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Manuskript zur Sendung   >>>  CSH_Manuskript_2026 3rd Nr 2

Tauche tief in die ersten drei Kapitel des 1. Korintherbriefs ein und entdecke mit Christopher Kramp zeitlose Botschaften für dein Leben. Erlebe, wie das Evangelium auch in einer Welt voller Ablenkungen und Herausforderungen Kraft entfalten kann. Lass dich inspirieren und erkenne dich in den Erfahrungen der Korinther Gemeinde wieder.


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Serie: Christ Study Hour – Spezial 2026 - Q3: Die Korintherbriefe

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Transkript

[0:32] Hallo und herzlich willkommen zur Christudy Hour hier auf www.joelmedia.de. Und wie immer ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf dem Sender das Wort zur zweiten Folge unserer Spezialserie über die Korintherbriefe. Letztes Mal haben wir uns sehr viel Zeit genommen, die Stadt Korinth kennenzulernen und auch uns anzuschauen, wie die Gemeinde in Korinth entstanden ist, wie Jesus darauf bestanden hat, dass Paulus in Korinth viel Zeit investiert, um in dieser bedeutenden Hafenstadt, dieser römischen Kolonie, dieser Neugründung seit Julius Caesar, einer ehemals alten griechischen Stadt, ähm, wie dort in dieser Provinzhauptstadt der Provinz Achaja das Evangelium Fuß gefasst hat. Und wir haben gesehen, wie es dann in den nächsten Jahren dieser Gemeinde weitergegangen ist, welche Schwierigkeiten dort entstanden sind und wollen heute damit beginnen, so richtig jetzt diese Korintherbriefe zu studieren. Wir haben das letzte Mal schon die ersten Verse, die ersten neun Verse angeschaut und wollen uns heute mit den ersten drei Kapiteln, erst Korinther 1, 2 und 3, näher befassen und darin ganz wichtige Botschaften für uns persönlich entdecken.

[1:58] Bevor wir das tun, möchten wir natürlich wie immer Gott einladen, dass er unser Studium segnet und lade dich dazu natürlich ganz herzlich ein. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns in dem Korintherbrief, im ersten Korintherbrief und auch im zweiten Korintherbrief ganz deutlich zeigst, was das Evangelium für Menschen tun kann und tun soll, die in einer Welt leben, in der viele verschiedene Einflüsse, viel Sünde, viel Politik, viel Wirtschaft sie meistens abzulenken droht. Und wir haben schon das letzte Mal erkannt, dass die Welt von Korinth in manchem unserer Welt ähnlich ist. Und Herr, wenn wir die Geschichte der Gemeinde Korinth anschauen, dann können wir uns in vielem wiedererkennen. Aber Herr, am meisten wünschen wir uns, dass wir nicht nur uns in den Problemen, in der Diagnose wiederkennen, sondern viel mehr, dass wir sehen, was damals funktioniert hat, was damals deine Botschaft an die Gründer gewesen ist und was heute deine Botschaft an mich und an uns alle ist. Wir möchten dich bitten, dass du durch dein Wort, 2000 Jahre fast alt, in unser Herz hinein, unsere Zeit hinein sprichst und uns zeigst, wie die Botschaft an die Korinther noch heute aktueller ist denn je zuvor und wie das Evangelium eine Kraft auch in unserem Leben entfaltet. Herr, wir möchten dich bitten, dass die nächsten Minuten damit angefüllt sein werden, dass dein Geist wirklich uns lehrt und dass wir neu begreifen, was du für uns tun kannst. Das bitten wir alles im Namen Jesu. Amen.

[3:51] Erste Korinther Kapitel 1. Wir lesen einfach, ohne noch mal ins Detail zu gehen, die ersten Verse, die ersten neun Verse, um noch mal den Gesamteindruck zu haben. Und dann werden wir mit Vers 10 mit unserer genaueren Analyse beginnen. Paulus, berufener Apostel Jesu Christi durch Gottes Willen, an die Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, an die Geheiligten in Christus Jesus, an die berufenen Heiligen samt allen, die den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, an jedem Ort, sowohl bei ihnen als auch bei uns. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Wir sehen hier an Vers 2, dieser Brief ist nicht nur für Korinth gedacht, er ist für alle gedacht, die Jesus als ihren Herrn annehmen. Paulus fährt fort: Ich danke meinem Gott allezeit euren wegen für die Gnade Gottes, die euch in Christus Jesus gegeben ist, dass ihr in allem reich gemacht worden seid in ihm, in allem Wort und in aller Erkenntnis, wie denn das Zeugnis von Christus in euch gefestigt worden ist, sodass ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gnadengabe, während ihr die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus erwartet, der euch auch festmachen wird bis ans Ende. Könnt auch sagen, der euch hier s, dass ihr unverklagbar seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus. Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn. Wir haben gesehen, die erste Botschaft, die Paulus der Gemeinde sagt, ist: Danke, dass Gott euch begnadigt hat. Ich danke, dass er euch in Erkenntnis der Bibel so viele Schätze geschenkt hat. Ich danke Gott, dass er euch den Geist der Weissagung in eure mitgegeben hat, sodass ihr an keiner Gnadengabe Mangel habt, dass ihr euch vorbereiten könnt auf die Wiederkunft Jesu. Und ich danke Gott, dass er in Christus euch unverklagbar machen wird, festmachen wird, stärken wird, sodass wir ohne Tadel sind bei der Wiederkunft Jesu. Er sagt, ich danke Gott dafür. Gott ist treu.

[6:15] Und damit haben wir das letzte Mal geendet mit diesem Gedankenen Vers 9: Gottes treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn. Wir sind berufen, mit Jesus zusammenzuleben.

[6:32] Vers 10. Ich ermahne euch aber. Das Wort ermahnen kann auch heißen, ich rufe euch auf, ich fordere euch auf, ich bitte, ich es suche euch. Ist also keine Ermahnung von oben herab, sondern eine Ich bitte euch, bitte, bitte, bitte. Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, Kraft des Namens Herrn Jesus Christus, dass ihr alle einmütig seid in eurem Reden und keine Spaltung unter euch zulässt, sondern vollkommen zusammengefügt seid in derselben Gesinnung und in derselben Überzeugung. Paulus sagt im Grunde genommen mit drei Aussagen dreimal dasselbe: Alle einmütig seid im Reden. Keine Spaltung unter euch. Vollkommen zusammengefügt seid in derselben Gesinnung, in derselben Überzeugung. Wer dasselbe denkt, der wird auch dasselbe reden und tun. Paulus sorgt sich um die Einheit der Gemeinde und er hat Grund für diese Ermahnung.

[7:25] Vers 11. Mir ist nämlich meine Brüder durch die Leute der Chloe bekannt geworden, dass Streitigkeiten unter euch sind. Wir haben letztes Mal schon kurz darüber gesprochen. Chloe kommt nur hier in der Bibel vor. Möglicherweise ist sie aus Korinth gebürtig gewesen. Ist jedenfalls ein griechischer Name. Die Gründer und ein eigentlich ein ursprünglich ein Beiname der griechischen Göttin Demeter, die ja auch ein Heiligtum dort in Korinth gehabt hat, aber dann auch einfach als Mädchenname gebraucht und eventuell ist sie eine von den Heiden gewesen, die dort zum Glauben gekommen sind. Jedenfalls aus ihrer Familie sind dort Leute in Ephesus gewesen und Paulus hat erfahren, es gibt Streit in der Gemeinde. Es ist ihnen wörtlich offenbart worden, klar gemacht worden.

[8:13] Vers 12. Ich rede aber davon, dass jeder von euch sagt: Ich gehöre zu Paulus, ich aber zu Apollos, ich aber zu Käfers, ich aber zu Christus. Paulus erwähnt zuerst die sich seiner Partei zugehören, dann die zu Apollos sich zählen. Und wir haben letztes Mal schon gesehen, dass Apollos ja kurz nach Paulus in Korinth gewesen ist, äh, von Ephesus dorthin gekommen war. Und dann gab es offensichtlich einige, die eher das Gefühl hatten, nun, Paulus war mit Jesus nicht zusammen, Apollos war mit Jesus nicht zusammen. Dann halten wir uns lieber an den Petrus, der ist ja auch eine Säule dort in Jerusalem. Der hat Jesus von Anfang an gesehen und gehört. Wir gehören nicht zu Paulus und Paulus, wir gehören zum Original, möchte man sie fast sagen. Hören, wir gehören zu Käfers. Und dann gibt's einige, die den Eindruck vielleicht gehabt haben, dass Christus auch nur einer von vielen Wanderpredigern gewesen ist. Wir gehören zu Christus. Die Gemeinde ist zerteilt in Parteien und Paulus antwortet absolut auf den Punkt.

[9:12] Vers 13: Ist Christus denn zerteilt? Be Paulus ist Christus so auch in Kolosser 1, 18 das Haupt der Gemeinde. Wenn die Gemeinde zerteilt ist, ist das Haupt zerteilt. Ist Christus denn zerteilt? Und dann macht er etwas ganz, ganz diplomatisch Sinnvolles. Er sagt: "Ist etwa Paulus vor euch gekreuzigt worden, oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft?" Er verwendet in diesen rhetorischen Fragen seinen eigenen Namen und kritisiert damit seine eigene Partei. Wenn er das mit Käfers gemacht hätte oder mit Apollos, hätten die den Eindruck gewonnen, also die Nachfolger von Apollos und von Käfers, er würde irgendwie sich über sie erheben und seine eigenen Leute hätten vielleicht nicht mal den Tadel selbst auf sich bezogen, aber indem er seine eigenen Anhänger tadelt, wird natürlich klar, die anderen sind auch gemeint. Hier sieht man, wie viel Feingefühl und Fingerspitzengefühl Paulus auch in deutlichen Tadel hineinlegen konnte.

[10:16] Paulus ist nicht für äh die Gläubigen gekreuzigt worden und auch sie sind nicht auf den Namen des Paulus getauft. Jesus ist für sie gekreuzigt worden und sie sind auf den Namen Jesu ja auch getauft worden. Mit anderen Worten, wenn alle Christus wirklich nachfolgen und verstehen, dass Jesus für sie gekreuzigt worden ist und Jesus ihr Heiland ist, dann sollte es eigentlich auch solche Spaltungen gar nicht geben.

[10:45] Vers 14: "Ich danke Gott." Er dankt schon wieder wie in Vers 4, aber diesmal aus einem sehr spezifischen Grund. Ich danke Gott, dass ich niemand von euch getauft habe, außer Christus und Gaius. Er sagt: "Nee, wenn ihr also solchen Streit habt und euch so aufteilt auf die Evangelisten und und Missionare, dann bin ich ja froh, dass ich niemanden getauft habe, sondern würden ja noch mehr sich meiner Partei zu äh gesellen." Außer Christus, den Christus haben wir kennengelernt letztes Mal in Apostelgeschichte 18, Vers 8. Das war der Synagogenvorsteher, äh, der sich dort ziemlich am Anfang gleich der Gemeindegründung hat äh taufen lassen. Den hat Paulus offensichtlich selbst getauft. Äh, der war ja ein ein sehr Vorsteher der jüdischen Synagoge in in Korinth und deswegen eine bedeutende Person. Ähm, Chrisbus heißt übrigens lateinisch Krauskopf. Äh, ist ein lateinischer Name, auch sonst als Beiname bezeugt. Und den Gaius haben wir auch kennengelernt als denjenigen, in dessen Haus die Gemeinde sich versammelt. Ähm, das könnte zumindestens derselbe Gaius sein. Der Name Gaius ist natürlich auch ein sehr häufiger, typischer römischer äh Name. Gaius Julius Caesar äh gibt's ja natürlich auch. Äh, ob es das derselbe Gaius ist wie in Dr. Johannes 1 ist mehr als fraglich, das kann man nicht genau sagen.

[12:06] Vers 15. Aber der Punkt von Paulus ist ja ganz deutlich: So kann doch niemand sagen, ich hätte auf meinen Namen getauft. Paulus wollte keine Anhänger für sich gewinnen. Paulus ist nicht durch die Welt gezogen, um für sich selbst zu werben. Er hat all die Schwierigkeiten auf sich genommen, um Menschen zu Christus zu führen. Und der Gedanke, dass Menschen sich jetzt an ihn hängen und nicht an Christus, war für ihn völlig unverständlich. Übrigens gibt dieses Problem heute auch noch, dass wir in den Gemeinden uns aufteilen, sagen: Ich gehöre zu dem Evangelisten, ich, das ist mein Lieblingsprediger, das ist das, das ist meine Richtung, ich gehöre zu der theologischen Schule und ich will, will. All das ist in Paulus fremd. Ist Christus zerteilt?

[12:46] Wir wollen Christus folgen, wir wollen der Wahrheit folgen. Und wir wollen nicht Menschen mit ihren äh Persönlichkeiten irgendwie zu einem Maßstab machen oder zu einer Gallionsfigur, der wir einfach dann blind folgen.

[13:02] Vers 16: "Ich habe aber auch das Haus des Stefanus getauft." Jetzt merkt man, der Paulus, der schreibt so wirklich, oder er schreibt ja nicht, er diktiert ja. Das wissen wir übrigens aus erste Korinther 16, wo er dann später in Vers 21 sagt: "Das ist meines Paulus handschriftlicher Gruß." Also er diktiert und beim Diktieren fällt ihm ein: Moment mal. Äh, ja, stimmt, ich noch jemand habe ich getauft, das Haus des Stefanus. In Korinther 16, Vers 15 wird deutlich, das waren mit die ersten überhaupt. Heißt es hier: "Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, ihr wisst, dass das Haus des Stefanus der Erstling von Achaia ist und dass sie sich dem Dienst an den Heiligen gewidmet haben." Also es waren die allerersten überhaupt, die hat Paulus auch selbst getauft. Und dann sagt er hier noch: "Sonst weiß ich nicht, ob ich noch jemand getauft habe." Also ist sich dann auch nicht mehr ganz sicher, was war nicht vielleicht noch irgendjemand, aber er kann sich an niemanden sonst erinnern. Das zeigt, der Paulus diktiert diesen Brief relativ äh spontan. Eine direkte Antwort scheinbar auf die äh, die Nachricht, die er gehört hat, hat sicherlich natürlich gebetet und gerungen, aber äh, kann ihnen hier richtig beim Denken quasi fast zusehen, den Paulus.

[14:14] Vers 17: "Denn Gott hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen und zwar nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz des Christus entkräftet wird." Dieser Vers schließt diesen ersten Gedankengang ab und führt zugleich einen neuen ein, der jetzt die nächsten Verse, den nächsten Abschnitt ganz lange beherrschen wird, nämlich das Verhältnis von Evangelium und Rhetorik. Das hat natürlich den Grund, dass der Apollos ein enormer Rhetoriker gewesen ist und einige Leute deswegen gegen den Wunsch des Apollos, wie wir letztes Mal rausgearbeitet haben, den Apollos höher gehalten haben als den Paulus. Und wir sehen auch jetzt, wenn wir dann weiter lesen, dass vor allem dieses Paulus-Apollos, das waren offensichtlich die beiden Hauptgruppen dort in Korinth. Und entsprechend geht jetzt Paulus ein bisschen auf diese Frage mit der Rhetorik ein. Aber noch ganz kurz zu dem Taufen. Jesus selbst hat ja auch nicht getauft. Die Taufen wurden durch seine Mitarbeiter durchgeführt. Paulus dient es also in der Verkündigung nicht minderwertige, auch wenn er selbst nicht regelmäßig getauft hat.

[15:21] Er sagt: Ich bin gekommen, das Evangelium zu verkündigen und zwar nicht in Redeweisheit, in der Weisheit des Wortes. Und damit meint er natürlich die damals so populäre klassische antike Rhetorik, die man damals sehr intensiv studiert hat, von der man glaubte, dass man sie braucht, um als Politiker die Massen überzeugen zu können. Er sagt: "Damit nicht das Kreuz des Christus entkräftet wird, leer gemacht." Er sagt, wenn man das Evangelium rein rhetorisch, einfach nur so überzeugend rüberbringen will, dann wird das Evangelium hohl, weil es für die zur Schaustellung von menschlicher Redekunst missbraucht wird.

[15:59] Jetzt begründet er seinen Punkt. Vers 18: "Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen. Uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft." Man kann das Evangelium gar nicht einfach rhetorisch brillant vortragen für Leute, die keinen Glauben haben. Sie werden immer das für eine einen Unsinn halten, dass der Erlöser der Welt an einem Kreuz, an einem römischen Kreuz hängt. Das ist ja der Ausdruck der absoluten Schande und Niederlage. Ähm, dieses Wort äh Torheit, Moria, kommt nur fünf Mal in der Bibel vor, aber immer hier in diesen ersten drei Kapiteln vom ersten Korinther. Das Kreuz macht nur für diejenigen Sinn, die echten Glauben haben und für die ist es dann eine Gotteskraft. Paulus sagt später an die Römer, dass das Evangelium ist die Kraft Gottes. Das Evangelium ist nie nur eine Theorie, die man blumig irgendwie überzeugend darstellt, sondern es ist die Kraft Gottes zur Errettung.

[16:54] Und um das zu äh begründen, führt er jetzt ein Zitat aus dem Alten Testament an und zwar aus Jesaja 29, Vers 14. Denn es steht geschrieben: "Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen." Dieses Zitat fast wörtlich aus der griechischen Übersetzung des Alten Testamentes aus der Septuaginta entnommen. Und äh im hebräischen Original klingt es so: "Die Weisheit seiner Weisen soll zur Nichte werden und der Verstand seiner Verständigen unauffindbar sein." Und die LXX, also die Septuaginta hat es dann so formuliert, dass es ein aktives Handeln Gottes ist: "Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen und den Verstand der Verständigen will ich verstecken." Das ist auch durch den direkten Kontext von Jesaja 29, Vers 14 gerechtfertigt. Dort steht nämlich: "Siehe, so will auch ich künftig mit diesem Volk wundersam, ja, überaus wundersam und verwunderlich umgehen." Also die griechische Übersetzung hat er jetzt nichts wirklich verdreht, sondern nur verdeutlicht. Und ähm Paulus hat jetzt am Ende nur noch das Wort "verwerfen" eingesetzt, statt "verstecken". Das ist noch ein bisschen stärker, also das noch ein bisschen zugespitzt den Punkt.

[18:10] Wenn man sich Jesaja 29, 13 anschaut oder Jesaja 29, Vers 14, dann stellt man fest, im Vers davor, in Vers 13 geht es um eine bloß formale Religion, in der das Herz sich nicht Gott nähert. Die Bibel spricht hier also von rein menschlicher Weisheit und Wissenschaft, die sich nicht Gott unterstellt. Die Bibel ist nicht gegen Wissenschaft per se, nicht gegen den Wunsch etwas zu wissen und weise zu werden. Ist gegen eine rein menschliche Weisheit, rein menschliche äh Wissenschaft, wo Gott keine Rolle spielt, denn das wird sich als nutzlos und nichtig erweisen. So sagt es Gott ganz deutlich.

[18:52] Paulus bringt das jetzt auf den Punkt. Vers 20: "Wo ist der Weise? Wo der Schriftgelehrte? Wo der Wortgewaltige dieser Welt seid? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht?" Die Weisen, das sind natürlich die Philosophen, das sind die Griechen lieben das. Äh, die Korinther werden natürlich auch die Philosophen alle gekannt haben, die seit Jahrhunderten das Denken der griechischen Kultur massiv geprägt haben. Die Schriftgelehrten, das sind dann eher die Theologen aus dem aus dem jüdischen Raum, die die Bibel kennen, Bibel auslegen und auch eine große Gelehrsamkeit an den Tag gelegt haben. Die Wortgewaltigen, das sind die Rhetoriker. Also, wir haben die Philosophen, wir haben die die Theologen, wir haben die Rhetoriker. All die sozusagen, von denen man denken könnte, rein menschlich, diese Fähigkeiten der Philosophie, der Theologie und der der Rhetorik, die brauche ich jetzt, um das Evangelium zu verbreiten. Aber Paulus fragt: Wo sind denn die, die weisen, die die Philosophen? Wo sind die Schriftgelehrten? Äh, wo sind diese Forscher, diese Sophisten, wenn man es äh wirklich wörtlich übersetzen möchte?

[19:55] Dieses Wort Sophist, hier das Südcetes, hängt mit dem Verb für diskutieren, für hinterfragen zusammen. Das sind also diese griechischen Rhetoriker, die sogenannten Sophisten, die alles mögliche in Frage stellen, die dich in eine Diskussion verwickeln, wo du am Ende nicht mehr weißt, was du am Anfang gesagt hast. Und

[20:15] Paulus zeigt mit diesen rhetorischen Fragen, die sind Fragen, die Fragen von Paulus sind selbst rhetorisch, sagt: All diese wissenschaftlichen Disziplinen seiner Zeit, sowohl im Judentum als auch im Heidentum, haben das Evangelium nicht erkannt.

[20:32] An der Verkündigung des Evangeliums haben die vermeintlich großen Personen seiner Zeit in der Regel keinen Anteil. Er sagt: Wo sind denn die ganzen Philosophen? Wer hat denn von ihnen Jesus erkannt? Wo sind denn die ganzen Theologen aus Jerusalem? Wer hat denn wirklich Jesus erkannt? Wo sind die ganzen Sophisten mit ihren tausend interessanten Fragen? Wer von denen hat denn das Evangelium wirklich erkannt? Hat nicht Gott auch die Weisheit dieser Welt türicht gemacht? Und wir stellen uns die Frage heute: Wo sind die ganzen Wissenschaftler, die Theologen, die mit großer Weisheit und und Redebegabung äh daherkommen? Wo sind sie, wenn es um das ewige Evangelium geht und um die Botschaft Gottes für diese Zeit? Wo sind sie?

[21:16] Diese Frage ist vielleicht unangenehmer, als wir denken, denn sie stellt uns auch als Gemeinde vor die Frage, wie sehr sollten wir versuchen, unsere Theologie und unseren Glauben immer so zu formulieren, dass er sozusagen solchen theologisch-wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, weil wir irgendwie den Eindruck haben, es muss alles der weltlichen Weisheit entsprechend definiert und ausformuliert sein.

[21:45] Vers 21: "Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott durch die Torheit der Verkündigung derjenigen zu retten, die glauben." Also Gott hat in seiner Weisheit, sagt Paulus, weil Gott so weise ist, hat er dafür gesorgt, dass rein menschliche Weisheit aus sich selbst raus, also das reine philosophische Nachdenken, so wie es bei Sokrates oder bei Aristoteles zu finden ist, äh, das ist nicht in der Lage Gott zu erkennen. Weil Gott das in seiner Weisheit so gefallen hat, hat er das Evangelium anders offenbart. Die Torheit der Verkündigung. Jesus selbst hat diesen Gedanken einmal so ausgedrückt. Das ist also nicht ein Gedanke nur von Paulus. Jesus sagt in Matthäus 11, Verse 25 und 26: "Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart hast. Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir." Nicht Gott möchte die Weisen nicht ausschließen, aber er möchte, dass jeder, egal ob er einen kleinen oder großen IQ hat, ob er nie zur Schule gegangen ist oder 25 Abschlüsse hat, er möchte, dass jeder zu Jesus kommt und durch den Glauben an Jesus wahre Weisheit gewinnt. Deswegen kommt dann kurz danach in Vers 28 die Einladung: "Kommt her zu mir, alle, die müselig und beladen seid, so will ich euch erquicken." Man kann nicht Gott erkennen ohne Jesus.

[23:18] Keine Wissenschaft, keine menschliche Rhetorik, kein menschliches Nachdenken, Philosophieren kann aus sich selbst heraus die göttliche Wahrheit erkennen. Es ist unmöglich. Paulus macht das ganz, ganz deutlich.

[23:33] Die Predigt gilt ja nicht als hohe Wissenschaft. Damals nicht und heute auch nicht. Aber es ist die Predigt, dass wenn Menschen aufstehen, die Bibel öffnen und und die die die Prinzipien des Evangeliums erklären, dadurch werden Menschen gerettet. Paulus galt nicht als Philosoph. Er galt nicht als als großer Rhetoriker. Er galt nur als ein Wanderprediger. Aber durch Paulus werden einmal Millionen Menschen im Himmel sein. Das kann Aristoteles nicht sagen. Das können die ganzen Rhetoriker und Dramatiker und Tragödenschreiber und so. Das können die alle nicht sagen. Das kann man von denen nicht sagen.

[24:13] Erlösung ist ja nicht durch Wissen. Erlösung ist nicht durch wissenschaftlich Kennis. Erlösung ist durch den Glauben. Wie Paulus es in Römer 1, Verse 16 und 17 ja deutlich macht. Dort ist die Kraft Gottes zu finden.

[24:25] Zurück zu er Korinther 1, Vers 22. Während nämlich die Juden ein Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen. Die Juden fordern Zeichen. Das äh sehen wir in den Evangelien immer wieder. Matthäus 12 als Beispiel, Verse 38 und 39. Und die die Griechen, die lieben die Weisheit, deswegen die Philosophie, die Liebe zur Weisheit. Paulus, der in Korinth mit den Juden zu tun hatte, die dort in der Synagoge gewesen sind, als auch mit den äh den den Römern und Griechen, die dort gelebt haben. Er weiß eigentlich, was die Erwartung ist, ist das völlig anderes. Wir bieten weder Zeichen, noch bieten wir die Philosophie, wie die Griechen sie erwarten.

[25:10] Vers 23: "Sondern wir bieten Christus, verkündigen wir Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis, weil damit immer verbunden ist die die der der Punkt, dass sie ihren eigenen Messias abgelehnt haben." Das das das ärgert sie und das das wollen sie ja nicht glauben. Und den Griechen eine Torheit, weil die Griechen sich fragen, wie kann ein ein Wanderprediger aus Galiläa, der an einem römischen Kreuz als als Aufrührer hingerichtet wird, wie kann der unser Erlöser sein? Wie die die den ist das unklar.

[25:43] Und mit reinen philosophischen Kategorien kann man es auch nicht erklären. Mit reinen wissenschaftlichen Überlegungen ist das auch nicht zu begründen. Aber wer am Kreuz von Golgatha im Glauben die Liebe Gottes versteht, für den ist das Ganze eine unfassbare Kraft.

[26:01] 24 Denen aber, die berufen sind, sowohl Juden als auch Griechen, verkündigen wir Christus. Gotteskraft und Gottes Weisheit. Das ist interessant. Die Juden wollen ein Zeichen. Sie wollen eine eine Kraft wirken. Sie wollen sehen, ah, das das hat, das hat äh da ist steckt was dahinter. Aber Christus ist die Kraft Gottes, nicht irgendein Zeichen. Und die die Griechen, die wollen Philosophie, die wollen Weisheit. Aber Christus ist die Weisheit Gottes. Er ist die Antwort auf das, was sie eigentlich verlangen.

[26:34] Paulus ist nicht umher gegangen und hat ständig Zeichen vom Himmel sicher beten, um irgendwie Eindruck zu schenken. Er hat sich nicht in philosophische Spekulationen eingelassen. Er hat einfach Christus gepredigt als gekreuzigt.

[26:46] Er und die anderen Apostel.

[26:54] In Vers 24 ist Gott immer vorangestellt. Es ist Gotteskraft. Es ist Gottes Weisheit. Ganz anders als das, was die Menschen sich vorgestellt haben.

[27:04] Vers 25. Ah, übrigens Jesus hatte auch schon selbst gesagt in Saduzeern in Matthäus 22, dass sie die Kraft Gottes nicht kennen. Und in Lukas 11, Vers 49, hat Jesus sich selbst als die Weisheit Gottes bezeichnet. Paulus ist also ganz nah in all dem, was er hier sagt, was uns auch herausfordert, gerade dann, wenn wir uns vielleicht auch für Theologie und für diese Dinge interessieren. Es ist ja nichts verkehrt daran, auch systematisch zu denken, aber was wir hier verstehen müssen, was Paulus uns deutlich macht: Wir können nicht erwarten, dass Menschen, die nicht an Jesus von Herzen glauben, dass die irgendwie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Es es wird uns nicht viel bringen, ständig die Kommentare von ungläubigen Theologen zu lesen. Wir werden die Wahrheit nicht erkennen können. Und wenn es zum guten Ton dazu gehört, alles zu wissen, was andere geschrieben haben, dann würde uns Paulus sagen: Paulus hat sich da damit seine Zeit nicht vergeudet. Statt alles zu lesen, was was Philosophen und und ungläubige Theologen geschrieben haben, hat er seine Zeit investiert, das Evangelium zu erklären. Und dadurch hat er Gottes Kraft in seinem eigenen Leben erfahren und hat Gottes Weisheit, die wahre Philosophie, erst noch viel besser verstehen können.

[28:22] Vers 25: "Denn das törichte Gottes ist weiser als die Menschen und das schwache Gottes ist stärker als die Menschen." Der Sinn scheint zu sein: Das, was in den Augen der Menschen töricht erscheint, aber von Gott kommt, z.B. die Predigt des Evangeliums. Die Menschen denken, das ist ja nur etwas, das ist ja akademisch nicht besonders äh hochstehend. Das ist in Gottes Augen weitaus weiser als menschliche Weisheit.

[28:51] Vers 26: "Seht doch eure Berufung an, ihr Brüder. Da sind nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele mächtige, nicht viele vornehme." Wir haben letztes Mal gesehen, da gibt es Einzel wie den Erastus, der ist Stadtverwalter, der hat ein hohes Amt, aber die meisten auch in Korinth kommen eher aus unteren sozialen Schichten. Nach weltlichen Maßstäben sind sie eher unbedeutend. Es gibt in der Gemeinde in Korinth nicht viele hohe Gelehrte, nicht viele Machthaber, nicht viele Adlige.

[29:22] Vers 27: "Sondern das Törichte der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zu Schanden zu machen. Und das Schwache der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zu Schanden zu machen." Gott erwählt diejenigen, die nach weltlichen Maßstäben unbedeutend sind, und er hat sie mit seiner Kraft und Weisheit ausgestattet. So wie in Vers 25. Töricht, schwach. Damit ist klar, das, was in Vers 25 das Törichte ist, das sind hier in Vers 27, das sind die die die Schwachen der Welt. Das sind das sind die Türen. Mit anderen Worten, das, was in Vers 25 gemeint ist, das Zürichte Gottes, das sind die einfachen Geschwister in der Gemeinde ohne großen Titel, die weiser sind als die Weisheit der Menschen.

[30:18] Das heißt, das, was Paulus hier in Vers 19 zitiert hat: "Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen." Das erfüllt Gott durch seine Gemeinde. Die Gemeinde beweist, dass sie, obwohl sie oft eher aus einfachen Leuten besteht, dass sie die tiefsten Wahrheiten versteht und weitergibt, zu denen Theologen und Philosophen aus eigener Kraft nie gekommen wären. Die zwölf Apostel sind ein bestes Beispiel dafür.

[30:50] Interessant ist, dass Paulus ja selbst hochgebildet ist. Paulus ist ja nicht gegen Bildung überhaupt, aber er weigert sich der Versuchung nachzugeben, seine hohe und weitaus bessere Bildung als Vorwand zu nehmen, eine besondere Rolle für sich in Anspruch zu nehmen. Er sagt nicht: Ich habe eine Führungsrolle, weil ich einen Doktor habe. Nein, nein, nein, nein, nein, sagt er. Und wenn seine eigenen Anhänger vielleicht sogar das Argument ins Feld gefügt haben: Aber wir müssen Paulus folgen, weil er ist doch so hoch studiert, dann möchte er ganz deutlich sagen: Nein, nein, nein, ich habe keinen Vorzug vor Apollos oder vor Petrus, der ja nur Fischer ist. Keinen Vorzug. Diese Dinge spielen bei Gott keine Rolle. Er teilt ihm eine entschiedene Absage. Wenn du denkst, ein Mensch sagt dir die Wahrheit, weil er ein Doktor ist, denke erneut. Gott gibt die Wahrheit. Und Gott kann durch Esel sprechen und durch Doktoren. Er kann durch Petrus sprechen und durch Paulus. Aber nur, wenn beide sich Jesus ganz hingeben.

[31:45] Vers 28. Und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt und und das, was nichts ist, damit er zunichte machte, was etwas ist. Das ist also noch derselbe Gedanke, noch einmal deutlich und hier als absolut äh ja äh aufs aufs auf den Punkt gebracht wörtlich das Nichtseiende, als ob es das Nichtseiende äh, damit er zunichte mache, was seiendes, also sein und nicht sein. Das ist also jetzt ganz, ganz grundsätzlich formuliert.

[32:18] Vers 29: "Damit sich vor ihm kein Fleisch rühme." Erlösung ist nämlich nicht aus Werken, äh, damit sich niemand rühmt. Das sagt er den Ephesern in Kapitel 2, Vers 9. Niemand kann sagen: Ich habe einfach so gut nachgedacht. Ich habe Gott gefunden. Ich habe einfach so gründlich recherchiert. Ich habe so klug das berechnet. Deswegen konnte ich nicht anders als es finden. Nein, es ist für alle. Egal, ob mit fünf Doktortiteln oder ohne Grundschulausbildung, ist es für alle eine Offenbarung Gottes, die wir im Glauben annehmen. Und ja, der Schriftgelehrte, der im Reich Gottes unterwiesen ist, so sagt Jesus, der kann aus seinem Schatz alles Neues hervorbringen. Der Paulus kann mit seiner theologischen Bildung natürlich ein großer Segen sein, wenn er sie auf den Altar legt und wenn er bereit ist, sie für Gottes Werk einzusetzen. Aber nur dann, nur dann ist Bildung und ist Weisheit und Wissen und und Redegewandtheit ein Segen, nur dann, wenn sie im Dienst für Jesus ist.

[33:13] Vers 30: "Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist, zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung." Das heißt, Jesus ist nicht nur die Weisheit. Die Philosophen wollen Weisheit haben und sie sie denken mit ihren Überlegungen, die sie von Aristoteles haben oder von den von den äh den den Könikern, nicht wahr, oder den Epikuräern, dass sie da der Weisheit letzten Schluss gefunden haben. Aber Jesus ist nicht nur die wahre Weisheit, er ist noch viel mehr. Er ist auch Gerechtigkeit, er ist Heiligung, er ist Erlösung. Etwas, was die Philosophie uns gar nicht anbieten kann. Bibel sagt uns in Römer 3, Vers 24, dass wir in ihm Erlösung haben. Es heißt dort in Römer 3 und dort Vers 24: "So, dass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist." Heiligung. Johannes 17 und dort Vers 19: "Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt sein in Wahrheit." In Jesus werden wir geheiligt. Wer versucht, ohne Jesus heilig zu werden, der versucht eine Unmöglichkeit. Gerechtigkeit. Es heißt in Jeremia 23, Verse 5 und 6: "Sein Name wird sein: Der Herr, unsere Gerechtigkeit." In ihm im Evangelium offenbart sich die Gerechtigkeit Gottes. So sagt es Römer 1, Vers 17.

[34:54] Vers 31 in erste Korinther 1. Damit es geschehe, wie geschrieben steht: "Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn." Das ist eine gekürzte Fassung von Jeremia Kapitel 9, Vers 23. Wörtlich heißt es dort in der Septuaginta: "In diesem soll sich rühmen, wer sich rühmt, dass er Gott kennt." Das ist also innerlich exakt dasselbe. Es ist nur ein bisschen quasi äh komprimiert, sprachlich äh etwas konziser gefasst. Der Punkt ist also ganz klar: Es gibt keinen einzigen Punkt, warum ich mich meiner eigenen Leistung rühmen könnte, denn alles, was wir haben, was wir sind, kommt von Christus.

[35:39] Die Spaltung der Korinther sind also völlig unsinnig. Warum soll ich also behaupten, ich gehöre zu Paulus oder zu Käfers, wenn ohnehin alles von Christus kommt und Paulus nichts für sie tun kann, außer mit Christus zusammenzuarbeiten, um sie zu Christus zu bringen? Was Christus für sie tun kann, kann Paulus und Käfers und kann Apollos niemals tun.

[36:00] Kapitel 2, Vers 1. So bin auch ich, meine Brüder, als ich zu euch kam, nicht gekommen, um euch in hervorragender, hervorragender Verzeihung, hervorragender Rede oder Weisheit des Zeugnis Gottes zu verkündigen. Paulus hatte eine ausgezeichnete Ausbildung. Er konnte sehr gut reden. Das hätte ihm gar nichts äh hätte ihn gar nicht äh gar nicht herausgefordert. Aber Paulus wusste, wenn ich einfach nur den brillanten Rhetoriker gebe, wenn ich einfach nur die Leute versuche zu überzeugen mit tollen Bildern, dann wird meine Mission scheitern.

[36:37] Er erklärt ihnen jetzt, warum sie vielleicht nicht beeindruckt waren von seinen rhetorischen Raffinessen, die er eingebaut hat in die Predigt, die eben nicht eingebaut hat in die Predigten. Sagt: Ich habe mir das vorgenommen, das nicht zu machen.

[36:52] Paulus wollte die Botschaft Gottes nicht als eine Frage der Rhetorik, nicht als eine eine Schulübung präsentieren, so wie das die Philosophen machten, die dann oder die Sophisten, die dann einfach sich Themen gestellt haben und diskutiert haben und Vorträge gehalten haben, einfach nur als eine Übung, wie man besonders gut rhetorisch argumentieren kann, ohne dass sie selbst von dem überzeugt waren, was sie geglaubt, also was sie da gesagt haben. Paulus wollte da kein Missverständnis aufkommen lassen.

[37:18] Interessant ist, dass er sie immer wieder Brüder nennt. Das so am Rande. So bin auch ich, meine Brüder. So schon auch in Vers 26: "Seht doch eure Berufung an, ihr Brüder." Oder Vers 10: "Ich ermahne euch aber, ihr Brüder." Bei allen Problemen, die dort sind, für Paulus sind sie Brüder. Und wir dürfen uns niemals so sehr zerstreiten in der Gemeinde, dass wir nicht mehr uns als Bruder und Schwester sehen können.

[37:43] Vers 2. Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus und zwar als Gekreuzigten. Letztes Mal haben wir gesehen, der kam aus Athen. Hatte gerade in Athen durchaus versucht auch die Epikureer und die Stoiker, die ganzen Philosophen dort auf der Agora, versucht sie auch mit Zitaten von Philosophen aus Griechenland und mit mit wirklich sehr durchdachten logischen Argumenten zu erreichen und hat einige erreicht, aber es war nicht so erfolgreich, wie er sich vielleicht gehofft hatte und er hat sich vorgenommen, nach als er nach Korinth kam: Ich muss noch ein bisschen nachschärfen. Ich muss an meine Methode fallen. Paulus hat nicht einfach seine Methode genommen und dann einfach das immer weiter durchgezogen. Er hat nachgedacht, hat überlegt, wie erfolgreich war das? Kann ich noch was verbessern? Kann ich noch ein bisschen den Fokus mehr von da nach da schieben? Und auch wir sollten unserer Mission und unseren Methoden, das Evangelium weiterzubringen, immer auch nachschärfen und gucken, wie kann ich das noch besser machen? Wie kann ich das Kernanliegen des Evangeliums noch mehr im Zentrum haben? Und er sagt: Ich habe mir vorgenommen, nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus. Und zwar als Gekreuzigter. Sagt: Ich, ich habe ein Urteil gefällt. Er hat es quasi sich vorgenommen.

[38:52] Vers 3. Und ich war in Schwachheit und mit viel Zittern bei euch. Paulus hat nicht nur große Reden geschwungen, er hat viel mehr für die Menschen im Einzelnen gewirkt. Wir haben gesehen, wer als Zeltmacher mit Paul mit Aquila und Priskilla zusammen gewesen ist, der wird viel auch Haus zu Haus Arbeit gemacht haben. Ähm, Dinge, die jetzt keine riesen Auflauf bewirkt haben, aber die im im Verborgenen gewirkt haben. Er hat da sicherlich auch äh öffentlich gepredigt. Wir wissen das aus der Synagoge hat er das getan und sicherlich auch gegenüber den Heiden. Aber Paulus hat sich nicht als seinen großen Rhetoriker präsentiert. Im Gegenteil, äh, er war mit Furcht und Zittern da. Das ist eine interessante Formulierung, die ansonsten in Epheser 6, Vers 15 auch von einem gläubigen Sklaven gesagt wird. Also jemand, der sich jetzt nicht aufspielt, sondern eher in so einer abhängigen Position ist. Entsprechend ist es auch dann die Idee in Philipper Kapitel 2, Verse 12 und 13: "Darum, meine Geliebten, wie ihr alle Zeit gehorsam gewesen seid, nicht in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern, denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen." Die Kernidee von Furcht und Zittern bedeutet also eigentlich jemand, der sich seiner Abhängigkeit bewusst ist. Jemand, der nicht selbstsicher auftritt und sagt: Hier bin ich, ich kann alles, ich weiß alles, ich sag's euch, sondern jemand, der, obwohl er lehrt, gleichzeitig Schüler ist und bleibt, der sich seiner Abhängigkeit von Gott bewusst ist und weitergibt, was er geben kann, aber immer nur so, um dann aus dem Bild zu treten, damit die Gläubigen zu Jesus schauen. So hat Paulus gewirkt und er erklärt es ihnen, warum es so ist, warum er das so gemacht hat.

[40:39] Vers 4: "Und meine Rede und meine Verkündigung bestanden nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit." Also er hat nicht überlegt, welche rhetorische Figur kann ich jetzt hier einbringen oder wie und was, sondern "in Erweisung des Geistes und der Kraft." Er hätte mit dem, was er gepredigt hat, vielleicht nicht einen Preis gewonnen bei antiken Redeübungen, aber er hat Menschenherzen gewonnen. Also Gott hat Menschenherzen gewonnen durch seine Predigt.

[41:09] Und es ist interessanterweise was wohl genau der Punkt, dass als Apollos kam, der eine besondere Redebegabung hatte und auch ganz geschliffen predigen konnte, dass dann einige der Korinther, die halt aus ihrer aus ihrer Erziehung, aus ihrer Schulbildung, aus dem Alltag dieses ständige Wettstreiten der Rhetoriker und der Philosophen und Sophisten kannten, den Eindruck hatten: Na, der Apollos, der hat schon mehr drauf als der Paulus, der ist halt einfach besser ausgebildet. Kommt aus Alexandria, einer der berühmtesten Städte überhaupt. Das ist halt nicht das Gleiche wie Jerusalem, nicht wahrscheinlich, wird einer so gedacht haben und daraus entstand dann diese Spaltung.

[41:58] Vers 5. Damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft. Der Glaube der Korinther und unser Glaube muss auf etwas Tieferem, etwas Besserem beruhen als auf menschlicher Weisheit. Der Glaube braucht als Fundament die Kraft Gottes, denn das ist das wahre Evangelium. Paulus sagt in äh Römer Kapitel 1 und dort Vers 16: "Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen." Wenn unser Glaube nur auf überzeugenden Argumenten eines begabten Predigers basiert, dann wird unser Glaube nicht standhalten und schon gar nicht in der Endzeit. Unser Glaube muss auf der Erfahrung des Evangeliums basieren. Wenn du ein Gläubiger bist, weil du einem überzeugenden Sprecher zugehört hast und seinen Argumenten nicht antworten konntest, dann reicht das nicht als Fundament für die Endzeit. Es reicht schon gar nicht als Fundament überhaupt schon in unserer Zeit, in der wir im Alltag leben. Wir brauchen als Fundament eine Erfahrung mit dem Evangelium. Und Paulus hatte diese Erfahrung mit dem Evangelium und er wollte seine Zuhörer eine solche Erfahrung mit dem Evangelium machen.

[43:18] Vers 6: "Wir reden allerdings Weisheit unter den Gereiften, aber nicht die Weisheit dieser Weltzeit, auch nicht der Herrscher dieser Weltzeit, die vergehen." Paulus ist nicht gegen Weisheit. Paulus ist nicht antiintellektuell. Echte Weisheit kommt nämlich von Gott. Jesus ist ja die echte Weisheit. Das Evangelium ist tatsächlich wahre Weisheit. Im Griechischen wird das sogar so betont, dass das Wort Weisheit ganz am Anfang steht: "Weisheit reden wir aber." Wir reden Weisheit. Und die Greifen Menschen, das sind diejenigen, die in Christus zur Vollendung kommen. Jemand Kolosser 1, Vers 28 kann man das lesen. Dort steht: "Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen." Wer Jesus liebt und mit Jesus lebt, der wird im Evangelium eine Weisheit erkennen, eine wahre Philosophie, von der bei also gegen gegen die ist alles andere völlig bedeutungslos.

[44:29] Vers 7: "Sondern wir reden Gottes Weisheit im Geheimnis, die verborgene, die Gott vor den Weltzeiten zu unserer Herrlichkeit vorher bestimmt hat." Das ist die Weisheit Gottes. Ähm, die wird auch schon in den Sprüchen thematisiert und erste Korinther 1, Vers 30 hat gezeigt, das ist Jesus Christus selbst. Das Geheimnis, das kennen wir auch aus Kolosser 1, Vers 27, wo es heißt: Kolosser 1, Vers 27: "Ihnen wollte Gott bekannt machen, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit." Jesus hatte die Gleichnisse als Geheimnisse des Himmelreiches äh, ja, hatte vor den Geheimnissen des Himmelreiches gesprochen. Also Gottes Weisheit wird als Geheimnis geoffenbart.

[45:18] Das heißt, sie lässt sich nicht einfach menschlich durch kluges Nachdenken erfassen und verborgen. Das haben wir in Matthäus 11, Vers 25 gesehen. Gott hat es vor den Weisen der Welt verborgen, aber den Unmündigen offenbart. Das heißt, es ist kein Geheimnis, wo die wo die Klugen hinkommen, sondern es ist das Geheimnis, wo nur die Glaubenden hinkommen. Um Gottes Weisheit zu verstehen, muss man also keine überragenden intellektuellen Fähigkeiten haben. Akademische Fähigkeiten alleine sind sogar völlig ungeeignet, um sie zu verstehen. Aber jeder aufrichtig suchende, jeder Glaubende kann diese Weisheit finden. Jesus war von diesem Gedanken so beeindruckt, so begeistert, dass er Gott dafür gelobt hat, gesagt: Gott, ich preise dich dafür, dass jedes Kind, jeder ungebildete Fischer, jede einfache Hausfrau, die nie die Gelegenheit gehabt hat, sich weiterzubilden, jeder kann die tiefste Weisheit Gottes erfassen. Und die Leute, die sich mit viel Bildung beschäftigt haben und dachten, in ihrer Bildung hätten sie schon den Schlüssel zu allem, die gehen am Ende leer aus, wenn sie nicht ihr Leben Jesus übergeben.

[46:35] Übrigens, es heißt hier, die Gott vor den Weltzeiten zu unserer Herrlichkeit vorher bestimmt hat. Das sehen wir auch in Kolosser 1. Das Geheimnis äh hat dort auch mit der Herrlichkeit Gottes zu tun, die Hoffnung der Herrlichkeit, Christus in uns. Und wenn wir die dieses Evangelium annehmen, äh, dann erleuchtet die Erde in Offenbarung 18, 1 mit der Herrlichkeit Gottes. Ähm, Offenbarung 18, Vers 1. Genau. Da können wir noch so viel mehr dazu sagen. Wir müssen aus Zeitgründen weitergehen.

[47:05] Über diese Weisheit Gottes noch mehr hier zu erfahren in Vers 8: "Die keiner der Herrscher dieser Weltzeit erkannt hat. Denn wenn sie sie erkannt hätten, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt." Also das Kreuz von Golgatha beweist, dass die von Menschen hochgeachteten Autoritäten, der Staat Pontius Pilatus, die die römische Armee oder auch die Theologen, die dort äh am am am Kreuz waren, die bei der Gerichtswandlung waren, die alle haben die Herrlichkeit Gottes nicht verstanden. Das Kreuz ist der Beweis. Man kann sich weder auf den Staat verlassen, noch auf die auf die auf die Weisen, wenn es darum geht, Erlösung zu verstehen.

[47:40] Interessant ist, dass Jesus hier als der Herr der Herrlichkeit bezeichnet wird. Die Phrase kommt nur hier vor. Das heißt, die äh die die Herrlichkeit, Vers 7, die weiße, die zu unserer Herrlichkeit vorherbestimmt ist, die zeigt sich am Kreuz, denn Jesus ist am Kreuz der Herr der Herrlichkeit. Und wenn wir ihm glauben, Christus euch, die Hoffnung der Herrlichkeit, dann leuchtet das in unser Herz hinein, dann verstehen wir die wahre Weisheit Gottes tatsächlich.

[48:04] Vers 9. Sondern wie geschrieben steht: "Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und kein Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben." Der Vers, der erinnert thematisch an Jesaja 64 und dort Vers 3. Die Idee hier ist, dass Gott etwas für die Gläubigen tut, das mit menschlichen Sinneswahrnehmungen und mit Überlegungen aus rein menschlicher Natur nicht allein erkannt werden kann. Menschliche Wissenschaft kann es nicht ergründen. Was kein Auge gesehen, was kein Ohr gehört hat, man kann es nicht einfach durch Beobachtung selbst herausfinden. Paulus wiederholt die ganze Zeit eigentlich einen entscheidenden Punkt: Was wir über das Evangelium wissen, wissen wir, weil Gott in Gnade und unverdient für uns, obwohl wir es nicht verdient haben, es uns einfach gezeigt hat. Und wenn wir es glauben, einfach, weil wir ihm glauben, dann verstehen wir es auch. Wenn wir stattdessen auf unseren eigenen Verstand uns berufen und uns nicht einfach nur Gott unterwerfen wollen, werden wir die Weisheit Gottes nie verstehen. Das hat so weite Auswirkung auf unser Leben, auf die Art und Weise, wie wir als Gemeinde auch äh ja, das Wort Gottes verkündigen und erforschen. Sind wir bereit, der Offenbarung Gottes einfach implizit zu glauben? Oder wollen wir alles mit unserem menschlichen Verstand kategorisieren und definieren und so darstellen, dass vielleicht ungläubige Theologen äh irgendwie uns anerkennen? Das ist die Frage, vor der wir stehen. Die Frage, die uns diese ersten Seiten des Korintherbriefes direkt präsentieren und an der wir uns alle, an der ich und wir uns alle fragen müssen: Kennen wir die Weisheit Gottes, so wie Paulus die Weisheit Gottes kannte?

[49:55] Vers 10. Uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes. Im Evangelium wird diese tiefe Wahrheit des Wirkens Gottes offenbart durch den Geist, nicht durch menschliche Wissenschaft. Der Geist erforscht. Dieses Wort erforschen, ero wird auch verwendet. Ero wird auch verwendet für ausführliches Bibelstudium. Die Schriftgelehrten z.B. haben ja, er sagt, ihr erforscht die Schriften. Ähm, aber der Geist ist es, der erforscht. Der Heilige Geist ist also keinesfalls gegen gründliches Nachdenken und systematisches Erforschen. Im Gegenteil, der Heilige Geist ist der Forscher überhaupt. Gott ist nicht gegen Wissenschaft. Er ist nicht gegen Weisheit. Er möchte nur, dass Wissenschaft, Weisheit, forschen, alles mit ihm zusammengeschehen und zwar aus Glauben.

[50:50] Es gibt immer die Frage: Wissenschaft und Glaube, was der und wie kriegen wir sie zusammen? Der Paulus, glaube ich, würde so widersprechen, sagt: Wir müssen sie nicht zusammen kriegen. Es gibt keine echte Wissenschaft ohne Glauben. Das ist wahrscheinlich ein radikaler Gedanke für viele, aber das ist, was Paulus uns sagen möchte. Die echte Weisheit, die echte Wissenschaft, die kommt nur aus dem Glauben und dann erst können die ganzen intellektuellen Fähigkeiten, die Gott uns verschiedlich gegeben hat, die können sich dann erst richtig entfalten und zwar so, dass sie zum Segen werden und nicht zum Fluch.

[51:20] Vers 11: "Denn wer von den Menschen kennt die Gedanken des Menschen als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So kennt auch niemand die Gedanken Gottes als nur der Geist Gottes." Paulus verwendet hier eine Analogie. Wenn es um die Dinge des Menschen geht, das heißt, die Dinge, die einen Menschen betreffen, äh, wenn es darum geht, die zu kennen und zu verstehen, ist von allen Menschen niemand so sehr qualifiziert als der Mensch, um den es geht. Also, wenn es darum geht, wer weiß am besten, was mich betrifft, dann bin ich derjenige, der am meisten, besten weiß, was mich betrifft. Genauso ist Gott auch der einzige, der wirklich weiß, was ihn, was die Dinge Gottes betrifft. Er kann es am besten begreifen. Mit anderen Worten, wenn wir schon einen Menschen fragen müssen, um zu verstehen, wie er denkt, ja, also ich, ich sehe da einen Menschen und ich will verstehen, wie denkt er, dann ist doch das Beste, was ich machen kann: Ich frage ihn. Ich versuche zu ihn heraus, ich kommuniziere mit ihm und höre zu, was er mir sagt, wie es ihm geht und was er was er denkt. Äh, weil von allein von außen kann ich das nicht herausfinden. Ich muss zuhören. Wie viel mehr müssen wir dann Gott fragen, um die Wahrheit über ihn zu erfahren? Wenn ich also denke, ich kann Theologie machen und glaube, muss ich an Gott glauben, das ist völliger Unsinn. Ich muss doch Gott fragen. Ich muss doch mit ihm in Kontakt drin. Ich muss doch verstehen, was er sagt, zuhören, damit ich überhaupt etwas Sinnvolles über ihn sagen kann.

[52:35] Vers 12: "Wir aber, wir aber Verzeihung, wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, sodass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist." Es gibt also die Möglichkeit, äh, denn Gott hat seinen Geist der Gemeinde gegeben. Zu Pfingsten äh ist es ganz deutlich noch mal sichtbar geworden. Gott, Menschen können die Wahrheit Gottes also erkennen. Der Geist Gottes ist ja da. Die Gemeinde ist genau dazu da. Und deswegen soll die Gemeinde gar nicht erst in dieses weltliche Denken, ich folge Apollos und Käfers und gar nicht erst kommen, weil wir den Geist haben. Ähm,

[53:13] wir haben nicht den Geist der Welt, der würde uns nicht helfen, sondern den Geist Gottes.

[53:18] Jesus sagt Johannes 14, Vers 17: "Die Welt kann den Geist der Wahrheit gar nicht empfangen. Durch den Geist erkennen wir, was Gott uns alle schenkt." Siehst du in deinem Leben, was Gott alles schenkt, dann ist es ein Beweis, dass der Heilige Geist an dir und in dir wirkt.

[53:33] Vers 13. Und davon reden wir auch nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind, indem wir geistliches geistlich erklären.

[53:53] Die Predigt von Paulus beruht nicht auf menschliche Rhetorik, weil sie viel mehr auf dem Wirken des Heiligen Geistes beruht. Gott hat den Geist gegeben und Paulus wendet dieses Geschenk in seiner Verkündigung an. Er predigt, weil Gottes Geist ihn leitet. Gottes Geist hat ihm gezeigt, dass er nach Europa muss. Gottes Geist hat ihm gezeigt, er sollte erstmal nicht in Ephesus predigen. Gottes Geist hat ihn geführt. Gottes Geist gibt ihm die richtigen Erklärungen der geistlichen Bibelstellen.

[54:25] Gelehrt steht hier vom Heiligen Geist gelehrt. Da steht Didaktos. Da kommt unsere Didaktik her. Also eine echte Ausbildung, die wirkliche Ausbildung für den Dienst der Verkündigung kommt nicht durch menschliche Rhetorik und Weisheit, sie kommt durch Gottes Geist.

[54:43] Vers 14: "Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss." Ohne den Heiligen Geist kann man geistliche Dinge nicht verstehen. Und deswegen werden fleischliche Menschen, die den Geist Gottes nicht haben, die Schlussfolgerung auch als unsinnig bezeichnet. Deswegen haben wir gesehen, für die griechische Gelehrsamkeit erschien das Evangelium als Torheit, als unsinnig. Und das wird auch immer so bleiben. Wenn wir vom Geist geführt werden, werden ungeistliche Menschen nicht plötzlich sagen: "Wow, das ist ja die tollste Offenbarung." Sie werden das als unsinnig empfinden, weil Geist und Fleisch nicht zusammen gehen. Es ist also letztlich völlig vergeblich, wenn gläubige Menschen versuchen, die akademische Anerkennung von umgekehrten Menschen zu erheischen. Das ist vergeblich. Die Weisheit wird, die Weisheit Gottes wird von diesen als solche nie erkannt werden. Es sei denn, sie werden auch geistlich.

[55:41] Vers 15: "Der geistliche Mensch dagegen beurteilt zwar alles, er selbst jedoch wird von niemand beurteilt."

[55:48] Vers 16: "Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, dass er ihn belehre? Wir aber haben den Sinn Christus." Den Sinn des Christus. Geistliche Menschen können also geistliches verstehen. Ihre geistliche Einstellung gibt ihnen den Zugang zu aller Wahrheit, in die sie der Geist Gottes führt. Das heißt nicht, dass sie alles gleich sofort verstehen, aber sie haben die das Potenzial, die potenzielle Möglichkeit es verstehen zu können. Und deswegen werden geistliche Menschen auch nicht von Ungeistlichen beurteilt, weil diese das Handeln von geistlichen Menschen gar nicht richtig einschätzen können.

[56:25] Also geistlich gesehen stehen also weltlich gebildete keineswegs über einfachen geistlichen Gläubigen. Und Paulus belegt das wieder mit einem Bibelwort jetzt aus Jesaja 40, Vers 13. Das ist ganz interessant. Auch hier kürzt Paulus etwas. Im Original heißt es: "Wer hat den Geist des Herrn ergründet und wer hat ihn als Ratgeber unterwiesen?" Der Gedanke ist: Gott benötigt keinen Lehrer. Gott benötigt keinen Ratgeber. Äh, niemand kann Gottes Denken ergründen. Deswegen kann auch niemand weiser sein als Gott. Und Paulus macht jetzt folgendes: Er sagt: "Wenn dieser Gott, der keinen Lehrer braucht, mein Lehrer ist, unser Lehrer ist, dann benötigen wir keinen anderen, um geistliches zu verstehen." Die Bibel legt sich dann selber aus. Der Geist Gottes braucht keinen extra Theologen, der uns erstmal alles genau erklärt, weil Gott selbst unser Lehrer sein kann. Weltliche Weisheit ist nicht nötig. Paulus ist nicht gegen Lehrer, das werden wir sehen. Er selbst ist ein Lehrer gewesen, aber macht ganz deutlich: "Ungistliche akademische Weisheit ist für das Verständnis der Bibel absolut unnötig."

[57:33] Interessanterweise hier auch äh, in Jesaja 40 ist der Herr JHWH Gott. Hier identifiziert ihn Paulus als Christus. Auch ein interessanter Punkt, um deutlich zu machen, dass Jesus Gott ist. Auch im Denken von Paulus.

[57:53] Durch das Denken Jesus, durch den Sinn des Christus haben wir Zugang zum Glauben und zum Wirken des Heiligen Geistes.

[58:06] Kapitel 3, Vers 1. Und ich, meine Brüder, konnte nicht zu euch reden als zu geistlichen, sondern als zu fleischlichen Menschen, als zu Unmündigen in Christus. Als Paulus nach Korinth kam, da waren die Korinther ja noch nicht geistlich. Sie waren völlig fleischlich, egal, ob sie jetzt in einer jüdischen Gemeinde waren oder vor allem auch die die Heiden, die kannten geistliche Dinge gar nicht. In der jüdischen Gemeinde gab es sicherlich einige, die schon geistlich äh geprägt waren. Er hätte also vieles gar nicht sofort erklären können. Er musste erstmal das Fundament legen. Er musste mit den ein er musste quasi das ABC des Glaubens erstmal behandeln. Und fleischlich bedeutet ja bei Paulus, dass man unter die Sünde verkauft ist, dass man äh, noch quasi ja nach sündigen Prinzipien auch denkt und entsprechend auch handelt.

[58:55] Als Unmündige. Von Paulus heißt es in Epheser 4, Verse 13 und 14, dass die Unmündigen von falschen Lehren hin und her geworfen sind. Ja, und sie müssen dann im Glauben wachsen, damit sie interessanterweise, wer im Glauben erwachsen wird, trägt zur Einheit der Gemeinde und der äh gemeinsamen Erkenntnis bei. Und das ist genau das Problem der Korinther. Sie sind noch nicht wirklich im Glauben gewachsen.

[59:13] Vers 2: "Milch habe ich euch zu trinken gegeben und nicht feste Speise, denn ihr konntet sie nicht vertragen." Ja, ihr könnt sie auch jetzt noch nicht vertragen. Paulus hatte seine Predigten halt angepasst, so wie jeder gute Missionar sich überlegt, was können die jetzt verstehen, die hier vor mir sitzen oder stehen. Er hat über einfache Wahrheiten gesprochen und hat die tieferen Zusammenhänge auf später verschoben. Milch. Das sind die Anfangsgründe in der biblischen Botschaft nach Hebräer 5. Und trotzdem war es das unverfälschte Wort Gottes. Es war nicht einfach nur irgendeinen Unsinn. Paulus hat einfach gepredigt, aber trotzdem die Wahrheit. Petrus 2, Vers 2: "Die Milch ist das unverfälschte äh Wort Gottes." Das ist genau das Richtige für Anfänger im Glauben. Also einfach, aber wahr.

[1:00:00] Paulus relativiert sein Vorgehen auch nicht. Er verteidigt. Er sagt: Das ist absolut richtig und wichtig. Ich musste am Anfang etwas Simples euch predigen, damit ihr überhaupt erstmal die Grundwahrheiten kennenlernt. Jesus hat dasselbe getan. Er hat auch gesagt: Ich habe euch noch vieles zu sagen, das könnt ihr jetzt nicht ertragen. Er hat teilweise nur in einfachen Gleichnissen gesprochen und nur dann die Gleichnisse ausgelegt, wenn er gefragt worden ist. Wenn jetzt einige Christen in Korinth darauf Schlussfolgern, dass andere Prediger wie Apollos z.B. den Paulus überlegen sind, dann missverstehen sie die ganze Situation. Sie begreifen nicht, dass es kein Rhetorenwettbewerb ist, sondern dass Paulus auf einen, also in einer anderen Situation gewesen ist. Jetzt, wo sie gläubig geworden waren, konnte Apollos natürlich tiefere Dinge dazu nehmen und äh, wir unterschätzen manchmal die Arbeit der Pioniere und und sind begeistert von denen, die dann die tiefsten Details noch herausfinden und Dinge, die wir noch nie gehört haben, aber es sind die Pioniere, die das Evangelium in ferne Länder bringen und dann immer wieder Daniel 2, die Wiederkunft und das Kreuz predigen.

[1:01:08] Paulus hätte ihnen all das sagen können, was Apollos ihnen gesagt hat, aber das hätte nichts geholfen. Jede Wahrheit hat ihren Zeitpunkt und das wussten Paulus und Apollos. Hätte Apollos wiederholt, was Paulus alles gemacht hätte, nichts Neues gemacht, hätte er seine Aufgabe nicht verstanden. Paulus hat das richtig getan, aber die Gemeindeglieder haben es falsch interpretiert und falsch verstanden.

[1:01:25] Vers 3. Denn ihr seid noch fleischlich. Jetzt, noch fünf Jahre später, ist das Problem noch nicht gelöst. Solange nämlich Eifersucht und Streit und Zwietracht unter euch sind, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise. Und ich frage mich und euch und uns alle: Wenn es Streit und Eifersucht und Zwietracht in den Gemeinden heute gibt, sind wir da nicht auch noch fleischlich?

[1:01:52] Paulus diagnostiziert: "Die Gemeinde in Korinth ist noch immer fleischlich." Streit ist ein Werk des Fleisches. Galater 5, Vers 19 und 21 kann man auch in Jakobus 3 und 4 sehen, nach Menschenweise. Die Menschen, die denken normalerweise so und mit ihrem sündigen Herzen und handeln auch so. Äh, Markus 7, da kommt alles heraus. Ähm, der Streit und der Ehebruch und die ganzen Dinge, die Untreue. Markus 7 macht das deutlich. Aber in Korinth haben sie zwar die Botschaft von Jesus gehört und angenommen, aber ihr Leben zeigt, dass das Evangelium noch nicht wirklich eine Veränderung bewirken durfte, die Gott eigentlich vorgesehen hat.

[1:02:29] Jetzt spitzt Paulus den Gedanken zu. Vers 4. Denn wenn einer sagt: Ich gehöre zu Paulus, der andere aber: Ich bin zu Apollos, seid ihr da nicht fleischlich? Die Tatsache, dass diese Parteien gibt, beweist den Punkt, den Paulus hier macht. Er distanziert sich von allem Personenkult. Er distanziert sich von allem Parteidenken.

[1:02:46] Vers 5. Wer ist denn, wer ist denn Paulus und wer Apollos? Was sind sie anders anderes als Diener, durch die ihr gläubig geworden seid? Und zwar, wie es der Herr jedem gegeben hat. Er verwaltet noch ein bisschen bei dem Punkt.

[1:03:00] Paulus ist nichts Besonderes. Apollos ist nichts Besonderes. Sind einfach nur Diener Gottes. Sind Instrumente, durch die Gott Bekehrung gewirkt hat und zwar ihre nach ihren Gaben und Fähigkeiten. Der ganze Personenkult um Evangelisten ist also unsinnig. Auch der ganze Personenkult, den es heute gibt um Evangelisten, ist völlig unsinnig. Und Paulus würde mit Nachdruck dagegen predigen.

[1:03:25] Vers 6. Ich habe gepflanzt. Apollos hat begossen. Gott

[1:03:27] Aber das hat Gedanken gegeben. Paulus war der Pionier. Er hat angefangen. Apollos hat dann die Arbeit weitergeführt, aber Gott hat die Gemeinde wachsen lassen.

[1:03:35] So ist also weder der etwas, welcher pflanzt, noch der, welcher begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. Der aber, welcher pflanzt und der, welcher begießt, sind eins. Und das macht er einen wichtigen Punkt. Ihr habt euch zwar zerspalten und sagt, ich bin Paulus, ich bin, ich gehöre zu Apollos, aber Apollos und Paulus selbst arbeiten zusammen, die wollen das gar nicht. Es wäre ja noch schlimmer, wenn jetzt Apollos irgendwie das befeuert hätte. Apollos haben wir gesehen, Apollos wollte das gar nicht, hat sich dann zurückgezogen. Er wollte gar nicht mehr richtig nach Korinth erstmal kommen, weil er wollte nicht, dass das weiter sich vertieft.

[1:04:07] Apollos und Paulus waren sich eins und waren einer Meinung. Es waren die Gemeindeglieder, die diesen Evangelisten, diesen Missionaren Unrecht taten, indem sie einige höher auf ein Podest gehoben haben als andere.

[1:04:21] Und liebe Freunde, ich würde mir wünschen, dass wir daraus lernen, dass wir nicht einzelne Sprecher hier und dort und einzelne Prediger hier und dort auf ein Podest heben und den anderen dann miteinander vergleichen und dann, ich gehöre zu dem und zu dem. Das ist ein Ausdruck von Fleischlichkeit in unserem Herzen und Gottes Geist, der hier durch die Worte von Paulus zu uns spricht, möchte, dass wir das aufgeben.

[1:04:47] Jeder Arbeit wird seinen eigenen Lohn empfangen, entsprechend seiner eigenen Arbeit. Gott wird schon dafür sorgen. Der Lohn besteht nicht darin, dass uns Geschwister applaudieren, sondern der Lohn, den wird Gott uns geben und zwar ganz gerecht. Es gibt also keinen Grund für einen Konkurrenzkampf jetzt.

[1:05:04] Denn wir sind Gottes Mitarbeiter, ihr aber seid Gottes Ackerfeld. Das ist das Bild, das wir gesehen haben. Der eine hat gepflanzt, der nächste hat begossen. Aber Paulus bringt jetzt noch ein neues Bild hinein, nämlich wir sind Gottes Ackerfeld und Gottes Bau.

[1:05:26] In Korinth ist ja viel gebaut worden. Es gab ja da einen echten Bauboom, wie wir letztes Mal gesehen haben. Das heißt, die Korinther, die werden schon eine Ahnung gehabt haben, wie das mit dem Bau so ist. Die Stadt ist ja dann in den Jahrzehnten vor Paulus' Ankunft wirklich ganz neu aufgebaut worden und so richtig massiv auch dann verschönert worden mit Marmor und so weiter. Die Korinther wussten etwas über den Bau und möglicherweise hat Paulus das bewusst auch hier verwendet.

[1:05:56] Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt. Mit anderen Worten, Paulus hat das Fundament gelegt. Ein anderer aber baut darauf. Ja, wenn jetzt das Fundament gelegt ist, kommt das nächste Gewerk oder der nächste Bauarbeiter und der baut nicht ein zweites Fundament. Das Fundament ist ja da. Baut an Säulen zu bauen zum Beispiel oder Mauern.

[1:06:15] Aber wenn Paulus angefangen hätte, eine tolle korintische Säule zu bauen, dorische Ordnung oder so, und es kein Fundament gewesen wäre, dann hätte es nichts genützt. Er musste das Fundament legen. Das Fundament ist jetzt von außen nicht so besonders beeindruckend wie eine Fassade oder eine tolle Säulenreihe. Das Fundament ist entscheidend. Wenn andere dann tolle Säulen bauen, dann nur deswegen, weil das Fundament schon gelegt worden ist.

[1:06:41] Lasst uns Verkündiger nicht danach bewerten, wer die tollste Rhetorik hat, sondern lass uns danach schauen, dass wir sehen, wie jeder nach seinen Gaben und Fähigkeiten zusammenarbeitet, damit die Gemeinde wirklich richtig gebaut wird.

[1:06:56] Er sagt: "Gemäß der Gnade, Verzeihung, gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt, denn anderer aber baut darauf. Jeder aber gebe darauf aufbauend, denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Christus, Jesus Christus."

[1:07:15] Es ist wichtig, wie man auf dem Fundament baut, aber am wichtigsten ist, dass es das richtige Fundament ist. Und das einzige Fundament, auf dem eine Gemeinde wachsen kann, ist Jesus Christus. Er ist der Eckstein, wie uns Jesaja 28, Vers 16 und dann mehrere Texte im Neuen Testament sagen. Ohne Christus kann die Gemeinde nicht bauen. Deswegen musste Jesus, musste Paulus anfangen mit Christus und ihm als Gekreuzigten. Ohne das kein Verständnis der Prophetie, kein Verständnis des Heiligtums, kein Verständnis all der anderen Dinge, die in der Bibel eine Rolle spielen.

[1:07:45] Christus ist das Fundament, denn er ist das Zentrum aller wahren Lehre.

[1:07:50] "Wenn aber jemand auf diesem Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag wird es zeigen, weil es durchs Feuer geoffenbart wird und welche Art das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben." Es gibt verschiedene Baumaterialien, die die verschiedene Qualität der Gemeindearbeit und des Gemeindeaufbaus beschreiben.

[1:08:15] Der Tag ist natürlich der Tag der Wiederkunft, wie wir aus Kapitel 1, Vers 8 wissen, wo es heißt: "Der euch auch fest machen wird bis ans Ende, so dass ihr unverklagbar seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus."

[1:08:28] Und Gold, Silber und kostbare Steine sind natürlich wertvoll. Die halten dem Feuer stand. Holz, Heu und Stroh werden dagegen vom Feuer verzehrt.

[1:08:39] Wenn jemandes Werk, das darauf gebaut hat, bleibt, wenn also vom Feuer erweist, dass es Gold oder Silber oder Edelsteine sind, dann wird er Lohn empfangen. Ja, also jemand, der erfolgreich und nachhaltig Gottes Gemeinde mitgebaut hat, weil er wirklich gutes Material eingesetzt hat, wirklich wertvolle Arbeit geleistet hat und sich richtig reingehangen hat, der wird seinen Lohn dafür bekommen im Himmel und auf der neuen Erde. Und der Hauptlohn werden natürlich die vielen gewonnenen Menschen sein, die er bei der Wiederkunft dann auch seinem Erlöser entgegengehen sehen wird. Daniel 12, Vers 3: "Die Verständigen werden leuchten wie die Sterne am Himmel."

[1:09:22] Und dann Vers 15: "Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer." Das heißt, wenn jemand in der Arbeit für die Gemeinde nicht das Beste gegeben hat, nicht, wenn er nachlässig war, nicht gründlich genug war, bedeutet das nicht automatisch, dass er deswegen automatisch verloren geht. Und doch ist der Verlust sehr groß. Er wird gerettet werden, aber wie durchs Feuer.

[1:09:44] Und der Gedanke drängt sich hier auf: Das ist ja wie bei Lot. Der hat auf das Fundament auch nicht Gold und Silber gebaut, sondern eher Holz und Stroh. Er hat nicht die beste Entscheidung getroffen. Er hat seiner eigenen Familie nicht wirklich das Beste gegeben. Am Ende ist kein einziger aus seiner eigenen Familie gerettet worden. Keiner ist ihm im Glauben an Gott wirklich gefolgt. Seine beiden Töchter sind zwar physisch gerettet worden, aber was mit ihnen dann passiert ist, kann man ja nachlesen.

[1:10:16] Abraham war anders. Er hat quasi mit Gold und Silber gebaut. Entsprechend ist er der Vater von Millionen Gläubigen geworden.

[1:10:24] Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und dass der Geist Gottes in euch wohnt? Das Bild vom Bau wird jetzt noch konkretisiert.

[1:10:36] Es geht um einen Tempel, nicht um irgendeinen Tempel, nicht den Tempel des Esoterikers und nicht den Apollon-Tempel in Korinth. Es geht um Gottes Tempel, der durch den Gemeindeaufbau gebaut wird. Denn Gottes Geist möchte ja mitten in seiner Gemeinde wohnen. Er hat seinen Geist gegeben zu Pfingsten, damit er in uns wohnen kann.

[1:10:58] Deswegen sollen wir täglich fleißig an diesem Bau arbeiten mit dem besten Material, die Gemeinde bauen und sie stärken. So hat Paulus gearbeitet. So hat Apollos gearbeitet.

[1:11:16] Verzeihung. Vers 17. Wenn jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben, denn der Tempel Gottes ist heilig und der seid ihr. Wer die Gemeinde Gottes kaputt macht, sei es zum Beispiel durch das aktive Fördern von Streit und Spaltungen, der wird das ewige Leben nicht erben. Gottes Gemeinde ist Heiligung, heilig. Im Alten Testament ist ganz deutlich, wer das Heiligtum verunreinigt, wird mit dem Tode bestraft. Wir dürfen Gottes Gemeinde nicht aktiv kaputt machen. Wir dürfen Gottes Gemeinde nicht zerspalten, indem wir Streit und Spaltung fördern.

[1:11:52] Niemand betrüge sich selbst. Wenn jemand unter euch für weise hält in dieser Weltzeit, so werde er töricht, damit er weise werde. Da gab es also Leute, die der Meinung waren, man müsste nicht unbedingt auf Paulus hören, er hätte nicht so toll rhetorisch gebrilliert, wie man das eigentlich von einem guten Philosophen gewohnt gewesen sei. Sagt, wenn das euer Maßstab ist, ich warne euch.

[1:12:19] Wenn ihr der Meinung seid, ihr könnt durch weltliche Weisheit die Gemeinde Gottes voranbringen, dann seid ihr einer Selbsttäuschung auf den Leim gegangen. Diese Selbsttäuschung muss aufgegeben werden. Wenn wir denken, dass wir durch weltliche Methoden Gottes Gemeinde voranbringen, dann müssen wir diese Meinung aufgeben. Wir müssen töricht werden, nicht im eigentlichen Sinne, sondern in den Augen der Welt. So wie wir es in Kapitel 1 gesehen haben. Wir müssen bereit sein, das zu tun, was Gott von uns fordert, auch wenn die Welt darüber lacht. Die Israeliten mussten sieben Tage um Jericho herumlaufen. Das erschien töricht in den Augen der Kanaaniter. Aber Gottes Kraft hat sich dann deutlich offenbart. Jesus hat es anders ausgedrückt, aber ähnlich. Wir sollen werden wie die Kinder. Matthäus 18 und dort Vers 4 macht diesen Punkt.

[1:13:25] Wer nun sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, der ist der größte im Reich der Himmel. Paulus hat das verstanden. Paulus predigt das den Korinthern und es wirkt dieses Wort in der Gemeinde Korinth und es wirkt auch in unserem Leben, wenn wir es zulassen.

[1:13:39] Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott. Wir haben gesehen, die Weisheit Gottes ist vor den Augen der Welt Torheit, aber andersrum ist es genauso.

[1:13:51] Und Paulus begründet dies jetzt mit einem Zitat aus Hiob 5, Vers 13. Denn es steht geschrieben: "Er fängt die Weisen in ihrer List." Das ist übrigens keine Septuaginta-Übersetzung, das ist vermutlich Paulus' eigene Übersetzung aus dem Hebräischen.

[1:14:10] Und wiederum: "Der Herr kennt die Gedanken der Weisen, dass sie nichtig sind." Das ist diesmal aus Psalm 94, Vers 11, sogar noch zugespitzt, weil wenn man das im Original nachliest, auch in der Septuaginta, in Psalm 93, Vers 11 ist es in der Septuaginta, im Deutschen natürlich auch Psalm 94 und dort Vers 11, dann steht da eigentlich folgendes. Das ist sehr interessant, wie Paulus das macht. Psalm 94 und dort Vers 11: "Der Herr erkennt die Gedanken der Menschen, dass sie nicht sind." Und Paulus nimmt diesen Vers und spitzt ihn zu: "Der Herr kennt die Gedanken der Weisen, dass sie nichtig sind." Also, was Paulus, der Punkt von Paulus ist, wenn Gott sagt, dass alle Gedanken der Menschen an sich nichtig sind, dann gilt das auch für die klügsten Akademiker und Theologen und Sophisten und Philosophen, die wir haben. Es gilt auch für die Weisen. Auch ihre Gedanken sind in Gottes Augen nur nichtig.

[1:15:12] So rühme sich nun niemand irgendwelcher Menschen. Jetzt kommt sozusagen der Schlussappell, nachdem er das lang und breit ausgeführt hat. Er sagt: Mach das nicht. Er sagt ja von in Vers 10, Kapitel 1 gesagt: "Ich ersuche euch. Ich bitte euch, bleibt zusammen." So rühme sich nun niemand irgendwelcher Menschen, denn alles gehört euch. Es sei Paulus oder Apollos oder Kephas oder die Welt, das Leben oder der Tod, das gegenwärtige oder zukünftige, alles gehört euch. Es sind nicht Paulus und Apollos eure Idole, denen ihr nachjagen sollt. Das sind Instrumente in der Hand Gottes. Sie sind quasi eure Diener. Sie helfen euch den Weg zu Jesus zu finden. Sogar das Leben und der Tod, die Gegenwart, die Zukunft. All das benutzt Gott. Es sind Instrumente in seiner Hand, damit wir Jesus kennenlernen können.

[1:15:54] Der Herr dagegen ist Christus. Ihr aber gehört Christus an. Christus aber gehört Gott an. Jesus dient dem Vater. Wir dürfen Jesus dienen.

[1:16:11] Und Paulus ermutigt uns heute nicht auf Menschen zu schauen, keinen Parteigeist in der Gemeinde zu haben, sondern wenn wir alle Jesus folgen von Herzen und seine Weisheit suchen, ihn im Herzen haben, dann werden wir auch die Einheit haben, für die Jesus gebetet hat. Ist das heute dein Wunsch? Dann lass uns auch gemeinsam beten.

[1:16:36] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du durch dein Wort zu uns auch hier gesprochen hast, Herr. Du weißt, wie oft wir Menschen beurteilen, Menschen gegeneinander ausspielen. Und Herr, wir möchten damit aufhören. Wir möchten aufhören, damit, dass die Gemeinde durch Streitigkeiten und durch ja, durch Parteigeist auseinandergerissen wird. Wir möchten lernen, echte Einheit zu haben, die sich allein darauf gründet, dass Jesus alles für uns ist. Herr, vergib unseren Gemeinden. Vergib, dass wir so oft Menschen höher gestellt haben, als es richtig gewesen wäre und vergib, dass wir lernende in der Schule Jesu werden und hab Dank, dass du durch verschiedene Menschen, die zusammenarbeiten, dein Werk voranbringst. Lass uns immer erkennen, dass du es bist, der wirkt. Erfüll uns mit deinem Heiligen Geist und gib, dass wir die wahre Weisheit Gottes als geistliche Menschen erkennen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:17:44] Nächste Woche wollen wir weiter studieren, dann uns Kapitel 4, 5 und 6 vornehmen. Bis dann wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Gott mit euch. Amen.


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