Veröffentlicht am
23 Klicks

Manuskript zur Sendung   >>>  CSH_Manuskript_2026 3rd Nr 7   <<<

In dieser Spezialfolge der Christ Study Hour tauchen wir tief in die Korintherbriefe ein und beleuchten die oft missverstandenen Kapitel 13 und 14. Erlebe das berühmte „Hohelied der Liebe“ und entdecke die tiefen, praktischen Wahrheiten, die Paulus uns in diesen inspirierenden Abschnitten offenbart. Lass dich von Gottes Liebe persönlich ansprechen und dein Verständnis seines Wortes vertiefen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Christ Study Hour – Spezial 2026 - Q3: Die Korintherbriefe

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:32] Hallo und herzlich willkommen zur Christudy Hour hier auf www.joelmedia.de. Wir möchten natürlich wie immer alle Zuschauer auch auf dem Sender ganz recht herzlich begrüßen zur mittlerweile siebten Folge unserer Spezialserie über die Korintherbriefe des Paulus. Heute haben wir etwas ganz Besonderes vor uns. Zwei Kapitel, die zwar unterschiedlich, aber doch recht bekannt sind. Das eine ist weltberühmt: Kapitel 13, das hohe Lied der Liebe, kurz, aber voll von wichtigen Gedanken, von schönen Gedanken, von tiefen Gedanken. Und dann Kapitel 14, eines, das immer wieder sehr auch missverstanden wird, und dem wollen wir uns dann jetzt mit genügend Zeit widmen. Wir möchten, bevor wir hineintauchen in diesen wunderschönen und interessanten Abschnitt des ersten Korintherbriefes, möchten wir Gott einladen, dass er unser Studium segnet und möchte dich einladen, dass wir mit einem Gebet starten.

[1:36] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen für die vielen interessanten Dinge, die wir bei Paulus lesen dürfen, die du ihm gezeigt hast, die du ihn inspiriert hast. Und wir möchten dir danke sagen, dass wir schon so viel lernen konnten für unser praktisches Leben in den vergangenen Wochen, in den verschiedenen Kapiteln, die wir studiert haben. Wir möchten dich bitten, dass gerade jetzt, wenn wir erste Korinther 13 uns anschauen, dass wir das nicht nur intellektuell und theoretisch verstehen, sondern dass wir wirklich angesprochen werden, persönlich tief angesprochen werden von der Liebe, die du zu uns hast und gibst. Dass wir dein Wort so verstehen, wie du es gemeint hast, dass auch wenn manches nicht immer einfach zu verstehen sein mag, wir die große Idee, den großen Gedankengang nachvollziehen können, den du hineingelegt hast. Dass wir auf sicherem Fundament stehen und uns nach deinem Wort richten, Herr. Wir möchten dich bitten, dass du uns nach deiner Verheißung durch deinen Heiligen Geist in alle Wahrheit führst, die wir jetzt hier heute benötigen und brauchen, die du uns gerne geben möchtest. Dafür danken wir dir und bitten dich, dass du jetzt unser Lehrer bist. Amen.

[2:53] Korinther 13 und dort Vers 1. Wir haben das letzte Mal aufgehört mit dem Gedanken in Korinther 12 Vers 31, dass als Paulus über die verschiedenen Gnadengaben, die Gaben des Geistes gesprochen hat und deutlich gemacht hat, so unterschiedlich sie sein mögen, sie kommen alle von demselben Heiligen Geist, um die Gemeinde als Einheit aufzubauen. Dann hat er zwar gesagt in Vers 31: "Strebt aber eifrig nach den vorzüglicheren Gnadengaben." Aber er hat auch deutlich gemacht, und das ist jetzt die Überleitung zu unserem heutigen Thema, dass bei all den Gnadengaben und Geistesgaben etwas gibt, das man unter keinen Umständen verpassen darf, das noch entscheidender ist. Er sagt: "Und ich will euch einen noch weit vortrefflicheren Weg zeigen."

[3:45] Die Verse, die jetzt kommen, kann man durchaus zu den wichtigsten, vielleicht zu dem wichtigsten Punkt erklären im gesamten ersten Korintherbrief. Er macht deutlich, wie entscheidend die Liebe ist. Und damit knüpft er an einen Gedanken an, den wir schon vorher gesehen haben, z.B. in Korinther 8 Vers 1: "Was aber die Götzenopfer angeht, so wissen wir: Wir alle haben Erkenntnis. Die Erkenntnis bläht auf, die Liebe aber erbaut." Da hat Paulus schon deutlich gemacht: Rein theologisches Wissen an und für sich ist noch nicht alles. Ohne Liebe bringt es der Gemeinde nichts. In gewisser Weise können wir also sagen, dass jetzt diese Verse, die wir als Kapitel 13 bezeichnen – er selbst hat es ja nie mit Kapiteln unterteilt –, dass diese Verse den Höhepunkt dieser Argumentation darstellen, die seit Kapiteln schon läuft.

[4:42] Das heißt, hier in Vers 1: "Wenn ich in Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, so wäre ich ein tönendes Erz, ein klingende Schelle." Er hat ja vorher über die Gnadengaben des Geistes gesprochen, und eine Geistesgabe ist die Gabe, andere Sprachen zu sprechen. Wir werden heute noch einiges dazu in Kapitel 14 sagen. Er sagt: "Wenn ich die Sprachen der Menschen könnte und sogar die Sprache der Engel..." Das ist eine offensichtliche Übertreibung, denn die braucht man ja gar nicht für die Mission. Sprachen der Engel. Wir werden aber sehen, dass in den nächsten beiden Versen ja auch diese Formulierung zuspitzt, um deutlich zu machen: Selbst dann, selbst wenn ich so viel könnte, würde es mir nichts nützen ohne Liebe. Selbst wenn ich nicht nur alle Sprachen sprechen könnte, sondern sogar im Himmel mit den Engeln kommunizieren könnte ohne Liebe. So sagt er, wäre ich ein tönendes Erz, eine klingende Schelle. Es würde zwar vielleicht erstaunlich sein, dass jemand dann Chinesisch und Arabisch und Thrakisch und wer weiß solche Sprachen kann, aber ohne Liebe hätte es keine nachhaltige Wirkung.

[5:51] Ein tönendes Erz. Hier geht's einfach um ein Stück Metall, das einfach, wenn man es anschlägt, nachklingt. Ein bisschen die klingende Schelle. Das ist "chalkos". Chalkos – wir kennen noch im Englischen, im Deutschen auch die Zimbeln. Das kommt letztlich sprachlich daher. Das kam aus dem Osten. Das waren so metallene Becken, die man gegeneinander geschlagen hat. Das macht – und dann ist es irgendwann vorbei.

[6:18] Vers 2: "Und wenn ich Weissagung hätte, also Prophetie, und alle Geheimnisse wüsste..." Und jetzt wissen wir, jetzt sehen wir schon wieder, das ist eine überspitzte Formulierung. Natürlich kann kein Mensch, auch Paulus, alle Geheimnisse wissen, denn er sagt ja selber dann in Vers 9: "Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise." Also auch hier ist die Argumentation: Selbst wenn, im hypothetischen, unrealistischen, unmöglichen, letztlich unmöglichen Fall, dass ich alles wüsste, ohne Liebe würde es mir nichts bringen. Und so können wir also auch sehen, dass die Sprachen der Engel hier eine Überspitzung sind. Es geht nicht darum, dass Menschen tatsächlich im Gottesdienst irgendwie Engelssprachen sprechen. Das werden wir aber dann jetzt gleich noch sehen.

[7:00] Also selbst alle Geheimnisse, alle Erkenntnisse, alle theologischen Erkenntnis, die man haben kann, alle Gabe der Prophetie. Und er sagt: "Und wenn ich allen Glauben besäße, dass ich Berge versetzte..." Das geht natürlich zurück auf die Aussagen von Jesus, der gesagt hat: "Wenn ihr Glauben habt, so groß wie ein Senfkorn, dann werdet ihr dazu in der Lage sein." Matthäus 17:20, Matthäus 21:21 sind Verse, wo Jesus von einem Glauben spricht, der Berge versetzt. Und das ist ja etwas Gutes, etwas Wichtiges, etwas, was wir haben wollen und haben müssen.

[7:30] Aber Glaube allein ohne Liebe bringt nichts. Deswegen sagt Paulus ganz deutlich in Galater Kapitel 5 und dort Vers 6: "Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittenheit etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist." Glaube muss durch Liebe wirksam sein. Die Sprachengabe muss mit Liebe ausgeübt werden. Die prophetische Gabe muss mit Liebe benutzt werden. Die Geheimnisse und Erkenntnisse müssen mit Liebe weitergegeben werden.

[8:06] Vers 3: "Und wenn ich all meine Habe austeilte und meinen Leib hingebe, damit ich verbrannt würde, also als Märtyrer, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir nicht." Es gibt Menschen, die sind bereit, ihr Leben aufzugeben, ohne Liebe für andere zu haben. Es gibt Selbstmordattentäter, die sind bereit, ihr Leben hinzugeben, um andere umzubringen. Kamikaze-Flieger im Zweiten Weltkrieg. Gebe mehrere Beispiele. Paulus sagt: "Eine solche Selbstaufopferung nützt nichts vor Gott ohne Liebe."

[8:41] Paulus hat diesen Punkt jetzt dreimal betont, und es macht deutlich, wie wichtig ihm dieser Punkt ist. Ohne Liebe ist alles andere, was sonst auch wichtigerweise zum christlichen Leben zählt, umsonst. Glaube, theologische Erkenntnis, Prophetie, missionarische Fähigkeiten, soziale Dienste, Selbstaufopferung. All diese Dinge sind ohne Liebe letztlich nichtig.

[9:10] Und das zeigt uns: Liebe ist nicht nur eine weitere Tugend in einem christlichen Charakter, nicht nur etwas, woran man auch ein bisschen feilen sollte, sondern sie ist letztlich das Fundament, auf dem alles andere – der Glaube, die Erkenntnis, die Mission, die sozialen Dienste, die Prophetie – das alles aufruht. Nur mit der Liebe hat es eine Wirkung, hat es die Wirkung, die Gott vorgesehen hat.

[9:41] Und so beschreibt er jetzt die Liebe. Wir reden oft von der Liebe, aber wir müssen verstehen, was damit gemeint ist. Wir verwenden heute im Alltag das Wort Liebe für alles Mögliche. Wir sagen: "Ich liebe Pudding und ich liebe meine Frau." Und hoffentlich zwei verschiedene Dinge. Aber was meint Paulus, wenn er hier von dieser Liebe spricht?

[10:04] Diese Liebe, die er hier beschreibt, ist das Wesen Gottes. In erste Johannes Kapitel 4 wird gleich zweimal gesagt, in Vers 8 und Vers 16: "Wer nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe." Vers 16: "Und wir haben die Liebe erkannt und geglaubt, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm." Wenn wir also diese Verse, Vers 4 lesen, dann lesen wir nicht nur das Wesen dieser Liebe, wir lesen das Wesen Gottes, der diese Liebe ist.

[10:49] Die Liebe ist langmütig. Wörtlich heißt es, sie hat ein großes Herz. Sie ist großherzig, sozusagen. Das heißt weiter und gütig. Auch das ist hier eigentlich ein Verb. Das heißt, sie handelt gütig. Sie handelt auf eine freundliche Weise. Die Liebe beneidet nicht. Sie freut sich also, wenn andere auch etwas haben, auch wenn man es selbst vielleicht nicht hat.

[11:20] Die Liebe prahlt nicht. Das ist der Grund, warum Gott sich niemals uns aufdrängt und sich irgendwie so in den Mittelpunkt rückt und sagt: "Hier bin ich, ihr müsst jetzt alle an mich glauben." Er ist – diese Verse beschreiben sein Wesen. Sie bläht sich nicht auf. Und das ist deswegen auch interessant, weil wir hier mehrmals schon im ersten Korintherbrief diesen Begriff gelesen haben, mit dem Aufblähen, Kapitel 4 z.B. Vers 6: "Das aber, meine Brüder, habe ich um auf mich und auf Apollos bezogen, um euren Willen, damit ihr an uns lernt, in eurem Denken nicht über das hinauszugehen, was geschrieben steht, damit ihr euch nicht für den einen auf Kosten des anderen aufbläht." Vers 19: "Ich werde aber bald kommen, wenn der Herr will, und nicht die Worte der Aufgeblasenen kennenlernen, sondern die Kraft." Korinther 5, Vers 2, dann so ähnlich, und dann auch in Kapitel 8 und dort Vers 1. Genau: "Was aber die Götzenopfer angeht, so wissen wir: Wir alle haben Erkenntnis. Die Erkenntnis bläht auf, die Liebe aber erbaut."

[12:24] Liebe erbaut. Ohne Liebe bläht die Erkenntnis nur auf. Und die Liebe bläht sich niemals auf. Sie tut sich nicht selbst in den Mittelpunkt rücken.

[12:37] Es beschreibt das Wesen Gottes und es beschreibt auch, wie unser Leben aussehen soll, wenn die Liebe Gottes durch den Heiligen Geist in unser Herz hineingegossen wird, wie es Paulus in Römer Kapitel 5 Vers 5 beschreibt. Er sagt dort: "Die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist."

[13:05] Der Heilige Geist bringt diese Eigenschaften, die Liebe Gottes, in unser Herz. So können wir uns also auch schon fragen: Bin ich eigentlich langmütig? Habe ich ein großes Herz? Benehme ich mich freundlich? Agiere ich freundlich? Agiere ich gütig? Beneide ich andere? Prahle ich gerne mit dem, was ich bin und habe und kann? Blähe ich mich auf über andere, weil ich vielleicht etwas theologisch verstanden habe und andere noch nicht? Und ich aber gar nicht wirklich sie liebe?

[13:41] Vers 5: "Die Liebe, sie ist nicht unanständig. Sie sucht nicht das Ihre." Diesen Punkt hatte Paulus schon öfter angesprochen. Korinther 10 Vers 24: "Niemand suche das Seine, sondern jeder das des anderen." Vers 33: "So wie auch ich in allen Stücken allen zu gefallen lebe und nicht meinen Nutzen suche, sondern den der vielen, damit sie gerettet werden." Wir haben gesehen, dass er damit der Nachahmer von Jesus Christus ist. Kapitel 11, Vers 1: "Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich Nachahmer des Christus bin." Denn Jesus hat nicht das Seine gesucht.

[14:18] Wenn Jesus überlegt hätte, was am besten für ihn ist, er wäre vielleicht im Himmel geblieben. Jesus hat nicht drüber nachgedacht, was die beste Variante für ihn ist. Er hat überlegt, was kann er tun für dich und für mich? Die Liebe denkt nicht an sich selbst. Sie denkt an andere. Gott denkt nicht: Was springt für mich bei heraus? Er denkt: Wie kann ich Christopher retten?

[14:40] Dieses Mal, wenn ich neu drüber nachdenke, dann packt es mich, weil wir auf dieser Erde so selten solche Liebe, also in Reinsform, kann kein Mensch von sich aus. Wenn wir es sehen, dann nur deswegen, weil Gott Menschen mit dieser Liebe füllt.

[14:55] Philipper 2 ab Vers 5: "Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen. Und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz." Warum hat er das getan? Er tat es für dich und für mich. Er hat nicht an sich selbst gedacht, sondern an uns.

[15:27] Der Satan hat genau das Gegenteil erfunden. Der Satan hat diese Idee erfunden: Ich, ich, ich, ich, ich, ich. Jesaja 14 ab Vers 12: "Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte? Wie bist du zu Boden geschmettert, du Überwältiger der Nationen? Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden. Ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleich machen." Dieser Gedanke: Was springt für mich dabei raus? Wie kann ich mich selbst erhöhen? Dieser Gedanke kommt von Satan.

[16:06] Die Liebe denkt nicht an das Ihre.

[16:14] Sie lässt sich nicht erbittern. Wörtlich heißt es, sie lässt sich nicht reizen, sie wird nicht aufgebracht, man kann sie nicht aus der Fassung bringen. Und so ist es mit Gott. Gott vergisst sich nicht einfach im Zorn und schlägt einfach rein und entschuldigt sich hinterher dafür. Man kann Gott nicht in diesem Sinne reizen. Wenn er zornig ist, dann immer mit einem heiligen Zorn, der sich von dem menschlichen Zorn, den wir meistens kennen, völlig unterscheidet.

[16:45] Vers 6: "Sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit." Jede Ungerechtigkeit ist Sünde, sagt Johannes 5 Vers 17. "Liebe hat keine Freude an der Sünde." Manchmal wird eine falsche Liebe auch in christlichen Kirchen und Gemeinden verkauft, bei der der Eindruck erweckt wird, dass die Liebe die Sünde so toleriert und dass die Sünde doch gar nicht so schlimm ist, weil die Liebe sie irgendwie so überdeckt. Die Liebe hat keine Freude an der Sünde. Die Liebe freut sich an der Wahrheit. Jesus hat die Sünde gehasst. Das sagt die Bibel ganz deutlich in Hebräer, Kapitel 1, da steht es unmissverständlich.

[17:28] Vers 9: "Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit, also Sünde, gehasst. Darum hat mich, oh Gott, dein Gott, gesalbt mit Freudenöl mehr als deine Gefährten." Jesus hasst die Sünde, weil die Liebe keine Freude an der Sünde hat. Aber er liebt den Sünder und er möchte den Sünder retten.

[17:52] Vers 7: "Sie erträgt alles, die Liebe. Sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles." Wahre Liebe ist bereit zu glauben, zu hoffen. Sie ist bereit zu ertragen. Sie ist bereit zu erdulden. Und im Leben von Jesus sehen wir diese Eigenschaften auf eine vollkommene Weise ausgelebt.

[18:11] Das Leben Jesu illustriert den Charakter Gottes. Wie in der Liebe hier von Vers 4 bis 7 beschrieben wird, in seinem Erdenleben illustriert er diesen Charakter auf eine eindrückliche Art und Weise. Und Paulus sagt: "Betrachtet diese Liebe. Ohne diese Liebe nützt euch aller Missionseifer nichts. Ohne diese Liebe, die sich im Leben Jesu zeigt, nützt euch selbst ein Märtyrertod nichts oder eine karitative Aufopferung für andere oder theologische Erkenntnis, Prophetie, Glauben..."

[18:43] Das alles braucht die Liebe, die Jesus gezeigt hat, als er den Vater auf dieser Welt demonstriert hat. Er sagt selbst in Johannes Kapitel 10 – hab kein Sendemanuskript, aber das können wir trotzdem lesen hier in Johannes Kapitel 10, Verzeihung, 14 natürlich. In Johannes 14 sagt er ab Vers 9: Jesus spricht zu ihm, als Philippus gesagt hat in Vers 8: "Herr, zeige uns den Vater, so genügt es uns." Jesus spricht zu ihm: "So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich noch nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen." Wie kannst du da sagen: Zeige uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht aus mir selbst. Und der Vater, der in mir wohnt, der tut die Werke." Das, was Jesus gesagt hat, was er getan hat, das, was man bei Jesus sehen konnte, war das Wesen Gottes, des Vaters.

[19:51] Die Liebe und die Güte Jesu zeigen uns, wie liebevoll und wie gütig Gott der Vater ist. Seine Geduld zeigt die Geduld des Vaters. Seine Bereitschaft, so viel zu erdulden, zeigt, wie viel bereit Gott der Vater ist zu erdulden. Seine Fassung, die er behalten hat, sich nicht reizen zu lassen, zeigt, dass man Gott den Vater nicht reizen kann. In diesem Sinne seine Bereitschaft, nicht an sich selbst zu denken, sondern an uns, zeigt, wie sehr Gott der Vater bereit ist, an andere zu denken, statt an sich selbst.

[20:35] Paulus hat noch mehr zu sagen über diese Liebe. Er sagt, diese Liebe in Vers 8: "Die Liebe hört niemals auf. Sie ist ewig." Und deswegen sagt uns Jeremia 31 und dort Vers 3: "Von ferne her ist mir der Herr erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade." Die Liebe Gottes ist ewig. Sie war schon immer da. Sie wird immer da sein. Wer auf die Liebe setzt, der setzt auf etwas Dauerhaftes. Die Liebe ist kein zwischenzeitliches Phänomen, das kommt und geht, sondern sie ist die Grundkonstante in diesem Universum. Gottes Liebe ist der Urgrund, auf dem alles andere aufbaut. Wer sie im Herzen hat, der hat auf dem sicheren Fundament gebaut.

[21:33] Die Liebe hört niemals auf. Paulus sagt weiter in Vers 8: "Aber Weissagungen, sie werden weggetan werden, denn irgendwann werden alle Prophezeiungen sich erfüllt haben, und wir werden in der Erfüllung leben auf der neuen Erde, und keine Prophetie mehr brauchen. Sprachen, sie werden aufhören, denn irgendwann werden wir alle die gemeinsame Sprache sprechen des Himmels. Erkenntnis, sie wird weggetan werden." Jetzt haben wir noch theologische Bücher und Bibelstunden-Serien und all das, und das ist wichtig. Aber wir werden einmal in der Gegenwart Gottes leben. Dann müssen wir nicht mehr in theologischen Büchern nachschlagen, wie dieser Vers zu verstehen ist oder das und solches zu erklären ist. Wir können dann Gott selbst direkt fragen. Viele Dinge, die wir für entscheidend halten, die auch sehr, sehr wichtig sind, sind zeitlich sozusagen vorübergehend. Aber die Liebe ist es nicht.

[22:23] Die Geistesgaben, die Gott gibt, sind temporär. Sie dienen ihm einen bestimmten Zweck. Irgendwann wird dieser Zweck erfüllt sein. Jetzt brauchen wir sie. Wir können ohne diese Geistesgaben nicht Gemeindeleben und können nicht das Werk Gottes voranbringen. Aber die Liebe ist noch tiefer, sie ist noch entscheidender, sie ist das Fundament dafür, dass alles anderem erst den Sinn gibt. Und die anderen Dinge, die Prophetie, die Erkenntnis, die Sprachen, all die Dinge, die der Geist uns jetzt schenkt, die werden wir irgendwann nicht mehr brauchen. Aber die Liebe wird immer da sein.

[22:54] Die anderen Dinge werden weggetan werden. Er sagt in Vers 9: "Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise." Vers 10: "Wenn aber einmal das Vollkommene da ist, dann wird das Stückwerk weggetan." Wörtlich heißt es: Wir erkennen teilweise, wir weissagen teilweise. Die Prophetie sagt teilweise voraus, was in der Zukunft geschieht. Viele Dinge der Zukunft stehen nicht in der Prophetie. Viele Dinge, die wir die Realität sind im Universum, in der Realität Gottes, die erkennen wir nicht. Wir erkennen nur Teile dessen. Wir können das erkennen, was Gott uns offenbart hat, aber vieles erkennen wir nicht. Aber es kommt der Zeitpunkt, wo wir in der Gegenwart Gottes leben werden, wo das Vollkommene angekommen sein wird in unserem – in unserer Erfahrung sozusagen, wo wir dann in der Ewigkeit sein. Dann werden wir dieses, was sozusagen nur teilweise gewesen ist, nicht mehr brauchen. Dann werden wir die Fülle haben und verstehen.

[23:47] Vers 11: "Als ich ein Unmündiger war, redete ich wie ein Unmündiger, dachte wie ein Unmündiger und urteilte wie ein Unmündiger. Als ich aber ein Mann wurde, tat ich weg, was zum Unmündigsein gehört." Paulus illustriert das mit dieser Metapher aus dem Alltagsleben. Kinder haben halt eine begrenzte Fähigkeit zu verstehen und zu beurteilen. Und wenn sie erwachsen geworden sind, benehmen sie sich nicht mehr wie Kinder. Also hoffentlich. Es gibt natürlich welche, die das nie abgelegt haben, aber ein gesunder Mensch ist als Erwachsener eben nicht mehr kindisch. Wir dürfen zwar geistlich Kinder Gottes sein und werden wie die Kinder in dem Sinne, aber im Sinne der Urteilsfähigkeit, im Sinne der Handlungen sind wir gereift.

[24:31] Jetzt sind wir geistlich gesehen in dieser Hinsicht noch Kinder. Wenn wir bei Gott leben, werden wir die Hilfen, die wir jetzt gerne benutzen, z.B. die Geistesgaben, wir werden das dann nicht mehr benötigen, weil wir Gott direkt fragen können.

[24:43] Vers 12: "Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel." Die antiken Spiegel waren so glänzend polierte Bronzescheiben. In der Regel gab es bei den Römern und auch Griechen nur diese kurzen, kleinen Handspiegel. Man konnte da nicht wirklich alles im Detail sehen. Er sagt: "Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel." Dann aber: "von Angesicht zu Angesicht." Es heißt in Offenbarung 22: "Sie werden sein Angesicht sehen." Vers 4. Offenbarung 22, Vers 4: "Und sein Name wird auf ihren Stirnen sein." Wir werden ihn dann sehen, wie er ist, sagt uns auch erste Johannes Kapitel 3, ist es glaube ich, Vers 2. Genau.

[25:34] "Jetzt erkenne ich stückweise", sagt er, "dann aber werde ich erkennen, gleich wie ich erkannt bin." Wir haben in Korinther 8 Vers 3 gesehen: "Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt." Gott weiß alles über mich. Und ich weiß schon einiges über Gott, aber ich kann nicht alles verstehen. Nicht alle Geheimnisse kann er mir jetzt offenbaren aufgrund der Beschränktheit in der Welt, in der ich jetzt lebe. Aber dann werde ich all die Fragen beantwortet bekommen. Dann werde ich erkennen, wie ich erkannt worden bin.

[26:04] Paulus sagt jetzt in Vers 13: "Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei." Egal wie viel Geistesgaben ein Gläubiger haben mag, er ist auf dieser Erde nicht in der Lage, die ganze Fülle dessen zu verstehen, was Gott und seine Wahrheit betrifft. Aber als entscheidende Faktoren für das christliche Leben gibt es drei Dinge: die Liebe, den Glauben und die Hoffnung. Und er sagt: Die größte von diesen ist die Liebe.

[26:45] Die Liebe, wie sie hier in Korinther 13, Vers 4 bis 7 beschrieben wird, das Wesen Gottes.

[26:59] Ich weiß nicht, wie oft du über die Liebe Gottes nachdenkst. Ich glaube, wir sollten es öfter tun. Vielleicht ist dieser Begriff auch für uns zu einem abgedroschenen Begriff geworden. Vielleicht sollten wir uns wirklich vornehmen, über diesen Begriff sehr intensiv nachzudenken. Diese Liebe, wie sie hier beschrieben wird, im Leben von Jesus, in der ganzen Geschichte des Erlösungsplanes nachzuvollziehen und zu sehen, wie Gott tatsächlich immer auf diese Weise handelt und denkt.

[27:27] Und dann sollten wir darum bitten, dass der Heilige Geist uns das nicht nur im Leben Jesu und im Charakter Gottes offenbart, sondern dass er diese Liebe in unser Herz hineinfüllt, dass wir anfangen, diese Liebe wiederzuspiegeln.

[27:45] In Matthäus Kapitel 7, Kapitel 5 wird diese Liebe Gottes zum Kriterium eines echten Christseins. Das heißt ab Vers 43: "Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deine Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Machen es nicht auch die Zöllner ebenso? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleich wie euer Vater im Himmel vollkommen ist."

[28:39] Wenn du wissen willst, was diese Vollkommenheit ist, es ist diese Liebe, die sogar dem Feind gegenüber sich so verhält, wie es hier in Korinther 13, Vers 4 bis 7 steht. Wenn wir erste Korinther 13, Vers 4 bis 7 in all unseren Lebenssituationen durch Gottes Wirken in uns leben, dann, wie jemand mal gesagt hat, wenn der Impuls, andere zu segnen und für andere da zu sein, kontinuierlich aus unserem Herzen fließt, dann haben wir die christliche Vollkommenheit, von der Matthäus 5 Vers 48 spricht. Das ist genau das, was Jesus sich für uns alle wünscht und was seine Liebe in uns bewirken kann und wird, wenn wir ihn darum bitten und es uns von Herzen wünschen und mit ihm kooperieren, das zuzulassen, das Herz aufmachen, damit er wirklich diese Liebe in unser Herz hineingießen kann.

[29:39] Und sagt Paulus jetzt in Kapitel 14 Vers 1: "Strebt nach der Liebe." Und hier sieht man, wie diese – ja, gar nicht abgetrennten Kapitel ja ursprünglich gar nicht existierten, sondern einfach jetzt die Weiterführung des Gedankens ist. "Strebt nach der Liebe. Doch bemüht euch auch eifrig um die Geisteswirkungen, am meisten aber, dass ihr weissagt." Nachdem Paulus also im Grunde genommen sozusagen eine Art Exkurs gemacht hat über die Liebe, um deutlich zu machen: Alles, was ich sonst sage in Kapitel 12 und 14, ist zwar alles wichtig, aber ohne die Liebe wäre es bedeutungslos. Deswegen nimmt er sich die Zeit, diese Liebe so in den Fokus zu nehmen und zu sagen: Das ist das Wichtigste und Entscheidendste und überhaupt allergrößte, worüber nachdenken könnt. Und dann kommt aber wieder zurück zu den Geistesgaben und sagt: Es gibt hier noch einiges, was ich euch sagen möchte, auch im Bezug auf den Gottesdienst.

[30:25] Dass es immer noch um den Gottesdienst auch geht, können wir letztlich sehen. Wir haben schon in Korinther 11 ja den Gottesdienst behandelt, als es um die Frage auch des – der Haartracht dort geht, und die Frage dann auch des Abendmals. Und so werden wir sehen, dass auch diese Verse, die jetzt kommen, in besonderer Weise auf die Situation des Gottesdienstes abzielen.

[30:50] Er ermutigt die Gläubigen wirklich nach Geisteswirkungen zu streben und ganz besonders, dass sie auch die Gabe der Weissagung, die Gabe der Prophetie haben. Er sagt sogar in Vers 2: "Denn wer in Sprachen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott. Denn niemand versteht es, sondern er redet Geheimnisse im Geist." Vers 3: "Wer aber weissagt, der redet für Menschen zur Erbauung, zur Ermahnung und zum Trost." Er vergleicht jetzt also hier die Sprachengabe und die Gabe der Prophetie. Er sagt, die Gabe der Prophetie ist für den Gottesdienst wichtiger als die Sprachengabe. Und wir müssen also kurz uns überlegen, was es mit dieser Sprachengabe auf sich hat und müssen dann mit diesem Verständnis hier Korinther 14 dann studieren. Wir werden sehen, dass er Korinther 14 nicht das meint, was manche dort hineinlesen wollen. Das werden wir, wenn wir das ganze Kapitel gründlich gelesen haben, auch ganz deutlich sehen. Aber wir fangen an in Apostelgeschichte, um zu sehen, wie diese Sprachengabe, die der Geist Gottes gegeben hat, sich ausgewirkt hat. Denn wenn wir wissen wollen, was ist die Sprachengabe, die der Geist Gottes gibt, dann müssen wir uns eine Geschichte in der Bibel anschauen, wo dieser Heilige Geist eine Sprachengabe tatsächlich gegeben hat.

[32:02] Und das ist in Apostelgeschichte 2 zu Pfingsten, als der Heilige Geist ausgegossen worden ist. Vers 4 in Apostelgeschichte 2: "Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab." Hier sehen wir die Geistesgabe, der Sprachengabe. Der Geist befähigt in anderen Sprachen. Das waren Sprachen, die sie selbst nicht kannten, nicht vorher studiert hatten, auf keiner Volkshochschule gelernt hatten, aber die von den Sprechern der Sprachen, die also in diesen Sprachen aufgewachsen sind, gut verstanden worden sind.

[32:37] Wir lesen hier in Vers 8: "Wieso hören wir sie dann jeder in unserer eigenen Sprache, in der wir geboren wurden? Parther und Meder und Elamiter und die Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, Pontus und Asia, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und von den Gegenden Libyens bei Kyrene und die hier weilenden Römer, Juden und Proselyten, Kreta und Araber – wir hören sie in unseren Sprachen die großen Taten Gottes verkündigen." Der Geist Gottes gab zu Pfingsten den Aposteln die Fähigkeit, das Evangelium in Sprachen auszusprechen, die sie selbst eigentlich normalerweise nicht beherrschen. Eine übernatürliche Fähigkeit, Sprachen zu sprechen, die man für die Mission jetzt gebrauchen kann, wenn man mit Menschen zusammentrifft, denen man das Evangelium erzählen möchte, die aber allerdings eine andere Sprache sprechen.

[33:25] Also stellen wir uns jetzt praktisch für den ersten Korintherbrief vor, was das in der Gemeinde von Korinth bedeutet hat. Also da gibt es Gläubige, die haben die Sprachengabe, die können also z.B. Thrakisch – ich werde das Beispiel immer wieder nehmen, aber es könnte auch was anderes sein, meroitisch z.B. – aus dem Sudan oder Arabisch. Die können halt eine Sprache jetzt, weil sie vielleicht dann von Gott dazu befähigt sind, an dieser Handelsstadt und Hafenstadt, wenn dort Thraker ankommen, mit ihnen bei den Schiffen oder wo auch immer auf dem Markt zu sprechen und sie auf Thrakisch anzusprechen. Sie haben halt die Fähigkeit jetzt, Thrakisch zu reden, Arabisch, eine andere Sprache. Aber nehmen wir einfach Thrakisch, weil es ja gar nicht so weit entfernt war. Thrakisch im heutigen Bulgarien. Und diese Gabe ist also hilfreich für die Mission. Aber wenn jetzt ein Gläubiger im griechischen Gottesdienst, wo die ganzen Korinther zusammenkommen, die alle Griechisch sprechen, wenn der dort jetzt anfängt, während des Gottesdienstes als besonderen Beitrag seine Thrakischkenntnisse zum Besten zu geben, dann ist das in der Tat für alle anderen ein Geheimnis. Nur Gott versteht das Thrakische, der kann alle Sprachen. Die anderen, die verstehen das nicht und denken: Okay, was ist jetzt das?

[34:35] Vers 3: "Wer aber weissagt, der redet für Menschen zur Erbauung, zur Ermahnung und zum Trost." Wer die Gabe der Prophetie benutzt im Gottesdienst, der erbaut die Gemeinde. Denn die Gottesdienstbesucher können verstehen, was gesagt worden ist. Die werden direkt geistlich angesprochen.

[34:52] Vers 4: "Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst. Wer weissagt, erbaut die Gemeinde." Der Unterschied ist ganz deutlich. Die Sprachengabe, die im Gottesdienst da geboten wird – derjenige, der sie kann, der jetzt Thrakisch reden kann, der freut sich vielleicht, dass er zeigen kann, dass Gott ihm diese tolle Gabe gegeben hat. Aber es ist ohne Nutzen für die Gemeinde.

[35:13] Die Prophetie, die Gabe der Weissagung nützt der Gemeinde und erbaut sie.

[35:18] Vers 5: "Ich wünschte, dass ihr alle in Sprachen reden würdet, noch viel mehr aber, dass ihr weissagen würdet. Denn wer weissagt, ist größer als wer in Sprachen redet, es sei denn, dass er es auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfängt." Paulus ist nicht gegen die Sprachengabe. Er wünscht sich sogar, dass in einer gerade so multikulturell geprägten Stadt wie Korinth möglichst alle die Fähigkeit haben, irgendeine Fremdsprache zu reden. Das wäre für die Mission von unschätzbarem Wert. Aber für den Gottesdienst ist diese Gabe nur dann sinnvoll einsetzbar, wenn es auch Leute gibt, die es dann ins Griechische übersetzen können. Ansonsten ist diese Gabe für den Gottesdienst nicht so zu gebrauchen.

[35:59] Vers 6: "Nun aber, ihr Brüder, wenn ich zu euch käme und in Sprachen redete, was würde ich euch nützen, wenn ich nicht zu euch redete, sei es durch Offenbarung, oder durch Erkenntnis, oder durch Weissagung, oder durch Lehre?" Paulus versucht das jetzt ganz praktisch ihn vor Augen zu führen. Wenn ich dort als Missionar gekommen wäre und ich hätte da jetzt auf Arabisch mit euch gesprochen oder so, die Gemeinde wäre nie gegründet worden. Ihr hättet mich nicht verstanden. Es war die Predigt des Wortes auf Griechisch, in der Sprache, die die Gemeinde gesprochen hat, die Prophetie, die theologischen Einsichten, die Paulus hatte. Das hat den Korinthern den Weg zum ewigen Leben gewiesen.

[36:39] Vers 7: Paulus verwendet jetzt wieder mal ein weiteres Mal ein Bild aus dem Alltag. Ist es doch ebenso mit den leblosen Instrumenten, die einen Laut von sich geben? Sei es eine Flöte oder eine Harfe, wenn sie nicht bestimmte Töne geben, wie kann man erkennen, was auf der Flöte oder auf der Harfe gespielt wird? Die Flöte hier ist eigentlich gar keine echte Flöte, sondern der Aulos. Das war so ein Holzblasinstrument, das entfernt mit unserer heutigen Oboe verwandt ist. Allerdings hatte es zwei getrennte Röhren, auf denen man spielen konnte. Diese und eine sogenannte Doppelaulos. Das war bei den Griechen ganz beliebt, gerade auch bei der Jugend. Es gab ein paar Leute, die gesagt haben, da sollten wir die Jugend von fern halten, paar Philosophen. Aber das ist jetzt nicht unser Thema. Der Aulos war ein ganz berühmtes Instrument der Griechen und auch die Harfe hier ist gar keine echte Harfe, sondern die Kithara, von der übrigens sogar der Name unserer Gitarre sich ableitet. Ist eine Leier. Die Leiern waren auch äußerst beliebt bei den Griechen. Also Paulus greift hier zwei so besondere Lieblingsinstrumente der antiken Griechen hervor und macht deutlich: Man kann die Melodie nur erkennen, wenn jemand so auf dem Aulos bläst oder die Kithara spielt. Man kann es nur erkennen, wenn die Töne gut gestimmt sind, wenn das wirklich deutlich ist, was die spielen. Ansonsten wird man die Melodie nicht erkennen.

[37:55] Und er verwendet noch ein drittes Instrument als Beispiel. Vers 8: "Ebenso auch, wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten?" Hier geht es um die Salpinx. Die Salpinx ist ein langes Blechblasinstrument, ganz dünnes Rohr mit so einer glockenförmigen Schaltrichter, dann von allen Instrumenten der Griechen mit Abstand das Lauteste. Da konnte man richtig große Signale geben. Wurde entsprechend auch da dann für den als Signalinstrument für den Krieg verwendet. Das sehen wir schon im Alten Testament. Im Alten Testament, wo vergleichbare Instrumente als Signalinstrumente eingesetzt worden sind. 4. Mose 10 Vers 9 z.B.: "Und wenn ihr in die Schlacht zieht in eurem Land gegen euren Feind, der euch bedrängt, so sollt ihr Lärm blasen mit den Trompeten, damit an euch gedacht wird vor dem Herrn, eurem Gott, und ihr von euren Feinden errettet werdet." Diese beiden silbernen Trompeten, die in Vers 2 schon beschrieben worden sind, die Salpinx, das ist auch ein langes, sehr dünnes, so dünne Röhre aus Metall und ein sehr lauter Klang, der dort von dieser Signaltrompete gegeben worden ist. Und Paulus sagt: "Ja, wenn die nicht so richtig deutlich spielt, wenn es so undeutlich ist, dann wird niemand in den Krieg ziehen." Die Trompete muss einen deutlichen Ton geben. Die Instrumente müssen deutlich spielen, damit man die Melodie erkennt.

[39:14] Wenn man das Evangelium weitergeben möchte, muss man verstanden werden. Es muss verständlich sein. Das ist der Punkt, um den es ihm die ganze Zeit geht.

[39:22] Vers 9: "So auch ihr, wenn ihr durch die Sprache nicht eine verständliche Rede gebt, wie kann man verstehen, was geredet wird? Ihr werdet in den Wind reden." Die Worte sind dann im Grunde genommen egal. Also, sie sind dann nutzlos. Sie sind umsonst. Man hat dann zwar im Gottesdienst etwas gesagt, aber keiner hat etwas davon.

[39:45] Vers 10: "Es gibt wohl mancherlei Arten von Stimmen in der Welt, und keine von ihnen ist ohne Laut." Es gibt viele verschiedene Klänge, und Paulus meint hier wohl offensichtlich auch die verschiedenen Sprachen. Jede Sprache hat ihren eigenen Klang, eigene Silben, Betonungen, Sprachmelodien. Und er sagt in Vers 11: "Wenn ich nun den Sinn des Lautes nicht kenne, so werde ich dem Redenden ein Fremder sein, und der Redende für mich ein Fremder."

[40:13] Wenn ich also die einzelnen Sprachmelodien, die Betonung, wenn ich die Silben und ihre Bedeutung, die Worte und ihre Bedeutung nicht verstehe, dann bin ich im Griechischen ein "barbaros", ein Fremder. Wir kennen das Wort die Barbaren. Das war zunächst mal im Griechischen gar keine eine allgemeine, wertneutrale – nicht ganz wertneutrale. Man hat natürlich auf die Ausländer immer herabgeschaut, auch bei den Griechen leider. Aber im Grunde genommen ging es dabei nicht so sehr um die Ethnie, sondern um die Sprache. Wenn die Griechen auf Völker gestoßen sind, die eine andere Sprache sprachen als sie selbst, dann empfanden sie diese Fremdsprache, die natürlich in sich eine völlig verständliche Sprache war, nur die Griechen haben es nicht verstanden, sie hörten dann quasi nur ein unverständliches "ba", so wie wir vielleicht heute im Deutschen sagen: "blablabla". Also, und dieses Gefühl, die reden ja nur so "bar", hat dazu geführt, dass man sie Barbaren nannte. Man müsste eigentlich übersetzen: Das sind so "blabla"-Menschen. Und Paulus verwendet dieses allgemeine Wort und sagt: Na ja, wenn ich jetzt eine Sprache spreche und der andere versteht mich nicht, dann ist es halt wie als wenn wir aus verschiedenen Ländern kommen.

[41:25] Und damit wird ganz deutlich: Paulus meint hier die ganzen Fremdsprachen, die es in anderen Teilen der Welt tatsächlich gibt. Er meint kein Kauderwelsch. Er meint nicht irgendwelche unbekannten Sprachen, die von keinem Menschen der Welt verstanden werden, kein Gelalle und kein dahergequatsche, das irgendwie ohne Struktur ist, sondern er meint Fremdsprachen, denn das ist das, was der Geist Gottes gegeben hat. Und das ist das, was tatsächlich, wenn man es jetzt in so einem Kontext im Gottesdienst benutzt, dazu führt, dass dann die Geschwister sich für quasi wie Ausländer zueinander sind, weil jemand eine ausländische Sprache spricht und der andere halt die Sprache des Landes, in dem Fall Griechisch.

[42:14] Vers 12: "Also auch ihr, da ihr eifrig nach Geisteswirkungen trachtet, strebt danach, dass ihr zur Erbauung der Gemeinde Überfluss habt." Allgemein haben die Korinther also offensichtlich schon einen großen Eifer für die Geistesgaben, und Paulus sagt, es kommt darauf an, dass ihr, wenn ihr schon Geistesgaben haben wollt, dass ihr sie wirklich so einsetzt, dass der Gemeinde geholfen ist, dass ihr eure Gaben und Fähigkeiten nicht nur einfach präsentiert und schaut mal, was ich kann, sondern ihr müsst überlegen, wie kann ich die Gabe so einsetzen, dass der Gottesdienst als Ganzes davon profitiert.

[42:53] Und die Frage können wir uns stellen: Setzen wir unsere Gaben und Fähigkeiten so ein, dass es der Gemeinde Gottes wirklich nützt? Oder stellen wir unsere Gaben und Fähigkeiten nur zur Schau und präsentieren sie? Oder überlegen wir uns, wie wir unsere Gaben und Fähigkeiten so einsetzen, dass die ganze Gemeinde davon möglichst viel profitiert, möglichst großen Nutzen hat, möglichst vorangebracht wird. Es lohnt sich vielleicht an dieser Stelle innezuhalten, vielleicht sogar kurz das Video auszumachen, drüber nachzudenken, welche Gaben und Fähigkeiten hat Gott mir gegeben? Wie kann ich sie zum allgemeinen Nutzen meiner Ortsgemeinde, der deutschlandweiten Gemeinde, der weltweiten Gemeinde? Wie kann ich sie einsetzen, dass meine Gemeinde davon profitiert? Wirklich geistlich profitiert?

[43:39] Vers 13: Paulus kommt jetzt zu der praktischen Schlussfolgerung. "Darum, wer in einer Sprache redet, der bete, dass er es auch auslegen kann." Wenn man schon die Sprachengabe im Gottesdienst präsentiert, dann soll sie auch übersetzt werden, die Fremdsprache, in der gebetet wird oder gesprochen wird. Und darum soll man dann beten, diese Fähigkeit.

[44:07] Vers 14: "Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht." Das ist manchmal missverstanden worden. Was Paulus meint ist, wenn ich jetzt z.B. – also, wenn er jetzt Arabisch oder so – er sitzt in Korinth im Gottesdienst oder steht dort und betet jetzt plötzlich auf Arabisch, um zu zeigen, dass er auch Arabisch kann aufgrund der Geistesgabe. Dann betet er zwar im Geist, er ist mit Gott verbunden, er weiß auch, was er sagt, aber sein Verstand ist ohne Frucht. Das heißt, es gibt keine Frucht in der Gemeinde, es gibt keinen Nutzen. Das, was er tut, hat keine Auswirkung.

[45:51] Die Verbindung zu Gott ist zwar da, aber die Nützlichkeit ist nicht da, weil die anderen seinen Verstand gar nicht sehen. Sie sehen nicht, was er denkt. Der Verstand ist sozusagen hinter dieser Fremdsprache verborgen. Der Verstand – den – ja, existent ist, sagt er nicht. Der Verstand ist nicht da. Er sagt nur, der Verstand hat keine Frucht, weil zwischen seinem eigenen Verstand und den verständigen Worten, die er quasi denkt, und dem Verständnis der Leute, die davon profitieren könnten, die quasi Frucht bringen könnten, ist die Sprachbarriere. Dieser Vers meint nicht, dass er verstandeslos ist und irgendeinen Kauderwelsch redet, das niemand verstehen kann, weil es ohne Struktur ist, sondern er selbst hat Verstand, nur sein Verstand dringt dann nicht durch, weil die anderen seine Sprache nicht verstehen.

[46:43] Vers 15: "Wie soll es nun sein? Ich will mit dem Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten. Ich will mit dem Geist Lob singen, ich will aber auch mit dem Verstand Lob singen." Mit anderen Worten: Ich möchte im Geist mit Gott verbunden sein. Aber ich möchte auch, dass die Geschwister in der Gemeinde sehen, dass was ich sage, auch sinnvoll ist. Ich möchte, dass sie nicht den Eindruck haben, dass es irgendetwas ist, dass sie das nicht prüfen können und nicht nachvollziehen können. Es soll also auch für die Außenstehenden im Gottesdienst verständlich sein.

[47:13] Vers 16: "Sonst, wenn du mit dem Geist den Lobpreis sprichst, wie soll der, welcher die Stelle des Unkundigen einnimmt, das Amen sprechen zu deiner Danksagung, da er nicht weiß, was du sagst?" Da geht's nicht darum, dass es unverständlich ist, gar nicht zu verstehen ist, sondern das Gemeindeglied in der Gemeinde, das diese Sprache nicht kennt, kann es nicht verstehen. Also, um das ganz simpel zu formulieren: Jemand betet auf Thrakisch, ist im Geist mit Gott verbunden. Für ihn sind es sinnvolle Sätze. Gott versteht es auch, weil Gott kann auch Thrakisch. Aber auf Thrakisch ergeben diese Sätze auch Sinn. Aber die griechischen Gottesdienstteilnehmer bleiben ohne Frucht. Sie können nicht mal Amen sagen, weil sie nicht verstanden haben. Der Verstand des Betenden existiert zwar, aber der Verstand ist ohne Frucht, hat nichts bewirkt in der Gemeinde.

[47:42] Vers 17: "Du machst wohl schön Danksagung, aber der andere wird nicht erbaut." Also selbst wenn das Gebet auf Thrakisch sehr gut strukturiert war, wenn es eine schöne Syntax hatte, tolle Wortwahl, berührend vielleicht, ein toller Stil hatte, ist unerheblich. Die Gemeinde hat es nicht mitbekommen. Das zeigt also, dass es in der Sprache selbst natürlich verständlich war. Die Fremdsprache hat ja eine andere Grammatik, sondern sie hat auch Schönheiten, in denen man dann sehr schön beten kann, aber es nützt der Gemeinde nichts. Das ist der ganze Punkt. Wir sehen schon, das ist eigentlich sehr gut zu verstehen, wenn man es einmal wirklich durchdenkt.

[48:00] Vers 18: "Ich danke meinem Gott, dass ich mehr in Sprachen rede als ihr alle." Paulus ist ein Auslandsmissionar. Er wird wie kaum ein anderer die Sprachengabe gebraucht haben, immer wieder, um in den verschiedenen Gebieten, in denen er missioniert hat, dann Menschen direkt ansprechen zu können, ohne erst die Sprache lernen zu müssen.

[48:00] Vers 19: "Aber in der Gemeinde will ich lieber fünf Worte mit meinem Verstand reden, damit ich auch andere unterweise, als 10.000 Worte in einer Sprache." Paulus hat zwar die Fähigkeit, wenn er neue Gebiete kommt, neue Dörfer, neue Städte, so durch den Heiligen Geist sofort mit den Menschen zu kommunizieren, die verschiedenen Sprachen zu sprechen. Wenn er aber dann in Korinth im Gottesdienst ist oder in Jerusalem oder wo auch immer, dann wird er nicht 10.000 Worte in diesem anatolischen Dialekt sprechen, den er dort dann bei der Mission anwenden konnte. Er wird in der Sprache sprechen, die dort im Gottesdienst gesprochen wird, und zwar, damit er die anderen unterweist. Er möchte ja, dass sie etwas lernen im Gottesdienst.

[49:00] Vers 20: "Ihr Brüder, werdet nicht Kinder im Verständnis, sondern in der Bosheit seid unmündig, im Verständnis aber werdet erwachsen." Ich habe fast den Eindruck, als ob er sagen möchte: Liebe Korinther, benehmt euch doch nicht wie Kinder. Kinder tun unbedachte Dinge. Kinder denken nicht nach. Sie haben was Tolles bekommen. Sie haben was Tolles entdeckt und reden einfach drauf los. Und wenn jetzt jemand von euch die Geistesgabe hat, in fremden Sprachen zu sprechen, und er ist so begeistert und stellt sich in den Gottesdienst, fängt an jetzt auf Thrakisch zu reden und zu predigen, und die anderen gucken ihn wie ein Auto an. Das ist wie ein Kind. Sowas machen Kinder.

[49:16] Denkt doch nach. Werdet erwachsen im Verständnis. Seid in Bezug auf die Bosheit unmündig. Aber denkt nach, was ihr im Gottesdienst tut.

[49:29] Und dann zitiert er tatsächlich sogar aus dem Alten Testament. Im Gesetz steht geschrieben: "Ich will mit fremden Sprachen und mit fremden Lippen zu diesem Volk reden, aber auch so werden sie nicht auf mich hören", spricht der Herr. Das kommt aus Jesaja 28. Wir können es im Original anschauen, das ist sehr interessant. Jesaja 28 und dort Vers 11 und 12.

[49:50] Jesaja 28, Vers 11 und 12. Wir können lesen ab Vers 10: "Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift, Satzung auf Satzung, Satzung auf Satzung, hier ein wenig, da ein wenig. So wird er auch zu diesem Volk durch stammelnde Lippen und durch eine fremde Sprache reden." Er, der zu ihnen gesagt hatte: "Das ist die Ruhe, erquickt den Müden, und das ist die Erquickung." Aber sie wollten nicht hören. Der Gedanke ist hier, dass das Volk Israel eine Einladung von Gott bekommen hat zur Umkehr. Sie diese Einladung des Evangeliums abgelehnt haben und deswegen zur Strafe fremde Nationen sie einnehmen werden, fremde Nationen als Gericht sozusagen über das Land kommen werden. Das spielt ja im Buch Jesaja und auch anderen prophetischen Büchern immer eine große Rolle. Da geht's um die Assyrer, da geht's um die Babylonier. Die sprechen Sprachen, Assyrisch und Babylonisch sind sogar verwandte Dialekte des Akkadischen. Eine sehr schöne Sprache sogar, kann man lernen. Ist hat Schönheiten, ist hat eine klare Struktur, eine Grammatik. Nur für die Israeliten klang das wie ein Kauderwelsch, weil sie die Sprache nicht kannten, weil sie sie – für sie war das nur ein "blabla", eine stammelnde. Aber die Sprache selbst war ein gutverständliches Babylonisch oder ein gutverständliches Assyrisch, wenn man die Sprache kannte.

[51:13] Und Paulus verwendet diesen Vers von Fremdsprachen anderer Völker, die jetzt quasi als Gericht nach Israel gesandt werden, um diesen Punkt zu illustrieren, um deutlich zu machen: Es geht hier nicht um ein strukturloses Kauderwelsch, das dann als Sprache der Engel bezeichnet wird. Das ist diese sogenannte Glossolalie, die heute in der charismatischen Bewegung immer mit diesem Kapitel 14 hier begründet wird. Die ist Menschen und Gott unbekannt. Die Engel reden auch nicht in ein Kauderwelsch und Menschen kennen das auch nicht. Darum geht es nicht. Gott hat niemals – der Heilige Geist gibt niemals die Gabe, einfach ein unverständliches Kauderwelsch zu reden, weil was immer Gott als Gabe gibt, haben wir gesehen, der Heilige Geist gibt es zum allgemeinen Nutzen. Und die Sprachengabe ist für den Nutzen in Apostelgeschichte 2 ganz deutlich zum Nutzen, um andere Menschen zu erreichen, um über die Sprachbarriere zu kommen. Eine missionarische Gabe. Und um die geht es hier in diesem Kapitel. Nichts in dem Kapitel deutet irgendwie daraufhin, dass die Glossolalie, wie sie bei den Charismatikern heutzutage praktiziert wird, biblisch ist. Das ist etwas ganz anderes, hat mit der Bibel nicht zu tun, hat nichts mit dem Heiligen Geist zu tun. Und wir müssen uns da hüten, denn das hat einen ganz anderen Hintergrund und etwas, was mit der Bibel nicht zu tun hat. Die biblische Geistesgabe ist die Fähigkeit, das Evangelium verständlich in anderen Sprachen zu reden, sodass andere, die diese Sprache sprechen, es verstehen können. Das ist die Geistesgabe der – des – des Sprachengabe.

[52:44] Vers 22, erste Korinther 14, Vers 22: "Darum dienen die Sprachen als ein Zeichen, und zwar nicht für die Gläubigen." Also die Sprachengabe ist nicht für den Gottesdienst der Gläubigen, sondern für die Ungläubigen. Sie ist dazu da, dass man die – die Ungläubigen erreicht, die noch in fremden Ländern leben. "Die Weissagung aber ist nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen." Der Geist der Weissagung ist speziell für die Gemeinde gedacht, für die Erbauung der Gläubigen.

[53:19] Vers 23: "Wenn nun die ganze Gemeinde am selben Ort zusammenkäme und alle würden in Sprachen reden, also der eine in Thrakisch, der nächste in Meroitisch, der nächste in Elamitisch, der nächste in Arabisch, und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, dass sie von Sinnen seid?" Man würde doch denken, dass das irgendwie seltsam ist.

[53:39] Vers 24: "Wenn aber alle weissagten und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger herein, so würde er von allen überführt, von allen erforscht." Die Gabe der Weissagung besteht ja längst nicht nur darin, die Zukunft vorherzusagen, sondern das Wesentliche der Gabe der Prophetie – das kann man durch die ganze Bibel hindurch verfolgen. Das ist auch für die Endzeit ein wichtiges Thema, weil ja dort der Geist der Weissagung auch als Zeugnis Jesu eine große Rolle spielt, dass das Wesen der Prophetie besteht oft darin, die Prinzipien des Evangeliums anzuwenden auf konkrete Fälle, auf konkrete Dinge des Alltags, auf konkrete Probleme auch anzusprechen, konkret den Finger die Wunde zu legen, wo Veränderung durch das Evangelium nötig ist.

[54:17] Vers 25: "Und so würde das Verborgene seines Herzens offenbar, und so würde er auf sein Angesicht fallen und Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig in euch ist." Die Prophetie, die zeigen würde, dass Gott tatsächlich das Herz des Menschen kennt, die würde zu einer Bekehrung führen und würde dann konkret Ermahnung, Tadel, Trost geben. Diese Prophetie ist also auch für den in so einem Gottesdienstsetting missionarisch sehr, sehr wichtig. Das zeigt uns auch, welche Bedeutung die Gabe der Prophetie in ja auch in unserer Zeit hat. Wenn wir auf Markus 12, 17 denken, auf Markus 19, 10, aber da werden wir im nächsten Quartal ausführlich uns damit beschäftigen.

[55:09] Vers 26: "Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Sprachenrede, eine Offenbarung, eine Auslegung. Alles lasst zur Erbauung geschehen." Wenn die Korinther zusammenkamen, dann brachte jeder etwas mit. Und Paulus – verschiedene Gaben, jeder hat ein jemand hat ein Lied gehabt. Jemand hat etwas biblisch studiert und möchte das vortragen. Jemand hat vielleicht missionarische Erfahrung gemacht, indem er einen Thraker auf Thrakisch angesprochen hat. Jemand hat eine Vision gesehen, jemand hat eine Auslegung der Prophetie. Alles soll jetzt gemeinsam im Gottesdienst dargeboten werden, dass die ganze Gemeinde davon etwas hat.

[55:52] Vers 27: "Wenn jemand in einer Sprache reden will, so sollen es zwei, höchstens drei sein, und der Reihe nach, und einer soll es auslegen." Paulus gibt jetzt konkrete Anweisung, wie das praktisch umgesetzt werden kann. Es soll eine überschaubare Menge sein. Es soll nicht alles gleichzeitig geschehen, es soll der Reihe nach geschehen, und es soll dann auch übersetzt werden.

[56:13] Vers 28: "Ist aber kein Ausleger da, so schweige in der Gemeinde. Er mag aber für sich selbst und für Gott reden." Wenn es keine Möglichkeit gibt, die Fremdsprache auszulegen, zu übersetzen, dann lieber gar nicht im Gottesdienst die Fremdsprache praktizieren, sondern einfach für sich selbst zur persönlichen Erbauung und zur Freude, dass man von Gott diese Gabe bekommen hat, dann praktizieren.

[56:33] Vers 29: "Propheten aber sollen zwei oder drei reden, und die anderen sollen es beurteilen." Die Ausübung des Geistes der Weissagung in der Gemeinde soll geordnet ablaufen. Die Propheten sollen geprüft werden. Wir haben hier im Sendemanuskript eine Reihe von Bibeltexten, die wir jetzt aus Zeitgründen nicht mehr alle anschauen können, aber die den biblischen Test wahrer Prophetie darstellen. Heute gibt es viele Leute, die behaupten, sie wären Propheten, aber wenn man wissen will, ob jemand wirklich eine echte Prophetin, ein echter Prophet ist, muss man diesen Test dieser Bibelstellen anwenden. Sie zeigen, was echte Prophetie ausmacht, was echte Propheten, echte Prophetinnen charakterisiert und kennzeichnet.

[57:12] Vers 31: "Denn ihr könnt alle eine nach dem anderen weissagen." Verzeihung. Vers 30: "Wenn aber einem anderen, der da sitzt, eine Offenbarung zuteil wird, so soll der Erste schweigen." Das heißt, es gab auch durchaus den Fall in Korinth und auch in den Gemeinden, dass plötzlich jemand eine Vision erhielt, dass Gott direkt zu jemandem gesprochen hat. Und das bedeutete, dass das vorher geplante Programm kurzzeitig unterbrochen werden sollte. Es sollte nicht einfach parallel weitergeführt werden.

[57:40] Paulus sagt im nächsten Vers, Vers 31: "Denn ihr könnt alle einer nach dem anderen weissagen, damit alle lernen und alle ermahnt werden." Also niemand musste Angst haben, wenn jetzt spontan jemand eine Vision von Gott hat, dass er da nicht mehr drankam und dann gleichzeitig reden oder so, sondern er konnte abwarten, wenn diese spontane Offenbarung vorbei war, dass man dann mit dem geplanten Programm weitermacht.

[57:59] Vers 32: "Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan." Ein wahrer Prophet ist nicht willenlos dem Geist ausgeliefert und macht dann irgendwelche seltsamen Dinge, sondern er behält seine Würde. Er behält auch die Kontrolle in diesem Sinne.

[58:17] Vers 33: "Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens." Wie in allen Gemeinden der Heiligen. Stadt, dass alle durcheinander reden und jeder versucht seine Gabe zu präsentieren, soll der Gottesdienst in Ordnung und Anstand ablaufen. Das trägt dann das Siegel Gottes.

[58:37] Vers 34 und 35: "Eure Frauen sollen in den Gemeinden schweigen, denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie es auch das Gesetz sagt. Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer fragen, denn es ist für Frauen schändlich, in der Gemeinde zu reden." Das ist natürlich sehr berühmte und umstrittene Verse. Wir wollen uns hier nur auf wenige Beobachtungen beschränken. Paulus scheint hier, möchten sehr vorsichtig sein, weil wir ihm auch nichts falsches unterstellen wollen, keine falschen Dinge hineinlesen wollen. Er scheint hier an die Lehrautorität des Gemeindeältesten zu denken, wie es auch in Timotheus 2, Vers 12 deutlich wird, wo es um das autoritative Lehramt geht, das die Reinheit der Gemeinde bewahren sollen. Wir haben ja auch Joel Media übrigens dazu ein Video, das vor vielen Jahren gemacht haben: "Frauen im Dienst für Gott". Da haben wir alles sehr ausführlich begründet und damals studiert, denn grundsätzlich dürfen nach Paulus ja Frauen durchaus beten und prophezeien. In Korinther 11 haben wir es ja gelesen, Vers 5: "Jede Frau aber, die mit unbedecktem Haupt betet oder weissagt, schändet ihr Haupt." Das implizierte, dass sie im Gottesdienst betet und weissagt. Insofern sieht es so aus, zumindest, dass wir jetzt hier so betrachten können, dass er hier von der besonderen Lehrautorität im Sinne des Gemeindeältesten spricht. Und die Unterordnung, die er dann hier aus dem Gesetz heranzieht, die dürfte sich wahrscheinlich auf 1. Mose 3, Vers 16 beziehen, möglicherweise aber auch auf die Tatsache, dass das priesterliche Lehramt im Alten Testament auch nur Männern vorbehalten gewesen ist.

[1:00:29] Vers 36: "Oder ist von euch das Wort Gottes ausgegangen? Oder ist es zu euch allein gekommen?" Der Gedanke scheint zu sein, dass die Korinther nicht glauben sollen, dass sie die einzige Gemeinde in der Welt sind oder dass sie quasi der Ursprung des Christentums sind, sondern es gibt auch viele andere Gemeinden, und in denen herrscht Ordnung.

[1:00:47] Vers 33: "Ja, denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Gemeinden der Heiligen." Und sie sollen verstehen, dass sie Teil eines großen Netzwerkes von Gemeinden sind. Sie sind Teil des Leibes Christi in diesem Sinne auch. Und sie sollen ihren Gottesdienst auch so gestalten, dass er auch dem Gottesdienst aller anderen Gemeinden entspricht. Sie sollen nicht denken, dass sie etwas Besonderes sind und sich alles erlauben können und Chaos im Gottesdienst haben können.

[1:01:13] Vers 37: "Wenn jemand glaubt, ein Prophet zu sein oder geistlich, der erkenne, dass die Dinge, die ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind." Das ist also ganz ausdrücklich von Paulus, nicht seine eigene Meinung, nicht eine kulturelle ein kultureller Ratschlag, sondern es sind Gebote Jesu, inspirierte Worte, die wir hier in all diesen Kapiteln lesen.

[1:01:33] und das wird manchmal ein bisschen ähm beiseite gerückt. Vers 38: Wenn es aber jemand missachten will, der missachte es. Paulus kann niemanden zwingen, diese Anweisung umzusetzen. Jeder Mensch hat einen freien Willen, das inspirierte Wort Gottes zu beachten oder zu verwerfen. Sein Wunsch aber ist es natürlich, dass sie diese Ratschläge von Gott inspiriert beherzigen und damit zu der Einheit finden, die sich von Anfang an des Kapitels wünscht.

[1:02:07] Vers 39: "Also ihr Brüder, strebt danach zu weissagen und das Reden in Sprachen verhindert nicht." Die Zusammenfassung des ganzen Kapitels: Die Gabe der Prophetie ist wichtig, sie soll angestrebt werden. Die Sprachengabe ist auch nicht zu verachten. Sie soll nicht blockiert werden und im Gottesdienst dann unter den gegebenen Rahmenbedingungen auch zur Geltung kommen.

[1:02:25] Vers 40: "Lasst alles anständig und ordentlich zugehen." Das ist der große, große Schlusspunkt hier hinter diesen Versen. Es soll im Gottesdienst Ordnung herrschen, weil dadurch das Wesen Gottes im Gottesdienst sichtbar wird.

[1:02:42] Vers 33: "Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Gemeinden der Heiligen." Möge das auch unser Wunsch sein, unsere Erfahrung, dass auch unsere Gottesdienste durch Ordnung und durch Frieden gekennzeichnet sind. Ich möchte mir vornehmen, dass solche Ordnung und solcher Anstand, den ich dazu beitragen kann, in meinem Gottesdienst, den ich besuche. Und ich wünsche mir aber vor allem, dass die Liebe Gottes, die wir in 1. Korinther 13 gelernt haben, in mein Herz hineinkommt und mir beibringt, so zu denken und so zu handeln und zu reden, wie es 1. Korinther 13 beschreibt. Ist das auch dein Wunsch? Dann lass uns auch gemeinsam beten.

[1:03:27] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du jetzt durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Und Herr, du weißt, es gibt ein paar Verse, wo wir wirklich noch ein bisschen besser verstehen müssen, was sie wirklich konkret auch bedeuten, was es alles für uns bedeutet. Und wir möchten dich um Weisheit bitten, dass du uns hilfst, immer weiter zu forschen und zu studieren und darüber nachzudenken. Aber wir haben genügend verstanden für heute, um zu sehen, was alles in unserem Leben sich auch noch ändern muss, was du verändern kannst und willst. Wir möchten dich bitten, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass wir alles, was wir von dir erhalten und bekommen, dass wir alles aufbauen auf der echten Liebe, die dein Geist in unser Herz bringt und dass wir auch in den Gemeinden, wo wir immer sind, wo immer wir auch sein mögen, dass wir ein Licht sind und ein Vorbild und dass wir die Ordnung und den Frieden, den du dir für die Gemeinde wünschst, in unseren Gottesdiensten auch repräsentieren. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:04:29] Damit verabschieden wir uns heute. Nächste Woche kommt dann ein langes, gewichtiges und tolles, spannendes Kapitel auf uns zu. Wir werden uns mit 1. Korinther 15 beschäftigen. Bis dann wünschen wir euch Gottes reichen Segen. Viel Freude im Studium seines Wortes und in der Nachfolge Jesu.


Lizenz

Copyright ©2026 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.