Entdecken Sie erstaunliche Verbindungen zwischen der Welt des Neuen Testaments und dem heutigen Russland. In diesem Video reisen wir nach Fanagoria, einer antiken griechischen Kolonie am Schwarzen Meer, wo eine Synagoge aus der Zeit vor 70 n. Chr. ausgegraben wurde. Erfahren Sie mehr über diesen sensationellen Fund und seine Bedeutung für die jüdische Geschichte.
Funde & Fakten :„Juden in Russland zur Zeit des Neuen Testaments?“
Christopher Kramp · Funde & Fakten ·Themen: Archäologie, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Funde & Fakten
Archäologie trifft Bibelgeschichte: Christopher Kramp stellt in Funde & Fakten echte Ausgrabungen und historische Entdeckungen vor – von den Schriftrollen vom Toten Meer bis zu König Davids Königreich. Kompakt, spannend und erhellend.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
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Serie: Funde & Fakten
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Transkript
[0:18] Wenn man an biblische Archäologie denkt, dann kommt einem nicht sofort Russland in den Sinn. Aber es gibt erstaunliche Verbindungen zwischen der Welt des Neuen Testamentes und Gebieten, die heute zu Russland gehören. Und in diesem Video wollen wir mehr darüber erfahren.
[0:39] Und damit herzlich willkommen zu Funde und Fakten. Es geht heute um Ausgrabungen in Südwestrussland in einem Gebiet in einer antiken Stadt, die in der Antike den griechischen Namen Fanagoria hatte, am Schwarzen Meer, in der Nähe von Krim und Kaukasus. Diese Stadt Fanagoria war eigentlich eine griechische Kolonie, gegründet im sechsten Jahrhundert vor Christus und wurde dann eine der wichtigsten Städte des sogenannten Bosporanischen Reiches, das dort in der Gegend der Krim, nördlich des Schwarzen Meeres, ein eigenes Reich über Hunderte von Jahren hatte, das allerdings dann auch vom Römischen Reich abhängig gewesen ist und dort auch Kulturkontakte bestanden.
[1:34] An diesem Ort haben jetzt Wissenschaftler tatsächlich eine Synagoge ausgegraben und zwar eine Synagoge aus der Zeit, als der Tempel in Jerusalem noch stand. Also sie datiert vor 70 nach Christus. Vermutlich wurde sie Anfang des ersten Jahrhunderts nach Christus gebaut. Genau in der Zeit, die auch im Neuen Testament uns gezeigt wird. Das ist außergewöhnlich, weil Synagogen außerhalb von Juda, also von Judäa, zunächst meistens erst ab dem dritten Jahrhundert auftauchen in einer Zeit, als dann sehr viel größere Zerstreuung der Juden auch gegeben hat. Diese Synagoge, aber wie gesagt, ist schon sehr viel älter. Sie ist eine der ältesten Synagogen, die man überhaupt entdeckt hat auf der Welt. Und das macht die Sache natürlich ganz spektakulär.
[2:31] Man fand auch eine ganze Reihe von Gegenständen, die zu einer Synagoge gehören, Fragmente von solchen Menora-Leuchtern, Altären, von Marmorreliefen. Die zwei Räume, diese Synagoge, die etwa 21 Meter lang und 6 Meter breit ist, die waren mit Wandbemalungen dekoriert. Es gab auch andere Dekorationen und mittlerweile weiß man, dass diese Synagoge dort nicht isoliert in dieser griechischen Kolonie stand, sondern dass sie Teil eines ganzen jüdischen Viertels in Fanagoria gewesen ist. Man geht mittlerweile davon aus, dass die jüdische Gemeinschaft dort am Norden des Schwarzen Meeres eine der größten jüdischen Gemeinschaften war, die es überhaupt in der Mittelmeerregion gegeben hat.
[3:18] Man fand eine Reihe von Grabsteinen mit eindeutig jüdischen Symbolen, der Menora, dem Schofarhorn. Man hat sogar eine Inschrift gefunden auf einem Siegel, einer Amphore, also eines Behältnisses, eines Kruges sozusagen. Und auf diesem Siegel stand die Inschrift: Gott und das Wort Gerechtigkeit. Diese Synagoge hat ein halbes Jahrtausend gestanden, ehe sie dann im Zuge der Völkerwanderung im sechsten Jahrhundert zerstört worden ist.
[3:49] Wenn man die Apostelgeschichte liest, dann stellt man fest, dass in der berühmten Geschichte zu Pfingsten eine ganze Reihe von Juden aus den verschiedensten Teilen der Welt in Jerusalem gewesen sind. Man liest dort von Menschen aus dem Iran, Parthern und Elamitern, Mesopotamien, aus Kleinasien wie Kappadokien, Pontus, Asien, wir lesen von Ägypten, von Nordafrika, von Italien, Rom. Und auch wenn diese Gegend hier nicht explizit aufgeführt ist, ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch zu der Zeit, dass möglicherweise einige Juden aus der Schwarzmeerregion, aus der Region um Fanagoria sich dort aufgehalten haben, dass die auch Dinge von Jesus erfahren haben, von den Aposteln und dann als Erzählung mitgebracht haben dort in die Gegend des heutigen Russlands.
[4:43] Was nehmen wir also mit? Heute Archäologen haben in Südrussland eine der ältesten Synagogen überhaupt ausgegraben und Belege dafür erbracht, dass zur Zeit von Jesu und zur Zeit der Apostel, zur Zeit des Neuen Testamentes florierende jüdische Gemeinschaften am Schwarzen Meer existiert hat, die wird in irgendeiner Weise auch Kontakt gehabt haben zu anderen jüdischen Gruppen. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass auch die Ideen des Christentums schon in sehr früher Zeit dort in diesem Gebiet zumindest bekannt gewesen sind und sich dort vielleicht auch ausgebreitet haben auf dem Gebiet des heutigen Russland.
[5:23] So viel für heute und schön, dass ihr wieder dabei gewesen seid. Bis zum nächsten Mal, wenn es hier wieder heißt Funde und Fakten.
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