Entdecke die faszinierenden neuen Erkenntnisse rund um den berühmten Rosetta-Stein und seine Bedeutung. Christopher Kramp beleuchtet archäologische Funde, die den Inhalt des Steins erstmals belegen und enthüllt überraschende Verbindungen zur Bibel.
Funde & Fakten : „Bestätigt dies Daniel 11 und den Rosetta-Stein?“
Christopher Kramp · Funde & Fakten ·Themen: ArchäologiePodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Funde & Fakten
Archäologie trifft Bibelgeschichte: Christopher Kramp stellt in Funde & Fakten echte Ausgrabungen und historische Entdeckungen vor – von den Schriftrollen vom Toten Meer bis zu König Davids Königreich. Kompakt, spannend und erhellend.
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Serie: Funde & Fakten
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Transkript
[0:18] Du kennst bestimmt den Rosettstein, aber wusstest du eigentlich, was da drauf geschrieben steht? Jüngste archäologische Entdeckungen haben erstmals Beweise für den Inhalt dieses berühmten Monuments hervorgebracht. Und in diesem Video wollen wir uns das anschauen und sehen, was das alles auch mit der Bibel zu tun hat. Und damit herzlich willkommen zu Funde und Fakten.
[0:45] Heute geht es um Ausgrabungen im ägyptischen Tell Timai. Und es geht, wie gerade schon angesprochen, um den Rosettstein. Wer schon einmal im British Museum in London gewesen ist, der ist daran nicht vorbeigekommen. Das vielleicht berühmteste Ausstellungsstück, eines der berühmtesten Exponate überhaupt der Archäologie. Durch diesen Stein konnten die ägyptischen Hieroglyphen 1822 durch den Franzosen Champollion entziffert werden. Gefunden wurde er 1799 im Zuge der Expedition von Napoleon, der dort Ägypten erobert hatte, als ein ganzes Heer von Wissenschaftlern sich die ganzen ägyptischen Altertümer genauer angeschaut hat. Dieser Stein hat denselben Text ganz unten auf Griechisch, dann auf Demotisch. Das war so die Umgangssprache dann zu der Zeit, zu der wir gleich noch kommen werden, ähm in Ägypten und oben denselben Text noch mal in den alterwürdigen ägyptischen Hieroglyphen.
[1:58] Aber um was geht es eigentlich in diesem Stein? Es geht nämlich, und das ist vielen gar nicht bewusst, es geht gar nicht um einen alterwürdigen Pharao aus dem mittleren oder neueren Reich, sondern es geht um einen griechischen Herrscher namens Ptolemäus, der Fünfte Epiphanes, ein griechisch-makedonischer Herrscher, einer der so einer der sogenannten Diadochen, der Nachfolger von Alexander dem Großen. Ptolemäus der Fünfte regierte von 204 bis 186 vor Christus, Jahrhunderte nach der Blütezeit der großen ägyptischen Hochkultur und dieser Ptolemäus war sogar ein ziemlich schwacher König. Erinnern wir uns ganz kurz, wie das gewesen ist. Alexander der Große hatte die damals bekannte Welt im Wesentlichen erobert, war unter anderem auch nach Ägypten gekommen, hatte sich dort sogar zum Pharao krönen lassen. Nach seinem vorzeitigen Tod gab es ja dann ungefähr 20 Jahre interne Zwistigkeiten, Streit, Krieg, Bürgerkrieg kann man sagen, zwischen den einzelnen Generälen, die er damals mit ins Feld geführt hatte und am Ende setzten sich einige wenige von ihnen durch. Wurde insbesondere auf vier Generäle aufgeteilt: Kassander, der so das Kerngebiet von Griechenland, Makedonien bekam, Lysimachos mit Gebieten im heutigen Bulgarien und heutiger Westtürkei. Dann vor allem Seleukos, der den ganzen Osten erhielt und Ptolemäus, der das so wichtige Ägypten ähm in Besitz nehmen konnte.
[3:37] Und diese Aufteilung des Alexanderreiches wird auch im Alten Testament prophetisch beschrieben beim Propheten Daniel in Kapitel 11, Vers 3 und 4. Und ein anderer sag und ein tapfer König wird aufstehen, das ist Alexander der Große und er wird mit großer Macht herrschen und nach seinem Belieben handeln. Aber sobald er aufgetreten ist, wird sein Königreich zertrümmert und nach den vier Winden des Himmels hin zerteilt werden. Das diese Aufteilung in die verschiedenen griechischen Reiche. Man spricht von den Ptolemäern, das ist also Ptolemäus und seine Nachfolger Ptolemäus der Zweite, der Dritte, der Vierte, die Seleukiden, das Seleukos und Antiochus ist der Erste, der Zweite, der Dritte, Antioch ist der Erste, der Zweite, der Dritte, die dann in den folgenden Generationen den Raum des ehemaligen Alexanderreiches in verschiedenen Reichen beherrscht haben. Und wie gesagt, unser Ptolemäus der Fünfte ist einer der Nachfolger von dem Ersten Ptolemäus, ein griechischer Herrscher dort in Ägypten. Und das ist auch präzise der Grund, warum der Rosettstein sowohl auf Ägyptisch als auch auf Griechisch verfasst worden ist, weil es nämlich eigentlich ein griechischer Herrscher ist, aber dann natürlich die Bevölkerung ägyptisch sprach, dieses Demotisch und weil auch die Priester immer noch die altehrwürdigen Hieroglyphen verwendet haben, ist dieser Text in diesen drei verschiedenen Fassungen erhalten und dadurch konnte man überhaupt ja dann die Hieroglyphen entziffern.
[5:02] Nun, wenn man sich den Inhalt des Rosettsteins etwas genauer anschaut, dann äh sind da verschiedene Dekrete, so wird das genannt von ägyptischen Priestern äh bezüglich Ptolemäus dem Fünften enthalten. Der wird gelobt für alles Groß, was er getan hat. Das war natürlich im Wesentlichen Schmeichelei, weil wie gesagt, der Ptolemäus, er kam sogar als Kind auf den Thron, hatte eigentlich im Grunde genommen noch gar keine richtige Fähigkeit zu regieren und der war dann auch später sehr schwach. Äh, man muss also ein bisschen zwischen den Zeilen lesen, was da wirklich los gewesen ist. Der Rosettstein belegt auf jeden Fall, dass der Einfluss der Ägypter in diesem Ptolemäerreich wieder größer geworden ist und er erwähnt Aufstände gegen die Herrschaft der Ptolemäer. Er erwähnt die zwar so, als ob die Priester auf Seiten des Königs gewesen sind, aber immerhin wird das erwähnt. Normalerweise haben gerade ägyptische Monumente so die ähm die Eigenschaft, alles was irgendwie negativ gewesen ist, zu verschweigen. Also, dass hier Aufstände erwähnt werden, ist schon mal sehr bemerkenswert. Hier ein kleiner Auszug aus dem Rosettstein auf Deutsch. Er hat dafür gesorgt, dass die Fußsoldaten, also ist immer die Gemeinde, äh Ptolemäus der Fünfte, er, der König hat dafür gesorgt, dass die Fußsoldaten, Reiterei und Schiffe gegen die Feinde Ägyptens loszogen, als sie gegen Ägypten Krieg führen wollten. Aber damit sind nicht irgendwelche ausländischen Mächte gemeint, sondern wir lesen weiter, viel Silber und Getreide hat er deswegen ausgegeben. Er zog gegen die Stadt Sheikan, das ist dann im Griechischen Lykopolis, die von Rebellen mit Anlagen befestigt war und große Mengen an Ausrüstung sowie Waffen besaß. Also hier wird quasi zugegeben, es gab innerägyptische Rebellen gegen die Ptolemäerherrschaft und der König hat sie dann niedergeschlagen und die Priester loben ihn dafür. Weiter heißt es hier: Im achten Jahr seiner Regierung war die Nilflut viel höher und überschwemmte das sehr viel tiefer gelegene Land. Er nahm die Ortschaft mit Gewalt ein und besiegte die Feinde. Er gewann, wie Re und Hasise, die vor langen Zeiten auch an diesen Orten gesiegt hätten, hatten die Überwältigung der Rebellen. Da haben wir es wieder, das ist also mehrmals erwähnt. Da gibt es eine Rebellion gegen die Ptolemäerherrschaft.
[7:28] In einer Publikation, die am 27. Dezember 2022 im Journal of Field Archaeology veröffentlicht worden ist, haben jetzt Archäologen es geschafft, erstmals archäologische Funde mit dieser Rebellion in Verbindung zu bringen. Man kannte diese Rebellion vor allem aus dem Rosettstein und aus anderen literarischen historischen Quellen, aber nicht aus der Archäologie. Der Artikel heißt "Archaeological Corollaries of the Rosetta Stone's Great Revolt in the Nile Delta: Destruction at Tel Timai". Tel Timai ist das antike ägyptische Tmis. Man sieht das hier schön eingezeichnet im Delta, das heißt in Unterägypten, im Norden Ägyptens. Ähm, die Stadt Sheikan, also Lykopolis, die auf dem Rosettstein erwähnt wird, ist nicht genau lokalisiert. Man vermutet sie aber auch ungefähr in der Gegend dort, also nicht allzu weit entfernt.
[8:28] Die Ausgräber haben hier im antiken Tmis eine ganze Reihe von Waffen gefunden, von Schleudersteinen, Pfeilspitzen, die belegen, hier ist intensiv gekämpft worden um diese Stadt. Und hat auch eine ganze Reihe von Skeletten gefunden und weiteren Hinweisen und Indizien darauf, dass hier Kämpfe stattgefunden haben. Und man konnte aufgrund der Keramik und allgemeiner archäologischer Methoden ziemlich sicher feststellen, dass diese Skelette und diese Waffenfunde aus der Zeit der Ptolemäer kommen, aus dieser Zeit, die hier auch auf dem Rosettstein angesprochen wird. Man kannte diese große Revolte, wie sie manchmal auch genannt wird, wie gesagt, vor allem aus der oder eigentlich nur aus der Literatur. Z.B. auch der griechische Historiker Polybios hat sie erwähnt. Sie ging von ca. 207 bis 184 vor Christus, fiel also unter anderem auch in diese Zeit von Ptolemäus dem Fünften. Und was man dort sehen kann ist, dass die Ägypter versucht haben, die Griechen zu vertreiben und gerade unter der Herrschaft dieses schwachen Ptolemäus dem Fünften schien das tatsächlich eine Zeit lang auch fast zu glücken. Weiter südlich in Themen in Oberägypten gab es sogar zeitweise einen ägyptischen Gegenpharao gegen die Griechen.
[9:51] Interessant ist, dass das auch in Daniel 11 beschrieben wird. Dort heißt in Daniel 11 Vers 14: "Und in jenen Zeiten werden viele gegen den König des Südens aufstehen." Und ist es so, dass in Daniel 11 nach der Aufteilung des Alexanderreiches zwei Reiche ganz besonders in den Fokus rücken. Das ist das sogenannte Nordreich, das ist der König des Nordens, besser gesagt, das sind die Seleukiden, weil die sich nördlich sozusagen von Israel aus gesehen befunden haben. Und das ist der König des Südens. Das ist also Ägypten. Das ist das Ptolemäerreich, weil das von Jerusalem aus gesehen südlich gewesen ist. Und hier wird also vorhergesagt, dass es gegen den König des Südens, gegen das Ptolemäerreich äh Aufstände geben wird, die genau auch zeitlich dort in diese äh Phase hineinpassen.
[10:50] Die historische Folge von Aldem war, dass obwohl die Ptolemäer zunächst einmal immer auch Palästina kontrolliert haben, das heißt die Geschicke des Volkes Gottes lagen nach dem Tod Alexanders in der Regel in den Händen der Ptolemäer. Ach, Ptolemäus der Fünfte, obwohl er sich ja hier rühmt, diesem Rosettstein oder gerühmt wird, die Rebellen niedergeschlagen zu haben, sehen wir, dass diese Aufstände das Ptolemäerreich so sehr geschwächt haben, dass jetzt dauerhaft die Seleukiden, das heißt der König des Nordens, sich Palästina einverleibt hat und ab dem Zeitpunkt dann die Seleukiden, der König des Nordens, dort die Geschicke von Palästina und damit auch von Jerusalem, von dem Volk Gottes lenkt.
[11:35] Was nehmen wir heute mit? Erstmals konnte eine archäologische Zerstörungsschicht in Ägypten mit der sogenannten großen Revolte, die man aus der Literatur kannte, gegen die Ptolemäer korreliert werden. Also dieser Aufstand, der innerägyptische Aufstand der eigentlich ägyptischen Bevölkerung gegen die die griechische Besatzung. Und diese Revolte wird nicht nur auf dem Rosettstein berichtet, sie wird auch in Daniel 11 Vers 14 berichtet. Und wir haben jetzt erstmals auch einen archäologischen Beleg, dass es solche Aufstände in Ägypten nicht nur im Süden, sondern auch im Norden zu der Zeit von Ptolemäus dem Fünften gegeben hat. Schön, dass ihr heute dabei gewesen seid und bis zum nächsten Mal, wenn es hier wieder heißt Funde und Fakten.
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