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In dieser Predigt von Christopher Kramp tauchen wir tief in die biblische Geschichte ein und beleuchten die Rolle der Propheten und die unermessliche Barmherzigkeit Gottes. Erleben Sie, wie alte Texte zu neuem Leben erweckt werden und wie sie uns auch heute noch inspirieren können.


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Serie: Predigten

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Transkript

[0:00] Ich dachte mir, wir haben ja eine Kurzbibelschule und die Idee einer Bibelschule ist ja nicht nur, dass man hört, sondern dass man auch vielleicht mal gibt.

[0:22] Hat jemand von euch heute morgen in seiner persönlichen Morgenandacht, Bibelstudium einen Gedanken entdeckt, der ihn so fasziniert hat, dass er ihn in 30 Sekunden oder 40 Sekunden hier mit uns allen teilen kann? Gibt's jemanden, der sagt, ich habe was entdeckt. Ich habe ein Bibelvers gelesen, vielleicht neu entdeckt, schon lange nicht mehr gelesen, bisschen Gedanke gekommen, den würde ich gern äh teilen mit allen. Hat hat das jemand heute erlebt? Da meldet sich jemand. Komm, komm ruhig ans Mikro und sag uns, was du gelesen hast. Keine Predigt, aber ganz kurz so in zwei, drei Sätzen vielleicht, was du gelesen hast.

[1:05] Ja, gerne. Äh und zwar ich habe heute in letz das letzte Kapitel vom vom Buch aus dem Buch Micha gelesen und ja Micha ist auch eben einer von den vielen Propheten, die so viel oder die die ganze Schlechtigkeit der Menschen damals erlebt haben und letztendlich sie selber aber im Glauben so stark sind, dass sie das Wort Gottes an die Menschen weitergeben haben können und dadurch auch doch viele erreichen haben können.

[1:33] Mhm. Und was mich wie immer wieder so fasziniert eigentlich bei allen Propheten, aber da auch ganz besonders, dass äh diese diese unbeschreibliche Barmherzigkeit von Gott, der seine Gnade und die Vergebung eben und die Gewissheit, dass er wiederkommen wird, dass das so deutlich da zum äh zum Ausdruck kommen ist. Das sind einige Verse eben. Das ist einfach wunderbar. Danke schön. Wer ist ein Gott wie du?

[2:01] Ja, ganz am Ende in mich. Na ja, ich habe heute morgen in 2. Mose 39 gelesen über die Kleidung des Hohenpriesters und gelesen von dem blauen Band, dass das Brustild mit dem Efor verbindet. Ihr wisst, Efor, das ist die hohepriesterliche Kleidung. Da gibt's das Brustschild davor. Auf dem Brustschild sind diese Steine mit den Namen Israels ein Symbol für uns alle. Und wenn sich irgendjemand mal gefragt hat, könnte es sein, dass dieses Brustschild mal lose wird, dass das so irgendwie abfällt? Dann sagt uns 2. Mose 39, glaub Vers 21, da gibt es diese blauen Bänder und die halten es fest. Das steht: "Damit es sich nicht ablöst." Ich glaube, ein ganz interessantes Bild dafür, dass wir wissen dürfen, dass Jesus wirklich an uns denkt. Es gibt keine Umstände, die dazu führen, dass er aufhört, uns auf dem Herzen zu tragen.

[3:05] Ich möchte euch ermutigen hier bei der Kurzbibelschule, macht eure persönliche Morgenandacht. Es gibt Dinge, die kann euch nur Gott in einer äh persönlichen Privatandacht zeigen. Kann euch keiner von den Sprechern hier äh egal wo ihr hinfahrt sagen. Und was wir hier machen in den Themen ist eigentlich nur ein Anstoß, ein Anschubsen, damit ihr sagt: "Hey, ich möchte gern selbst die Bibel lesen." Ja, die beste Kurzbibelschule ist die zu Hause, kostet auch kein Geld. Und äh da möchte ich euch ganz zu ermutigen.

[3:47] Nun, wir haben heute einiges vor, vielleicht so für euch zur Orientierung. Wir werden uns an den letzten beiden Tagen am Donnerstag und Freitag mit dem Jahr 538 beschäftigen. Äh, wir werden morgen und übermorgen am Dienstag und Mittwoch uns mit dem Jahr 508 beschäftigen. Also, ihr merkt schon, ich gehe chronologisch vor.

[4:18] Und heute wollen wir sozusagen die Vorgeschichte betrachten. Äh aus einem einfachen Grund, wenn man ein Geschichtsbuch aufschlägt und sagt, was war denn jetzt im Jahre 538? Dann liest man vielleicht das ein oder andere. Man hört den einen oder anderen Namen, hat aber gar keine Ahnung, warum soll das jetzt wichtig sein? Oder ist das überhaupt wichtig? Und dazu müssen wir so ein bisschen, also ein Maler, wenn er ein Bild malt, der muss erstmal so die Leinwand so mit einer Grundfarbe. Ja, da muss erstmal so so Hintergrund, ja, wollen heute den Hintergrund ein bisschen ausmalen, um dann in den nächsten vier Tagen uns diesen Daten konkret widmen zu können.

[4:57] Heute müsst ihr euch anschnallen, wir werden heute im Vogelflug 400 Jahre römische Gemeindegeschichte sozusagen mal aus der Vogelperspektive betrachten. Natürlich kann man da längst in der Zeit nicht alles machen, was man sagen könnte. Möchte ein paar Dinge herausgreifen, die uns dann helfen, warum bestimmte Dinge um 500 oder Anfang des 600 so wichtig sind oder nicht wichtig sind, damit wir das alles besser verstehen.

[5:27] Aber das wird nicht nur ein Geschichtsdurchgang, das wird vor allem auch, glaube ich, eine geistliche Lektion, denn in dem Aufstieg des Papstums, da geht es nicht einfach nur um Ereignisse, da geht es um einen geistlichen Kampf. Und den wollen wir uns jetzt ein bisschen genauer anschauen.

[5:49] Ihr merkt schon, ich trage heute Fesseln. Habt ihr die gesehen? Hier.

[6:03] Für manche wird ein Gebet in Erfüllung gehen. Ich werde einfach stehen bleiben. Aber ich werde ganz kurz jetzt vom Podium weggehen, weil bevor ich die Bibel aufschlage, habe ich mir die Gewohnheit noch mal kurz zu beten und wenn es euch möglich ist, dann lade ich euch ein mit mir gemeinsam niederzuknien.

[6:32] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen zu diesen wunderschönen neuen Morgen. Danke für all das, was du schon für uns getan hast und danke für all das, was du heute noch für uns tun wirst. Deine Gnade ist wirklich jeden Morgen neu. Und Herr, wer ist dein Gott wie du, der du deinen Zorn nicht festhältst, sondern dass du Freude an der Gnade hast? Danke, dass du uns gerne vergibst, dass du uns gerne reinigst, dass du uns gerne mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dein Gesetz in unser Herz schreibst, wie wir es gerade gehört haben in der Andacht. Her, wir möchten dich bitten, dass wenn wir uns jetzt ein bisschen Gedanken machen über den Aufstieg des Papstums, dass wir das nicht einfach nur aus rein historischen Interesse tun, sondern dass wir daran viele wertvolle geistliche Lektionen für unser persönliches Leben lernen. Füll uns mit deinem Heiligen Geist und sei du unser Lehrer im Namen Jesu. Amen.

[7:43] Welche Bibelpassage, die ihr kennt, ist diejenige, die eurer Meinung nach am allermeisten das Papstum erschüttert hat? So, wenn euch jemand fragt, welcher Bibelvers oder welcher Bibelabschnitt hat allermeisten das Papstum zum Wanken gebracht? Welchen Bibelvers? Welche Bibelpassage würdet ihr nennen? Hat jemand eine Idee?

[8:17] Daniel 7:25.

[8:20] Daniel 7:25. Okay. Ja, das beschreibt natürlich die Charakteristika oder eine wesentliche Charakteristika des Papstums. Hat jemand noch eine Idee?

[8:33] Ein Vers oder ein Abschnitt, der in der Kirchengeschichte selbst das Papstum so richtig erschüttert hat.

[8:43] 1798.

[8:45] Du meinst 1798. Die Ja, der also ja, das Datum.

[8:52] Offenbarung. Offenbarung was?

[8:54] 13. Offenbarung 13. Okay. Ja.

[9:00] Römer 3. Aha. Ich glaube, ihr habt gute Antworten gegeben, aber ich glaube, es gibt einen Abschnitt, der noch viel mehr dazu geführt hat, dass an einem bestimmten Zeitpunkt das Papstum nicht mehr das war vorübergehend, was es war. Das ist dieser Vers hier, diese beiden Verse.

[9:18] Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen. Denn es wird darin im Evangelium geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben. Wie geschrieben steht, der Gerechte wird aus Glauben leben.

[9:40] Ihr kennt hoffentlich diese Passage, oder? Die Definition des wahren Evangeliums aus dem Glauben werden wir gerecht gesprochen. Die Gerechtigkeit Gottes offenbart sich in diesem Evangelium, dass die Kraft Gottes ist. Wer hat diesen Vers wiederentdeckt?

[10:01] Martin Luther hat diesen Vers im eigenen Bibelstudium wieder entdeckt. Er hat seine Bedeutung erkannt. Er hat das in seinem eigenen Leben erlebt, anderen verkündigt. Und als er dafür vor Gericht gezogen worden ist, als er sich verantworten musste und vor Kaiser und Reich in Worms 1521 das Rückgrat hatte durch Gottes Gnade stehen zu bleiben.

[10:28] Und dieses Prinzip, er hat sich ja für einige Dinge auch entschuldigt. Er war ja manchmal ein bisschen auch sehr vorlaut mit seiner mit seinem Mundwerk. hat einige Dinge manchmal formuliert, die wir heute ein bisschen milder formulieren würden. Er hat sich zum Teil auch für einige Formulierungen entschuldigt, aber für dieses Prinzip ist er eingestanden.

[10:46] Und Ellen White sagt uns, dass er dort stand und gesagt hat: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen."

[10:59] Dann war das Papstum so erschüttert, dass es danach nicht mehr denselben Zugriff auf die Leute hatte wie vorher. Dieses Prinzip, dass durch den Glauben allein wir Rettung finden bei Jesus Christus, ist sozusagen das Gegengift zum Papstum.

[11:22] Würdet ihr mir zustimmen, denn im Papstum geht es ja nicht um eine Institution, die einfach viele Verbrechen verübt hat. Die Bibel beschreibt das Papstum nicht so ausführlich, weil es ein böser Staat ist. Das Papstum äh, oder anders, die Bibel erwähnt ja auch nicht Nordkorea oder die Sowjetunion oder Hitlerdeutschland oder Chinggis Khan. Alles Staaten, alles Herrscher, die viel Böses getan haben.

[11:53] Der Grund, warum das Papstum eine so große Rolle in der Bibel spielt, hat ja damit zu tun, dass es um das Evangelium geht. Ein falsches Evangelium und als Gegenmittel zu diesem Gift, das wahre Evangelium.

[12:13] Ist aufgefallen? Wer hat diesen Text geschrieben? Der Gerechte wird, also das ein Zitat aus Habakuk, aber wer diesen Text geschrieben, denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht. Paulus.

[12:27] An wen hat er den Text geschrieben? Ist euch mal aufgefallen, dass das Gegengift gegen das Papstum der römischen Kirche gegeben worden ist? Mit anderen Worten, lange bevor Luther das wieder entdeckte, um damit die Welt ein Stück weit zu befreien von der von dem römischen Joch, hatte der Heilige Geist durch Paulus dieses Prinzip der römischen Kirche als erstes gegeben, so als ob Gott sagen wollte, wenn ihr das hier beachtet, dann muss es nie so weit kommen.

[13:14] Ist interessant.

[13:18] Die römische Kirche hat das ewige Evangelium so systematisch erhalten, wie wahrscheinlich keine andere Gemeinde im Neuen Testament. Also, wenn ihr die ganzen Briefe lest, die enthalten alle das Evangelium, aber nirgendwo ist es so fein säuberlich systematisch erklärt. Also, wenn irgendjemand glaubt, man kann durch Werke gerettet werden, dann musst du einmal den Römerbrief lesen, oder? 1, 2, 3, 4, 5, 6. Es ist so offensichtlich, so eindeutig, so klar erklärt, dass niemand im Zweifel zu sein braucht.

[13:53] Ist nicht faszinierend, dass ausgerechnet die Gemeinde, die die beste und klarste und deutlichste Erklärung des Evangeliums bekommen hat, dass die genau dieses Evangelium vertreten hat. Interessant, oder?

[14:15] Paulus schreibt diesen Brief an die Gemeinde in Rom und wir fangen heute ganz früh an. Das Papstum ist ja nicht vom Himmel gefallen, nicht? Es ist auch nicht aus einer aus einer dunklen Ecke einer Weltverschwörung herausgekrochen. Es hat einen Anfang, den wir meistens gar nicht so auf dem Schirm haben.

[14:40] Es beginnt mit einer Gemeinde in Rom. Paulus schreibt diesen Brief an alle in Rom anwesenden Geliebten Gottes. Hat Gott diese Gemeinde geliebt? Die Gemeinde Rom war einmal eine reine und von Gott geliebte Gemeinde.

[15:03] Ellen White sagt im Review and Herald, ich übersetze das hier aus dem Englischen, trotz des Widerstandes gab es 20 Jahre nach der Kreuzigung von Christus eine lebendige und ernste Gemeinde in Rom. Wann war Jesus gekreuzigt worden? In welchem Jahr? Im Jahr 31. Ja, das Jahr 31 markiert die Kreuzigung Jesu 20 Jahre später. Bringt uns in welches Jahr? Im Jahre 51 sagt Ellen White. Also, das ist natürlich jetzt vielleicht 20 Jahre plus minus. Ja, ungefähr um 50, 51 gibt es bereits die Zeit, wo Paulus gerade seine zweite Missionsreise macht, wo er gerade zum zweiten Mal nach Korinth kommt, ja, und die gerade neu gegründeten Gemeinden dort bekräftigt. Zu diesem Zeitpunkt, wo wir denken, wow, der Paulus ist schon sozusagen der Frontmissionar, gibt es schon weit weit weiter entfernt im Westen eine Gemeinde in Rom.

[16:07] Diese Gemeinde war stark und eifrig und der Herr wirkte für sie. Eine wirklich tolle Gemeinde.

[16:18] Paulus sagt folgendes: "Ich will euch aber nicht verschweigen, Brüder, dass ich mir schon oftmals vorgenommen habe, zu euch zu kommen. Ich wurde aber bis jetzt verhindert." Was schließen wir aus diesem Satz? Sehr wichtig für unser Thema. Das werden wir heute schon und dann auch morgen sehr deutlich merken. Was schließen wir aus diesem Satz?

[16:36] Wer hat diese Gemeinde gegründet? Ja, Jesus. Genau. Kein uns bekannter Apostel. Denn Paulus sagt ganz deutlich, dass es die Gemeinde schon gibt, bevor er in Rom gewesen ist. Petrus war noch nicht da gewesen. Wir wissen gar nicht, wer die Gemeinde gegründet hat. Irgendwelche einfachen Gemeindegeschwister, die vielleicht irgendwo in Griechenland den Paulus gehört haben und dann nach Rom weitergereist sind oder er vielleicht aus Rom gerade in Griechenland gewesen, ich weiß nicht wie.

[17:09] Die Gemeinde in Rom hatte keinen berühmten Gründer. Sie kam einfach durch das Wirken des Heiligen Geistes durch einfache Gemeindegeschwister zustande.

[17:24] Und Paulus sagt noch was über diese Gemeinde. Zuerst danke ich meinem Gott durch Jesus Christus um euer aller Willen, weil euer Glaube in der ganzen Welt verkündigt wird. Und das kann man zwar so verstehen, dass was ihr glaubt wird überall gepredigt, aber ich glaube, und so ist das oft verstanden worden, was hier eigentlich gesagt wird, ist die ganze Welt hört davon, wie gläubig die Gemeinde in Rom ist.

[17:52] Mit anderen Worten, schon zur Zeit von Paulus war die Gemeinde in Rom nicht halt nur irgendeine christliche Gemeinde, sondern eine, die bekannt dafür war, treu zu sein. Habt ihr das gewusst?

[18:07] Wir werden sehen über die nächsten Jahrhunderte. Eines der der Dinge, die man immer mit Rom verbunden hat in der Christenheit, war dieser Gedanke, in Rom wird der wahre Glaube aufrechterhalten. Die Römer hatten sozusagen so das äh, wie soll man sagen, die hatten so dieses dieses, man hatte das Bild von den von den römischen Christen, das sind die, die besonders fest an dem Original festgehalten haben. So ein bisschen wie das Bogenhofen des römischen Imperiums. Wenn ihr so den Namen Bogenhofen denkt, ah ja Bogenhofen, ja, da wird die Adventbotschaft so noch in in Fülle geglaubt vielleicht. Ja, vielleicht habt ihr so ein Bild, ich weiß es nicht. Ja, also wenn früher auch später noch, das werden wir sehen, wenn man gesagt hat, ah Rom, ah ja, Rom, das sind die, die einfach festhalten.

[19:02] Wir werden sehen, die Römer waren meistens nicht die, die besonders bekannt waren für ihre intellektuelle Tiefe, für ihre philosophischen großen Ideen, aber sie hatten diesen Nimbus und der kommt offensichtlich aus der frühsten Zeit. Die Römer, das sind eine Gemeinde, die halten einfach fest an dem, was sie gelernt haben in der Bibel.

[19:25] Halt fest. Die frühe römische Gemeinde, die wir so um 50 nach Christus finden, ist nicht durch Apostel entstanden, weder Petrus noch Paulus. Sie ist weithin bekannt für ihre Glaubenstreue und sie hat die detaillierteste Erklärung des Evangeliums überhaupt erhalten. Damals gab es ja noch keine Bibeln des Neuen Testamentes, zumindestens. Also, wenn jemand mal so richtig das Evangelium studieren wollte, dann musste er nach Rom reisen, um dort sich den Römerbrief zeigen zu lassen. Ja, wahrscheinlich hat man den noch abgeschrieben und verteilt.

[20:02] Aber der Punkt ist, keine andere Gemeinde verfügte über eine so tiefsinnige und und und weitreichende Erklärung des wahren Evangeliums.

[20:22] In Hesekiel 28 und dort Vers 12 bis 14. Kennt ihr dieses Klagelied, oder?

[20:32] "Oh, du Siegel der Vollendung, voller Weisheit und vollkommener Schönheit. In Eden im Garten Gottes warst du mit allerlei Edelstein warst du bedeckt. Mit Saphir, Topas, Diamanten, Krysolit, Onyx, Jaspis, Saphir, Karfunkel, Smaragd und mit Gold. Deine kunstvoll hergestellten Tamburine und Flöten waren bei dir. Am Tag deiner Erschaffung wurden sie bereitet. Du warst ein gesalbter, schützender Cherub."

[20:54] Ihr wisst, die sitzen ganz oder die standen ganz nah am Thron Gottes. Wisst ihr, wo ein schützender Cherub, ein gesalbter Cherub, wo der hingeschaut hat, hat er nach oben geschaut, nach unten, nach links, nach rechts, nach unten. Und was hat er dort gesehen? Ja, das Gesetz hat er so indirekt gesehen. Das konnte man nicht sehen. Was hat der Cherub gesehen? Den Sühnedeckel.

[21:27] Brauchte es im Himmel schon Sühne und Gnade? Kurz nachdenken. Braucht es im Himmel schon Sühne und Gnade? Ja oder nein? Nein, natürlich. Es gab keine gab keine Sünde. Aber Sühne und Gnade sind ja nichts weiter als die Anwendung der Liebe Gottes auf den Zustand der Sünde. Oder Gott ist schon immer die Liebe gewesen. Was will ich damit sagen? Wenn Luzifer ein schimmernder Cherub war, dann hat er schon immer auf die Liebe Gottes geschaut.

[22:04] Und als später die Sünde kam und der irdische Heiligtumsdienst eingeführt worden ist, dann wurde dieses Prinzip der Liebe Gottes der Gnadenthron genannt. Und da drunter, jemand hat es gesagt, als Fundament für diese Gnade war das Gesetz Gottes.

[22:22] Niemand kannte sich so gut aus mit der Liebe Gottes wie Luzifer. Wusstet ihr das? Ellen White sagt, er hat eine besondere Offenbarung der Liebe Gottes bekommen.

[22:38] "Ich hatte dich dazu eingesetzt, du warst auf dem Heiligen Berg Gottes und du wandeltest mitten unter den Feuersteinen. Du warst vollkommen in deinen Wegen vom Tag deiner Erschaffung an, bis Sünde in dir gefunden wurde."

[22:50] Übrigens, dieses Wort hier, könnt ihr das, kann man das hier sehen da? Bedeckt. Wir sind bedeckt. Dieses Wort bedeckt hier im Hebräischen ist das selbe Wort wie schützend. Die Edelsteine sind eine Bedeckung, einen Schutz für Luzifer. Luzifer ist eine Bedeckung, ein Schutz für den Thron. Also mit anderen Worten, die Edelsteine sind das für Luzifer, was Luzifer für den Thron ist. Man könnte sagen, Luzifer war ein Edelstein Gottes, bis Sünde in dir gefunden worden ist.

[23:40] Ihr werdet sagen, Moment mal, Christopher, wir haben noch das Thema 508, 538, der Aufstieg des Papsttums. Was hat das mit dem Luzifer zu tun? Ich glaube, es gibt eine sehr interessante Parallele zwischen Luzifer und Rom. Beide waren besonders privilegiert. Luzifer haben wir, wie wir gerade gesehen haben, eine besondere Offenbarung der Liebe Gottes erhalten. Die Gemeinde in Rom hat den Römerbrief bekommen. Wisst ihr, was im Römerbrief alles drin steht? Dort wird exakt erklärt, was das Evangelium ist, wie es funktioniert, dass Gott die Menschen so sehr liebte, dass er sogar seinen Sohn gab, als sie noch Feinde waren. Oder dass der Heilige Geist die Liebe Gottes in unser Herz hineinbringt, dass wenn wir Gottes Liebe in unserem Herzen haben, dass nichts uns von ihm scheiden kann. Steht alles im Römerbrief.

[24:37] Und Luzifer galt im Universum als ein besonders vertrauenswürdiger Vertreter der der Wahrheit oder er war ein Leiter der anderen Engel. Er war ein Engel. Er war ein Bote. Er muss eine Botschaft gehabt haben, eine Botschaft von der Liebe Gottes. Er war so vertrauenswürdig, dass später viele Engel ihm gefolgt sind, als sich plötzlich Dinge etwas änderten.

[25:05] Satans größte Erfolge feiert er immer, wenn er schafft, dass andere sich an einen besonders vertrauenswürdigen Evangelisten so ranhängen, dass wenn dieser Evangelist ein bisschen vom Weg abkommt, der Rest gleich mitgezogen wird. So war es im Himmel und so war es mit Rom und so ist es heute immer wieder.

[25:34] Sowohl Luzifer als auch Rom führen einen epokalen, einen massiven Abfall ein. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es ein Zitat von Ellen White, wo sie sagt, das Papstum war das Meisterstück von Satan. Und es sollte uns nicht verwundern, wenn wir viele Prinzipien hier wiedererkennen. Ihr seht schon, mir geht's nicht nur darum, dass wir einfach sagen, ah, Bischof, Bischof, Bischof, Bischof, das ist die Geschichte, sondern dass wir ein bisschen die geistliche Geschichte dahinter verstehen.

[26:07] Rom ist nicht einfach aus der Hölle gekrochen. Ja, das, was wir den Antichristen nennen, begann mal wie Satan quasi als Lichtträger, als Lucifer, als Lichtträger.

[26:25] Ihr wisst, was das Problem beim Luzifer war. Das war nämlich gar nicht so sehr eine theologische Frage zunächst einmal, das war eine persönliche Frage, nämlich die Frage, wie stehe ich zu Gott und zu anderen? Denn das Gesetz Gottes ist letztlich immer die Liebe. Und Liebe schaut zuerst auf den anderen als auf sich. Ihr wisst, Gott liebt uns mehr als sich selbst, oder? Wisst ihr das, dass er gesagt hat, dass er mit seinem ganzen Herzen, mit seiner ganzen Seele uns wiederherstellen möchte. Aber bei Luzifer schlich sich dieser Gedanke ein, ich, ich, ich, oder du?

[27:01] "Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden. Ich will emporfahren auf Wolken, dem Allerhöchsten mich gleich machen."

[27:14] Wir werden sehen, das entscheidende, definierende Prinzip im Aufstieg des Papsttums ist der Wunsch höher zu sein als die anderen Kirchen. Das wird so ein großes Thema sein, dass wir jetzt gleich sehen werden. Paulus spricht davor, dass schon zu seiner Zeit das Geheimnis der Gesetzlosigkeit am Wirken ist. Ihr wisst das wahrscheinlich.

[27:37] Und dann sagt er folgendes: "Lasst euch nicht so schnell in eurem Verständnis erschüttern oder gar Schrecken jagen, weder durch einen Geist, noch durch ein Wort, noch durch ein Wort, noch durch einen angeblich von uns stammenden Brief, als wäre der Tag des Christus schon da. Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen, denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden. Der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt."

[28:10] Nun, Paulus warnt schon in einem seiner ersten Briefe, der zweite Thessalonicher Brief, sein zweiter Brief überhaupt, also als er ganz frisch als Missionar unterwegs ist, äh, als offizieller Missionar, warnt er vor diesem Abfall, vor dem Menschen der Sünde. Wie ist er drauf gekommen? Das hat er natürlich in Daniel gelesen, oder? Der Mensch der Sünde, das ist derjenige, der das Gesetz ändert. Ihr wisst, das Gesetz beschreibt Gottes Liebe. Sünde ist Gesetzlosigkeit. Wenn das Gesetz geändert wird, dann hat das mit Sünde zu tun.

[28:48] Und Daniel 11, da spricht es von dem König, der sich erheben wird und groß tun wird gegen jeglichen Gott. Also, wenn Paulus hier sagt, dass sich der Mensch der Sünde kommen wird, der sich widersetzt, sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, dann hat er Daniel 7 im Hinterkopf und er hat Daniel 11 im Hinterkopf.

[29:11] Und dann finde ich das so kurios, wie er in Vers 5 sagt: "Denkt ihr nicht mehr daran, dass ich euch dies noch bei euch war?" Heißt auf Deutsch: Paulus, als er die Thessalonicher zum ersten Mal besuchte, als er dort die Gemeinde gegründet hat, mit anderen Worten, als er seine erste evangelistische Vortragsreihe in Thessalonike gehalten hat, da hat er auch über Daniel 11 gepredigt. Könnt ihr das sehen? Er er zitiert quasi, also er paraphrasiert Daniel 7 und Daniel 11 und sagt: "Hey, erinnert ihr euch nicht daran, ich habe darüber gepredigt." Finde ich ganz toll. Paulus hat an seinen Missionsreisen über Daniel 11 gepredigt. Das ist der Beweis, ne?

[30:02] Aber er sagt noch was über diesen über diesen Antichristen. Er sagt, es wäre ein Sohn des Verderbens. Und das ist ein Zitat aus dem hohepriesterlichen Gebet von Jesus, der kurz vor seiner Kreuzigung wenige Stunden vorher gebetet hat in Getsemani auf dem Weg dorthin.

[30:26] "Als ich bei ihnen in der Welt war, bewahrte ich sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, habe ich behütet und keiner von ihnen ist verloren gegangen, als nur der Sohn des Verderbens."

[30:38] Wer war der Sohn des Verderbens? Judas.

[30:41] Und war Judas ein Feind, der von außen kam, oder war er im innersten Kreis? Wie haben die anderen Jünger Judas gesehen? Haben sie die ganze Zeit: "Ah, das ist bestimmt der eingeschleuste." Sie haben ihn hoch geachtet. Sie hatten sogar den Eindruck, dass er der beste Führer unter ihnen ist. Wusstet ihr, dass Ellen White sagt, dass wenn Judas eine Woche vor der Kreuzigung gestorben wäre, hätte die Christenheit ihn als einen sehr guten Jünger in Erinnerung gehalten. Nur die letzten Tage vor der Kreuzigung haben plötzlich offenbart, was eigentlich die ganze Zeit da geschlummert hat im Herzen. Das hat keiner von den Jüngern gesehen, weder Petrus noch Johannes. Keiner hat gewusst, was da wirklich los ist. Das hat sich dann erst offenbart.

[31:37] Auch interessante Parallele zu dem, was wir jetzt sehen werden in der Geschichte der römischen Kirche, denn sie ist selbst in Krisenzeiten, wenn es im römischen Reich zwischen Ost und West kriselte, den Christen Debatten gab, immer anerkannt worden als die Kirche, die diesen Nimbus hat, besonders die Rechtgläubigkeit zu vertreten. Es war immer Roms Markenzeichen, wenn man so möchte.

[32:09] Paulus und Petrus kommen nach Rom. Ihr kennt die Geschichten. Paulus ist einmal in Rom zunächst einmal. Äh, äh, das ist dann nicht wahr, als er sich auf den Kaiser berufen hat und das wird ja in der Apostelgeschichte beschrieben. Das bricht dann dort ab. Wir haben einige Briefe, die er dort geschrieben hat. Philipper, Epheser, Kolosser, Philemon.

[32:28] Was die Bibel nicht mehr so explizit sagt, aber Ellen White deutlich nachzulesen ist, er kommt dann wieder frei. Ihr wisst das wahrscheinlich. Er reist dann noch mal, man wüsste gern genau, wo und wie und was er dann noch so getan hat. Und dann kommt er wieder nach Rom, wird wieder gefangen genommen. Und das ist dann in der Zeit von Nero, schreibt er seinen zweiten Timotheusbrief. Und in der Zeit kommt auch Petrus nach Rom.

[32:53] Ist die Zeit von Kaiser Nero. Ihr wisst wahrscheinlich, Kaiser Nero war ein absolut verrückter Mensch. Wenn ihr denkt, die heutigen Politiker sind verrückt, könnt ihr immer noch Gott danke sagen, dass noch kein Nero regiert. Ja, der hat sich so für so eine Art Romsucht den Superstar gehalten, als Musiker und und Schauspieler und ein unfassbar grausamer Typ.

[33:19] Kennt die Geschichte? Im Jahre 64 ist Rom teilweise abgebrannt. Man heute man diskutiert noch heute, wer daran schuld war. Es gibt schon damals das Gerücht, dass er das selbst veranlasst hat, um die ganzen Holzbauten durch Marmorbauten zu ersetzen. Aber schon bald waren die Schuldigen gefunden.

[33:35] Ich übersetze das hier aus dem Englischen. Tacitus schreibt in seinen Annalen, dass er dann Sündenböcke gefunden hat, nämlich eine Gruppe, die die Masse, die Christen nannte. Christus, der Gründer dieses Namens, hatte äh den Todes die Todesstrafe in der Regierung von Tiberius erhalten durch ein Urteil des Prokurators Pontius Pilatus. Ein ganz wertvolles Zitat, weil es einige Dinge belegt, die wir auch in der Bibel haben.

[34:02] Und diese schreckliche, dieser schreckliche Arbeiten, nur um dann umso mehr auszubrechen, nicht nur in Judäa, dem Heim dieser Krankheit. Also, ihr merkt, der Tacitus ist krank Christ, sondern sogar in der Hauptstadt selbst, wo alle schrecklichen und schamvollen Dinge der ganzen Welt sich zusammenfinden.

[34:24] Und dann sagt er, dass die Christen verfolgt werden in Rom, sind große, eine große Anzahl von ihnen ist festgenommen worden. Sehr interessant. Natürlich kann man jetzt nicht genau sagen, was heißt eine große Anzahl. Also das kann ja alles mögliche sein. Ähm, der Livius, ein antiker römischer Historiker, der wenn der von einer großen Anzahl schreibt, dann sind das meistens so mehrere tausend Leute. Also es könnte sein, dass wir schon etliche tausend Christen in Rom haben zu dieser Zeit in den 60er Jahren.

[35:01] Interessant ist auch folgendes, das haben wir bei Ellen White in den Life Sketches of Paul. Etwa zur Zeit der zweiten Gefangennahme von Paulus wurde auch Petrus gefasst und ins Gefängnis geworfen. Er hatte sich den Behörden gegenüber besonders unliebsam gemacht, weil er mit Eifer und Erfolg die Verführungen des Zauberers Simon Magus aufdeckte.

[35:21] Kennt den Simon Magus? Das ist der, der in der Apostelgeschichte in in Kapitel 8 in Samaria sich bekehrt. Ja, so scheint es getauft wird vom Diakon Philippus und aber dann die Gabe des Heiligen Geistes kaufen möchte. Hört ihr die Geschichte? Und dann trifft er Simon Petrus. Dann kommen Simon Petrus und Simon Magus. Ja. Und Simon Petrus äh, ja, tadelt ihn dann dafür. Und äh Ellen White macht deutlich, dass dieses Simon Magus weitergewirkt hat, quasi um das Evangelium aufzuhalten. Äh, er ist die, was heißt hier? Dieser war ihm nach Rom gefolgt, um das Werk des Evangeliums zu bekämpfen und zu behindern. Nero glaubte an Magie und hatte Simon gefördert. Deshalb war er wutbrand über den Apostel und wurde daher angeregt, dessen Gefangennahme anzuordnen.

[36:15] Also, das ist eine sehr interessante Geschichte. Ich wünschte, wir wir könnten das noch weiter verfolgen, aber wir haben nicht viel mehr als das, was Ellen White uns hier sagt. Äh, übrigens auch einige der Kirchenväter erwähnen das, dass dieser Simon Magus, dem Simon Petrus gefolgt sei und wir plötzlich in Rom Mitte der 60er Jahre zwei Simons haben, den Simon Petrus, den Simon Magus. Und das ist deswegen so interessant, weil vieles von dem, was den Simon Magus ausgezeichnet hat, ja, das Volk verführen, sich selbst die große Kraft Gottes nennen, geistliche Ämter für Geld kaufen wollen und viele solche Dinge, die in Apostelgeschichte 8 findet, die findet man alle später im Papstum wieder. Nur kann ich leider jetzt historisch keine direkte Linie von Simon Magus zu den Päpsten ziehen, weil einfach zu wenig Quellen aus der Zeit da sind. Aber irgendwie ist da dieser Gedanke in Rom und der ja, der muss irgendwie über einzelne Leute muss das so ein bisschen früher oder später in die römische Kirche hineingekommen sein. Wie weiß ich nicht, aber ist sehr interessant.

[37:31] Was dann sehr wichtig ist für die römische Geschichte der römischen Kirche ist das Jahr 70 nach Christus. Wisst ihr, was 70 nach Christus passiert ist? Die Zerstörung Jerusalems. Da gehen wir ein bisschen kurz in dieses Thema hinein. Ihr wisst wahrscheinlich, das war nicht ein Ereignis, das einfach nur halt eine Zerstörung war, sondern da gibt's eine Vorgeschichte.

[37:51] Im Jahre 66, das ist also gerade die Zeit, wo Paulus und Petrus dann angeklagt und schließlich getötet werden, da bricht dieser jüdische Krieg aus. Ja, die die Juden wollen das römische Joch abschütteln endlich. Und der Stadthalter von der Provinz Syrien, also nördlich von Israel in Syrien, der kommt, der Gaius Cestius Gallus und er belagert Jerusalem und zwar mit allem drum und dran, ne? Und dann passiert etwas, was man überhaupt nicht richtig verstehen kann. Er bricht die Belagerung nach einigen Wochen wieder ab. Bis heute sind Historiker am Überlegen, warum macht er das? Ja, und die Juden sind ganz außer sich vor Freude. Die verfolgen sogar noch die Römer und haben dann noch einen ziemlich gewaltigen Sieg in der Nähe von Bethoron über die Nachhut der Römer und glauben, sie haben den Krieg gewonnen. Aber es gibt natürlich eine Gruppe von Menschen in Jerusalem, die sofort verstehen, was das bedeutet. Das sind die Christen und da werden wir gleich zurückkommen, aber ganz kurz noch die Daten.

[39:00] Dann kommt aber der Vespasian, ein römischer General, beginnt dann 67 die Invasion in Galiläa, kreist dann Jerusalem ein, dann gibt es interessanterweise, das wissen die wenigsten, noch mal eine Waffenruhe. Das hat damit zu tun, dass Bürgerkrieg in Rom ausbricht. Der Nero hat sich ja dann umgebracht aus Angst vor den Dingen, die da eben drohten. Und der Vespasian guckt jetzt mehr, was in Rom ist und lässt Jerusalem in Ruhe. Äh, dann nach ungefähr einem Jahr geht's aber wieder los. Dann ist dann Jerusalem fast eingeschlossen. Vespasian wird Kaiser und lässt seinen Sohn Titus im Jahre 70 Jerusalem dann endgültig erobern.

[39:42] Und warum ist das für uns so wichtig? Jesus hatte in Lukas 21 vorher gesagt: "Achtung, jetzt gut zuhören. Wenn ihr aber Jerusalem von Kriegsherren belagert seht, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe ist, dann fliehe."

[39:57] Judea ist. Weiß jemand, wohin die Christen geflohen sind? Pella im Ostjordan. Gibt nur eine einzige Quelle aus dem vierten Jahrhundert, die das tatsächlich sagt. Ähm und wer in Jerusalem ist, der ziehe sofort aus fort aus ziehe fort aus ihr. Und wer auf dem Land ist, der gehe nicht hinein in sie, denn das sind Tage der Rache, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht. Also Jesus sagt, das ist eine Erfüllung von Prophetie.

[40:29] Übrigens, das nur eine Fußnote. Hat nichts mit dem Thema zu tun, aber die ist mir wichtig. Der nächste Vers: "Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen, denn es wird große Not im Land sein und Zorn über dieses Volk." Der bezieht sich, Achtung, gut zuhören, nicht auf die Fliehenden. Wenn ihr das im Alten Testament nachschaut, wehe den Schwangeren und den Stillenden, das bezieht sich auf die, die zurückbleiben. Ein Mythos in der Adventgemeinde ist, dass irgendwie die Schwangeren und die Stillenden auf der Flucht besonders Not haben werden. Aber biblisch bezieht sich das, könnt ihr nachlesen, hab die ganzen Bibelverse da, das bezieht sich auf die Katastrophe der Belagerung, die Worte, also Jesu Gedanke ist also quasi flieht, denn wenn ihr nicht flieht, was meint ihr, wie es dann vor allem den Stillenden und den Schwangeren ergehen wird? Denn ihr könnt in all diesen Versen nachlesen, eine der schlimmsten Erfahrungen einer Belagerung ist es, wenn man still, also wenn man kleine Kinder hat, da kommen Dinge vor, die sind so furchtbar, dass ich sie gar nicht aussprechen möchte. Ja, denn er sagt, wer aber den Schwangeren und den Stillenden, denn es wird große Not im Land sein. Das bezieht sich ja auf Jerusalem, nicht auf Pella. Das bezieht sich auf die, die zurückbleiben, nicht auf die, die fliehen. Okay, also ist die Fußnote.

[41:57] Jesus sagt, wenn ihr bei Jerusalem von Kriegsherren belagert seht, in Matthäus 24 hat er dasselbe gesagt, nur mit anderer Formulierung. Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde, ja, alles was geschrieben ist, muss ich erfüllen, an heiliger Stätte stehen werdet. Wer es liest, der achte darauf, dann fliehe auf die Berge, wer in Juda ist.

[42:21] Also diese Kriegsherren, die römischen Heere sind was? Sie sind das Grollen der Verwüstung. Und warum sind sie Grollen der Verwüstung? Sie kündigen die zukünftige Verwüstung an. Oder die Christen sollten verstehen, wenn die römischen Soldaten um die Stadt stehen, dann dauert es nicht mehr lange bis zur Verwüstung der Stadt Jerusalem. Die Heere vor der Stadt selbst sind noch nicht die Verwüstung. Sie sind nur die Ankündigung, denn wenn man die Heere sieht, kann man noch fliehen. Aber wenn man nicht flieht, dann wird man von der Verwüstung getroffen.

[42:59] Nun, wenn Jesus sagt, wie von dem Propheten Daniel geredet wurde, welche Stelle meint er? Zunächst einmal natürlich Daniel 9. Ihr wisst, Daniel 9 haben wir heute nicht das Thema, aber ihr wisst, Daniel 9 ist die große Prophezeiung auf das Kommen des Messias, seine Taufe, seine Kreuzigung, sein Werk. Und da heißt es dann, dass die Stadt, also Jerusalem und das Heiligtum wird das Volk des zukünftigen Fürsten zerstören. Sie geht unter in der überströmenden Flut und im Zuge dessen werden Greuel der Verwüstung aufgestellt. Ganz deutlich, die Greuel der Verwüstung kündigen die Zerstörung von Jerusalem an.

[43:42] Halten wir fest. Das Grollen der Verwüstung bezieht sich auf die erste Belagerung als Warnung für die kommende Verwüstung. Das das Zeichen für die Gläubigen zu fliehen. Die eigentliche Verwüstung kommt ein bisschen später, nämlich im Jahre 70 nach Christus. Ja, soweit klar. Grollen der Verwüstung ist die Ankündigung der die erste Belagerung. Zeichen zur Flucht. Dann kommt die eigentliche Verwüstung im Jahre 70. Wer da nicht geflohen ist, für den ist es zu spät. Ja, das also die Idee.

[44:19] Nun, es gibt in der Offenbarung eine weitere Zerstörung Jerusalems. Also, wir wissen aus Daniel 9, das buchstäbliche Jerusalem wird buchstäblich zerstört werden. Aber in Offenbarung 11 wird uns folgendes gesagt: "Den aber den Vorhof, der außerhalb des Tempels ist, lass aus und miss ihn nicht, denn er ist den Heidenvölkern übergeben worden und sie werden die heilige Stadt zertreten 42 Monate lang."

[44:47] Erste Frage. Was ist die heilige Stadt? Jerusalem. Was heißt zertreten? Zerstören. Ja, verwüsten. Zertreten. 42 Monate. Liebe Bibelfreunde, woher kennt ihr diesen Begriff? Wie viel Jahre sind 42 Monate? 12, 24, 36, dreieinhalb Jahre und dreieinhalb Jahre erinnert uns sofort an die dreieinhalb Zeiten aus Daniel 7. Ihr wisst, diese Prophezeiung, diese Zeitprophezeiung kommt sieben Mal vor in der Bibel. Zweimal im Buch Daniel, werden wir noch später noch mal ausführlicher behandeln in einem der nächsten Themen. Fünf Mal in Offenbarung.

[45:35] Geht es hier in Offenbarung 11 Vers 2 um die buchstäbliche Zerstörung Jerusalems 70 nach Christus? Ja oder nein? Nein, Jerusalem war schon zerstört. Hier geht es um eine geistliche Zerstörung des geistlichen Jerusalems für die 42 Monate, 1260 Tage oder ihr wisst, ein Tag steht für ein Jahr, das steht wo? Hesekiel Kapitel, wenn wir noch Gelegenheit haben, das zu wiederholen. Hesekiel 4, Vers 6 oder Tag für ein Jahr. Also eine eine geistliche Zerstörung Jerusalems, eine geistliche Verwüstung, die 1260 Jahre gehen würde. Okay.

[46:31] Die kennen wir auch aus Daniel 12, Vers 6. Eine Zeit, zwei Zeiten, eine halbe Zeit und wenn die Zerschmetterung der Kraft des Heiligen Volkes vollendet ist, ja, Daniel 7 und in Daniel 12 wird das hier sagen Daniel 12 ist das beschrieben. Eine Zeit, zwei Zeiten, eine halbe Zeit, die Kraft des Heiligen Volkes. Wer ist das heilige Volk? Die Christen oder wird zerschmettert.

[47:02] Wir haben gesehen in Daniel 7 und in Offenbarung 11, die heilige Stadt wird zertreten und das wird besser erklärt hier. Die das heilige Volk wird zerschmettert. Dreieinhalb Zeiten sind 42 Monate sind 1260 Tage. Ein Tag entspricht einem Jahr, das sind die 1260 Jahre. Und jetzt kommt's.

[47:27] Im selben Kapitel, wo es von dieser geistlichen Zertretung des geistlichen Jerusalems, des Heiligen Volkes spricht, spricht es fünf Verse später auch wieder von einem Greul der Verwüstung. Also, wir hatten bei der buchstäblichen Zerstörung Jerusalems kurz vorher ein Greul der Verwüstung. Ja, könnt euch erinnern, Greul der Verwüstung, römische Armeen, Zeichen zur Flucht. Kurze Zeit später die eigentliche Verwüstung. Daniel 12, Vers 6 spricht von einer Verwüstung des Heiligen Volkes. Und Daniel 12, Vers 11 spricht das kurz zuvor ein Greul der Verwüstung aufgestellt wird.

[48:29] Also so wie bei der Zerstörung Jerusalems, so auch in dieser Frage. Während die Zerstörung selbst 1260 Jahre lang gehen würde, ist es von dem Groll der Verwüstung, also von der Warnung 1290 Jahre.

[48:48] "Denn von der Zeit an, da das Beständige beseitigt und der Greul der Verwüstung aufgestellt wird", also die Ankündigung der Verwüstung, so das Zeichen. Jetzt geht's gleich los. Von da an sind es 1290 Tage, während die eigentliche Verwüstung nur 1260 Tage sind, dreieinhalb Zeiten.

[49:10] Das heißt, so wie es wenige Jahre vor der Zerstörung Jerusalems ein Greul der Verwüstung gab, das ankündigt, bald wird die Stadt verwüstet, so gibt es auch wenige Jahre, in dem Fall 30 Jahre vor dem Beginn der Zertretung des Volkes Gottes. Offensichtlich etwas, was das ankündigt.

[49:36] Und das ist das Datum hier. Ihr wisst, ich frage euch jetzt, ihr seid ja, ihr seid ja alles gebildete Adventisten. Wann beginnen die 1260 Jahre? Im Jahre 538. Da beginnt und das werden wir aber in dieser Woche uns ausführlich anschauen, wirklich ausführlich. Aber 30 Jahre vorher soll nach der Bibel so ein Groll der Verwüstung sein, so eine Ankündigung, so als ob schon mal die römischen Armeen sich präsentieren. Ja, das wäre dann im Jahre 508.

[50:09] Ich hoffe euch ein bisschen nahe zu bringen, warum dieses Datum überhaupt so wichtig ist, denn ich weiß nicht, wie es euch geht, über 508 hört man eigentlich nie eine Predigt, oder? Wer von euch hat schon mal eine Predigt über 508 gehört? Okay, gut, dass ihr hier seid. Werden jetzt morgen und übermorgen uns da so richtig mal in ein Aber interessant, oder, weil wir sehen hier ist eine Parallele zwischen dem, was in Jerusalem passierte und dem, was im Mittelalter dann geistlich gewesen ist und natürlich, ich denke, ihr wisst das, alles hat auch noch mal einen Aspekt auf die Endzeit. Aber ich glaube, es hört mir gut zu, ich glaube, wir sind nicht gut beraten, wenn wir nur auf Jerusalem damals schauen und dann gleich auf die Endzeit und die Lehren aus dem Mittelalter, die hier so explizit angekündigt sind, nicht so richtig wahrnehmen.

[51:09] Denn wenn wir wirklich wissen wollen, wie das am Ende sein wird, dann sollten wir uns mit der Periode 508 bis 538 besser auskennen. Ja, so.

[51:21] Also hier noch mal zusammengefasst, das Grollen der Verwüstung, Beginn der 1290 Tage vor der eigentlichen Verwüstung. Das Zeichen der Flucht, die Verwüstung selbst ist dann die Zertretung des symbolischen Jerusalems für 1260 Jahre. Okay.

[51:40] Wir gehen wir ein bisschen zurück in die römische Gemeinde, weil die wir haben das jetzt studiert, weil wir gesehen haben, Jerusalem ist gefallen. Als Jerusalem fällt und die Gemeinde von Jerusalem sich dann zerstreut, also nach Pella gegangen. Wahrscheinlich haben die aber nie wieder so als große Gemeinde zusammen gehalten, dann entsteht ein Vakuum. Ihr wisst, die Gemeinde Jerusalem, das war so ein Zentrum. Als es die Frage gab mit der Beschneidung, hat man sich in Jerusalem getroffen, um dort das Ganze zu diskutieren.

[52:10] Welche anderen großen Gemeinden kennt ihr, die so im ersten Jahrhundert schon existiert haben? Große Gemeinden Antiochia. Antiochia war die drittgrößte Stadt des römischen Imperiums, eine Megaastadt am Orontes, also nicht das in Kleinasien, sondern in Syrien. In der Stadt sind die Christen zuerst Christen genannt worden. Man hätte also vielleicht denken können, Antiochia wächst da in diese Rolle rein. Ja, man hätte auch denken können, Alexandria wächst da rein. Alexandria war die Wissensstadt, ja, gegründet von Alexander dem Großen in Ägypten.

[52:44] Aber tatsächlich sehen wir, dass schon Ende des ersten Jahrhunderts die Gemeinde in Rom so ein bisschen die Rolle übernimmt von dem, was vorher Jerusalem gewesen ist. Interessant. Was denkt ihr? Warum war das so? Warum hat man plötzlich so ein bisschen auch schon den frühen Christen so nach Rom geschaut? Was denkt ihr?

[53:10] Gibt mindestens zwei Gründe. Erstens, die Hauptstadt. Ja, sowieso wichtig, das sind die Kaiser. Ja. Und zweitens, erinnert euch, was ich vorher gesagt habe. Rom hat diesen Nimbus, die kennen sich wirklich aus mit dem Evangelium. Die sind treu. Ihr Glaube ist verkündigt worden in der ganzen Welt. Ja. Und so das ist so ein bisschen wie darf ich das sagen, manchmal, wenn so eine theologische Krise aufkommt, nicht? Guck mal, was sagen die Leute in Bogenhofen, nicht? Was was denken die zu dem Thema? Ja, da wollen wir uns ein bisschen mal orientieren, was die dazu sagen. Ähm, kann man gut nachvollziehen, oder? Das äh passiert uns auch, oder? Also, ist ja auch nicht jetzt nicht zu verwerfen, aber also macht bitte Bogenhofen nicht zu Rom. Ja.

[54:04] So wird Rom so ein bisschen wichtig.

[54:11] Wir kennen aus Listen einige der frühen Gemeindeleiter aus Rom. Die kommen zum Teil der Bibel vor. Clemens z.B. oder Linus. Ja, wir haben dann kurz nach 100, kurz nachdem dann Johannes gestorben ist, auch einen Brief von so einem Gemeindeleiter aus Rom, der heißt Clemens. Das ist vermutlich der hier, der aber das ist nicht ganz klar, ob das der aus Philipper ist.

[54:41] Und was man in diesem Brief bemerkt, der schreibt einen Brief an die Gemeinde in Korinth, weil dort gibt es Streitigkeiten. Ja, die Alten gegen die Jungen. Könnt euch das vorstellen? Die junge Generation hat Probleme mit der alten Generation und umgekehrt. Ja. Ähm, soll es gibt's heute nicht mehr, oder? Gab's schon kurz am Anfang des zweiten Jahrhunderts und Clemens versucht das zu kitten und das Interessante ist, betont sehr stark diesen Aspekt von Autorität. Die Jungen sollen auf die Alten hören. Hm, wird euch das gefallen? Die kennen sich aus. Die haben Erfahrung mit Gott. Die Jungen sollen jetzt mal still sein und zuhören, was die Alten zu sagen haben.

[55:31] Die römische Kirche ist schon immer eigentlich sehr konservativ gewesen. Das Papstum ist nicht aus liberalen Christen entstanden, sondern aus welche, die im Grunde genommen eigentlich sehr konservativ in ihrer Grundeinstellung gewesen sind. Weiß nicht, ob das bewusst ist. Was die Wahrheit? Die Römer an sich so als von der Mentalität, die Römer waren sehr sehr konservativ. Kaum was konservativeres als die Römer, vielleicht die Ägypter. Ägypter war auch sehr konservativ. Griechen waren sehr so liberal, ja, die Athener, aber die die Römer sehr konservativ. Und es ist ein Thema, das sich dann durchzieht durch die durch die Papstgeschichte, diese Betonung auf Recht und Autorität. Und es war schon immer so, ne?

[56:17] Hier habt ihr eine äh Liste von Namen. Wenn ihr auf Wikipedia diese frühen Bischöfe googelt, dann wendet ihr eure Daten, der regierte von dann bis dann, dann bis dann die Daten könnt ihr alle vergessen, komplett. Irgendwann im dritten Jahrhundert hat jemand mal versucht sich zu überlegen, wann die regiert haben könnten. Das ist alles frei erfunden. Was aber nicht frei erfunden ist, sind die Namen. Da gibt's viele Hinweise darauf, dass das sehr alt ist und dass wir hier tatsächlich eine Reihe von römischen Bischöfen, also Gemeindeleitern, das hieß ja dann Bischof, äh fassen können. Ähm, damals war es aber so, dass in der Regel Gemeinden noch mehrere Gemeindeleiter gehabt haben. Ja, also das eine Gruppe von sogenannten Presbytern, Ältesten und dann äh gab es auch noch Lehrer, Propheten zum Teil, ja auch noch und ähm Diakone dann für so so technische Angelegenheiten und so so für die niederen Dienste in Anführungsstrichen.

[57:19] Anfang des 2. Jahrhunderts gibt es eine Reihe von Entwicklungen, die für Rom sehr wichtig und interessant sind. Kaiser Hadrian ist der berühmte Reisekaiser, der erlaubt, dass man direkt an den Kaiser sich mit Petitionen wenden kann und äh, was er dann sozusagen zurückschreibt, ist dann landesgültiges Gesetz. In der Zeit beginnen die ersten Christen sich direkt an den Kaiser zu wenden. Ja, sagen: "Hey, wir werden hier verfolgt." Ja, Christenverfolgung ist ja ein großes Thema. Eigentlich sind wir gar nicht so schlimm. Und sie versuchen dem Kaiser zu erklären, warum man Christen nicht verfolgen sollte.

[57:58] In der Zeit schon jetzt im 2. Jahrhundert beginnt die Sabbatfrage interessant zu werden. Der römische Gemeindeleiter Sixtus, den wir nicht datieren können, das muss wohl irgendwo Anfang des 2. Jahrhunderts sein, hat gedacht: "Hey, es wäre doch schön, wenn wir jedes Jahr nicht am 14. Nisan die Auferstehung von Jesus feiern, sondern wenn wir es halt immer am Sonntag machen." Das war ja ein Sonntag, oder? Während die Christen in der Regel immer am 14. Nisan, also das war mal ein Donnerstag, mal ein Freitag, mal ein Montag, so wie es halt fällt, wie ein Geburtstag. Ja, fällt jedes Mal auf ein anderes anderen Wochentag. Aber der Sixtus sagt: "Hey, das wäre doch schön, wenn wir es immer am Sonntag machen." Das gibt natürlich eine riesen Debatte, aber das fangen die Römer an.

[58:48] In der Zeit gibt es noch mal einen großen Aufstand der Juden. Vielleicht habt ihr von dem gehört. Das der sogenannte Bar Kochba. Äh, Kochba ist jemand, der er nennt sich der Sohn der Sterne. Bar Kochba sagt, er ist der Messias. Und die Römer, die haben sowieso schon keine Lust auf die Juden mehr. Die waren schon nach der Oberung Jerusalems vollkommen, haben die Nase voll von den Juden und als sie jetzt noch mal wieder sich erheben, wird das so brutal und endgültig niedergeschlagen. Jerusalem wird neu gegründet als Kolonia Aelia Capitolina. Die Juden dürfen nicht mal mehr die Stadt betreten und die jüdische Religion wird verboten.

[59:25] Jetzt stellt euch vor, ihr seid ein Christ, ohnehin schon verfolgt. In Jerusalem werden alle judenchristlichen Bischöfe bringen jetzt diese Idee mit dem Ostersonntag mit. Es geht jetzt eine Debatte erstmal um die Frage, soll man sozusagen die Auferstehung an einem Sonntag oder am richtigen Datum feiern? Das ist so die Frage, um die es erstmal geht.

[59:51] Ähm, was man dann macht, ist man fastet am Sabbat. Das soll äh Trauer ausdrücken, also am Sabbat vor dem Ostersonntag sozusagen, nur einmal die Woche, einmal im Jahr. Man möchte aber auch so ein bisschen sich von den Juden distanzieren und weil das so erfolgreich ist, weil die Juden feiern den Sabbat und wenn man am Sabbat mal trauert, dann merken ja alle anderen, wir sind keine Juden. Ja, und weil das so ein Erfolg hat, sagt man in Rom: "Hey, das könnten wir doch jeden Sabbat machen. Wir fasten einfach am Sabbat." Ja, dann merken die anderen, wir sind keine Juden, da müssen wir keine Judensteuer zahlen, dann äh müssen wir äh, dann werden wir vielleicht nicht so drangsaliert.

[1:00:29] Die Juden sind bei den Römern verhasst. Außerdem sind Christen und Juden im Konflikt. Ihr wisst wahrscheinlich im ersten Jahrhundert sind es vor allem die Juden, die die Christen verfolgen. Ja, wenn die Apostelgeschichte lest, sind die Juden, ja, die Synagogen, die den Paulus nachstellen. Dann gibt es auch noch diese Debatten zwischen den Judenchristen und den Heidenchristen. Das hat nicht aufgehört mit der Apostelgeschichte, mit der Beschneidung und mit all diesen Dingen. Es gibt also mehrere Gründe in Anführungsstrichen für die nichtjüdischen Christen, sich ein bisschen von den Juden zu distanzieren. Und wie macht man das am besten?

[1:01:05] Das lese ich nicht alles aus Zeitgründen, aber der Justin, das ein Nichtjude, der dann Christ geworden ist, ein ein Philosoph ursprünglich und er sagt dann hier, er er beleidigt im Grunde genommen die Juden und sagt: "Das geschieht euch ganz recht, dass ihr jetzt so verwüstet seid, dass eure Stadt, dass ihr die Stadt nicht mehr betreten dürft. Ihr seid, ihr seid Schuld daran." Er sagt: "Gott hat um eurer und eurer Vatersünden wegen zur Kennzeichnung, wie ich oben erwähnte, euch die Beobachtung des Sabbats angeordnet und außerdem die übrigen Verordnungen erlassen. Sein Punkt ist, Gott wollte, dass alle Menschen wissen, wer Juden sind, damit sie nicht mit denen Kontakt haben und deswegen müsste den Sabbat halten." Und da merkt schon, dieser Justin, der hat in Rom gelebt. Da gibt es also in der römischen Gemeinde jetzt schon 100 Jahre nach der Gründung starke Antisabbat-Tendenz.

[1:02:06] Manchmal denke ich, ich kann es nicht beweisen, dass als der Paulus so stark gegen die Beschneidung gesprochen hat, dass einige seine Idee zu weit weitergedacht haben. Ja, also der Paulus macht ganz deutlich, wir brauchen keine Beschneidung oder das ist allein für das jüdische Volk. Und dann haben einige wahrscheinlich dieses Pendel in die andere Richtung geschwungen, haben gedacht, na ja, Beschneidung, was ist noch jüdisch? Sabbat. Und haben einfach den Sabbat aufgegeben und haben nicht einmal vielleicht gedacht, dass sie jetzt komplett das Gesetz ändern. Ja, versteht, wie ich meine? Einfach so extrem in Anrichtung gegangen.

[1:02:45] Im zweiten Jahrhundert haben wir noch eine andere Entwicklung, die sehr interessant und wichtig ist. Wir machen nachher gleich eine Pause, nämlich das sogenannte Moniepiskopat. Jetzt denkt ihr, was ist denn das? Am Anfang, wie gesagt, haben ja die Gemeinden so aus äh, wurden sie von mehreren Gemeindeleitern äh geleitet. Also jede große Gemeinde hat ja meistens nicht nur einen Gemeindeleiter, sondern mehrere. Hier in Bogenhofen haben wir glaube ich vier Gemeinderäte. Ist eigentlich ganz gut, wenn man mehrere hat, ne? Da kann man sich absprechen.

[1:03:16] Nun ist es aber so, im zweiten Jahrhundert gibt es eine ganze Reihe von Irrlehren, die überall auftauchen. Und das Problem ist, wenn jetzt einer von den Gemeindeleitern dieser Irrlehre anhängt, hat man Streit, oder? Und wenn etwas Menschen nicht so richtig mögen, ist, wenn die Leute, die leiten sollen, sich immer debattieren. Das seht ihr heute noch, oder? Die Leute sind müde von der Demokratie. Immer wird nur palavert, ne? Rechts. Was wünschen sich die Leute stattdessen? Einer, der sagt, hier geht's lang. Ja, das ist der Grund, warum wir überall jetzt in der Welt so Leute haben, die sagen, hier geht's lang. Ja, die Leute mögen oft Leute, die so.

[1:03:59] Die Kirche fängt an neue Strukturen zu entwickeln. Jede Gemeinde soll nur einen festen Gemeindeleiter haben, weil dann ist das straffer. Ja.

[1:04:14] Das Ding ist, welche Stadt wird damit automatisch besonders bedeutsam? Also, welcher Bischof? Der Bischof von Rom, weil der Bischof von Rom hat mit Abstand die größte Gemeinde. Das ist die größte Stadt. Ja, das also das hat niemand vorher gesehen gesagt, ah, wir kreieren jetzt das Papsttum, aber einfach durch diese Politik sozusagen nur noch einen Gemeindeleiter pro Stadt wird der Gemeindeleiter von Rom plötzlich ziemlich mächtig. Stellt euch vor, hier in Österreich würden wir sagen, es gibt in jeder Stadt nur noch einen adventistischen Gemeindeleiter. In welcher Stadt hätten wir dann den mächtigsten? In Wien oder in Wien gibt's so viele Adventisten, so viele Gemeinden. Ja, wenn es nur noch einen Gemeindeleiter für alle in Wien gibt, ja, dann ist der der hat ordentlich was zu sagen. Ja, im Vergleich vielleicht zu einem, der jetzt irgendwo nur in Munderfing ist oder so. Ja, oder in Ried. Ja, der hatte halt alle Adventisten unter Wien unter sich. Ja, und so ist das jetzt hier.

[1:05:14] Das ist jemand ganz fröhlich über was ich gerade sagen. Macht am besten einfach aus, ganz kurz. Kein Problem, nicht schlimm, aber.

[1:05:27] Genau. Kleine Aufhalterung, Kampf. Danke schön.

[1:05:33] Schaut mal hier. 180 nach Christus. Irenäus von Lyon schreibt folgendes in seinem Buch gegen die Irrlehren. Ja, das ist so, die Kirche beginnt jetzt sich gegen Irrlehren zu wehren und dazu, ich meine, wenn man Irrlehren bekämpft, dann sucht man Schutz. Ja. Und sein Buch Adversus Haereses, gegen die Irrlehrer, die Irlehren sagt er, mit ihr gemeint ist die römische Gemeinde, muss um ihres höheren Vorrangs authentischer Glaubensüberlieferung willen notwendig eine jede einzelne Kirche zusammenkommen.

[1:06:11] Also er sagt, wenn da Leute kommen und sagen: "Ah, das Alte Testament gilt gar nicht." Gibt so Leute, ja, im im im zweiten Jahrhundert. Dann sagt: "H, es gilt schon." Und wisst ihr, woher wir das wissen? Wir haben eine Gemeinde, die sich wirklich gut auskennt. Ist die Gemeinde Rom. Und deswegen sollten wir alle immer mit Rom übereinstimmen, weil dort das Evangelium so klar gepredigt hat.

[1:06:35] Ihr merkt schon, das ist gar nicht so weit weg von dem, was wir manchmal auch machen. Da kommt jemand und bringt eine komische neue Lehre und wir sagen, schau mal hier, das Biblical Research Institute, das BRI oder meinetwegen Bogenhofen, die sagen das so und so und deswegen bleiben wir dabei. Ja, also das ist nicht so ganz fern von uns.

[1:07:04] Was will ich damit sagen? Das ist natürlich toll, dass wir das BRI haben. Das ist toll, dass wir Bogenhofen haben. Ich will nur sagen, man muss aus der Geschichte aus lernen. Das Papsttum entstand unter anderem deswegen, weil Leute die Idee hatten, dort ist auf jeden Fall die Wahrheit und wir müssen mit denen übereinstimmen. Ja.

[1:07:22] Ich glaube, dass so auch ein Drittel der Engel gefallen sind. Der Luzifer kennt sich besser aus als alle anderen. Der kennt das Gesetz Gottes ganz genau. Wenn der was drüber sagt, dann stimmt das. Lasst mich diesen Punkt machen. Niemand kann euch diese Pflicht abnehmen, dass ihr persönlich, dass du persönlich für dich weißt, was die Wahrheit ist. Du musst es selbst wissen. Die Wahrheit ist nicht kompliziert, aber du musst beide Füße auf dem Fels Bibel haben und dich nicht drauf verlassen, dass das BRI schon die richtigen Antworten geben wird. Das wird's hoffentlich tun. Aber sollte irgendwann mal der Fall eintreten, dass das BRI das nicht tut oder dass das Bogenhofen das nicht tut, musst du trotzdem wissen, was die Wahrheit ist. Versteht ihr, was ich meine? Und da gab es solche Leute natürlich auch, die dann sich von Rom getrennt haben. Ja, aber das ist ein anderes Thema.

[1:08:21] Tertullian, der schießt in dieselbe Richtung. Der sagt folgendes hier. Jetzt kriegt so ein Gefühl, wie das so gedacht war damals. Der lebt jetzt hier so um 180 nach Christus, Nordafrika. Wieder ein Buch gegen die Häretiker. Sagt er folgendes: "Woan denn? Willst du den Forschertrieb im Geschäfte deines Heils in sprießlicherweise betätigen?" Als ein bisschen blumig, nicht? Ja. So halte eine Rundreise durch die apostolischen Kirchen, in welchen sogar noch die Lehrstühle der Apostel auf ihrem Stelle stehen. Ja, also man kann auch die die Stühle sitzen sehen, wo der Paulus und Petrus gesessen haben angeblich, in welchen ihre Briefe aus den Originalen vorgelesen werden. Also der Tertullian sagt, es gibt wohl offensichtlich noch die Originale 180 nach Christus. Interessant, die uns ihre Stimmen vernehmen machen und das Antlitz seines Seins in unsere Gegenwart versetzen. Ist die Achaja das nächste? So hast du Korinth. Wohnst du nicht weit von Mazedonien, so hast du Philippi. Wenn du noch Asien gelangen kannst, so hast du Ephesus. Ist aber Italien in deiner Nachbarschaft, so hast du Rom, von wo auch für uns, das heißt Nordafrika, die Lehrautorität bereit steht. Oh, wie glücklich ist doch diese Kirche, in welche die Apostel die Fülle der Lehre mit ihrem Blute überströmen ließen, wo Petrus in der Weise sozusagen des Leidens sein dem Herrn gleich gemacht, wo Paulus mit dem Todeschor Johannes gekrönt, wo der Apostel Johannes, nachdem er in siedendes Öl getaucht, keinen Schaden gelitten hat, auf eine Insel verbannt wird und so weiter und so fort. Also, ihr seht, er sagt, geht zu den ursprünglichen Kirchen, aber am allerbesten ist es in Rom. Ja, da waren Petrus und Paulus. Johannes war sogar auch kurz da.

[1:10:00] Dieser Termin, dieser Streit um den Ostertermin, der der eskaliert dann noch mal Ende des 2. Jahrhunderts. Der Bischof von Rom, Viktor, der fordert, dass alle Kirchen in ganzen römischen Reich nicht mehr am 14. Nisan die Auferstehung denken, sondern am Ostersonntag. Ja, und dann äh exkommuniziert sogar die Gemeinden in.

[1:10:20] Asien, also in der heutigen Türkei. Da seht ihr also schon im zweiten Jahrhundert hat der Bischof von Rom dieses Gefühl: Ich muss mich dafür einsetzen, was überall geglaubt wird. Das ist schon da. Es gibt noch keinerlei Anspruch, über den anderen zu stehen im Sinne von Rang, aber er sagt: Ich möchte, dass ihr das alle so macht, wie ich sage.

[1:10:46] Und dann, wie gesagt, dann kommen die allerersten Daten für die Bischöfe. Das können wir jetzt überspringen, ist nicht ganz so wichtig. Und wir machen jetzt eine kurze Pause. Es ist okay, waren wir so 5 Minuten Pause und dann in 5 Minuten machen wir noch ein bisschen weiter und gucken dann, wie es weitergeht.

[1:11:06] Wir haben schon die Hälfte der Reise geschafft und äh, da kommen noch mehr. Kommt ruhig schneller, keine Angst. Kommt herein. Kommt herein.

[1:11:29] So, ich mache dann mal weiter. Wir sind jetzt 200 Jahre nach der Gründung der römischen Kirche und ihr werdet vielleicht sagen: H, ich dachte, dass erst mit dem Papstum dann all die ganzen theologischen Veränderungen kamen. Dem ist tatsächlich nicht so, weil ihr habt gesehen, schon das zweite Jahrhundert bringt uns dieses Problem mit Sabbat, Sonntag und noch einige andere Dinge. Und wenn wir an unsere eigene Kirche denken, dann wisst ihr, wann sind wir gegründet worden? 1863. Und wenn man dann 100 Jahre weiterschaut, dann merkt man schon, dann gab es schon die ersten, also man braucht keine 100 Jahre, um die ersten Leute zu haben, die an den fundamentalen Lehren der Kirche zweifeln, oder? Das ist nicht ungewöhnlich, dass so nach Jahrzehnten da neue Ideen aufkommen.

[1:12:29] Wir sind jetzt ungefähr 200 Jahre später. Das römische Reich ist kurz davor zu fallen. Ich weiß nicht, ob ihr das wusstet. Im dritten Jahrhundert sah schon so aus, als ob das römische Reich fast völlig zusammenbricht. Es gibt die sogenannte Reichskrise des dritten Jahrhunderts. Die Kaiser sitzen nicht mehr in Rom, die sitzen jetzt an den Grenzen, am Rhein, an der Donau, ja, Serdika, heutige Sofia, Sirmium in Serbien, äh Trier. Weil die, also zum einen ist das quasi bürgerkriegsartig, ja, die Soldaten ernennen einen Kaiser nach dem anderen. Also, es gibt mehr Kaiser als Jahre fast in diesem Abschnitt. Unglaublich instabil. Zum anderen haben sich die germanischen Stämme zu großen Verbänden zusammengetan. So ähnlich wie das auch bei den Indianern später passiert ist. Die ganzen kleinen Indianerstämme haben sich zu großen Verbänden getan. Äh, so finden wir plötzlich nicht mehr so diese ganzen kleinen Germanenstämme wie früher, die Fraker und so weiter. Wir finden jetzt die Alemannen.

[1:13:35] Und Alemannen heißen "alle Mannen", weil sie alle Männer zusammen haben, die Alemannen. Oder wir finden die Franken, ja, die sind frank und frei. Ja, das die freien.

[1:13:47] Und gegen diese neuen Bedrohungen und auch im Osten gibt's eine neue Dynastie in Persien, die Sasaniden. Dann müssen diese Soldatenkaiser kämpfen und die haben echte Probleme. Teilweise bricht das römische Reich fast auseinander. In Gallien entsteht ein eigenes Reich. In Syrien dann entsteht ein eigenes Reich um Palmyra. Und diese Kaiser sind ziemlich verzweifelt und sie versuchen jetzt wieder die alten Traditionen einzuführen. Und Decius ist einer, er sagt: Wir müssen wieder uns an die alten Götter wenden und verpflichtet alle den Göttern zu opfern, damit die Götter wieder für Rom eingreifen.

[1:14:24] Mittlerweile sind die christlichen Gemeinden stark angewachsen, auch in Rom, und es kommt jetzt zu einer enormen Christenverfolgung, bei der allerdings auch sehr viele Christen untreu werden. Also, es ist nicht nur so, dass die Christen immer treu sind, es gibt doch viele Christen, die dann doch opfern, die doch die Bücher ausliefern. Das führt dann hinterher, wenn die Verfolgung vorbei ist, immer zu einer ganz großen Diskussion, wie soll man mit denen umgehen? Wie soll man, soll man die in der Gemeinde lassen? Müssen sich wieder taufen? Ja, das ist eine große Diskussion. Das passiert dann zweimal, dann kurze Zeit noch mal. Äh, und der Valerian, der hat noch mal so eine äh Christenverfolgung angezettelt aus ähnlichen Gründen. Ähm, der römische Bischof Sixtus I stirbt sogar als Märtyrer dabei. Und ähm, dieser Valerian ist dann später von den Persern besiegt worden, lebendig gefangen genommen worden. Das war so der Tiefpunkt der römischen Geschichte.

[1:15:27] Was wir auch sehen Mitte des dritten Jahrhunderts ist bereits, dass man in Rom den Petrus und den Paulus verehrt. Also Petrus muss ja irgendwo dort in der Nähe des heutigen Vatikans umgekommen sein, weil dort dieser Zirkus von Nero dort gewesen ist. Und da war eigentlich keine äh keine christliche Begräbnisstätte, aber man hat dort schon immer gesagt, dass das Grab des Petrus ist relativ äh glaubwürdig. Man hat aber im dritten Jahrhundert seine sterblichen Überreste und wie von Paulus dann in die Katakomben von St. Sebastian, also wo heute die Kirche San Sebastian steht, an der Via Appia überführt und hat dann dort, kann man heute noch besuchen. Die hat man quasi dahingebracht, quasi als Relikt in die Katakomben und hat dann angefangen dort so Festmähler zu halten im Gedenken an Paulus und Petrus.

[1:16:18] Das Interessante ist, äh man hat zur gleichen Zeit bereits eine Gruft für römische Bischöfe errichtet gehabt in einer anderen Katakombe, in der Calixt-Katakombe. Man ist aber Mitte des dritten Jahrhunderts noch nicht auf die Idee gekommen, den Petrus dort zu begraben, was also ein Beweis dafür ist, dass man noch im dritten Jahrhundert nicht so wirklich gedacht hat, dass Petrus der erste Bischof von Rom war, ne? Dass man wusste nur, der war in Rom, aber er war kein Gemeindeleiter oder so. Ja, aber man hat die schon jetzt irgendwie verehrt. Das das ging schon los.

[1:16:46] Ähm, in der Zeit haben wir auch den Cyprian von Karthago. Karthago liegt, wisst ihr, wo Karthago liegt? Nordafrika, Tunesien heute. Ja, das ist so Nordafrika war so die Kornkammer des römischen Reiches, ganz reich und auch sehr gebildet. Und dieser Cyprian ist einer der wichtigsten Kirchenlehrer dort dieser Zeit, der so das Lateinische richtig so zur Kirchensprache gemacht hat. Ihr wisst vielleicht, die ersten 300 Jahre hat die Christenheit fast nur Griechisch gesprochen, auch in Rom. Ja, alles auf Griechisch. Ähm, weil man mit dem Griechischen genauer ausdrücken kann als mit dem Lateinischen. Aber Cyprian und Tertullian sind die ersten, die auf Latein schreiben. Äh, er schreibt dann ein Werk über die Einheit der Kirche und er ist der erste, der so anfängt, interessanterweise nicht in Rom, sondern in Karthago, so ein bisschen zu überlegen, was das alles zusammenhält und wie wichtig der Petrus ist. Ja, und er er sagt dann, er hat so Begriffe geprägt wie Primatus Petri, der Vorrang des Petrus. Ja, basierend so auf so Textstellen, wo es halt immer heißt: Ja, du bist Petrus, nicht wahr? Und ähm, "weide meine Schafe" in Johannes 21. Ähm, trotzdem glaubt Cyprian, dass alle Gemeinden gleichrangig sind sozusagen. Ja, sie sind alle auf derselben Stufe, aber die in Rom hat halt sozusagen, weil sie von Petrus da ist sozusagen, äh ja, diese die Lehre weitergegeben worden. Ja, das ist ganz ganz wichtig für ihn.

[1:18:23] Ab 260 gibt es eine Friedenszeit. Man spricht von der sogenannten Kleinzeit des Friedens für die Kirche. Ungefähr 40 Jahre lang gibt es keine Christenverfolgung. Die Kirche wächst sehr, sehr stark. Ja, die ist auch sehr beliebt gewesen. Es gab ja immer wieder auch so Pest-Epidemien, z.B. die Cyprianische Pest Mitte des dritten Jahrhunderts, wo die Christen sich ausgezeichnet haben durch ihre Nächstenliebe und äh die Kirche wächst sehr stark und die römische Kirche fängt jetzt Ende des dritten Jahrhunderts an schon, sich einzumischen und sich dann in Gallien einzumischen, in Spanien einzumischen, Nordafrika und äh, also wir müssen immer noch bedenken, es ist eine verbotene Kirche. Ja, die Kirche ist verboten. Römische Religion ist das römische Reich erlaubt es eigentlich nicht, aber verfolgt es momentan nicht. Ja, es ist wie lange Zeit in China verboten, aber nicht verfolgt.

[1:19:17] Die Kirche wächst sehr stark und innerhalb dieses dritten Jahrhunderts entwickelt die römische Kirche schon so ein Führungsanspruch. Die Hauptstadt und äh schon seit längerer Zeit sind die Kaiser eigentlich nicht mehr in Rom. Ja, das ist schon so eine Entwicklung. Dann kommt aber alles noch mal ganz anders. Äh, einer der Soldatenkaiser, der Diokletian, aus auch aus Serbien stammt, der verändert das römische Reich Ende des 3. Jahrhunderts komplett. Der führt eine Reformation dieses Reiches durch, indem er nämlich mehrere Kaiser gleichzeitig einsetzt. Ihr kennt vielleicht diesen Begriff, die Tetrarchie. Zwei Hauptkaiser, zwei Nebenkaiser, zwei Augusti, zwei Caesares, vier Kaiser, um das Reich wieder zu stabilisieren und Diokletian stabilisiert das Reich und deswegen ist es nicht 300 untergegangen, sondern erst 150 Jahre später. Ziemlich starker und kluger Mann, der allerdings leider auch eine fatale Entscheidung trifft.

[1:20:24] Er wird offensichtlich, so die Geschichte geht so, dass er während er ein Opfer bringt, also Diokletian und seine Mitstreiter, seine Mitkaiser sind wieder sehr stark auf die alten römischen Götter fixiert. Ja, also Mars und Herkules und so. Und während er so ein Opfer bringt, kommt ein Christ mit Namen Romanus mitten in diese Zeremonie hinein und macht sich über den Kaiser lustig, dass er zu diesen diesen Göttern betet. Ja, und und schmäht die Götter. Ist das eine gute Idee? Diesem Romanus ist es nicht gut ergangen. Ist wirklich nicht gut ergangen. Ähm, ich zähle euch nicht, was passiert ist. Da könnte nicht schlafen. Aber der Effekt davon ist, dass Diokletian sich von dem anderen Mitkaiser Galerius überreden lässt, diese Christen auszulöschen. Auszulöschen.

[1:21:25] Alle anderen Christenverfolgungen waren mehr so: Ah, wenn man Christen findet, tötet man sie. Man sucht aber auch nicht nach ihnen. Ja, oder wenn mal gerade Krise ist, braucht man Sündenböcke. Ja, dann müssen die Christen, aber das war halt immer mehr so sporadisch. Das ist das erste Mal, dass man die Christen vollständig vom Erdboden vernichten will. Das geht 10 Jahre lang und äh das trifft die Kirchen völlig unerwartet. Die hatten 40 Jahre lang Frieden. Viele von denen kannten gar keine Verfolgung. Und das führt unter anderem dazu, dass der Bischof von Rom, der Marcellinus, so eine Panik bekommt, dass er tatsächlich den römischen Göttern opfert. Ähm, er wird ein Turifikator, wie die Christen dann sagen. Er hat den Weihrauch geopfert und er gibt sogar Bibeln, übergibt sie an die Verfolger. Äh, er stirbt dann trotzdem und dann gibt es mehrere Jahre kein Bischof in Rom. Totale Krise.

[1:22:23] Und äh diese Tetrarchie ist ganz interessant, weil da wechseln die Kaiser, die rotieren dann so. Ja, dann zwei danken ab. Die zwei Unterkaiser werden Hauptkaiser, da kommen dann zwei neue Kaiser dazu und das geht dann immer so äh im im munteren Wechsel. Ähm, das können wir überspringen, aber das Ganze ist dann sehr kompliziert. Es würde viel zu viel Zeit nehmen, das zu erklären. Gibt viel Streit auch untereinander und dann setzt sich jemand in Rom auf den Kaiserstuhl, der gar nicht eigentlich Kaiser sein soll. Sein Name ist Maxentius.

[1:22:51] Und der lässt die Christen in Ruhe. Und die Christen können wieder einen Bischof wählen in Rom, der heißt Marcellus und der sagt: Okay, alle die abgefallen sind während dieser Verfolgung, die müssen sich neu taufen lassen. Das waren immer so viele, dass der Widerstand so groß ist, dass man den Marcellus vertreibt und dann wird ein neuer gewählt, Eusebius, der wird auch wieder verbannt und dann kommt Miltiades. Also, da gibt's jetzt innerhalb der römischen Kirche Streitigkeiten, wie man mit diesem Thema umgeht.

[1:23:31] Aber dann ändert sich die ganze weltpolitische Lage, weil einer von den Tetrachen mit Namen Konstantin, von Westen, er ist in York in England ausgerufen worden, weil sein Vater, der eigentliche Tetrarch, der Constantius Chlorus gestorben war und der kommt jetzt und erobert, ist lange Geschichte, aber wir fassen zusammen. Der erobert Rom, der vertreibt den Maxentius, ihr kennt die Geschichte an der Milvischen Brücke. Er erzählt später kurz vor seinem Tod, er habe ein Zeichen im Himmel gesehen. Die Wahrheit ist, er hatte zwei Jahre zuvor irgendwo ein Sonnenphänomen wohl gesehen. Es gibt so dieses Phänomen der Nebensonnen, wenn so das kommt selten vor, wenn so die Sonne so als ob das so mehrere Sonnen sind, das so ein Naturphänomen und das hat man damals interpretiert als ein Zeichen des Sonnengottes Apoll.

[1:24:26] Und dann hat er zwei Jahre später sich entschieden, sich auf die Seite der Christen zu schlagen und hat dann später diese beiden Dinge miteinander vermischt. Ja, und hat dann behauptet, der hätte dort diese Vision gesehen, das wäre eine christliche gewesen. Das ist aber ein anderes Thema.

[1:24:38] Und äh er gewinnt natürlich, er gewinnt, äh Konstantin gewinnt alle seine Schlachten und ähm schenkt der römischen Kirche jetzt Grund und Boden. Ja, die römische Kirche hat sich bisher immer so in Hausgemeinden getroffen. Das sind die sogenannten Titelkirchen gewesen, wenn ihr heute das noch hört. Ein Kardinal bekommt eine Titelkirche. Das hat damit zu tun, die römischen Häuser, die hatten immer so eine Überschrift, wer dort wohnt. Das war der Titel. Und deswegen die Gemeinden waren immer in Haus in Häusern, Titelkirchen und jetzt bekommen sie richtig Grund und Boden, können große äh Kirchen bauen, wie hier z.B. den Lateran.

[1:25:17] Und das lesen wir nicht alles, aber das ist Konstantin und Licinius treffen sich. Also noch ein Tetrarch, noch ein Kaiser, die treffen sich 313 und verkünden Religionsfreiheit. Übrigens, dass die Christenheit dann Richtung Papsttum gedriftet ist, hat damit zu tun, dass ein starker Mann sich für die Religionsfreiheit eingesetzt hat.

[1:25:47] Interessante Geschichte. Die Christen waren verfolgt. Jetzt kommt ein starker Mann, der wahrscheinlich nie wirklich das Christentum verstanden hat, aber gesagt hat: Ich bin für die Christen und ich bin jetzt für die Religionsfreiheit. Und die Christen sollen besonders Religionsfreiheit bekommen. Die werden nicht nur erlaubt, sie werden gefördert. Und die Christen, was denkt ihr, wie haben die reagiert? Die waren, die haben den geliebt so sehr, dass die ihm alles verziehen haben. Der hat seine eigene Ehefrau im Bad ersticken lassen. Hat das hat das Wasser und den Dampf so heiß gemacht, dass sie da nicht mehr rausgekommen ist. Hat seinen eigenen Sohn umgebracht. Das haben die ihm alles verziehen, weil er sie von der Verfolgung befreit hat.

[1:26:34] Parallelen zur Gegenwart sind vielleicht gar nicht nur zufällig. Im Namen der Religionsfreiheit und das ist natürlich erstmal ein toller Schritt für die Christenwesen, werden die Christen jetzt erlaubt, ihnen werden alle Kirchengüter wiedergegeben. Wir lesen das nicht, die Zeit dauert zu lange. Ich mache folgendes. Ich tue das jetzt einfach nur kurz so. Äh, dann könnt ihr das vielleicht auf der Aufnahme dann immer jeweils Stopp machen und selbst lesen. Äh, ja, falls ihr das lesen wollt. Äh, da langes Zitat. Genau.

[1:27:06] Und kaum hat Konstantin die Christen befreit, hat er sofort was an der Backe. Denn kaum sind die Christen nicht mehr verfolgt, streiten sie sich. Und warum streiten sie sich? Wie soll man umgehen mit den Christen, die in der Verfolgung gefallen sind? Da gibt es in Nordafrika Leute, die sagen: Alle müssen neu getauft werden, die müssen Buße tun und neu getauft werden und anfangen: Hey, komm, müssen wir alle, lass sie einfach komm, wir machen, jeder macht mal ein Fehler. Wir bleiben jetzt einfach alle zusammen. Ja, sogenannte Donatistenstreit. Donatus fordert die Wieder Taufe. Caecilianus sagt: Na, lass uns ein bisschen milder sein. Konstantin wird eingeschaltet und der sagt: Ich bin, was soll ich das entscheiden? Ja. Äh, er er fragt den römischen Bischof Miltiades, könnten wir da äh vielleicht ein Gespräch führen? Äh, wir laden beide Parteien ein nach Rom und jetzt Achtung. Und dann sollen drei gallische, also aus Frankreich drei gallische Bischöfe entscheiden. Der römische Bischof sagt: Okay, machen wir. Macht eine Synode und entscheidet selbst.

[1:28:18] Und es ist etwas, was wir jetzt im Laufe der Zeit immer wieder sehen werden. Römische Bischöfe nutzen Gelegenheiten mehr als sie eigentlich dürfen und drehen so Anfragen immer so, dass sie dadurch noch ein bisschen mehr Macht bekommen. Ja. Ähm, er verurteilt einfach die Donatisten, die sind natürlich nicht ganz damit zufrieden. Die es kommt noch mal zu einer großen Synode in Arles in Frankreich, also in Gallien im ganzen Westen und die entscheiden sich dagegen. Konstantin denkt, na okay, fertig aus. Generalkonferenz hat gesprochen. Die Donatisten aber sagen, wir kämpfen weiter. Und dann ist der Konstantin so richtig entrüstet. Ja, ihr müsst doch auf die Bischöfe hören. Und dann, dieser Streit geht übrigens 100 Jahre lang in Nordafrika, aber der wird überschattet von dem noch größeren Streit. Aber erstmal das hier.

[1:29:07] Ähm, im Jahre 321 hat Konstantin dann einen seiner, in Anführungsstrichen, genialen Schachzüge, indem er nämlich versucht, die Christen und die Heiden miteinander zusammenzubringen. Etliche Christen feiern schon den Sonntag, vor allem in Rom, in Alexandria, dort wo man sich besonders stark von den Juden distanzieren wollte. Es gibt offensichtlich noch viele Christen, die den Sabbat halten. Wir wissen noch im 5. Jahrhundert im Codex Theodosianus findet man Gesetze gegen die Sabbat-Halter. Ja, die gibt's noch, aber die werden jetzt immer unsichtbarer in den Quellen. Ist sowieso schwer zu finden.

[1:29:47] Und in diesen, es sind zwei Gesetze übrigens, ja, sind beide aus dem Jahr 321. Ähm, einer ist im Codex Theodosianus, einer ist im Codex Justinianus überliefert. Und äh interessant ist, dass diese Gesetze natürlich eigentlich gar nicht, die sprechen vom Tag der Sonne. Vom Tag der, das kennt ihr wahrscheinlich oder in derselben Zeit, wo Konstantin angeblich schon Christus, lässt er sich so abbilden. Ihr wisst vielleicht, also vorne das ist Konstantin und wer ist das hinten? Ist der Sonnengott Sol Invictus. Ja, man geht heute davon aus, dass Konstantin wahrscheinlich das Christentum nie so richtig verstanden hat. Der hatte wahrscheinlich gedacht, das ist noch so eine Art von Sonnenkult. Ja, so eine Art monotheistischer Sonnenkult. Christus ist Sonnenkult. Als er später gestorben ist, hat er ein Mausoleum bauen lassen mit seinem eigenen Sarg und dann 12 leere Särge drumherum, um zu und nannte das sozusagen die Apostelkirche. Also hieß die Apostelkirche und die Christen na ja, er meint es ja nicht wirklich so, dass er Christus ist. Das ist jetzt nur so symbolisch gedacht, ja, aber er hat das offensichtlich nicht richtig verstanden.

[1:30:59] Ähm, das Ganze wird, also die Diskussion äh über die Donatisten wird überschattet noch von einer viel größeren Diskussion. Ihr wisst vielleicht, da gibt's dann diesen Streit von Arius. Arius behauptet, Jesus hat einen Anfang gehabt. Und dieser Streit geht nicht 100 Jahre, der geht bis heute. Ja.

[1:31:19] Und ähm, es wird ein großes Konzil veranstaltet in Nähe von Nicäa, 325. Der römische Bischof ist nicht persönlich anwesend. Ähm, aber es werden dort viele Lehrfragen diskutiert. Konstantin eine führende Rolle. Und dann macht Konstantin noch was ganz Wichtiges für unser Thema. Er sagt sich: Ich brauche eine neue Hauptstadt. Schon seit über 100 Jahren sind die Kaiser selten in Rom. Maxentius war eigentlich eine Ausnahme, auch Konstantin ist gekommen in Rom. Die sitzen halt immer an den Grenzen und Rom ist auch schwer zu verteidigen. Sehr sehr unstrategisch ungünstig. Und Konstantin findet diesen Platz, einen Ort, der von drei Seiten vom Meer umgeben ist, den man super gut verteidigen kann, strategisch extrem gut, auch nah am Osten gelegen. Die Stadt heißt Byzanzion und er nennt, er gründet sie neu, er gründet sie groß, er nennt sie jetzt Konstantinopel, die Stadt von Konstantin.

[1:32:17] Wie heißt die Stadt heute? Wisst ihr warum? Wenn man später Jahrhunderte später die Leute, die dort hier auf dem Dorf gelebt haben, ja, gefragt hat: Hey, wo gehst du hin? Und die gesagt haben: Ich gehe in die Stadt. Dann haben die gesagt: Ich gehe griechisch "eis ten polis", in die Stadt. Polis. Und als die Türken das gehört haben, "eis ten polis", "eis ten polis", Istanbul kam aus Istanbul. Also Istanbul heißt eigentlich "in die Stadt hinein", aber das ist vollkommen nebensächlich.

[1:32:48] Zur Zeit von Konstantin haben wir dann diesen Bischof in Rom. Den kennt ihr alle, deswegen, weil die Leute bis heute ihr Geld aus dem Fenster rauswerfen, um seinen Todestag zu feiern. Silvester. Aber selbst zur Zeit von Konstantin ist der römische Bischof noch keine bedeutende Figur in der Christenheit. Es kein bedeutender Berater von Konstantin. Konstantin lässt sich vom Bischof von Córdoba, von Hosius beraten. Man hat erst viel später im Mittelalter gedacht: Hey, Moment mal, wenn Konstantin so toll war für uns, da hat doch bestimmt der Silvester auch was Tolles gemacht. Da hat man so Legenden gebildet um den Silvester. Der war allerdings relativ, in Wahrheit noch relativ unbedeutend.

[1:33:34] So, dann haben wir den Bischof Julius. Jetzt kommen wir in die Zeit, wo wir die so ein bisschen genauer fassen können. Mitte des vierten Jahrhunderts. Wir sind jetzt 300 Jahre nach der Gründung von Rom. Und dieser Streit um den Arius, der ging natürlich weiter, oder? Nicäa hat das nicht gelöst und es gab einen Bischof in Alexandria, der hieß Athanasius. Das war so ein richtiger Haudegen. Also, der hatte das Herz am rechten Fleck. Der war für, der wollte unbedingt beweisen, dass Jesus seit Ewigkeit lebt, aber der hat auch nicht davor zurückgeschreckt, mal so richtig den Mob zusammenzurufen. Ja, wenn da so Arianer kam, da hat er mal so den ganzen Straßenpöbel aufgehetzt und dann auf sie mit Gebrüll. Ja, das war so bisschen hemsärmlich. Ja, ein brillanter Theologe und so ein richtiger so ein boah, gegen den kannst du keinen Krieg gewinnen.

[1:34:31] In der Zeit im 4. Jahrhundert, wenn man dort eine Umfrage gemacht hätte, welche Kirche könnte mal die ganze Weltkirche leiten, hätten alle gesagt Alexandria, weil Alexandria hatte theologisch und auch politisch viel größeres Gewicht zu der Zeit als Rom. Der Bischof von Rom, der Julius unterstützt ihn. Aber man spricht in der Zeit schon von so einem entstehenden alexandrinischen Papsttum. Also Geschichte hätte auch anders verlaufen können. Ja, wenn Gott nicht alles schon so gelenkt hätte. Ja, es hätte auch ein Papsttum in Alexandria geben können. Weiß nicht, ob das bewusst ist, aber dazu kam es nicht.

[1:35:11] Ähm, dieser Streit führt dann dazu, dass nachdem Konstantin stirbt, wird alles noch viel schlimmer. Ihr wisst vielleicht, der Konstantin hat sich kurz vor seinem Tod erst taufen lassen. Das war damals so Mode, weil man Angst hatte, wenn man getauft wird und dann noch mal sündigt, geht man doch verloren und hat man sich erst am Ende des Lebens taufen lassen. Ein bisschen komische Theologie. Und er hat sich aber taufen lassen. Das war natürlich die Schande schlecht hin für die katholische Kirche von einem Arianer und das hat man nie so richtig ganz verknust und einige seiner Söhne sind sogar echte Arianer dann gewesen und er hatte sein sein Reich aufgeteilt auf seine Söhne, mehrere und da gibt's ja hin und her und Krieg und alles mögliche und im Osten ist dann teilweise sogar im ganzen römischen Reich plötzlich der arianische Glaube gefördert.

[1:36:05] Vielleicht habt ihr mal von dem Wulfila gehört. Habt ihr von Wulfila gehört? Das ist der Mann, der die Bibel ins Gotische übersetzt hat. Kann ich vielleicht noch ein Bild mal zeigen die nächsten Tage. Der war der erste Missionar zu den Goten, zu den Germanen und der als der gesandt wurde, war gerade das ganze Reich quasi sollte arianisch werden. Deswegen hat er auch sozusagen die Germanen arianisch äh gelehrt, weswegen dann die ganzen späteren germanischen Königreiche, die Ostgoten und die Westgoten und die Alemannen und so weiter und die die waren alle Arianer. Ja, aber das kommen wir dann noch morgen dazu.

[1:36:46] Man hat versucht das irgendwie zu lösen. Die Kirche, die Römer haben gesagt: Das geht nicht. Ja, weil wir haben doch Nicäa gehabt. Wir wir glauben Gott, Jesus ist Gott seit Ewigkeit. Und dann hat man so ein Konzil anberaumt. Äh, die Ostbischöfe waren mehr arianisch eingestellt. Die Westbischöfe mehr so halt, wie Nicäa gesagt hatte. Man hat sich zusammengetroffen, also man ist in die gleiche Stadt gezogen, Serdica, das ist äh heutiges Sofia. Die haben nicht mal miteinander tagen wollen. Ja, die einen haben sich dort versammelt, die anderen dort gesagt: Wenn der dabei ist, treffen wir uns nicht. Und die anderen haben gesagt: Aber wenn der dabei ist, treffen wir uns nicht. Ja, dann haben also quasi die Kirche war wirklich gespalten.

[1:37:25] Was die Römer aber in ihrer Westsitzung durchgekriegt haben, war etwas ganz Neues, nämlich etwas, dass man vorher schon manchmal als Gewohnheit gehabt hat, aber was es jetzt zum ersten Mal als Kirchenrecht gab, nämlich, dass wenn man den Eindruck hat, mir ist Unrecht geschehen auf einer Synode, also Synode ist wie eine delegierten Tagung, ja, ist keine delegierten, aber so ja, die Bischöfe zusammenkommen, dann kann man sich an den römischen Bischof wenden als nächste Instanz, ja, der das Ganze noch mal quasi noch mal beurteilt. Äh, und das war natürlich mal ein interessanter Schritt.

[1:38:02] Dann haben wir Liberius. Äh, mittlerweile ist Constantius alleiniger Kaiser. Ja, der tendiert stark zum Arianismus, habe ich erzählt. Und er zwingt auch den Liberius: Du musst den Athanasius aufgeben und du musst jetzt auch so auf diese Linie vom vom Reich schwenken. Hier ist ein interessanter Gedanke: Seit Konstantin hatte das römische äh das Bischofstum eher ein Niedergang. Vor Konstantin waren die Römer halt so eine anerkannte Gemeinde unter vielen Gemeinden. Aber jetzt gibt's einen Kaiser, der sich einmischt und der entscheidet. Und die Römer haben lange Zeit erstmal nicht damit umgehen können. Die wollten alleine bleiben, nichts mit dem Kaiser zu tun haben. Ja, und Liberius wird gezwungen, der sagt: Nein, nein, nein, mache ich nicht. Ich bleib bei meiner Position. Er wird daraufhin verbannt, aber in der Verbannung ändert er sein me, seine Meinung und darf dann zurückkehren.

[1:39:03] Und dann stellt sich die Frage: Ja, was ist jetzt mit dem Bischof und seiner Glaubwürdigkeit? Ja, ist der erste Bischof, der nicht als Heiliger verehrt worden ist, der Liberius. Gibt Streitigkeiten, ja, wenn wir verschiedene Parteien in Rom und die die streiten sich jetzt, wie soll man damit umgehen? 366 kommt es zu einer Doppelwahl. Zwei Bischöfe werden gleichzeitig gewählt. Ursinus und Damasus. Und jetzt geht's richtig, jetzt geht's richtig ab. Es kommt zu Straßenschlachten in Rom. Das stellt euch vor, in eurer Gemeinde werden zwei Gemeindeleiter gleichzeitig gewählt, weil die Gemeinde gespalten ist und dann fängt man an, sich die wirklich buchstäblich die Köpfe einzuschlagen. Da sind Leute gestorben, das Blut geflossen.

[1:39:48] Der Staat greift ein und sagt: Damasus hatte mehr Leute bei der Wahl. Damasus ist jetzt Bischof und der schlägt eine völlig neue Richtung ein. Wir sind jetzt Ende des vierten Jahrhunderts und er erkennt: Als römische Kirche haben wir nur eine Chance, uns zu behaupten, wenn wir mit dem Staat zusammenarbeiten. Und Damasus entscheidet sich: Wir versuchen nicht mehr alleine wie vorher Liberius und und Julius und alleine irgendwie die römischen Ansprüche hochzuheben, sondern wir werden das jetzt mit dem Staat und durch den Staat machen. Und Kaiser Gratian gewährt ihm dann tatsächlich eine ganze Reihe von Rechten. Das ist ab dem Zeitpunkt, wo jetzt die römische Kirche sagt: Okay, mit dem Staat. Damasus ist der erste, der so Richtung Papsttum jetzt tendiert. Ist der erste, der vom apostolischen Stuhl spricht und das ist der Grund natürlich, es gibt ein großes Problem. Konstantinopel ist ja mittlerweile die zweite Hauptstadt. Und warum war noch mal Rom von Anfang an irgendwie so eine beliebte Kirche gewesen? Weil sie die Hauptstadt waren. Ja. Und eben ihrem theologischen Profil war die Hauptstadt. Und jetzt sagt man in Konstantinopel: Hey, Moment mal, wir sind auch Hauptstadt. Da könnten wir doch quasi die gleiche Rolle wie Rom haben, oder?

[1:41:13] Auf dem Konzil von Konstantinopel wird genau das betont und seitdem lassen Damasus und alle seine Nachfolger diese Hauptstadtargumentation komplett weg, weil die hilft ihm nicht mehr. Sie brauchen ein neues Argument, ein neues Argument, warum Rom die wichtigste Kirche sein soll. Und welches ist das? Wir sind von Petrus gegründet. Wir sind die Kirche von Petrus und Petrus war der wichtigste Apostel, also sind wir die wichtigste Gemeinde. Das Problem war natürlich Antiochia war auch von Petrus gegründet und Alexandria war vom Petrus-Schüler Markus gegründet. Deswegen hat man noch gedacht, sind Petrus und Paulus. Ja, aber das hat den Paulus hat man später wieder weggelassen, aber das ist so diese Zeit, wo das losgeht.

[1:42:03] 395 wird das römische Reich geteilt. Theodosius stirbt, hinterlässt seinen beiden Söhnen Honorius und Arcadius das Reich. Er teilt es und es wird nie wieder vereint. Ihr wisst vielleicht, die Grenze, die hier verläuft, trennt heute noch Kroatien von Serbien. Den Einfluss des westlich-katholischen vom später orthodoxen Konstantinopel. Es geht bis heute diese Grenze dadurch. Hat natürlich keiner geahnt. Damals ist dieser Theodosius, der 380 dann den Schwenk vollendet, wieder zurückmacht zum Glauben von Nicäa. Ähm, also weg mit dem Arianismus. Er lässt ein Gesetz, dass alle in alle Untertanen im römischen Reich den Glauben so glauben sollen, wie er in Rom und Alexandria gelehrt wird. Also 380 ungefähr, bisschen mehr als 60 Jahre nach Konstantins Bekehrung ist das Christentum Staatsreligion.

[1:43:09] Wichtig. Es gibt das Christentum als Staatsreligion noch bevor es den Papst richtig ausgebildet gibt. Ja, ist ein interessanter Punkt. Der römische Bischof ist noch nicht Leiter dieser Kirche. Es ist eher so der Kaiser, der das so äh hat. Und es gibt zu der Zeit noch ganz andere Bischöfe, die zum Teil viel mehr Einfluss haben. Ambrosius z.B., der ist ein Bischof in Mailand, starke Führungsfigur und hat große Nähe zum Kaiser. Der schafft es sogar, dass der Kaiser sich, also dass der Buße in der Kirche tut für eine Schandtat, die er getan hat. Ja, das hätte der Bischof in Rom gar nicht hingekriegt.

[1:43:47] Dann kommt Bischof Siricius, wir sind gleich am Ende. Ähm, und der hat eine neue Idee. Immer wenn jetzt Anfragen reinkommen, so keine Ahnung, jemand schreibt aus Gallien: Du, hey Bischof und Rom, was denkst du zu dem Thema? Wir haben ja ein Problem mit den Diakonen, die streiten sich, das und jenes. Wie soll man damit umgehen? Dann schreiben jetzt die römischen Bischöfe zurück: Danke für deine Anfrage. Wir entscheiden so und so. Wenn die in Nordafrika sagen: Hey, wir haben uns getroffen. Wir haben das und das entschieden, das wollten wir euch mitteilen. Dann schreiben die römischen Bischöfe zurück: Danke für eure Anfrage. Wir bestätigen euer Urteil. Danke, dass ihr euch uns das zur Bestätigung vor die, die wenden immer so, obwohl das gar nicht so gemeint war, dass sie das quasi bestätigen und bestimmen dürfen. Sie fangen jetzt an sogenannte Dekretalen zu schreiben und zwar im Stil und Ton von kaiserlichen Gesetzen. Also, es war so, man konnte sich immer an einen Kaiser wenden, fragen: Hey, mein mein mein Nachbar hat mir da im Haus was weggenommen. Was soll ich machen? Ja, dann konnte der Kaiser zurückantworten. Diese Rückantwort nannte man Reskript und dieses Reskript war Gesetz. Und der Siricius fängt jetzt an, ich will euch nicht langweilen mit der lateinischen Grammatik, genau dieselben Worte, dieselben Formulierungen wie so ein römisches Kaiserskript zu verwenden. Das ist nicht mehr: Ich sage, sondern: Wir haben es gut befunden zu entscheiden. Wir befehlen, wir ordnen an, wir erkennen. Das ist so unser, der erste, der den Begriff Papa für sich in Anspruch nimmt. Was heißt Papa? Vater. Daher kommt der Begriff Papst, Papa.

[1:45:41] Nach ihm kommt ein kurzes Pontifikat von Anastasius und dann kommt Innozenz I. und der ist jetzt schon so richtig der erste Papst und der macht genau das, was ich gerade erklärt habe. Wann immer jemand aus Spanien, Gallien, Nordafrika was fragt, sagt: Okay, damit anerkennst du ja, dass ich das entscheiden darf. Man hat seine Dekretalen dann alle schon sehr früh gesammelt, weil man gemerkt hat, okay, das sind jetzt Gesetze. Ja, Papst Innozenz.

[1:46:20] Ihr wisst, vielleicht in der Zeit äh bricht äh alles zusammen in Rom. Ähm, die Völkerwanderung geht los, haben wir heute nicht die Zeit, das ausführlich zu beschreiben, aber die Sueben, Vandalen, Alanen, die kommen ins Reich. 410 wird Rom geplündert durch Alarich und äh dann kommen ein paar schwächere Päpste. Ähm, Zosimus, ganz unüberlegt, weiß man gar nicht, wie der auf den Ton gekommen ist. Der hat so offensichtlich ist der von jemandem so bei einem Wahlvorgang so vorgeschoben worden und macht dann im Prinzip nur das, was dieser Hintermann von ihm möchte. Der stirbt aber bald und dann die nächsten Päpste müssen das alles wieder irgendwie gerade rücken. Bonifatius, Coelestin. Aber selbst noch bei Coelestin ist es so, dass die Afrikaner, das heißt in Nordafrika, dass sie so ein Selbstbewusstsein haben, dass der Coelestin einen Legaten schickt zur Synode in Nordafrika und sagt, der da sagt der Legat, also ihr müsst jetzt machen, wie der Papst es sagt. Da sagen die: Weißt du was? Das interessiert uns gar nicht. Du gehst wieder nach Hause, schreiben einen Brief an den Papst: Bitte verschone uns mit solchen Botschaftern.

[1:47:26] Und es gibt viele Leute, die denken, wenn alles so geblieben wäre, hätte es wahrscheinlich nie ein Papsttum gegeben. Die Nordafrikaner allein schon hätten sich niemals unter den Papst gebeugt. Doch nur wenige Jahre später kommen die Vandalen nach Nordafrika und hauen die gesamte Kirche in Stücke. Und da bleibt nicht viel übrig. Und das was übrig bleibt, kommt dann ganz schnell unter den Schutz der römischen Kirche. Ja, also sind auch solche interessanten äh Entwicklungen, die das Ganze dann vorantreiben. Äh 431 Konzil von Ephesus, neuer Riesenstreit. Diesmal geht's um die Frage, ist Jesus Gott oder nicht? Diesmal geht's um die Frage, als Jesus geboren wurde, war er Gott und Mensch oder nur Mensch oder nur Gott oder wie viel Gott und wie viel Mensch? Könnt euch vorstellen, wie man darüber diskutieren kann? Und äh da gibt's Leute, die sagen, er war vor allem Mensch. Und gibt's Leute, die sagen, er war eigentlich nur Gott. Er war wie ein Honig, also seine Menschlichkeit ist wie ein Honigtröpfchen im im Ozean. Ja, das wird quasi aufgesogen. Ist nur Gott. Und äh

[1:48:37] genau, ich habe noch eine Minute. Okay, ist das okay? Eine Minute, können wir die hier dann Schluss machen. Papst Leo der Große, der bis dahin bedeutendste Papst, über 100 Briefe von ihm erhalten. Wir sind jetzt 400 Jahre nach der Gründung von Rom und er ist der erste, der wieder theologisch richtig aktiv wird. Die Päpste vorher haben meistens nur gesagt: Wir entscheiden, wir entscheiden. Haben seltene Begründung gegeben. Ihr müsst euch vorstellen, die Päpste zu der Zeit sind meistens Juristen. Das sind so typische, wie soll ich das sagen, ist euch mal aufgefallen, dass oft auch in unserer Kirche nicht unbedingt die Theologen gewählt werden, sondern mehr so Leute, die sich gut so im Gemeindehandbuch auskennen. Das sind nicht die größten Theologen, die meistens die Generalkonferenzpräsidenten oder Divisionspräsidenten werden, sondern Leute, die halt gut sich mit den Regeln auskennen, mit den mit den Handbüchern. Die Päpste sind größtenteils gar nicht interessiert an den theologischen Debatten im Osten. Die sagen nur: Wir entscheiden so und so. Oft sehr pragmatisch. Zum Teil verstehen die gar nicht, was das eigentliche Problem ist, weil die Griechen im Osten zum Teil auch sehr komplexe Theorien haben und dann auch sehr absurd. Ähm, zum Teil versteht man auch gar nicht mehr. Also die Lateiner haben das Problem, dass sie das Griechische mal gar nicht richtig nicht mehr verstehen, aber Leo ist der erste, der wieder theologisch sehr aktiv wird und er begründet jetzt etwas, was äh enorm wichtig ist.

[1:50:04] Er führt die sogenannte juristische Session ein. Er sagt, Jesus hat eine Societas gegründet, das heißt einen Verein. Wenn man einen Verein gründet und man stirbt, muss jemand den Verein weiterführen oder eine juristische Person und Jesus hat diesen Verein an Petrus vererbt. Dieser Verein ist die Kirche und deswegen muss es einen juristischen Erben geben. Bei der sogenannten apostolischen Sukzession geht's nur darum: Ich habe das von dem gelernt, der hat von dem gelernt, der hat von dem gelernt, der hat von Jesus gelernt. Ja, haben die gleiche Lehre. Aber bei der juristischen Sukzession geht's darum, es gibt diese diesen Verein sozusagen, ja, diese diese Körperschaft, jemand muss die leiten und er sagt: Jesus hat das an Petrus vererbt und der vererbt das an jeden weiteren Papst. Und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Er sagt: Also, wenn ihr etwas zu erben habt, eure Eltern sterben, fragt euch das Gericht, ob ihr gute Menschen seid. Vollkommen egal. Ihr seid Erben, weil ihr Erben seid. Und er sagt: Ein Papst muss kein guter Mensch sein. Er muss auch nicht richtig glauben. Also, es ist vollkommen egal, ob er jetzt Fehler hat oder nicht, ob er böse Dinge tut. Er ist einfach Papst, weil er der Erbe ist. Das heißt, man kann nicht mehr sagen: Schau mal, der Papst ist aber ein böser Mensch oder hat schlimme Dinge getan. Das hat keine Rolle, spielt keine Rolle mehr, weil es sozusagen diese juristische Konstruktion gibt und auf der fußt das Papsttum und an der Stelle machen wir das nächste Mal weiter.

[1:51:48] Heute haben wir keine Zeit für Fragen, ich verspreche, nächste Woche, nächste Woche, quatsch, morgen, äh werden wir auf jeden Fall Fragen machen am Anfang und auch am Ende. Heute, das war heute erstmal nur so zum so ein Eindruck bekommen. Wir gehen nächst morgen und übermorgen dann in ein paar wenige Jahre und dann können wir sehr genauer uns das anschauen, was dann da passiert ist. Jetzt habt ihr so ein Überblick, wie das alles so kam. Und noch ein wichtiger Hinweis, ihr müsst nicht alles mitschreiben. Alle diese Sachen werden später zur Verfügung stehen. Setzt einfach da, genießt das und denkt mit und äh stellt morgen dann die Fragen, die ihr habt. Okay, Gottes Segen euch. Ah.


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