Eine archäologische Sensation im alten Ägypten: Ein junges Mädchen wird mit über 140 Hunden bestattet, darunter fast ausschließlich Welpen. Was steckt hinter diesem rätselhaften Fund und welche Bedeutung hatten die Tiere für die Menschen damals? Tauche ein in die Geheimnisse einer ungewöhnlichen Nekropole und entdecke die faszinierenden Fakten!
Funde & Fakten : „Begraben mit über 100 Welpen?“
Christopher Kramp · Funde & Fakten ·Themen: Archäologie, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Funde & Fakten
Archäologie trifft Bibelgeschichte: Christopher Kramp stellt in Funde & Fakten echte Ausgrabungen und historische Entdeckungen vor – von den Schriftrollen vom Toten Meer bis zu König Davids Königreich. Kompakt, spannend und erhellend.
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Serie: Funde & Fakten
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Transkript
[0:18] Damit haben die Archäologen überhaupt nicht gerechnet. Ein Begräbnis mit über 100 Hundewelpen. Was hat es damit auf sich? Das wollen wir in diesem Video herausfinden.
[0:33] Und damit herzlich willkommen zu Funde und Fakten. Heute mit Ausgrabungen im Fayumbecken. Das liegt in Ägypten, um genau zu sein zentral in Ägypten, westlich vom Nil. Mitten eigentlich umgeben von der Sahara Wüste gibt es dort eine quasi oasenähnliche Gegend, in der man auch gut leben kann. Auch in der Antike ist dieser Ort dann schon auch zur Zeit der Pharaonen bewohnbar gemacht worden. Und hier graben russische Archäologen seit einiger Zeit aus. Sie sind vom Zentrum für ägyptologische Forschung der russischen Akademie der Wissenschaften. Gemeinsam graben sie aus mit dem AN Sewertzow Institut für Ökologie und Evolution und sie haben ein absolut merkwürdiges Begräbnis entdeckt, das wir hier in einem kleinen Ausschnitt sehen können. Das Ganze ist publiziert worden im Magazin AO Fauna unter dem Titel "Pack of Hounds and Master by Species Burial from the Necropolis of Dale L Battard". Und was sie gefunden haben, ist ein Mädchen ca. 8 Jahre alt, begraben mit 142 Hunden.
[2:08] Davon sind etwa 87% Welpen und davon, also von den 142, 70% unter 3 Monaten, ganz kleine Hundewelpen und zwar in großer Anzahl. Übrigens konnte man genetisch nachweisen, dass diese Hunde sich im Wesentlichen nicht unterscheiden von den Straßenhunden, die es heute noch in Ägypten und im Sudan gibt. Hier sieht man so eine Welpenleiche hier aufgenommen. Und natürlich gab es auch ein paar ausgewachsene Hunde, die mit begraben worden sind.
[2:50] Die Forscher haben sich natürlich gefragt, was um alles in der Welt ist hier passiert? Ein rituelles Begräbnis im Sinne von, dass da Tiere getötet worden sind. Das kann man ziemlich ausschließen. Gewalt ist vor allem auch gegen Kinder in Ägypten gar nicht belegt. Kindern ging es im alten Ägypten vergleichsweise gut. Man hat darauf geachtet, dass sie auch eine Ausbildung bekommen haben, dass sie entsprechend gefördert worden sind. Dagegen gibt es einige Hinweise, die die Forscher gefunden haben, dass es hier um eine tragische Katastrophe gehandelt haben könnte. Es gibt Hinweise auf ein Ertrinken der Tiere. Möglicherweise, weil eine überraschend schnelle Nilflut die Tiere und wohl auch das Mädchen, das auf die Tiere aufgepasst hat, so überrascht hat, dass sie dann vom Wasser mitgerissen worden sind. Jedenfalls haben sowohl die Hunde als auch das Mädchen wohl längere Zeit im Wasser gelegen. Sie sind dann sorgfältig in das Grab gelegt worden, wahrscheinlich von Angehörigen des Mädchens, die dann auch sicherlich sehr traurig gewesen sind und die dann diese ganzen Hunde mit dem Mädchen begraben haben.
[4:03] Auf das ist und das ist jetzt die Spekulation, das Mädchen wohl aufgepasst hat. Man kann das Begräbnis datieren, etwa 2000 Jahre ist es alt. Also, wir sind in unserer Zeit vom 1. Jahrhundert vor Christus bis zum 1. Jahrhundert nach Christus. Das ist in Ägypten die römische Zeit und das ist interessanterweise auch die Zeit, als ein anderes berühmtes Kind sich in Ägypten aufgehalten hat. Es heißt nämlich im Matthäusevangelium über Josef: Da stand er auf, nahm das Kind, gemeint ist natürlich Jesus und seine Mutter bei Nacht mit sich und entfloh nach Ägypten. Das war ja auch diese Zeit Ende des ersten Jahrhunderts vor Christus, Anfang des ersten Jahrhunderts nach Christus.
[4:54] Also, was nehmen wir heute mit? Ein ungewöhnliches Begräbnis eines kleinen Mädchens mit über 100 Welpen und einigen anderen Hunden wirft zumindestens bei allen Unklarheiten, die noch bleiben, ein Schlaglicht auf die Situation von Kindern in Ägypten zur Zeit der Zeitenwende. Ein Mädchen, das hier auf Hunde aufgepasst hat, Hundhirten sozusagen und das hier dann feierlich begraben worden ist nach dieser, so vermutet man, nach dieser Katastrophe. Und Jesus lebte genau zu dieser Zeit auch als Kind in Ägypten. So viel für heute. Wir freuen uns, wenn ihr auch nächstes Mal wieder einschaltet, wenn es heißt Funde und Fakten.
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