himmel aufgefahren sind und die sind mit Jesus erst, als er selbst den himmlischen Thronraum betreten hat, mit ihm gekommen. Und da ab deinem Zeitpunkt wird ja dieses neue Lied gesungen. Das heißt, sie hätten dann kein neues Lied gesungen, sondern einfach nur das eine Lied, dass sie dann schon immer also ab dann gesungen haben. Aber die 24 Ältesten singen ein neues Lied. Das heißt, sie haben früher etwas anderes gesungen. Sie haben einfach Gott als den Schöpfer Gott angepriesen, angebetet und gepriesen. Und auch das spricht dafür, dass die 24 Ältesten nicht die Auferstandenen sind, die es mitgenommen hat, sondern die Wesen, die dort am Thron Gottes ungefallene Welten vertreten.
[18:22] Und in allem macht es enorm viel Sinn, dann zu sagen, der originale Text, so wie auch der Alexandrinus ihn bewahrt, ist sie. Sinaiticus und Mehrheitstext, da ist irgendwas schief gelaufen und es ist wahrscheinlicher, dass das schief gelaufen ist als das. Und diese wenigen Manuskripte, die scheinen dann diesen Fehler noch bestätigt zu haben. Und aber vom Kontext des Kapitels her und von den Überlegungen auch aus innerbiblisch ist es also sinnvoll zu sagen, dass der Text eigentlich so lautete, wie ihn auch die Elberfelder hat.
[18:57] Und sie singen ein neues Lied und sagen: "Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen, denn du bist geschlachtet worden und hast durch dein Blut in Klammern Menschen, du hast durch dein Blut für Gott erkauft aus jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk und jeder Nation und hast sie unserem Gott zu einem Königtum und zu Priestern gemacht und sie werden sie werden über die Erde herrschen." Es sind dann diese Menschen, die in Offenbarung 7 in den himmlischen Thronraum dazu kommen. Ja, also in Offenbarung 7 finden wir dann nach der Versiegelung 144.000. Dann sehen wir in Vers 9: "Und nach diesem sah ich und siehe eine große Schar, die niemand zählen konnte aus allen Nationen, Stämmen und Völkern und Sprachen, die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Kleidern und Palmzweigen in ihren Händen." Dann sind sie da. Ja. Vers in Offenbarung 5 singen die himmlischen Wesen im himmlischen Gottesdienst Lob und Dank, weil Jesus Menschen erlöst hat. Am Ende der Siegel im im sechsten Siegel, zwischen dem sechsten und siebten Siegel, dann nach der Wiederkunft sehen wir die Gläubigen im Himmel, von denen in Offenbarung 5 die Rede war, jetzt auch dann mit den lebendigen Wesen und mit den Engeln und mit den 24 Ältesten Gott anbeten, dann sind sie auch im Himmel. Ähm, aber an dieser Stelle scheinen die 24 Ältesten tatsächlich die Vertreter anderer Welten zu sein. Himmlische Wesen, die von den Menschen in der dritten Person sprechen. Sie.
[20:19] So viel also dieser interessanten Frage. Wir wollen darüber natürlich jetzt keine dogmatische Definition vornehmen und nicht sagen, wer das anders sieht, ist abgefallen. Aber das einfach mal, um mal damit man die Thematik kennt, die Problematik kennt, weiß, dass es keine Frage von Mehrheitstext gegen alte Codices ist, sondern dass hier ein ganz anders gelagertes Problem vorliegt, dass die biblischen Rahmenbedingungen uns sehr deutlich eigentlich zeigen, es müsste eigentlich ein Sie hier gestanden haben. Und damit können wir dieses Problem dann auch erstmal wieder zu den Akten legen. Vielleicht wenn wir hier und da mal wieder drauf zu sprechen kommen, aber das nächste Mal werden wir dann wieder uns auch mit dem Inhalt beschäftigen. Dann Vers 10 noch mal genauer anschauen, was es bedeutet, König und Priester zu sein. Und bis dann wünschen wir euch Gottes reichen Segen. Wir wollen noch gemeinsam mit einem Gebet abschließen.
[21:12] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast, dass wir auch bei schwierigen Fragen, wo auch Wissenschaftler nicht genau wissen, wie sie damit umgehen können, trotzdem aus deinem Wort Wegweisung empfangen können und auch Gedanken sehen können, die uns helfen, eine Entscheidung zu fällen. Und Herr, wir wollen nicht dogmatisch drüber sein. Du allein weißt, was dort wirklich stand, aber wir danken dir, dass wir uns Gedanken machen dürfen, dass du uns auch leitest darin und dass wir dadurch auch dein Wort besser kennenlernen können, dass wir auch das Vertrauen haben, dass selbst wir kein Griechisch können und keine Manuskripte kennen, aber den Zusammenhang deines Wortes studieren, dass wir dann auch bei solchen manchmal auftretenden Schwierigkeiten auch uns eine Meinung bilden können und auch ja dann nicht verunsichert sein müssen. Wir danken dir, dass du uns etwas über den himmlischen Gottesdienst zeigst und danken dir, dass auch die Wesen im Himmel einen großen Anteil nehmen an unserer Erlösung. Wir möchten dich einladen, dass du in unserem Leben so wirkst, dass das, was am Kreuz von Golgatha für uns geschehen ist, auch eine Realität wird in unserem persönlichen Leben. Das bitten wir und danken im Namen Jesu. Amen.
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