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Manuskript zur Sendung >>>  CSH_Manuskript_2026 3rd Nr 5   <<<

In dieser Folge der Christ Study Hour tauchen wir tief in die Kapitel 9 und 10 des 1. Korintherbriefs ein. Entdecke, wie Paulus seine Autorität verteidigt und wie die Frage nach Götzenopferfleisch auch heute noch relevant ist. Lass dich inspirieren, Gottes Wort im Alltag anzuwenden und gestärkt aus diesem Studium hervorzugehen.


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Serie: Christ Study Hour – Spezial 2026 - Q3: Die Korintherbriefe

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Transkript

[0:32] Hallo und herzlich willkommen zu unserer Christudy Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt wie immer allen Zuschauern, auch auf dem Sender das Wort, zur mittlerweile fünften Folge unserer Sonderserie, in der wir uns mit den Briefen des Paulus an die Korinther beschäftigen.

[0:54] Wir wollen heute in der fünften Folge uns die Kapitel 9 und 10 im ersten Korintherbrief anschauen. Wir haben das letzte Mal Kapitel 7 und 8 angeschaut und in Kapitel 8 dann auch die Frage nach dem Götzenopferfleisch schon kennengelernt, und die wird uns heute immer wieder auch beschäftigen, vor allem dann auch im zweiten Teil dieses Studiums. Bevor wir mit diesem wirklich sehr interessanten Abschnitt beginnen, da gibt es einige sehr, sehr wichtige Dinge für uns zu lernen, noch vieles Interessantes zu entdecken. Möchten wir Gott einladen, unser Studium zu segnen und dass wir durch seinen Geist geführt werden. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir jetzt den ersten Korintherbrief weiter studieren können. Wir möchten dich bitten, dass du uns Einsicht schenkst in dein Wort, dass du uns verstehen lässt, was du uns sagen möchtest, dass wir die Gedanken und Prinzipien herausarbeiten können, aber vor allem, dass wir sie durch deine Kraft auf unser eigenes Leben anwenden, in unserem Alltag ausleben können. Möchte ich bitten, dass du uns begegnest in deinem Wort und dass wir gestärkt werden und auch gerne anderen davon erzählen, was wir gelernt haben von dir. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[2:09] Erste Korinther Kapitel 9. Es gab offensichtlich Menschen in Korinth, die mit dem Apostel Paulus ein bisschen Schwierigkeiten hatten. Das haben wir schon in den ersten Folgen gesehen. Da gab es diese verschiedenen Parteiungen und Kapitel 9 Vers 1 weist uns jetzt auf ein Argument hin, das dort offensichtlich behauptet worden ist. Lesen wir erste Korinther 9 Vers 1: "Bin ich nicht ein Apostel? Bin ich nicht frei? Habe ich nicht unseren Herrn Jesus Christus gesehen? Seid nicht ihr mein Werk im Herrn?" Nun, bevor wir hier weitergehen, wollen wir ganz kurz uns daran erinnern, dass eben am Ende von Kapitel 8 Paulus dieses Prinzip aufgestellt hat, dass er den Korinthern empfohlen hat, auf das eigene Recht auch zu verzichten, um damit anderen ein Segen sein zu können, um sie nicht in Gefahr zu bringen. Da ging es um das Götzenopferfleisch, da ging es um die Frage, wenn ich irgendwo eingeladen bin zu einem, wenn ich da in irgendeinem Götzentempel sitze und mich der schwache Bruder sieht, dann wird er vielleicht dazu verführt, das Fleisch wirklich als Götzenopferfleisch zu essen, obwohl ich selbst vielleicht mir das theologisch zurechtgelegt habe, dass es ja gar keine Götzen gibt. Und Paulus sagt, das Recht und die Freiheit, die sollen wir auf Grundlage der Liebe auch bereit sein, aufzugeben, damit andere auch gerettet werden können.

[3:35] Kapitel 9 ist im Grunde genommen jetzt eine Illustration dieses Prinzips. Paulus beschreibt, wie er das selbst in Korinth praktiziert hat, als er dort gewesen ist. Er beginnt hier in Kapitel 9 Vers 1 erstmal mit diesen rhetorischen Fragen. Möglicherweise gab es auch Leute, die sein Apostelamt so ein bisschen in Frage gestellt haben. Dazu werden wir noch mehr dann sehen. Aber er fragt ganz klar: "Bin ich nicht ein Apostel?" Er hat schon den Brief begonnen mit den Worten in 1. Korinther 1 Vers 1: "Paulus, berufen zum Apostel Jesu Christi durch Gottes Willen und der Bruder Sosthenes". Hat er nicht den Herrn gesehen? Wir wissen, auf dem Weg nach Damaskus ist ihm Jesus erschienen, Apostelgeschichte 9 Vers 17. Er hat sogar in Korinth selbst eine Nachtvision gesehen von Jesus, das haben wir in Apostelgeschichte 18 Vers 9. Das haben wir in der ersten Folge auch schon mal angeschaut. Auch sonst gibt es Stellen, wo Paulus deutlich zeigt, dass er Jesus gesehen und gehört hat. Die Gemeinde in Korinth ist offensichtlich der Beweis dafür, dass Jesus durch Paulus gewirkt hat.

[4:43] Vers 2: "Wenn ich für andere kein Apostel bin, so bin ich es doch wenigstens für euch, denn das Siegel meines Aposteldienstes seid ihr im Herrn." Es gab andere Christen, die Paulus gar nicht kannten. Er schreibt das selbst im Galaterbrief, in Galater 1 Vers 22, wo er sagt: "Ich war aber den Gemeinden von Judäa, die in Christus sind, von Angesicht unbekannt. Sie hatten nur gehört: 'Der, welcher uns einst verfolgte, verkündigt jetzt als Evangelium den Glauben, den er einst zerstörte.'" Und Paulus sagt, also, wenn es da jetzt Leute gibt, die ich gar nicht, die mich gar nicht richtig kennen und die vielleicht dann Mühe haben, mich als Apostel zu bezeichnen, okay, aber ihr als Korinther, ihr solltet doch wirklich wissen, dass ich ein Apostel bin. Ich habe diese Gemeinde gegründet.

[5:34] Vers 3: "Dies ist meine Verteidigung denen gegenüber, die mich zur Rede stellen." Es gab also ganz offensichtlich gegenteilige Meinung. Es gab in Korinth Leute, die den Dienst des Paulus kritisch hinterfragt haben, die das in Frage gestellt haben, was er getan hat und seinen Dienst möglicherweise nicht als gleichwertig mit anderen Aposteln gesehen haben. Das könnte, das können wir natürlich jetzt nicht beweisen, aber das liegt durchaus nicht unplausibel. Das könnte vor allem auch von der Partei gekommen sein, die sich auf Petrus berufen hat. Wir haben in 1. Korinther gesehen, das gab dort mehrere Parteien in der Gemeinde Korinth. Das heißt hier in Vers 12: "Ich rede aber davon, dass jeder von euch sagt: Ich gehöre zu Paulus, ich zu Apollos, ich zu Kephas, ich aber zu Christus." Es gab also neben der Apollos-Fraktion, die dann die Rhetorik und die Bildung des Apollos so hochgeschätzt haben, gab es offensichtlich auch eine Petrus-Fraktion. Und die wird wahrscheinlich, das können wir jetzt nur rekonstruieren, argumentiert haben: "Na ja, Paulus hat Jesus ja nicht wirklich begleitet und Apollos auch nicht. Der Petrus ist ein echter Apostel, ja, die das andere sind vielleicht irgendwie so Hilfsmitarbeiter, aber Petrus ein echter Apostel, auf den wollen wir uns halten." Wahrscheinlich ist das ungefähr so gewesen oder so ähnlich. Und Paulus, der jetzt quasi dessen Dienst jetzt in so ein bisschen in ein falsches Licht gestellt worden ist, der geht jetzt konkret auf diese Vorwürfe und auf diese, ja, diese Thesen ein.

[7:14] Vers 4: "Sind wir nicht berechtigt zu essen und zu trinken?" Paulus stellt erneut rhetorische Fragen, wie schon in Vers 1. Natürlich, sagen, natürlich hat er ein Recht auf notwendige Lebensmittel.

[7:28] Vers 5: "Sind wir nicht berechtigt, eine Schwester als Ehefrau mit uns zu führen, wie auch die anderen Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas?" Hier sehen wir interessanterweise, das ist auch noch mal eine gute Perspektive zu Kapitel 7, dass es also nicht üblich war, dass alle Leiter der Gemeinde, sowie Paulus, ohne Ehefrau gewesen sind. Also sein Rat war tatsächlich in Kapitel 7 aus seiner eigenen Erfahrung heraus. Hat da sehr viel Positives drin gesehen. Aber er bezeugt auch, die anderen Apostel haben alle eine Ehefrau und auch die Brüder des Herrn, die ja offensichtlich in der Gemeinde am Anfang eine große Rolle gespielt haben, vor allem der Jakobus, der dann lange Zeit Gemeindeleiter in Jerusalem gewesen ist. Das war nicht der Jakobus, der Jünger, sondern der Jakobus, der Bruder von Jesus, der dann auch den Jakobusbrief geschrieben hat. Der wird in Galater 2 Vers 9 auch eine Säule der Gemeinde genannt. Wir wissen, dass das der Jakobus, der Bruder Jesu war, weil der Jünger Jakobus ja schon ziemlich bald nach Pfingsten, Verzeihung, nach der Zerstreuung aus Jerusalem, ziemlich bald dann schon auch getötet worden ist. Und Paulus sagt, dass all die Ehefrauen hatten und erwähnt insbesondere auf Petrus. Und das könnte natürlich so ein bisschen auch ein Wink an diese Partei, die sich auf den Petrus beruft, der sagt, die reisen alle mit Ehefrau herum. Das erhöht natürlich noch mal auch die finanziellen Auslagen, die man bei so einer Missionsreise dann hat. Und er sagt, das Recht hätte ich auch. Ich hätte auch eine Ehefrau noch mitbringen können.

[8:59] Vers 6: "Oder sind nur ich und Barnabas nicht berechtigt, die Arbeit zu unterlassen?" Der Vers impliziert, dass also die anderen Apostel und auch die Brüder des Herrn rechtmäßigerweise den Predigtdienst vollzeitlich ausgeführt haben. Mit anderen Worten, die haben nichts anderes nebenbei gearbeitet. Wir haben sogar eine entsprechende Stelle in der Apostelgeschichte, wo sie dann ja den Vorschlag machen, dass extra Diakone gewählt werden, damit diese sich um einige soziale Fragen in der Gemeinde kümmern, damit die Apostel beim Vollzeitdienst für das, für die Predigt und das Gebet bleiben können. Das heißt in der Apostelgeschichte 6 Vers 3 und 4: "Darum, ihr Männer, seht euch nach sieben Männern aus eurer Mitte um, die ein gutes Zeugnis haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind, die wollen wir für diesen Dienst einsetzen. Wir aber wollen beständig im Gebet und im Dienst des Wortes bleiben." Genau, des Wortes Gottes natürlich.

[10:06] Paulus dagegen hat ja offensichtlich auch neben seiner Predigtätigkeit einen anderen Beruf ausgeübt. Wir haben das gesehen. In Korinth war er als Zeltmacher bei Priska und Aquila, weil auch die Zeltmacher gewesen sind. Und möglicherweise haben jetzt einige Geschwister dieser neugegründeten Gemeinde gedacht: "Na ja, also, wenn der Paulus nebenbei noch was anderes arbeitet, dann ist er gar kein richtiger Apostel, so wie die anderen, die sozusagen Vollzeit für Gott arbeiten." Dann haben die wahrscheinlich einen qualitativen Unterschied gemacht und gesagt: "Na ja, also der Petrus, der macht nichts anderes als predigen. Und der Paulus, der ist noch Zeltmacher, der predigt zwar auch ein bisschen, aber der ist ja sicherlich nicht auf derselben Stufe wie der Petrus oder wie der Johannes oder der Jakobus oder so." Und das gibt's heute auch noch, dass die Arbeit von einem Leiter, der vielleicht nebenbei noch als Schreiner oder als Rechtsanwalt oder Arzt oder was auch immer arbeitet, dass seine Arbeit in der Gemeinde vielleicht nicht so hoch bewertet wird wie die eines voll angestellten, vollzeitigen Predigers. Aber dieses Kapitel zeigt ganz deutlich, dass ein solches Denken falsch ist.

[11:22] Also Paulus argumentiert, also er und Barnabas, mit dem er ja die erste Missionsreise sogar gemeinsam unternommen hat, die waren von Gott gesandte, ausgesandte Missionare. Lesen wir in Apostelgeschichte 13. Gott hat Barnabas und Saulus Paulus ausgewählt. Und daher hätten sie das Recht auch ohne zusätzliche Arbeit vom Evangelium zu leben. Das ist ihr Recht.

[11:45] Vers 7: "Wer zieht je auf eigene Kosten in den Krieg?" Paulus bringt jetzt wieder rhetorische Fragen und einige Beispiele, die auch die Korinther aus ihrer Lebenswelt gut kannten. "Wer pflanzt einen Weinberg und isst nicht von dessen Frucht? Oder wer weidet eine Herde und nährt sich nicht von der Milch der Herde?" Wer als römischer Soldat in die Armee ein, also dient, der hat ein Anrecht auf einen Sold, der hat ein Anrecht dann auch später als Veteran versorgt zu werden, Ackerland zu bekommen, angesiedelt zu werden in einer Kolonie. Niemand kämpft für den Staat und bekommt da nichts. Wer einen Weinberg pflanzt, der erwartet auch davon auch etwas essen zu können. Und die Hirten nutzen die Milch der Herde für ihren eigenen Durst.

[12:29] Und für den Fall, dass jemand sagt: "Ah, das sind nur menschliche Beispiele", sagt Paulus: "Nein, nein, das Wort Gottes sagt genau dasselbe. Sage ich das nur aus menschlicher Sicht?"

[12:38] Vers 8: "Oder sagt dies nicht auch das Gesetz?" Er findet jetzt einen interessanten Bibelvers in Vers 9. "Ja, im Gesetz Moses steht geschrieben: Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er drischt. Kümmert sich Gott etwa um die Ochsen? Oder sagt er das nicht viel mehr um unser Willen? Denn es ist ja um unser Willen geschrieben worden. Der, welcher pflügt, soll auf Hoffnung hin pflügen, und der, welcher drischt, soll auf Hoffnung hin dreschen, dass er an seiner Hoffnung auch Anteil bekommt." Das Zitat hier aus 5. Mose 25 Vers 4 ist wörtlich so auch in der Septuaginta. Und die Frage von Paulus: "Kümmert sich Gott etwa um die Ochsen?" ist natürlich sehr bemerkenswert. Eine interessante Frage, gar nicht so einfach zu beantworten, weil sie zwei Antworten hat. Natürlich kümmert sich Gott um die Ochsen, denn Matthäus sagt uns in der Bergpredigt, dass Jesus sich um jeden Sperling kümmert, um jeden Spatzen, um jede Blume. Matthäus und dort Vers 26: "Seht die Vögel des Himmels an, sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch." Wir lesen mal bis dahin. Aber der Punkt von Paulus ist natürlich, dass 5. Mose 25 nicht einfach nur wegen den Ochsen geschrieben ist. Also Gott kümmert sich um die Ochsen, aber der Grund, warum das in der Bibel steht, ist natürlich nicht wegen den Ochsen, weil die Ochsen können den Vers gar nicht lesen. Die haben, also Gott kümmert sich zwar um die Ochsen, aber es steht in der Bibel nicht, dass Ochsen was davon haben, sondern dass wir auch etwas davon haben.

[14:07] Im Kontext soll er nämlich ein Prinzip verdeutlichen: Jemand, der arbeitet, soll auch davon leben können. Ein Ochse, der drischt, der hat wenigstens Anrecht, während seiner Arbeit auch entsprechend von dem, was da abfällt, auch etwas zu nehmen. Und entsprechend soll auch ein Mitarbeiter Gottes auch Lebensunterhalt bekommen, damit er seine Arbeit auch weiterführen kann. Denn, wenn es für Ochsen gilt, wie viel mehr für Menschen? Das ist genau der Punkt in der Bergpredigt in Matthäus 6, wo es heißt: "Euer himmlischer", also Vers 26, "euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?" Wenn Gott die Vögel ernährt, wie viel mehr die Menschen? Wenn Gott sich um die Ochsen kümmert, wie viel mehr um die Menschen?

[14:57] Das Gebot bezüglich der Ochsen in 5. Mose 25 zielt zwar auf Ochsen, aber noch viel mehr auf Menschen. Das ist übrigens auch ein Prinzip, das Paulus im Römer 15 Vers 4 deutlich macht: Alles, was im Alten Testament steht, hat einen Bezug zu unserem Leben als Gläubigen. Wir sollen daraus Trost und Hoffnung schöpfen.

[15:19] Vers 11: "Wenn wir euch die geistlichen Güter gesät haben, ist es etwas Großes, wenn wir von euch diejenigen für den Leib ernten." Also Paulus sagt, das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass Missionare und Verkündiger, die von Gott speziell berufen worden sind, das Wort Gottes auszuteilen, die sollten von den Gemeinden auch mit dem zum Leben notwendigen versorgt werden. Das ist eigentlich also eine Selbstverständlichkeit, sagt Paulus. So sollte es eigentlich sein.

[15:51] Vers 12: "Wenn an diesem Recht über euch Anteil haben, sollten wir es nicht viel eher haben?" Mit anderen Worten, wenn andere vollzeitlich tätige Verkündiger mit dem Zehnten der Gemeinde in Korinth unterstützt werden, wie viel mehr hätte Paulus ein Anrecht auf Unterstützung als Gründer der Gemeinde?

[16:17] Aber Paulus macht jetzt einen bemerkenswerten Punkt. Er hat jetzt ein, eineinhalb Verse argumentiert, dass er das Recht darauf hat, von der Gemeinde in Korinth finanziell unterstützt zu werden. Und dann sagt er folgendes: "Aber wir haben uns dieses Rechtes nicht bedient, sondern wir ertragen alles, damit wir dem Evangelium von Christus kein Hindernis bereiten."

[16:46] Paulus verzichtet freiwillig auf sein Recht. Er geht nicht umher und sagt: "Ihr müsst jetzt mich bezahlen." Er verzichtet auf sein Recht, Zehnten zu erhalten. Er möchte nämlich nicht den falschen Anschein erwecken, auf Geld auszusein. Er will die Ausbreitung des Evangeliums nicht behindern. Und deswegen ist er Liebe bereit, eine andere Arbeit nebenbei noch zu machen, um sich über Wasser halten zu können. Er hat zu keinem Zeitpunkt irgendwelche finanziellen und materiellen Ansprüche an die Korinther gestellt und gesagt: "Jetzt, jetzt, jetzt geht mir mal was ich brauche", sondern hat mit seinen eigenen Händen gearbeitet. Wenn nun einige in Korinth daraus ableiten, er wäre kein echter Apostel, weil er arbeitet ja mit seinen Händen und es ist nicht wie Petrus vollzeit angestellt in Jerusalem, dann haben sie das gründlich missverstanden. Sie haben seine Selbstverleugnung falsch interpretiert.

[17:44] Vers 13: "Wisst ihr nicht, dass die, welche die heiligen Dienste tun, auch vom Heiligtum essen und dass die, welche am Altar dienen, vom Altar ihren Anteil erhalten?" Erinnert sie daran, dass im Alten Testament im Heiligtumsdienst das so organisiert war, dass die Leviten und Priester vollzeitlichen Dienst für das Heiligtum taten und entsprechend auch versorgt werden mussten von dem Volk Gottes. Sie hatten kein eigenes Land bekommen, kein eigenes Erbe, das der Herr war ihr Erbe. Sonst hätten sie diese Aufgabe als Levit, als Priester gar nicht ausführen können.

[18:18] Vers 14: "So hat auch der Herr angeordnet, dass die, welche das Evangelium verkündigen, vom Evangelium leben sollen." Paulus sagt, das ist nicht nur eine alttestamentliche Sache, nicht nur ein allgemeines Prinzip, dass man in der Gesellschaft akzeptieren würde, dass jemand, wenn jemand arbeitet, auch essen muss, sondern Jesus selbst hat das angeordnet. Und wir sehen im Neuen Testament, dass Jesus tatsächlich auch verspricht, dass wenn Menschen von ihm berufen werden und ausgesandt werden, dass sie auch entsprechend versorgt werden. In Matthäus Kapitel 10 Vers 10 sagt also Vers 9 und 10: "Nehmt weder Gold noch Silber, noch Kupfer in eure Gürtel, keine Tasche für den Weg, noch auch zwei Hemden, weder Schuhe noch Stab, denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert." Und auch in Lukas Kapitel 10 Vers 7 finden wir dasselbe Prinzip.

[19:07] Das heißt, Paulus macht ganz deutlich: Das Alte Testament zeigt es, der gesunde Menschenverstand zeigt es. Jesus hat es so angeordnet, dass er Paulus hätte ohne Probleme, ohne zu sündigen, in der Gemeinde beständig darauf bestehen können, dass er auch finanziell unterhalten wird. Aber er hatte etwas Höheres gesehen, ein höheres Gut, ein höheres Ziel.

[19:38] Vers 15: "Ich habe aber davon keinerlei Gebrauch gemacht. Ich habe dies auch nicht deshalb geschrieben, damit es mit mir so gehalten wird. Viel lieber möchte ich sterben, als dass mir jemand meinen Ruhm zunichte macht." Also Paulus ist sehr bemerkenswert. Er verzichtet auf sein Recht. Er will auch mit diesen Zeilen nicht bewirken, dass jetzt unterschwellig so ein schlechtes Gewissen bekommen und dann jetzt ihn doch unterstützen. Sein Anliegen ist ja viel mehr zu zeigen, dass er tatsächlich ein von Gott berufener Apostel ist. Die Tatsache, dass er sich hat nicht finanziell unterstützen lassen, ist kein Argument für einen geringeren Stellenwert seines Dienstes. Sein Ruhm, das ist nicht sein eigenes Tun und Handeln. Sein Ruhm, das macht der Galaterbrief in Galater 6 Vers 14 ganz deutlich: Sein Ruhm, das ist Christus und zwar als Gekreuzigter. Galater 6 Vers 14: "Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt."

[20:44] Vers 16: "Denn wenn ich das Evangelium verkündige, so ist das kein Ruhm für mich, denn ich bin dazu verpflichtet, und wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigen würde." Paulus sagt ganz deutlich, das Evangelium zu predigen, das ist, deswegen hat er keinen Verdienst, denn er ist dazu beauftragt. Er hat den Auftrag von Jesus erhalten. Wir sehen Apostelgeschichte 26, wie Jesus ihm den expliziten Auftrag teilt hat in Vers 15 und 16 in Apostelgeschichte 26: "Ich aber sprach: Wer bist du, Herr? Er aber sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Aber steh auf und stelle dich auf deine Füße, denn dazu bin ich dir erschienen, um dich zum Diener und Zeugen zu bestimmen für das, was du gesehen hast und für das, worin ich mich dir noch offenbaren werde."

[21:43] Er hat ihn berufen, aber nicht einfach, weil er den Paulus gesehen hat und gesagt: "Ah, den könnte ich gut gebrauchen." Paulus macht selbst deutlich, dass dieser Ruf schon vor seiner Geburt feststand. Galater 1 Kapitel 15 und 16: "Als es aber Gott, der mich vom Mutterleib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, wohlgefiel, seinen Sohn in mir zu offenbaren, damit ich ihn durch das Evangelium unter den Heiden verkündigte, ging ich sogleich nicht mit Fleisch und Blut zur Rate." Paulus wusste, ich bin für diese Aufgabe geschaffen. Wenn ich sie dann ausführe, ist es kein Grund, dass Gott sagt: "Ah, jetzt bin ich so begeistert, Paulus, dass du es wirklich tust." Sondern es eine Notwendigkeit. Er braucht keine menschliche Anerkennung für seinen Evangeliumsdienst. Im Gegenteil, er ist dazu verpflichtet, diesen Dienst darf er nicht vernachlässigen.

[22:41] Vers 17: "Wenn ich dies freiwillig tue, so habe ich Lohn, wenn aber unfreiwillig, bin ich mit einem Haushalterdienst betraut." Mit anderen Worten, wenn es so wäre, dass er, Gott überrascht hat, ja, also, dass Gott ihn gar nicht dafür vorgesehen hätte, aber Paulus gesagt hat: "Ich mach's aber trotzdem", und Gott sagte: "Oh, das hätte ich ja gar nicht belegt", dann hätte Paulus einen Verdienst. Das ist übrigens der Grund, warum Jesus einen Verdienst hat, weil Jesus nicht geschaffen worden ist. Jesus hat freiwillig, ohne dass er dafür bestimmt gewesen wäre, vorgeschlagen, Mensch zu werden, unsere Sünden zu tragen, sich Gott unterzuordnen, den Gehorsam dann uns diese Verdienste uns zu geben. Das hat er freiwillig tatsächlich entschieden.

[23:31] Aber Paulus hat sich nicht freiwillig, also natürlich stellt Gott ihm die freie Wahl, aber er hat nicht von in diesem Sinne quasi Gott überrascht. Er hat nicht aus eigenem Ansinnen, aus eigener Kraft einen Vorschlag gebracht. Er hat einen Auftrag erhalten, den er jetzt ablehnen konnte oder annehmen konnte. Aber das Annehmen bedeutet nichts weiter als eine Verwaltung, eine Aufgabe, die es schon vorher gab, die mir jetzt als Haushalter anvertraut worden ist. Und alle Gaben und Fähigkeiten hat er speziell dafür bekommen. Wir erinnern uns an 1. Korinther 4 und dort Vers 7: "Denn wer gibt dir den Vorzug, und was besitzt du, dass du nicht empfangen hast? Wenn du es aber empfangen hast, was rühmst du dich, als ob du es nicht empfangen hättest?"

[24:18] Wenn er sich also jetzt für, wenn er jetzt also seine Gaben und Fähigkeiten für das Ziel einsetzt, für das er sie bekommen hat, dann ist das ja nichts Besonderes. Es ist nichts rühmenswertes. Es zeigt übrigens auch, dass dieser ganze Parteiengeist von 1. Korinther 1, 2, 3, der dort angesprochen wird: "Ich gehöre zu Apollos, ich gehöre zu Petrus, ich gehöre zu Paulus", der ist nichtig, wenn man diese Prinzipien hier versteht. Als Missionar ist er mit dem Evangelium beauftragt. Er ist Verwalter des Evangeliums. So wie in 1. Korinther 4 Vers 1 und 2 beschrieben: "So soll man uns betrachten als Diener des Christus und Verwalter der Geheimnisse Gottes." Im Übrigen wird von einem Haushalter nur verlangt, dass er treu erfunden wird. Ein hoher Finanzverwalter wie der Erastus z.B., den wir kennengelernt haben in der Gemeinde Korinth, der alles korrekt bucht, der keine Finanzen unterschlägt, und der wird deswegen nicht besonders gelobt als ein Held, sondern das ist eigentlich selbstverständlich. Das ist, erwartet man von so einem hohen Verwalter. Und so sagt Paulus, wenn ich dann das Evangelium predige, verdiene ich keinen Ruhm.

[25:25] Aber er macht deutlich, er hat das Recht zu essen und zu trinken. Gott möchte, dass er unterversorgt wird, aber er tut dieses Recht jetzt nicht einfordern, sondern wir sehen im Leben von Paulus, dass Menschen immer wieder auch ihm geholfen haben. Er hat teilweise gearbeitet mit seinen eigenen Händen. Teilweise hat er auch Gaben entgegengenommen. Die Gemeinde Philippi hat ihn mehrfach unterstützt und er hat er auch dankend entgegengenommen, aber hat niemals diese Karte ausgespielt: "Ich habe das Recht darauf." Er war lieber bereit, extra zu arbeiten, als irgendetwas einzufordern. Und ich finde, das ist ein sehr, sehr nachdenkenswertes Prinzip, das er uns hier zeigt.

[26:14] Vers 18: "Was ist denn nun mein Lohn, dass ich bei meiner Verkündigung das Evangelium von Christus kostenfrei darbiete, sodass ich von meinem Anspruch am Evangelium keinen Gebrauch mache?" Er sagt, also das ist eine beeindruckende Aussage. Er sagt, mein Lohn besteht genau darin, keinen Lohn für die Verkündigung des Evangeliums zu verlangen. Manche machen das Evangelium zu einem Businessmodell. Aber Paulus sagt: "Ich habe umsonst empfangen, ich möchte umsonst weitergeben, so wie Jesus sagt." Und natürlich muss er leben. Natürlich muss er essen und trinken und er wird das nicht sein ganzes Leben immer nur mit Zeltmacherei bestreiten können. Er braucht Unterstützung. Aber hat nie etwas gefordert. Hat nie etwas gefordert. Ist kostenfrei dargeboten. Er hat von seinem Anspruch auf das Evangelium keinen Gebrauch gemacht.

[27:07] Es gibt immer wieder die Diskussion, wenn ich das ganz kurz hier anfügen darf, nehmt ihr Zehnten oder nehmt ihr keinen Zehnten bei Joel Media? Und wir haben uns von Anfang an aufgrund dieses Kapitels dafür entschieden, keinen Zehnten anzunehmen. Es gibt dann immer wieder Leute, sagen: "Aber das, man könnte doch mit diesem Argument das rechtfertigen, dass es doch berechtigt sei und dann vielleicht könnte das doch damit auch begründen und dann hättet ihr das Recht darauf." Aber dieses Prinzip, das der Paulus hier anspricht, selbst wenn ich ein Recht darauf habe, verzichte ich darauf, um nicht für Streitigkeiten zu sorgen, um nicht für Irritation zu sorgen, um des Evangeliums willen. Dieses Prinzip haben wir uns zu eigen machen wollen und haben festgestellt, dass Gott uns bis zum heutigen Tag auf unterschiedliche Art und Weisen, aber immer gesegnet hat. Und wir sind dankbar auch für jeden, der uns unterstützt. Aber am allermeisten haben wir erlebt in all den Jahren, dass wir uns auf Gott verlassen können, der durch alle Höhen und Tiefen getragen hat. Das, was Paulus hier sagt, das haben wir bei Joel Media in vielen Jahren immer wieder erleben dürfen.

[28:25] Vers 19: "Denn obwohl ich frei bin von allen, habe ich mich doch allen zum Knecht gemacht, um desto mehr Menschen zu gewinnen." Sein großes Ziel besteht darin, Menschen zu gewinnen. Und obwohl er frei ist, macht er sich freiwillig zum Knecht. Und das erinnert uns natürlich an Jesus, der in der Gestalt Gottes war, aber Knechtsgestalt angenommen hat.

[28:53] Vers 20 und 21: "Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich unter dem Gesetz, damit ich die unter dem Gesetz gewinne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich ohne Gesetz. Obwohl ich vor Gott nicht ohne Gesetz bin, sondern Christus gesetzmäßig unterworfen, damit ich die gewinne, die ohne Gesetz sind." Paulus macht ganz deutlich: "Ich versuche mich hineinzudenken in die Gruppe, der ich gerade missionarisch stehe. Wenn ich unter Juden bin, unter Menschen, die das mosaische Gesetz kennen und halten, dann versuche ich so zu reden und so zu handeln, dass sie mich verstehen können, dass sie eine Brücke zu meinem Denken quasi finden können. Wenn ich unter Heiden bin, dann versuche ich das Evangelium so zu kommunizieren, dass sie es verstehen können." Wir werden gleich dafür noch ein interessantes Beispiel gleich hören, das er noch anführt. Aber Paulus macht ganz deutlich, auch wenn er sozusagen mit Menschen spricht, die das Alte Testament nicht kennen, ist er nicht wirklich ohne Gesetz. Er hat ja schon in Kapitel 7 Vers 19 deutlich gemacht, dass die Gebote Gottes zu halten sind. "Beschnitten sein ist nichts und unbeschnitten sein ist auch nichts, wohl aber Gottes Gebote halten." Er ist den Geboten Gottes, den zehn Geboten, wie sie Jesus in der Bergpredigt ja erklärt und als für gültig erklärt hat, natürlich unterworfen.

[30:15] Aber Paulus weiß, Menschen, die das Alte Testament noch gar nicht kennen, die kann er nicht so, er kann dann nicht so reden und so handeln, als würden sie es schon kennen. Das ist der Punkt.

[30:26] Vers 22: "Schwachen bin ich wie ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette." Das gibt berühmt Spruch: Dem Juden ein Jude, dem Griechen ein Grieche. Das steht zwar tatsächlich gar nicht im Text, aber dem Prinzip nach gilt, dass Paulus sagt: "Ich versuche mich in die Lage des anderen hineinzusetzen." Und der Rat hier ist natürlich auch deswegen interessant, weil wir in Kapitel 8 gesehen haben, dass es dort die geistlich starken gab und die geistlich schwachen, die sich ein Gewissen gemacht haben dann wegen dem Götzenopferfleisch. Und Paulus sagt: "Hey, ich versuche mich den Schwachen da hineinzudenken, hineinzuversetzen, statt auf meiner starken Position zu beharren." Und er leitet sie damit quasi indirekt auch an, auch auf ihr Recht zu verzichten, damit die Schwachen nicht verloren gehen.

[31:23] Vers 23: "Dies alles tue ich um des Evangeliums willen, um an ihm teilzuhaben." Paulus hat ein Ziel, er möchte Menschen retten. Interessant ist hier an dieser Stelle sicherlich auch zu betonen, dass Paulus sich zwar in das Denken der Gruppen hineinversetzt hat und versucht hat, Parallelen und Brücken zu bauen, aber natürlich nicht jede Dummheit der Kultur mitgemacht hat. Paulus hat keine Theaterstücke aufgeführt im Theater, um damit das Evangelium jetzt irgendwie populär zu machen. Er hat sich auch nicht mit den jüdischen Rabbis in irgendwelche langwierigen Diskussionen über Geschlechtsregister eingelassen, obwohl die das geliebt haben. Er hat zwar versucht, ihr Denken zu verstehen, aber hat nicht alles mitgemacht, was deren Kultur ausgemacht hat. Das ist, glaube ich, ein wichtiger Punkt, weil diese Verse oft missdeutet werden. Die werden oft quasi missbraucht, um dann das hineinbringen von weltlicher Kultur in die Gemeinde zu rechtfertigen. Aber das hat Paulus nie getan.

[32:27] Eine Anwendung für uns für Vers 23 wäre die Frage: Ist unser Tun, ist unser Reden, unser Handeln so, dass in allem erkennbar wird, unser Ziel, unser Haupt, unsere Hauptmotivation ist das Evangelium überall hinzutragen, damit das Evangelium überall bekannt wird? Handeln wir so? Reden wir so, dass das Evangelium sich ausbreiten kann, oder pochen wir mehr auf unser eigenes Recht, weil wir so klug sind oder so viel verstanden haben?

[33:00] In den nächsten Versen kriegen wir jetzt ein gutes Beispiel darin, was es für Paulus bedeutet hat, sich quasi dem Griechen Grieche zu werden, sozusagen das Evangelium in die Lebenswelt und die Sprache seiner Zuhörer zu übersetzen. Wir lesen in Vers 24: "Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt." Er verwendet jetzt das Bild von den sogenannten istmischen Spielen. Korinth war der Austragungsort, besser gesagt, der Isthmus von Korinth, das diese Landenge, wo dann auch diese beiden Häfen sind, die Landenge, die die Halbinsel Peloponnes mit Festland Griechenland verbindet. Seit dem Jahre 582, also seit mehr als 600 Jahren, fanden dort alle zwei Jahre am Heiligtum des Poseidon Spiele statt, und zwar immer im Jahr vor Olympia und im Jahr nach Olympia. Olympia war ja alle vier Jahre. Diese istmischen Spiele gehörten zu den vier panhellenischen Spielen, die also sehr berühmt waren. Wettbewerbe gab es z.B. den Wettlauf, Ringen, Faustkampf, kommen wir gleich noch dazu, Pankration, das besonders grausame Wettkampf, Pentathlon, der Fünfkampf. Dann gab es Wagenrennen, Pferderennen. Es gab dann auch künstlerische Wettbewerbe, Dichtung, Musik, Rhetorik, manchmal sogar Malerei. Interessant ist der Preis. Die Sieger wurden ursprünglich mit Lorbeerzweigen bekränzt, später dann mit Selleriezweigen. Diese Siegerehrungen waren öffentlich. Der Sieg war allerdings nicht ganz so prestigeträchtig wie in Olympia. Ein Sieger aus Athen z.B. erhielt für einen Sieg in Olympia fünfmal so viel wie für einen Sieg bei den istmischen Spielen, aber immerhin waren sie doch auch ein ganz bedeutendes sportliches Ereignis. Als dann Korinth zerstört war und wieder aufgebaut worden ist von den Römern, waren die Spiele eine Zeit lang direkt in Korinth selbst in der Stadt, aber dann seit den frühen 40er Jahren wieder dort am Heiligtum des Poseidon am Isthmus. Paulus könnte eventuell im Jahre 52 sogar die istmischen Spiele, währenddessen in Korinth gewesen sein.

[35:08] Die Rennbahn, das ist im Griechischen das Stadion, das ist meint eine eigentlich eine Längeneinheit von ungefähr knapp 200 m. Also in Olympia sind es ungefähr 192,25 m. Ein Wettlauf, der ungefähr unserem heutigen 200 m Lauf entspricht, nur dass es geradeaus geht. Also so ein bisschen Ähnlichkeit hat auch mit dem 100 m Lauf, auch wenn der doppelt so lang ist. Das war der wohl berühmteste Laufwettbewerb bei den Griechen überhaupt. Soll angeblich sogar die allererste Disziplin bei Olympia überhaupt gewesen sein. Es war der Wettbewerb, wo die Läufer am allerschnellsten gelaufen sind. Also das ja, so wie 100 m oder 200 m bei uns heutzutage. Es gibt bildliche Darstellung. Die Leute sind tatsächlich mit weit ausgreifenden Schritten und rudernen Armbewegungen gelaufen, so wie die Sprinter heute in etwa auch damals noch stehend startend. Es gab auch Fehlstart, der wurde mit Routenheben bestraft. Kampfrichter waren dann an der Ziellinie. Es gab natürlich nicht den Fotofinish wie heutzutage, aber die haben dann geschaut, wer wirklich als erster hineinkam. Die Sieger in Olympia waren dann so berühmt, dass man anhand ihrer Siege sogar datieren konnte. Also so wie wir heute Usain Bolt z.B. kennt, der da immer wieder die 100 und 200 m gewonnen hat, so kannte man damals auch dann die berühmten Sprinter aus Olympia oder aus den istmischen Spielen. Es gab sogar ein Wettkampf für Jugendliche. Dieser Lauf war auch Teil des Fünfkampfes und im Finale gab es dann 20 Bahnen in Olympia zumindest.

[36:45] Paulus verwendet diesen Wettbewerb jetzt als Illustration. Die Läufer, die bereiten sich intensiv auf diesen Lauf vor. Aber nur einer wird den Sieg erringen. Und jetzt sagt er: "Lauft so, dass er ihn erlangt." Es wird ja immer behauptet, das christliche Leben sei kein Sprint oder ein Marathon und Ausdauerlauf und so weiter und so fort. Man muss aber zumindestens mal zur Kenntnis nehmen, dass der Paulus hier das christliche Leben mit einem Sprint vergleicht. Nicht, weil es so kurz ist, aber weil bei einem Sprint natürlich die Anstrengung auch und die Konstruktion eine ganz besondere ist. Jeder, der mal einen 100 m Lauf gesehen hat, der weiß, da kommt es auf die Zehntelsekunde an. Jede Phase konzentriert auf dieses Ziel, so schnell wie möglich am Ziel zu sein. Und Paulus vergleicht und sagt: "Unser Glaubensleben ist in gewisser Weise so wie so ein Stadionlauf, so ein 200 m Lauf. Lauft so, dass ihr den Preis erlangt."

[37:42] Vers 25: "Jeder aber, der sich am Wettkampf beteiligt, ist enthaltsam in allem, jene, um einen vergänglichen Siegeskranz zu empfangen, hier aber einen unvergänglichen." Wenn schon Leute bei den istmischen Spielen für einen Selleriekranz sich darauf konzentrieren, wie sie essen, was sie essen, wann sie essen, wie viel sie essen, wie viel mehr sollten Gläubige ihr Leben durchdenken, wenn sie eine ewige Krone der Gerechtigkeit erwarten?

[38:11] Vers 26: "So laufe ich nun nicht wie aufs Ungewisse." Paulus macht also deutlich, ich laufe nicht irgendwie, ich habe ein klares Ziel vor Augen, ich laufe nicht irgendwie so ein bisschen, ich nicht einfach durch den Park, sondern ich weiß in meinem christlichen Leben, wo ich drauf zulaufe.

[38:31] Und dann macht er diesen Punkt noch an einem zweiten Wettkampf deutlich. Er sagt: "Ich führe meinen Faustkampf nicht mit bloßen Luftstreichen." Der Faustkampf war berühmt vor allem unter der Oberschicht. Da gab es sehr viele Faustkämpfer, die das sehr geschätzt haben. Unter den Adligen, den gab es auch schon lange vor den Griechen. Es gibt Belege aus Mesopotamien schon. Es war eine sehr, sehr harte Disziplin. Sie hatte, es gab keine zeitliche Eingrenzung. Gewonnen hatte man, wenn der Gegner kampfunfähig war. Das war sehr blutig. Es gab keine Pausen. Es wurde so gekämpft, bis einer nicht mehr konnte, buchstäblich. Es gab auch keine Gewichtsklassen, sondern nur Altersklassen. Wenn also jemand da etwas größer und stärker war, hat er natürlich einen großen Vorteil. Es gibt satirische Berichte, dass manche Faustkämpfer so entstellt gewesen sein von den Kämpfen, dass sogar ihre eigenen Eltern sie nicht mehr erkannt haben und entsprechend sie dann aus dem Erbe nicht mehr erben konnten. Das war natürlich satirisch überspitzt, aber macht den Punkt. Es war sehr, sehr brutal und manche Kämpfer waren für ihr Leben dann entstellt. Es gab übrigens auch Training, ein Faustkampftraining und dazu hatte man so gepolsterte Fausthandschuhe, wie sie heute noch von Boxern verwendet werden, auch im Kampf. Damals waren diese Fausthandschuhe nur für das Training gedacht. Im Kampf hat man einfach Lederriemen, so Schlagriemen verwendet, damit es noch mehr blutet sozusagen. Aber im Training hat man diese Fausthandschuhe verwendet wegen der Verletzungsgefahr und hat dann tatsächlich auch mit Sandsäcken trainiert in der Antike und auch mit Schattenboxen, also man hat Schattenboxen betrieben. Man hat also sozusagen die entsprechenden Bewegung, ich kann das nicht so gut, die Bewegung entsprechend dann eintrainiert.

[40:19] Und Paulus sagt jetzt hier in Vers 26: "Ich führe meinen Faustkampf nicht mit bloßen Luftstreichen aus." Also, ich trainiere das nicht mehr. Das ist das christliche Leben ist für mich nicht einfach so eine Trainingseinheit, wo ich einfach so ein bisschen mal gucke, wie das sich so anfühlt. Sagt, mein christliches Leben ist ein echter Kampf.

[40:36] Vers 27: "Sondern ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich werde." Der Gegner hier ist nicht wie bei den istmischen Spielen ein anderer Athlet. Der Gegner ist das eigene Ich. Er sagt: "Ich bezwinge meinen Leib." Das Griechische sagt wörtlich: "Ich schlage ihm ins Gesicht." Und das ist genau dorthin, wo man ja in der Regel auch beim Boxen schlägt. Ich schlage meinem eigenen Ich ins Gesicht. Und das ist ein interessanter Punkt. Wir sind in der Regel eher interessiert daran, theologisch etwas zu lernen und unser Wissen anzuhäufen, aber nicht so sehr unserem eigenen Ich ins Gesicht zu schlagen. Paulus sagt, das ist das christliche Leben. Ich weiß genau, wo die Probleme in meinem Leben sind und mit Gottes Hilfe will ich genau diese Probleme besiegen. Nun, er weiß, er kann es nicht aus eigener Kraft. Er sagt an anderer Stelle im Römerbrief, in Römer Kapitel 8 und dort Vers 13: "Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müsst ihr sterben. Wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben." Diesen Boxkampf kann man, diesen geistlichen Boxkampf kann man natürlich nur durch den Heiligen Geist gewinnen.

[41:59] Und Paulus weiß, als Verkündiger des Evangeliums hat er selbst einen Kampf gegen die Sünde zu kämpfen. Und er weiß, dass wenn er sich selbst nicht beherrscht durch Gotteskraft, dann wird er anderen predigen und selbst vom Glauben abfallen oder selbst verwerflich werden. Er sagt: "Ich beherrsche den Leib, ich führe ihn in die Sklaverei." Mit anderen Worten, der Leib mit seinen Trieben soll dem geheiligten Verstand und dem Heiligen Geist, der uns kontrolliert, gehorchen und nicht wir unseren Trieben von unseren Trieben uns leiten lassen.

[42:35] Und jetzt switcht Paulus sozusagen von den Bildern aus dem antiken Griechenland zum Alten Testament, um einen ganz ähnlich gelagerten Punkt zu machen, um das jetzt aus der Bibel zu begründen.

[42:47] Kapitel 10, Vers 1: "Ich will aber nicht, meine Brüder, dass ihr außer Acht lasst, dass unsere Väter alle unter der Wolke gewesen und alle durch das Meer hindurchgegangen sind." Er macht jetzt mehrere Verse Punkt. Er möchte deutlich machen: Alle Israeliten, die aus Ägypten ausgezogen sind, waren bei Jesus. Jesus hat sie geführt. Er war in der Wolke. Die sind alle durchs Meer durchgegangen. Sie alle, diese 2 Millionen Israeliten, ungefähr 600.000 waffenfähige Männer plus Frauen, plus Kinder, plus Alte. Sie alle sind quasi von den Ägyptern erlöst worden. Sie alle sind gerettet worden am Roten Meer.

[43:18] Vers 2: "Sie wurden auch alle auf Mose getauft in der Wolke und dem Meer."

[43:22] Vers 3: "Und sie haben alle dieselbe geistliche Speise gegessen und alle denselben geistlichen Trank getrunken. Sie haben alle dieselben Worte gehört. Sie haben dieselben Erfahrungen gemacht. Sie haben alle dieselben geistlichen Vorrechte gehabt."

[43:34] Vers 4: "Denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der ihn folgte. Der Fels aber war Christus." Und das macht ganz deutlich, dass Jesus auch schon im Alten Testament der Erlöser des Volkes war, dass Israel damals das Volk Gottes deswegen war, weil sie mit Christus verbunden waren. Jesus war der Fels des Alten Testamentes. Und das ist ein ganz wichtiges Thema. Israel war nicht das Volk Gottes wegen einer ethnischen Abstammung, sondern weil Christus bei ihnen war, Christus sie geführt hat, Christus sie erlöst hat und sie auf den kommenden Messias Jesus Christus gewartet haben. Wer mehr dazu wissen will, der kann in unserem Joel Media aktuell vom Juli 2026 noch sehr viel mehr zu diesem Thema erfahren.

[44:11] Aber jetzt kommt der Punkt. Paulus hat es aufgebaut und deutlich gemacht: Alle Israeliten sind erlöst worden. Sie haben alle Christus gekannt. Sie haben alle die Vorräte gehabt. Sie sind alle getauft worden auf Mose. Sie alle waren Teil der Gemeinde. Aber

[44:23] Vers 5: "Aber an der Mehrzahl von ihnen hatte Gott kein Wohlgefallen. Sie wurden nämlich in der Wüste niedergestreckt." Der entscheidende Punkt ist: Trotz der erlebten Erlösung und Führung sind die meisten Israeliten am Ende doch verloren gegangen. Und nicht nur Paulus warnt uns diesbezüglich, auch Judas sagt in Judas 5: "Ich will euch aber daran erinnern, obgleich ihr dies ja schon wisst, dass der Herr, nachdem er das Volk aus dem Land Ägypten errettet hatte, das zweite Mal, also danach, diejenigen vernichtete, die nicht glaubten." Da gab es also viele, die waren Teil der Gemeinde und sind am Ende doch verloren gegangen. Es gibt also kein "einmal gerettet, immer gerettet".

[45:02] Vers 6: "Diese Dinge aber sind zum Vorbild geschehen." Das griechische Wort "typos" bedeutet, ist eine Illustration jetzt für unsere Zeit, ein zum Vorbild für uns geschehen, damit wir nicht nach dem Bösen begierig werden, so wie jene begierig waren. Typos beschreibt in der Regel in der Bibel etwas im Alten und Neuen Testament oder befindet sich im Alten Testament und beschreibt dann als Geschichte Prinzipien, die wir dann im Neuen Testament bei Jesus und beim Evangelium noch deutlicher und klarer sehen können.

[45:35] Paulus macht deutlich: Wenn wir die Fehler Israels wiederholen, werden wir auch deren Schicksal erleiden.

[45:42] Vers 7: "Werdet auch nicht Götzendiener, so wie etliche von ihnen, wie geschrieben steht: 'Das Volk setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken und stand auf, um sich zu vergnügen.'" Paulus bringt jetzt mehrere Beispiele, vier Stück aus der Geschichte Israels. Das erste ist am goldenen Kalb, als die Israeliten dort Götzendienst hielten und ein Mal hielten. Das ist natürlich deswegen interessant, weil wir in 1. Korinther 8 Vers 10 die Gastmähler in den Götzentempel hatten. Und dort einige in Korinth machen: "Na ja, weil wir wissen, es gibt ja keine Götzen, es macht uns ja gar nicht." Paulus sagt: "Seid vorsichtig. Seid vorsichtig. Wer das unter als Verehrung von heidnischen Götzen tut, der wiederholt den Fehler Israels. Der ist eigentlich des Todes. Götzendienst ist unbedingt zu meiden." Das erste Beispiel, also hier aus 2. Mose 32 Vers 6, wörtlich aus der Septuaginta von Paulus übersetzt übernommen, das goldene Kalb.

[46:39] Vers 8: "Lasst uns auch nicht Unzucht treiben, so wie etliche von ihnen Unzucht trieben, und es fielen an einem Tag 23.000." Es bezieht sich auf die Geschichte von Bileam oder nach Bileam dann 4. Mose 25 ab Vers 1. Natürlich auch mit Blick auf die Situation, die Paulus in 1. Korinther 5 besprochen hat, dass dort Unzucht in der Gemeinde geduldet wird. In 4. Mose 25 Vers 9 wird übrigens die Zahl der Toten mit 24.000 angegeben. Also entweder lag die Zahl etwas dazwischen, wird von Paulus so gerundet und von Mose so, oder was auch immer wieder als Möglichkeit in Betracht gezogen wird, ist, dass in 4. Mose auch die Obersten, die von den Richtern aufgehängt worden sind nach 4. Mose 25 Vers 4 mitgezählt werden, während Paulus nur die an der eigentlichen Plage gestorbenen hier meint.

[47:34] Vers 9: "Lasst uns auch nicht Christus versuchen, so wie auch etliche von ihnen ihn versuchten und von den Schlangen umgebracht wurden." Das ist jetzt die dritte Geschichte. Das ist die Geschichte natürlich in 4. Mose 21.

[47:45] Und Vers 10: "Murrt auch nicht, so wie auch etliche von ihnen murrten und durch den Verderber umgebracht wurden." Das bezieht sich höchstwahrscheinlich auf die Geschichte von Kadesch Barnea, wie wir sie in 5. Mose 1 z.B. Vers 26 bis 28 noch mal nachlesen können. Diese Rebellion, als man nicht in das gelobte Land hineingehen wollte. Damals sind tatsächlich die Kundschafter, die das Volk gegen Gottes Willen aufgehetzt haben, an einer Plage gestorben. So sagt es 4. Mose 14 Vers 36 und 37. Also Paulus hat jetzt gleich vier verschiedene Rebellionen aus dieser Wüstenwanderung herausgegriffen und deutlich gemacht, wohin das jeweils geführt hat.

[48:21] Und jetzt sagt er in Vers 11: "Alle diese Dinge aber, die jenen wiederfuhren, sind Vorbilder (wieder "typos") und sie wurden zur Warnung vor uns aufgeschrieben, auf die das Ende der Weltzeiten gekommen ist." All die Geschichte im Alten Testament, nicht nur diese vier, das sind nur Beispiele. Sie sind auch für uns Christen da. Sie zeigen uns, wovor wir uns hüten müssen, was wir beachten müssen. Und wenn die Christen in Korinth auch beträchtlicher Anzahl Heidenchristen waren, zeigt Paulus hier, dass es doch dann auch für sie an der Zeit ist, das Alte Testament so gut kennenzulernen, um aus dem Alten Testament Dinge zu lernen für ihre Erlösung. Niemand konnte sagen: "Ich bin Heidenchrist, ich brauche das Alte Testament nicht." Paulus sagt: "Ihr braucht das, um zu lernen für die jetzige Zeit. Das sind nicht nur Geschichten, das ist Typologie. Ihr braucht das für eure Erlösung zu verstehen und auch dabei zu bleiben." Und insbesondere im Hinblick auf die baldige Wiederkunft Jesu. Wenn wir glauben, Jesus kommt wirklich bald wieder, dann gilt dieser Vers umso mehr für uns.

[49:23] Vers 12: "Darum, wer meint, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle." Ist der ganze Punkt, warum Paulus das alles argumentiert. Er sagt, wenn du dich für stark hältst und denkst, du kannst in so ein Götzen hineingehen, weil du für dich das durchdacht hast, es gibt gar keine Götzen, das alles nur Quatsch und dann kann ich ja trotzdem hier mit den Leuten Fleisch essen. Sei vorsichtig, dass du nicht fällst. Die Israeliten waren auch Volk Gottes. Sie waren sogar in der direkten Gegenwart Jesu in der Wolken- und Feuersäule. Sie haben gesehen, wie das Wasser sich gespalten hat und trotzdem sind sie am Ende dem Götzendienst erlegen. Sei vorsichtig bei dem, was du tust. Wir können uns alle selbst überschätzen, vor allem, wenn uns die Liebe fehlt und wir uns dann wegen unserem Wissen aufblähen. Jeder, der sich für geistlich stark fühlt, siehe 1. Korinther 8, der kann fallen.

[50:09] Vers 13: "Es hat euch bisher nur menschliche Versuchung betroffen. Gott aber ist treu. Er wird nicht zulassen, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern er wird zugleich mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, sodass ihr sie ertragen könnt." Dieser Gedanke, Gott ist treu, den haben wir schon in 1. Korinther Kapitel 1 gesehen, Vers 9: "Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn." Dort stand er im Zusammenhang mit Vers 8, der euch auch fest machen wird, also Jesus Christus bis ans Ende, so dass ihr unverklagbar seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus. Gott bewirkt in uns durch den Glauben, durch das Wirken des Heiligen Geistes, dass wir am Ende bei der Wiederkunft Jesu unverklagbar sein werden. Und dann sagt er: Gott ist treu. Und jetzt sagt er in 1. Korinther 10: Gott ist treu, sodass, wenn Versuchungen kommen, ihr sie nicht, ihr ihm nicht nachgeben müsst, sondern er wird immer einen Ausweg schaffen. Das zeigt uns, wie diese Unverklagbarkeit am Ende zustande kommt. Nicht indem wir aus eigener Kraft etwas Tolles vermögen, sondern indem Gott uns lehrt in jeder Versuchung den Ausweg zu sehen und der Versuchung nicht nachzugeben, weil Gott treu ist.

[51:34] Es gibt immer einen Ausweg aus der Versuchung. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt, den wir lernen müssen für unser persönliches Leben, wann immer wir in Versuchung geraten. Es gibt einen Ausweg. Jesus kennt den Ausweg und wenn wir ihm glauben, müssen wir nicht fallen. Das bedeutet also tatsächlich niemand muss jemals zwangsweise sündigen.

[51:55] Vers 14: "Darum, meine Geliebten, flieht vor dem Götzendienst." Jetzt kommt die ganz direkte Schlussfolgerung. Er nennt die Gläubigen Korinth jetzt sogar ganz besonders liebevoll "die Geliebten", weil er natürlich weiß, dass einige jetzt vielleicht sagen, er möchte ihnen ganz deutlich machen: "Flieht vor dem Götzendienst." Er möchte nicht einfach von oben herab sie belehren, sondern mit dieser liebevollen Geisteshaltung ihnen eine deutliche Warnung aussprechen. Die Verse davor haben es ja deutlich gemacht: Selbst mit dem theologisch korrekten Wissen, dass es eigentlich gar keine Götter gibt, ist man nicht davor gefeit, am Ende doch irgendwie Götzendienst abzugleiten in den Götzendienst abzudriften. Das ist den Erlösten damals passiert. Das kann auch jetzt wieder passieren.

[52:41] Vers 15: "Ich rede ja mit Verständigen, beurteilt, was ich sage." Hier ist sicherlich auch so eine kleine, er fordert die Gläubigen auf, seine Worte zu durchdenken und gerade die, die sich als die Starken sehen, die ja theologische Erkenntnis haben. Sagt: "Denkt mal drüber nach. Bedenkt mal, was ich euch jetzt sage."

[53:02] Vers 16: "Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist denn nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus?" Er sagt, er spricht natürlich jetzt vom Abendmahl. Wenn wir Abendmahl feiern, ist es nicht ein Zeichen unserer Gemeinschaft mit Christus? Und das geht natürlich auf die Einsetzung des Abendmahls zurück, die Jesus selbst vorgenommen hat in Matthäus 26, Vers 26 und 28. Sein Argument ist also: Wer an einem christlichen Abendmahl teilnimmt, der drückt damit auch seine Einheit mit Christus aus.

[53:32] Vers 17: "Denn es ist ein Brot, so sind wir, die Vielen, ein Leib, denn wir alle haben Teil an dem einen Brot."

[53:40] Vers 18: "Seht das Israel nach dem Fleisch." Also, das sind jetzt die buchstäblichen Israeliten. "Stehen nicht die, welche die Opfer essen, in Gemeinschaft mit dem Opferaltar?" Das gleiche Prinzip gilt nicht nur fürs Abendmahl, es gilt auch für den alttestamentlichen Opferdienst. Wer vom Opferfleisch gegessen hat im Tempel von Jerusalem, der hat damit ja auch seine geistliche Zustimmung zum Opfergeschehen gegeben. Das Essen des Opferfleisches im Tempel von Jerusalem war Ausdruck, dass ich religiös auch mit dem ganzen Gottesdienst in Übereinstimmung bin.

[54:19] Und diese beiden Argumente zeigen, in welche Richtung er jetzt argumentiert. Wenn du beim Abendmahl durch dein Essen deine Einheit mit Christus illustrierst, wenn du beim alttestamentlichen Opferdienst durch das Essen des Opferfleisches deine Einheit mit der religiösen Überzeugung des Tempels symbolisierst, was passiert, wenn du in einem Götzentempel sitzt und Fleisch isst, das den Götzen geopfert worden ist? Und er ahnt, dass einige sagen: "Aber diese Götzen gibt's doch gar nicht."

[54:47] Er sagt Vers 19: "Was sage ich nun, dass ein Götze etwas sei oder dass ein Götzenopfer etwas sei?" Nein, aber

[54:54] Vers 20: "sondern dass die Heiden das, was sie opfern, den Dämonen opfern und nicht Gott. Ich will aber nicht, dass ihr in Gemeinschaft mit den Dämonen seid."

[55:04] Paulus weist jetzt die geistlich klugen und starken auf etwas hin, über das sie wahrscheinlich gar nicht nachgedacht haben. Es gibt zwar keinen Zeus und keine Isis und kein Demeter und die ganzen Götter gibt es nicht, aber es gibt Dämonen, die hinter dem Götzendienst stehen und die sind real und sind eine wirkliche geistliche Gefahr und die Gläubigen sollen deswegen, sollen natürlich keine Gemeinschaft mit Dämonen haben.

[55:30] Vers 21: "Ihr könnt nicht den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der Dämonen. Ihr könnt nicht am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der Dämonen. Man kann nicht beides haben." Die Schlussfolgerung ist ganz eindeutig: Man kann nicht gleichzeitig Abendmahl halten und am Götzentempel, im Götzentempel Götzenfleisch essen. Man kann nicht zwei Herren dienen.

[56:01] Und damit macht er deutlich nach einer sehr diplomatischen und sehr ausholenden Argumentation, dass die Position der geistlich starken in Korinth so nicht haltbar ist.

[56:12] Vers 22: "Oder wollen wir den Herrn zur Eifersucht reizen? Sind wir etwas stärker als er?" Und damit bezieht er sich natürlich auf das berühmte zweite Gebot, denn im zweiten Gebot geht es um Götzendienst und es geht um die Eifersucht Gottes. 2. Mose 20 Vers 4 bis 6: "Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht, denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, und Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten." Dieser Vers hier in 1. Korinther 10 Vers 22 ist ein Beweis dafür, dass auch Paulus die Gültigkeit des zweiten Gebotes anerkannt hat. Es gibt heute viele Theologen, insbesondere in der katholischen Tradition, die sagen, mit dem Kreuz sei das zweite Gebot aufgehoben worden oder überhaupt mit dem Kommen Jesu sei das zweite Gebot aufgehoben worden und nicht mehr gültig. Aber Paulus sah das anders. Paulus hat ganz deutlich hier das zweite Gebot als bindend gesehen und entsprechend diese rhetorische Frage gestellt: "Wir wollen doch Gott nicht zur Eifersucht reizen, wenn wir da neben diesen ganzen Bildnissen das Fleisch essen?"

[57:36] Und jetzt zitiert sich Paulus fast wörtlich. In der Schlachter heißt es: "Es ist mir alles erlaubt, aber es ist nicht alles nützlich. Es ist mir alles erlaubt, aber es erbaut nicht alles." Das ist natürlich fast das gleiche wie in 1. Korinther Kapitel 6 Vers 12: "Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich. Alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts beherrschen lassen." Damals haben wir schon gesehen, als es dort um sexuelle Sünde und Unzucht ging, dass es nicht Paulus nicht sagen will, dass diese Dinge erlaubt sind, nur nicht ganz so toll, sondern dass es darum geht, dass es Dinge gibt, die man selbst tun kann, die in der Macht, wo man die Macht hat, es zu tun, aber es ist nicht gut, es zu tun. Paulus sagt also, du hast zwar alles, du hast die Macht alles zu tun, du, es steht in deiner Macht, diese Dinge zu tun, aber es ist wirklich gut. Götzendienst ist nicht erlaubt und auch sexuelle Sünde ist nicht erlaubt von Gott, aber es steht in der Macht derjenigen es zu tun. Sie haben ja die Freiheit es zu tun, aber es ist nicht gut. Es ist moralisch nicht richtig.

[58:40] Interessant ist der Unterschied zwischen den beiden Stellen. In 1. Korinther 6 heißt es ja am Ende: "Ich will mich von nichts beherrschen lassen", weil dort ging es um sexuelle Sünde, da ging es vor allem auch um das Sündigen am eigenen Leib, denn das heißt, es hieß dort in 1. Korinther 6 in Vers 18: "Flieht die Unzucht. Jede Sünde, die ein Mensch sonst begeht, ist außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht verübt, sündigt an seinem eigenen Leib." Jetzt geht es nicht so sehr um das eigene Leben, sondern mehr um die Gemeinschaft mit den anderen Gläubigen. Deswegen sagt er: "Aber es erbaut nicht alles."

[59:11] Vers 24: "Niemand suche das Seine, sondern jeder das des anderen." Dieses Prinzip werden wir dann noch sehen, wird in 1. Korinther 13 im Hohelied der Liebe noch ganz prominent, wenn es sagt in Vers 5: "Sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre." Und das ist der ganze Hauptpunkt von Paulus. Denkt nicht nur an euch und an euer theologisches Wissen. Denkt darüber nach, wie ihr der ganzen Gemeinde zum Segen sein könnt.

[59:36] Und mit all dem, das ist also quasi die praktische Anwendung der nächsten Liebe. Ja, liebe deine Nächsten wie dich selbst, 3. Mose 19 Vers 18. Und er hatte schon in 1. Korinther 8 Vers 1 deutlich gemacht: Die Erkenntnis bläht auf, aber die Liebe erbaut. Und die ganze Frage mit dem Götzenopferfleisch muss aus der Perspektive echter christlicher biblischer Liebe betrachtet werden. Und ich glaube, viele andere Themen, über die es heute Streit gibt, müssen aus der gleichen Perspektive betrachtet werden. Was führt dazu, dass die ganze Gemeinde im Glauben zusammenhält und zusammen bleibt und wächst? Das ist die Perspektive. Nicht nur, was ist mein Recht, was

[1:00:13] Was habe ich verstanden und wie kann ich mich jetzt äh vielleicht noch erhöhen dadurch? Nachdem Paulus das alles so äh ausführlich und interessant argumentiert hat, kommt er jetzt zu ganz praktischen Anweisungen. Was bedeutet das jetzt im Alltag? Was nehmen die Korinther mit? Wie sollen sie sich jetzt verhalten? Vers 25: "Alles, was auf dem Fleischmarkt angeboten wird, dasst ohne um des Gewissens willen nachzuforschen." Auf dem Götzenmarkt, auf dem Fleischmarkt natürlich sollen sie nicht extra fragen, ist das jetzt von Götzen opfern oder nicht? Wo ist das genau her? Sie sollen es einfach nehmen. Und zwar ist das Argument etwas sehr Interessantes.

[1:01:03] Paulus schlägt hier nicht einfach eine Vermeidungsstrategie vor, wo er sagt, ich habe ja nichts gehört, nichts gesehen, sondern es ist ein wirklich biblisches Prinzip. Er zitiert hier in Vers 26 aus Psalm 24, Vers 1, ähm, was er hier wörtlich aus der Septuaginta übersetzt und macht damit folgendes deutlich: Die Tiere, die dort geschlachtet und angeboten werden, sind von Gott geschaffen und ihm gehören sie eigentlich wirklich. Übrigens wissen wir äh, dass bei diesen Fleisch- und Fischmärkten, das war oft auch viel Fisch und nicht nur Fleisch, ähm, dass dort längst nicht alles von Götzenopfern stammt. Es wurde auch viel gejagt. Ähm, es gab also eine gute Möglichkeit, dass vieles von dem Fleisch auch gar nicht Götzenopferfleisch war, aber trotzdem waren diese äh Fleischmärkte oft auch in der Nähe von Götzen, weil natürlich das Götzenopferfleisch dann auch dort relativ frisch hingebracht worden ist. Man nennt das auch ein Makellum oder ein Kleinhandelmarkt. Den in Korinth hat man den sogar ausgegraben. So ein offenes, ein öffentliches Gebäude mit einem offenen Innenhof, einem großen Innenhof und dann an den Außenwänden sind die ganzen kleinen Geschäfte, die sich die Händler mieten konnten, um dort ihr Fleisch und Fisch und so weiter anzubieten. Übrigens äh gehen einige davon aus, dass das durchaus eher für wohlhabende Leute war, weil die Qualität wohl sehr gut gewesen sein muss, vor allem auch, wenn es von den Tempeln kam. Also Paulus sagt, wie dem auch sei, er sagt, wenn ihr dort einfach Fleisch seht, fragt nicht, woher es kommt, denn eigentlich gehört dieses ganze Fleisch Gott. Er hat die Tiere geschaffen, ihm gehört die ganze Welt. Und wenn dann jemand in den Augen Gottes unrechtmäßig so ein totes Tier auch noch einem nicht existenten Götzen weiht, dann tut das für euch eigentlich nicht zur Sache. Wenn ihr es nicht wisst, macht es gar nichts. Und das ist ein wichtiger Punkt, den ich hier noch kurz betonen möchte, weil er heutzutage immer wieder für Verunsicherung sorgt. Wenn also irgendjemand einen Gegenstand, der an sich völlig harmlos ist, dann aus irgendeinem Grund jetzt in einem okkulten Zweck weiht und dieser Gegenstand befindet sich ohne mein Wissen in meinem Haus, hat das keinen Einfluss auf mein geistliches Leben. Wegen diesem Prinzip hier steht's. Ein Stück Fleisch, das einem Götzen geweiht ist, aber ich weiß nichts davon, hat keinen negativen Einfluss auf mein Leben. Es gibt immer wieder diese Idee, man müsste jetzt von jedem Gegenstand genau wissen, woher es kommt und was und wie und wer da vielleicht eventuell noch jemand verflucht hat und so weiter. All das entspricht nicht dem biblischen Zeugnis vom ersten Korinther. Wenn ich es nicht weiß, hat es auch keinen Einfluss auf mich. So war es bei Bileam genauso. Bileam hat versucht, das Volk zu verfluchen. Das hatte keinerlei Wirkung, weil Gott es umgewandelt hat.

[1:03:56] Aber Vers 27: "Und wenn jemand von den Ungläubigen euch einlädt und ihr hingehen wollt, so esst alles, was euch vorgesetzt wird, und forscht nicht nach um des Gewissens willen." Also, wenn man zu einer privaten Einladung, einem privaten Mal eingeladen wird, dann besteht keine Notwendigkeit, extra noch mal die Zutatenliste zu durchforschen, ähm und die genaue Herkunft zu eruieren. Übrigens sei dazu gesagt, natürlich, dass Paulus hier nicht von der Frage spricht, ob man unreine Tiere essen kann. Das ist gar nicht das Thema. Es geht um reine Tiere, die möglicherweise eventuell Götzen geopfert sind. Das ist ein ganz anderes Thema. Paulus spricht ja von Dingen, die man essen kann. Nach 3. Mose 11 gibt es manche Tiere, die zwar von Leuten gegessen werden, die man gar nicht essen soll, die gar keine Speise sind, das ist ein ganz anderes Thema. Darum geht es hier nicht. Es geht um reine Tiere, die also Rind, Schaf, vielleicht ein Hirsch oder so ähm, die hier angeboten werden bei den entsprechenden Malen.

[1:05:00] Vers 28: "Wenn aber jemand zu euch sagt: Das ist Götzenopferfleisch!" Und jetzt ist die Frage, es ist im Grunde auch egal, ist es der Gastgeber, ist es ein anderer Gast? Ist es vielleicht ein Mitchrist, der sagt: "Hey, ist das nicht, das ist Götzenopferfleisch. Esst es nicht." "Um dessen Willen, der den Hinweis gab, und um des Gewissens willen. Denn dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt." Wenn also bekannt ist, dass es sich um Götzenopferfleisch handelt, soll der Gläubige nicht essen. Und zwar egal, ob auf dem Fleischmarkt, beim privaten Mal oder und zwar wegen dem, der den Hinweis gegeben hat, weil der könnte nämlich denken, dass der Christ an einem, also dem Götzenopferdienst durchaus etwas abgewinnen kann und da irgendwie sich zugehörig fühlt und das mit seinem Glauben vereinbaren kann, wegen dem Gewissen. Der andere, möglicherweise der schwache Bruder, der wird dann verführt und der Bruder gehört auch zu Gott. Und deswegen verwendet er zweimal denselben Vers, Psalm 24, Vers 1. Einmal, um zu begründen, warum man bei Nichtwissen essen darf und warum man beim Wissen nicht essen darf. Denn dem Herrn gehört die Erde, ihm gehört das Fleisch. Wenn man also nicht weiß, dass es zu Götzenopfern geweiht worden ist, dann kann man es essen. Das Fleisch gehört Gott. Aber wenn man weiß, es ist Götzen geopfert worden und andere werden dadurch in ihrem Gewissen befleckt, dann esse ich nicht, weil auch der andere Gott gehört. Derselbe Vers begründet beide Handlungen.

[1:06:26] Vers 29: "Ich rede aber nicht von deinem eigenen Gewissen, sondern von dem des anderen. Denn warum sollte meine Freiheit von dem Gewissen eines anderen gerichtet werden?" Er meint also das Gewissen dessen, der den Hinweis gegeben hat, wie wir schon gesehen haben. Vers 30: "Und wenn ich es dankbar genieße, warum sollte ich gelästert werden über dem, wofür ich danke?" Wer also auch guten Gewissens, ähm, ohne irgendwie von negativen Dingen zu wissen, so etwas isst und mit Dank, der darf auch dieses ruhige und gute Gewissen haben.

[1:06:59] Vers 31: "Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes." Paulus fasst alles jetzt in einem grundlegenden Prinzip zusammen, was nicht nur für das Essen von Götzenopferfleisch äh gilt, sondern für alles, ähm, für alles Essen, für alles Trinken, für alles Anziehen, was immer wir tun. Es soll zur Ehre Gottes sein, zur Auferbauung seiner Gemeinde. Wir müssen uns immer die Frage stellen: Wenn ich jetzt esse und trinke, wird dadurch wirklich Gott die Ehre gegeben oder will ich nur mein eigenes Recht durchdrücken?

[1:07:35] Vers 32: "Gebt weder dem Juden noch den Griechen noch der Gemeinde Gottes einen Anstoß." Und ich glaube, das ist der eigentliche Punkt. Von dem Juden ein Jude und dem Griechen ein Grieche. Paulus will nicht versuchen, alle Modetorheiten und kulturellen Dümmlichkeiten der einzelnen Kulturen zu integrieren. Das ist nicht sein Punkt. Sein Punkt ist, er möchte keinen Anstoß erregen, weder den Juden noch den Griechen. Also versucht er alles zu vermeiden, was unnötigen Anstoß erregt. Das Kreuz ist schon Anstoß genug, aber er möchte nicht unnötig Streit erzeugen, unnötig irgendwie Zwistigkeiten erzeugen. Er möchte durch sein Verhalten, dass andere nicht unnötigerweise irritieren.

[1:08:19] Letzter Vers, Vers 33: "So wie auch ich in allen Stücken allen zu gefallen lebe und nicht meinen Nutzen suche, sondern den der vielen, damit sie gerettet werden." Das ist genau das Prinzip, das wir jetzt in Kapitel 9 und 10 überall gesehen haben. Paulus überlegt sich, was ist für den anderen gut? Er hat das Recht, vom Zehnten bezahlt zu werden. Er hat das Recht, finanziell äh regelmäßig unterstützt zu werden. Aber er überlegt sich, was ist das Beste für die Gemeinde in Korinth, damit sie gerettet werden? Und dann kommt er manchmal zu dem Schluss, wie hier in Korinth: Ich verzichte auf mein Recht, damit sie gerettet werden. Und so sagt er, wenn ihr jetzt diese Frage des Götzenopfers vielleicht nachdenkt, denkt genauso: Was ist der Nutzen für die anderen? Und in dieser Geisteshaltung wird man dann die richtigen Entscheidungen jeweils fällen können. Das Ziel ist die Rettung der Menschen. Und so sagt Paulus, das werden wir nächste Woche noch mal anschauen, in Vers 1 von Kapitel 11: "Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich Nachahmer des Christus bin." In dieser Sache folgt Paulus genau dem, was Jesus vorgelebt hat, und wir sind aufgefordert, uns ein Vorbild an ihm zu nehmen.

[1:09:34] Ich weiß nicht, wie es dir geht. Ich möchte mir vornehmen, keinen unnötigen Anstoß bei anderen Menschen zu erzeugen. Möchte mir bewusst machen, dass auch die Starken fallen können und dass die vielen Geschichten der Bibel konkrete Warnung für mich und uns sind. Insbesondere, weil Jesus bald wiederkommt. Ich möchte den christlichen Lauf als ein echter Wettkämpfer laufen, im Kampf gegen ererbte und angewohnte Charakterschwächen. Wirklich wie ein Faustkämpfer dorthin schlagen, wo es nötig ist, auf mein eigenes Ich, um durch Gotteskraft zu siegen. Ich möchte in der Versuchung meinen Blick auf Jesus richten und den Ausweg sehen, den er schon vorbereitet hat. Ist das dein Wunsch auch? Dann lass uns noch gemeinsam beten.

[1:10:15] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen danke sagen. Danke, dass du durch dein Wort auch heute zu uns gesprochen hast und Herr, dass wir uns neu daran erinnern durften, wie wichtig es ist, nicht nur uns zu sehen, sondern den anderen auch, dass wir überlegen, was dazu beiträgt, dass der andere gerettet wird und in seiner und auch beim Evangelium bleibt und nicht verführt wird. Herr, gib, dass wir uns nicht aufblähen mit unseren Erkenntnissen, sondern dass wir uns wirklich fragen, was das Beste für andere ist, dass wir bereit sind, auch auf unser eigenes Recht zu verzichten, um dir zu dienen und in allem, was wir tun, essen, trinken, was immer es ist, die Ehre zu geben. Herr, das bitte ich dich von ganzem Herzen für mich und für jeden, der dieses Video gesehen hat. Im Namen Jesu. Amen.

[1:11:02] Nächste Woche warten zwei weitere ganz interessante Kapitel auf uns: 1. Korinther 11 und 12. Wir werden dann wieder spannende Dinge entdecken. Bis dahin wünschen wir euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes.


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